Michael Brecht: Weniger ist mehr, auch bei E-Mobilität

Im Gespräch mit Michael Brecht, Herausgeber vom Motion Magazin

Michael Brecht, seines Zeichens Entrepreneur, Investor und Keynote Speaker, war in dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast zu Gast. Unterhalten haben wir uns ein wenig über seine Arbeit im Umfeld der smarten Mobilität, Berührungspunkte zur Elektromobilität und seinem neuesten Projekt, dem motion-mag.com. Ein Magazin, welches digital, als auch analog, Mobilität mehr Tiefe und Emotion verleihen möchte.

Michael selbst ist seit über zehn Jahren im Umfeld der Mobilität tätig. In unterschiedlichsten Rollen, wie eingangs erwähnt. Zu Beginn noch als reiner Sparringspartner von Mobilitätsanbietern aus dem südlichen Raum Deutschlands, berät er heutzutage verschiedenste Unternehmen aus dem Umfeld der Mobilität. Begonnen vom Start-Up um die Ecke, bis hin zu milliardenschweren OEMs. Dabei versteht er es stets den Gesamtüberblick zu wahren und sich nicht auf die Suche nach der Eierlegende Wollmilchsau zu begeben. Denn die gibt es nicht.

Wie er in unserem gemeinsamen Gespräch ausführt, kommt es darauf an das richtige Maß zu finden. Denn oft gilt "weniger ist mehr", auch im Umfeld der Elektromobilität. Mikromobilität lautet eines der Schlagworte, welches er ins Spiel bringt. Denn grundsätzlich müsse man urbane Mobilität, von Mobilität für Langstrecke abgrenzen. Ein Wandlungsprozess muss erfolgen, auch im eigenen Verhalten der Verkehrsteilnehmer, verbunden mit der Bereitschaft Mobilität grundlegend anders zu denken.

Es reicht heutzutage nicht mehr aus, mit ein wenig Farbe, einen Fahrbahnstreifen für E-Bikes, Elektro-Scooter und Co. zur Verfügung zu stellen. Man muss darüber hinaus denken. In diesem Zusammenhang geht Michael ausführlich auf den Wandel/ die Transformation in Paris, zu einer grünen Stadt, die atmen soll. Spannende Einblicke, welche er offenbart und die in der Tat zum Nachdenken anregen. Gedanken, die man seit einige Wochen auch im motion-mag.com präsentiert bekommt.

Das Motion Magazin, wächst seiner Aussage nach zur internationalen Plattform für smarte Mobilität, die den Lebensstil, die emotionale und ökologische Seite der Elektrifizierung der Branche beleuchtet. Gemeinsam mit Gaby von Oppenheim und Andrew Santos hat Michael das Magazin ins Leben gerufen. Dieses will auf Mobilität ein wenig anders blicken. Mit mehr Tiefe und Emotion. Weniger mit Fokus auf rein technische Details, wie man es beispielsweise von Elektroauto-News.net kennt. Doch mehr dazu direkt von Michael.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektronischen News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. Um genauer zu sein, in dieser Woche geht es um das Thema smarte Mobilität. Hierzu habe ich Michael Brecht zu Gast, der sich mit dem motion-mag.com Magazin mit smarter Mobilität in all ihren Facetten auseinandersetzt, gemeinsam mit seinen zwei Mitstreitern. Und ja, mit dem Bereich Mobilität an sich hat Michael schon sieben, acht, neun Jahre Berührung und kennt sich daher ganz gut aus, ist entsprechend gut vernetzt, auch im Bereich der E-Mobilität, smarte Mobilität. Und ich bin mir sicher, die nächste halbe Stunde gibt dir einiges an interessanten Einblicken auf die aktuellen Entwicklungen im Markt und wohin die Reise gehen kann mit. Also von daher gut zuhören und etwas lernen. Vielen Dank schon mal vorab fürs Reinhören. Servus Michael, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über dich, E-Mobilität, Mobilität im Allgemeinen und auch dein oder euer neues Magazin motion-mag.com unterhalten. Bevor wir da allerdings darauf einsteigen, stell dich doch gerne mal selbst vor, damit unsere Hörer und Hörerinnen ein Gefühl dafür bekommen, mit wem wir hier im Gespräch sind.

  3. Michael Brecht:

    Ja, Sebastian, vielen Dank. Ich finde das großartig, dass ich mal bei dir im Podcast sein darf. Wir kennen uns ja nun auch schon ein paar Jahre und ich schaue immer mit großem Respekt, wie sich dein Blog, die Elektroauto-News.net entwickeln und finde, dass das großartig ist, was ihr da mit einem sehr kleinen Team macht. Insofern nochmal herzlichen Glückwunsch auch von meiner Seite dazu. Zu mir selbst, Michael Brecht. Ich selbst bin seit circa zehn Jahren im Bereich der Smart-Mobilität unterwegs. Das hat mal so ein bisschen damit begonnen, weil ich für drei Jahre CEO des Terminfinders Doodle in der Schweiz war und dort die Rolle hatte, das als CEO global auszurollen. Und ich bin im Rahmen dieser Tätigkeit immer wieder auf Bühnen gesessen und habe darüber berichtet, wie man ein Startup integrieren kann und möglichst auch schnell global ausrollen kann. Und wurde dann häufig von gerade im süddeutschen Bereich hier Bayern, Baden-Württemberg gefragt von den großen Automobilherstellern beziehungsweise auch Zulieferern. Wie geht denn das da mit den Startups? Das ist also jetzt auch schon ein paar Jahre her. Das war 2013 bis Ende 15 oder 16. Ja, und im Rahmen dieser Fragen kam es dann zu neuen Kooperationsthemen. Ich bin dann letztlich seit guten sieben, acht Jahren dabei, Inhalte zum Thema Elektromobilität herzustellen. in deutscher Sprache und englischer Sprache zu produzieren und arbeite bewusst mit vielen jungen Startups zusammen und zusätzlich mit einigen traditionellen Herstellern im Bereich smarter Mobilität. Habe gleichzeitig in der Hochschule St. Gallen noch dort einen Zertifikatskurs gemacht und bin insofern so ein bisschen in das Mobilitätsthema reingerutscht. Und wie wir alle lerne ich eigentlich jeden Tag dazu.

