Mobilitätsbudget: Mit nachhaltiger Mobilität zu Mitarbeiter-Zufriedenheit

Im Gespräch mit Nicola Büsse, COO und Geschäftsführerin von MOBIKO

MOBIKO ermöglicht Arbeitgebern, die Mobilität ihrer Mitarbeitenden mit einem monatlich Mobilitätsbudget zu managen. Mitarbeitende können ihr Budget flexibel und auf ihre Bedürfnisse abgestimmt einsetzen. Wer grüne Alternativen nutzt, öfter den ÖVP oder Elektromobilität etc. wird dabei belohnt. Wie ein solches Modell im beruflichen Alltag funktionieren kann, welche Stolpersteine gegebenenfalls aus dem Weg zu räumen sind und wie ein Mobilitätsbudget zu mehr Mitarbeiter Zufriedenheit führen kann, das habe ich mit Nicola Büsse, COO und Geschäftsführerin von MOBIKO besprochen.

Dabei sei es den Mitarbeitenden möglich, dass diese ihr Budget flexibel und auf ihre Bedürfnisse abgestimmt einsetzen können. Eigenverantwortlichkeit und Mitarbeiter-Motivation, über das eigentliche Gehalt hinaus, sind somit nicht nur Schlagworte, sondern können gelebt werden.

MOBIKO arbeite laut Aussage von Nicola Anbieterunabhängig. Somit ist es egal, von welchem Anbieter der Mitarbeiter bspw. das E-Bike nutzt, insofern es für ihn in seinem Mobilitätsbudget freigegeben ist. Dies zahlt darauf ein, dass Unternehmen lediglich den Rahmen bereitstellen für die eigenen Angestellten.

In diesem Zusammenhang ist es schön zu sehen, dass MOBIKO mit dem Mobilitätsbudget dem Arbeitgeber ein Mittel an die Hand gibt, nachhaltige Mobilität zu fördern. So können E-Autos und Ladekosten bspw. gezielt im Mobilitätsbudget integriert werden. Tankkosten für Diesel und Benzin werden aber ausgeschlossen. Gleiches gilt bei Leasingkosten für Fahrzeuge. Auch für die mittlerweile ausgelaufene kFw-Förderung von privaten Wallboxen bietet man eine Lösung. Aber ganz ehrlich, dass hörst du dir im Gespräch mit Nicola Büsse am besten selbst an.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität oder besser gesagt in der heutigen Folge mit dem Thema Mobilität beschäftigen. Zu Gast habe ich Nicola Büsse, Geschäftsführerin von MOBIKO. MOBIKO stellt Arbeitgebern im Mobilitätsbudget eine Plattform, eine digitale, zur Verfügung, damit Mitarbeiter mit Bus, Bahn, E-Bike, Fahrrad, Leihwagen usw. zur Arbeit oder davon wegkommen oder sich einfach nachhaltig im Alltag bewegen können. Wie sich das genau zeigt, das erläutert uns Nicola selbst im Gespräch, von daher gehen wir direkt rein in die Folge und ich sage mal so, der KfW-Förderkredit für Wallboxen daheim wird auch zumindest in einer gewissen Art und Weise wieder aufleben gelassen über MOBIKO, wenn man das denn möchte. Aber genug der Vorworte, direkt rein in die Folge, viel Spaß damit. Hallo Nicola, vielen Dank, dass du heute Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über MOBIKO unterhalten. MOBIKO nimmt ja das Mobilitätsbudget für Mitarbeiter, Arbeitgeber in die Hand und will dadurch Mobilität wenig anders gestalten im Alltag. Vielleicht, bevor wir da auf euer Geschäftsmodell, auf euer Unternehmen eingehen, stell dich doch einfach mal selbst kurz vor.

  3. Nicola Büsse:

    Ja, gerne. Hallo Sebastian, ich freue mich auch sehr für die Einladung. Vielen Dank. Genau, mein Name ist Nicola Büsse. Ich bin eine der Geschäftsführerinnen und CEO bei MOBIKO. Und ja, wir sind ein Unternehmen aus München. Es gibt uns jetzt mittlerweile mit dem Produkt seit zweieinhalb Jahren auf dem Markt. Also wir haben im Juli 2019 gestartet. Und die Idee ist tatsächlich bei der Audi Business Innovation GmbH entstanden. Also wir haben so ein bisschen eine bewegte Vergangenheit, sind nicht ganz üblich gestartet, wie man das von Startups kennt. sondern wir sind ausgegründet worden. Also die Idee hat dort ihre ersten, ja, den Ursprung sozusagen gefunden. Es ging eigentlich darum, tatsächlich zu gucken, wie kriege ich diese ganzen Dienstwägen, die so viel in der Gegend rumstehen, Wie kriege ich die sharingfähig? Und der Markt hat uns relativ schnell zurückgespiegelt, gerade im urbanen Bereich, dass der Dienstwagen jetzt nicht mehr unbedingt das präferierte Mittel ist, den Mitarbeitern anzubieten. Und da kam dann eben die Idee zum Mobilitätsbudget. Das war 2017. Und dann haben wir das Ganze vorangetrieben und haben gesagt, okay, das ist so cool und das hat so viel Relevanz. Da müssen wir ein Unternehmen daraus gründen, was auf eigenen Beinen stehen darf und eben dementsprechend sich voll auf dieses Thema fokussieren kann. Und das haben wir dann gemacht, haben das Ganze 2018 ausgegründet und seit 2019 auf dem Markt und sind sehr deutschlandfokussiert erstmals und bedienen ganz unterschiedliche Firmen mit unserem Mobilitätsbudget.

