Silke Bagschik, VW: "Laden muss noch einfacher werden!"

Im Gespräch mit Silke Bagschik, Head of Marketing & Sales, Product Line e-Mobility bei VW

Silke Bagschik, Head of Marketing & Sales, Product Line e-Mobility bei VW, hat sich die Zeit genommen, um in dieser Podcast-Folge von Elektroauto-News.net das Thema Laden, gemeinsam mit mir, ein wenig genauer zu betrachten. Festhalten lässt sich "Laden muss noch einfacher und alltagstauglicher werden", wie sie bereits bei einem Event im Dezember 2021 zu verstehen gab. Welchen Teil Volkswagen dazu beiträgt, dass erfährst du nachfolgend.

Zunächst einmal haben wir uns mit der Frage beschäftigt, welche Stellschrauben es gibt, um die E-Mobilität in die Masse zu bringen. Frau Bagschik hat hierbei die vier Barrieren der E-Mobilität ins Spiel gebracht: Preis der E-Fahrzeuge, Reichweite, Fahrgefühl und die aktuell noch vorherrschende Herausforderung mit dem Thema Laden. Das Lade-Thema sei dabei sowohl in der Phase vor dem Kauf des E-Autos, als auch bei der späteren Nutzung extrem relevant. "Wo kann ich laden, kann ich zu Hause laden, bleib ich etwa liegen?", sind aus Sicht von Frau Bagschik Fragen, welche E-Autofahrer oder solche die es werden wollen beschäftigen. Aus diesem Grund müsse Laden so einfach gestaltet werden, dass es eher nebenherläuft, ohne, dass man sich im Detail damit auseinandersetzen muss.

Reichweite sei dann auch eher zweitrangig. Dies sei jedoch kein Grund für VW das Thema aus den Augen zu verlieren. Entscheidender sei jedoch die Ladegeschwindigkeit. Daher konzentriere man sich auch darauf, E-Fahrzeuge, welche bereits auf der Straße sind im Nachgang zu verbessern. Durch die Over-the-Air-Updatefähigkeit bekommt Volkswagen eine Vielzahl von Möglichkeiten auf E-Autos am Markt einzuwirken.

Die Integration der Vehicle-to-Grid-Fähigkeit über Software-Update soll ebenso folgen. Hierdurch möchte man das eigene E-Fahrzeug noch stärker mit dem Umfeld der Fahrer vernetzen. Die technische Basis hierfür sei vorhanden, die Software dazu folge. Dann könne man die MEB-Stromer auch als mobile Powerbank nutzen, um dies aktiv in ein Energie-Ökosystem einzubinden.

Ein, zwei weitere Themen haben wir noch angeschnitten. Unter anderem Nachhaltigkeit im Produktionsprozess. Aber ganz ehrlich, hör doch selbst rein in die Folge mit Silke Bagschik von Volkswagen. Es lohnt sich. Versprochen!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Silke Bagschik, ihres Zeichens Head of Marketing and Sales, der Product Line E-Mobility von VW zu Gast. Sie selbst ist seit 1. Februar 2022 zu einer der Top-Managerinnen von VW aufgestiegen und unterhält sich mit mir in der aktuellen Folge hauptsächlich zum Thema Laden für die VW-Stromer. Welche Bemühungen man dort geht, sowohl beim Fahrzeug, ladeinfrastruktur betreffend, als auch bei der Software. Wir haben uns auch auf das Thema bidirektionales Laden eingelassen, haben uns dazu ein wenig ausgetauscht, wozu die Fahrzeuge mittlerweile in der Lage sind, sowohl für das bidirektionale Laden als auch hinsichtlich Software-Updates, Over-the-Air-Updates, um die Ladeleistung zu erhöhen, als auch eben weitere Themen, die in Zukunft durch solche Updates getrieben werden können, um die Mobilität an sich oder in sich zu verändern. Stichwort digitale Schlüssel und auch dadurch ermöglichte Sharing-Funktionen. Aber genug der Vorworte. Es geht direkt rein in das Gespräch mit Silke Bagschik. Viel Spaß damit. Hallo Frau Bakschek, vielen Dank, dass ich heute Abend die Zeit nehme, dass wir uns ein wenig über VW und das Thema Laden bei VW im Speziellen heute austauschen und wollen da einfach mal einen Ausblick wagen oder auch einen Blick auf die aktuelle Gegebenheit beim VW-Konzern, bei Volkswagen, wie ihr euch da aufgestellt habt und wie ihr euch künftig aufstellen wollt. Wir waren dazu im Dezember bei euch bei einem Event vor Ort, wo auch das Thema Laden im Mittelpunkt stand. Da war eine Aussage, die gefallen ist, Laden muss noch einfacher und alltagstauglicher werden. Ziel sei es, den Stromer kompromisslos erst autofähig zu machen und Basis sei vor allem dafür der Ausbau der Infrastruktur. Diese Aussage wollen wir jetzt mal einfach so in den Mittelpunkt stellen, Stück für Stück dann eben auch betrachten, was VW dazu beiträgt sozusagen, damit das ganze E-Auto auch erst autofähig werden kann. Und da seid ihr an vielen Fronten aktiv. Fahrzeug, Ladeinfrastruktur, Software. Vielleicht können Sie das mal ein wenig einordnen, was die einzelnen Komponenten für eine Bedeutung für VW beim Thema Laden haben.