  4. Sebastian:

    Das ist aber eine schöne Sache, wenn man jeden Tag etwas Neues dazulernen kann. Du hast jetzt vorhin oder hast eben gerade St. Gallen angesprochen. Da bist du ja auch mit Maikolino in Kontakt gekommen, nur um da mal so eine Verbindung hinzukriegen zu so einem Start-up, mit dem du dann auch schon zusammengearbeitet hast oder vielleicht auch noch zusammenarbeitest.

  5. Michael Brecht:

    Ja, Maikolino ist eine spannende Thematik. Die Familie Auberter aus der Schweiz mit ihrem Light Electric Vehicle, jetzt ja auch seit wenigen Tagen wirklich unterwegs. Da sieht man so die ganzen Höhen und Tartiefen, die so ein Startup auch erleben kann in der Zusammenarbeit mit Partnern, Internationalisierung, Ausrollen eines neuen Fahrzeugtypes, Typus, den es eigentlich in der Form im Volumen noch gar nicht gab. Und ich finde, dass Mike Corolino selber ein schönes Beispiel dafür ist, wie man mit einem großen unternehmerischen Willen und auch Durchhaltevermögen es dann doch schaffen kann, ein Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Microlino muss jetzt selber nachweisen, dass sie das auch tatsächlich ausrollen können. Ich denke mal, dass dort die Stückzahlen jetzt so nach und nach hochgehen. Aber zumindest mal in diesem Jahr, also in 2022, werden die in der Schweiz noch, ich denke mal, irgendwie so um die 200, 300 Stück ausliefern, wenn ich das richtig verstanden habe. Und Deutschland und Italien kommen dann dazu. Für einen neuen automobillastigen oder in dem Fall Light Electric Vehicle Hersteller ist das eine große Herausforderung, zumal wir jetzt ja noch nicht einfache Zeiten haben, in denen man aus dem Vollen schöpfen kann, wenn es um Teile und ähnliches geht, Chipsmangel etc. Also ich glaube, dass die Microdiener so ziemlich jedes Problem, was die Mobilitätsszene in den letzten fünf, sechs Jahren gehabt hat, auch selbst erfahren haben. Und ich freue mich jetzt, dass das Fahrzeug kommt, weil ich finde es großartig und ich finde auch, das gehört in unsere deutschen Städte genauso wie italienische und Schweizer Städte hinein.

  6. Sebastian:

    Das sehe ich auch so. Also ist eine schöne Erweiterung für die Mobilität im Alltag sozusagen. Also wenn man sich mit dem Thema E-Mobilität oder überhaupt Mobilität beschäftigt, merkt man dann doch schnell, es gibt doch mehr als das reine Auto sozusagen. Sondern es gibt diese leichten Elektrofahrzeuge, wir haben E-Bikes, wir haben E-Scooter. Für all das gibt es ja dann doch auch immer irgendwo ein... wo das sinnvoll erscheint. Es gibt nicht die eine Lösung für alles sozusagen. Und ich denke, das ist auch sowas, was dich jetzt die letzten sieben bis acht Jahre dann wahrscheinlich begleitet hat, weil du ja von smarter Mobilität redest. Das ist ja bei dir auch nicht nur beschränkt auf den Pkw, sondern umschließt ja auch ein größeres Feld, wenn ich das richtig überblicke.

  7. Michael Brecht:

    Ja, ich bin immer wieder... Oder ich bewundere das immer wieder, wenn ich sehe, was auf Elektroauto News alles zu lesen ist, wie viele neue Fahrzeuge, sowohl vollelektrisch als auch die von mir nicht gerade geliebten Hybride, dort zu lesen ist. Und dann sieht man erstmal, welche Vielzahl an Fahrzeugen wir dort inzwischen ja sehen. Das war vor zehn Jahren auch noch ganz anders. Oder sagen wir 5 Jahren ja noch ganz anders. Ich selbst bin ja überzeugt davon, dass es tatsächlich einen Markt für viele dieser Elektrofahrzeuge gibt. Dass es uns aber auch gelingen muss, mit weniger Fahrzeugen umgehen zu müssen, respektive die Fahrzeuggröße und auch das Gewicht der Fahrzeuge so weit zu verändern, dass wir in unseren Städten, also in urbanen Zentren, sinnvoller mit Fahrzeugen unterwegs sind. Und ich glaube, der Microlino zum Beispiel ist ein schönes Beispiel dafür, wie das geht. Zwei Plätze reichen dort vollkommen aus. Wir fahren im Schnitt mit 1,3 bis 1,4 Personen pro Fahrt und Fahrzeug. Dementsprechend ist so ein zweisitzeriges Fahrzeug für die Stadt viel sinnvoller, lässt viel besser Parkplatz finden und ist dort auch nicht mit Parkplatzsuche beschäftigt. Wir haben in Frankfurt im letzten Jahr als Spitzenreiter in Deutschland 65 Stunden allein damit verbracht. einen Parkplatz zu finden, wenn man das mal sieht als relevante Größe für ein effizientes Zeitmanagement, respektive auch Abgase, die daraus entstehen, also Umweltnachteile, dann sehe ich schon, dass wir mit diesen leichten elektrischen Fahrzeugen großartige Lösungen für unsere Städte finden können.

