Einblicke: Alltagstauglich E-Auto fahren als Vielfahrer

Im Gespräch mit Larry Terwey

In der neusten Podcast-Folge habe ich mit Larry Terwey gesprochen, einem leidenschaftlichen Verfechter der Elektromobilität und Vielfahrer, der jährlich zwischen 80.000 und 130.000 Kilometer elektrisch unterwegs ist. Larry, der im IT-Bereich tätig ist und oft quer durch Deutschland reist, hat seit fünf Jahren die gesamte Strecke auf Elektroautos umgestellt. In unserem Gespräch erzählt er von seinem persönlichen Weg zur Elektromobilität – von anfänglicher Skepsis bis hin zu seiner Überzeugung, dass E-Autos die Zukunft des Fahrens darstellen.

Larrys Einstieg in die Elektromobilität begann bereits 2012/2013 mit einer Probefahrt im Tesla Model S, doch erst 2019 entschied er sich endgültig für den Kauf eines Tesla Model 3. Die hohen Kosten und die damals noch unzureichende Ladeinfrastruktur hatten ihn zunächst zögern lassen, ebenso wie die Diskussionen um die ökologischen Auswirkungen von Rohstoffen wie Lithium und Kobalt. Doch nach intensiver Recherche und dem Hören verschiedener Podcasts war ihm klar, dass die Vorteile überwogen. „Nach zwei, drei Monaten hab ich gemerkt, dass ich mit keinem der anderen Autos etwas hätte anfangen können als Vielfahrer“, berichtet er.

Ein zentraler Punkt unseres Gesprächs war die Frage, ob Elektromobilität für Vielfahrer geeignet ist. Larry erklärte, dass er anfänglich durchaus Bedenken hatte, vor allem in Bezug auf die Reichweite und das Aufladen. Diese Zweifel haben sich jedoch schnell verflüchtigt. „Ich habe überhaupt gar keine Reichweitenprobleme“, sagt er. „Selbst auf langen Strecken habe ich durch eine gute Planung und die Nutzung der Tesla Supercharger keine Einschränkungen.“ Seine Ladestrategie: nur so viel aufladen, wie für die nächste Etappe nötig ist, um die Ladezeit zu minimieren und die Effizienz zu maximieren.

Larry hebt besonders die Flexibilität hervor, die ihm die Tesla Supercharger bieten. „Andere Hersteller holen auf, aber die Dichte und Verfügbarkeit der Tesla-Ladestationen sind immer noch unübertroffen“, so Larry. Trotz der positiven Entwicklungen bei der Ladeinfrastruktur sieht er jedoch noch viel Potenzial für weitere Verbesserungen, insbesondere bei der Transparenz der Preise und der Handhabung der Ladekarten und Apps.

Für Larry ist klar: Elektromobilität ist nicht nur eine alltagstaugliche Alternative, sondern auch die Zukunft des Fahrens – selbst für Vielfahrer. „Ich kenne nur sehr wenige, die sagen, das war mein letztes E-Auto“, betont er. Hört rein, um mehr über Larrys Reise in die Elektromobilität und seine Tipps für Vielfahrer zu erfahren.

Nun genug der Vorworte lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen und mehr über Larrys Erlebnisse und Einsichten erfahren.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es um das Thema E-Mobilität geht. In diesem Fall E-Mobilität im Alltag greifbar machen. Und wir reden nicht von den typischen 35, 40, 50 Kilometer, die man am Tag vielleicht mit seinem E-Auto fährt. Nee, auch ruhig mal 1200 Kilometer oder mehr, aber auch gerne weniger und weniger, in dem Fall so 500, 600 Kilometer. Denn das legt Larry Terwey zurück. der, ich sag mal, Vielfahrer ist. Anders kann man es nicht ausdrücken. 80.000 bis 100.000 Kilometer im Jahr mit dem E-Auto. Und es funktioniert. Reichweitenangst hat er abgehakt. Ein bis zwei Prozent Restreichweite sind normal, wenn er an die Ladestation fährt. Und das eben ohne damit Probleme im Alltag zu haben. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit ihm. Viel Spaß damit. Servus Larry, schön, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über das Thema E-Mobilität unterhalten und zwar in dem Fall über Themen wie Reichweitenangst, Ladekomfort, auch Betriebswirtschaftlichkeit oder Wirtschaftlichkeit von einem E-Auto im Alltag, ob es überhaupt leistbar ist und ob man denn auch auf Langstrecke damit glücklich werden kann. Da hast du ja entsprechende Erfahrungen schon gesammelt oder sammelst sie gerade im Alltag. Bevor wir da allerdings drauf einsteigen, stell dich doch unseren ZuhörerInnen gerne mal vor.

