600 E-Autos: So wurde die OMS-Flotte elektrifiziert

Im Gespräch mit Florian Döring, Fleet Manager bei OMS

In der aktuellen Podcast-Folge habe ich mit Florian Döring, Fleet Manager bei OMS, gesprochen. Das Unternehmen, das sich auf elektrische Sicherheitsprüfungen spezialisiert hat, ist mittlerweile nahezu komplett auf Elektroautos umgestiegen – ein beeindruckender Schritt, wenn man bedenkt, dass es sich um eine Flotte von rund 600 Fahrzeugen handelt.

Florian hat erzählt, dass dieser Wandel von innen heraus getrieben wurde. Besonders wichtig sei es gewesen, die Mitarbeiter:innen mitzunehmen und nicht einfach eine Entscheidung von oben zu diktieren. „Man muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und die Leute mitnehmen. Es reicht nicht zu sagen: Hier ist dein E-Auto, fahr damit los.“ Stattdessen wurde viel Wert darauf gelegt, den Mitarbeitern Elektromobilität zu erklären, sie an die Hand zu nehmen und die Umstellung schrittweise zu gestalten.

Ein entscheidender Faktor war die Ladeinfrastruktur. OMS hat seine Mitarbeitenden aktiv dabei unterstützt, eigene Lademöglichkeiten zu Hause zu schaffen. Das Unternehmen hat sich finanziell an den Kosten beteiligt, sodass die Fahrzeuge morgens vollgeladen bereitstehen konnten. Besonders für Vielfahrer und Stadtbewohner war das ein Schlüssel zur Akzeptanz der Elektromobilität.

Bei der Fahrzeugwahl setzt OMS auf Modelle mit großer Reichweite und verlassene Service- und Ersatzteilverfügbarkeit. Das erklärt, warum sich die Flotte mittlerweile stark in Richtung Volkswagen und Skoda entwickelt hat. „Wir wollen keine Experimente machen, wenn es um Zuverlässigkeit geht. Die Teileverfügbarkeit und das Servicenetz sind essenziell, damit die Autos so schnell wie möglich wieder auf die Straße kommen.“ Wichtige Kriterien für OMS sind eine Mindestreichweite von 300 Kilometern auf der Autobahn im Winter und Batteriekapazitäten von mindestens 70 kWh.

Neben der Umweltfreundlichkeit war auch die Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend. Hier hat OMS eine klare Bilanz gezogen: „Unsere E-Autos sind in der Total Cost of Ownership günstiger als Verbrenner, sogar wenn man die Ladeinfrastruktur mit einrechnet.“ Konkret spart OMS pro Auto etwa 15 Euro im Monat – hochgerechnet auf 600 Fahrzeuge eine erhebliche Summe. Der Umstieg war kein Selbstzweck. Neben der Kosteneffizienz spielt auch der CO₂-Fußabdruck eine Rolle. Viele Kunden von OMS profitieren nun davon, dass sie Dienstleister mit geringem CO₂-Ausstoß in ihre eigene Klimabilanz einrechnen können.

Der Erfolg von OMS zeigt: Die Umstellung auf eine rein elektrische Flotte funktioniert, wenn sie strategisch durchdacht ist. „Wer es konsequent macht, wird am Ende belohnt – sei es durch geringere Kosten, zufriedenere Mitarbeiter oder ein nachhaltigeres Unternehmen.“ Nun aber genug der Vorworte, lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto News ProNet Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge unterhalte ich mich mit Florian Döring. Er ist Fleet Manager bei der OMS. Im Speziellen haben wir uns über die OMS unterhalten, die in den vergangenen Jahren eine Flotte von 600 Fahrzeugen für 900 MitarbeiterInnen auf freien elektrischen Antrieb umgestellt hat. Man setzt dabei vornehmlich auf Fahrzeuge aus dem VW-Konzern, wie VW ID.4 oder den Skoda Enyaq und spart damit sogar noch Geld. Neben dem positiven Vorteil, dass man natürlich auch die CO2-Emission stark reduziert hat. Wie das Ganze vonstatten geht, wie man die eigenen MitarbeiterInnen da eben auch mitnimmt auf diesem Weg des Umstiegs und wie sich das Ganze auch am Ende des Tages für das Unternehmen bezahlt macht, das wird uns Florian im Gespräch selbst näher bringen. Wir steigen direkt ein. Hallo Florian, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über E-Mobilität oder Elektrifizierung des eigenen Fuhrparks unterhalten. Da seid ihr ja mit gutem Beispiel vorangegangen bei euch im Unternehmen. Ihr seid bei 100% oder fast 100% angelangt mittlerweile. Darüber wollen wir uns ein bisschen unterhalten, auch über den Weg dorthin. Bevor wir da allerdings eintauchen, stell dich gerne mal selbst unseren ZuhörerInnen vor und verliere mal ein paar Worte über das Unternehmen, das wir jetzt gleich sprechen.

