Numbat denkt Schnellladeinfrastruktur anders

Im Gespräch mit Uli Benker, Head of Marketing Numbat

Uli Benker, Head of Marketing des jungen Start-Ups Numbat, hat sich für den Elektroauto-News.net Podcast die Zeit genommen, um uns ein wenig hinter die Kulissen blicken zu lassen. Das Allgäuer Cleantech Unternehmen hat sich auf die Fahne geschrieben, dass Schnellladesäulen nicht nur an Autobahnen oder Hubs entstehen, sondern durch die Kombination mit Batteriespeichern quasi überall.

Dabei agiere Numbat nicht als Verkäufer der Hardware. Sondern betreibt diese auch aktiv. Mit der eigenen Ladelösung geht man einen Hindernis-Grund, welcher den Ausbau der Ladeinfrastruktur bisher immer gestoppt habe aktiv an. Denn der komplizierte Anschluss an das Stromnetz, Trafostationen mit derzeit langen Lieferzeiten für Transformatoren, als auch gravierende Baumaßnahmen und hohe Investitionskosten fallen bei der Numbat-Lösung nicht an.

Stattdessen setzt das Cleantech-Unternehmen auf eine Kombination aus Schnellladesäule und Batteriespeicher. Denn genau das ist Numbat, eine Kombination aus High-Power Charger und Batteriespeicher. Der Batteriespeicher lädt sich nicht nur laufend aus dem Niederspannungsnetz mit Strom auf, auch der Strom aus PV-Anlagen kann im Numbat gepuffert werden. Hierdurch schafft es das Start-Up einen sehr grünen Energiekreislauf abzubilden und die Stromnetze zu entlasten.

Die Nachfrage vom Markt ist vorhanden. Schon heute gibt es zwei größere Partnerschaften. Weitere stehen für 2023 in den Startlöcher, wie Uli im gemeinsamen Gespräch verraten hat. Aber das hörst du dir am besten selbst an.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektronischen News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge geht es um E-Mobilität bzw. Ladeinfrastruktur an Punkten, wo es eigentlich extrem schwierig ist, schnell Ladeinfrastruktur aufzubauen. Das heißt aus baurechtlichen, aus stromrechtlichen oder anderen Gründen. Hier setzt Numbat ein, die mit einer Kombination aus High-Power-Charger und Batteriespeicher eine Möglichkeit anbieten, E-Autos mit bis zu 300 Kilowatt zu laden bzw. an zwei Ladepunkten bis maximal 150 Kilowatt pro Ladepunkt anzubieten. Das Ganze dann auch noch relativ unentgeltlich für den Standort, wo das Ganze aufgestellt wird, da man sich über ein anderes Modell finanziert. Im Detail wird uns das Uli Benker von Numbat näher bringen, der verantwortlich für das Marketing bzw. die Kommunikation der Marke ist. Wir gehen rein, direkt ins Gespräch mit Uli. Viel Spaß. Servus Uli, vielen Dank, dass wir uns heute austauschen können über Numbat und wenig mehr über High-Power-Charger mit angeschlossenen oder mit in Verwendung habender Batteriespeicher haben. Bevor wir da allerdings in das Thema eintauchen, stell dich doch gerne selbst vor und wie deine Verbindung zur E-Mobilität ist.

  3. Uli Benker:

    Ja, super, Sebastian. Servus zurück. Mein Name ist Uli Benker. Ich bin bei Numbat verantwortlich für das Marketing, die Kommunikation und ein Spezialfeld, worauf wir später dann kommen. Thema Digital Out of Home, wie gesagt, wird später, glaube ich, noch erklärt. Kommen, wie man vielleicht schon merkt, anhand des Titels aus der Medienbranche, das heißt alles, was da so mit dazugehört. Ich bin selber Immobilist, das heißt, ich fahre auch schon sehr, sehr lange ein E-Fahrzeug und kenne sozusagen die gesamten Schmerzen, die ein Immobilist heute oder vor allem in der Vergangenheit noch viel stärker hatte bezüglich Ladeinfrastruktur.