  4. Sebastian:

    Vielen Dank, dass du uns das schon mal abgeholt hast. Jetzt hast du gesagt, euer Hintergrund ist ein Automobilhersteller in dem Sinn oder eine Tochterfirma davon sozusagen. Also eher diese Idee ist entstanden im Umfeld von Audi dann tatsächlich. Und von dort aus dann eben, weil ihr gesagt habt, okay, wir sehen da tatsächlich ein Geschäftsfeld, was wir breiter bespielen wollen sozusagen, jetzt außerhalb dem Audi-Umfeld, ausgegründet worden dann.

  5. Nicola Büsse:

    Genau, ja, wie so oft. Ich vergleiche das immer so ein bisschen wie mit den jungen Bäumen, die im Wald stehen. Da wird da ganz oft ein Zaun rumgezogen, damit die Rehe nicht gleich die neuen Blätter abknabbern. So ist das dann auch gewesen. Also einfach das neue Geschäftsmodell rauszunehmen, eine eigene Firma zu gießen, ein eigenes Team draufzusetzen. um überhaupt der Idee eine Chance zu geben, am Markt sich zu etablieren und natürlich auch den ganz reinen, rohen Market-Check zu kriegen. Ist das überhaupt ein Thema, was wir platzieren können bei Unternehmen und wo wir auch ein wirtschaftliches Unternehmen hochziehen können mit?

  6. Sebastian:

    Jetzt hast du schon gesagt, ihr seid, ich sag mal, mit der klassischen Denke eingestiegen, wie machen wir Dienstwegen sharingfähig, wie können wir mehr Nutzen daraus haben, wenn die denn jetzt mal rumstehen sozusagen oder im Fuhrpark dann, dass man die in die Breite bekommt, habt dann aber relativ schnell tatsächlich gemerkt, dass für Dienstwegen, weniger Bedarf besteht. Wie kam diese Rückmeldung da zustande? Weil ich kenne es jetzt bei uns aus dem Unternehmen, da gibt es diese klassischen Dienstwägen natürlich auch noch. Da könnte ich es mir eher weniger vorstellen, dass wir so Mobilitätsbudget einführen, aber da können wir vielleicht gleich nochmal drauf kommen. Wie war da sozusagen die Rückmeldung zu euch, dass ihr dann auch gemerkt habt, oh, wir müssen da umdenken, das ist vielleicht doch nicht mehr so der Fokus, wie wir in uns theoretisch erdacht haben?

  7. Nicola Büsse:

    Ich glaube, da passiert gerade ganz viel auf unterschiedlichsten Ebenen. Also die Dienstwagenmodelle oder die Jobticketmodelle, das sind natürlich alles sehr lange etablierte Modelle, die ja zum Teil natürlich auch stark bezuschusst werden und dementsprechend ein gewohntes, gelebtes Angebot in Unternehmen ist. Was aber jetzt passiert und das sehen wir ganz deutlich, ist, dass sich natürlich durch ganz viele verschiedene Trends auch die Mitarbeitenden immer mehr Gedanken machen über ihre eigene Mobilität. Und wenn du zum Beispiel mal dein privates Mobilitätsverhalten mit dem Verhalten abgleichst, was dir in der Firma angeboten wird oder was du eben in der Firma erlebst, ist es vor allem im urbanen Bereich ein ziemlich krasser Mismatch. Also im urbanen, wenn ich jetzt, ich bin Münchnerin, ich habe mich da ganz natürlich mit Carsharing und Co. bewegt, natürlich auch mit dem öffentlichen Nahverkehr, weil das halt eine super flexible, auf den Punkt gebrachte Mobilität ist, die ich genau für den Moment gebraucht habe. Also sehr individuell, sehr situativ auch. Und im Unternehmen habe ich aber diese Modelle noch gar nicht. Die sind da noch gar nicht angekommen. Das waren immer sehr, sehr starre Modelle und eigentlich wurde mir immer nur ein Betriebs- oder ein Verkehrsmittel zur Hand gegeben und das konnte ich da nutzen. Und dieser Mismatch hat eigentlich dazu geführt, dass wir gemerkt haben, okay, wenn man mal mit dem Unternehmen spricht und da haben wir natürlich viel mit HR zum Beispiel gesprochen. HR kriegt ja ganz, ganz viel von den Mitarbeitenden mit. dass es da plötzlich einen Mindshift gab, also dass die Mitarbeitenden ihren Arbeitgeber zurückgespiegelt haben und gesagt haben, hey, das ist schön und gut, dass ich vielleicht einen Dienstwagen bekomme oder ein Jobticket, ich brauche aber was anderes. Ich habe irgendwie individuellere und viel mehr Bedürfnisse an Mobilität wie das, was ihr mir bietet. Und das ist jetzt aber auch erst ein Thema, was die letzten Jahre hochkam. Also das kommt natürlich auch massiv damit, weil es einfach mittlerweile so viele alternative Mobilitätsangebote überhaupt gibt. Also vor zehn Jahren hätten wir Mobikunde nicht auf den Markt bringen brauchen. Der Ansatz wäre einfach nicht der richtige gewesen.