  3. Florian Döring:

    Jawohl, hallo Sebastian. Ja, mein Name ist Florian Döring. Ich arbeite für die Firma OMS unter anderem. Es gibt mehrere Gesellschaften in der OMS. Die größte ist allerdings der OMS. Ich selber bin zum Thema Automotive und Flotte tätig. ein bisschen über Umwege, ich habe zehn Jahre für eine Autovermietung gearbeitet, konnte da meine ersten Einblicke sammeln und auch viele verschiedene Mobilitätskonzepte und Lösungen kennenlernen und irgendwann hat das mich dann aber ein bisschen tiefer in das Thema Fuhrpark, Fuhrparkverwaltung, Fuhrparkmanagement getrieben und so bin ich dann am Ende zur Firma OMS gekommen. Hier habe ich die spannende Aufgabe, die mittlerweile knapp 600 Fahrzeuge mit zu verwalten, eher von der Kaufmenschenseite her. Ja, die Firma OMS, was macht die Firma OMS? OMS ist im Bereich der elektrischen Geräteprüfung tätig, elektrische Sicherheitsprüfung. Und eigentlich kann man sagen, wir prüfen alles vom Dreierstecker, von der Dreifachsteckdose in der Arztpraxis bis hin zum Band beim Kunden. Automobilproduzenten bei VW am Band oder sowas. Also alle elektrischen Geräte, die irgendwo in Deutschland im betrieblichen Umfeld unterwegs sind. Da sind wir mittlerweile an 43 Standorten in ganz Deutschland vertreten. Und das Ganze mit knapp 900 Mitarbeitern, die tagtäglich unterwegs sind und dann Geräteprüfungen bei den Kunden vornehmen.

  4. Sebastian:

    Hört sich auf jeden Fall schon mal spannend an. Und es ist ja auch schon eine Hausnummer, da 900 Mitarbeiter, 600 Fahrzeuge, da zur Elektrifizierung zu bewegen. Wir hatten ja letztes Jahr die Möglichkeit, uns mit einem Kollegen dazu auszutauschen, wo ich schon so den ersten großen Step gemacht habe. Aber die letzten paar Prozent sind ja dann auch tatsächlich immer so der Flaschenhals, weil da triffst du ja dann auf die wie gesagt mal herausfordernden Streckenprofile wahrscheinlich, aber auch auf die Mitarbeiter, MitarbeiterInnen, die vielleicht nicht so ganz sich von der Elektrifizierung überzeugen lassen. Dennoch ist es euch geglückt. Vielleicht magst du mal da den Step auch hingehen, was hat euch überhaupt angetrieben, in die Elektrifizierung reinzugehen und wie konsequent habt ihr das jetzt durchgezogen? Also vielleicht gibt es auch einen Zeitrahmen dafür, in dem ihr eben diese Umstellung auf E-Autos vollzogen habt.

