Was eichrechtskonformes Laden für E-Auto-Fahrer bedeutet

In der aktuellen Podcast-Folge habe ich mit Michael Zintl gesprochen, Geschäftsführer der DZG Metering GmbH aus Regensburg. Michael kommt ursprünglich aus der Automobilbranche, war viele Jahre bei Continental tätig und verantwortete dort den Bereich Sensorik. Seit zwei Jahren leitet er die DZG Metering, ein Unternehmen mit über 100 Jahren Erfahrung im Haushaltszählergeschäft, das sich seit 2020 erfolgreich auf eichrechtskonforme Messsysteme für Ladeinfrastruktur spezialisiert hat.

Im Gespräch ging es um ein Thema, das für viele E-Auto-Fahrer:innen unsichtbar, aber essenziell ist: das Eichrecht. Dahinter steckt die Sicherstellung, dass beim Laden exakt die Energiemenge abgerechnet wird, die auch wirklich im Akku landet. Michael erklärte es einfach: „Der Endkunde möchte genau die Energiemenge bezahlen, die er tatsächlich erhalten hat – dafür ist der Stromzähler da.“ Die Geräte sorgen für Verbraucherschutz, Manipulationssicherheit und Markttransparenz. Jede Ladesäule, die in Deutschland betrieben wird, muss mit einem solchen eichrechtskonformen Zähler ausgestattet sein.

Besonders spannend fand ich, dass es für den DC-Bereich (Schnellladen) anfangs gar keine Normen gab. DZG Metering entwickelte in enger Zusammenarbeit mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) den ersten zugelassenen DC-Zähler – eine echte Pionierarbeit. Heute liefern sie unter anderem an große Hersteller wie Alpitronic, ABB und Kempower. Das Unternehmen bietet Zähler in verschiedenen Leistungsklassen an, von 200 kW bis hin zu über zwei MW, also auch für das Megawatt-Laden der Zukunft.

Ein weiterer Punkt war die technische Weiterentwicklung: Durch das sogenannte Shunt-Prinzip erreicht DZG besonders präzise Messwerte mit einer Genauigkeit von maximal 0,5 Prozent Abeichung – aktuell ein Alleinstellungsmerkmal. Auch das Thema Transparenz wurde diskutiert: Das Open Charge Metering Format (OCMF) ermöglicht, dass jeder Ladevorgang digital nachvollzogen werden kann, vergleichbar mit einem digitalen Kassenbon. Michael betonte: „So kann der Endverbraucher genau prüfen, dass er nur das bezahlt, was er bekommen hat.“

Natürlich sprachen wir auch über Herausforderungen. Eine Nachrüstung alter Ladesäulen mit neuen, eichrechtskonformen Zählern ist komplex und kaum ohne Zulassungsverfahren möglich. Gleichzeitig gibt es politischen Druck, die Ladeinfrastruktur nicht auszubremsen. Michael brachte es auf den Punkt: Die Behörden wollen stärker prüfen, aber niemand will funktionierende Ladepunkte zurückbauen.

Zum Schluss warfen wir noch einen Blick in die Zukunft. Michael wünscht sich pragmatischere Regelungen, etwa den Wegfall des physischen Displays am Zähler zugunsten moderner, digitaler Lösungen. „Nicht jeder braucht ein Display – oft wäre es effizienter, über Smartphone oder Bluetooth zu prüfen“, sagte er. Die neue MID-Richtlinie, die in zwei Jahren greifen soll, könnte genau das ermöglichen. Nun aber genug der Vorrede – lasst uns direkt ins Gespräch mit Michael Zintl einsteigen.

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge sehren Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge habe ich Michael Zintl zu Gast, seines Zeichens Geschäftsführer der DZG Metering GmbH aus Regensburg. Dort beschäftigt man sich mit eichrechtskonformen Messgeräten. Eher ein trockenes Thema, aber doch stark relevant im Umfeld der Ladeinfrastruktur für E-AutofahrerInnen. Und deswegen haben wir uns das auch ein Stück weit näher angeschaut. Michael hat uns abgeholt, was damit auf sich hat, warum es das Ganze gibt und wie der E-Autofahrer, die E-Autofahrerin am Ende des Tages davon profitiert, worauf es ankommt und ob wir hier eher in dem Hard- oder Softwarebereich unterwegs sind. So viel sei verraten, es ist ein Mix aus beiden, aber doch eher auf Hardware ausgerichtet, aktuell zumindest noch. War auch nicht das letzte Gespräch mit Michael. Heute haben wir eher die Theorie gemacht, das nächste Mal gehen wir ein Stück weit mehr in die Praxis rein, wo es weniger trocken und dafür noch ein Stück weit mehr ergreifbar ist. Dir viel Spaß mit der aktuellen Folge. Hi Michael, vielen lieben Dank, dass du heute Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über eichrichtskonformes Laden oder die dafür notwendigen Messgeräte unterhalten. Du bist da Profi in dem Gebiet. Warum du das bist oder was dich dafür qualifiziert, das kannst du ja auch gerne unseren ZuhörerInnen mal selbst näher bringen und dich auch selbst in dem Rahmen vorstellen.