  3. Larry Terwey:

    Sehr gerne. Ich bin der Larry. Bin hier am Chiemsee zu Hause, südöstlich von München, relativ nah an Salzburg. Und bin mit Familie hier und beruflich Vielfahrer. Seit 25 Jahren fahre ich jährlich zwischen 80.000 und 130.000 Kilometern. Seit fünf Jahren komplett elektrisch. Ich bin beruflich im Bereich IT, angefangen im CAD, also in der Konstruktion in unterschiedlichen Bereichen, Servicebereich. Civil Engineering, Architektur, Ingenieurbau, Hochbau, dann Richtung Manufacturing. 15 Jahre IoT, also Smart Connected Devices, auch was so ein Elektroauto heute ja ist. Also diese Technologie finde ich sehr spannend, da bin ich beruflich, ist meine Passion. Jetzt seit Anfang des Jahres mehr im Bereich Supply Chain Technologie und Bauderorganisationen, Partner-Ökosysteme, Go-to-Market-Strategien oder sogar die ganzen Unternehmen-Systeme. Teils von Anfang an auch. In dem Sinne bin ich vielfahrer, weil ich viele Kundentermine habe, Partnertermine, weil ich auch ein Fan tatsächlich davon bin, bestimmte Dinge face-to-face zu machen. Das geht jetzt nach Corona auch wieder ein bisschen besser. Wobei auch zu Corona-Zeiten habe ich gesehen, wenn ich interessanterweise tatsächlich so 60.000 Kilometer, gut 60.000 pro Jahr gefahren Und da ist nicht viel Privates dabei generell bei mir. So viel könnte ich gar nicht fahren. Also ich habe quasi meinen Zweitwohnsitz im Auto, seit fünf Jahren elektrisch und das macht großen Spaß, ist ein super Fahrkomfort. Ich höre gerne klassische Musik oder auch gerne Podcasts beim Fahren. Habe heute zwei von dir gehört auf der Fahrt jetzt gerade und genieße das elektrische Fahren sehr.

  4. Sebastian:

    Das freut mich, das geht mir ja ähnlich. Ich höre auch gerne Podcasts beim Fahren und vor allem hat man dann eben nicht diese Störgeräusche, die diese Verbrenner dann doch ab und zu noch mit sich bringen, Abrollgeräusche und so weiter natürlich dennoch. Aber es ist ein entspannteres, entschleunigteres Fahren und darum geht es ja nicht nur, dass man schneller beschleunigen kann, wenn es darauf ankommt sozusagen, sondern es ist einfach generell ein anderes Fahren. Wie war denn für dich, wenn wir da mal die fünf, sechs Jahre zurückgehen, die Umstellung als Vielfahrer? Warst du da selbst mit Vorteilen behaftet und hast gesagt, nö, ich gehe wahrscheinlich von meinem Dieselwitz gewesen sein nicht auf Ehe oder warst du durch deinen beruflichen Hintergrund eigentlich relativ offen dafür?

  5. Larry Terwey:

    Ich war offen, aber tatsächlich war es eine Reise. Und zwar, ich habe früher viel, vor Elektroauto habe ich fast immer Porsche gefahren und 11er Cabrios. Heute würde ich die Rüttelplatte nicht mehr nutzen, eben weil es deutlich leiser ist, auch zügig im Elektroauto. Ich fahre auch heute noch sehr zügig. Und ich habe tatsächlich schon 2012, 2013 glaube ich war es, eine Probefahrt in einem Tesla Model S gemacht, hier am Starnberger See wurde das angeboten, wollte damals schon einsteigen, da war so der Spagat zwischen, das Auto ist relativ teuer, war damals einiges über 100.000 Euro und die Ladestruktur war noch nicht so gut ausgebaut und was mich dann ein bisschen schockiert hat in meiner Recherche waren, Da bin ich allerdings noch nicht so tief in den Elektroauto-Kaninchenbau reingestiegen. Diese Themen mit Lithium und Kobalt, die Rohstoffe. Und das hat mich tatsächlich ein bisschen abgehalten für ein paar Jahre, bis ich dann ein paar Podcasts auch gesehen habe über das Thema Elektromobilität und die Hintergründe zu den ökologischen Themen. Und habe dann gekocht wurde und wie ich es wahrgenommen habe. Da gab es wahrscheinlich auch ein paar Leute, die ein großes Interesse daran hatten, dass das Ganze noch nicht so schnell losgeht, so eine Quasi-Lobby. Und ich bin dann eingestiegen 2019 mit meinem ersten Tesla Model 3 und auch das war so ein Glücksfall. Ich habe mir damals angeschaut, ich kann mich noch erinnern, den Audi e-tron, der im Kommen war, den ersten Polestar 2, der auch noch nicht verfügbar war, den I-Pace von Jaguar, die waren so mit dem Tesla auf meiner Shortlist. Und ich habe dann zugeschlagen beim Tesla und im Nachgang war ich total froh. So nach zwei, drei Monaten habe ich gemerkt, 2019, dass ich mit keinem der anderen Autos etwas hätte anfangen können als Vielfahrer, weil die Reichweite nicht groß genug war und die Ladeinfrastruktur einfach nicht da war. Ich habe zudem, was alle anderen haben, eben auch noch die Tesla Supercharger und die waren 2019 schon sehr umfangreich vertreten, sind heute nochmal deutlich besser ausgebaut, wobei heute auch andere Bieter im mit Schnelllade-Systemen und Technologie sehr, sehr gut sind. Also ich habe überhaupt gar kein Reichweitenproblem. Hatte es auch nie. Denn 2019, vielleicht Anfang 20, musste ich auch noch vereinzelt mal am Supercharger ein paar Minuten warten, bis die Slots frei waren. Das hat sich alles geregelt. Also ich bin jetzt sehr glücklich. Ich bin heute noch froh, Tesla zu fahren. Habe jetzt meinen dritten Tesla. Und das war so ein bisschen der Einstieg und die Journey.

