Mazda: Right-Sizing war gut – jetzt kommt mehr Reichweite

Im Gespräch mit Christoph Völzke, Produkt- und Unternehmenskommunikation bei Mazda Deutschland

Im Gespräch mit Christoph Völzke, Supervisor für Produkt- und Unternehmenskommunikation bei Mazda Deutschland, ging es nicht nur um Modelle und Motoren, sondern vor allem um Haltung, Strategie und das Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt und ressourcenschonendem Denken. Christoph ist seit gut zweieinhalb Jahren bei Mazda und bringt fundierte Erfahrung aus der Automobilkommunikation mit.

Mit ihm habe ich unter anderem über den Einstieg von Mazda in die Elektromobilität gesprochen – und den MX-30, das erste reine Elektroauto der Marke. Der kompakte Stromer setzte auf Right-Sizing, also bewusst kleine Akkus, um Ressourcen zu sparen. „Es geht nicht nur darum, wie man von A nach B kommt, sondern welche Ressourcen man für die Produktion überhaupt braucht“, erklärte Christoph. Der MX-30 sei ein guter Start gewesen, werde aber nun nicht mehr fortgeführt. Stattdessen hat Mazda mit dem neuen Mazda 6e die nächste Evolutionsstufe gezündet.

Der Mazda 6e ist ein Schrägheckmodell mit zwei Batterievarianten (68,8 und 80 kWh), WLTP-Reichweiten von bis zu 552 Kilometern und klarer Positionierung im oberen Kompaktsegment. Gebaut wird das Modell im Joint Venture mit ChangAn in China. Der Einstiegspreis liegt bei 44.900 Euro. „Für das, was man serienmäßig bekommt, ein sehr gutes Angebot“, wie Christoph betonte.

Neben der konkreten Produktoffensive ging es im Gespräch auch um Mazdas Multi-Solution-Ansatz – eine Art technologieoffene Roadmap. Mazda setzt dabei nicht einseitig auf batterieelektrische Autos, sondern bietet weiterhin effiziente Verbrenner, Plug-in-Hybride und Vollhybride an. Auch der serielle Plug-in-Hybrid MX-30 R-EV wurde genannt. Ein eigenes Mazda-Hybridsystem (MHS) soll ab 2027 in der nächsten Generation des CX-5 eingeführt werden.

Dieser flexible Ansatz sei laut Christoph notwendig, weil Märkte wie die USA, Australien oder Teile Asiens andere Anforderungen hätten als Europa. Dabei wolle man aber keine Kompromisse bei Effizienz und Ressourcennutzung eingehen. „Durch gemischte Produktionslinien und starke Partnerschaften wie mit Panasonic Energy schaffen wir die Balance zwischen Flexibilität und schlanker Ressourcennutzung“, so Christoph.

Mazda plant, von 2025 bis 2027 einen „Übergang zur Elektrifizierung“ zu gestalten und dann zwischen 2028 und 2030 die Einführung weiterer BEVs deutlich zu beschleunigen. Dass gerade chinesische Marken den europäischen Markt unter Druck setzen, nimmt Mazda ernst. Christoph sieht die Stärke der Marke jedoch in Design, technischer Innovation und einem Angebot, das eben nicht nur für die Early Adopters der Elektromobilität gedacht ist: „Wir können auch Kunden abholen, die noch nicht bereit sind, komplett auf ein Elektroauto umzusteigen.“ Nun aber genug der Vorrede – lasst uns direkt ins Gespräch eintauchen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder zuhörst. In der aktuellen Folge habe ich Christoph Völzke zu Gast, seines Zeits für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Mazda Deutschland zuständig und wir haben uns unterhalten über Mazda, die mit dem EX30 EV in 2020 den Aufschlag gewagt haben, jetzt die E-Limousine Mazda 6E vorgestellt haben und auch für die kommenden Jahre doch größere Pläne haben, als man vielleicht erwartet hat. Wir sind eingetaucht in die verschiedenen Themengebilde, haben betrachtet, warum der Mazda X30 EV ausgelaufen ist, warum die Limousine jetzt nachgesetzt wird und wie die drei Pfeiler der zukünftigen Strategie von Mazda denn ausschauen, global, in Europa, aber auch vor allem in Deutschland. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Christoph. Viel Spaß damit. Hi Christoph, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Mazda unterhalten, wo ihr herkommt in der Welt der E-Mobilität und wo die Reise künftig hingeht. Bevor wir da allerdings einsteigen, stelle ich doch gerne unseren ZuhörerInnen mal selbst vor, damit wir wissen, wer auf der anderen Seite des Mikrofons sitzt.