  8. Sebastian:

    Ich denke auch, das ist so ein Punkt, der bei uns auch im Portal immer wieder hochkommt. Also überall sieht man eigentlich nur, in Anführungsstrichen, dass die Hersteller immer größere SUVs, immer schwerer, immer breiter auf die Straße bringen. Aber bei uns der größte Wunsch eigentlich ist immer, bringt doch mal was Kompaktes, bringt mal was Kleines, bringt mal was Bezahlbares dann natürlich auch irgendwo, wobei da ja dann immer der Akku die Krux ist an der ganzen Geschichte. Aber man merkt schon, wenn man sich mit dem Thema E-Mobilität beschäftigt, nicht nur mal drüber liest, sondern auch tiefer geht und da wirklich auch viele interessierte Leser, Leserinnen, die sich mit dem Thema beschäftigen, dass dann genau eben diese Lösungen, die du jetzt ja auch beobachtest am Markt, immer mehr nach vorne kommen. Ich glaube, das ist auch eine Einstellungssache, dass man... halt sich mit dem Thema auch ein wenig tiefer beschäftigen muss, um da dementsprechend auch Rückschlüsse ziehen zu können. Siehst du es auch so?

  9. Michael Brecht:

    Man fasst das ja heute so schön neudeutsch auch unter dem Thema Mikromobilität oder Micromobility zusammen. Das ist im Wesentlichen nichts anderes als die Entflechtung von diesen großen Autos. Wir müssen halt hinkommen zu dem Thema, dass wir uns mit anderen Fahrzeugen viel sinnvoller, viel platzsparender, viel ökologischer und ökonomischer bewegen können. Und warum muss ich denn mit einem 2-Tonnen- oder gar 3-Tonnen-Fahrzeug in unsere deutschen Innenstädte fahren, nur weil ich dort im Zweifelsfall mich dann selber gut abgeschützt fühle. Faktisch gesehen haben diese Riesenfahrzeuge in den Städten eigentlich nichts mehr zu tun. Ich habe das mal beim Motion, da kommen wir ja gleich nochmal drauf zu sprechen, den Verteilungskampf auf Städten genannt. Die Die Infrastruktur, die dort neu verteilt werden muss und die wir ja zu Zeiten von Covid tatsächlich auch schon mal angefangen haben, neu zu verteilen. Und dieser Wandlungsprozess ist ein Riesenthema derzeit in allen urbanen Zentren. Das heißt nicht, dass wir das Auto generell nicht mehr brauchen. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass auf der langen Strecke als Ergänzung als Transport, zumindest mit Elektroautos, sehr viel Sinn machen. Ich bin zum Beispiel selber Fahrer eines elektrischen Fahrzeuges und war letztes Jahr in Kopenhagen und in Oslo und wohne in der Nähe von München. Das heißt, die Langstrecke ist für mich aus meiner Sicht heraus sehr sinnvoll mit einem Elektroauto. zu nutzen. Für die urbanen Zentren müssen wir andere Lösungen finden und das wird viel auf der Mikromobilitätsebene stattfinden und das sind dann sowohl leichte elektrische Fahrzeuge wie Microlino und Co. Das sind aber auch Scooter, E-Bikes, Cargo-Bikes und ähnliches, das heißt zwei, drei, vier Räder, die in einer anderen Form und in einer anderen Größe und anderen Gewichtsklassen spielen und trotzdem sehr sinnvoll in Städten eingesetzt werden können.

  10. Sebastian:

    Das hört sich nach einer guten Unterscheidung an oder nach einem guten Richtwert, so wie du sagst, dann E-Autos, wo man eigentlich immer, die verpönt waren für die Langstrecke sozusagen, die dann tatsächlich dafür zu denken und so wie du sagst, es gibt genügend Beispiele, dass das auch mittlerweile funktionieren kann und dass man dann im urbanen, Raum quasi sich vielleicht wirklich weniger Gedanken darüber machen muss, wo schaffe ich da jetzt noch Parkplätze, wie kriege ich da noch mehr Ladeinfrastruktur rein und diese ganzen Themen, die ja auch immer wieder Platz kosten und auch wegnehmen und stattdessen vielleicht auch wirklich mehr nach dem Ansatz, den du jetzt auch genannt hattest, Michael, weniger ist mehr und einfach Verkehr auch mal grundlegend anders denken.

  11. Michael Brecht:

    Ja, wir sehen das in einigen Städten sehr schön. Ich bin ja ein großer Freund von den Initiativen, die Anne Hidalgo in Paris durchführt als 15-Minute-City, die dort diesen Verteilungskampf der Infrastruktur zum Teil sehr radikal, aber zum Teil auch sehr sinnvoll durchspielt. Deren Ziel ist es ja, zu den Olympics 2024 eine grüne Stadt vorzuweisen, die, sie nennt das immer, atmen kann. Und die hatte nun durchaus in verschiedenen Stadtvierteln in Paris genau das Gegenteil, also eher ein Atemstillstand als Konsequenz, als sie begonnen hat, vor so sechs, sieben Jahren diese Mobilitätsveränderungen durchzuziehen. Hier ist es klar, dass der Verteilungskampf der Infrastruktur, nehmen wir mal eine klassische Straße mit zwei Spuren, dann hast du einen Parkstreifen, dann hast du einen Radfahrstreifen, daneben hast du dann noch einen Fußgängerweg. dass wir in dieser Verteilung dieser Meter, die dort zur Verfügung stehen, zukünftig anders umgehen müssen. Das sieht man heute. Das kann man nicht machen, indem man jetzt versucht, eine gelbe Farbe über einen Autostreifen drüber zu ziehen und sagen, das ist jetzt mal ein Fahrradweg, weil ich sage das immer auf Englisch, paint is no infrastructure, also eine Farbe allein ist keine Infrastruktur, ja. Das haben wir zwar zu Krisenzeiten à la Covid eine Zeit lang machen können, aber wer das ernst nimmt in der Stadt, der kann mit einer Farbe alleine keine Infrastruktur bauen. Anne Hidalgo macht das in Paris sehr radikal. Sie wird jetzt dafür sorgen, dass die Champs-Élysées aus ursprünglich mal sechs Spuren in eine Richtung jeweils insgesamt nur noch zwei Spuren für Autos haben wird. Und sie hat aus der Rue de Rivoli, einer der größten Stauprobleme der Stadt selbst, insgesamt nur noch eine Fahrspur für Autos verfügbar. Ich habe dazu auch ein Bild im Motion Magazine. Das ist ganz spannend, wie man das machen kann, aber man muss da schon ganzheitlich dran gehen und jetzt nicht nur versuchen, sozusagen drei, vier Straßen in der Stadt dann mal zu verändern und das war es dann, sondern das hat was mit Parkraummanagement, das hat was mit Veränderung der Struktur, das hat auch was mit Transformation der eigenen Erlebnisse zu tun. Ich muss die Bürger mitnehmen auf diesem Weg der Transformation und das geht nicht nur durch politische Anweisungen, sondern das hat auch was damit zu tun, wie ich mein ganzes Verhalten, wie meine wie meine Einstellung zu meiner eigenen Mobilität sich verändert.

