Christopher Rux: Stellantis setzt auf E-Vielfalt

Im Gespräch mit Christopher Rux, verantwortlich für Kommunikation bei Citroën und Jeep

In der aktuellen Folge des Elektroauto-News.net-Podcast spreche ich mit Christopher Rux, verantwortlich für Kommunikation bei Citroën und Jeep, über die Zukunft der E-Mobilität und insbesondere über die Rolle von Citroën und Jeep (beide Teil des Stellantis-Konzerns) in diesem Bereich. Rux vertritt als Kommunikationsverantwortlicher beide Marken, die sich durch ihr französisches beziehungsweise amerikanisches Erbe unterscheiden und unterschiedliche Fahrzeugtypen anbieten.

Ein zentrales Thema ist der Citroën ë-C3, ein vollelektrisches Fahrzeug, das als bezahlbare Option unter 25.000 Euro positioniert ist. Rux betont, dass der ë-C3 den Markt für erschwingliche Elektroautos anspricht, ein Segment, das bisher eine Lücke aufwies. Trotz des niedrigen Preises (ab 23.300 Euro) wird der ë-C3 als leistbares Modell beschrieben, das auch in Europa produziert wird, was als Qualitätsmerkmal gilt. Erstmalig im Stellantis-Konzern verwendet die kosteneffiziente, Elektroauto-native Plattform ein 44-kWh-LFP-Batteriepaket (Lithium-Eisenphosphat), um eine WLTP-Reichweite von bis zu 300 km zu erzielen.

Gemeinsam sind wir auch auf die Unterschiedlichkeit der Marken Jeep und Citroën eingegangen, insbesondere hinsichtlich ihrer Herkunft und Fahrzeugausrichtung. Rux hebt hervor, dass diese Unterschiedlichkeit in der Kommunikation eher vorteilhaft ist, da sich die Marken nicht überschneiden. So wird der Jeep Avenger, ein reiner E-SUV, ebenfalls thematisiert. Etwa ein Drittel aller in Deutschland verkauften Jeeps waren vergangenes Jahr Avengers, was seine Position als wichtigen Bestandteil von Jeeps Elektrostrategie unterstreicht. Dieser Erfolg deutet darauf hin, dass auch in Segmenten, die traditionell von Verbrennungsmotoren dominiert wurden, ein Umdenken hin zur Elektromobilität stattfindet.

Im gemeinsamen Gespräch wird auch kurz auf die Bedeutung von Flexibilität und Kundenwahl ("Freedom of Choice") beim Antrieb eingegangen. Die Strategie beinhaltet, den Kunden Freiheit in der Wahl des Antriebs zu bieten und gleichzeitig die Produktions- und Bestellprozesse zu vereinfachen, um die Kosten zu senken.

Im Gespräch gehen wir zudem auf die Rolle des Online-Verkaufs und die Zusammenarbeit mit Händlern, die Bedeutung der E-Mobilität für den Stellantis-Konzern und die strategische Ausrichtung beider Marken ein. Citroën hat sich hierbei als Vorreiter positioniert, indem es den Online-Verkauf stark ausbaut, ohne dabei die Bedeutung des traditionellen Handels zu vernachlässigen. Diese hybride Verkaufsstrategie ermöglicht es, einerseits den modernen Online-Kaufgewohnheiten gerecht zu werden und andererseits die fachliche Beratung und den Service vor Ort zu erhalten, die viele Kunden insbesondere beim Kauf eines Elektrofahrzeugs schätzen.

Am besten hörst du selbst in den Podcast hinein und erfährst mehr über Citroën und Jeep. Es lohnt sich.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto News 100 Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge habe ich Christopher Rux zu Gast, seines Zeichens verantwortlich für die Kommunikation von Jeep und Citroën, beides Marken aus dem Stellantis-Konzern. Wir haben uns unterhalten über bezahlbare E-Mobilität als auch E-Mobilität im Lifestyle-Sektor. Erste Sparte geht an Citroën, die zweite an Jeep und haben versucht, das Ganze ein Stück weit auseinanderzunehmen. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Christopher Rux. Viel Freude damit. Hallo Herr Rux, vielen Dank, dass ich heute die Zeit nehme, dass wir uns über E-Mobilität in zwei Ausprägungen sozusagen unterhalten. Sie sind ja mit einer Doppelrolle heute hier. Damit wir auch wissen, wofür Sie stehen oder für wen Sie hier sind, können Sie sich vielleicht einfach mal kurz unseren ZuhörerInnen selbst vorstellen.