  3. Christoph Völzke:

    Ja, hallo Sebastian, mein Name ist Christoph Völzke. Ich bin seit etwa zweieinhalb Jahren bei Mazda Deutschland unterwegs. im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig, dort als Supervisor für die Produkt- und Unternehmenskommunikation zuständig. Ich habe vorher schon eine etwas längere Historie auch im Automobilbereich, war bei einem anderen Hersteller auch in der Kommunikation tätig, habe da eher Social-Media- und Lifestyle-Themen gemacht und jetzt eben bei Mazda Deutschland für die Themen Produkt und Corporate im Bereich Kommunikation zuständig.

  4. Sebastian:

    Da haben wir ja genau den richtigen Mann dann auf der anderen Seite des Mikrofons, um ein Stück weit mehr über euch zu erfahren. Also einiges wissen wir ja auch schon. Ihr seid im Sommer 2020 mit dem Mazda MX-30 gestartet. Damals war noch der Anspruch, ich durfte mit einem der ersten Prototypen damals, in Lissabon war das glaube ich noch, fahren, Portugal, Ride-Sizing beim Akku. Das heißt, im Gegensatz zu anderen Marktbegleitern habt ihr euch bewusst für kleinere Akkus entschieden, geringere Reichweite und gesagt, okay... Wir sparen damit auch Ressourcen, weil die tägliche Fahrstrecke, 18, 19 Kilometer, kriegt man auch damit abgegolten. Mittlerweile ist das Fahrzeug eingestellt, wird nicht mehr so stark beworben, so wie wir es zumindest aktuell von außen sehen. Was hat sich seitdem getan? Warum diese Veränderung und warum hat man das Fahrzeug eingestellt oder fährt es ein Stück weit zurück, damit wir mal so die Herkunft von euch betrachten im Bereich der E-Mobilität?

  5. Christoph Völzke:

    Also bei uns war 2020, wie du gesagt hast, genau die Markteinführung vom MX-30, der damals mit für die Verhältnisse relativ kleinen Batterie kam und auch für heutige Verhältnisse noch relativ kleine Batteriekapazitäten hatte, 35,5 Kilowatt. Das reichte ungefähr für 200 Kilometer und das war eben damals der Ansatz, zu sagen, wir gucken, was fährt der durchschnittliche Berufspendler, der ja primär auch mit seinem Fahrzeug dann so im Alltäglichen unterwegs ist, an Strecken am Tag. Und das sind laut den damaligen Studien etwa 48 Kilometer gewesen. Und da haben wir halt gesagt, okay, es geht ja auch nicht nur darum zu gucken, was für Ressourcen werden benötigt, um jemanden von A nach B zu bringen, sondern was werden auch für Ressourcen benötigt, um eben die Fahrzeuge überhaupt zu produzieren. Und deswegen hat man dann damals bei der Entwicklung des Fahrzeugs den sogenannten Lifecycle Assessment mit in Betracht gezogen und hat eben geschaut, dass man nicht nur im Rahmen des Wheel-to-Wheel-Ansatzes guckt, welche Ressourcen nötig werden, sondern eben wirklich über den gesamten Zeitraum des Fahrzeuglebenszykluses eben zu gucken, was haben wir für entsprechende Ressourcen, die wir nutzen können. Und damals war eben die Entscheidung zu sagen, okay, wir bauen ein Fahrzeug, das für alltägliche Fahrten definitiv ausreichend ist. Ich muss es auch aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, ich fahre täglich 65 Kilometer ins Büro, also habe eine relativ lange Pendelstrecke und kann die auch mit einem MX-30 sehr gut zurücklegen. Wir haben den Vorteil, dass wir hier am Standort auch laden können. Aber auch zu Hause habe ich eine Wallbox und kann eben da das Auto anhängen und wirklich für die täglichen Fahrten brauche ich nicht eine riesige Batterie, wobei man auch da ganz klar sagen muss, natürlich beobachten wir den Markt und die Entwicklungen im Markt und deswegen war es jetzt auch Zeit, auch für uns auf jeden Fall ein Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Das eben nochmal mehr Reichweite bietet mit dem Mazda 6e, den wir jetzt Anfang des Jahres in Brüssel auf der Motorshow präsentiert haben, der eben auch mit größeren Reichweiten kommt, entsprechend natürlich auch mit einer größeren Batterie oder zwei Batterievarianten sogar. Und uns jetzt auch perspektivisch vom Mazda MX-30 verabschieden, weil wir eben gesagt haben, wir haben noch weitere Fahrzeuge auch in der Pipeline, auch nach dem Mazda 6e, mit denen wir jetzt auch dieses Zeitalter der Elektromobilität bei Mazda, sage ich mal, einläuten wollen.