  5. Florian Döring:

    Also das Thema, du hast es eben schon angesprochen, so die letzten 10, 20 Prozent vom Verbrenner auf das Elektrofahrzeug zu bekommen, das waren nicht unbedingt die, bei denen es am leichtesten funktioniert hat und da, wo es vielleicht am leichtesten umzusetzen war. Das ist korrekt. Grundsätzlich ist es aber möglich. Und jetzt sind wir bei mittlerweile 600 rein elektrischen Fahrzeugen. Und das war schon ein ganz schön... Es war echt ein Abenteuer. Also es hat riesigen Spaß gemacht. Aber man hat eben auch viele Widerstände überwinden müssen. Und du hast das Thema Akzeptanz angesprochen. Da muss ich sagen... Das war für uns jetzt nicht unbedingt die größte Hürde. Ich glaube, viel wichtiger, um diese Akzeptanz zu erreichen, ist es, die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu geben, also die Mitarbeiter abzuholen, nicht einfach zu sagen, hey, jetzt wir elektrifizieren die Flotte, jetzt ist hier das E-Auto, mit dem fährst du jetzt morgen zum Kunden, sondern wirklich die Mitarbeiter abzuholen und ihnen zuhören, da wirklich mit Rat und Tat auch zur Seite zu stehen und das von oben vorzuleben und zu zeigen, dass es funktioniert. Und wenn man das umsetzt im Unternehmen, dass man die Leute abholt, ihnen die Möglichkeiten gibt, sich da zu informieren und das trägt dann am Ende Früchte.

  6. Sebastian:

    Das glaube ich auch, wenn man sich damit beschäftigt und das dann eben auch selbst vorlebt, so von oben herab, so wie du es gesagt hast, also mit gutem Beispiel vorangehen, die anderen folgen lassen dann und dann eben auch emotional ein Stück weit abholen und eben nicht nur sagen, hier, da ist dein neues Auto, fahr mal damit, dann kann das schon funktionieren. Aber habt ihr das intern getrieben? Habt ihr euch von externen Unterstützung dafür geholt, um eben diese Veränderung der Denkweise auch zu bewirken?

  7. Florian Döring:

    Nein, das haben wir von intern. Tatsächlich geht das zurück auf unseren Geschäftsführer, den Herrn Micha Erz. Der hat damit eigentlich angefangen. Und jetzt das eigentlich aus dem Gedanken, wirklich verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen, die wir haben und die wir unseren Kindern hinterlassen. Das war der ursprüngliche Antrieb, das Thema Elektromobilität weiter voranzutreiben. Bei uns ist es so, die Elektromobilität oder beziehungsweise allgemein die Mobilität ist der größte CO2-Treiber bei uns im Unternehmen. Wir haben Berufsstandorte, aber wir sind tagtäglich auf der Straße unterwegs und unsere Fahrzeuge sind das, was unseren CO2-Abdruck bestimmt. Und da ist es am Ende, wenn man den Wunsch hat, da nachhaltiger unterwegs zu sein, eigentlich logisch, dass man auf die E-Mobilität umsteigt. Und dann... war es für die Firma OMS jetzt nicht unbedingt zu sagen, ja, wir stellen jetzt nur einen Teil um und der, wo es unbequem wird, da machen wir es nicht, sondern entweder machen wir es ganz oder wir machen es gar nicht. Und so kam das Ganze dann auch. Und du hast es schon vorhin angesprochen, von oben herab, also von oben nach unten, Wenn mir irgendjemand sagen möchte, er möchte jetzt in seinem Unternehmen die Flotte elektrifizieren und sagt mir selber, ich möchte aber gerne meinen Verbrenner weiterfahren, seinen Geschäftsführer, dann kann ich ihm sagen, das wird nicht funktionieren. Das funktioniert nur, wenn man es von oben nach unten abwickelt. Wir haben das auch so gemacht. Wir haben mit Multiplikatoren gearbeitet. Wir haben den Projektleitern, die ja tagtäglich auch mit den Prüfern in Kontakt stehen, Den haben wir zu allererster Elektrofahrzeuge gegeben, ordentliche Elektrofahrzeuge. Es waren ID.4 und Skoda Enyaq. Und die konnten damit Erfahrungen sammeln. Und auch die Erfahrungen waren eigentlich in der breiten Masse positiv. Und das transportieren sie dann auch an die Mitarbeiter, mit denen sie tagtäglich sprechen. Und die können dann auch ihre Mitarbeiter tatsächlich unterstützen. Dieser ganze Wandel und das Thema Elektromobilität so emotional geladen ist, ist meiner Meinung nach sehr viel Unwissenheit geschuldet. Natürlich funktioniert das Fahren mit einem E-Auto anders als mit einem Verbrenner. Und man muss sich darauf einstellen. Aber wenn man gar nicht weiß, worauf man achten muss, dann erlebt man Frustration. Und wenn man das im Vorfeld in die richtigen Bahnen lenkt, dann... dann gelingt der Umstieg.

