Zeitenwandel: Vom Fuhrpark- zum Mobilitätsmanagement

Im Gespräch mit David Vincent Wieters, Mobility-Consultant belmoto

In der aktuellen Podcast-Folge habe ich David Vincent Wieters zu Gast, der schon seit über zehn Jahren in der Welt der E-Mobilität unterwegs ist. Alles hat damit begonnen, dass er Ladeinfrastruktur von Verbrennern befreit hat, die einfach dort ohne Recht geparkt haben. Bis zum Aufbau von eigener Ladeinfrastruktur/ Ladestationen an seiner Hochschule. Was dann schlussendlich darin gemündet hat, dass er mittlerweile als Consultant im Bereich Mobilitätswandel unterwegs ist, wo eben E-Mobilität auch eine wichtige Rolle spielt.

Wir haben uns über den Wandel von Mobilität in Unternehmen und Flotten unterhalten und was ihn eben antreibt, dieses Thema voranzutreiben. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit David. Viel Freude damit.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich David Vincent Wieters zu Gast, der schon seit über zehn Jahren in der Welt der E-Mobilität unterwegs ist. Alles hat damit begonnen, dass er Ladeinfrastruktur von Verbrennern befreit hat, die einfach dort ohne Recht geparkt haben sozusagen, bis zum Aufbau von eigenen Ladeinfrastruktur, Ladestationen an seiner Hochschule. Was dann schlussendlich darin gemündet hat, dass er mittlerweile als Consultant im Bereich Mobilitätswandel unterwegs ist, wo eben E-Mobilität auch eine wichtige Rolle spielt. Wir haben uns über den Wandel von Mobilität in Unternehmen und Flotten unterhalten und was ihn eben antreibt, dieses Thema auch zu bearbeiten, voranzutreiben. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit David. Viel Freude damit. Servus David, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass du bei uns im ERN-Podcast zu Gast bist. Wir unterhalten uns ein Stück weit über deinen Weg zur E-Mobilität und wie du jetzt aktuell auch in deinem aktuellen Job eben Unternehmen hilfst, den Weg zur Mobilität zu finden auf unterschiedlichste Art und Weise, wo auch E-Mobilität natürlich eine Rolle spielt. Bevor wir da allerdings tiefer einsteigen, stell dich doch gerne mal kurz selbst vor, wer du bist, was du aktuell machst und dann stelle ich dir eine oder andere Frage zu deinem Lebensweg bisher.

  3. David Wieters:

    Moin, vielen Dank für die Einladung. Ja, David Wieters ist mein Name. Ich bin derzeit Mobility Consultant bei Melmoto und bin seit rund 13 Jahren im Bereich Elektromobilität tätig und konnte daher so meinen eigenen Blick und die eigenen Blickwinkel erfassen auf die Entwicklung in Deutschland vor allen Dingen und konnte in den letzten Jahren in verschiedenen Aufgabenbereichen dann auch an der Elektromobilität mitwirken und Freue mich, heute dabei zu sein.

  4. Sebastian:

    Du hast mir im Vorgespräch schon erwähnt, also diese 13 Jahre E-Mobilität standen ja da und da ging es dann eben nicht darum, dass du da direkt eingestiegen bist und Unternehmen beraten hast, sondern du hast dich auch einer wichtigen Aufgabe angenommen, damit zugeparkte Ladestationen eben auch für E-Autos zur Verfügung stehen und nicht für Verbrenner, die da meinen, sie können mal kurz ihr Fahrzeug dort abstellen. Vielleicht magst du uns da mal abholen, wie denn das begonnen hat, weil das ist ja jetzt auch nicht unbedingt so alltäglich, dass man sich dafür stark macht.