  3. Silke Bagschik:

    Ja, genau. Habe ich gesagt, dass das Laden noch einfacher werden muss. In Summe ist natürlich Laden das absolut dominierende Thema beim Elektroauto. Und zwar nicht nur in der Kaufentscheidungsphase, sondern vor allen Dingen dann auch in der Nutzungsphase. Das sehen wir deutlich. Klassisch haben wir es immer mit den vier Barrieren zu tun. Das ist einmal das Thema Preis. Ich glaube, das haben wir gelöst. Da hilft auch die Förderung sehr gut. Dann ist das Thema Reichweite. Wo die Leute, die sich das erste Mal damit beschäftigen, immer noch sagen, ja, aber wird die denn reichen? Ich bin ja mehr gewöhnt. Das ist ein Thema, was überraschenderweise, wenn das Auto erst mal gekauft ist und in der Nutzung ist, weggeht und die Leute sagen... Ich würde nicht mehr umsteigen wollen, weil es ist ja einfacher. Ich muss nicht an die Tanke. Es passiert nichts. So, dann haben wir noch das Thema Laden, was ein extremst wichtiges ist und auch fährt das ganze Auto gut. Weil fährt das Auto gut, ist dann auch sofort ein Haken drunter. Es macht süchtig. Ja, der Bums, der dahinter ist, gerade bei unseren Heckantriebler, das macht echt Spaß. Und das Ladenthema ist also eins, was sowohl in der Vorkaufphase als auch in der Nutzungsphase total relevant ist. wo kann ich laden, kann ich zu Hause laden, bleibe ich dann liegen, weil nicht vorhersehbar ist, ob das funktioniert vor Ort und deswegen ist es total wichtig, dass das möglichst einfach gestaltet wird und für den Kunden so eine Nebenhergeschichte ist. Ich bin überzeugt, dass Laden irgendwann einfach ohne viel Planung nebenher geschieht, weil alles vernetzt ist und dazu braucht man eben die Vernetzung über Fahrzeug, Infrastruktur und da spielt Software eine enorme Rolle.

  4. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für die Einordnung. Das sind auch so die Erfahrungen, die wir haben oder die Rückmeldung, sobald man mal E-Auto gefahren ist, sich darauf einlässt. Preis ist klar, da kommen wir immer weiter runter, Reichweite ist dann eigentlich kein Thema mehr, weil ich sag mal, die Diskussion 600 Kilometer am Stück, das will man mit einem E-Auto gar nicht mehr fahren, weil sich das Fahrgefühl einfach schon verändert sozusagen und dann ist das Thema Laden und das fängt ja bei so Kleinigkeiten an, wir hatten es im Vorgespräch drüber, die Ausschilderung von Ladestationen sozusagen, dass man da doch schon Dinge verbessern kann, dass man einfach auch weiß, wo lade ich denn mein E-Auto. Da könnt ihr ja teilweise zumindest unterstützen, indem ihr die passende Navigationssoftware sozusagen mit an den Start bringt und die updatet und darauf hinwirkt. Das wird ja so ein Punkt sein, wo ihr in puncto Software beim Laden auch ansetzt, oder?