  8. Sebastian:

    Das ist ein wichtiger Punkt, so wie du sagst. Das meiste, was wir auch bei uns zurückgespiegelt bekommen, dieses ganze Gebäsche gegen E-Autos, kommt meist von denjenigen, die im positivsten Fall vielleicht einmal an einem stehenden E-Auto vorbeigelaufen sind, aber halt noch nicht selbst drin saßen. Insofern reinsteigen, fahren, Emotionen, Eindrücke miteinander teilen. Und das dürfen ja auch durchaus die in Anführungsstrichen negativen Erfahrungen sein, wo man dann vielleicht eine positive Lösung miteinander gefunden hat, wo man sieht, okay, selbst wenn da mal was schiefläuft, man bekommt das hin. Man bleibt nicht stehen und es geht dennoch voran. Und ich denke, das ist auch ein wichtiger Punkt, um die Mitarbeiter dann schlussendlich auch mitzunehmen und auch die Herausforderung bei der Skalierung auf 100 Prozent anzugehen. Wie seid ihr denn jetzt die letzten Schritte angegangen? Was war denn da so der Punkt? Was war so vielleicht so ein exemplarischer Widerstand, ohne da jetzt jemand an den Pranger zu stellen, aber dann zu sagen, okay, damit haben wir die letzten zweieinhalb Prozent noch rausgeholt?

  9. Florian Döring:

    Ich hole da ein kleines bisschen weiter aus, um das zu sagen. Also diese ganze Transformation zur E-Mobilität, die funktioniert nur mit Ladeinfrastruktur, mit Ladeinfrastruktur vor Ort, am Standort oder zu Hause, dass man morgens in ein volles Auto steigt, in ein vollgeladenes Auto, wenn man eine weite Strecke vor sich hat. Und das ist eigentlich, das muss gewährleistet sein, damit die E-Mobilität zum einen Spaß macht und zum anderen auch wirtschaftlich ist. Und das war jetzt ein Projekt, das wir in den letzten Monaten nochmal verstärkt verfolgt haben. Die Firma OMS hat ihren Mitarbeitern, da wo es wirtschaftlich nötig war, hat sie mit einem nicht unerheblichen Betrag dabei unterstützt, eine eigene Ladeinfrastruktur zu Hause zu schaffen. Das ist dann eine Ladesäule, die gehört danach dem Mitarbeiter und der Strom kann an das Unternehmen abgerechnet werden. Das heißt, wenn ich mein Auto zu Hause lade, kriege ich das Geld was ich kriege, das Geld zurückerstattet. Und Gerade das war jetzt auch ein Projekt, was wir in den letzten Monaten wirklich verfolgt haben, dass wir die letzten Kollegen mit Ladeinfrastruktur versorgen, die dann noch draußen unterwegs sind. Weil das waren oftmals die, die sehr weit gefahren sind, die eher urban wohnen, haben Schwierigmöglichkeiten, irgendwo zu laden. Und da haben wir sehr viele Insellösungen finden müssen und gefunden. Und jetzt sind wir eigentlich im Großen und Ganzen mit allen Soweit, dass die morgens in vollgeladene Autos steigen können. Und das heißt, das eine ist dabei, den Mitarbeiter nicht alleine zu lassen und zu unterstützen dabei, dass er die Ladeinfrastruktur hat und dann eben auch in ein Elektroauto einzusteigen, was ihm Spaß macht. Weil das ist am Ende der Mitarbeiter, es ist ein Arbeitsmittel. Wenn ich ein Arbeitsmittel habe, das für mich nicht ergonomisch ist, wenn ich einen Stuhl habe, der zu hart ist und auf dem ich Rückenschmerzen bekomme, dann habe ich keine Lust zur Arbeit zu gehen. Genauso ist es in dem Fall auch mit dem E-Auto. Das muss mir Spaß machen, damit zu fahren und dann bin ich damit auch gerne unterwegs.