  6. Sebastian:

    Sehr spannend, das quasi auch mal so von Null aufzuerleben. Und 2019 ist ja de facto auch erst mal fünf Jahre her und dann hat es ja doch relativ viel auch getan. Supercharger sind mittlerweile auch für andere OEMs-Hersteller geöffnet, dass die dran können. Die Ladeinfrastruktur an sich ist gewachsen und auch sind mittlerweile die Nachfolger-Autos, sag ich mal, der Markt, die du jetzt genannt hast, auch auf einem anderen Level mittlerweile unterwegs. Und glücklicherweise ist ja auch die Aufklärung bei den Themen mit den seltenen Rohstoffen sozusagen ein ganzes ganze Schritte weiter sozusagen, weil das, so wie du es ja auch vermutet hast, wahrscheinlich auch aus wirtschaftlichen Gründen anderweitig getrieben war. Also von daher erstmal vielen Dank für diese Einordnung und deinen Weg zur E-Mobilität oder in die E-Mobilität. Du hast jetzt zu Beginn gesagt, 80.000 bis 100.000 Kilometer, die du im Jahr fährst. Da sind ja wahrscheinlich auch Tage dabei, wo man doch auch mal an die Grenze, die Tausendergrenze wahrscheinlich rankommt. Und ist das mit der E-Mobilität machbar? Weil wenn wir bei uns im Portal schauen, da sind auch die Die typischen Verbrennerfahrer, nenne ich es jetzt einfach mal, um es zu klastern, die sagen, ich kann gar keine 1200 Kilometer am Tag fahren, weil ich kriege das gar nicht mit dem Auto abgebildet. Jetzt haben wir ja jemanden auf der anderen Seite sitzen, der das wahrscheinlich auch das eine oder andere Mal schon gemacht hat. Wie schaut es denn da aus?