  5. David Wieters:

    Genau, also es war im Jahr 2010, damals noch auf der Realschule, wo es dann darum geht, dass du dann in der 10. Klasse so ein Kolloquium schreiben darfst. Und da habe ich mir das Thema erneuerbare Energien ausgesucht. Das war ja damals noch ein viel größeres Thema, gefühlt als heute zumindest, was die Solarbranche angeht. Und so fing der ganze Weg dann an, dass man dann sich überlegt hat, was machte man denn nach der Realschule? Und dann wurde man irgendwann 18 und dann ist man aufs Berufsgymnasium gegangen für Wirtschaft. Und dann hat man so seine Themen so gefunden und dann von dem Thema erneuerbare Energien dann hin zum Thema Elektroauto, weil ich Autos schon früher immer ganz toll fand. Und dann fing das natürlich an, sobald du mal irgendwie mal einen Führerschein hast, möchtest du Autos ausprobieren. Und damals gab es zwar noch nicht so viele Elektroautos in den Jahren 2013, 2014, aber dann doch schon einige. Und dann hat man die natürlich ausgetestet. Damals hattest du aber noch keine Wallbox zu Hause bei deinen Eltern, sondern hast du über eine Steckdose geladen, bist also durch die Gegend gefahren, hast das Auto getestet und wolltest natürlich auch die öffentliche Ladeinfrastruktur ausprobieren, die damals, das ist ein bisschen anders als heute, erstmal nicht irgendwie über Apps groß verfügbar war. Das heißt, man musste sich damals tatsächlich über noch die Stadtwerke eine Kundenkarte holen und ähnliches. Und was man damals tatsächlich noch hatte, was ich heute tatsächlich eher nicht mehr so erlebe, ist, dass die Ladestationen zugeparkt waren und wie man dann so ist als junger Sprüngling, der gerade in das Thema Elektronität einsteigt und seine ersten Berufserfahrungen parallel macht. hat man sich dann einfach mal beschwert und hat man sich so lange bei den Stadtwerken beschwert, ey Leute, ihr müsst doch einfach nur da mal ein vernünftiges Parkschuld hinmachen. Dann parkt das keiner mehr zu, dass sie das aufgegriffen haben und gesagt, wissen Sie was, Herr Wieters, wir machen daraus jetzt mal einen Presseartikel. Das heißt, wir sind dann eingeladen worden, also ich und meine Person zusammen mit Vertretern der Stadtwerke und der Presse sind dann zu den besagten Parkplätzen hingefahren und haben dann diese typischen Fotos gemacht, wo du einen Stecker in die Hand nimmst Und komisch guckst du nach dem Motto, warum steht hier so ein Auto vor mir? Das ist kein Elektroauto, ich würde gerne hier laden. So fing das dann an und dann wurde das Thema Elektromobilität quasi zum täglichen Hobby-Interessenfeld. Und ging dann immer weiter.

  6. Sebastian:

    Ging ja insofern weiter, dass du dann eben auch eigene Ladeinfrastruktur aufgebaut hast, wenn ich das richtig aufgeschnappt habe. Vielleicht magst du zu dem nächsten Schritt deiner Reise dann auch ein paar Worte verlieren.

