Softcar: Nachhaltige Mikromobilität ohne Schnickschnack

Im Gespräch mit Heinz Lamprecht, Softcar

Im aktuellen Podcast spreche ich mit Heinz Lamprecht, Directeur Commercial von Softcar, einem Unternehmen, das sich auf leichte Elektrofahrzeuge spezialisiert hat. Unser Gespräch drehte sich um die Besonderheiten des Softcar, seine nachhaltige Bauweise und die strategischen Pläne für die Zukunft. Softcar verfolgt einen radikal simplen Ansatz: Reduktion auf das Wesentliche. Das Fahrzeug wiegt inklusive Batterie nur 640 Kilogramm und kommt mit lediglich 1800 Komponenten aus – im Vergleich zu rund 45.000 bei einem herkömmlichen Auto. „Wir haben bewusst viel Elektronik weggelassen. Spurassistent, Abstandwarner oder gar ein Radio – das alles gibt es nicht, um das Auto so einfach und wartungsarm wie möglich zu halten“, erklärt Heinz. Das Resultat ist ein erschwingliches, robustes und langlebiges Fahrzeug, das ohne Hightech-Gadgets auskommt.

Technisch gesehen ist das Softcar ein Leichtfahrzeug der L7E-Klasse mit einer Höchstgeschwindigkeit von 92 km/h. Die Reichweite beträgt etwa 200 Kilometer, mit einer optionalen Range-Extender-Variante, die weitere 100 Kilometer ermöglicht. Die kompakte 15-kWh-Batterie kann an jeder Haushaltssteckdose in wenigen Stunden aufgeladen werden – eine simple Lösung, die teure Schnellladesäulen überflüssig macht. Fairerweise aber auch aus dem Grund, dass der Akku die Leistung gar nicht annehmen könnte.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die modulare Bauweise. „Das Auto besteht aus fünf Hauptmodulen, die sich wie ein Lego-Set zusammensetzen lassen“, sagt Heinz. Das Chassis besteht aus recyceltem Aluminium, während die Karosserie aus einem widerstandsfähigen, recycelbaren Kunststoff gefertigt ist. Diese innovative Bauweise macht das Softcar besonders nachhaltig. Selbst bei Hagelschäden oder kleineren Remplern in der Stadt bleibt die Außenhaut intakt – ideal für enge Parkverhältnisse, wie man sie in Frankreich oder Italien kennt.

Auch wirtschaftlich setzt Softcar auf ein ungewöhnliches Konzept: Statt einer zentralisierten Massenproduktion sollen kleine Montagehallen nahe urbaner Zentren entstehen, um Transportwege zu minimieren. „Wir wollen nicht in einer riesigen Fabrik in Nordafrika produzieren und die Autos dann nach Europa verschiffen. Unser Ziel ist es, lokale Fertigungen aufzubauen“, erklärt Heinz. Preislich soll das E-Fahrzeug unter 20.000 Euro starten – eine direkte Konkurrenz zum Microlino, jedoch mit mehr Platz: Softcar bietet vier Sitze und einen großzügigen Kofferraum, der laut Heinz „locker sechs Bierkisten fasst“. Zudem ist das Fahrzeug auf eine Laufleistung von 1,6 Millionen Kilometern ausgelegt – ein Wert, den kein anderes Serienauto derzeit erreicht. Der Vergleich zum Microlino hinkt dann aber doch ein wenig.

Die ersten Fahrzeuge mit EU-Zulassung stehen bereit, eine Vorserie ist geplant. Parallel arbeitet das Team an der Homologation des Range Extenders. Wo die Produktion startet, ist noch offen, aber Softcar hat bereits internationale Interessenten. Nun aber genug der Vorworte – lasst uns direkt ins Gespräch einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Ich freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast und hier mit am Start bist, wenn es um das Thema Mikromobilität in allen Farben, Formen und Facetten geht. Zwar sprechen wir hier nicht über einen Querschnitt der Industrie, sondern über das Unternehmen Softcar aus der Schweiz. Aber wenn du dir die Bilder im Artikel zum Podcast noch mit anschaust, weißt du ganz genau, was ich mit Farben, Formen und Facetten meine. Oder du hörst einfach gleich in die Folge rein und lässt dir von Heinz erklären, was damit gemeint ist. Musik

  3. Intro:

    Elektroauto News meldet sich gleich wieder zurück nach einer kurzen Werbung. Fühlst du ein Unternehmen im Bereich E-Mobilität und möchtest dich am Markt von der Konkurrenz klar abheben? Mit Brands in Green sorgen wir dafür, dass deine Marke bei deiner Zielgruppe in Erinnerung bleibt. Klingt interessant? Dann melde dich jetzt bei uns unter hello at brands-in-green.com. Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen. Willkommen zurück zur aktuellen Podcast-Folge.