  5. Silke Bagschik:

    Ja, genau. Also erstmal haben wir gesagt, wir haben uns entschieden, dass wir ganz, ganz schnell wachsen müssen, was das Ladenetz auch angeht. Und deswegen sind wir jetzt nicht organisch gewachsen, sondern quasi über Partnerschaften und haben auf einer Karte, also auf der einen Recharge-Karte jetzt schon über 280.000 Ladestationen in ganz Europa drauf. Das heißt, es ist... Wir waren noch stolz drauf vor einem Jahr, glaube ich, auf 150 und jetzt sind es schon 280 und wir hatten ganz vergessen, darüber zu reden. Deswegen war es doch nochmal erwähnenswert, wie schnell das wächst. Und die sind genau da, wo unsere Kunden auch sind. Also ein ganz guter Match, sodass die Kunden ganz simpel mit einer Karte mobil bleiben. Die sind dann natürlich alle zu finden. Auf dem Smartphone über WeCharge, auch im Auto und wird auch aktualisiert. Aber trotzdem würde ich mir eben wünschen, dass wenn man da auf der Autobahn langfährt, dass man dann auch sieht, da ist jetzt eine Schnellladestation, genauso wie die Tankstellen, die überall ausgeschildert sind. Also da fordere ich jetzt irgendwie mal Gleichberechtigung für die E-Tankstellen und das muss dringend geschehen. Das machen uns unsere Nachbarländer auch vor. Also bei denen darf erstmal nur einer eine Ladesäule errichten, der auch nach gewissen Standards operiert und die dann auch vernetzt ist. Super wichtig. Sobald die vernetzt ist, können wir damit auch arbeiten. Dann kann man nämlich den Belegstatus anzeigen. Man sieht im Auto, ob sie gerade defekt ist oder nicht. Und auch hat immer die Preise aktuell im Fahrzeug und so weiter angezeigt. Das ist super wertvoll und an sich würden wir uns wünschen, dass es nur smarte Ladesäulen gibt, die alle vernetzt sind. Ich denke, das ist für alle Teilnehmer ein Traum-Szenario. Und dann eben auch die Ausschilderung, das mag jetzt noch ein bisschen anarchisch klingen, ich halte es trotzdem für wichtig. Natürlich haben wir das alles auch auf dem Smartphone, aber es wäre auch schön, wenn man es in der realen Welt auch erleben würde und sehen würde.

  6. Sebastian:

    Definitiv, weil ich sage mal, nicht jeder fährt ja auch mit dem Smartphone in der Halterung oder mit dem Navi an, wenn er unterwegs ist sozusagen. Manchmal fährt man ja auch einfach von A nach B, weiß, kennt seine Strecke schon ungefähr, weil man die halt früher mit Verbrenner gefahren ist und möchte oder muss dann da vielleicht unterwegs laden. Und da bietet es sich ja dann doch an, dass da das klarer ausgeschildert ist.

  7. Silke Bagschik:

    Und auch bei der Kaufentscheidung, finde ich, das ist ja klar, man hat es dann. Wenn man sich die App runterlädt, hat man auf dem Smartphone und ist dann ganz überrascht, wie viele Ladestationen es so in der Nähe von einem gibt, die man vielleicht gar nicht kannte. Aber es wäre nicht jeder Pokémon-Spiel für Ladestationen, sondern es wäre vielleicht besser, wenn man im täglichen Leben, die auch schon in der realen Welt irgendwo sieht und wahrnimmt.

  8. Sebastian:

    Stimmt, das wäre einfach nochmal ein anderer Kanal, wo man es dann schon mal wahrgenommen hat, sozusagen, wenn ich das Schild ziehe und dann sehe ich von mir aus noch meine App dazu, wo ich das angezeigt bekomme. Umso mehr Berührungspunkte, umso einfacher macht es ja dann auch die ganze Geschichte und dann werden auch diese Vorurteile ein bisschen aus der Welt geräumt. Thema Reichweitenangst dann wieder, weil ich sage mal 280.000 Ladestationen, die man da mit der WeCharge-Karte anfahren kann, sozusagen. Thema Reichweitenangst ist damit eigentlich ad acta gelegt, wenn wir ganz ehrlich sind.

  9. Silke Bagschik:

    Genau, ich glaube, das Reichweitenthema ist nachher kein Angstthema, sondern ein Convenience-Thema. Werde ich auch oft gefragt, was glauben wir denn, wie viel Reichweite muss denn sein? Also ich glaube dran, dass schon 700 Kilometer, so 700, vielleicht 800 noch nett sind, ne? Und gerade für Leute, die nicht zu Hause laden können, heißt das einfach, ich muss super selten laden. Auch Städter müssen dann super selten an den Schnellladepark, der hoffentlich bald in jeder Stadt leicht erreichbar verfügbar ist. Und das ist, glaube ich, auch wichtig für den Durchbruch der Immobilität. Also ausreichend große Reichweite und dann auch eine gute Schnelllademöglichkeit. Das Auto muss es können, aber auch die Infrastruktur muss vor Ort sein.