  4. Sebastian:

    Und das ist ja auch sozusagen Hintergrund oder dieser Schmerz war ja wohl auch mittreibend für Numbat, dann eben das eigene Produkt zu entwickeln, soweit ich es verstanden habe. Vielleicht kannst du das ja noch ein Stück weit ausführen, wer Numbat ist und was er jetzt genau macht dann im Bereich der E-Mobilität.

  5. Uli Benker:

    Genau, super. Also wir hatten die beiden Gründer, Max und Martin, haben das Unternehmen letztes Jahr im Februar gegründet. Also wir sind ein junges Unternehmen. Perspektive, aber ein junges Start-up, was in den Markt eingetreten ist. Und natürlich, es ging um das Thema Ladeinfrastruktur, wo wir heute sehen, dass ein enormer Bedarf da ist. Es gibt ja verschiedene Hochrechnungen auch aus unterschiedlichen Studien und so weiter. Es gibt auch die Bundesregierung, die bestimmte Ladepunkte bis Jahr X und so weiter anbietet. nicht vorgeschreibt, aber prognostiziert, dass sie wichtig sind. Das heißt, das Thema Laden ist enorm wichtig und grundsätzlich gibt es verschiedene Arten des Ladens, wie wir alle wissen. Die AC-Lader, die Langsamlader, die absolut ihre Berechtigung haben, vor allem, wenn ich dann entweder über Nacht oder wenn ich eine lange Standzeit habe. Die sind auch relativ einfach zu installieren, weil die Leistungen, die so ein AC-Lader benötigt aus dem Netz, sind meistens so durchschnittlich, würde ich sagen, 11 kW pro Das heißt, das findet man häufiger noch und kann man anschließen. Und wenn wir dann in den High-Power-Charging-Bereich kommen oder Schnellladen, dann merken wir, dass wir da beim Ausbau gewisse Probleme haben, die, ich würde sagen, zum größten Teil darauf basieren, dass die Netze heute, wie sie sind in Deutschland, Europa oder ich denke auch der ganzen Welt, eben diese Leistungen bis zu 300 kW nicht so einfach bereitstellen können. Das sehen wir heute nicht. Wenn wir zum Beispiel an einem Supermarkt sind oder einem anderen Geschäftsbetrieb, ich würde sagen zu 90 Prozent ist die Netzanschlusskapazität, also die Leistung, die das Unternehmen aus dem Netz bekommt, eben schon ausgereizt. Und da ist teilweise gar nicht mehr möglich, eine Wallbox zu installieren und geschweige denn Schnellladen. Und das ist auch der Grund, warum die beiden dann Numbart gegründet haben, mit dem Ziel zu sagen, okay, wir haben eine Technologie und eine eigene Software, aber auch einen eigenen Marktansatz, um viel schneller zu sein. Und das ist das Produkt dann, über das wir jetzt gleich reden, ist quasi eine Kombination aus einem Batteriespeicher mit 200 Kilowattstunden und einer Schnelllader-Infrastruktur. Mit zwei Ladepunkten zu je 150 oder wenn ein Auto lädt bis zu 300 kW. Und das Besondere an der Technologie ist eben, dass ich unabhängig vom Netzanschluss immer anschließen kann und darf, weil ich sowohl Verbraucher als auch Erzeuger bin durch den Batteriespeicher, der sowohl einspeist als auch abgibt. Und durch den Batteriespeicher ist es so, dass wir, ich sage es immer so flapsig, weil das ist so einfach zu verstehen, dass wir sehr einfach Plug-and-Play-mäßig aufstellen können auf dem Parkplatz zum Beispiel. Wir laden langsam auf mit der vorhandenen Leistung, die gerade im Hausnetz herrscht und können dann ultraschnell ans Auto abgeben. ermöglicht es, ja, eigentlich an jedem Standort, wo wir heute hinkommen, Schnellladen zu ermöglichen, egal wie das Netz ist. Und das ist, würde ich mal sagen, so der Haupt-USP, neben vielleicht ein paar anderen. Aber ich denke, Hauptproblem heute Netze, Haupt-USP for Number ist quasi, dass wir überall, egal wie die Netze sind, installieren können und Schnellladen sozusagen enablen.