  7. David Wieters:

    Genau, also es ging dann darin über, dass ich dann ein Studium begonnen habe für regenerative Energiewirtschaft an der jetzigen Technischen Hochschule in Bingen am Rhein. Und war dann zwar in dem Feld unterwegs erneuerbarer Energien. Ich wollte eigentlich auch den Fokus mehr auf Elektromobilität schaffen, gab es damals aber tatsächlich so im Studienangebot nicht so. Von daher war das erstmal ein guter Kompromiss. Das ganze Thema hat mich aber nicht losgelassen und irgendwann war ich dann in den Studierendenvertretungen vertreten als aktives Mitglied und habe gesagt, sag mal, warum haben wir eigentlich keine Ladestationen hier? Beziehungsweise die, die wir haben, sind nicht so ganz öffentlich nutzbar. Lass uns doch mal Ladestationen schaffen. Und wie das dann so ist, hat man dann verschiedenste Prozesse und Ebenen, die man durchgehen muss. Aber letzten Endes haben wir dann tatsächlich dafür gesorgt, dass wir vier öffentliche Ladestationen geschaffen haben für in erster Linie natürlich die Studierenden. Das wurde also von Studierendengeldern finanziert. aber im Sinne der Gemeinnützigkeit und der öffentlichen Nutzung, denen auch zur Verfügung gestellt wird, jeden Gästen. Und die sind jetzt, 2020 wurden sie dann installiert. Also es hat ein paar Jahre gedauert, war aber auch damit verbunden, dass wir E-Cashing für die Studierenden geschaffen haben. Ich kam also damals zur Uni, schon 2014 und hatte dann meinen Golf 3 und habe mir dann so überlegt, sag mal, ich fahre nicht ein Kilometer und dann habe ich schon 100 Euro ausgegeben wegen Versicherung und Steuern. Wenn ich die 100 Euro nehme und packe dann Renault Zoe vor die Haustür hin und würde dann einfach die Fahrgelder zahlen, dann ist das erstens ökologischer und zweitens ökonomischer. Und so ging das dann über die Jahre hinweg von der Idee bis dann zur Umsetzung, sodass wir dann auch in dem Zeitraum etwa die Ladestationen für das E-Carsharing geschaffen haben, was wir dann letztlich auf fünf Jahre ausgeschrieben haben. Das heißt, an der Hochschule stehen aktuell zwei E-Fahrzeuge, die sehr, sehr kostengünstig von Studierenden genutzt werden können. Das heißt, tagsüber ab 1 Euro mit 15 Cent pro Kilometer, wenn man sich das mit anderen Carsharing-Preisen anguckt, also wirklich sehr günstig.

  8. Sebastian:

    Dein Weg war ja damit aber auch noch nicht zu Ende, sondern du hast ja noch eins draufgesetzt und bist dann ja auch E-Mobilitätsberater geworden, hast dort deinen Weg fortgesetzt und von dort aus dann eben auch zu Belmoto gegangen, wo es jetzt eben auch um Mobilität geht, Mobilitätsangebote schaffen in Unternehmen, in Flotten und bevor wir da auf Belmoto ein Stück weit näher eingehen, Für mich folgerichtig natürlich der Weg zum E-Mobilitätsberater. War es für dich auch so klar, dass das kommen musste?

  9. David Wieters:

    Jein, also es wurde immer mehr klar, auch durch diese ganzen Nebenjobs, die man gemacht hat in Instituten, in Verkehrsverbünden, im Fuhrparkbereich von Großkonzernen, dass dann klar wurde, erneuerbare Energien, alles cool, aber ich glaube, dein Steckenpferd, David, das ist das Thema Elektromobilität. Ja. Und es war dann Zufall, dass man das, worüber man Spaß hat zu reden, dann irgendwann beruflich machen konnte. Das fing aber damit an, dass Corona dann irgendwann tatsächlich kam und man sich dann überlegt hat, ich muss jetzt was machen. Ich werde hier nicht glücklich in meinem Studium. Ich bin nicht der Mensch, der jetzt, ich bin nicht der große Techniker, ich bin... der Gene berät, der Lösungen findet, aber der jetzt nicht 30 Seiten irgendwie technisches Diagramm aufmalt. Und dann habe ich mich angefangen zu bewerben, erst im Ica-Sharing-Bereich und dann in anderen Bereichen. Und dann war tatsächlich Silvesterabend, erster Corona-Abend. Man hat alleine zu Hause gesessen. Und hat dann so die Branchenportale mal durchgeguckt, hat dann Jobanzeigen gesehen und war da eine Anzeige offen, Bewerbung bis zum 31.12. Mitternacht, als Berater für Elektromobilität und Ladeinfrastruktur im schönen Landkreis Konstanz und hat mich dann zur Nacht- und Nebelaktion quasi beworben. Und war dann später, tatsächlich drei Monate später, dort als Berater tätig.

  10. Sebastian:

    So kann es dann doch mal gehen. So kurz vor knapp das Beste draus gemacht. Genau. Und das war jetzt auch bei dem Unternehmen, wo du aktuell beschäftigt bist?