  3. Michael Zintl:

    Hallo Sebastian, vielen Dank für die Einladung zuallererst nochmal. Ich freue mich natürlich riesig, da heute bei dir im Podcast zu sein. Wie ich es schon gesagt habe, ich bin der begeisterte Hörer des Podcasts. Und ja, dann wie gesagt, kurz zu meiner Person. Mein Name ist Michael, wir sind oder ich bin aus dem schönen Regensburg. Dort haben wir auch den Entwicklungsstandort der DCG Mieterin GmbH. in der ich aktuell seit zwei Jahren Geschäftsführer bin. Herkommt tue ich aber eigentlich aus der Automobilbranche. Ich war nach meinem Mathematikstudium in Regensburg zehn Jahre in der Automobilbranche tätig bei der Firma Continental im Automotive-Bereich. War dort auch schon... in der Sensorik, wenn man so will, tätig. Und am Ende war ich Abteilungsleiter im R&D-Bereich für Abwehrsensorik, Drucksensorik, dort im Software-Bereich zuständig mit meinem Team. Und ja, bin eben seit zwei Jahren jetzt Geschäftsführer bei der DZG Mietring GmbH und wir Wir kommen ursprünglich eigentlich aus dem Haushaltszellerbereich. Das ist die Branche, in der wir auch seit über 100 Jahren mit der DZG tätig sind und haben es geschafft, vor ungefähr vier, fünf Jahren sehr gut Fuß zu fassen im Zellerbereich, vor allem im eigentlichen Zellerbereich für Ladesäulen, sowohl im AC- als auch im DC-Bereich.

  4. Sebastian:

    Und da sind wir jetzt ja an einem Punkt, wo vielleicht der oder die E-Autofahrerin ein Stück weit aussteigt, weil wir wollen einfach, dass Ladeinfrastruktur grundsätzlich funktioniert, dass wir laden können, Preise sauber getrackt werden, als auch die geladene Kilowattstunde, die eben in den Akku reinfließt. Welche Rolle tragt ihr dann da konkret dazu bei, damit das eben auch funktioniert, dass wir das noch ein bisschen besser im Alltag verstehen?

  5. Michael Zintl:

    Ja, genau. Also da muss man eben dazu sagen, dass ja die Ladesäule an sich eigentlich eben da als eichrichtiges Gerät zu sehen ist und da eben der eichrichtige Stromzelle das Herzstück dafür ist. Und am Ende ist genau das notwendig, wie du es gesagt hast, dass man der Endkunde, der am Ende genau die Energiemenge bezahlen, ja auch tatsächlich erhalten hat. Und dafür ist eben der Alkalkil-Stromziller da. Und genau damit stellen wir auch sicher eben um eine gewisse Bedeutung, Verbraucherschutz eben hinzubekommen, wie ich es gerade schon geschildert habe, aber auch eine Manipulationssicherheit hinzubekommen und eben auch eine Markttransparenz zu schaffen, sodass eine Marktaufsichtsbehörde wie die Landeseichbehörden eben auch vergleichbare und nachvollziehbare Abrechnungen prüfen können.

  6. Sebastian:

    Eichrecht jetzt einfach erklärt von deiner Seite aus, wie kann man das beschreiben sozusagen, also was wird damit sichergestellt, damit wir das auch nochmal, also dass wir die Definition Eichrecht auch erstmal gegriffen haben?

  7. Michael Zintl:

    Ich würde Eichrecht so erklären, dass man eben, wie gesagt, die Zelle einer gewissen Zulassungen unterliegen und diese Zulassung bei einer Konformitätsstelle, Konformitätsbewertungsstelle gemacht wird, wie der CSA oder auch der PDB in Deutschland, Und diese Zulassung oder diese Prüfung dieser Konformitätsstelle macht eine Eichrechtlinzelle aus. Und dort wird eben auch schon sowas wie Genauigkeit überprüft, ja. Und damit eben das Eichrecht oder die technische Konformität des Geräts sichergestellt, ja.