  6. Sebastian:

    sich spannend an auf jeden Fall. Jetzt hast du ja gesagt, ihr macht euch ein Stück weit unabhängig vom Netz. Das stimmt ja jetzt im Moment erstmal so sozusagen. Wo ist denn da der Ausblick, wenn die E-Mobilität, Elektroautoabsatz weiter wächst? Ich sage mal, dann wird das Laden ja auch punktuell wahrscheinlich noch stärker genutzt und reichen dann die 300 kW Lade aus oder müsst ihr dann mit eurem Konzept da vielleicht auch ein Stück weit umschwenken? Ist jetzt vielleicht schon ein Stück oder ein Schritt tiefer gegangen, aber ist mir eben gerade gekommen, Als du das gesagt hast, ihr macht euch unabhängiger vom Stromnetz, weil ihr müsst ja auch die geleerte Batterie, wenn mehr geladen wird, auch entsprechend schnell wieder voll bekommen und nur über das Stromnetz mit dem normalen Ladegeschwindigkeit wird das ja auch ein bisschen schwierig, oder?

  7. Uli Benker:

    Absolut. Also das ist natürlich immer die erste Frage, die kommt, wann ist denn der Speicher leer und so weiter. Die ist auch absolut berechtigt. Grundsätzlich ist es so, das sehen wir heute, dass wir, oder andersrum, bevor wir an den Standort kommen, machen wir eine sehr ausführliche Stromdatenanalyse. Das bedeutet, wir wissen aus Historiendaten, was sich sehr leicht dann auch in die Zukunft abspielen lässt, weil die, Die Stromverbräuche und so weiter in einem Unternehmen, gerade wie so beim Lebensmittelmarkt, sind immer gleich. Also die kann man sehr, sehr schnell und sehr einfach auch auf die Zukunft sozusagen analysieren. Das heißt, wir wissen zu welcher Tagesuhrzeit, Nachtzeit und in welchen Monaten, Tagen besonders viel Strom verbraucht wird. Und daraufhin lässt sich ziemlich viel berechnen, nämlich, dass wir, und das ist vielleicht auch etwas, was man noch hinzufügen muss, dass wenn ein E-Auto lädt anbenammert, wird er nicht ausschließlich aus der Batterie geladen, sondern immer mit den vorhandenen KWs, also mit der Leistung, die im Hausnetz gerade zur Verfügung steht. Das bedeutet, wir nehmen die verfügbare Leistung und ergänzen die durch den Batteriespeicher. Das heißt, wir laden immer simultan nach. Im besten Fall haben wir, und das ist tatsächlich auch ein Punkt, den wir heute sehen in den meisten Fällen bei den Lebensmitteleinzelhändlern, eine PV-Anlage auf dem Dach. wo wir zusätzlich auch noch quasi Strom oder Leistung abziehen können. Und es gibt so Theorien, wenn heute irgendwie so sieben, acht Porsche Taycans nacheinander sich den Steck in die Hand geben, dann droht er leer zu laufen. Das ist die Theorie. In der Praxis würde ich sagen, sind wir da noch weit, weit entfernt. Das muss erstmal passieren, dass solche Autos, die so eine große Ladeleistung haben, dann auch an der Numbert kommen. Und das Gute bei unserem System ist, sollte das tatsächlich mal vorkommen, dann wissen wir das schon sehr bald, dass das passiert, weil wir natürlich die Hochlaufkurve schon jeden Monat oder von mir aus auch jeden Tag entdecken können. Das heißt, wir wissen, wie sind die einzelnen Numbers in der Auslastung und wenn wir sehen, wir kommen bei einem vielleicht wirklich an eine Grenze hin, Dann können wir aufgrund des Systems, weil das so einfach ist, einen zweiten daneben stellen. Und klar, also irgendwann sicherlich, wenn die meisten Autos heute oder später dann, die auf den Straßen kommen, 300 kW Ladeleistung abrufen können, dann wird das Konzept sicherlich ein anderes sein. Das ist, würde ich mal sagen, bei uns ziemlich einfach, weil das System sehr modular aufgebaut ist. Das heißt, die Komponenten können einfach getauscht werden oder weiterentwickelt werden, besser gesagt. Aber ich glaube, da braucht es schon noch viele, viele Jahre hin, bis wir soweit sind. Wir sehen es ja heute an den Autos, die auf den Markt kommen, also Massenautos, ob jetzt ein ID oder ein Ioniq 5 oder so, die sind schon gut ausgestattet, zwischen 150 bis teilweise über 200 kW Ladeleistung, aber ein Gros an Autos ist eben auch noch bei 120, wie so ein Peugeot oder sowas. Das heißt, da wird eine Entwicklung stattfinden, die wird auch ein bisschen dauern. Also für heute und für die mittelfristige Zukunft sehen wir da gar keine Themen, aber langfristig wird sich die Technologie aber auch weiterentwickeln.