  6. Sebastian:

    Das heißt aber auch schon, oder du hast es eben auch schon erwähnt, es gibt zwei Akkugrößen. Da bewegen wir uns aber natürlich nicht mehr im Bereich von 35 Kilowattstunden, sondern sind deutlich drüber. Ist das Thema Right-Sizing dann in diesem Bereich einfach auch Adapter gelegt worden, weil man gemerkt hat, der Markt hat sich entwickelt, der Markt hat andere Ansprüche und dann müsst ihr entsprechend halt auch das verkaufen, was der Markt und die KundInnen dann fordern?

  7. Christoph Völzke:

    Ja, das ist sicher einer der Punkte, gerade im Bereich Elektromobilität. Also das Thema Ride-Sizing ist generell für uns noch auch in der Motorenentwicklung, also bei den klassischen Verbrennermotoren, ein ganz wichtiges. Das sieht man ja auch bei den doch etwas ungewöhnlichen Motorenkonzepten, die wir durchaus vorstellen. Vielleicht befasst sich der ein oder andere auch der Zuhörer damit. Aber wir haben natürlich da auch die Notwendigkeit jetzt einfach gesehen, gerade im europäischen Markt und natürlich auch in Deutschland, dass es da größere Batteriekapazitäten bei den Fahrzeugen geben muss. Deswegen sind wir jetzt bei 68,8 bzw. 80 Kilowattstunden. Das sind die beiden Varianten, die es für den Mazda 6i geben wird und halt auch dann mit entsprechenden kilometertechnisch gesehenen Reichweiten. Sodass wir eben gesagt haben, okay, der MX-30 hat für uns das Zeitalter der Elektrifizierung, ich sag mal, vorbereitet und eingeleitet bei Mazda. Das war ein gutes Modell, was sich auch sehr gut verkauft hat. Aber es ist jetzt einfach notwendig, um auch im immer schwieriger werdenden Markt natürlich da ein Produkt anzubieten, was auch eine breite Kundschaft entsprechend dann nachfragt.

  8. Sebastian:

    Mit dem Mazda 6e habt ihr dann eben das zweite E-Fahrzeug eurer Marke auf die Straße gebracht. Das ist ja auch in Zusammenarbeit mit einer chinesischen Brand, Chang'an. Und habt das ja auch in puncto Ladeleistung, Effizienz und so weiter deutlich über dem EX3, ist natürlich auch bedingt durch die, ich sag mal, Technologiefortschritte positioniert. Kannst du vielleicht unseren ZuhörerInnen das Fahrzeug nochmal kurz umreißen, damit diejenigen, die noch nichts davon gehört haben sollten, zumindest auch so einen groben Überblick davon bekommen?