  8. Sebastian:

    Ihr werdet halt eurer Zeit, sage ich mal, voraus gewesen, aber aktuell trefft ihr ja ganz gut den Zeitgeist sozusagen dann. Das heißt aber auch, ich sage mal, der Impuls kommt dann weniger aus dem Unternehmen heraus, sondern eher von den Mitarbeitern, die das quasi aus ihrem Alltag, so wie du es ja jetzt auch treffend schon bezeichnet hast, in das Unternehmen hineintragen sozusagen. Und dass dann diese Flexibilität, die sie jetzt auch aus ihrem Alltag kennen, dann quasi im Unternehmen wiedergespiegelt haben wollen. Und da seid ihr quasi dann dieser Mittlerpart zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

  9. Nicola Büsse:

    Ja, beides tatsächlich. Also es kommt immer mehr der Impuls von den Mitarbeitenden, einfach weil die auch an sich selber, also das ist auch ein Generationsthema, ganz klar. Also wenn ich mir jetzt natürlich so die jüngeren Generationen anschaue, die ja auch mit Greta und Co. aufgewachsen sind, die haben einen ganz anderen Anspruch an Nachhaltigkeit und an ihr nachhaltiges Leben, wie das vielleicht die älteren Generationen haben. Und da kommt natürlich ein extremer Push von der Seite, weil die natürlich auch sagen, hey, wenn ich bei einem Arbeitgeber anfange, dann will ich auch wissen, wie nachhaltig ist der wirklich? Schreibt er sich das nur auf die Fahne oder lebt er das auch? Und auf der anderen Seite steht natürlich schon der Arbeitgeber, der am Ende des Tages so einen Mobilitätszuschuss oder so einen Benefit auch aus ganz expliziten Gründen einführt. Also wir haben natürlich einen Haufen Arbeitgeber, die auf uns zukommen, da waren die Mitarbeiter noch gar nicht involviert und die sagen zum einen, entweder ich habe so einen Wildwuchs an Angeboten, die kriege ich nicht mehr so richtig gemanagt und da habe ich eigentlich auch gar nicht mehr so eine Transparenz darüber, was ich eigentlich anbiete und wer das nutzt. Also einfach eine Prozessoptimierung hinzubekommen und vielleicht auch gewisse Angebote loszuwerden, weil ich mit so einem Budget natürlich sehr, sehr viel bündeln kann. Also reine prozessuale Sicht auf die Dinge und natürlich aber auch eine Kostenperspektive. Also ich will natürlich auch wenn ich etwas einführe, als Unternehmen versuchen, irgendwo auch Kosten zu sparen oder einen Kostendeckel einzuziehen. So ein Budget hat natürlich einen hervorragenden Charakter, dass es erstmal ein Budget ist, einen Deckel setzt, eine Grenze sozusagen. Und da kann ich natürlich auch die Mitarbeitenden ein Stück weit wieder ein bisschen mit in die Verantwortung mit reinnehmen und sagen, hey, du hast zwar hier ein Budget, hast aber einen Deckel, innerhalb des Budgets darfst du dich gerne frei bewegen, aber ich als Arbeitgeber weiß einfach, dass an einer bestimmten Grenze ist Schluss. Und da kommen die natürlich auch her.

  10. Sebastian:

    Okay, ja, ist schon mal interessant zu sehen, dass dann doch beide Richtungen sozusagen beeinflussen, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, dass da auch die Erkenntnis von den Arbeitgebern kommt, sei es jetzt um Kosten zu deckeln oder schlanker zu gestalten sozusagen, als aber auch eben diese Nachhaltigkeit dann auch tatsächlich vorzuleben und nicht nur in einem Flyer oder in einem Mission Statement dann sozusagen unterzubringen. Vielleicht in dem Zusammenhang Mobilitätsbudget. Erläuter uns mal, wie MOBIKO Mobilitätsbudget definiert sieht und wie das in der Praxis dann sozusagen zum Einsatz kommen könnte, dass wir das einfach mal ein wenig greifbarer auch noch für uns bekommen, für die Hörer, Hörerinnen.