  3. Christopher Rux:

    Absolut, gerne. Danke erstmal für die Einladung. Danke, dass wir uns zum Thema E-Mobilität hier unterhalten. Mein Name ist Christopher Rux. Ich habe das größte Vergnügen für die Kommunikation, sprich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Marke Jeep und für die Marke Citroën gleichzeitig verantwortlich zu sein. Also zwei durchaus, kann man sagen, legendäre Automarken. Die eine mit einem großen französischen Erbe, die andere mit einem großen amerikanischen Erbe. Und beide gestalten als Teil von Stellantis jetzt die Zukunft.

  4. Sebastian:

    Und das ist ja dann auch eine Herausforderung für Sie natürlich auch in der Kommunikation, dann zwei so Marken, die erstmal eine unterschiedliche Herkunft haben vom Land oder vom Kontinent her, als auch dann natürlich von der Fahrzeugausrichtung unterschiedlich sind. Da würden wir vielleicht einfach mal mit Citroën einsteigen, die ja auch für bezahlbare Mobilität stehen und jetzt auch mit dem Citroën EC3 zusammenarbeiten. das, wie gesagt mal, erste leistbare E-Fahrzeug mit auf die Straße bringen, wo ja wirklich auch mal das Versprechen hält, unter dieser magischen 25.000-Euro-Grenze zu liegen, die da immer in den Medien herumgeistert. Vielleicht können Sie ein paar Worte zu dem Fahrzeug verlieren, was uns da erwartet, wenn es dann Mitte des Jahres hier in Deutschland auf die Straße kommt.

  5. Christopher Rux:

    Richtig. Vielleicht noch einen Eingangssatz. Das sagen mir nämlich viele, wie es ist so mit zwei Marken, die so unterschiedlich sind. Und ich sage immer, das ist eigentlich ziemlich gut, weil die beiden Marken so unterschiedlich sind, dass sie sich überhaupt nicht überlappen. Das macht es mir in der Kommunikation eigentlich ziemlich einfach, weil beide sind stark abgegrenzt voneinander, haben nichts miteinander zu tun, ganz unterschiedliche Fahrzeuge. Die eine Marke vertreibt einfach nur SUVs. Insofern macht es in der Kommunikation, zumindest mir persönlich, einfacher, zwei unterschiedliche Paar Schuhe anzuhaben. Zum EC3, richtig, der EC3 ist, glaube ich, ich habe vielen Orts gelesen, der neue E-Volkswagen sozusagen. Oder auch der Gamechanger für das Thema Elektromobilität. Warum? Ich glaube, es gibt viele, viele spannende E-Autos, die allwöchentlich, allmonatlich auf den Markt kommen und kamen. Wir haben eins dabei ein bisschen als Industrie vergessen, Anführungsstrichen, und zwar das Thema, es bezahlbar zu halten. Da tritt der EC3 an, es eben anders zu machen, mit einem Einstiegspreis ab 23.300 Euro für einen vollelektrischen Kleinwagen geht der in die Richtung, was dem Markt brutal fehlt. Was es mal mit anderen elektrischen Kleinstwagen irgendwo gab, dann ist da eine Riesenlücke entstanden und der EC3 schickt sich an, das als allererster tatsächlich zu machen. besetzen das Segment teilweise lange vorm Wettbewerb.

  6. Sebastian:

    So wie Sie es ja schon gesagt haben, die Marktbegleiter, die sind natürlich auch aktiv, gehen auch dieses Segment an oder wollen es angehen, aber da sind es halt eher Ankündigungen. Heute Morgen habe ich gerade wieder gelesen, verschiebt es jetzt von 25 dann wieder auf 26, 27 teilweise. Dann sind die Fahrzeuge ja auch nicht mehr auf dem Stand der Technik. Allerdings gibt es ja auch einen Wettbewerber, Dacia Spring, der ja schon auf der Straße unterwegs ist, der ja auch preislich auch attraktiv ist von der technischen Daten her, doch deutlich teilweise hinter eurem EC3 liegt. Seht ihr den auch als Wettbewerber an oder ist das einfach ein komplett anderes Segment aus eurer Sicht?