  9. Christoph Völzke:

    Der Mazda 6e ist unser neuestes Fahrzeug, wie ich gerade schon gesagt habe, den wir Anfang des Jahres in Brüssel auf der Motorshow vorgestellt haben. Es ist eine Limousine, es ist mal kein Crossover oder SUV mit so einer bisschen Coupé-haft verlaufenden Form. in zwei, wie gesagt, zwei Batterievarianten. Der eine nennt sich Mazda 6E EV und die Variante mit der etwas größeren, mit dem größeren Akku nennt sich EV Long Range, die dann auch, ich glaube, 554 Kilometer ist die offizielle WLTP-Reichweite für den großen Akku. Dann auch eben, ja, da 552 Kilometer sind es. Da eben auch nochmal, ja, ein bisschen mehr bietet, als es der MX-30 letzten Endes konnte. Du hast es gerade auch schon gesagt, er wird in Kooperation mit einem langjährigen Partner von uns in China gebaut, mit Changgang Mazda Automotive, wo wir auch eine wirklich sehr gute Zusammenarbeit haben und ein sehr lang bestehendes Joint Venture eben aufgebaut haben und ja, Fünftüriges Schrägheckmodell, zwei Batterievarianten, zwei Ausstattungslinien, Takumi und Takumi Plus nennen die sich, die sich auch relativ wenig nur unterscheiden. Der Takumi Plus hat so ein braun-beiges Interieur und ein elektrisches Sonnenrollo. Die Takumi-Variante haben ein weißes oder einen schwarzen Innenraum. Und ja, zu einem Einstiegspreis von 44.900 Euro beim Takumi mit der kleineren Batterie, wo ich sage, das ist schon ein ganz gutes Angebot, auch wenn man sich die Wettbewerber so anschaut für das, was man in dem Fahrzeug dann alles schon so serienmäßig eigentlich dabei hat.

  10. Sebastian:

    Also definitiv zeitgemäßer jetzt auch aktuell dann mit dem Fahrzeug an den Start zu gehen und da nicht das alte aufzuwerten, was ja auch der eine oder andere Marktbegleiter von euch dann versucht. Aber das passt ja auch ganz gut zu eurem Ansatz. Du hast vorhin auch schon gesagt, ihr entwickelt ja trotzdem weiter. Oder man sieht die Entwicklung bei euch im Unternehmen und das geht ja auch einher mit eurem Mazda Multi-Solution-Ansatz. Also Technologieoffenheit nennen wir es einfach mal. Das heißt, ihr seid auch offen für andere Antriebstechnologien. Reden wir hier von Verbrenner und Batterie elektrisch? Gibt es noch Wasserstofffahrzeuge, Plug-in-Hybride, Elektroautos mit Range Extender? Wir kennen ja all diese Ausprägungen. Vielleicht kannst du es trotzdem mal ein Stück weit einordnen, was uns da erwartet unter eurem Multi-Solution-Ansatz.

  11. Christoph Völzke:

    Ja, kann ich natürlich gerne machen. Also der Multi-Solution-Ansatz kommt für uns eigentlich daher, dass wir jedem Kunden das Fahrzeug anbieten möchten, was zu seinen persönlichen individuellen Bedürfnissen passt, letzten Endes. Das bezieht sich tatsächlich auf Elektrofahrzeuge natürlich. Aber das bezieht sich auch auf Verbrenner, nämlich auch auf Diesel- und Otto-Motoren, auch gerade im Dieselbereich. Wir haben vor einiger Zeit mit einem 3,3 Liter reinen Sechszylinder-Diesel für den CX-60 und auch dann später für den CX-80 doch etwas für Aufsehen gesorgt, weil das ein Motor ist, den sich heute eigentlich kaum noch ein Hersteller trauen würde zu bauen. Aber wir haben gesagt, es geht uns eben um dieses Thema Ride-Sizing. Da sind wir wieder bei dem Punkt, den wir auch bei der Elektromobilität schon hatten. und dass wir eben die bestmögliche Effizienz mit den Fahrzeugen anbieten möchten. Und das Ganze führt sich dann eben noch weiter, auch im Bereich der Plug-in-Hybride, wo wir unterwegs sind. Serielle Plug-in-Hybride mit dem MX-30 REV, aber auch Vollhybride mit dem Mazda 2 Hybrid und eben den batterieelektrischen Modellen wie jetzt dem Mazda 6E und dann auch künftigen Fahrzeugen, die in diesen Bereich kommen.