  4. Sebastian:

    Hallo Heinz, ich freue mich sehr, dass du bei uns im Podcast zu Gast bist. Wir hatten uns zuletzt zum ersten Mal im Automobilsalon Paris getroffen, 2024, wo ich über euer doch sehr auffälliges Leichtelektrofahrzeug aus der L7E-Klasse gestolpert bin, sozusagen das Softcar mit der gleichnamigen Firma dahinter. Vielleicht magst du dich aber zuerst vorstellen und dann verlierst du mal ein paar erste Worte über euer Fahrzeug und was es so besonders macht.

  5. Heinz Lamprecht:

    Hallo Sebastian, vielen Dank, dass ich die Zeit mit dir teilen kann. Es hat mich auch gefreut, dich in Paris kennenzulernen. Mein Name ist Heinz Lamprecht, wie man es aus der Schweiz hört. Ich arbeite für die Firma Softcar. Das ist ein ganz anderes Vehikel. Wir zählen uns zu der Mobilität. Das Projekt hat schon sehr früh angefangen, 1992. Ich muss auch sagen, das Kernteam bei uns hat eigentlich schon Jahrzehnte Erfahrung in der Elektromobilität, bevor es überhaupt auf die Agenda von der normalen Bevölkerung gekommen ist. Der Ursprung war eigentlich die Idee dahinter, wie die Swatch-Uhr, wenn jemand kennt, die Vereinfachheit. Also alles runterfahren auf das strikt Mögliche oder Nutzbare. Und das zu einem attraktiven Preis. Unsere Ausrichtung war, und das ist immer das Thema, Gewicht sparen. Das ist eigentlich die Komponente, die dann den Verbrauch und alles andere steuert. Unser Team hat 1992 mit Volkswagen zusammengearbeitet. 1995 ist dann das zu Daimler, das Projekt gestossen. 1996 wurde ein dreirätiges Elektrofahrzeug kreiert, das CRE. 2011 haben wir ein Projekt gehabt für Total in Frankreich und immer mit der gleichen Thematik. Das Grundelement ist Gewicht sparen und unser Fahrzeug ist ein echter Vierplätzer mit 640 Kilo inklusive Batterie. Unschlagbar. Aber das verlangte sehr hohes technisches Interesse. Know-how und auch Erfahrung, welche Materialien kann man einbringen.

  6. Sebastian:

    Das Thema hatten wir auch in Paris dann eben schon und du hast es eben auch nochmal angerissen, das Thema Einfachheit, also Gewichtsreduzierung erreichst du ja im Endeffekt dadurch, dass du Komponenten zurücknimmst und da hattest du mir, glaube ich, auch die Zahl gesagt, ein normales Fahrzeug oder Auto hat so um die 45.000 Komponenten, ihr seid da deutlich drunter, magst du uns da mal heranführen, wie das dann eben, also in welchem Rahmen ihr euch zum einen bewegt und zum anderen, wie es denn möglich ist, auf diese Großzahl an Komponenten zu verzichten und trotzdem ein Fahrzeug auf die Straße zu bringen, was von A nach B kommt.