  8. Sebastian:

    Ja, aber zumindest habt ihr schon mal dran gedacht, habt das mit berücksichtigt bei eurer Planung. Ich denke, das ist ja auch wichtig. Und so wie du sagst, ob da jetzt sieben Taycan auf einmal hintereinander hinfahren und das komplett ausreizen, sei mal dahingestellt, würde ich jetzt auch erst mal als unrealistisch einordnen. Vielleicht magst du zu eurem High-Power-Charger noch ein paar Worte verlieren, was ich mir darunter vorstellen kann. Ich habe ja schon Fotos davon gesehen, aber vielleicht für die Hörer, Hörerinnen hier vom Podcast auch. damit die so ein Gefühl dafür bekommen, was für eine Größe, was erwartet einen, wenn man da auf den Lebensmittelparkplatz beispielsweise fährt, geht einkaufen und möchte am Numbat.

  9. Uli Benker:

    Absolut. Also was ich auf jeden Fall schon versprechen kann, man wird die nicht übersehen. Und zwar deswegen, weil wir natürlich durch den Batteriespeicher, den wir mit integriert haben, ein relativ großes System haben. Vielleicht so eine Vorstellung, so die 200 Kilowattstunden sind ungefähr das 15 bis 20-fache, was man normalerweise im Heimspeicherbereich hat, also was man vielleicht im Keller stehen hat. Da weiß man schon, okay, da sind einige Module drin. Wir reden so über 2,50 Meter Höhe und ungefähr so auf einer Fläche von einer Europalette, ein bisschen größer. Und das ist ein relativ großes System, also es ist nicht übersehbar sozusagen. Und was den Numbat auch noch auszeichnet, sind die beiden Screens, die wir integriert haben. Das heißt, wir haben vorne und hinten Screens. Auf dem numbert zwei Digital-of-Home-Screens, also quasi Screens, die dem Thema digitale Außenwerbung dazugehören. Das sind 75-Zoll-Screens, also auch hier relativ groß. Und daher, um deine Frage nochmal zu beantworten, wenn man da auf den Hof fährt oder auf den Parkplatz, dann wird man ihn auf jeden Fall sehen.

  10. Sebastian:

    Ist ja gut, dann weiß man vielleicht auch direkt, wo man laden kann, laden muss sozusagen. Jetzt ist ja für mich auch interessant, du hast gesagt, Zielgruppe würde ich jetzt mal verordnen bei Einzelhändler, Lebensmittelketten und so weiter. Ist das das Umfeld, wo es ja nun mal bewegt oder wird man ihn auch an Autobahnrastplätzen sehen? Wie habt ihr euch da ausgerichtet oder wo wollt ihr damit hingehen?