  11. Nicola Büsse:

    Ja, also wir sind im Grunde genommen ein Softwareunternehmen. Wir haben ein digitales Mobilitätsbudget erstellt. Das ist eine Plattform, die es den Arbeitgebern auf der einen Seite überhaupt mal möglich macht, ein Mobilitätsbudget herzustellen. zu definieren, an die Mitarbeiter auszugeben sozusagen und vor allem die Budgets korrekt abzurechnen. Wir sind ein Mobilitätsbudget, was über das Gehalt rückerstattet wird. Das bedeutet, wenn ich als Arbeitgeber meine Mitarbeiter etwas zusätzlich zum Gehalt gebe, einen Zuschuss, einen Benefit, Dann sagt in Deutschland der Geldwertevorteil ganz schnell, bitte versteuere mich. Und das kennen wir auch aus dem Dienstwagen, das kennen wir von den Diensträdern. Und da gibt es einfach unterschiedlichste Regelungen, wie ich diesen Geldwertenvorteil versteuern muss. Und das ist tatsächlich das Herzstück von MOBIKO, dass wir eine Software entwickelt haben, mit der ich als Arbeitgeber überhaupt das Budget aufstellen kann. Mitarbeiter zur Nutzung einladen kann, also Mitarbeiter verwalten kann und vor allem dann das Mobilitätsbudget sich darum kümmert, was hat denn der Mitarbeiter da eigentlich genutzt und wie muss das auch rückerstattet werden, in welcher korrekten Versteuerung. Der Mitarbeiter selber, für den ist es super straightforward, sprich der wird eingeladen, sobald der Mitarbeiter sich registriert hat, sieht er in seiner Mobile-App oder in seiner Web-App, wie viel Mobilitätsbudget er von seinem Arbeitgeber bekommt. Das ist erstmal virtuell, also da bekommt nicht jemand einfach irgendwie 100 Euro überwiesen und das darf er nutzen, sondern es ist ein virtuelles Budget. Ich als Mitarbeiter lege dann los, setze mich in die Bahn, nutze Carsharing, hole mir einen Mietwagen, was auch immer. Zahl dafür, bekomme die Rechnung und die Rechnung reiche ich bei MOBIKO ein. Und dann kümmert sich, wie gesagt, der Algorithmus im Hintergrund um alles, also prüft, wie viel Budget hat der Mitarbeiter, was hat er genutzt und gibt es eventuell im deutschen Steuerrecht hier eine Steuerbefreiung oder eine Steueroptimierung, die ich nutzen kann, um eben diese Mobilitätsausgaben bestmöglich rückzuerstatten. Und das macht alles MOBIKO. Also wir schauen natürlich, dass es auch in der Lohnabrechnung alles automatisiert aufschlägt sodass eben auch keine hohen Prozesse sozusagen bei dem Arbeitgeber dann auch stattfinden. Genau, und der Mitarbeiter bekommt dann sein genutztes Mobilitätsbudget im nächsten Monat über das Gehalt rückerstattet und dann fängt der Zyklus sozusagen wieder von vorne an. Vielleicht noch eine Ergänzung. Wir sind mit MOBIKO ein anbieterunabhängiges Budget. Das bedeutet, dadurch, dass der Mitarbeiter eben die Rechnung ein- oder hochlädt, kann der Mitarbeiter wirklich jegliche Mobilitätsdienstleister nutzen. Also das ist ganz gleich, ob der in Bielefeld, in Berlin, in München, in Stuttgart oder in New York gerade unterwegs ist. Solange es eine gescheite Rechnung gibt oder eben ein Ticket vom Automaten, kann er das eben auch nutzen und dementsprechend in MOBIKO hochladen.

  12. Sebastian:

    Das heißt tatsächlich im Umkehrschluss, es gibt wahrscheinlich vorher dann so einen gewissen Regelrahmen, wo man sich bewegen darf, was dann genutzt werden darf. Ich sage mal, ihr stellt zur Verfügung, du kannst Bahn, Bus, E-Bike fahren, aber Leihwegen sind ausgeschlossen beispielsweise. Und dann würde euer System im Hintergrund eben auch erkennen, okay, von den ersten drei Themen, die Rechnungen sind freigegeben, schon mal, weil die in diesem freigegebenen Fortbewegungsmittel sind. Leihwegen waren ausgeschlossen, kann da zwar eine Rechnung einreichen, wird aber abgelehnt dann sozusagen.

  13. Nicola Büsse:

    Genau, also der Arbeitgeber, das ist super wichtig und das ist ja auch das, was wir mit MOBIKO erzeugen wollen. Das soll natürlich nicht eine Flatrate für schlimmes Mobilitätsverhalten plötzlich sein, sondern natürlich hat der Arbeitgeber in seiner Rolle, auch in seiner Vorbildfunktion die Möglichkeit und da engagieren wir oder befähigen wir den Arbeitgeber auch, seine Nachhaltigkeitsstrategie auch in gewisser Weise in Mobilcodes abzubilden. Also er soll sein Mobilitätsbudget auch so ausrichten, dass das eine sinnvolle, nachhaltige Mobilität auch unterstützt. Sprich, ich kann ganz konkret als Arbeitgeber anklicken im Budget, was soll denn der Mitarbeiter alles einreichen dürfen. Und da kann ich mich wirklich komplett austoben von Personennahverkehr bis über alles Sharing, bis Laden, Tanken, Mietwägen, Autoabos, Fahrradabos, Bikesharing. Da gibt es alles auszuwählen, was so das deutsche Mobilitätsmarkt so hergibt. Und dann wird dem Mitarbeiter tatsächlich auch nur diese Kategorie freigeschaltet und angezeigt. Also der kann erstmal gar keine anderen Ausgaben dann einreichen, weil er eben praktisch dann vom Arbeitgeber so eingeschränkt wurde sozusagen.

  14. Sebastian:

    Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass sich das tatsächlich Mitarbeiter individuell treffen kann. Ich sage mal, meinen Außendienstler, den kann ich jetzt ein wenig mehr Freiraum geben, weil der halt vielleicht, ich sage mal, mehr in der Stadt, in München unterwegs ist, dort mehr Strecke zurücklegt. Deswegen braucht er auch ein höheres Mobilitätsbudget als jetzt in Anführungsstrichen die einfache Sachbearbeiterin, die einfach am Morgen zur Arbeit und wieder zurückkommen muss.

  15. Nicola Büsse:

    Ja, genau. Also das ist auch das, was wir mit MOBIKO gelernt haben. Wir sind ein Tool, was extrem individualisierbar ist. Und das ist eben auch die Realität in Unternehmen. Also es gibt keine homogenen Mitarbeitergruppen, sondern ein Unternehmen besteht aus unterschiedlichsten Mitarbeiterzielgruppen, die unterschiedliche Bedürfnisse haben. Und das kann ich in Budgetgruppen abbilden. So machen wir das bei uns. Sprich, ich baue oder entwickle oder stelle unterschiedliche Budgetgruppen auf. Und diese Budgetgruppen werden dann eben die Mitarbeiter denen zugeordnet. Und so kann ich zum Beispiel auch sagen, hey, eine Budgetgruppe darf zum Beispiel nur den Personennah- und Fernverkehr nutzen und die bekommen im Monat vielleicht 60 Euro bezuschusst. Und ich habe vielleicht auch meine dienstwagenderechtigten Mitarbeiter bezuschusst. die bekommen mehrere hundert Euro oder es gibt einen, der auf sein Dienstwagen verzichtet und bekommt als Äquivalent eben ein viel, viel höheres Mobilitätsbudget und der hat ja vielleicht andere Mobilitätsoptionen offen wie jemand anderes. Also da kann ich sehr individuell vorgehen. Wir haben aber natürlich auch Unternehmen, die ein Budget für alle einführen und einfach sagen, ja, gleiches Recht für alle und dementsprechend jeder sozusagen die gleichen Rahmenbedingungen bekommt.