  8. Sebastian:

    Und damit sind wir eben auch an dem Punkt, wenn ich das richtig verstanden habe, dass wir genau das laden, was dann auch angezeigt wird sozusagen oder dass genau das abgerechnet wird, dass eben sichergestellt ist, dass der Endnutzer, die Endnutzerin auch nur für das aufkommen muss, also bezahlen in dem Fall an der Ladestation, was auch über den eichrechtlich geprüften Zähler erfasst wurde.

  9. Michael Zintl:

    Genau.

  10. Sebastian:

    Du hast gesagt, seit 2020 seid ihr in dem Feld aktiv. Du bist seit zwei Jahren jetzt bei der DCG Metering als Geschäftsführer auch angestellt und tätig. Seit wann gibt es Eichrecht? Haben wir das schon mit den ersten Ladestationen? Ist das jetzt auch erst gekommen? Spielt das auch nur in Deutschland eine Rolle oder betrifft das ganze Europa? Wie können wir uns das vorstellen?

  11. Michael Zintl:

    Ja, das ist richtig. Wir sind seit 2020, 2021 auf dem Markt. Gerade Im DC-Bereich war das alles echt nicht so einfach. Wie du schon gesagt hast, es war zwar vor meiner Zeit bei der DCG, aber es gab zu dieser Zeit keinerlei Normen für eine Zulassung, also sprechen wir wieder über diese Konformitätszulassung, des Zellers, wie eine MID-Norm, sowas gab es zu diesem Zeitpunkt im DC-Bereich nicht. Im ACI-Bereich gibt es das, weil man einfach, wenn man sich vorstellen kann, die ganze Welt vorher eben ACI war im Stromzelle-Bereich. Wie ich ja gesagt habe, wir kommen ja, die DCGG kommt ja aus dem Haushaltszelle-Bereich. Das heißt, herkömmliche Stromzeller, elektronische Stromzeller für Haushalte Gibt es und dafür gab es oder gibt es auch die Normen schon lange, nach denen diese Zulassungen gemacht werden. Und im DC-Bereich gab es das nicht. Das heißt, wir haben die erste Zulassung eines derartigen eigentlichen Zählers im DC-Bereich, also für sogenannte Hypercharger. Das war unser oder ist unser GSH01, der Gleichsprungzähler. der eben mit der PDB zusammen, wirklich in naher Zusammenarbeit mit der PDB, Physikalisch-Technischen Bundesamtsstaat, zertifiziert wurde, ohne jegliche Normen, die es zu dem Zeitpunkt gab vor DC. Man hat die AC-Normen zurate gezogen und nach bestem Wissen und Gewissen dann eben diese Zuversicht gemacht. Diese haben wir dann eben 21 erwirkt und konnten damit dann mit dem ersten Eichhörnchen Dezizeller unserer Zeit in den Markt gehen. Man muss aber dazu sagen, wir waren trotzdem nicht die Ersten. Es gab auch einen anderen Wettbewerber, der schon mit am Markt war, ein halbes Jahr, Jahr, Jahr. Und Ja, man muss dazu sagen, das ist nicht nur in Deutschland so, sondern diese eigentlichen Stromzelle werden auch in anderen Ländern gefordert, wie Frankreich. oder auch Österreich. Aber trotzdem, wie es oft der Fall ist, ist Deutschland hier trotzdem Vorreiter. Und in den anderen Ländern merkt man aber nach und nach, dass das nachgezogen wird.

  12. Sebastian:

    Was wir im Pkw-Markt aktuell an Entwicklung sehen, ist ja, dass chinesische Hersteller nach Europa, perspektivisch auch Deutschland, rüberkommen. Im Ladeinfrastrukturbereich habe ich schon des Öfteren von chinesischen Marktbegleitern oder Anbietern in dem Bereich gehört, dass die sich da doch eher zurückhalten, weil genau dieses Eichrecht, die vor größere Herausforderungen stellt. Kannst du das auch so widerspiegeln? Liegt das auch damit zusammen, dass es eben spezifische Normen sind, spezifische Herangehensweisen, die aktuell eben nur Deutschland, Frankreich, Österreich aktuell betreffen, so wie du es ausgeführt hattest?