  7. Larry Terwey:

    Also erst muss ich sagen, es ist anders, natürlich, aber es ist gut möglich. Ich habe Tage, da fahre ich 1500 Kilometer. Ich kann mich an einen Trip erinnern, da bin ich morgens vom Chiesi nach Münster gefahren, in die Nähe von Münster und nachmittags wieder zurück, hatte dann auch einen 6-Stunden-Termin. War ein verdammt langer Tag, keine Frage. Aber als Vielfahrer, ich nutze dann auch die Möglichkeit an der Ladestation schnell ein Telefonat oder ein Telefonat. ein Webmeeting irgendwie zu machen, ein Teams-Meeting. Und das geht wunderbar. Die Ladezeiten, man muss anders planen. Das ist das, was anders ist. Man muss auch in Kauf nehmen, dass man mal 10 bis 20 Minuten lädt. Wobei ich da auch meine Ladestrategie entwickelt habe. Ich fahre sehr schnell. In aller Rede bin ich sogar, wenn ich jetzt mal vor Antritt meiner Reise Google Maps frage, wann komme ich denn an am Ziel? Und das ist weit weg. Ich fahre zum Beispiel sehr oft auch in Richtung Hannover. Das sind irgendwie nur 700 Kilometer. Aber da schaue ich mir, wie ist die Ankunftszeit. Natürlich kann sich verkehrstechnisch was tun, aber Google Maps weiß nicht, dass ich elektrisch fahre. Und ich kriege dann irgendeine Ankunftszeit, 17.50 Uhr oder so und bin trotz 1, 2, 3 Ladestops, je nachdem, wie ich das lege, da komme ich gerne gleich nochmal drauf, meistens 30 Minuten vor der prognostizierten Ankunftszeit am Ziel. Und das führt dann zu meiner Ladestrategie. Wie fahre ich? Ich fahre tatsächlich sehr schnell, wo es frei ist und erlaubt ist natürlich. Bin ich mit ein bisschen über 200 unterwegs, auch mal auf längeren Strecken 220. Und meine Strategie sieht so aus, die Teslas sind, ich glaube andere E-Autos auch, ich habe schon ein paar andere gefahren, die sind zum Glück sehr verlässlich, was die Prognose der Restkilometer-Reichweite betrifft. Das heißt, ich bin der, der mit ein, zwei, drei Restprozent an der Ladesäule ankommt. Also ich fahre zum Schluss dann tatsächlich so schnell, dass ich weiß, ich komme idealerweise mit vier Kilometer Restreichweite am Schnelllader an, nehme den Peak mit in der Ladekurve, der dann irgendwie bei 70 Prozent nach unten geht, nicht mehr so attraktiv ist, schaue, wo ist mein nächster Ladestopp. Das ist jetzt wieder zu der Strategie, was anders ist als beim Diesel, mit dem ich 1000 Kilometer am Stück runter machen kann. und schaue, wo will ich denn laden. Das ändere ich auch manchmal noch auf der Strecke, aber grundsätzlich habe ich eine Idee, wo ich welche Stopps mache und mit wie viel Restreichweite ankomme und je nachdem, wie ich dann auch die Strecken kennen und Steigungen drin habe, baue ich mir so einen 10% Puffer ein und lade tatsächlich nur so viel, wie ich zur nächsten Ladesäule brauche. Das heißt, ich lade dann zwischen 60 und maximal 80% idealerweise, habe den Peak in der Ladekurve, habe 250 kW Ladegeschwindigkeit dabei und Wenn es unter 100 geht, dann fahre ich am liebsten schon gern wieder weiter. Also, dass ich wirklich schnell am Laden bin, bis zur nächsten Ladesäule, mit niedriger Reichweite ankommen, wieder die hohe Ladekurve, die Leitleistung mitnehmen kann und dann da sehr, sehr schnell unterwegs bin. Und idealerweise lege ich mir noch ein paar Telefonate oder eine Brotzeit oder einen Toilettengang auf die Pause. Und ganz ehrlich gesagt, auch mit dem Diesel, wenn ich mal tanken muss an der Autobahnraststätte, bis ich irgendwas gemacht habe, vielleicht noch einen Semmel geholt, einen Kaffee, Toilettengang, dann sind auch mal schnell 10 Minuten weg. Und tatsächlich lade ich so häufig so zwischen 12 und 15 Minuten, ist so das, was ich sage, was der Schnitt ist etwa.

  8. Sebastian:

    Also kurzum, beim Thema Reichweitenangst können wir einen Haken dran machen, die gibt es bei dir nicht mehr.

  9. Larry Terwey:

    Ich lade auch sehr viel Schnelllader, also DC. Und da ist mittlerweile die Ladeinfrastruktur extrem gut. Also ich habe auch gute Preise. Mittlerweile bin ich eher erstaunt und ein bisschen, für Ärger ist zu viel, aber verwundert einfach, dass ich am AC-Lader mit 11 kW deutlich höhere Gebühren zahle als an DC-Ladern. Also bei Tesla, ich Ich habe jetzt gerade mal geschaut, hier gibt es ein paar Ladestationen bei mir in der Nähe, da zahle ich zwischen 44 und 51 Cent dynamisch nach Uhrzeit. Beim Ionity zahle ich natürlich als Vielfahrer mit dem entsprechenden Subscription-Paket, wie es der Kollege in deinem Aral-Podcast genannt hat, dann auch 39 Cent pro Kilowattstunde und Aral Pulse ist auf der Liste Ionity. Ich nutze alles, was da ist. EMBD sind manchmal nicht so schnell. Mittlerweile haben wir auch sehr gut ausgebaut mit Schnellladestationen. Da bin ich sehr offen. Und nein, Reichweitenangst gibt es gar nicht. Das ist ein bisschen unverschämt subjektiv schon fast. Ich würde mir nur ein engeres Ladenetz wünschen. um irgendwie so im Bereich 30, 40 Kilometer Abstand an der Autobahn irgendeine Schnelllader zu haben, aber eigentlich nur, um maximal weit fahren zu können und tatsächlich nicht mit 12 Prozent laden zu müssen, sondern mit 1, 2, 3 Prozent da anzukommen. Aber das ist ein Luxusproblem als Extremvielfahrer.