  11. David Wieters:

    Tatsächlich nicht. Das war damals bei der Energieagentur dort im Landkreis. Und da konnte man halt die ersten Erfahrungen so als Berater sammeln. Das ist eine Energieagentur, das heißt, es ist eine gemeinnützige Arbeit. Man darf dann nicht zu sehr in die Tiefe gehen, was die Beratungsleistung angeht, weil das Ganze vom Land gefördert ist. Das heißt, man darf der Wirtschaft keine Konkurrenz machen im Bereich Beratung. Hat also sehr viele Erstberatungstermine geführt. Ich merkte aber sehr schnell, dass Erstberatung ist cool und es war auch ein cooler Einstieg. Aber dass das Feld so groß ist in Beratung und der ein oder andere Kunde hätte sich auch sehr gerne gewünscht, dass es dann noch hätte weitergehen können in der Beratung, dass ich dann überlegt habe, hey, schaust du mal um, vielleicht gibt es ja noch eine andere Variante. Und dann ging es zum nächsten Arbeitgeber, bevor es dann tatsächlich zu Belmuto kam. Anfang dieses Jahres.

  12. Sebastian:

    Belmoto an sich, hast du ja im Vorfeld erzählt, ist eigentlich ein Unternehmen, was jetzt so aus dem Klassenfuhrparkmanagement kommt und jetzt aber dann auch eher zu einem Mobilitätsmanagement sich wandelt. Wie hast du es kennengelernt? Warst du noch zu dieser Fuhrparkmanagementzeit dort oder war es dann schon vorangeschritten in Richtung Mobilitätsmanagement?

  13. David Wieters:

    Es war tatsächlich schon vorangeschritten in den Bereich Mobilitätsmanagement. Belmoto kommt, wie gesagt, aus dieser Branche Fuhrparkmanagement und das Outsourcing des Fuhrparkmanagement an einen externen Dienstleister. Und vor einigen Jahren hat man dann erkannt, Mensch, das Thema Fuhrpark verändert sich, nicht nur Elektromobilität. Ganz viele andere Themen kommen auch hinzu. Die jungen Generationen möchten nicht unbedingt einen Dienstwagen. Die wohnen vielleicht in der Hamburger Innenstadt, die wissen gar nicht, wo sie parken sollen. Die suchen sich andere Lösungen, was nicht heißt, dass man den Dienstwagen abschafft, aber dass man vielleicht auch Alternativen bietet und vielleicht auch allen Mitarbeitenden Angebote schafft. Und so ist das ganze Thema Mobility Management aufgekommen. Seit zwei, drei Jahren gibt es dementsprechend die Consulting-Abteilung, die dann ganz gezielt auf Gruppen Kunden zugeht. Wir haben vor allem Großkunden, die also wirklich tausende Mitarbeiter haben, wo es darum geht, von der Car Policy zur Mobility Policy zu kommen. Das heißt, wir gehen also wirklich in die Tiefe rein und bauen Konzepte auf kleinster Ebene, wenn es also ums Details geht und schaffen das Ganze in einem großen Rahmenkonzept zusammen, wo dann aber, das schließen wir wieder den Kreis, Elektromobilität natürlich nicht zu vernachlässigen ist, denn da sind natürlich immer wieder große Hürden und Probleme, die es zu lösen gilt, aber die man auch gut lösen kann inzwischen.

  14. Sebastian:

    Für mein Verständnis, also ihr geht rein, nehmt euch die Car Policy, schaut euch den Fuhrpark an, betrachtet das, nehmt da wahrscheinlich auch so mal ein Status Quo auf vor Ort, um dann eben auch zu schauen, wo kann die Reise, oder wo kommen wir her, wo kann die Reise hingehen schlussendlich. Deutschland ist ja schon so das Dienstwagenland, Betonung auf Wagen, Ist das denn dann auch so einfach umsetzbar? Ich meine, dass ihr da von einem Manager einbestellt werdet oder eine Managerin und die sagt, hier ändert man ein bisschen was. Schön und gut in der Theorie, in der Praxis könnte ich es mir jetzt schon herausfordernd vorstellen.