  13. Michael Zintl:

    Ja, also hier ist es so, dass Dass das schon auch der Fall ist, ja. Also gerade wenn man jetzt wieder diesen Eichhörnchen schrumpft, braucht man ja eben genau aus den Gründen auch der Nachvollziehbarkeit und Transparenz, die ich auch schon erwähnt hatte. Und hier muss man dazu sagen... Vielleicht da auch den Bezug kurz auf die Zapfsäulen. Das ist ja ähnlich. Man muss einfach immer dem Kunden am Ende während des Ladevorgangs oder während des Tankens und in Bezug auf die Ladesäule eben jetzt Ladevorgangs vorher und auch während des Ladevorgangs genau über ein geeichtes Gerät anzeigen, was ist der Preis, was kostet, ist der aktuelle Preis während des Laufens oder Tankens und was wird der finale Preis und was ist am Ende der finale Preis? Und genau das schafft man in Deutschland aktuell über das sogenannte OCMF-Format, also Open Charge Mentoring Format, was sich immer mehr scheint durchzusetzen, ist von der SAFE-Organisation, in der wir auch Mitglied sind, aber nicht bei mir, sondern alle namhaften Zellehersteller in dem Bereich, aber auch Ladesäulenhersteiger und CPOs, die sich eben genau um das kümmern. Dieser Verein oder dieses Gremium hat sich eben damit beschäftigt und versucht, eine Standard zu schaffen, um, wie man es beim Tanken kennt, eine Nachvollziehbarkeit über quasi einen Kassenzettel zu Und ein Kassel-System, eine Transparenz für den Endverbraucher zu schaffen, dass man immer genau nachvollziehen kann, was habe ich getankt, was habe ich bezahlt. Und das schafft man eben durch dieses OCNF-Format, das am Ende von einem eichrechtlichen Zeller erstellt wird und beinhaltet sowohl transaktionsbedrohende Daten der Ladesäule, aber natürlich auch die Energie, die der Zeller gemessen hat. Und dieses ganze Format ist am Ende nichts anderes als ein Chasing-Format, das der Zeller speichert und signiert. Und das ist am Ende das, was einem über gewisse Backends auch den Endverbraucher zur Verfügung gestellt wird. Und der Endverbraucher dann mit einer sogenannten Transparenz-Software, die heißt wirklich so, um diese Transparenz eben zu schaffen. Und dort hat sich genau in dem Bereich, hat sich eben die Save sehr gut entwickelt. Diese Organisation durchgesetzt aktuell in Deutschland, aber scheint eben auch in Europa immer mehr zu kommen, dass man über diese Transparenzsoftware, die eben von der Self zur Verfügung gestellt wird, einen derartigen OCMF-Datensatz signiert vom Zähler. zur Verfügung gestellt für den Endverbraucher über die Backends, der Ladestandbetreiber am Ende eben als Endverbraucher wertdefizieren kann. Dass ich genau das bekommen habe und bezahlt habe, dass ich genau das bezahlt habe, was ich auch bekommen habe an geladener Energie. Und das ist eben, um auf deine Frage zurückzukommen, das ist was, das ist Aktuell eben das, was sich gerade in Europa immer mehr scheint durchzusetzen und ich gehe schon schwer davon aus, dass auch außerhalb von Europa immer mehr das kommen wird, aber man sieht es trotzdem immer noch, dass unsere Kunden, also die lauter sollen herstellen, lauter sollen verkaufen ohne derartige Zähler, die sowas zum Beispiel können. Ja, also das sieht man aktuell noch, aber wir sehen auch an unseren Stückzahlen, dass es nach und nach immer mehr kommt.

  14. Sebastian:

    Weil es ja auch schlussendlich eine Vorgabe ist, soweit ich das verstanden habe, dass Ladestationen damit ausgerüstet sein müssen. Also ich darf die doch eigentlich gar nicht mehr so auf die Straße bringen, oder bin ich da falsch?

  15. Michael Zintl:

    Nee, in Deutschland ist es definitiv so, ja. Also in Deutschland darf man keine Ladesäule ohne einen eifrig zugelassenen Stromzeller für Abrechnung auf die Straße bringen. Richtig.

  16. Sebastian:

    Wie ist es mit Bestandsladeinfrastruktur? Weil wir haben diesen Stand ja nicht immer gehabt. Ihr habt das mitentwickelt, ihr seid damit eingestiegen 2020. Es gab ja auch schon eine gewisse Anzahl an Ladestationen zuvor, auch bis das Ganze angelaufen ist. Kann sowas nachgerüstet werden? Wird das nachgerüstet? Muss die komplette Ladestation ausgetauscht werden?