  11. Uli Benker:

    Also wir sehen heute, dass sowas wie eine Autobahn, da tummeln sich andere Anbieter und Wettbewerber auch zurecht. Also das ist ja genau dort das Thema, dass ich dann, wenn ich an die Leistung gehe, ich brauche eine Mittelspannung, ich baue diesen Trafo-Station auf und hänge dann, keine Ahnung, Indy, wie es Tesla macht oder EnBW zum Beispiel auch mal. 10, 20 irgendwie Ladesäulen hin. Das ist absolut richtig und ich finde es auch gut als E-Mobilist. Und das ist auch möglich. Wir kriegen bloß das Problem, ich komme wieder auf das Problem zurück, des Netzanschlusses, dass wir es einerseits in urbanen Gebieten sehen, dass wir dort keine Chance haben, die benötigte Leistung aus den Netzen zu bekommen. Teilweise sogar die Mittelspannung schon sozusagen so belegt, dass es dort nicht geht. Das ist ein Anwendungsfall für uns. Und gleichzeitig sehen wir es in ländlichen Gebieten, wo vielleicht ein Anbieter, ich nenne jetzt einen von vielen, zum Beispiel eine EnBW, vielleicht auf einem Landparkplatz von einem Supermarkt nie was aufstellen würde, weil es sich vielleicht hier aus Charging-Sicht, also quasi ein Return of Investment von irgendwie über 20 Jahren hat, würde es sich vielleicht nicht lohnen. Und mit unserem System, und das ist vielleicht auch noch das Spannende, dann gleich auf die Erlösquellen zu sprechen zu kommen, können wir das nämlich schon. Das heißt, wir können sowohl in die Städte gehen, weil wir diese Netze ja nicht belasten, sondern sogar teils entlasten durch den Batteriespeicher und überall aufstellen können, als auch auf dem ländlichen Gebiet, wo sonst keiner aufstellen würde, weil er sagt, es lohnt sich nicht, installieren wir, weil wir eben uns aus drei verschiedenen Quellen sozusagen refinanzieren können.

  12. Sebastian:

    Das macht ja eine gewisse Unabhängigkeit dann aus sozusagen, die Refinanzierung für euch. Verdient ihr oder verkauft ihr das Produkt Numbat High Power Charger an Lebensmittellehnen oder stellt ihr die dort auf? Wie ist euer Erlösmodell?