  16. Sebastian:

    Sehr interessant. Ich denke gerade dieser Ansatz da, diese extreme Individualisierbarkeit ist dann schon so der Ansatzpunkt. Da geht es ja immer mehr auch im Alltag bei allem so einzigartig und so will man ja auch behandelt werden. Und das ist ja auch von der Wertschätzung für den Mitarbeiter, dass man sich Gedanken darüber macht und sagt, ja, kann ich gewiss steuern. Es ist ja auch ein Benefit für eine Personalabteilung. Um Mitarbeiter, ich sag mal das Thema Gehaltsverhandlungen und so, da gibt es ja vielleicht nicht immer sozusagen die Möglichkeiten zu sagen, ich stufe dich da jetzt noch eine Stufe hoch oder mach was, aber man könnte ja dann auch über euer System sagen, gut, du kriegst jetzt halt ein höheres Mobilitätsbudget, kannst das dann dafür nutzen und hast dadurch ja auch ein bisschen mehr Flexibilität in deinem eigenen Alltag wieder. Was ja dem Arbeitgeber vielleicht nicht so arg wehtut, weil es aus einem anderen Topf dann wieder kommt, aber trotzdem dem Mitarbeiter gegenüber auch eine gewisse Wertschätzung mit sich bringt. Wird sowas auch in Unternehmen genutzt zur Steuerung der Mitarbeiterzufriedenheit und Entwicklung?

  17. Nicola Büsse:

    Absolut. Also ich würde sagen, das ist mit einer der immer präsenten Gründe tatsächlich. Also neben vielen weiteren Gründen ist das natürlich, gerade aus der HR-Abteilung heraus, will ich einen Benefit einführen, der tatsächlich sehr, sehr, sehr viele Mitarbeiter glücklich macht und ich eben viele Mitarbeiter damit erreiche. Weil es gibt nichts Frustrierenderes, als sich lange Gedanken über einen Benefit zu machen, was einzuführen, sehr, sehr viel Herzblut reingesteckt zu haben als HR-Abteilung Eher so verhaltene Reaktionen aus der Belegschaft zu bekommen. Von daher, das ist ein wichtiger Aspekt. Das erzeugt MOBIKO insofern automatisch, weil ich eben sehr, sehr viele Mobilitätsbedürfnisse inkludieren kann damit und ich eben nicht kategorisch ausschließe, beziehungsweise kategorisch sage, hey, ich... Führe jetzt zum Beispiel nur, und das ist aber trotzdem schon super gut, ich führe jetzt nur ein Jobticket ein und dann erreiche ich vielleicht wieder 50 Prozent der Belegschaft nicht. Also es geht im großen Maße darum, natürlich eine Employee-Happiness herzustellen. Und aber auch, und das ist auch wieder ein Generationsthema, wir sind ja alle sehr, wir wollen unsere eigenen Verantwortung übernehmen. Wir wollen irgendwie selber bestimmen dürfen, nichts schlimmer als jemanden einzuschränken. Und das kann ich damit natürlich auch ausdrücken, indem ich sage, klar, ich stelle einen gewissen monetären Rahmen. Aber im Grunde genommen gebe ich dir als Mitarbeiter wieder deine Verantwortung zurück. Du sollst dich proaktiv mit dem Thema auseinandersetzen und natürlich für dich auch versuchen, einen guten Weg zu finden, dein Budget nachhaltig und flexibel zu nutzen. Und das ist ja auch super wichtig, dass ich den Mitarbeiter wieder ein Stück reinhole in die Verantwortung und ihn auch entscheiden lasse.

  18. Sebastian:

    Ich denke gerade diese Eigenverantwortlichkeit, die du jetzt ansprichst, ist echt auch wirklich in der Wertschätzung dann von den Mitarbeitern, dass man sagt, man vertraut dir hier, du kriegst zwar den gewissen Rahmen dann sozusagen von uns gesteckt, kannst dich da aber dann frei bewegen. Vielleicht gepaart noch mit einer Firmenpolicy, dass man sagt, Nachhaltigkeit denken wir in die und die Richtung, aber wie du es für dich ausprägst, ist dann auch dir relativ frei überlassen, ist dann schon ein sehr guter Ansatz. Jetzt seid ihr ja 2019 dann sozusagen in den offiziellen Start gegangen mit eurem Unternehmen, habt da jetzt bestimmt auch schon Erfahrungen am Markt sammeln können. Wie wird es denn angenommen, euer Mobilitätsbudget? Ist das eine schwierige Hürde jetzt gerade mal bei in Anführungsstrichen alteingesessenen Unternehmen damit umzugehen? ich sag mal, Fuß fassen zu wollen, das auch vorzustellen. Ich denke, bei einem Startup, wo relativ jung ist, wo wir vielleicht auch jüngere Charakter haben, da braucht man gar nicht so viel Argumente, um das Ganze zu verkaufen, könnte ich mir jetzt vorstellen. Aber wenn du jetzt bei einem alteingesessenen Mittelständler oder Kleinunternehmen da reinkommst, ist es ja vielleicht dann schon von der Art der Kommunikation oder wie ihr dann euer Produkt da auch an den Mann oder Frau bekommt, schon schwieriger. Kannst du da mal ein paar Eindrücke mitgeben?