  15. David Wieters:

    Ja, das Interessante ist, dass der Bezug zu Belmoto oder der Kontakt zu Belmoto gar nicht mal unbedingt aus dem Mobility Management oder Fuhrparkmanagement kommt, sondern vor allem getrieben wird aus dem Bereich HR. aus dem Recruiting. Also es wird gesagt, hey, unsere Car Policy ist ja alles schön gut, aber wir brauchen mal mehr Benefits für unsere Mitarbeitenden. Und dann kommt man eben auf Belmoto und schafft dann halt eben diese Benefits. Aber ja, der Umstieg kann natürlich schwierig sein. Da geht es dann aber natürlich um die Dienstwagenberechtigten, die schon vielleicht auch etwas länger einen Dienstwagen haben. Und deswegen ist da natürlich ganz wichtig, diesen Change-Prozess so zu gestalten, dass alle mitgeholt werden. Weil sobald irgendwie im Unternehmen bekannt wird, ey, wir arbeiten da gerade so an so einer Mobility-Konzept und einer Mobility-Richtlinie, fängt die Gerüchteküche an, hey, die wollen meinen Dienstwagen wegnehmen. Vielleicht auch in den Abteilungen, hey, ich habe ja dann gar keine Aufgaben mehr im Fuhrparkmanagement, wenn wir keine Dienstwagen mehr haben. Und das gilt es natürlich von vornherein mit zu berücksichtigen und zu begleiten. Es geht uns nicht darum, irgendjemandem was wegzunehmen, sondern das Angebot zu erweitern und den Kunden und vor allem dann den Mitarbeitenden selbstbestimmte Mobilität im Jahr 2023 zu ermöglichen.

  16. Sebastian:

    Bei eben diesem Change-Prozess, wie du ihn jetzt genannt hast, Offeriert der Wege, zeigt Wege auf sozusagen, aber ihr helft dann schlussendlich auch schon bei der aktiven Umstützung dann dabei? Oder ist es eher tatsächlich nur beraten und dann gesagt, hier ist euer Fahrplan, nach dem könnt ihr vorgehen?

  17. David Wieters:

    Ganz wie der Kunde es möchte. Also wir sind als Consulting komplett eigenständig, wir sind komplett neutral. Wir haben, wie gesagt, dieses Mobility Management auch dabei. Das wird aber nirgendwo positioniert. Also wenn der Kunde dazu Informationen haben möchte und ein Angebot, kann er es gerne bekommen. Uns ist wichtig... Dass wir komplett neutral sind, weil wir eben auch so einen hohen Anspruch an unser eigenes Ziel und die Qualität haben, die wir dem Kunden abliefern wollen. Was bedeutet das zum Beispiel, wenn es jetzt Thema Elektromobilität, Ladeinfrastruktur geht? Wir haben jetzt irgendwie nicht Kooperation mit Anbieter XY, der dir dann Ladestationen aufbaut. sondern wir machen gerne mit dem Kunden zusammen eine Erstellung eines Anforderungsprofils, nachdem wir mal geguckt haben, was brauchst du denn ungefähr, was sind deine standortspezifischen Kriterien oder vielleicht auch Kriterien in der Buchhaltung oder technischen Führung etc., Lademanagement und dann machen wir mal eine Abfrage bei 15 Anbietern, Die sollen mal darauf antworten, auf den Fragenkatalog, den wir entwickeln, den werten wir aus für dich, wir gehen in die Termine mit dir zusammen, in die Nachtermine mit den möglichen interessanten Dienstleistern und dann geht's da weiter. Also eine komplette Beratung von A bis Z. Und wenn es dann später tatsächlich in die Umsetzung gehen würde, können wir, der Kunde kann sich frei entscheiden, ab welchem Punkt wir aussteigen. Oftmals ist es tatsächlich so, dass wir das Projekt im Nachgang viel weiter noch verfolgen und immer wieder Rücksprache halten und so uns auch einbinden können. Weil das Thema Mobilität ist natürlich im stetigen Wandel. Also zum Beispiel Deutschlandticket, großes Thema. Vor einem Jahr war das Deutschlandticket noch gar nicht auf dem Markt. Da gab es das 9-Euro-Ticket. Gerüchte Küche gehen los, dass ein Deutschland-Ticket kam, da gab es das Deutschland-Ticket, aber es gab noch kein Job-Ticket Deutschland. Das ist jetzt gerade großes Thema, gerade erst vor zwei Tagen bei einem großen Kunden von uns implementiert, jetzt gehen langsam die Bestellungen alle los und Ja, Mobilität ist ein Wandel.