  7. Christopher Rux:

    Zu den Ankündigungen. Ich habe mir, glaube ich, persönlich angewöhnt, nach dem Motto zu leben, I only believe it when I see it. Weil momentan sprießen ja wie Pilze aus dem Boden die Ankündigungen für bezahlbare Kleinwagen von allen möglichen Volumenherstellern aus Deutschland, aus Amerika und Egal woher, aus Europa. Ich glaube, das ist erstmal wichtig, dass sowas kommt, weil ich glaube, für das Thema Elektromobilität als Ganzes ist genau das Thema richtig wichtig, weil das Thema muss irgendwo bezahlbar bleiben. Es gibt ja genügend Studien, die besagen, was sind Menschen bereit für ein Fahrzeug maximal auszugeben. Das letzte, was ich gelesen habe, glaube ich, war eine Studie, die sagte maximal 30.000 Euro. Insofern, in dem Segment muss man sich irgendwo bewegen. Zum genannten Modell von Dacia. Ich höre den Vergleich oft. Liegt auch irgendwo ein bisschen auf der Hand, weil es bis dato das bezahlbare oder das einzige bezahlbare elektrische Kleinwagen war. Ich tue mich mit dem Vergleich aus ein paar Gründen ein bisschen schwer. Zum einen sind da die Abmessungen. Da liegen nochmal, ich meine, der EC3 ist 4 Meter, der Dacia ist nochmal, ich glaube, wenn ich das richtig im Kopf habe, more or less 30 Zentimeter kürzer. Also nochmal eigentlich ein ganzes Segment. Das eine ist A-Segment, das andere ist B-Segment. Die Leistung des Fahrzeugs ist bedeutend unterschiedlich. Die Ladegeschwindigkeit ist, ich glaube, Faktor 3 höher beim EC3. Er bietet Platz für 5, hat einen viel größeren Kofferraum. Also ein Vergleich ist da irgendwo schwer. Aber klar, es muss jeder für sich selbst entscheiden, wie der Vergleich irgendwo gemacht wird. Preis-Leistung ist das, was am Ende entscheidet. Ich glaube, was den EC3 auch noch deutlich ausmacht, dass er nicht nur den Preispunkt setzt und das Preis-Leistungsthema neu definiert, sondern er ist ja auch entwickelt und er wird auch gebaut in Europa. Ich glaube, das ist auch in diesen Zeiten auch nochmal ein durchaus wichtiges Argument.

  8. Sebastian:

    Ein Argument, was sicherlich greift, das sehen wir bei uns auch im Portal des Öfteren, gerade wenn die chinesischen Marktbegleiter da ein Thema sind, wo dann auch immer gesagt wird, ja hier, wollt ihr das denn unbedingt kaufen, bleibt doch hier in Europa. Also die Gedanken gibt es da schon und dann verstehe ich das auch als... Qualitätsmerkmal oder Unterscheidungsmerkmal natürlich auch, dann sagen zu können, wir kommen aus Europa für Europa. Das ist ja auch ein Punkt, definitiv. Ihr haltet euch beim EC3 aber auch relativ schmal in den Varianten, soweit ich das jetzt gesehen habe. Es gibt zwei Ausstattungsvarianten, eine Einstiegsvariante ab 23.3, eine zweite Max-Variante und dann noch ein bisschen Auswahl bei der Farbe. Ist das auch bewusst so gewählt, dass man eben die Kosten auch dementsprechend niedrig halten kann, dadurch, dass man eben nicht zig Varianten und Ausführungen auf die Straße bringen muss?

  9. Christopher Rux:

    Absolut. Also ganz klar, die Verringerung der Komplexität in Bestellprozessen oder auch in Produktionsprozessen vereinfacht natürlich das ganze Thema der Produktion, wiederum senkt die Preise. Insofern ist es ein ganz einfaches Rechenbeispiel, was man da auch machen kann. Genau beim EC3 gibt es den U233 bezüglich dem Max mit 27.800 und dann kann ich genau noch mit zwei Optionen dazu machen, nämlich einmal ein 11 kW Schnelllader optional. beziehungsweise noch das Winterpaket, was für bestimmte Märkte inklusive Deutschland angeboten wird, wo ich dann auch noch Sitzheizungen für komfortable Momente auch im Winter dabei habe. Und das ist es. Das spiegelt aber auch das Ergebnis, was wir an Kundenstudien durchführen, wieder, die oftmals sagen, ich kann mich durch so einen Konfigurator klicken und kann da Stunden verbringen mit Optionen und dann geht das nicht nur damit und wenn ich aber das möchte, dann brauche ich wieder das Paket und die Ausstattungsvariante. Jeder kennt es, der schon mal Auto konfiguriert hat, wenn man irgendetwas abwählt oder anwählt, kommt das Popup, obacht, dafür wird Funktion 1, 2, 3 abgewählt und das wollten wir ganz bewusst mit dem EC3, aber auch schon mit der gesamten Citroen Palette im Endeffekt verringern und sagen, okay, es gibt grundsätzlich... U plus Max bei den meisten Autos, beziehungsweise beim EC3 nur U und Max, also drei Ausstattungsniveaus und dann eine limitierte Anzahl an Optionen, weil damit stelle ich fast alle Kunden zufrieden und vereinfache auch den ganzen Bestellprozess, dass ich mit wenigen Klicks mir auch online mein Auto bestellen kann.