  17. Michael Zintl:

    Kannst du uns da mal mit... Also nachrüsten ist nicht so einfach, weil die Ladestationenhersteller müssen quasi... einen ähnlichen Zulassungsprozess durchlaufen, wie wir das mit dem Zeller müssen, bei einer Konformitätsstelle, wie ich das vorher kurz beschrieben habe. Und dafür müssen sie quasi, für diese Zulassung muss der Zeller schon mitbenaut werden, weil er eben das Herzstück dieser Zulassung ist. Oder dieser eichräckigen Zulassung und Genauigkeit der Ladesäule ist. Und Das heißt, theoretisch müsste ein Hersteller jetzt, wenn er noch keine Zulassung hat oder eine Ladesäule auf dem Markt hat oder sogar im Feld hat, müsste er für diese Art von Ladesäule jetzt mit einem Zähler eine Zulassung machen, zum Beispiel EMV-Prüfungen und so weiter. Also um solche Themen geht es ja dann auch. Und dann könnte er theoretisch seine Revision der Barmaster-Prüferscheinung, also seine Zulassung im Feld, Hochziehen und einem Zähler nachrüsten, das wäre denkbar. Und dann aber auch im Feld einer eichrechtlichen Prüfung durch die Landeseichbehörden unterziehen. Also ohne weiteres ist es nicht möglich, sowas nachzurüsten.

  18. Sebastian:

    Gibt es denn dann sowas wie Bestandsschutz, damit ich dann trotzdem die Ladesäule stehen lassen kann oder muss die stillgelegt werden?

  19. Michael Zintl:

    Ich glaube, da gibt es keine eindeutige Antwort. Also ich war erst vor kurzem in Berlin eingeladen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Ich glaube, da gibt es einen generellen Konflikt oder den Eindruck hatte ich zumindest, dass die Politik ganz klar will, dass die Ladeinfrastruktur in Deutschland vorangetrieben wird und dass man auf keinen Fall Ladeinfrastruktur zurückbauen will. Auf der anderen Seite hat dort auch der Vorsitzende der 16 Landeseichbehörden gesprochen und schon, wie ich dem Finger zeige, oder den Finger gehoben und gesagt, man wird hier stärker durchgreifen in Zukunft und keine Ladeinfrastruktur ohne einen sauren eigentlichen Stromzeller und einen Nachweis zulassen.

  20. Sebastian:

    Das wird ja auch, so wie du sagst, schwierig für Politik und vor allem in den aktuellen Zeiten, wenn die jetzt noch ankommen würden und würden sagen, hallo, wir bauen jetzt erstmal Ladeinfrastruktur wieder zurück, was das an Aufwand verursacht. wo man Energie wahrscheinlich erstmal woanders reinstecken sollte oder kann. Schwieriges Thema dann. Aber ihr seid ja als DCG auch Lieferant für zahlreiche internationale Hersteller. Alpetronic, ABB oder Chempower hatte ich so ein bisschen schon mal rausgefunden. Aber ich habe jetzt auch rausgehört, ihr seid nicht der einzige Lieferant. Gibt es denn da Unterschiede in der Art und Weise, wie so ein wie so eine Messlösung dann funktioniert, wo euer Kunde Vorteile hat, dadurch auch wieder der Endkunde schlussendlich. Was sind so Differenzierungsmerkmale?