  10. Sebastian:

    Das denke ich auch, dass man da eher zusammenkommt, aber das heißt ja, dann ist ja eher, ich sage mal, der Punkt Ladeleistung entscheidend beim Fahrzeug und die Reichweite eher zweitrangig. Das sieht man ja auch bei euch in der Entwicklung, dass ihr jetzt auch dazu übergegangen seid, über Software-Updates bei euren 77 Kilowattstunden MEB-Stromer sozusagen die Ladeleistung über Updates zu erhöhen. Was ihr in der Vergangenheit gemacht habt, seid ihr beispielsweise von 125 auf 135 Kilowattleistung oder beim ID.5 GTX sogar auf 150 Kilowattstunden was der Käufer sozusagen mehr an Leistung dann für das Fahrzeug erhält. Ist das ein Punkt, wo ihr auch künftig weiter daran optimiert, um dem Kunden, dem E-Auto-Fahrer im Nachgang noch mehr Ladeleistung sozusagen zur Verfügung zu stellen?

  11. Silke Bagschik:

    Ja, logisch, logisch. Also da sind wir dran und haben noch einiges, haben da noch ein bisschen was in petto. Haben auch gelernt, dass gerade diese ersten 10, 15 Minuten sehr entscheidend sind. Also man kann ja auch die Ladekurve noch optimieren und es ist immer ein Trade-off, wie lange brauche ich, bis sie ganz voll ist versus wie viel lasse ich dann in der ersten Zeit rein und wir haben es ein bisschen optimiert, auch in Richtung erste Zeit, weil wir gelernt haben, dass unsere Kunden gerne einen Pitstop haben, nicht zu lang und dann weiterfahren. Und das heißt, dieses schnelle Saugen, gerade in der ersten Zeit, da haben wir in die Richtung auch optimiert. Genau, und da wird noch ein bisschen was geschehen. Ich glaube, es ist nach wie vor aber ein gutes Abwägen zwischen Reichweite. Wir werden auch 700 Kilometer demnächst sehen bei Volkswagen. Also auch da arbeiten wir dran. Das heißt nicht, dass wir nicht an Reichweite noch weiterarbeiten.

  12. Sebastian:

    Aber es ist ja schön, dass ihr da auch zweigleisig fahrt, euch da entsprechend aufstellt und auch nicht verschließt und dann auch E-Auto-Fahrern die Möglichkeit gibt, ein Update zu bekommen, wenn sie ihr Fahrzeug schon auf der Straße haben und dann nicht gezwungenermaßen auf ein neues Modell umsteigen müssen, um dann auch davon von den Entwicklungen zu profitieren.

  13. Silke Bagschik:

    Ja, das ist ganz, ganz neu mit den Updates draußen im Feld. Das macht uns jetzt auch sehr viel Spaß, weil gerade unseren ersten Kunden gegenüber die die gesagt haben, hey, wir finden das toll, dass Volkswagen das macht und hier Autos auch mit TÜV-zertifiziert klimaneutral, also netto klimaneutral anbietet und wir machen da mit und wollen das. Dass wir die jetzt an dem technologischen Fortschritt und an dem Lernen, was wir haben, teilen, die haben lassen können, ist echt super. Das macht uns auch viel Freude. Jetzt gibt es demnächst wieder das nächste Update. Das IDS 3.0 wird es wieder over the air geben. 3.1 ist auch schon in der Arbeit, da gibt es wieder Gibt es wieder Optimierung von Reichweiten im Winter und eine ganze Menge neue Features, die auch noch dabei kommen. Also das ist toll, dass sowas jetzt möglich ist. Das heißt für uns ein großes Umdenken, das ist anders. Normalerweise hat man dann so gelernt, Kundenfeedback, alles klar, nimmst du dann... schreibst du auf einen Zettel für das nächste Auto, was man entwickelt in vier Jahren. Aber jetzt sind wir so weit, da kriegen wir aus unserem ID Drivers Club, den ich auch total liebe, da diskutieren die Leute auch untereinander und haben tolle Ideen und haben auch Hinweise an uns, sagen, hey, mach doch mal das. Ja, wir möchten einfach mehr Anzeigen haben oder auch mehr sehen, wie viel Restreichweite oder wie viel Ladeprozent wir haben. Zeig das mal an, dann bringen wir das jetzt in die nächste Software. Das hat jetzt zum Teil Entwicklungszeiten von noch im Vierteljahr maximal ein halbes, dass wir solche Features dann nicht nur in die Fabrik neuen Fahrzeuge, sondern auch ins Feld bekommen. Das ist... Total schön, aber auch super, super anstrengend, das können Sie uns glauben. Unsere Prozesse mussten wir alle einmal auf den Kopf stellen, damit sowas überhaupt möglich ist. Und bin sehr froh, dass wir auch einen Entwicklungschef haben, dessen Herzensaufgabe das geworden ist und der sich da persönlich reinwirft, dass wir updatefähig sind und quasi Softwarevarianten draußen haben in aller Welt, die wir kontrollieren können noch, dass wir da auch das Ganze so managen, dass wir kontrolliert Verbesserungen auf alle diese Fahrzeuge spielen können.