  12. Sebastian:

    Nun könnte man ja aber auch sagen, Technologieoffenheit ist auch so die Ausrede dafür, dass man sich eben nicht klar fokussiert und die eine Richtung einschlägt, von der wir jetzt ja aktuell auch nicht wissen, ist es die oder die, das kann man ja auch direkt mit auf den Weg bringen. Nichtsdestotrotz hält man sich ja da auch eine Vielzahl für Türen offen, was ja auch in puncto Ressourcen dann wieder, wenn wir dabei bleiben, Mitarbeiter, Kosten im Unternehmen, Produktionslinien, die ja dann auch entsprechend ausgelastet werden, Da fehlt ja dann auch bloß endlich der Fokus. Wie seht ihr das denn bei euch? Wie lange wollt ihr denn diesen Multi-Solution-Ansatz auch offen halten?

  13. Christoph Völzke:

    Ich glaube, dass dieser Multi-Solution-Ansatz uns noch sehr lange, gerade auch global, begleiten wird. Es ist eben auch so bei Mazda, dass Europa natürlich einer der sehr wichtigen Märkte ist, aber wir auch auf anderen Märkten einen großen Fokus haben, wie zum Beispiel auf den USA, im asiatischen Raum oder auch in Australien, wo das Thema Elektromobilität natürlich noch ein bisschen schwieriger ist. Durch die Regulatorik innerhalb der EU ist es ganz klar, dass wir uns dem Thema Elektromobilität mehr stellen müssen, aber dass wir auch gleichzeitig uns die Flexibilität eben offen halten wollen, die Marktbedingungen in verschiedenen oder auf verschiedenen Kontinenten, kann man eigentlich sagen, eben hergeben. Deswegen wurde jetzt auch gerade vor wenigen Tagen unsere Strategie nochmal überarbeitet und auch von unserem CEO entsprechend vorgestellt, wo es eben darum geht, mit Monozukuri nennt sich das bei uns, da hatten wir 1.0, jetzt haben wir dann bald 2.0, eben auch die Produktion entsprechend auf diese sich verändernden Marktbedingungen einzustellen. dass wir eben nicht nur Produktionslinien haben, auf denen ein Fahrzeug mit einer Antriebsvariante, so muss man es sagen, gebaut werden kann, sondern eben da auch eine Flexibilität da ist. Wir haben das ja auch in Deutschland gesehen und in anderen EU-Ländern, dass eben Unsicherheit in den Märkten herrscht, dass man nicht klar sagen kann, wir fokussieren jetzt nur noch auf Elektromobilität, weil es eben auch nicht mehr von den Kunden so stark nachgeht. Ich möchte jetzt gar nicht über die politischen Entscheidungen dahinter sprechen, sonst würden wir wahrscheinlich ewig hier aufnehmen. Aber es ist einfach notwendig, diese Flexibilität zu erhalten, um auch den künftigen Marktbedingungen und den Marktanforderungen eben standhalten zu können. Und das bedeutet für Europa eben auch nochmal ein weiterer Fortgang der Entwicklung im Bereich Elektrofahrzeuge. Das werden wir auch tun. Ich sage mal so, wir befinden uns jetzt in 2025 und nach unserer Strategie, Gehen wir jetzt 2025 bis 2027 in einen Übergang zur Elektrifizierung und da eben auch die Grundlagen dafür zu sorgen, dass wir eben auch in Europa weiterhin erfolgreich sein können. Und dann eben auch perspektivisch bis 2030 hin, also 2028 bis 2030, dann auch eben nochmal eine beschleunigte Markteinführung von BWs, auch mit weiter natürlich strategischen Partnerschaften, die wir pflegen, dann einzugehen.

  14. Sebastian:

    Und ihr seht das dann nicht im Widerspruch so ein Stück weit. Ihr habt euch jetzt da drei Keypoints, habe ich zumindest mitgenommen, aus der neuen Strategie. Schlanke Ressourcen, Technologieoffenheit und Digitalisierung. Technologie, Offenheit und Ressourcen, also schlanke Ressourcen steht für mich ein Stück weit im Widerspruch. Aber kannst du mir vielleicht ein konkretes Beispiel geben, warum das eben nicht der Fall ist?

  15. Christoph Völzke:

    Was meinst du jetzt mit genauem Widerspruch? Das habe ich, die Frage habe ich nicht ganz verstanden.