  18. Sebastian:

    Eben dieser Wandel wird das Ganze auch so interessant machen dann für dich, sag ich mal, als Consultant, wenn du das berätst. Kannst du uns mal an einem exemplarischen Beispiel vielleicht aufzeigen, wie man dann eben von dem, ich nenne es jetzt mal klassischen Dienstwagenprinzip, dann hingeht zu diesem Mobilitätsangebot, was in einem Unternehmen auch gelebt wird und wie sich das dann äußert, was für ein Mix haben wir, haben wir dann E-Autos, haben wir PEV, haben wir E-Bikes, also dass wir das vielleicht mal ein Stück greifbarer noch bekommen.

  19. David Wieters:

    Genau, also es gibt, so ein klassisches Mittel ist, dass man nicht über Berechtigungen für einen Dienstwagen spricht und dafür einzelne Budgets, sondern dass man allgemein von einem Mobility-Budget spricht. Das heißt, jeder Mitarbeiter hat ein Budget zur Verfügung und kann sich Mobilitätsoptionen aussuchen, ganz entsprechend nach seinem Bedarf. Das fängt dann aber dann auch an, dass es zum Beispiel 50 Euro gibt zum Bezug des Deutschlandtickets im Rahmen der steuerlichen Vorteile, die es da gibt. Und das wird dann natürlich erweitert auf diejenigen, die auch einen Dienstwagen haben. Und da gibt es ganz verschiedene Ansätze. Ein Punkt ist zum Beispiel, dass man die Budgets für elektrische Dienstwagen tatsächlich höher ansetzt, also das, was ich dann letztlich bestellen darf. Wenn ich jetzt ein Budget habe für ein Verbrennerfahrzeug und betreibe jetzt zum Beispiel ein Downsizing, dann wird mein Budget nicht größer, aber ich bekomme Budget zur Verfügung, weil ich ein kleineres Auto genommen habe, eine geringere Leasingrate habe. kann dieses Budget dann zum Beispiel nutzen, um mir ein Bike-Abo zu ermöglichen noch zusätzlich, was auch meine Familie nutzen kann. um ein Bike Leasing vielleicht zu ermöglichen oder eben andere Mobilitätsoptionen zu nutzen, die man dann halt mit dem Kunden zusammen implementiert.

  20. Sebastian:

    Das ist dann auch ein Mittel, was verwendet wird von euren Kunden, also die verstehen das auch von dem Prinzip her und wie holt ihr dann diese alteingesessenen Dienstwagenfahrer ab und vermittelt denen den Vorteil oder sagt dann einfach, okay, ihr habt die Option, ihr könntet rein theoretisch, wenn ihr wolltet, das kleinere Fahrzeug, vielleicht sogar ihr Fahrzeug wählen mit einem Bike-Abo in Kombination oder ihr bleibt halt bei eurem großen Verbrenner.

  21. David Wieters:

    Das Ziel ist natürlich, wie du schon sagst, dass natürlich auch im Wandel vollzogen wird, je nachdem auch der Ziele der Kunden. Erstmal nehmen wir dem Dienstwagenfahrer nichts weg. Das ist schon mal die erste wichtige Info. Aber dann wollen wir natürlich trotzdem, weil das Thema Nachhaltigkeit ist natürlich eins, wodurch das Ganze natürlich auch geführt und gelenkt wird, dass trotzdem vielleicht ja ein Umstieg erfolgt. Das muss man natürlich aktiv begleiten. Was wir also machen, ist nicht nur ein Konzept schreiben, sondern diesen Change-Prozess aktiv zu begleiten. Wir machen Mitarbeitendenveranstaltungen. Wir machen Roadshows, wir kommen auch mal vorbei, wir zeigen auch mal das Thema Bike, wir machen auch mal Testwochen, vor allem im Bereich Elektromobilität. Wir haben da Kontakt durch unseren Mobility-Management-Bereich, unseren Background zu verschiedensten Automobilherstellern oder Großhändlern und können dann so innerhalb von kürzester Zeit diverseste Fahrzeuge einfach mal vor Ort vor die Tür stellen. und ermöglichen so dann halt wirklich, dass man Elektromobilität erfahren kann. Das wirst du sicherlich verstehen können. Elektromobilität ist ein Thema, da kann man lange drüber reden und studieren und sprechen, aber man muss es dann wirklich dann erfahren, um es wirklich zu verstehen.