  19. Nicola Büsse:

    Ja, gerne. Ja, es ist auf jeden Fall eine wahnsinnig interessante Entwicklung, die wir jetzt gerade vor allem auch in den letzten Monaten hingelegt haben. Also wir sind mit 2019, wie gesagt, eingestiegen und die Unternehmen, die mit uns 2019 an den Start gegangen sind, das waren totale Vordenker-Unternehmen. Also die haben verstanden... ich muss was an meiner Mitarbeitermobilität ändern, ich kann nicht auf staatliche Regulierungen warten, sondern ich bin als Arbeitgeber ein Vorbild für viele meiner Mitarbeiter und kann mit meinem Handeln Veränderungen erzeugen. Und das waren aber am Anfang schon, wie du schon beschrieben hast, die sehr urban geprägten Unternehmen, tatsächlich sehr mit digitalen denkenden Mitarbeitern, die natürlich auch digitale Tools schon geschätzt haben und die einfach wussten, okay, ich bin vielleicht auch mit meinem Unternehmen an mehreren Standorten, ich brauche was, was mit mir mitwächst und was einfach viele Mitarbeiter verwalten lässt. Von daher war das am Anfang noch sehr erklärungsbedürftig. Da will ich überhaupt nichts schönreden, sondern wir sind auch 2019 auf einer Messe gestanden und wurden bei Mobilitätsbudgets eher angeguckt, ob wir irgendwelche Mobilfunkverträge verkaufen. Da war das Thema noch total frisch. Ich würde fast sagen, dass wir da zu früh noch waren. Wir sind ja eigentlich fast nur in der pandemischen Lage mit unserem Unternehmen bisher unterwegs gewesen. 2020 hat das ja schon alles angefangen. Und da war das natürlich dann erstmal schon so eine, okay, was passiert denn jetzt mit so einem Mobilitätsbudget-Anbieter, wenn jetzt eine Pandemie um die Ecke kommt, die sagt, ihr seid, bleibt jetzt mal alle zu Hause. Und haben aber gemerkt, dass das ein totaler Push war, weil die Unternehmen tatsächlich sich dann noch mehr Gedanken machen mussten, was passiert plötzlich, wenn meine Mitarbeiter nicht mehr im Headquarter sind jeden Tag. sondern wenn die von zu Hause aus arbeiten. Also da machen Benefits wie Live-Cooking oder Bügel-Service am Headquarter halt gar keinen Sinn mehr. Also das brauche ich dann nicht mehr, weil die Mitarbeiter da nicht mehr sind. Also dieses Thema Flexibilität und New Work hat einen extremen Einfluss auf das Mobilitätsbudget gehabt. Und nicht zuletzt natürlich Regulierungen, die jetzt kommen. Also CO2-Bepreisung, wo einfach Unternehmen jetzt wirklich gucken müssen, was für Assets habe ich im Unternehmen, wie müssen die kalkuliert werden, was für Kosten kommen auf mich zu, wie pendeln meine Mitarbeiter, kann ich das Pendeln irgendwie grüner gestalten, damit im Unternehmen weniger Kosten entstehen. Das sind jetzt ganz viele Regulierungen. Movements und Trends, die dafür gesorgt haben, dass das Thema tatsächlich jetzt bei den großen Unternehmen angekommen ist. Also wir haben von der Kundenstruktur schon eher so die smarten, digitalen First Mover gehabt am Anfang. Viele Unternehmensberatungen, die sind einfach da... Teilweise weit voraus. Und jetzt kommt das aber wirklich in den großen Unternehmen an. Also wirklich mehrere tausend Mitarbeiter, konservative Unternehmen, die sehr stark dienstwahngeprägt sind und die plötzlich ein Umdenken anregen. Also es kommt auch aus dem Fuhrpark selber heraus, die uns wirklich kontaktieren und sagen, hey, ich habe verstanden, da muss ich jetzt was ändern. Helft mir mal. Wie kann ich was ändern? Und das sind natürlich längere Prozesse, brauchen wir uns auch nicht in die Tasche glühen. Das dauert einfach lange, bis da so ein Mindchange auch stattgefunden hat. Aber das kommt gerade von allen Seiten. Und da bin ich sehr gespannt, wie sich das Thema insgesamt auch weiterentwickeln wird. Aber wir sehen einen riesen Push und wollen das natürlich dann immer stärker auch platzieren.

  20. Sebastian:

    Ja, ich denke, da kommt jetzt auch einiges zusammen, so wie du ja schon aufgeführt hast. Wir haben Flexibilität, die jetzt gefordert wird über New Work im Sinne von mobiles Arbeiten, egal ob ich das jetzt von daheim aus mache, vom Coworking Space oder dann doch wieder im Unternehmen, die Regulierung, die jetzt mit reinkommt, CO2-Bepreisung. Jetzt kommt das ganze Thema mit tatsächlich Ukraine, Russland, was sich auf unsere Preise, ich sage mal, Benzin niederschlägt. Da überlegt man sich ja jetzt auch schon mal, Die fünf Kilometer könnte ich vielleicht doch mit dem E-Bike fahren oder setze mich mal einen Bus rein, anstatt dafür 2,40 Euro hier mittlerweile Liter Suppe zu tanken. Also das sind so Themen, die greifen ja dann ganz gut oder also pushen ja leider nicht. Leider im Sinne für die Gesellschaft, sage ich jetzt mal, aber gut für euch, das Thema Mobilitätsbudget dann auch nochmal deutlich nach vorne, weil da einfach dann auch nochmal gezeigt wird, hör zu, es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten, als dich in deinen Verbrenner reinzusetzen. Du kannst E-Bike fahren, du kannst Bus und Bahn nutzen im urbanen Umfeld.