  16. Sebastian:

    Im Endeffekt schlanke Ressourcen heißt ja, wir wollen Kosten sparen, wir wollen Zeiten von Mitarbeitern sparen, die möglichst Effizienz nutzen, Maschinen besonders effizient ausnutzen. Und wenn wir dann sagen Technologie offen, dann bringe ich aber wieder eine gewisse Komplexität mit rein in die ganze Geschichte. Und das steht für mich so im ersten Blick im Widerspruch, aber vielleicht kannst du das ja auch ein Stück weit entkräften.

  17. Christoph Völzke:

    Ja, das ist eben genau das, wo wir mit diesen gemischten Produktionslinien hinkommen wollen. Dass es eben möglich ist, auf einer Produktionslinie verschiedene Modelle und verschiedene Antriebsvarianten zu verbauen. Und gleichzeitig sind natürlich auch dafür sehr enge Partnerschaften nötig, wie zum Beispiel mit Panasonic Energy, die für künftige E-Fahrzeuge auch die Batterien entsprechend zuliefern. dass es eben da in den Lieferketten auch eine entsprechende Flexibilität gibt. Und wir werden zudem auch eine eigene E-Antriebsplattform noch mit einbringen, die eben auch dafür sorgen kann, dass diese Ressourcen geschont werden, aber auch gleichzeitig natürlich die Auslastungen in den Werken hoch bleiben.

  18. Sebastian:

    Dann wird es ein Stück weit greifbarer, glaube ich, für mich und unsere ZuhörerInnen, dass es eben dann doch nicht so der richtige Widerspruch ist, sondern auch da andere Ansätze gewählt werden können, um das eben auch gemeinsam dann nach vorne zu treiben und Synergien zu schaffen. Jetzt wissen wir, okay, ihr kommt daher, wo wollt ihr hin, wissen wir auch ungefähr, aber vielleicht kann man das noch ein Stück weit runterbrechen, weil ihr habt ja verschiedene Strategien wahrscheinlich weltweit, dass wir einfach mal ganz grob, ich sag mal, weltweit anfangen, wie euch da aufstellt, Europa und dann natürlich, was es für Deutschland bedeutet, dass wir da ein Gefühl dafür bekommen, wo geht die Reise hin, du hast das schon ungefähr angerissen gehabt, aber dass wir das nochmal eingeordnet bekommen.

  19. Christoph Völzke:

    Also weltweit wird es sicher so sein, dass wir noch über viele Jahre auch das Thema der Verbrennungsmotoren sehen werden. Ich glaube, das wird sich auch für Europa so weiterentwickeln, wenn man die politischen Entscheidungen jetzt in den letzten Monaten und die ich auch in den nächsten Monaten oder Jahren erwarte, glaube ich persönlich nicht. dass wir vom kompletten Aus des Verbrenners sprechen, sondern dass wir eben über eine weitere ganz starke Elektrifizierung für die Märkte sprechen. Das wird man auch bei uns sehen. Wir entwickeln aktuell ein eigenes Hybrid-System, das sogenannte MHS, Mazda Hybrid System, das wir in der nächsten Generation des CX-5 dann auch 2027 einführen werden. Also die nächste Generation des CX-5 kommt ein bisschen früher. Aber diese Motorisierungsvariante dann und dass eben auch bis 2030 unsere Modelle entsprechend elektrifiziert sind und das auch entsprechend global. Weil ich glaube auch Länder wie die USA können sich nicht auf ewig vor der kompletten Elektrifizierung verschließen. Da bin ich mal sehr gespannt, wie auch ein Herr Trump Das dann künftig sehen wird, aber er hat ja seinen Freund Elon Musk, der ja mit Elektromobilität auch sehr groß geworden ist. Von daher glaube ich nicht, dass auch da das Thema Elektrifizierung komplett vom Tisch ist. Wenn wir auf Europa gucken, habe ich es vorhin schon mal so ein bisschen skizziert. Wir wollen bis 2027 so einen Übergang zur Elektrifizierung schaffen durch verschiedene Elektrifizierungsmöglichkeiten, die wir bei Mazda haben, einschließlich eben auch der Einführung dieses neuen Hybrid-Systems. Aber auch natürlich mit einer weltweiten Einführung von weiteren batterieelektrischen Fahrzeugen. Und dann haben wir eben von 2028 bis 2030, das sieht die Strategie eben vor, dann auch noch wesentlich mehr Markteinführungen von reinen WEFs in Europa. Und das zählt dann natürlich genauso für Deutschland. Also wir sind da sehr eng mit den europäischen Kollegen beschäftigt. Entsprechend auch vernetzt und sehen da eben auch natürlich im deutschen Markt die Notwendigkeit, ein breites Spektrum an Fahrzeugen eben anzubieten, die sowohl über klassische Verbrenner, elektrifizierte Verbrenner, muss ich an der Stelle sagen, verfügen, aber natürlich auch die klassischen Bafs.