  21. Michael Zintl:

    Also ja, absolut. Man muss sagen, wie ich schon eingangs erwähnt habe, da haben wir uns selber platzieren können am Markt und Und haben auch nicht nur in Europa mittlerweile Kunden. Man merkt auch hier, dass eben auch China sich bewegt, auch im Ladeswangenbereich und mit unseren Zählern nach Europa kommen will. Wobei ich hier ganz klar den Schlüssel im Service sehe, also um die Uptime der Ladeswangen zu gewährleisten. Ich bin gespannt, ob es aus China da wirklich möglich ist, hier Fuß zu fassen als Leistungshersteller. Aber um die Vorteile gerade der Zelle zu nennen oder auch Nachteile. Also wir nutzen das sogenannte Schankprinzip, um eben hier Strom zu messen. Und das hat sich sehr bewährt, muss ich sagen. Ist auch eben von magnetischen Einflüssen, EMV-technisch sehr gut in der Ladeswelle. Wettbewerber nutzen hier andere Messprinzipien zum Beispiel. wie ein Hall-Effekt. Genau, aber dann, wie es auch schon erwähnt hat, ist natürlich die Genauigkeit ein Thema. Ich meine, aktuell haben die Lausanne Genauigkeitsklasse A, also 2%. Wir schaffen es jetzt, dort haben andere Wettbewerber eben Klasse B, Heißt also 1% Genauigkeit am Zähler und man verliert dann natürlich auch nochmal Genauigkeit in der Ladesäule. Umso besser und umso genauer der Zähler an sich schon ist, umso besser kriege ich die Genauigkeit der gesamten Ladesäule hin. Das heißt, das ist ein Thema, wo wir jetzt mit 0,5% auch aktuell, soweit ich weiß, am Markt eine Leistungsmerkmal haben. Dann kristallisiert sich natürlich auch da immer weiter heraus, ich habe es vorher ja kurz erwähnt, dass dieses Open-Shop-Schmiedschirmformat, also OCMF, ein Thema ist, das sich auch immer wieder weiterentwickelt. Zum Beispiel war eins der letzten Änderungen eben erst, dass der Tariftext, also der Endverbraucher, den muss am Ende der Tarif und der Preis am eichrechtlichen Gerät, also am Zähler-Display angezeigt werden, bevor er die Ladeform startet. Also es reicht nicht nur am Ladesäulen-Display das anzuzeichnen, sondern es muss am eichrechtlichen Gerät sein. Sieht man oft bei den Ladesäulen auch, dass eben diese Eichrecht, also die Zähler-Displays mit so einem kleinen Plexiglas-Fenster oder hinter so einem kleinen Plexiglas-Fenster installiert sind, um eben genau das zu gewährleisten, dass der eichrechtliche Zähler sichtbar ist. Das ist nämlich klare Anforderung aktuell. Und ja, aufgrund dieser sich ständig ändernden Anforderungen auch an das OCMF oder an das eigene Gerät, wie beispielsweise eben Tariftext anzuzeigen, haben wir zum Beispiel auch mit unserer Zelle die Möglichkeit, über die Ladeswelle ein Firmware-Update zu machen, jetzt mit reingebracht, um hier eben auch im Feld die Möglichkeit zu haben, gewisse Sachen nachzuziehen. Immer unter der Voraussetzung, dass die neue Firmware des Zählers und natürlich auch die Ladeshülle damit die eigentliche Zulassung der Komplizitätsbewertungsstelle mit dieser neuen Firmware hat. Das ist immer notwendig. Man kann nicht einfach technisch was ändern an dem Gerät oder der Ladeshülle, ohne diese Zulassung nachzuziehen. Aber dann ist es auch im Feld denkbar. Und das wären jetzt zwei so Merkmale, die mir einfallen, die aktuell uns zum Beispiel unterscheiden von anderen. Auf der anderen Seite spielt hier natürlich ständig auch das Portfolio eine Rolle. Zum Beispiel bieten wir jetzt aktuell im Grunde drei Zeller an. Einen, der bis 200 Ampere bei 1000 Volt messen kann, also 200 kW für kleinere DC-Ladesäulen. Dann für den mittleren Bereich haben wir eben einen Zeller mit 800 Ampere und 1000 Volt, also bis 500 kW laden. Und dann eben für das sogenannte Megawatt-Charging ein Zeller, der bis zu 2,2 Megawatt, also bei 1000, der kann direkt 1500 Ampere bei 1500 Volt messen. Und das merkt man auch beim Wettbewerb, dass man sich halt auf die verschiedenen Anwendungsfälle im Markt einstellt und dementsprechend sein Portfolio auf die Beine stellt. Und genau, dann ist natürlich solche Anforderungen wie Viertragmessung entscheidend, also man hat ja immer Verluste über das Ladekabel, die in der Vergangenheit oder nach wie vor über ein Approximationsverfahren kompliziert werden. wo man quasi über den Widerstand des Laudekabels, der in den Zeller eingebracht wird, halt dann die Verlustleistung berechnet und quasi der Energie abzieht, sodass der Endverbraucher wirklich nur das bezahlt, was am Ende auch Energie im Fortschritt an den Kommen ist. Und das hat man jetzt mit der Viertelabmessung, da gibt es jetzt auch die Kabel, Ich weiß nicht genau, seit einem Jahr oder was, wo man eben den Spannungsabgriff direkt am Fahrzeug hat und damit quasi die wirkliche Leistung und damit Energie, die man dem Fahrzeug zur Verfügung stellt, messen kann. Und das ist auch eins, so ein Key Feature, das aber zum Beispiel auch der ganze Wettbewerb hat, das hat sich mittlerweile etabliert, das müssen die Zähler zum Beispiel haben, um da weiterhin diese Genauigkeit gewährleistet zu können.