  7. Heinz Lamprecht:

    Ja, das ist natürlich das Know-how der kleinen Schweiz. Wir haben es runtergebracht auf 1800 Komponenten. Wir haben auch bewusst viel Elektronik weggelassen, ganz bewusst, weil heute ist eigentlich die Mechanik kein Problem mehr bei den Fahrzeugen. Aber meistens bleiben die Autos oder die Fahrzeuge wegen der Elektronik irgendwo stehen. Und die Elektronik in der Zukunft weiterzuentwickeln und zu unterhalten, über Jahrzehnte hinweg, wird sehr schwierig werden für die Autohersteller. Also haben wir uns gesagt, das lassen wir alles weg. Wir setzen nur das strikt Nötigste ein, wie ABS. Wir haben auch Klimaanlage, aber Spurassistent, Abstandswarner, Radio und alles das wollen wir bewusst nicht. Und so kann man runter. Ein anderes Beispiel ist zum Beispiel, die Felgen sind nur mit drei Muttern fixiert. Wir haben ja ein leichtes Gewicht. Jetzt wirst du sagen, vier Muttern würde ja auch gehen. Ja, aber wir haben so vier Muttern über die vier Räder gespart und alles wurde so hinterfragt. Aber auf die Gegenseite haben wir nie betreffende Sicherheitsabstriche. Trommelbremsen wären kein Problem, aber Scheibenbremsen sind leichter als Trommelbremsen. Also haben wir die finanziell teurere Variante gewählt, um Gewicht zu sparen. Bei allen Komponenten wurde das so angegangen und überlegt.

  8. Sebastian:

    Das klingt ja auf jeden Fall schon mal sehr nachvollziehbar, dass man eben auch diesen nachhaltigen Ansatz dann in Bezug auf das Material umsetzt und eben sagt, okay, da sind wir auch nachhaltig unterwegs, gehen lieber in die höherwertigen Komponenten rein, die auch eine längere Lebensdauer dann schlussendlich haben. Nichtsdestotrotz nochmal für die ZuhörerInnen, es ist kein klassisches Auto, wie wir uns das vorstellen, sondern es ist ein Leichtelektrofahrzeug. Du hast es durch das Gesamtgewicht von den 640 Kilogramm auch genannt. Was können wir denn anhand der anderen technischen Daten von dem Fahrzeug erwarten? Kannst du uns da auch noch einen groben Überblick drüber geben?

  9. Heinz Lamprecht:

    Ja, also von der Geschwindigkeit ist natürlich limitiert in dieser Kategorie bei 92 kmh. Also man kann auf die Autobahn gehen, aber es ist ganz klar eine Mobilitätsvariante für die Leute. Es ist jetzt nicht ein Fahrzeug, um nach Südfrankreich oder sonst wo hin oder an die Nordsee in den Urlaub zu fahren. Man könnte das schon machen, also stabil wäre es. Aber nein, es geht eigentlich um die tägliche Mobilität und die ist nie 800 oder 1000 Kilometer.

  10. Sebastian:

    Das stimmt in der Tat, auch wenn die Leute das immer meinen und bei uns im Portal ist es ja auch so, wir brauchen diese 1100 Kilometer Reichweite, weil die fahre ich ja täglich natürlich von A nach B, was ja in der Realität nicht vorkommt, wie zig Studien sagen. Was ist denn die Reichweite, die ihr jetzt abbilden könnt im realistischen Alltag? Was habt ihr angenommen und welche, ich sag mal, also was ist die Annahme dahinter, dass das ausreicht dafür, damit man mit dem Softwarecar unterwegs sein kann?

  11. Heinz Lamprecht:

    Ja, also dank der optimalen Größe der Batterie und dem leichten Gewicht haben wir etwa das Ziel von 200 Kilometer Reichweite. Es gibt dann noch die Range Extender Variante, die jetzt auch am entwickeln ist, die hätte dann zusätzlich noch 100 Kilometer. Aber es ist ganz klar kein Außendienstfahrzeug. Das ist es absolut nicht. Aber es ist die ideale Lösung, um Kinder zur Schule zu bringen, zum Sport zu bewältigen oder vom Land in die Stadt oder an den Stadtrand zu fahren. Und der Durchschnitt in Europa, der gefahren wird pro Tag, ist knapp unter 30 Kilometer. Also von dem her, eine alltägliche Lösung.

  12. Sebastian:

    Das definitiv. Und wir hatten ja im Vorgespräch auch einen Punkt, wo es auch eine alltägliche Lösung ist, oder zumindest eine einfachere Lösung. Das war ja die Thematik mit dem E-Auto, E-Fahrzeug laden. Da habt ihr ja auch eine Besonderheit, die ihr von Haus aus mitbringt.