  10. Sebastian:

    Und online bestellt heißt dann auch, ich sag mal, ans Haus geliefert oder sind wir da immer noch beim Klassenhändlermodell bei euch?

  11. Christopher Rux:

    Das läuft tatsächlich über einen Händler. Es läuft bei uns vom Angebot her so, ein Händler kann seine Angebote einstellen in den Citroën Financing Store, den ich auf citroën.de finde und dann kann ich mir da entweder mein Auto freikonfigurieren oder schon existierende Angebote nehmen. Und die Auslieferung erfolgt in den meisten Fällen auch über einen Händler. Allerdings, wir arbeiten daran, dass wir auch nach Hause Lieferungen zusätzlich anbieten werden. Dass es dann auch komplett ohne einen Besuch beim Händler abläuft. Allerdings klar ist, das Geschäft wickeln wir schon noch über den Händler ab.

  12. Sebastian:

    Ich glaube, gerade bei so einem Thema wie E-Mobilität, wo ja auch da noch ein bisschen Veränderungen im Antrieb stattfindet und vielleicht auch noch nicht jeder sein zweites, drittes E-Auto fährt, sondern eben auch Umsteiger vom Verbrenner ist, ist gerade diese Nähe zum Händler, der ja auch eine Expertise dann mit sich bringt, schon Vorteil und auch Argument gegenüber der reinen Online-Sales sozusagen.

  13. Christopher Rux:

    Absolut, richtig. Auf der einen Seite, wir alle bestellen viele tägliche Dinge unseres Lebens online mit dem Smartphone in wenigen Klicks bei großen Online-Portalen. Ich glaube, da geht die Reise mehr und mehr hin, auch beim Thema Auto. Allerdings ganz klar ist, es braucht den Handel auch einfach, um das Auto zu erfahren im mehrfachen Sinne und einfach auch noch um Fragen zu beantworten, auch mal Probe zu sitzen und ähnliches. Und das ist auch, glaube ich, auch weiterhin ganz gut so.

  14. Sebastian:

    Das heißt, es wird dann wahrscheinlich auch so ein Hybrid-Modell dann schlussendlich sein, was man beibehält, auch von eurer Seite aus?

  15. Christopher Rux:

    Definitiv. Also wir wollen nicht unsere Geschäfte ohne den Handel machen, ganz klar. Auch kein Geheimnis, dass Mr. Lantes über kurz oder lang auch sein Geschäft aufs Agenturmodell umstellen wird, aber auch das involviert ja auch weiterhin den Handel. Klar ist aber auch, wir wollen unseren Absatz und unsere Präsenz über den Online-Kanal auch noch weiterhin deutlich ausbauen. Es gab im letzten Jahr eine Studie von einem großen Branchendienst, die gesagt haben, untersucht haben, wie weit ist der jeweilige Hersteller beim Thema Online-Verkauf. Und da waren wir mit der Marke Citroën tatsächlich auf Platz 2 nach einer gewissen kalifornischen Marke, die sehr stark für ihre gute Online-Performance bekannt ist. Insofern etwas, worauf wir aufbauen können.

  16. Sebastian:

    Worauf man natürlich auch stolz sein kann, wenn man da auf Platz 2 schon landet. Gibt es denn Kommunikation eurerseits zu den Stückzahlen, die man anstrebt? Den Dacia Spring habe ich jetzt eben gerade mal noch gefunden, seit Herbst 2021 auf der Straße. Seitdem bis, wann war das denn jetzt, Januar diesen Jahres, um die 30.000 Mal hier ausgeliefert, verkauft in Deutschland. Kommuniziert ihr da schon Pläne für euren EC3?

  17. Christopher Rux:

    Nein, keine konkreten Stückzahlen, aber so viel ist klar. Der EC3 und, so viel muss man auch sagen, auch sein Pendant mit Verbrennungsmotor, ist der wichtigste Citroen-Pkw im Portfolio. Wir haben in den letzten Jahren jeweils pro Jahr rund ein Drittel aller Citroen-Pkw-Verkäufe war der C3. Insofern ein super, super wichtiges Modell, weil das natürlich sehr, sehr wichtig ist, wenn man so einen Volumensbringer erneuert. Und ihn deswegen dann auch so hoffentlich gut einführt, wie wir es aktuell tun.