  22. Sebastian:

    Damit du quasi nicht dieses Phantomladen hast, ich sag mal, der Zähler oder Der zeigt ja 24 Kilowattstunden an und im Auto kommen nur 20 an schlussendlich. Und wo ist die Differenz geblieben? Darum geht es ja dann schlussendlich. Was für mich noch eine relevante Frage ist, beim Fahrzeug redet man immer mehr, dass der Wandel so von der Hardware hin zur Software geht. Also dass das Device eigentlich nur noch die Plattform ist sozusagen. Wie ist es bei euch aufgeteilt? Spielt da Software eine große Rolle oder ist es schlussendlich tatsächlich die physische Hardware, die den Unterschied macht?

  23. Michael Zintl:

    Nee, aktuell spielt das Software schon noch eine große Rolle, weil man, wie gesagt, mit der Software eben solche Features schon gewährleisten muss jetzt, wie immer wieder die neuesten OCMF-Standards zu unterstützen, solche Sachen wie Firmware-Update im Feld zu unterstützen. Also es ist immer wieder ein Punkt, dann... Klar gibt es da auch Bestrebungen hin bis zu konfigurieren der Zähler über zum Beispiel über sogenannte APIs und ein Web-Interface direkt am Zähler. Also da gibt es schon noch Möglichkeiten, um das Ganze noch komfortabler auch softwareseitig zu gestalten. Aber Hardware spielt schon eine große Rolle, weil man eben, wie ich es eingangs erwähnt oder vorher erwähnt hatte, eben auch diese verschiedenen Ranges abbilden muss. Und da spricht man teilweise auch oder Kunden von uns fordern, später auch bis zu 3000 Ampere messen zu können. Und das sind natürlich schon auch Hardware-Herausforderungen. Kann man sich vorstellen, was man da auch teils für eine Wärmeentwicklung hat, wenn da 3000 Ampere über ein Leiter drüber fließen und gesagt, aktuell messen wir das direkt, wie man das sogenannte Schankpronzip sieht. Und ja, das sind natürlich schon Herausforderungen.

  24. Sebastian:

    Herausfordernd ist ja im Moment auch, um da die Brücke zu nutzen, die du da jetzt gebaut hast, sozusagen die Politik aktuell im Bereich E-Mobilität. Trifft euch das auch beim Thema Eichrecht? Könntest du, wenn du da jetzt einen Wunsch an Politik, Behörden, Player am Markt frei hättest, was würde euch das Ganze einfacher machen, ohne dass der Endkunde dann schlussendlich drunter leitet?

  25. Michael Zintl:

    Klar gibt es aus meiner Sicht schon Sachen, die deutlich zu vereinfachen wären. Also zum Beispiel, Für einen Lausolenbetreiber und uns wäre es einfacher, wenn man zum Beispiel das Display am Zeller weglassen könnte und die Gewährleistung. Ich meine, aktuell steht das so in den MID-Richtlinien drin, dass man das haben muss, um eben eine... Ja, auch Nachvollziehbarkeit für den Verbraucher, aber am Ende auch für die Marktüberwachung zu haben, dass die wirklich das eifrechtliche Gerät auch nachvollziehbar überprüfen können und eben auch, also zum Beispiel speichert der Zeller oder muss der Zeller alle Ladevorgänge, die er jemals gesehen hat in der Ladesäule, beiführen und man könnte die theoretisch alle über eine Software oder auch am Gerät über Knöpfe sich angucken, ob man das wirklich will. Ist einmal dahingestellt auf so einem kleinen Zähler-Display. Aber theoretisch ist das halt aktuell gefordert. Und da könnte man, würde ich mir zum Beispiel schon wünschen, dass es einen einfacher gemacht hätte, dass man das Display wegmacht und man über neuere Themen oder technische Features den Zeller dann auslesen kann. Zum Beispiel, weiß nicht, könnte man sich vorstellen, dass man das über Bluetooth oder Wi-Fi oder wie auch immer dann einfacher macht, dem Eichbeamten den Zeller zu überprüfen. Und sowas zum Beispiel, das kann und wird aber, denke ich, in Zukunft auch mit der neuen MIT, die ja in den Startlöchern steht und meines Wissens nach eben in zwei Jahren dann wirklich in Kraft treten soll, auch kommen. Also dort wird ja eindeutig auch über die Möglichkeit eines Remote Displays gesprochen.