  12. Sebastian:

    Definitiv, es reicht eben nicht nur da die Richtung vorzugeben und jetzt knallhart hier auf irgendwelche Gesetze oder Regularien zu verweisen, sondern dann das Ganze auch nachhaltig dann tatsächlich zu gestalten, sinnvoll und das aufzuarbeiten. Und das sind ja auch so Themen, um da jetzt mal den Schwung zum Motion Mac hinzubekommen. Vielleicht, vielleicht gelingt es mir ganz gut. Ist ja auch etwas, womit ihr euch beschäftigt, mit der Mobilität in allen erdenklichen Varianten sozusagen. Da ist ja jetzt auch die erste Ausgabe dann offiziell rausgekommen vor wenigen Wochen, wenn man den Podcast heute hört. Vielleicht magst du uns mal zu Beginn abholen, was ist das MotionMag und mit wem machst du das zusammen?

  13. Michael Brecht:

    Ja, ich habe ja schon erzählt, dass ich so seit acht bis zehn Jahren jetzt Inhalte in einem Mobilitätssegment in deutscher und englischer Sprache publiziere. Und ich bin sehr stark gemeinsam mit einem Gründungsteam zur Überzeugung gekommen, dass wir aus dieser Phase der ganz frühen Technikbegeisterten in der E-Mobilität jetzt rausgekommen sind. wir nennen das in Englisch immer die Early Adopters, also diejenigen, die ganz früh an einem Thema vor allen Dingen auch technisches Interesse haben, die sind ohnehin in den letzten, sagen wir mal, zehn Jahren an Bord gekommen, was elektrische Fort- und Bewegung angeht. Wir sind heute eher in der Lage zu sagen, wenn wir jetzt von der Elektromobilität und diesen Wegen des Fortbewegens zu einem Massenmarkt kommen, also zu einem Massenphänomen kommen, dann geht es jetzt eigentlich eher darum, sauber zu kommunizieren und nach Zielgruppen zu kommunizieren. Und uns wird gerade in der deutschen Sprache, in Deutschland, noch zu wenig aus anderen Gesichtspunkten als aus Technologie heraus kommuniziert. Wir erwischen uns immer wieder, dass wir in Deutschland als das Land der Ingenieure sehr technisch über die Vorzüge von Elektromobilität oder über die Risiken bei Batterieproduktion oder ähnlichen Dingen sprechen und viel zu wenig über das, was da morgen sein könnte, Und auch zu wenig aus emotionalen Gesichtspunkten im Sinne von Leidenschaft für eine neue Innovation, für neue Fahrzeuge, für neue Lösungen zu berichten. Und ich habe gemeinsam mit einem amerikanischen Bekannten aus Berlin und einer Gründerin aus Köln Motion gegründet, also motion-mag.com gegründet, um dort einmal die nachhaltige Mobilität eher leidenschaftlich und aus einer Lifestyle-Thematik heraus zu begreifen. Uns geht es also nicht darum, ein weiteres Automobilmagazin auf den Markt zu bringen. Da gibt es genügend und die können das auch alle wunderbar und denen empfehle ich das Lesen deines Blogs, wenn sie das in deutscher Sprache tun wollen. Sondern uns geht es schon darum zu sagen, wie können wir denn europäisch, vielleicht auch mit internationalen Projekten zusätzlich eine Transformation des Verhaltens hinbekommen, indem wir über spannende, nachhaltige Mobilitätsprojekte aus aller Welt berichten und Motion selber ist zunächst einmal als eine Online-Plattform gestartet und wir haben dort sehr viel getestet. Wir haben einfach mal geschaut, sind es denn die urbanen Themen, die eigentlich ankommen und in welchem Land wird eigentlich was bei uns gerne gelesen. Wir waren seit des Ursprungs von Anfang an auf rein englischer Sprache unterwegs gewesen, weil sich das nun einfach mal anbietet, wenn man europaweit unterwegs ist. Wir haben dann zur IAA Mobility im letzten Jahr eine Edition Zero herausgebracht, um mal zu schauen und zu zeigen, was wir dort machen wollen. Das heißt, wir haben Testgeschichten gebracht, um dann mit der Industrie, aber auch mit Konsumenten zu sprechen, ob ihnen das eigentlich gefällt, was wir da bringen oder ob das eigentlich überhaupt keinen interessiert. Und das Feedback war gigantisch. Wir haben letztlich unheimlich viel Feedback bekommen, dass genau diese Art von smarter Mobilität, aber in Form von emotionalen Themen und Ideen, effektiven, spannenden Geschichten zu erzählen, dass das fehlt. Und haben jetzt, wie du gerade erwähnt hast, die Edition One draußen, allerdings in rein englischer Sprache wiederum, haben uns mit der Edition One um einige Themen in der Smart Mobilität herum gekümmert und haben tatsächlich zusätzlich zu sehr starken recherchierten Texten auch eine sehr starke Bildsprache sprechen lassen. Also unser Ziel ist es schon, dass wir mit dem Magazin auch länger im Wohnzimmer verbleiben. Das Ganze fast schon eine Art Sammlerobjekt wird, um es dann auch immer mal wieder hervorzurufen und sich anzusehen. Und wenn ich darf, kann ich gerne so zwei, drei Beispiele mal geben, damit man so ein Gefühl dafür bekommt, was da drin steckt. Also Aufmacher bei uns ist zum Beispiel eine Story aus Afrika von einem elektrischen Zweirad namens Cake. Cake ist ein schwedisches Mobility-Startup, was Stefan Ytterbohm gegründet hat und sich zum Ziel gesetzt hat, nachhaltige Mobilität für zwei Räder zu generieren. Hat unterschiedliche Fahrzeuge, einmal für den Innenstadt- und Lieferverkehr bis hin zum Motorcross-Bike. Alles immer auf elektrischer Basis und wir haben ein Projekt gemeinsam mit ihm besucht und evaluiert, inwiefern diese elektrischen Bikes nicht eigentlich zum Fassen von Wilderern in Afrika genutzt werden können. Sie werden dort inzwischen sehr erfolgreich eingesetzt im Krüger Nationalpark. um dort eben wilderen auf die Schliche zu kommen. Und es gibt alleine zwei Effekte aus elektrischen Bikes. Und das ist für mich dann eben so ein schönes Beispiel dafür, wie man wirklich anhand von Geschichten auch Vorzüge der Elektromobilität im Zweiradbereich erklären kann. Der erste Effekt ist, dass diese Cake-Bikes dadurch, dass sie elektrisch sind, sehr viel leiser sind. Das heißt, du kommst sehr viel näher an Wilderer ran, während sonst ein knatternder Benzinmotor halt doch deutlich schon 40, 50 Minuten vorher aufgefallen ist und man in Ruhezeit hatte, als Wilderer seine Dinger einzupacken. Gelingt das jetzt nicht mehr ganz so einfach. Zum Zweiten ist es deutlich nachhaltiger, denn wir haben hier dank Solarpanels im afrikanischen Bosch die Möglichkeit, diese Batterien wieder aufzuladen. Das heißt, die Maschinen sind self-sustainable. Und es gibt letztlich damit auch keine Notwendigkeit mehr, Diesel in großen Mengen durch den Busch an die richtigen Stellen zu transportieren. Immer das Risiko zu haben, dass davon doch einiges abhanden kommt. Das heißt, die Nachhaltigkeit eines solchen Projektes ist sofort nachvollziehbar. Und die Erfolgsquoten, was die Wilderer oder was das Fangen der Wilderer angeht, sind sehr, sehr hoch. Insofern haben wir hier ein wunderbares Projekt und sehr schön sozusagen den Use Case, also das Nutzerverhalten mit einem elektrischen Bike zu stellen. Jetzt sind diese Bikes natürlich nicht nur im Einsatz bei Wilderern, sondern sind sie auch auf der Strecke. Mit einer eigenen Rennstrecke und so weiter aktiv. Also ich bin ein großer Fan des Projektes und finde es einfach toll, wie man hier eine Geschichte erzählen kann, die sofort klar macht, wie sinnvoll dieser Einsatz eines elektrischen Zweirades sein kann. Das war zu einem Fahrzeug, ja?