  10. Sebastian:

    Das glaube ich auch, weil dem normalen Otto-Normalverbraucher oder normalen Fahrer, Fahrerin wird das kein Thema sein, weil ich glaube, da wird keiner freiwillig nur mit 1, 2, 3 Prozent ankommen bei der Ladestation. Da stehen eher die 15 oder 20 vorne dran, da gehe ich stark von aus. Nichtsdestotrotz schön zu sehen, dass es funktioniert, das ist natürlich eine klare Sache. Du hast ganz klar gesagt, du hast dich für das Tesla Model 3 entschieden, bist auch dort geblieben im Tesla-Universum. Könntest du dir aktuell vorstellen, deine Reisen auch mit einem anderen Modell abzubilden oder ist es eher schwierig vorstellbar, weil auch entsprechend schwierig umsetzbar ist?

  11. Larry Terwey:

    Das erste war ein Tesla Model 3 Performance. Dann habe ich als Übergangslösung, weil ich das Model S sehr früh gestellt habe, zu dem Zeitpunkt, bevor es vorgestellt wurde, auf Anraten von einem Tesla Sales Agent, habe ich den dann Anfang 20 war das schon bestellt. Nee, Anfang 21, Entschuldigung. Und hatte als Übergangslösung einen Tesla Model Y bestellt. Nachdem das Model S das neue jetzt in Europa länger gebraucht hat, als ich gedacht habe und angekündigt war, habe ich das Model Y dann auch länger gefahren, das Long Range Version, immer mit Autopilot parkiert und jetzt habe ich das Model S, den Long Range, ich hatte tatsächlich den ursprünglichen Performance dann im Plaid bestellt, habe gewechselt, weil ich gesehen habe, das sind schlicht und einfach 100 Kilometer Reichweite Unterschied von einem Plaid auf den Long Range. Der auch sehr sportlich gefahren werden kann und für mich zählt Reichweite. Ich hatte tatsächlich auch bei dem Plaid und dann bei dem Long Range Model S die 21 Zoll Reifen bestellt, habe die dann mit dem Auto geliefert gekriegt und sofort verkauft, weil ich gesehen habe, die machen auch nochmal 100 Kilometer Reichweite aus. Also ich fahre auf 19 Zöller mit dem Model S Long Range, Reichweiten optimiert. Jetzt kann das Ding in der Theorie 600 irgendwas Kilometer fahren. Ich habe jetzt noch laut Tesla-Fee noch irgendwie eine Reichweite von 580 Kilometern, glaube ich auch, aber da müsste ich halt sowas zwischen 100 und 130 fahren, um damit zu leben. Das heißt, de facto fahre ich sowas zwischen 350 Kilometer in einer Strecke und zwischen den einzelnen Etappen schaue ich, dass es mindestens 200, 250 sind. Und zu der Frage, nein, ich kann es mir immer noch nicht richtig vorstellen. Ich habe verschiedene Modelle angeschaut, auch schon ein paar andere gefahren als Tesla. Es ist immer noch so, dass Tesla bei den Reichweiten sehr vorne dran ist und eben immer noch die Tesla Supercharger nicht für alle Marken freigegeben sind und das ist eine unglaubliche Menge. Das kann der, der nicht Tesla fährt, gar nicht einschätzen, weil er die Dinger nicht sieht und kennt und braucht und schlicht und einfach nicht nutzen kann. Aber das ist immer noch der Vorteil von Tesla.

  12. Sebastian:

    Also zum einen natürlich die Effizienz der Fahrzeuge, zum anderen auch das gut ausgebaute Ladennetz schlussendlich. Nichtsdestotrotz muss man ja auch anmerken, du bist jetzt ja schon in einer eher privilegierten Situation. Tesla Model S Long Range hat seinen Preispunkt. auch laden, wo man möchte sozusagen. Das ist ja jetzt auch alles nicht für den Otto-Normal-Verbraucher möglich, muss man ganz klar sagen. Nichtsdestotrotz bist du auch der Überzeugung oder hast du Erfahrungen gemacht in dem, ich sag mal, leistbareren Segment? Hast du da vielleicht auch, ich sag mal, Kollegen oder Freunde, Familie, die da unterwegs sind und wie ist da so die Einschätzung? Einfach mal, um das ein Stück weit für dich einzuordnen, weil ich glaube, du bist da schon in so einer Sonderrolle jetzt hier.