  14. Sebastian:

    Ja, das ist definitiv eine Herausforderung für, ich sage mal, einen Fahrzeughersteller, so wie Sie gesagt haben, der sonst immer diese Entwicklung mitgenommen hat in die nächste Generation der Fahrzeuge und jetzt auf einmal viertel- oder halbjährlich da die Updates rausbringen soll. Aber ich denke, das ist was, was auch die Käufer dann überzeugt, dann eher den Sprung auch zu wagen bei den ersten, Käufern von E-Autos mit dabei zu sein oder am Start dabei zu sein, weil man weiß, okay, man ist in Anführungsstrichen auf der sicheren Seite, weil das Auto ist nicht nur auf der Straße und damit vergessen für VW, sondern es erfährt auch künftig weitere Updates, wie ihr bereits in der Vergangenheit jetzt bewiesen habt und auch künftig beweisen werdet, so wie ihr es jetzt gerade angekündigt habt.

  15. Silke Bagschik:

    Ich sage ja den E-Kunden, ihr seid sowieso auf der sicheren Seite, weil es ist logisch, wenn sich der Markt dahin entwickelt, was sich eindeutig abzeichnet, dass Elektro die dominante Mobilitätsmöglichkeit wird und auch die bessere Wahl entsteht. Und das ist ja eine Geschichte, je mehr es werden, desto mehr Infrastruktur ist da, desto einfacher und vernetzter ist das Ganze. Auf dem Weg befinden wir uns ja gerade, dass unsere Kinder uns irgendwann fragen müssen, wie, du hast ein Auto, da kam hinten was Schmutziges raus. Warum eigentlich? Das macht ja gar keinen Sinn. Das ist völlig widersinnig. Und dann ist es auch klar, wer die besseren Restwerte hat und wer nachher keine Probleme im Wiederverkauf und der Wiedervermarktung haben wird. Und das sind eben die Elektroautos. Das heißt, insofern sind die Kunden da sowieso auf der sicheren Seite.

  16. Sebastian:

    Ja, definitiv. Jetzt haben Sie ja schon aufgegriffen, vorhin Schnellladeparks in der Stadt, vernetzte Fahrzeuge, das spielt ja auch alles zusammen, weil ich sage mal, wir haben auch viele E-Auto-Fahrer in der Stadt. Da gibt es dann auch Wohnungseigentümergemeinschaften oder Eigentümergemeinschaften an sich, wo ja dann auch viele in Mehrfamilienhäusern leben. Da wollt ihr auch mit ansetzen, Stichwort digitaler Schlüssel, sharingfähig, dass man da einfach nochmal die Mobilität über das Fahrzeug hinaus weiterdenkt und da auch nochmal Möglichkeiten auftut, wie man Fahrzeuge dann vielleicht auch nicht nur alleine nutzen kann, sondern auch in der Gemeinschaft, um da den bestmöglichen Nutzen rauszuholen. Das spielt ja auch damit in diese Richtung rein, bilanziell klimaneutral und das Fahrzeug so gut wie möglich nutzen dann.