  10. Sebastian:

    Das denke ich auch ein wichtiger Punkt und ihr habt ja auch, das hat ein Kollege letztes Jahr im Podcast oder in der letzten Podcast-Folge auch kundgetan, dass ihr auch bewusst bei der Auswahl der Fahrzeuge darauf geachtet habt, dass sie eben dieses erfüllen auch. Vielleicht kannst du dazu euren Kriterien was sagen, weil da seid ihr auch ganz deutlich und nehmt zumindest von dem einen oder anderen Hersteller auch ein Stück weit Abstand, beziehungsweise entscheidet euch eher positiv für den einen oder anderen dann.

  11. Florian Döring:

    Ja, genau. Also wir haben sehr viele Erfahrungen gemacht. Alfonso hat es im letzten Jahr oder vorletzten Jahr ja auch gesagt, wir sind da sehr breit in den Markt reingegangen, haben von deutschen Herstellern über koreanische auch bis hin... Wir hatten MG bei uns in der Flotte, haben die auch immer noch in der Flotte und haben da wirklich Erfahrung sammeln können. Und mittlerweile sind wir... Sehr stark, also unsere Flotte ist sehr VAG-lastig, das heißt, wir haben sehr viele VW, wir haben jetzt gerade die letzte Charge, da waren 300 Skoda Enyaq, die wir jetzt, die wir gerade noch dabei sind auszuliefern, also da sind wir gerade noch in den letzten Zügen, aber wir sind da sehr VAG-lastig. Nicht, weil wir... weil wir unbedingt immer VW fahren wollen, sondern weil sich für uns jetzt in dem Fall gezeigt, dass es das Praktikabelste war. Wir hatten Herausforderungen mit einem Händlernetz oder mit langen Wartezeiten auf Teilen. Das ist eben bei einem deutschen Hersteller nicht der Fall. Also uns und gerade mir im Fuhrpark ist es wichtig, wenn ein Fahrzeug in der Werkstatt ist, dann muss das schnell wieder raus. Da möchte ich nicht, dass das Fahrzeug zu lange in der Werkstatt steht. Und da ist Teileverfügbarkeit schon auch ein großes Thema und auch ein Händlernetz. Das war eben zum Beispiel eine Herausforderung bei den chinesischen Herstellern. Und natürlich ist es auch immer eine Frage, wie wirkt das auf den Kunden, bei dem wir sind. Wir sind tagtäglich draußen bei dem Kunden. Wir sind hauptsächlich im Mittelstand unterwegs. Und da liegt es für uns auch nahe, dass wir natürlich... Und deutsche Unternehmen, die das Geld auch eben hier im Land wieder reinvestieren, auch zum Teil bei den Kunden, mit denen wir zusammenarbeiten, dann auch mit denen zu arbeiten, auch wenn das nicht das Allgemeine, wenn das nicht alles ist. Wir sind nicht verheiratet, aber es hat sich für uns eben gezeigt, dass diese Fahrzeuge die beste Performance haben. Du hast gesagt, sonst noch die Kriterien. Das Wichtigste für uns ist, auch wenn es nicht unbedingt vom Fahrprofil wichtig ist, wir wollen immer den größten Akku, den das Modell hat. Einfach um, da sind wir wieder beim Thema Mitarbeiter, der Mitarbeiter soll ein gutes Gefühl haben, die Reichweitenangst soll er verlieren. Und da sagen wir, ein Auto muss mindestens im Winter 300 Kilometer auf der Autobahn schaffen. Und das schaffen die VAG-Produkte. Das ist ganz wichtig, damit man auch Vertrauen zu dem Auto aufbaut. Und ansonsten sagen wir, 70 Kilowattstunden sollte die Batterie haben, eben die Reichweite im Winter angesprochen und das Fahrzeug muss von der Karosserieform unseren Anforderungen entsprechen, dass wir genug Platz haben, dass auch wir fahren mit Prüfteams raus, auch vier Leute bequem sitzen können.