  14. Sebastian:

    Also vielen Dank erstmal für die Abholung sozusagen ins Motion Rec hinein. Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, als ich die erste Ausgabe, also Edition 1, da durchgeblättert habe, war das erstmal so vom Thema her, hat mich erstmal gar nicht so gerissen, muss ich sagen, die Cake. Ich habe aber dann, so wie du auch gesagt hast, dieses Sammlerstück, das lag dann doch auf dem Wohnzimmertisch und dann immer mal wieder durchgeblättert und dann haben mich tatsächlich auch bei den einzelnen Storys die Bilder visuell abgeholt und gerade wie die zwei Herren dann da die afrikanischen Menschen dann sozusagen da im Busch stehen, auf ihrem Bike drauf, schön so zum Start bereit dann quasi mit der passenden Bildunterschrift. Da hast du dann schon gedacht, jetzt liest du vielleicht doch mal rein. Und ich war wirklich dann auch hinterher fasziniert davon, wie E-Mobilität eigentlich noch in den Alltag integriert werden kann. Weil wir beschränken uns ja doch immer wieder auch noch auf unsere Sichtweise, die wir hier vor Ort mitbekommen. Ja gut, ich kann damit in die Arbeit fahren, ich kann es abends daheim laden und habe dann das Thema nicht mehr. Oder ich stelle mich auf einen E-Scooter drauf und hole mir eine Flasche Wasser irgendwo und habe damit Vorteile. Und dann kommt da so ein komplett neues... Themenfeld auf oder Umfeld, wo es einfach noch viel mehr Sinn ergibt aus meiner Sicht und gerade dann diese Verbindung, wo du auch jetzt gut erwähnt hast, diese Nachhaltigkeit dann nochmal konsequent gelebt mit der Stromversorgung über Solarelemente. Auch im Hinblick darauf, ich spare mir Dieseltransporte, also grüner geht es ja wirklich nicht gedacht. Also das fand ich wirklich richtig gut und gerade diese Bildsprache, das fand ich auch damals schon in eurer Edition Zero, die ich auch von dir bekommen hatte. Das war das, was mich auf den ersten Blick gefesselt hat und wo ich auch einfach glaube, dieses, was du dir auf die Fahne oder was ihr euch auf die Fahne schreibt, diese Emotionen, diese Leidenschaft da nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu wecken. Also bei mir hast du es geschafft. Ich weiß, ich gucke in die folgenden Ausgaben auch rein und ich glaube auch einige unserer Leser, Leserinnen, die das mitbekommen haben, kamen bisher auch schon positive Rückmeldungen oder auch Jörg von Bytes & Batteries Podcast, den du ja glaube ich auch schon kennst oder zumindest mal bestimmt von gehört hast, dem habe ich das erste Magazin auch hingelegt und der war auch gleich Feuer und Flamme dafür. Also es kommt auf jeden Fall an, das muss man mal sagen. Und man merkt einfach auch, dass sie es anders denkt. Und gerade dieses Emotionale kann ich mir schon, kann ich gut nachvollziehen, dass das auch bei den Marken dann sozusagen ankommt, weil das transportiert es dann doch nochmal anders da, als wenn da, ich sag mal, auch bei uns lapidar gesprochen, eine Pressemitteilung ein bisschen umgeschrieben wird, ein wenig mehr Kontext mit dazu. Aber am Ende sind wir dann doch wieder bei den harten Facts dann sozusagen drin. Aber gerade über diese emotionalen Botschaften, die du halt auch in einer längeren Story hinbekommst, ähm, Greifst du, glaube ich, mehr dann auch die Leser, Leserinnen ab. Meinst du auch, also um da kurz das auch noch zu Ende zu bringen, ich denke jetzt so, unsere News-getriebene Plattform ist online schon einfacher zu konsumieren, weil du einfach schnell was liest und konsumierst es weg sozusagen. Aber euer Magazin? Zumindest für mich funktioniert auch tatsächlich besser, wenn ich es in der Hand halte. Auch wenn das jetzt so die alte, die analoge Welt ist. Aber ich muss sagen, ich habe ein ganz anderes Gefühl und ich nehme mir auch wirklich bewusster die Zeit dafür, mich damit auseinanderzusetzen und kann auch in diese Welt dann flüchten. Habt ihr das auch wahrgenommen, dass das besser anders funktioniert sozusagen als euer digitales Pendant?