  20. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für diese Einordnung. Da vielleicht auch nochmal die Nachfrage. Jetzt merkt man ja gerade aus China kommt ja immer mehr Wettbewerb, auch speziell hier nach Europa. Was ja auch potenzielle Markt- oder sind ja Marktbegleiter, die euch potenziell auch Marktanteile abnehmen können. Was sind die Stärken von Matzdaumer, das positive hervorzuheben, um sich da eben dann doch zu behaupten und die Marktanteile für sich zu behalten oder gegebenenfalls sogar neue mit dazu zu gewinnen?

  21. Christoph Völzke:

    Ja, ich glaube eben, dass auch da unser Multi-Solution-Ansatz eine ganz gute Basis ist, dass wir eben gerade bei den Anbietern, die aus dem asiatischen Raum kommen oder explizit aus China kommen, die ja primär mit Elektrofahrzeugen oder auch Hybriden, wobei da der Fokus, glaube ich, schon sehr stark auf Elektrofahrzeugen liegt, in den Markt drängen, Und wir da eben auch gute Lösungen für die Kunden anbieten, die sich vielleicht nicht schon oder noch nicht für einen BEV entscheiden wollen. Wir aber gleichzeitig die Kunden mit attraktiven Fahrzeugen ansprechen, die sowohl optisch gut aussehen, als wie auch technisch up-to-date sind. Da eben entsprechende Kunden mit oder für unsere Elektrofahrzeuge ansprechen können. Und ich glaube, dass der Mazda 6e da ein ganz guter Auftakt ist, aber er ist eben der Auftakt und nicht das Ende. Und da werden wir über die nächsten Jahre noch sehr interessante Produkte eben auch sehen, die wir dann in Deutschland, in Europa beziehungsweise teilweise auch global entsprechend natürlich verkaufen möchten. Und wir nehmen natürlich die Konkurrenz, die vorhanden ist, wahr. Aber ich glaube, wir haben viele Punkte, die für unsere Marke sprechen, sei es im Design, aber auch eben in der Technik, in der Innovation, in dem Anderssein, als das doch mancher Hersteller ist. Und durch diesen Multi-Solution-Ansatz, der jetzt schon vielfach erwähnt wurde, eben auch da ein breites Angebot für unsere Kunden und die, die es vielleicht noch werden wollen.

  22. Sebastian:

    Auch noch schöne Worte zum Schluss und hat, glaube ich, auch nochmal das Ganze gut eingeordnet, wie Mazda sich sieht und auch das im globalen Umfeld. Vielen Dank für deine Zeit, Christoph, und für die Einblicke hinter die Kulissen von Mazda.

  23. Christoph Völzke:

    Sehr gerne, vielen Dank.

  24. Sebastian:

    Das war mal wieder ein Gespräch, was mir sehr viel Freude bereitet hat, vor allem weil es doch einige Einblicke jetzt auch geboten hat auf die Denkweise von Mazda, wie man E-Mobilität in Europa denkt und das Ganze auch vorantreiben möchte. Natürlich aber auch immer noch mit einer gewissen Offenheit für andere Technologien kann man natürlich zweigeteilt dazu sein. Ich persönlich würde mir einen klareren Fokus wünschen, kann aber auch nachvollziehen, wenn man als Unternehmen sich dem Markt entsprechend ausrichten muss und dabei natürlich die eine oder andere Tür offen hält, die man vielleicht auch selbst gerne geschlossen hätte. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Hinterlass uns gerne eine positive Bewertung bei Spotify oder Apple Podcast. Würde mich persönlich sehr freuen, damit wir diesen Podcast noch ein Stück mehr in die Welt der E-Mobilität hinaustragen können.