  13. Larry Terwey:

    Ja klar, als Extremviehfahrer bin ich eigentlich umgestiegen von der kleineren Tesla-Plattform, Model 3, Model Y, tatsächlich hauptsächlich wegen dem anderen Sitz, weil ich im Becken ein bisschen breiter bin und hatte auf langen Strecken da so einen Druck außen auf der Hüfte. Und das ist tatsächlich der Hauptgrund gewesen, warum ich dieses große Auto gekauft habe. Da bin ich in einem Luxussegment und ich bin vom Profil wahrscheinlich unter den Top 2 Prozent, einfach in Bezug auf die abgefahrenen Kilometer. Die meisten, die ich kenne, ich kenne sehr, sehr viele Tesla-Fahrer, die teils auch sehr viele Kilometer fahren. Den allermeisten normalen Menschen reicht ein, zwei Ladungen pro Woche, weil sie 20, 30 Kilometer pendeln. Das kann ich mit jedem Elektroauto so machen, dass ich da locker drei, vier Tage damit fahren kann, dann mal zwischendurch lade, idealerweise daheim. Und ich kenne sehr viele Kollegen, also gerade jetzt auch in unserer Firma sind, ich glaube, bestimmt 20 Tesla stehen da in der Tiefgarage. Wir haben eigene Ladesäulen, die fahren weniger. Ich habe sehr viele Freunde, die Tesla fahren. Ich bin in dem Segment überhaupt Elektromobilität, nicht nur Tesla, auch so als Evangelist unterwegs und überzeuge Leute. Deswegen wäre ich auch immer mit den katastrophalen Nachrichten konfrontiert. Und Tesla verliert jetzt Marktanteil. Im Q1 hat BMW mehr Autos verkauft in Europa als Tesla. Und da kommen wir mal an, auch mit den Rohstoffen und den sonstigen Katastrophen. Jetzt gab es irgendeinen Fall, dass ein Tesla-Fahrer ziemlich viel Geld bezahlen musste bei der Rückgabe von einem Leasing-Auto, weil irgendein Materialproduktionsfall für einen Fehler war. Also das kriege ich schnell vor die Füße geworfen. Deswegen habe ich, glaube ich, ein ganz gutes Bild. Aber ich kenne auch ganz viele Leute, die BMW-E-Modelle fahren, die Audi e-tron-Modelle fahren. Renault Zoe, also ältere, auch kleinere und sehr, sehr zufrieden sind. Und da kenne ich keinen, der Angst hat. Also es gibt eher noch die Fälle, die nicht so erfahren sind, im wahrsten Sinne des Wortes, wie ich. Und die sagen, ja, wie du gesagt hast, ich komme 10% Reichweite am Lader an und will gar nicht so weit runtergehen. Aber Angst hat da keiner mehr. Also es gibt bestimmte Orte. Ich weiß nicht, wie es jetzt ist. Vor zwei Jahren war ich öfter in Heidelberg. Und da habe ich gemerkt, Heidelberg nur als ein Beispiel von mehreren, da ist die Ladeinfrastruktur einfach nicht so gut wie zum Beispiel in München. Also in München habe ich an sich gar kein Problem, quasi wenn ich einen Termin habe, irgendwo annähernd vor der Haustür eine AC-Ladestation zu finden und so, aber Die normalen Menschen, denen reicht irgendein Elektroauto, das muss nicht im Hochpreissegment sein, da muss die Reichweite nicht so groß sein. Es sind in der Regel kleinere Autos und die sind fast alle hochzufrieden. Ich kenne nur sehr wenige, die sagen, das war mein letztes E-Auto, ich steige wieder um auf den Verbrenner.

  14. Sebastian:

    Das ist ja schön, dass du da wenige kennst, die dann so sich äußern. Heidelberg ist natürlich ein gutes Stichwort, aus der Ecke komme ich ja direkt. Also insofern, die Erfahrung habe ich schon auch sammeln dürfen. Ich kenne auch München mit dem E-Auto, also da gibt es tatsächlich starke Unterschiede, aber wir holen hier langsam auf. Wo du ja aber auch extrem viele Erfahrungen sammelst, dadurch, dass du so viel unterwegs bist, ist ja das Thema Laden und Komfort beim Laden. Ich kenne das noch von früher, wo ich angefangen habe, das war 2016, da bin ich mit dem ersten E-Auto gefahren, wo man gefühlt so eine Visitenkarten-Mappe hatte, die mal einmal aufgeklappt hat und dann waren da 17 Ladekarten und noch drei Special-Pässe dabei. Wie empfindest du das? Ist das bei dir auch noch so kompliziert oder ist das leichter handelbar?