  13. Uli Benker:

    Das ist eine super Frage, weil ich glaube, das ist auch so ein bisschen der Differenzierungspunkt von ähnlichen vielleicht Marktbegleitern, die mit einer ähnlichen Technologie gerade arbeiten. Wir sind keine Hardware-Seller. Das heißt, wir verkaufen die Hardware nicht, sondern wir betreiben die Hardware. Wir sind immer Operator. Das bedeutet, dass wir an den Standorten beispielsweise – bleiben wir beim Lebensmitteleinzelhandel, weil das einfach jetzt schon öfter genannt wurde – Dort investieren wir quasi in den Standort, betreiben es. Und das hat einen bestimmten Grund, weil der Lebensmitteleinzelne sagt auch, ich will mich nicht darum kümmern, ich habe keine Lust auf Servicewartung, ich habe keine Lust auf Abrechnung zum Endkunden, ich möchte mich einfach nicht darum kümmern. Vor allem, weil mein Kerngeschäft eigentlich Lebensmittel zu verkaufen ist. Und das sehen wir heute bei ganz, ganz vielen, dass sie dankbar sind, wenn sie jemanden haben, der sich komplett um alles kümmert. Und das heißt, wir sind Betreiber und aufs Geschäftsmodell bezogen ist es so, dass wir dort in den Standort investieren. Und wie ich es vorhin angesprochen hatte, über drei verschiedene Erlösquellen sprechen, sodass wir uns sehr, sehr schnell oder früher vielleicht refinanzieren können, als wenn wir nur über eine Schnellladesäule sprechen, was wir definitiv nicht sind. Und refinanzieren uns natürlich über den ersten Punkt, ist klar, über das Charging auch, also wie jede Ladesäule am Ende auch. Wir finanzieren uns oder refinanzieren uns auch über die Anwendungen, die so ein Batteriespeicher in den Netzen hervorruft. Beispielsweise, wenn wir im Hausnetz dran sind, können wir sogenanntes Peakshaving betreiben. Unter anderem, das bedeutet, dass wir Lastspitzen, die im Markt auftreten, glätten können. Da spart sich der Markt oder die Location Geld ein. Daran partizipieren wir. Wir können PV-Strom speichern, den entweder anbieten. abnehmen und wieder verladen an den Endkunden oder dann bezüglich Eigenverbrauchsoptimierung in den Markt zurückspeisen nachts, wenn er benötigt wird und noch viele mehr. Also das wäre jetzt, glaube ich, sehr, sehr technisch, aber grundsätzlich muss man verstehen, dass der Batteriespeicher ganz, ganz viele Eigenschaften hat auf das Hausnetz, aber auch an die Netze insgesamt. Das ist auch noch eine Erlösquelle. Und wir haben, ich habe das vorhin schon angesprochen, bezüglich der Screens, dass wir dort neben Nachrichten und andere Dinge, die lokal bezogen sind, auch das Thema Werbung haben. Und so können wir uns über dieses Thema eben auch nochmal refinanzieren. Das heißt drei Erlösquellen statt einer. Und das macht es natürlich super attraktiv für uns, wie gesagt, auch an Orten, wo vielleicht der ein oder andere Anbieter draußen wäre.

  14. Sebastian:

    Eröffnet natürlich dann für eure Kunden, Kundinnen auch entsprechende Möglichkeiten, dann ja trotzdem mit einer Schnellladeinfrastruktur versorgt zu werden, was ja sehr positiv ist. Was sind die Anforderungen, die jetzt ein Kunde sozusagen erfüllen muss? Geht ihr dann nach Umschlag? Wie viele Kunden hat jetzt eben dieser Lebensmitteleinzelladen am Tag? Wie ist die Anbindung an etwaige Landschnellstraßen sozusagen? Weil ein gewisser Durchfluss muss ja wahrscheinlich auch vorhanden sein für euch, damit das ganze Konzept rechnet.

  15. Uli Benker:

    Absolut. Also die Frage ist auch wieder sehr gut. Wir sehen es heute, dass wenn, ich muss jetzt wieder beim Einzelhandel bleiben, weil es einfach eine gute Branche ist, über die wir uns auch jetzt inzwischen oder wo wir uns gut auskennen. Wir sehen es heute, dass jetzt Anbieter von schnellerer Infrastruktur, die natürlich alle bei diesen Märkten oder diesen Konzernen oder auch Ketten aufschlagen, dass sie 20 bis 30 Prozent dieser Märkte umsetzen, weil es einfach super smart ist. Also da ist vielleicht eine Leistung vorhanden, da ist der Anschluss ziemlich easy und so weiter. Und bei der Mehrzahl der Märkte sagen sie, ich sage das mal so flapsig, da könnt ihr euch selber drum kümmern. Und das ist schon für die meisten Händler ein Problem. Und das ist genau der Ansatz, den wir fahren, nämlich wir sagen, wir statten alle aus. Also 100 Prozent der Standorte, natürlich muss ein Parkplatz vorhanden sein, in einer bestimmten Größe, so zwei Parkflächen bringt auch nichts, aber Wir sagen grundsätzlich, wir können alle ausstatten, weil wir es auch können und weil wir es auch tun. Und das, glaube ich, ist ein ganz großer Unterschied, was wir heute sehen, dass wir uns nicht, ja, wir nennen es so Cherrypicking machen, das heißt, uns die besten Standorte rausziehen und den Händler dann für die restlichen alleine lassen, sondern... Wir gehen ran und sagen, wir machen alle. Da sind vielleicht ein paar dabei, die vielleicht tatsächlich ein bisschen schlechter sind, auch was den Durchfluss angeht. Gleichzeitig können wir das halt kompensieren mit den besseren Märkten, wo mehr Durchfluss ist. Für uns ist es quasi ein Durchschnittswert, aber für uns ist ganz wichtig und das ist so ein Market Approach, also ein Marktansatz. Wo wir eigentlich ziemlich gut fahren, weil der Händler ist halt froh, wenn er einen Partner hat, der sich darum kümmert und nicht irgendwie zehn verschiedene, weil dann wird es auch wieder kompliziert für die Kommunikation an seine Endkunden.