  21. Nicola Büsse:

    Ja, und gut für die Umwelt auch.

  22. Sebastian:

    Genau, richtig.

  23. Nicola Büsse:

    Also muss man ganz klar sagen, auch diese Benzinpreise, ja, die tun uns weh. Aber am Ende des Tages bin ich auch der Meinung, ja, positive Incentivierung. Aber wenn gewohnte Verhaltensmuster aufgebrochen werden, dann eben auch wegen solchen krassen Veränderungen, die uns plötzlich wehtun. Und wo ich sage, okay, jetzt überlege ich echt mal, muss ich jetzt mit dem Auto in die Berge fahren oder kann ich mich einfach hier in die Bob setzen und werde bequem nach Garmisch gefahren. So. Und das ist schon spannend. Also tatsächlich diese verschiedenen Themen, die da gerade aufeinander eingehen.

  24. Sebastian:

    Definitiv. Ich denke gerade immer, meine Großmutter hat immer gesagt, aus Schmerz lernt man mit am besten und das ist sowas. Und in dem Fall tut es halt dem Geldbeutel weh. Und ich sage mal so, in meinem Freundeskreis habe ich die Woche schon zwei Gespräche geführt, wo es um Neuwagen geht und wo dann auf einmal das Thema E-Auto dann wieder noch attraktiver schien. Vorher war das dann immer so die Reichweiten-Diskussion. Aber wenn man dann halt mittlerweile die Kosten, ich sage mal vom Unterhalt pro 100 Kilometer vergleicht mit einem Verbrenner, Da wird dann so eine Geschichte attraktiver. Also das wird uns auch nochmal einen Push in die Richtung E-Mobilität geben. Das ist vielleicht auch so ein Anknüpfungspunkt, den wir jetzt mal mit MOBIKO verbinden können. Was macht ihr oder wie könnt ihr die Mobilität in Richtung E-Mobilität, ich sag mal pushen, könnt ihr da auch was dazu beitragen? Wird das auch von Arbeitgebern genutzt und wenn ja, wie? Vielleicht kannst du da auch was ausführen.

  25. Nicola Büsse:

    Also zum einen nutzen das die Arbeitgeber tatsächlich im Rahmen des Mobilitätsbudgets, dass die zum Beispiel ganz explizit sagen, Tankkosten, also reine Benzin- oder Verbrennertankkosten, die unterstütze ich nicht. Aber zum Beispiel Ladekosten unterstütze ich. Also das darfst du gerne einreichen. Oder wir haben zum Beispiel früher immer noch eine Kategorie Leasing gehabt. Das war überhaupt nicht spezifiziert, sondern da konnten einfach Mitarbeitende natürlich auch ihr Privatleasingkosten einreichen. Und aufgrund von vielfachem Wunsch unserer Kunden, die dann auch gesagt haben, hey, könnt ihr das nicht ein bisschen unterteilen, weil Verbrenner-Leasing will ich nicht unterstützen, aber ein E-Leasing will ich gerne unterstützen. Und tatsächlich kann das der Arbeitgeber sehr stark konfigurieren. Mittlerweile, und das ist ungefähr seit zwei, drei Monaten, können wir im Tool auch die Wallbox-Installationskosten für Privatpersonen sozusagen auch abbilden, sprich abbilden, Der Staat hat hier auch eine Möglichkeit geschaffen, wenn der Arbeitgeber sagt, hey, wenn du dir als Privatperson eine Wallbox installierst zu Hause, dann möchte ich das gerne bezuschussen, ich möchte dir da gerne mit den Kosten helfen. Und da kann der Staat, hat dann gesagt, okay, ihr als Arbeitgeber dürft den Geldwertenvorteil eben mit 25 Prozent jetzt hier pauschalieren in dem konkreten Fall. Sprich, da kann ich auch wiederum als Arbeitgeber sagen, ich würde gerne nicht nur bei den Dienstlagenberechtigten, sondern insgesamt bei meinen Mitarbeitern, die ein Mobilitätsbudget bekommen, möchte ich gerne fördern, dass ihr über einen Wechsel vielleicht auf ein E-Fahrzeug nachdenkt, weil ich bezuschüsse euch auf die Wallbox mit dem Mobilitätsbudget. Und das ist natürlich jetzt auch gerade relativ relevant geworden, nachdem ja auch die Förderung ausgelaufen ist für die Privatpersonen, für die Wallbox. Deswegen kann ich da auch wieder als Arbeitgeber die Rolle einnehmen und das dann auch bezuschussen. Genau, und weiterhin kann ich auch über das Mobilitätsbudget für die Dienstwagenberechtigten zum Beispiel auch die Ladekosten abrechnen. Also da gibt es einige Möglichkeiten, wo ich dann auch wirklich als Arbeitgeber da nochmal ein Stück weit Richtung E-Mobilität pushen kann.