  13. Heinz Lamprecht:

    Ja, also dadurch, dass wir eine kleine Batterie haben, kann man nicht mal an einen Tesla Supercharger anfahren, weil der hat viel zu viel Leistung. Also unsere Batterie ist 15 Kilowatt. Da muss man sich vorstellen, das ist eigentlich wenig, aber dank dem leichten Gewicht hat man die Reichweite. Und es ist einfach so, da kann man jede Haushaltssteckdose anschließen und dann ist das Fahrzeug zwischen drei und fünf Stunden geladen. Weil es ja eine kleine Batterie ist, kann man gar nicht einen Starkstromkabel anschließen. Also überall in Europa... gibt es Lademöglichkeiten. Da muss man nicht mal Ladestationen anfahren. Jedes Hotel oder jede Tiefgarage oder so. Es braucht keine spezielle Installation.

  14. Sebastian:

    Das hört sich auf jeden Fall gut an und nimmt ja auch vielleicht nochmal Berührungsängste. Was natürlich auch interessiert, reden wir jetzt aktuell von einem Prototypen, der noch unterwegs ist. Wie seid ihr in Bezug auf die etwaige Serienfertigung? Kannst du uns da einen Blick drauf geben, wo ihr euch gerade aktuell befindet mit Softcar?

  15. Heinz Lamprecht:

    Also denjenigen, den einen von beiden, welchen du in Paris gesehen hast, haben wir die EU-Zulassung bekommen. Jetzt ist geplant eine Vorserie von dem. Und parallel entwickeln wir einen Ranch Extender, weil die Idee ist, dahinter für ländliche Bevölkerungen, wir denken jetzt an Frankreich, wo doch zum Teil sehr weit von Städten entfernt sind, eine Lösung zu haben. Auf der anderen Seite wird es auch eine psychologische Lösung, ich denke, für Neueinsteiger, und da denke ich vor allem an unsere lieben Damen, die vielleicht Angst haben, wenn sie keinen Strom mehr haben, bleiben sie stehen. Es ist einfach Ich sage ein bisschen irrationell, aber mit einem Range Extender haben Sie die Gelegenheit, Sie können weiterfahren, wenn es so wäre. Aber natürlich auch wieder ein kleiner, damit man nicht wieder die Gewichteinsparung verliert. Und da sind wir jetzt auch dran, die Homologation anzufordern. Und dann hat dann der Kunde die Möglichkeit von beiden Varianten. Aufgebaut sind beide Varianten gleich. Eigentlich ist das Auto, weil es ja nur wenige Bestandteile hat, aus fünf Elementen. Und zwar ist das Grundelement, das Chassis, aus recyceltem Aluminium. Und das ist das erste Teil. Ein anderer Teil ist die Vorderachse. Der dritte Teil ist eigentlich die Hinterachse. Dann kommt die Bestuhlung und der Deckel drauf. Und das sind eigentlich vorfabrizierte oder zusammengesetzte Elemente, die vorwiegend aus Europa kommen. Also wir schauen auch, dass die Lieferanten möglichst nahe bei uns sind, auch wieder um die Umwelt zu schonen und nicht wieder Energie zu verbrauchen, die man eigentlich gespart hätte. Das Einzige, was im Moment noch aus China kommt, ist natürlich die Batterie. Aber sobald es auch eine EU-Lösung gibt, werden wir auch die mit einbeziehen. Also das Ganze ist eigentlich so ein Modulsystem zusammengebaut wie Lego. Man muss jetzt auch sagen, was natürlich ganz anders ist, die Karosserie ist ein Stück und das gibt es in der Autobranche nirgends. Wir sind die Ersten, die das hingekriegt haben. Also von der vorderen Stoßstange bis hinten, das ist ein Teil. Und das ist schon eine echte Neuheit. Die ist auch richtig recycelbar. Wir haben es bis jetzt bis zehnmal gemacht. Und der Vorteil ist, wenn da ein großer Schaden wäre, dann muss man das Auto nicht entsorgen, sondern man kann dann einfach den Teil wegnehmen, recyceln und innerhalb von einer Stunde einen neuen draufsetzen und die Person kann weiterfahren. Das ist auch ein Ansatz für die Wirtschaftlichkeit, die eigentlich kein Autohersteller bis jetzt geschafft hat.