  17. Silke Bagschik:

    Genau, also das ist eine Geschichte, die ich persönlich total faszinierend finde. Wir kriegen es noch nicht auf die Straße in großem Stil, aber ich hoffe darauf, dass auch andere das entdecken. Denn die Technik ist ja da. Wir haben sehr bald digitale Schlüssel, also alles sicher und per Smartphone und nicht Bluetooth, dass da irgendwie jemand anders noch ran kann, sondern richtig gut und abgesichert und tolle Technik in den Fahrzeugen. Und sobald so ein digitaler Schlüssel im Fahrzeug ist, heißt das, ich kann den auch digital versenden und mit einer ganz einfachen Software kann man sich dann eben durchaus vorstellen, dass dann in Wohnungsgemeinschaften gesagt wird, hey, vielleicht einen gewissen Pool von Fahrzeugen teilen wir uns und das ist vielleicht auch Teil der Miete, dass es ein Mobilitätskonzept gibt und damit hat man dann Einfach zu 99 Prozent immer die Mobilität, die man gerade braucht. Aber nicht jeder braucht pro Familie zwei Autos, was dann wiederum auch quasi dem Verkehrskollaps in der Stadt ein bisschen entgegenwirken würde. Und auch diese Elektroautos gerade, das Laden ist ja schön, da gibt es keinen Streit, wer tanken fahren muss. Das Laden geschieht dann im Innenhof, ganz einfach. Und die sind dann immer aufgeladen da und man kann immer mit vollgeladen losfahren, weil man stöpselt die einfach ein, wenn man es wieder hinstellt. Und deswegen eignen sich diese Autos so perfekt für diese Sharing-Form. Und ich hoffe, wir sehen noch mehr, dass die Leute es verstehen und diese Business-Cases suchen. Aktuell sind wir noch so ein bisschen am Schauen und Suchen noch. Ich hoffe vielleicht auch nach dem Podcast, dass da mehr Leute auf uns zukommen und diese Dinge in die Realität verwandeln. Die Technik dazu haben wir, wie gesagt, am Start.

  18. Sebastian:

    Das ist ja schon mal sehr schön, dass da die Technik jetzt nicht der limitierende Faktor ist, sondern vielleicht einfach auch die Fantasie der Leute, wie kann man es dann in der Realität sozusagen umsetzen, was kann man daraus machen. Da sind wir auch vielleicht schon beim Übergang zum nächsten Thema, was auch wieder mit schlauem Fahrzeug zu tun hat oder Stand der Technik, Thema bidirektionales Laden. Da treibt ihr aktuell auch die Entwicklung voran, um eure ID-Stromer als mobile Powerbank zu nutzen. Vielleicht können Sie das einfach mal einordnen, was man darunter versteht oder was VW darunter versteht unter dieser mobilen Powerbank und wie da der aktuelle Stand der Entwicklung ist.

  19. Silke Bagschik:

    Genau, also ich finde es ja total spannend, dass wie gesagt über 40 Prozent der Leute haben schon Photovoltaik oder können es sich vorstellen, als wir mal gefragt haben, unsere Kunden, Wie ist das Interesse auch an BIDI? Da haben über 80 gesagt, wir finden es total richtig und wichtig, dass wir das Fahrzeug einbinden in ein Energie-Ekosystem. Also sie haben das intuitiv verstanden, dass das nur zum Benefit von allen sein kann. dass so ein Fahrzeug im Schwarm wie eine mobile Powerbank genutzt wird und dass wir damit über die E-Mobilität sogar auch die Energiewende ermöglichen und schneller und sauberer machen. Denn Elektroautos machen ja Sinn, wenn sie mit Grundstrom geladen werden.

  20. Sebastian:

    Ja, definitiv. Da sind wir auch bei dem Thema oder was ja das Hauptziel sozusagen ist, die bilanziell klimaneutralen E-Autos auf die Straße zu bringen oder nicht nur auf die Straße zu bringen, sondern auch betreiben. Das Thema Grünstrom, das treibt ja auch selbst durch ein Tochterunternehmen, die Elli, voran, wo ihr dann ja auch, ich sag mal, eurem E-Autofahrer schon die Möglichkeit mitgebt oder darauf hinweist, hör mal zu, wenn du es ganzheitlich denkst, wäre es ja auch sinnvoll, dass dein Strom grün ist und nicht eben grau Strom dann sozusagen verwendet wird beim Fahrzeug.