  12. Sebastian:

    Und neben den Prüfteams braucht ihr natürlich auch noch ein bisschen Platz für euer Equipment dann, mit dem ihr den Service machen könnt. Deswegen seid ihr da ja auch schon ein Stück weit eingeschränkt in der Auswahl. Aber so wie du gesagt hast, da gibt es ja entsprechende Alternativen dann hier auch aus Deutschland, Europa, die man nutzen kann. Du hattest jetzt eben auch schon die Wahrnehmung der Kunden sozusagen angesprochen, die ja immer indirekt erfolgt, was man so im Hinterkopf behält, was mit euch in Verbindung gebracht wird und wo dann wahrscheinlich ein positiveres Bild entsteht, wenn man eben sagt, VW Skoda taucht damit auf als deutsches Unternehmen mit deutschen Fahrzeugen oder mit europäischen Fahrzeugen unterwegs und eben nicht mit Chinesen über die Breite. Ist denn das, was ihr schon gespiegelt bekommt von den Kunden, dass die das auch wahrnehmen, dass da eine Veränderung bei euch stattgefunden hat oder kommt das erst so Schritt für Schritt aktuell?

  13. Florian Döring:

    Ich habe darüber schon mit einigen Niederlassungsleitern gesprochen und tatsächlich ist das, Es wurde von denen eher als selbstverständlich genommen. Also das ist tatsächlich nichts, mit dem die große und die breite Masse gegangen sind. Das liegt aber sicherlich auch so ein bisschen so an den Werten, die wir verkörpern als Unternehmen, dass wir jetzt nicht sagen, wir wollen, wir wollen und ab dann möchten wir, sondern wir sind eher Wir machen erst mal und jetzt können wir mittlerweile sagen, wir haben oder wir sind ausgestiegen. Wir haben den Vollbrennerausstieg vollzogen und jetzt können wir auch darüber sprechen und unsere Erfahrungen teilen. Und mir ist das auch wichtig, dass man da nicht immer mit dem erhobenen Zeigefinger irgendwo rumgeht. sondern es funktioniert vielleicht auch nicht für jedes Unternehmen. Wir haben Fahrprofile mit unserer und wir sind sehr dezentral aufgestellt und für uns funktioniert das wunderbar, einfach weil wir auch sagen, wir möchten keine 400 Kilometer zum Kunden anfahren, Wir wollen in erster Linie das reduzieren, was nicht notwendig ist, also die Kilometer, die wir fahren. Und das ist erstmal der erste Schritt. Aber die Kunden, da wurde gar nicht groß mit gearbeitet. Für uns ist das eher aus dem Internen, aus dem Intrinsischen kam das eher. Jetzt hat das ja im Laufe der letzten Jahre mit der mit der CO2-Zertifizierung, der CO2-Bepreisung und dem CO2-Fußabdruck, jetzt merken wir, jetzt bringt uns das Vorteile für die Kunden, weil die Kunden mit uns sagen können, wir haben einen unglaublich, in ihrer Lieferkette, wir haben einen unglaublich geringen CO2-Fußabdruck, den sie bei sich in ihr eigenes Produkt mit einwerten müssen. Und das ist tatsächlich jetzt der absolute positive Effekt, den wir daraus mitnehmen. Und jetzt ist das auch ein Thema, das wir gerne mit anbringen können, weil jetzt können wir auch darüber sprechen als jemand, der es vollzogen hat und nicht als jemand, der groß davon redet.

  14. Sebastian:

    Wichtiger Punkt von deiner Seite aus eben genau diese Scope 3 Betrachtung, über die wir ja dann reden, wo auch der letzte Schritt jetzt eben ihr als Lieferant, als Dienstleister mit aufgegriffen werdet und betrachtet werdet. Und du hast es ja eingangs gesagt, der größte CO2-Verbrauch bei euch ist die Flotte, weil mit der seid ihr auf der Straße unterwegs, 600 Fahrzeuge ist die Ansage. Ist das denn auch ein Kostenthema, Kosteneinsparungsthema für euch als OMS, das ihr erzielen konntet? Weil ich sage mal, wir kennen all die Statistiken, wir kennen auch die Vorurteile. Verbrenner sind günstiger, E-Autos sind günstiger. Jetzt haben wir jetzt jemand, der 600 Fahrzeuge umgestellt hat und der das nicht nur aus gutem Willen gemacht hat, sondern am Ende vom Tag muss das auch wirtschaftlich sein oder zumindest mal plus minus mit einer schwarzen Null rausgehen. Hast du da mal ein paar Einblicke?