  26. Sebastian:

    Ja, sehr schön, dass ihr das da auch so aktiv abbildet und dadurch auch steuern könnt, aber auch vor allem eine gute Rückmeldung, sage ich mal, vom Markt oder von den Kunden von euch, die das nutzen, dass sie auch sagen, wir gehen gezielt da rein und wollen dann quasi Verbrenner weniger fördern als beispielsweise reine E-Autos oder Plug-in-Hybride, dass das auch tatsächlich schon so aktiv genutzt wird. Ich glaube, das ist ein gutes Instrument, um das dann auch tatsächlich an der Quelle sozusagen zu steuern, vielleicht ergänzt um Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber selbst, um das Bild dann auch noch rund zu machen sozusagen. Also ein sehr guter Eindruck. Jetzt noch vielleicht zum Abschluss die Frage, wie verdient MOBIKO sein Geld? Kriegt ihr eine monatliche Pauschale von dem Arbeitgeber, der euer System nutzt? Rechnet ihr pro Nutzer ab? Einfach, dass wir da vielleicht, ich sage mal für interessierte Unternehmen, die jetzt zuhören, damit die so eine grobe Hausnummer haben, was könnte denn da auf uns zukommen? Zusätzlich zu dem Budget, was wir zur Verfügung stellen an Kosten für Unterhalt und Nutzung von Mobicos Mobilitätsbudget.

  27. Nicola Büsse:

    Ja, gerne. Also wir sind ein Software-as-a-Service-Geschäftsmodell. Das bedeutet, dass wir Lizenzgebühren pro aktiven Nutzer pro Monat verlangen. Sprich, wenn ein Arbeitgeber sich für MOBIKO entschieden hat, dann kann er ja seine Mitarbeiter einladen auf der Plattform und wir rechnen immer die aktivierten Nutzer ab pro Monat. Die Lizenzgebühr variiert tatsächlich, je nachdem auch welches Produkt man bei MOBIKO wählt. Und da liegt man beim Nutzer pro Monat zwischen 1,80 Euro und 9,90 Euro. Das kommt, wie gesagt, auf das Produkt und vor allem auch darauf an, wie viele Nutzer auf die Plattform geschmissen werden. Je mehr Nutzer drauf sind, desto mehr freut es uns und desto günstiger wird es natürlich für den Arbeitgeber. Genau, darüber verdienen wir Geld. Wir haben noch eine klassische Setup-Gebühr, die man auch aus dem Softwareumfeld kennt, sodass wir dann eben natürlich auch das Onboarding proaktiv und gut und lange mit begleiten können.

  28. Sebastian:

    Vielleicht sind wir gerade doch noch nicht ganz fertig, aber zum Thema Onboarding. Alteingesessene Unternehmen, Betriebsrat, solche Themen. Geht ihr da auch in die Aufklärung, sucht da den Kontakt, unterstützt die Arbeitgeber, die sowas einführen wollen? Ich meine, das ist ja erstmal grundsätzlich was total Positives, da eine Veränderung zum Guten für die Mitarbeiter herbeizuführen. Aber da würdet ihr auch dabei unterstützen und dann eben auch so Cases, wie du sie jetzt vorgebracht hast, aufzeigen können.

  29. Nicola Büsse:

    Ja, absolut, das machen wir. Das ist tatsächlich auch einer unserer, ich würde sagen, auch USPs beim MOBIKO. Wir haben ein extrem wissendes und motiviertes Team und wir wissen, dass das beim Arbeitgeber manchmal natürlich auch die eine oder andere Überzeugungsrunde braucht und nichts Besseres, als den Dienstleister dann dabei zu haben, der einfach weiß, wovon er spricht. Von daher, das unterstützen wir super gerne und wir haben natürlich einfach mittlerweile echt viele Erfahrungswerte von vielen verschiedenen Kunden und können da einfach wirklich gute Überzeugungsarbeit leisten und da den einen oder anderen Schritt ein bisschen leichter machen.

  30. Sebastian:

    Ja, hört sich gut an. Dann sage ich erstmal vielen Dank für die Eindrücke von MOBIKO, Nicola, dass du da so einen Blick hinter die Kulissen freigegeben hast, wie ein Mobilitätsbudget dann tatsächlich nachhaltig auch was verändern kann im Unternehmen, für den Mitarbeiter, für die Umwelt schlussendlich. Und vielleicht tauschen wir uns da einfach in einem halben, dreiviertel Jahr nochmal aus. Und du berichtest mal, diese alteingesessene Unternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitern, wie es denn da so gelaufen ist, wie es da angenommen wird. Einfach, dass wir da noch so ein bisschen mehr Rückmeldung aus der Praxis tatsächlich erhalten.

  31. Nicola Büsse:

    Ja, super gerne. Das machen wir. Und vielen Dank für die Einladung und das schöne Gespräch.

  32. Sebastian:

    Ja, vielen Dank für deine Zeit. Bis bald. Tschüss.

  33. Nicola Büsse:

    Ciao.

  34. Sebastian:

    Das war sie also auch schon wieder, die aktuelle Folge des elektroturnews.net Podcast. Ich freue mich, dass du diese Woche wieder zugehört hast, wenn wir uns zum Thema Mobilität sozusagen ein wenig mehr ausgetauscht unterhalten haben und da auch neue Möglichkeiten erfahren haben, wie man Mobilität im Umfeld der Arbeit eben auch denken und leben kann. Wenn dir die Folge gefallen hat, hinterlassen Sie uns ein positives Kommentar bei iTunes oder Spotify und mehr Infos wie immer in den Shownotes zum Artikel. Bis dahin, mach's gut, ciao.