  16. Sebastian:

    Klar, vor allem ist es halt auch de facto einfach nachhaltig in dem eigentlichen Sinne, dass man dann eben auch das solange wie möglich auf der Straße behält und dann nicht eben komplett dann Ressourcen im Rahmen der Reparatur dann nochmal mit einbringen muss schlussendlich. Der Name ist aber auch Programm bei eurem Fahrzeug, muss ich sagen. Ich war ja auch vor Ort, habe mir das angeschaut, den Deckel, den du genannt hattest, der drauf gesetzt ist in dem schönen Blauton, der hat sich ja auch ein Stück weit anders angefühlt und sah auch ein wenig anders aus, als man das von der normalen Karosserie oder von dem normalen Exterieur von aber auch von L7E-Fahrzeugen, wie beispielsweise den Microlino kennt. Kannst du das nochmal beschreiben, was ich da einfach wahrgenommen habe?

  17. Heinz Lamprecht:

    Ja, also das ist eigentlich zuerst ein Granulat. Das wird in eine Form gegossen. Und wenn die Form abgekühlt ist, kann es aufgesetzt werden. Es ist im Moment einfach matt. Leider ist diese Technologie erst matt herstellbar, aber sehr resistent. Wir sind das erste Fahrzeug, das am Hagel keine Schäden produziert. Also die Versicherungen werden da Freude haben an unserem Auto. Also unmöglich, dass Hagel irgendwo Einschläge gibt an dieser Karosserie. Das heißt, auch kleine Bumpers in der Stadt oder bei Einfahrten in Tiefgaragen oder bei Zahlstellen macht am Auto gar nichts. Dadurch dass das Auto nicht gespritzt ist, also nicht keinen Lack drauf hat, sondern die Farbe in der Masse ist, sieht man eigentlich kleine Rempelreihen überhaupt nicht, weil es splittert keine Farbe ab. Also wirklich Nachhaltigkeit bis in den Kern rein.

  18. Sebastian:

    Und vor allem aus meiner Sicht das perfekte Auto für eure französischen Nachbarn, wenn ich da manchmal sehe, wie die ihre Fahrzeuge da einparken, die sind da bestimmt dankbar dafür, gerade in der Stadt, wenn sie da ein Auto haben, wo man auch bei Remplern keine Kratzer sieht. Du hast ja gesagt, ihr seid jetzt da in der Vor- oder kommt in die Vorsehenphase, der Range Extender ist noch in der Homologation mit drin. Könnt ihr dennoch, oder ihr habt ja bestimmt eine preisliche Vorstellung, für was die Fahrzeuge an den Markt gehen. Wie wollt ihr damit starten? Ist jetzt erstmal dann die Schweiz, euer, ich nenne immer Heimatmarkt, dann auch der Absatzmarkt. Wie sind da eure Vorstellungen?

  19. Heinz Lamprecht:

    Also vom Prinzip her, am Anfang war es eigentlich so geplant, aber jetzt mit immer mehr Kontakten, wir auch im Ausland haben, könnte es möglich sein, weil wir immer noch, also wir sind ja eine Startup und eine Startup sucht immer Investoren, das ist so einfach in der Geschichte und wir haben ja die Idee, dass wir kleine Werkhallen eigentlich möchten und nicht ein Auto, irgendwie eine riesen Herstellungsstraße irgendwo in Spanien oder Nordafrika herstellen und dann zum Endkontinent nach Deutschland schicken, weil das ist für uns nicht nachhaltig, sondern diese Lego-Bauart kann überall zusammengesetzt werden. Also unsere Idee ist, in der Nähe von Großstädten so eine Halle zu haben, wo das zusammengebaut wird. Und der Kunde kann es direkt dorthin holen und wenn eine Reparatur wäre, kann er auch gleichzeitig dorthin wieder zurückkehren und es reparieren lassen. Das heißt, das ist auch wieder der Nachhaltigkeitsaspekt, möglichst nahe beim Endkonsumenten. Und dadurch haben wir schon einige Interessenten im Ausland, auch in Europa, und es könnte gut sein, dass wenn so einer einsteigt, dass wir dann zuerst, sage ich jetzt Frankreich oder Deutschland oder Italien, anfangen zu arbeiten, weil, du weißt ja, im Moment haben einige Autohersteller freie Kapazitäten, also weshalb etwas Neues aufbauen, wenn mögliche Infrastruktur schon vorhanden ist, auch das würde für uns Sinn machen. Also das ist im Moment offen, weil die Wirtschaft im Elektrobereich ist ein bisschen ein schwieriges Thema im Moment. Aber das kann eventuell für uns Opportunitäten öffnen. Deshalb kann ich da noch nicht genau sagen, wo es starten wird. Am Anfang war die Idee bei uns als Muster, aber es kann jetzt gut sein, weil wir ja gar keine Industrie haben in der Automobilbranche, eine fixfertig, und Möglichkeiten offerieren sich jetzt vor allem im Norden von Europa, weshalb nicht dort einsteigen.