  15. Florian Döring:

    Auf jeden Fall. Also wie du schon sagst, traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Aber man kann sich das schön rechnen in jede Richtung. Wir haben es jetzt wirklich am Ende. Wir konnten jetzt wirklich Bilanz ziehen und können sagen, wir sind mit den Elektrofahrzeugen günstiger unterwegs, mit den Verbrennern in der kompletten TCO-Betrachtung. Also für uns kostet das Elektrofahrzeug weniger als der Verbrenner. Und das sogar, wenn wir die Abschreibung für die geschaffene Ladeinfrastruktur mit einbeziehen. Das heißt, selbst wenn wir die Ladeinfrastruktur mit reinrechnen und das, was wir dann über den günstigen Ladestrom, den wir ja aus der Steckdose bekommen, einsparen, damit fahren wir am Ende günstiger als mit dem Verbrenner. Und das war nichts, was uns von vornherein klar war. Natürlich sind wir ein Wirtschaftsunternehmen. Aber die Intention war nicht unbedingt, dass wir das aus Kostengründen gemacht haben. Mittlerweile zeigt es sich, dass es die richtige Entscheidung war. Und wir alle wissen, glaube ich, dass sich die Benzin- und Dieselpreise in den nächsten Jahren nicht unbedingt nach unten bewegen werden, zumindest über lange Sicht. Und also kann es eigentlich nur den Weg in diese Richtung geben, weil als Unternehmen ist man einfach auch davon abhängig. Abhängig, dass man Kosten reduziert und also ich kann ganz klar sagen, in unserem Fuhrpark kosten eher Auto weniger als ein Verbrenner. Um das mal genau zu beziffern, in einer kompletten TCO-Betrachtung fahren wir 15 Euro pro Monat pro Fahrzeug günstiger.

  16. Sebastian:

    Hört sich vielleicht erstmal für den einen oder die andere wenig an, aber wenn du es halt über 600 Fahrzeuge skalierst, über die Laufzeit von solchen Fahrzeugen kommt schon ein bisschen was zusammen. Also Florian, vielen Dank. Schönes Beispiel, mit dem ihr da gut vorangegangen seid, um eben auch aufzuzeigen, es kann funktionieren, wenn man will und wenn man es konsequent durchzieht, von oben herab, Mitarbeiter mitnimmt. Mitarbeiter auch intensiviert und da sagt, okay, wir tun was Gutes für die Natur, für den eigenen Geldbeutel schlussendlich auch dann und das kann ja Hand in Hand gehen. Schlussendlich muss sich E-Mobilität dann auch rechnen, gerade im Firmenumfeld, weil sonst kannst du es dir nicht nur aus Gutwill erlauben, auch wenn wir das natürlich alle würden, wenn wir in den Spiegel schauen, aber am Ende vom Tag sind die Zahlen der entscheidende Faktor und da hast du jetzt eben zum Ende auch gut aufgezeigt, dass das auch klappt. Insofern vielen Dank für den Einblick hinter die Kulissen von OMS. Danke. Spannende Einblicke, die uns der Florian direkt aus der Praxis mit 600 E-Fahrzeugen gegeben hat, die sich am Ende vom Tag auch noch rechnen. Definitiv eine Ansage und hoffentlich so, dass du für deinen Alltag was mitnehmen kannst und vielleicht auch deinem Flottenmanager aufzeigen kannst. Der Umstieg auf E-Mobilität lohnt sich und rechnet sich in zweifacher Hinsicht im Geldbeutel als auch bei den CO2-Emissionswerten. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Schaut gerne kommende Woche bei der nächsten Folge des Elektroauto-News.net Podcast wieder ein. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.