  15. Michael Brecht:

    Also wir haben das digitale Pendant ja gelauncht, um zu testen. um herauszufinden, in welchem Land haben wir eigentlich Erfolg mit diesem Thema und was sind eigentlich die Themen, die in den Ländern interessant sind. Denn ja, wir haben so 100 Millionen deutschsprachige Menschen in Europa, mit Deutschland, Österreich, Schweiz. Aber es ist natürlich von der Ausrichtung her, gerade wenn man englischsprachig unterwegs ist, gibt es natürlich Länder, die sehr viel offensichtlicher darauf anspringen. Unser größter Markt war auch eine lange Zeit lang die UK. Wir haben extrem viel Traffic in den Nordics oben. Das liegt natürlich auch immer ein bisschen daran, wenn ich dort unterwegs bin. Ich war jetzt im letzten Jahr beim Nordic EV Summit in Oslo als einer der Keynote-Speaker und habe dort natürlich relativ schnell auch sowohl Unternehmen als auch Konsumenten dann plötzlich auf der Plattform gehabt, die so ein bisschen in an diesen Event angelehnt sich Dinge angesehen haben und das plötzlich spannend fanden. Aber an und für sich sind es so die Themen, die wir europaweit spielen, die eigentlich überall gut gleichermaßen ankommen, vielleicht mal mit der Ausnahme von urbanen Themen, die grundsätzlich in den Städten einfach besonders gut ankommen. Ich habe gerade von Paris gesprochen, also auch gerade so die Sachen, die wir aus Paris heraus berichten, die kommen natürlich besonders stark dann in den Großstädten, in Barcelona, Madrid, Paris selbst oder Mailand an. An und für sich ist mir wichtig, dass wir, glaube ich, versuchen hervorzubringen, dass das E-Mobilitätsthema kein Thema der schwarz-weiß oder ich habe jetzt Angst vor etwas ist und zum Zweiten, dass wir nicht an Landesgrenzen Stopp machen. Wir haben bei Motion sehr schön erfahren, dass den Elektroautofahrer, der sich ein neues Elektroauto kauft und das auf der Langstrecke einsetzen will, die gleichen Fragen beschäftigen, egal ob der jetzt aus Utrecht in Holland oder ob der aus Mannheim in Deutschland kommt. Wir haben alle dieselben Fragen, wir haben alle diese Transformation des eigenen Verhaltens in einer ähnlichen Art und Weise erlebt und erleben das auch heute. Und ich glaube, dass wir hier das schöne Beispiel haben mit Motion, dass wir tatsächlich eine europaweite Plattform sein können. Und um deine Frage zu beantworten, ist Print denn da nicht auch eine Möglichkeit, mal wieder zurückzukommen? Ich glaube, sehr deutlich. Und wir haben auch dort Tests gemacht, um herauszufinden, inwiefern Print, was ja durchaus aufwendig ist. Ich muss ja sagen, ich habe ja selber vorher noch nie als Publisher in dem Sinne professionell ein Magazin vertreten, sondern komme eher auch aus dem digitalen Umfeld und kann nur sagen, Das ist sehr, sehr aufwendig, wenn du Print heute machst. Und das fängt bei der Papierbestellung an und geht über natürlich die Frage, wie kompensierst du eigentlich das, was du dort an CO2 ausstoßt, beziehungsweise wie kannst du deine Emissions kompensieren? Und am Ende des Tages ist Print nie so aktuell wie zum Beispiel deine Plattform. Das kann es doch gar nicht sein. Deshalb müssen wir auch anders schreiben und anders berichten. Aber ich finde, dass Print, wir nennen das auf Englisch immer, it gives back a soul. Also wir bringen die Seele des Inhaltes zurück. Und zwar zu dir ins Wohnzimmer. Und wir wollen auch, dass das dort liegen bleibt und sich jemand, der dich besuchen kommt, sich ansieht und nimmt und sagt, ha, was ist das denn hier Neues? Das heißt, diese Art Ruhe, zu dieser Ruhe zu kommen und tatsächlich wieder einmal... Zeit zu verbringen mit einem Thema und intensiver zu verbringen und natürlich über auch die Bildsprache ein wenig gereizt zu werden oder positive Anreize zu bekommen. Das ist das Ziel von Motion. Und wir werden nie mithalten können mit der Aktualisierung, die ein Elektroauto-News-Blog bringt. Das ist auch gar nicht unser Ziel. Aber wir wollen, dass diejenigen, die sich zurückziehen und zum Beispiel am Wochenende das Thema Cake oder auch Mitarbeitermobilität von BMW, ist ja auch ein spannendes Thema, oder Formel 1 versus Formel E, die sich darüber mal intensiver das zu Gemüte führen wollen, dass die Motion nehmen und sagen, genau, damit möchte ich mich jetzt auch mal eine Zeit lang beschäftigen und damit auch eine gewisse Ruhe wieder hineinkommt in unseren Nachrichtenfluss, in unsere Kommunikationsaufnahme.