  21. Silke Bagschik:

    Genau, wir haben ein Grünstromangebot. Wir haben auch gesagt, wir wissen ja, wie der Grünstrommix in jedem Land ist. Das heißt, wir kompensieren auch aktuell als Volkswagen schon, das ist neu, alles das, was noch nicht grün ist und erhöhen da das Grünstromangebot, indem wir quasi die Menge an grünem Strom in dem großen Stromsee erhöhen und da gezielt rein investiert haben. Und wir arbeiten auch an dem Carbon Footprint der Elektroautos kontinuierlich weiter, nutzen in der Fertigung grünen Strom. Ich wünsche mir, dass wir noch mehr grünen Stahl, das heißt überhaupt grünen Stahl und grünes Aluminium bekommen. Das ist alles noch sehr, sehr in der Anfangsphase. Ich glaube, da ist auch ganz viel Unterstützung seitens Politik notwendig, weil das sind enorme Investitionen, die die heutigen Stahl- und Aluminiumproduzenten tätigen müssten, damit das dann eben geschieht. Die Technik gibt es aber auch schon. Wahrscheinlich braucht das auch ein bisschen Anschub und Unterstützung. Das heißt, wenn man jetzt den Carbon Footprint durchschaut, sind das die nächsten beiden großen Positionen, die wir gerne hätten, um die Autos dann auch in ihrem Fußabdruck komplett grün zu machen oder dem sehr nahe zu kommen. Und die liegen nicht so richtig in unserer Hand. Aber natürlich unterstützen wir da, was wir können und hoffen eben auch, dass die Politik das genauso erkennt und darunter damit hilft.

  22. Sebastian:

    Das Thema hat man ja so ähnlich dann sozusagen, also mit der Politikunterstützung, wenn wir darauf kurz abzielen wollen, ist es ja auch ein Thema bei Vehicle-to-Grid, also bei diesem bidirektionalen Laden, weil ihr als Volkswagen bietet schon die Technik in den Fahrzeugen an. Aber ich sage mal, offiziell genutzt werden oder im größeren Stil kann es halt eigentlich noch nicht werden, weil die Grundlage dafür noch nicht so ganz da ist.

  23. Silke Bagschik:

    Genau, das ist wieder eines dieser Henne-Eid-Probleme, die man meistens hat, wenn etwas Neues beginnt, wie auch bei den Elektroautos, wo wir auch sehr früh quasi in... auch Kommunikationsvorleistungen gegangen sind und gesagt haben, ihr dürft es uns glauben. Also es war ja auch vor Fridays for Future noch, wir werden eine Million Elektroautos bauen. Inzwischen haben wir deutlich mehr als damals geplant. Und wir investieren in eine rein elektrische Plattform. Und alle haben sich an den Kopf gegriffen und gefragt, meinen die das ernst bei Volkswagen? Das macht ja noch keiner. Alle anderen haben auch auf Multitraktionsplattformen gesetzt und wir sind rein elektrisch gegangen. Das ist so ähnlich jetzt bei dem Thema Automobil. Schwarmladen oder mobile Powerbank. Wir haben jetzt einfach mal gesagt, wir machen alle unsere Autos, und zwar auch die im Feld, und zwar mit den großen Batterien ab dem nächsten Software-Update, also einem der nächsten, also es hat noch eine 3 davor, also bald machen wir die dann eben bidirektional fähig und Das funktioniert dann auch schon. Wir merken jetzt auch schon allein dadurch, dass wir darüber im Dezember geredet haben, wie das Interesse hochgeht und auch wie die ersten Firmen jetzt schon kommen und sagen, ich hätte dann auch das passende Equipment und Hausinfrastruktur dafür und sehen, dass es gerade in ganz Europa passiert, dass es da Interessenten gibt und sagen, dass es passt. Und dann bieten wir das auch an, auch von der Alley-Seite wird daran gearbeitet, dass wir dann entsprechend das Equipment haben. Wir haben uns entschieden, das erstmal auf DC-Basis zu machen. Weil es sehr einfach umsetzbar ist und dann auch kompatibel mit allen Netzen in ganz Europa und sind auch sehr gespannt, wie sich das weiterentwickelt und sagen damit, hey, jetzt kann es losgehen. Wir brauchen die entsprechende Regulatorik und auch noch auf ganz breiter Basis die entsprechende Technik fürs Haus. Und das sehen wir jetzt gerade entstehen.