  20. Sebastian:

    Hört sich auf jeden Fall sehr spannend an, auch wieder nachhaltig in dem eigentlichen Sinne. Nichtsdestotrotz steht der Preispunkt schon fest, für was die Fahrzeuge oder die zwei verschiedenen Varianten auf die Straße kommen könnten.

  21. Heinz Lamprecht:

    Ja, also der 100% stromangetriebene Fahrzeug, der wird unter 20.000 auf dem Markt.

  22. Sebastian:

    Das ist ja auch eine Richtung, die geht ja mit einem Maikolino einher, der ja auch ähnlich positioniert ist. Aber ihr bringt ja in Anführungsstrichen den Vorteil mit, dass euer eben ein Viersitzer und nicht nur ein reiner Zweisitzer ist am Ende vom Tag.

  23. Heinz Lamprecht:

    Also wir haben einen Viersitzer plus Kofferraum. Und vor allem für deine Freunde in Deutschland, man kann bis sechs Bierkisten einladen. Ist sicher auch noch wichtig als Argument. Also es ist nicht ein Pseudo-Fahrzeug zum herumfahren. Es ist aber auch, alles ist entwickelt für 1,6 Millionen Kilometer Laufleistung. Das gibt kein Fahrzeug, dass es das auf dem Markt gibt. Und das ist auch wieder im Nachhaltigkeitsbereich. Jetzt angenommen, da du ja noch sehr jung bist, in der Zukunft kannst du anstelle von dem Vierplätzer, kannst du einen Cabriolet-Aufsatz wählen, mit dem starten. Und der ganze Rest behält man vom Auto. Und wenn eines Tages da eine Freundin und ein Hund und sonst was dazukommen, kann man den Gabriele-Aufsatz wegnehmen und den Vierplätzer drauf realisieren und genau weiterfahren. Weil mit 1,6 Millionen Kilometern, das sind etwa 40 Lebensjahre.

  24. Sebastian:

    Die muss man erst mal voll machen in dem Auto dann sozusagen. Da wird es wahrscheinlich andere Themen oder Entwicklungen am Markt geben, die da eher Einfluss drauf haben als die Langlebigkeit eures Fahrzeugs. Ich glaube, da haben wir einen ganz guten Überblick über Softcar bekommen. Vielen Dank für die Einblicke. Wir werden das Projekt auf jeden Fall weiter beobachten. Und ich denke, wir beide bleiben auch im Austausch und schauen, wo das Ganze gemeinsam hinführt. Würde mich freuen. Auf jeden Fall.

  25. Heinz Lamprecht:

    Und wenn Leute interessiert sind, gibt es ja eine Homepage mit softcar.ch. wo man sich auch anmelden kann und dann regelmäßig Informationen bekommt für die Rentenkonzerne.

  26. Sebastian:

    Das ist perfekt, dass du es genannt hast. Wir werden das auch nochmal bei uns im Artikel natürlich entsprechend verlinken, damit es noch einfacher zugänglich ist. Und dir vielen Dank für deine Zeit, Heinz.

  27. Heinz Lamprecht:

    Ja, gern geschehen.

  28. Sebastian:

    Definitiv ein sehr spannendes Projekt, was uns Heinz hier mit Softcar aus der Schweiz vorgestellt hat im Bereich der Mikromobilität. Ich hoffe, du konntest einiges mitnehmen. Schau es bei uns vor allem auch im Artikel vorbei, um dir auch ein Bild selbst von dem Fahrzeug zu machen. Und dann hören wir uns einfach nächste Woche wieder bei der nächsten Folge des ERN Podcast. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.