  16. Sebastian:

    Ja, das ist ein schöner Ansatz und ich denke auch diese Unterscheidung, so wie du gesagt hast, ist wichtig. Man muss einfach wissen, wo möchte man hin damit oder was für eine Zielgruppe, Zielmarkt, wie du es ja vorhin genannt hast, habe ich denn eigentlich damit? Und dann ist es ja auch gut zu differenzieren und dafür gibt es ja auch unterschiedlichste Portale, Magazine dann eben, ob analog oder digital, die dann ihre Zielgruppe haben. Zu BMW noch kurz den Seiten... Ich habe es bei LinkedIn die Tage nochmal gesehen, wo ich auch kurz kommentiert hatte und danach habe ich mir dann wirklich an dem Abend nochmal das Magazin zur Hand genommen, weil ich hatte es überblättert, habe es auch überflohen, den Text und habe ihn dann nochmal bewusst gelesen, wo ich dann auch einfach wieder schön fand, man kriegt so diesen Tick digital dazu. und kommt dann abends nochmal zur Ruhe auf der Couch und kann das nochmal in Ruhe genießen und das Schöne ist auch an so einem Magazin, ich muss es nicht von vorne bis hinten durchlesen, ich kann auch mal mittendrin anfangen bei einer Story, lege es wieder weg und komme dann wieder zurück und das macht mir schon Freude. Wie ist das bei euch geplant? Also kommt das Ganze jetzt vierteljährlich raus? Gibt es einen festen Rhythmus, mit dem auch interessierte Leser, Leserinnen dann rechnen können? Was habt ihr euch da vorgenommen, dass wir da einfach auch nochmal so ein bisschen den Ausblick haben, wie es denn da weitergeht bei euch?

  17. Michael Brecht:

    Ja gerne, also wir bringen derzeit zwei Editionen, also zwei Magazine pro Jahr heraus. Das eine ist jetzt diese Sommerversion, die wir jetzt gerade als Edition One zum ersten Mal sehen. Wir werden jetzt im Winter, also ich denke mal so Anfang November, die Winterversion bringen und haben unser Ziel, innerhalb der nächsten zwei Jahre das Ding von heute 108 Seiten dann mal nochmal fast zu verdoppeln. lernen da aber auch quasi jetzt schrittweise über die Zeit hinweg, wie groß es wirklich sein muss. Ich nenne es dann auch eigentlich gar nicht mehr Magazin, sondern eher Bookazine. Das ist so eine Zwischenform zwischen Buch und Magazin. Und dafür haben wir uns einfach zwei Jahre Zeit genommen. Das heißt, bis zur Version 4, die wir dann im nächsten Jahr bringen, werden wir quasi Wir haben zusätzlich Specials geplant, arbeiten derzeit schon an einem Special mit Partnern, die wir in der Thematik natürlich mobilitätsnah angesiedelt haben. Ich kann es jetzt leider noch nicht genau sagen oder darf noch nicht so viel darüber reden, aber faktisch gesehen werden wir im Frühjahr nächsten Jahres ein Special bringen zu einem sehr spannenden Thema. Auch da geht es nicht darum, aktuellen Content nur zu pushen, sondern da geht es darum, schon mit Hintergrund auch ein Thema, was vielleicht nicht ganz so einfach ist, mitzubringen als Motion Special. Und wenn man dann mal schaut, gibt es halt diverse Möglichkeiten, Specials in den nächsten Jahren zusätzlich zu bringen. sei das für bestimmte Regionen, sei das für bestimmte Events, sei das für bestimmte Veranstaltungen etc. Motion selber versteht sich als jemand, der diesen Lifestyle, also diese nachhaltige Mobilität lifestyle-lich herüberbringt und das einer wachsenden Zielgruppe an Menschen, die über smarte Mobilität informiert sein wollen, als Basis gibt. Und das ist unser Ziel. Wir haben Unsere Distribution nicht, ganz bewusst nicht, über den Zeitschriftenhandel gezogen, weil ich weder das Geld noch die Muße habe, mich am Zeitschriftenkiosk mit großen Magazinen zu streiten um den Platz neben der Kasse, sondern mir geht es schon darum, dass man dieses Magazin einzeln bestellen kann auf motion-mag.com und zum Zweiten distribuieren wir sehr stark über Partnerkarten. Also ich kann schon mal nennen, dass in dem Fall jetzt zum Beispiel Cake, wo wir es gerade besprochen haben, die werden jetzt Motion-Magazine in ihren neuen Outlet-Stores bringen. Es wird bald in Berlin, glaube ich, einen geben, wenn ich das richtig verstanden habe, in diesem Jahr noch. Und insgesamt machen die weltweit 25 Stück. Und da ist es natürlich ganz schön, dass wir da mit Motion dabei sind. Und insofern suchen wir natürlich auch immer wieder Partner, die Spaß daran hätten, in dem Thema smarte Mobilität auch eine Edition mit an Bord zu nehmen und das über ihre Vertriebskanäle, aber auch im eigenen Mitarbeiterumfeld oder ähnliches mitzunutzen und damit auch zu kommunizieren.