  22. Sebastian:

    Beste Verkaufsargument, da brauchen wir nicht mehr sagen, das ist tatsächlich so einmal eingestiegen, Stück mitgefahren und schon bis da Feuer und Flamme oder es arbeitet zumindest in einem, das konnte ich bisher auch immer feststellen. Eine wichtige Sache, gerade wenn wir uns im Umfeld der Unternehmen bewegen, ist ja auch der sogenannte CO2-Fußabdruck, an dem Unternehmen ja auch immer mehr gemessen werden. Helft dir dann auch dabei, das irgendwie faktisch zu greifen sozusagen? Also ist das für Unternehmen auch schon ein Vorteil, weil die dann eben sagen, wir gehen gezielt diesen Mobilitätswandel an, um unseren CO2-Fußabdruck eben in dem Fuhrpark nach unten zu bekommen?

  23. David Wieters:

    Also das ist natürlich ein großes Thema. Es hängt immer sehr vom Kunden ab. Es gibt ja auch auf der EU-Ebene entsprechende Vorgaben an große Konzerne. Es ist also ein Thema, was immer größer wird. Der Einstieg dazu ist tatsächlich oft die Bilanzierung vom Fuhrpark. Es gibt Kunden, die kennen ihren Fuhrpark sehr gut. Es gibt aber auch Kunden, wo man dann in der Status-Quo-Analyse feststellt, dass man verschiedenste Datenquellen einmal mal zusammenbringen muss, um mal so einen Blick darauf zu geben, wie stehen wir denn überhaupt CO2 und was sind unsere Verbesserungspotenziale. Und da kann natürlich im Fuhrparkbereich dann vor allem Elektrifizierung helfen. Auf der Gesamt-Mobilitätsebene und da gehört auf EU-Ebene in Zukunft dann auch die Pendlermobilität hinzu, geht es dann natürlich um Angebote zu schaffen.

  24. Sebastian:

    Vielen Dank, da haben wir glaube ich einiges schon mitnehmen können jetzt von deinem Weg, der dann doch, auch wenn er vielleicht nicht so ganz geradlinig am Anfang ausgesehen hat, sich dann doch ganz stark auf E-Mobilität ausgerichtet hat, David. Und auch mit Belmoto, was er da unterstützt und wie er das vorantreibt, ist sehr wertvoll, denke ich, einfach um auch aufzuzeigen und spürbar zu machen, E-Mobilität bzw. Mobilitätswandel ist gut und der kommt auch einfach an. Und als Unternehmen sollte man das Ganze auch aktiv angehen, um dann eben bei den Arbeitnehmern auch attraktiv zu bleiben schlussendlich bzw. sich auch positiv auf den eigenen CO2-Fußabdruck auszuwirken. Von daher vielen Dank für die Einblicke, deine Zeit, David, und bis demnächst.

  25. David Wieters:

    Danke, vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.

  26. Sebastian:

    spannende Einblicke in die Welt der E-Mobilität, die wir da jetzt bekommen haben von David selbst, der eben auch seinen Werdegang ganz individuell gestaltet hat und uns auch mal aufzeigt, wie so ein Weg sich denn eben entwickeln kann. Ich hoffe, du konntest einiges aus der aktuellen Folge mitnehmen und freue mich, wenn du kommende Woche wieder einschaltest, wenn die nächste Folge des elektronischen News.net Podcasts an den Start geht. Mach's gut, bis dahin, ciao.