  16. Sebastian:

    Spannend. Wir reden dann aber schon bei dem Lebensmitteleinzelhändler von einem Händler, der zwei oder drei mehr Läden hat, damit wir eben diesen Querschnitt abbilden können. Oder würdet ihr das jetzt auch tatsächlich für einen einzelnen Laden machen? Oder ist das dann auch wieder eher so diese Vor-Ort-Betrachtung, ob es denn überhaupt Sinn ergibt oder nicht?

  17. Uli Benker:

    grundsätzlich ist es natürlich klar, dass wir uns erstmal auf die Kunden oder Partner sozusagen fokussieren, die natürlich sehr, sehr viele Märkte haben, wo dieses Konzept auch super aufgeht. Wir haben ja schon zwei Kunden, also einmal die Firma Feneberg, das ist quasi ein regionaler Edeka-Genosse, hier der größte auch im Edeka-Konzern. Wir haben die Firma Tegut, was glaube ich auch den meisten auch bekannt sein dürfte, auch für mich ist es Mitteldeutschland, um Frankfurt herum platziert und da sehen wir genau diese Themen und natürlich ist es so, dass wir auf jeden Fall gucken, dass wir mehrere Märkte haben. Aber grundsätzlich ist das Konzept überall umsetzbar. Das ist das Thema. Aus Marktansatz heraus von einem jungen Startup, was schnell wachsen will, müssen wir uns natürlich erstmal an die Kunden halten, die sehr, sehr viele Märkte haben, um zu skalieren. Aber vom Geschäftsmodell her und so wie unser Marktansatz ist, würden natürlich auch so einzelne Märkte auf jeden Fall gehen. Und auch gut reinpassen, aber wie gesagt, wir müssen natürlich erstmal schauen, dass wir, wie nennt man so, Traction quasi auf die Straße kriegen und auch das Wachstum skalieren können und das macht man natürlich mit den größeren Kunden viel einfacher.

  18. Sebastian:

    Ist ja auch verständlich, dass man da erstmal versucht, Geschäft sozusagen zu erzeugen und dann kann man ja, wenn da ein gewisser Flow auch vorhanden ist und ihr dann euch im Markt festgesetzt habt, wird das ja auch einfacher sein, dann in Anführungsstrichen die kleinen Kunden anzugehen. Wenn ich mich jetzt entscheiden würde, eure Lösung umzusetzen, wie schnell habe ich denn sowas an den Start? Weil wenn ich jetzt von dieser klassischen High-Power-Charge ausgehe, kann ja schon mal ein halbes, dreiviertel Jahr vergehen, wahrscheinlich eher noch länger, bis wir da wieder alles Bürokratie durchhaben, bis da... Zugänge zum Starkstrom und so weiter gegraben sind und das Ganze errichtet ist, bei euch müsste aus meinem Verständnis nachher dann doch um einiges schneller gehen.