  26. Sebastian:

    Wo man ja schlussendlich dann auch ein Stück weit näher an die Realität rankommt, weil so wie du sagst, wenn der Prüfer dann das auf seinem Tablet oder seinem Smartphone sieht, ist ja auch für ihn wesentlich komfortabler am Ende des Tages.

  27. Michael Zintl:

    Und auch die Nachvollziehbarkeit. Ich habe es vorher erwähnt, wie man sich das aktuell über die Transparenzsoftware vorstellt. Ich denke, auch hier könnte man es für den Endverbraucher am Ende auch noch etwas leichter gestalten. mit den technischen Möglichkeiten, die man heutzutage hat. Und hier ist es halt oft so, dass man in Deutschland dann wieder Argumente findet, wie nicht jeder hat ein Smartphone, aber das sind für mich so, wie wir oft sind in Deutschland, wir wollen es immer 100% recht machen, aber oft wäre es vielleicht besser, wenn wir es 95% der Leuten recht machen und die anderen 5% eher schwierig dann, aber ja.

  28. Sebastian:

    Trifft es, glaube ich, ganz gut. Und vor allem, wenn ich mir jetzt vorstelle, man ist in einem E-Auto unterwegs, was ja eher so den Fortschritt der Technik irgendwo auch aufzeigt, gehe ich eher auch davon aus, dass von den E-Auto-Fahrer-Fahrerinnen der Großteil mit einem Smartphone ausgestattet ist. Ausnahmen wird es immer geben, so wie du sagst.

  29. Michael Zintl:

    Dann ist ja aber auch immer noch die Frage, wie ist das Vertrauen da?

  30. Sebastian:

    Ich sage mal, wenn die Politik sagt, die Hersteller, ihr Messeinrichtungsanbieter, da einen klaren Standard habt, der wird verfolgt und man kann sich darauf verlassen, dass es da ist, muss ich ja wahrscheinlich als Endkunde gar nicht die Notwendigkeit haben, auf dem Zähler zu prüfen und da meine Ladevorgänge durchzugehen. Und ich habe, weiß Gott, schon zig hundert Ladevorgänge hinter mich gebracht. Ich sehe das immer, aber ich habe mich da noch nie durchgedrückt oder nochmal genauer drauf geschaut, sondern ich gehe davon aus, es wird geprüft, es gibt einen Standard dafür, das wird funktionieren.

  31. Michael Zintl:

    So sehe ich es ja. Absolut.

  32. Sebastian:

    Da hast du uns auf jeden Fall jetzt mal gut abgeholt bei dem Thema. Michael, für mich war das auch noch so ein Buch mit sieben Siegel, teilweise zumindest, weil das sind ja doch immer so die Spezifika, die kriegen wir gar nicht mit als E-Autofahrer. Wir wollen, dass es funktioniert, dass es dahin kommt. Es ist schön zu wissen, dass es Anbieter, Hersteller wie euch gibt, die ihren Teil dazu beitragen, dass wir auch tatsächlich nur das bezahlen müssen, was wir geladen haben schlussendlich. Ich bin mir sicher, wir werden das Thema nochmal aufgreifen, wenn es dann näher spezifiziert wird, spätestens in zwei Jahren, wenn es den neuen Standard dann gibt. Vielen Dank für deine Zeit und die Einblicke.

  33. Michael Zintl:

    Gerne, danke Sebastian und jederzeit wieder gern.

  34. Sebastian:

    Kein alltägliches Thema, obwohl es uns eigentlich bei jeder Ladeinfrastruktur mittlerweile begegnet. Aber umso spannender, da auch den Blick hinter die Kulisse zu bekommen. Ich konnte auf jeden Fall einiges mitnehmen, habe wieder was gelernt aus dem Gespräch mit Michael und weiß, dass wir da auch nächstes Jahr nochmal in die Vertiefung reingehen, um das Thema nochmal ein bisschen lebendiger zu greifen und auch mehr aus dem Alltag gegriffen. Dir vielen lieben Dank fürs Zuhören. Schalte auch gerne kommende Woche wieder ein beim ERN-Podcast und bewerte ihn mit 5 Sterne auf der Plattform deiner Wahl. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.