  24. Sebastian:

    Das ist ja schön, dass ihr da den Anstoß setzt oder vorne mit dabei seid und das dann eben auch dadurch vorantreibt und dann zeigt, okay, wir als Hersteller bieten unseren Part dafür schon mal an. Jetzt kommt Wallbox-Hersteller, Politik vielleicht dann noch mit dazu und bringt jeder auch noch seinen Teil dann so quasi mit ein. Ganz kurz zur Einordnung, Sie haben jetzt gesagt, alle Autos im Feld mit der großen Batterie, da reden wir von den 77 Kilowattstunden aufwärts. Okay, nur, dass wir das richtig von der Kommunikation her haben. Das heißt, die Herausforderung und die Lösungsansätze, die wir da aktuell im Bereich des bidirektionalen Ladens haben, in diesem Schwarmladen dann auch, ist dann tatsächlich zum einen zu sagen, wir gehen da als Vorreiter mit rein, wir bringen das Update mit rein für unsere Fahrzeuge jetzt auch schon in naher Zukunft oder in absehbarer Zukunft und arbeiten dann quasi an allen Fronten, sei es jetzt durch Elli oder auch wahrscheinlich im Austausch mit der Politik, daran, auch die anderen Stücke oder Stufen sozusagen mit einzubringen. Ja, also dann schon mal vielen Dank dafür die Einordnung. Ansonsten haben wir noch was, was wir bei dem Thema bilanziell klimaneutrales E-Auto beachten müssen, wo wir noch einen Punkt haben. Sie haben jetzt schon erwähnt, grüner Stahl, grünes Aluminium, so viel wie möglich grünen Strom in der Produktion und dann natürlich auch hinterher im Betrieb der Fahrzeuge. Und für das Laden eben auch dann, ich sage mal, die Hemmschwellen auf verschiedensten Ebenen zu reduzieren. Ich glaube, da war ein Thema, was wir auch noch im Vorfeld mal kurz angeschnitten hatten, Plug-and-Charge-Verfahren nach einer ISO-Norm. Vielleicht können Sie das mal noch einordnen, was da die Bemühungen oder die Schritte von VW sind im Moment.

  25. Silke Bagschik:

    Plug and Charge ist ja was, das haben wir uns auch schon aus Vertrieb-Marketing-Seite von ganz langer Hand gewünscht, weil wie gesagt, Laden soll irgendwie ganz nebenher passieren und so Seamless, das heißt, man hält dann an, steckt... einen Stecker rein und dann haben die miteinander kommuniziert und die Ladesäule weiß, welches Auto es ist, auf welchem Account es ist, auch ob das jetzt hier dienstlich oder privat sein soll. Dann gehe ich gepflegten Kaffee trinken und sehe dann auf meinem Smartphone auch, alles klar, Auto hat geladen, es kann wieder weitergehen. Also so stellen wir uns die Welt vor und da sind wir ganz froh, dass wir jetzt auch mit dem nächsten Update das realisieren können und ganz große Partner das auch umgesetzt haben. Und ja, also wir setzen eben auch darauf, dass es dann mit unserer Ladekarte funktioniert. funktioniert bei ganz verschiedenen Anbietern und nicht nur bei einem, sodass man dann auch von dem ganz breiten Netz profitieren kann und das frei nutzen kann, egal wo man sich dann in Europa bewegt.

  26. Sebastian:

    Ich denke, so sollte es auch sein, weil sonst sind wir wieder bei der Diskussion, die wir auch oder jeder E-Auto-Fahrer, glaube ich, zu Beginn hatte, welche von meinen 15 Ladekarten passt jetzt und welche von meinen drei Apps kann ich hier anmachen, vor allem, wenn ich dann noch in der Tiefgarage vielleicht laden muss. Also ja, dann ist das schon zielführender, wenn man da... die Logik zwischen Fahrzeug und Wallbox lässt sozusagen und das dann ganze problemlos funktioniert. Ja, von meiner Seite aus wär's das, Frau Bakschik. Vielen Dank für die Einblicke, die wir jetzt hier bekommen haben zum Thema Laden, bilanziell klimaneutrales E-Auto und ja, vielen Dank für den Austausch. Ja, hat Spaß gemacht.

  27. Silke Bagschik:

    Vielen Dank.

  28. Sebastian:

    Mir bleibt auch nicht viel zu sagen, außer vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast für die heutige Folge. Vielen Dank dafür, dass du dich abholen hast lassen von Silke Bakcik und mir zum Thema Laden bei VW, was ja unser Hauptschwerpunkt im Gespräch war, haben uns aber natürlich auch zum bilanziellen Klimaneutralen. E-Auto unterhalten und wie der Weg dorthin beschritten werden kann. Auf dem Weg dorthin wird schon vieles richtig gemacht, sei es von Fahrzeugherstellern wie VW, als auch von der Regierungspolitik, die langsam Schritt für Schritt die entsprechenden Grundsteine legen, um da eine vernünftige Basis für die Zukunft aufzubauen. Aber es gibt noch einiges zu tun. Ich denke, das hast du auch aus der heutigen Folge mitnehmen können. Ich bin gespannt auf deine Meinung zur aktuellen Folge. Hinterlass uns gerne einen Kommentar unter dem Artikel zur aktuellen Folge. Ich denke, da können wir alle was lernen oder mitnehmen noch. Mach's gut, bis zur nächsten Folge. Ciao.