  18. Sebastian:

    Ich denke, das ist auch, so wie du sagst, das ist ein schöner Weg für euch sozusagen, das digital mit anderen Lockdown auch wieder zu verbinden über den eigenen Shop, als aber auch dann E-Mobilität, smarte Mobilität, um es noch ein bisschen weiter zu fassen, worauf ihr euch ja konzentriert, in die Masse reinzubringen, weil ich denke gerade diese Hürden, die du die ihr vielleicht auch damit abbauen wollt, mit diesem beispielhaften oder bildhaften Beispiel wie Cake. Die gibt es ja auch in diesen einzelnen Unternehmen selbst. Klar arbeiten dort die Menschen, aber... Nur weil ich dort schaffe, heißt das ja nicht unbedingt, dass ich dann auch dafür so offen bin. Vielleicht ist es auch einfach nur ein Job. Aber wenn ich damit in Berührung komme und dann auch nochmal die Botschaft vom eigenen Unternehmen oder auch von anderen Unternehmen vermittelt bekomme, dadurch greifbarer, kann das ja auch was für die Mitarbeiterbindung dann schlussendlich sein oder auch für potenzielle Kunden, die dann eben in so einem Outdoor-Store von Cake oder so unterwegs sind. Also finde ich eine gute Möglichkeit auch natürlich für euch, dadurch, dass ihr euch ja auf Europa englischsprachig konzentriert, könnt ihr das Ganze ja dementsprechend breit aufbauen und mit diesen Specials denke ich, da werden wir doch noch einiges Interessantes in den kommenden Jahren dann von euch lesen oder erleben dürfen.

  19. Michael Brecht:

    Ja, ich denke schon. Also das Thema ist ja weit genug, das weißt du ja selbst und das merkst du ja auch täglich in deiner Auswahl, wenn du überlegst, wie bei euch die Content-Sitzungen sein werden, nach dem Motto, was nehmen wir noch mit rein oder was können wir jetzt nicht mehr mit reinnehmen und Nicht despektierlich gemeint, du bist jetzt ausschließlich auf sozusagen Elektro und Hybrid im vierrädrigen mehr oder weniger Umfeld unterwegs. Und ich glaube, der Themenbereich der Smart-Mobilität ist gigantisch groß. Und jetzt geht es darum, das mit sinnvollen Themen so zu bringen, dass unsere Kunden, die Leser vom Elektroauto-News-Blog oder auch meine Motion-Leser, dass die in der Lage sind, eine solche wirklich auch zum Teil radikale Transformation durchzuführen. tatsächlich anzunehmen und für sich selber auch dort Beispiele zu finden und zu sagen, das finde ich eigentlich spannend. Jetzt habe ich verstanden, wofür diese elektrischen Bikes sind oder weshalb bei BMW großer Wert darauf gelegt wird, dass die Mitarbeiter in München eben nicht mehr das Auto nehmen, wenn sie von einzelnen BMW-Standorten zueinander fahren, sondern eben dort auch auf leichtere Fahrzeuge umtauschen und, und, und. Also es gibt da so viele Storys, die man quasi auch, als sinnvolle Beispiele bringen kann und da ist es jetzt ganz gleich, ob das BMW ist oder ob das ein anderer Hersteller ist. Ich glaube, es geht darum, dass wir diese nachhaltigen Modelle der Mobilität jetzt sinnvoll den Zielgruppen erzählen, beibringen und dadurch auch sozusagen eine Begeisterung entfachen für das Thema, die wir beide, also die ich bei dir weiß, dass du sie hast und die wir beide nun in uns tragen und das jetzt zu kommunizieren und letztlich unseren Lesern, unseren Kunden gemeinsam quasi an den Tag zu legen, das ist doch eine große Herausforderung und ich glaube, die haben wir beide.

  20. Sebastian:

    Den wird definitiv, aber ich bin da auch zuversichtlich, dass wir die gemeistert bekommen. Vielleicht ein bisschen weniger oder langsamer, als man vielleicht zu Beginn gedacht hat, aber so wie du vorhin schon gesagt hast, in fünf Jahren hat sich jetzt so viel getan. Also ich bin mal gespannt, was ihr jetzt in zwei Jahren Motion Mac dann schafft mit Ausgabe 4, ob wir dann tatsächlich bei der doppelten Seitenanzahl noch mehr Tiefe, noch mehr Inhalte angekommen sind und da bin ich sehr, sehr zuversichtlich bei dir und deinem Team und deinen Ich möchte mich nochmal bedanken für die Einblicke, die du uns schon mal hinter die Kulissen gegeben hast vom motion-mag.com und würde einfach sagen, wir unterhalten uns vielleicht vor Veröffentlichung der zweiten Ausgabe nochmal oder gehen danach nochmal in den Austausch, je nachdem, was die Papierauswahl macht, wie viel Nerven die dich bis dahin gekostet hat, die ganze Geschichte. Und dann bin ich mir sicher, freuen Sie unsere Hörerinnen auch über noch ein Update aus der motion-mag.com-Redaktion.

  21. Michael Brecht:

    Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung heute. Das hat großen Spaß gemacht, Sebastian.

  22. Sebastian:

    Danke dir für deine Zeit, Michael. Bis dahin. Ciao. Danke. So schnell vergeht dann doch wieder eine halbe Stunde, wenn man einen interessanten Gesprächspartner wie Michael auf der Gegenseite hat. Ich denke, du konntest heute auch wieder einiges mitnehmen zum Thema Mobilität und wie man die auch anders transportieren und rüberbringen kann in unserem Alltag. Eben eher emotional aufgeladen mit Lifestyle-Elementen und ein Stück weit weg von der deutschen technischen Versiertheit, die Michael eben angesprochen hat. Vielen Dank fürs Zuhören. Hinterlasst uns gerne positive Bewertungen bei iTunes oder Spotify, damit einfach noch mehr Menschen den Weg in die E-Mobilität finden können. Bis nächste Woche. Ciao. Mach's gut.