  15. Larry Terwey:

    Also das irritiert mich tatsächlich auch regelmäßig. Ich habe den Eindruck, also mein Gefühl subjektiv ist, dass das vor zwei Jahren ein bisschen einfacher war als jetzt. Gut, die hohen Strompreise, Energiepreise sind ein Stück weit unserer Politik geschuldet. Auch sind natürlich zwischendurch gestiegen. Da mussten die Anbieter reagieren. Die ganzen Flatrate-Anbieter sind wieder vom Markt verschwunden. Wie gesagt, da zahlst du monatlich eine Pauschale und ladst so viele Kilowattstunden, wie du willst. Für die Vielfacher machen die eh kaputt. Aber ich habe jetzt gerade auf der Fahrt, die ich jetzt gerade hinter mir habe, eine eineinhalb Stunden die Fahrt, auch in Vorbereitung auf den Podcast heute, mal meine physischen RFID-Ladekarten durchgezählt. Das waren zwölf Stück, die ich im Auto habe. Und ich habe auf dem Handy nachgeschaut, ich habe gut 30 Apps. Jetzt sind das ein bisschen exotische, weil die Stadt Verona hat eine eigene App, die Stadt Wien hat was Spezielles, die Stadtwerke München haben was Spezielles. Gut, die sind da ein bisschen offener. Ich finde, sagen wir mal, den besten Anbietern, ich arbeite klassisch mit von zwei, drei Anbietern regelmäßig. Aber selbst da bin ich irritiert, wie die die Preismodelle wechseln, dass da plötzlich Blockiergebühren dazukommen. Ich habe leider jetzt nicht mehr die Möglichkeit, eine eigene Ladestation am Haus zu haben. Ich bin auf öffentliches Laden auch noch angewiesen und lasse mein Auto da über Nacht stehen und gehe vor die Haustür. Und das ist auch nicht so. Ich bin nicht der, der sein Auto stehen lässt und irgendwas blockiert, sondern ich bin nach dem Ladevorgang gern sofort wieder weg. Und nachdem das tagsüber limitiert ist auf drei, vier Stunden, bin ich der, der sein Auto hier nachts hinstellt. Da bin ich eh weit und breit das einzige Auto überhaupt. Elektroautos laden da auch überhaupt keine bei uns am Ort oder in der Nähe. Und deswegen habe ich es gerne über Nacht, weil ich einfach dann mit 10% ankomme und auf 80% hochlade und das geht nicht in drei Stunden mit 11 KW. Und was mich da echt ein bisschen ärgert, ist, dass da Preise im Hintergrund geändert werden und ich regelmäßig mir die Mühe machen muss, zu schauen, was zahle ich denn eigentlich jetzt bei dem Anbieter. Steht zwar in der App auch was drin, aber wenn ich dann sage, ich habe jetzt ein bisschen das Interesse, da auch einen günstigen Anbieter zu finden und vielleicht einen, der jetzt günstiger ist als der, der sich gerade verteuert hat oder mit dem ich gut gefahren bin, in der Vergangenheit, dann wird das unübersichtlich. Und dann gibt es auch Kooperationen zwischen unterschiedlichen Anbietern, die dann gute Preise ermöglichen. Was ich nicht verstehen kann, dass man generell jetzt im AC-Bereich hier irgendwie teils deutlich oberhalb von 50 Cent pro Kilowattstunde bezahlen muss. Also jetzt die Energiepreise sind auch ein Stück weit wieder runtergegangen. Und da wundere ich mich schon. Und dann lade ich auch gerne schnell und DC, weil da zahle ich dann die Hälfte nicht.

  16. Sebastian:

    Und du lädst halt noch schneller. Das ist ja auch das Argument.

  17. Larry Terwey:

    Das kann ich halt nicht am Wohnort machen, sondern ich muss irgendwie noch, das muss dann gerade passen. Ich mache es tatsächlich. Ich habe hier vier Kilometer zur Autobahnanschlussstelle. Da gibt es Schnelllader von Alego. Da sind drei Aral Pulse. Da ist ein älterer Tesla Supercharger. Fünf Kilometer weiter ist eine ganz neue Station mit den V3 Superchargern. Also ich habe hier in fünf Kilometern Entfernung auch was, wo ich dann mit Schnellladern gut klarkomme. Aber an sich habe ich es gerne. Ich habe hier zwei Minuten zu Fuß zu einer AC-Säule am Ort und da haben wir insgesamt vier Säulen, acht Anschlüsse. Die alten Eon-Säulen, die sind nicht sehr zuverlässig. Hier bei zwei ist regelmäßig ein Anschluss überhaupt nicht funktional. Aber gut, da kann ich mein Auto hinstellen, stehen lassen, laden. Ich habe nur festgestellt, dass letzte Woche ein Anbieter, oder nicht letzte Woche, vorletzte Woche, glaube ich, ein Anbieter plötzlich da Standgebühren eingeordnet hat, was mir nicht aufgefallen ist.