  19. Uli Benker:

    Genau, also wenn du heute eine herkömmliche Schnellladesäule aufstellen möchtest, Und du hast ein Thema mit der Netzanschlusskapazität, was du, glaube ich, in den meisten Fällen inzwischen haben wirst, weil die Speedspots sind, glaube ich, alle schon besetzt, also dort, wo es einfach geht. Dann brauchst du auf jeden Fall eine Mittelspannung, musst da ran, brauchst einen Transformator und so weiter. Und da reden wir heute von einer Lieferzeit, allein was Transformatoren angeht, von 18 bis 24 Monaten. Dann hast du noch nicht gebaut, gebuddelt, beantragt. Also ich würde mal so behaupten, ungeprüft, dass du zwischen zwei und drei Jahre heute warten musst, bis du wirklich eine schnelle Infrastruktur umgesetzt hast. Und das ist blöd für die Immobilität, muss man ehrlicherweise sagen. Gut für Numbert, weil wir natürlich viel schneller sind, wo du absolut recht hast. Wir brauchen sechs bis sieben Monate von quasi Bestellung, also Abschluss bis zur Installation. Und die Installation ist halt super easy für uns, weil wir nur einen Hausanschluss müssen, das heißt ein Niederspannungsnetz. Und das kann halt, jeder Elektriker kann uns anschließen, also wir brauchen keine besonderen Systeme. Ja, Firmen, die man benötigt, um an eine Mittelspannung ranzukommen. Das heißt, wir haben viele Themen nicht und da hast du absolut recht. Ich würde mal behaupten, dass wir aktuell deutlich die schnellsten sind, um so etwas umzusetzen, was auch, muss man sagen, ausschlaggebender Punkt war für Unternehmen, Für einen unserer Kunden, der auch andere Partner oder mögliche Mitstreiter in der Ausschreibung mit hatte, die hätten vor 2026 nichts aufgestellt und wir werden nächstes Jahr vielleicht schon komplett Tegut bestückt haben mit ein paar Ausnahmen, aber größtenteils wird nächstes Jahr installiert und das hat schon eine Hausnummer, was Speed angeht.

  20. Sebastian:

    Ja, Schnelligkeit ist dann doch schon ein Faktor, der auch seine Auswirkungen hat und das ist ja schön zu sehen, dass ihr das als junges Startup dann dementsprechend schon nutzen könnt. Ich glaube, wir haben einen ganz guten Überblick jetzt bekommen hier in den knapp 20 Minuten über Numbat, was ihr sozusagen in der Planung habt und ich würde mich freuen, wenn wir einfach im halben, dritten Jahr nochmal sprechen, wenn ihr mit der Ausrollung weiterer Numbat Type Powercharger soweit seid, Erfahrungen gesammelt habt und ja vielleicht dann auch noch ein größeren Ausblick in die Zukunft geben könnt in Bezug auf Produkt beziehungsweise auch auf Markt dann.

  21. Uli Benker:

    Super, Sebastian. Vielen Dank, dass ich heute hier sein konnte. Hat mich gefreut.

  22. Sebastian:

    Super. Mich auch. Mach's gut. Das war aus meiner Sicht doch wieder ein ganz interessanter Blick auf einen anderen Bereich der Immobilität. In diesem Fall High-Power-Charger mit angeschlossenem Batteriespeicher, die entweder aus dem normalen Netzstrom gespeist werden beziehungsweise in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage und das noch zu Ich sage mal überschaubaren Kosten, kaum bis gar nicht für den Aufstellungsort, wo sie denn zum Einsatz kommen, sondern vielmehr dann eben auch für Numbat, die das aber querfinanzieren durch andere Ansätze in der Finanzierung der Ladestation. Die eine oder andere Kooperation steht schon im Raum, kommen werden weitere in 2023 und dann gehen wir auch nochmal in Austausch mit Uli Benker. Dir vielen Dank fürs Zuhören, hinterlasse uns gerne eine positive Bewertung bei iTunes, wir würden uns darüber freuen. Mach's gut, bis zur nächsten Folge, ciao.