  18. Sebastian:

    Und da sind wir bei den Punkten, die das schlussendlich auch so ein Stück weit blockieren, das Wachstum der E-Mobilität aus meiner Sicht, dass zum einen der Komfort ein Stück weit fehlt, weil nicht jeder will sich so tief reinarbeiten, wie du das machst. Das kann ich auch vollkommen nachvollziehen. Und zum anderen, wenn du dich mal reingearbeitet hast und es verändert sich dann wieder, dann ist es ja auch überhaupt nicht befriedigend. Also was wäre denn so dein Wunsch an die E-Mobilitätswelt, damit das Ganze aus deiner Sicht sozusagen noch mehr Fahrt aufnehmen kann und dass wir wirklich E-Autos noch mehr in die Masse reinbringen könnten?

  19. Larry Terwey:

    Also das kann kein Hexenwerk sein. Ich war auch im Bereich IoT und wir hatten auch mit Anbietern von Elektromobilität und Dateninfrastruktur zu tun und es gibt da offene Protokolle. Also im Prinzip wäre es ja einfach unter einer App oder irgendeiner Internetseite Informationen zu sammeln. Was im Ansatz das einigermaßen ordentlich macht, finde ich, ist Better Route Planner, den ich gerne auch mal bei langen Strecken nutze für die Planung und da habe ich dann bei den einzelnen Ladestationen auch Anbieter und kann dann draufklicken, sehe die Preise und sowas würde ich mir wünschen, einfach ein Portal zu sehen, die Säule, bei der Säule gibt es die und die Ladekarten, Systemanbieter mit dem und dem Preis. Und dann zu sagen, okay, ich habe alle Ladekarten, ich habe wahrscheinlich alles, was irgendwie, selbst die exotischen, die habe ich in meinem Auto oder als App verfügbar und dann kann ich die einfach nehmen und dann günstig laden, dass ich sofort sehe, wo sind Blockiergebühren, was ist der Preis pro Kilowattstunde, manche haben jetzt auch noch so Minutenpreise draufgeschraubt und ich sage, irgendwie wird das Ganze unübersichtlich, pro Kilowattstunde ist gut. Ich habe auch nichts gegen Blockiergebühren. Als Vielfahrer, der nachts an der Laterne gern lädt, gibt es auch welche, die nachts den Counter aussetzen, wie bei Alice zum Beispiel. Das nutze ich dann. Aber da ist dann der Kilowattstundenpreis vielleicht wieder ein anderer. Also einfach irgendein Portal zu sagen, die Ladesäule, der anbietet es verfügbar zu dem Preis. Und da nehme ich den. Und das ist vielleicht nicht so geschäftsfördernd für manche Anbieter, weil die mit ihren hohen Preisen natürlich gut Geld verdienen, wenn die Leute das nicht merken. Vielleicht wird es ein bisschen absichtlich versteckt, wer weiß. Und das würde ich mir einfach wünschen, Transparenz in der Preis- und Anbieterstruktur.

  20. Sebastian:

    Das wird definitiv helfen, da gehe ich stark von aus. Da möchte ich dann auf eine Podcast-Folge auch noch verweisen, Simply Charging. Die kommen aus Österreich, die machen genau das mit einer App, wo du dann auch siehst. Ich weiß jetzt nicht, ob da all deine 30 Apps dann auch mit vertreten sind und die zwölf Ladekarten, die du hast, aber Blick ist es definitiv mal wert. Und ich möchte einfach Danke sagen dafür, dass du dir Zeit genommen hast, hier bei uns vorbeizuschauen und mal die Einblicke in den Alltag eines Vielfaches zu geben. Danke dir, Larry. Du hast schon gemerkt, am Ende hat die Verabschiedung von Larrys Seite gefehlt. Das lag aber eher an unserer Internetverbindung, dass sie ein bisschen ins Schwanken gekommen ist. Die hat wohl so viel Input nicht vertragen. Nichtsdestotrotz war eine spannende Folge, die wir hier gemeinsam mit Larry aufgezeichnet haben. Er wird nicht zum letzten Mal bei uns im Podcast zu Gast gewesen sein und hat eben ganz nahbar aufgezeigt, E-Mobilität im Alltag funktioniert, auch wenn man größere Strecken zurücklegen muss. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Schalt gerne bei der kommenden Folge wieder ein. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.