  18. Sebastian:

    Aber Sie haben es eben schon ausgeführt, es wird eben nicht nur eine rein elektrische neue Variante davon geben, sondern es gibt auch noch das Pendant, den Verbrenner dazu weiterhin.

  19. Christopher Rux:

    Richtig, wir haben klar, den C3 wird es auch noch mit Verbrennungsmotor geben, weil auch da der C3 wird überall in ganz Europa angeboten. Und wie wir alle wissen, der eine oder andere Markt ist einfach noch nicht auf dem Level wie Skandinavien oder ähnliches. wo auch der Verbrenner stark nachgefragt wird und verändert. Deswegen bieten wir beide Varianten an, sowohl vollelektrisch als auch dann mit Verbrennungsmotor.

  20. Sebastian:

    Aber auch für die Verbrennervariante gilt Beschränkung auf einige oder ausgewählte Varianten mit Upgrade-Möglichkeiten.

  21. Christopher Rux:

    Exakt, genau so. Das geht auch gar nicht nur auf den C3, sondern wir haben, ich glaube, im Herbst letzten Jahres angekündigt, dass wir unser gesamtes Angebot in Deutschland sehr stark überarbeiten, unter anderem auch die Listenpreise sehr, sehr signifikant gesenkt. Zum Beispiel ein C4 mit Verbrennungsmotor, also Kompaktklasse, beginnt jetzt bei unter 20.000 Euro. Da muss man sich beim Wettbewerb sehr genau angucken, ob man das auch noch irgendwo findet. Ich behaupte mal, so gut wie nicht. Und auch da gibt es grundsätzlich den gleichen Ansatz, weniger Ausstattungsniveaus, weniger Optionen, vereinfachter Bestellprozess.

  22. Sebastian:

    Jetzt die Frage der Fragen, dass die Marktbegleiter auch was lernen können von euch. Was habt ihr anders gemacht, dass das Fahrzeug jetzt schon dieses Jahr im Sommer auf die Straße kommt und nicht erst 2025, 26 oder 27?

  23. Christopher Rux:

    Ich glaube, wir waren einfach früh dran und schnell dran. Ich habe dazu letztens mit der Citroën Produkt- und Strategiechefin gesprochen und sie hat so schön gesagt, sinngemäß, Weißt du, ich lebe immer schon fünf bis sechs Jahre in der Zukunft voraus und überlege, was dann Faktor ist und überlege, wie entwickelt sich das Preis- und Angebotsniveau bis dahin. Und ich glaube, das zeigt am Ende auch die Stärke von Stellantis mit seinen Multimarkenkonzernen, sich dort entsprechend zu positionieren und mit dem EC3 da ganz vorne dabei zu sein. Eigentlich, auch nicht eigentlich, sondern ein ganz klarer europäischer Anführer von allen Automobilherstellern, die hier unterwegs sind in dem Bereich.

  24. Sebastian:

    Ja, vielen Dank, dass wir da jetzt schon mal so einen Einblick auf Citroën bekommen haben. Jetzt gehen wir zur anderen Marke. Da haben Sie ja vorhin schon gesagt, klare Unterscheidungen, die sind jetzt eher auf oder nur auf SUVs ausgerichtet. Da seid ihr ja schon mit dem Jeep Adventure letztes Jahr in die reine elektrische Schiene reingestartet. Den gibt es aktuell auch nur in Europa, wie wir eben gerade nochmal festgehalten haben. Können Sie da einfach mal festhalten, wie wurde der denn angenommen vom Markt her?

  25. Christopher Rux:

    Klar, genau. Der Jeep Avenger ist im letzten Jahr gestartet und wir haben ihn in Deutschland super gut verkauft. Im letzten Jahr hat er in Deutschland ungefähr jeder dritte verkaufte Jeep war ein Avenger, plus minus. Also hat man schon genau gesehen, da ist ein ganz großes, wichtiges Standbein für die Marke und auch natürlich ein absoluter Bestseller entstanden. In Stückzahlen gerechnet haben wir im letzten Jahr in Deutschland rund 5000 Avenger verkauft, den Großteil davon vollelektrisch. Also ein Erfolgsmodell und wir arbeiten daran, es auch weiterhin erfolgreich zu halten. Und das war natürlich gleichzeitig der Anfang für die Offensive der vollelektrischen Modelle von Jeep. die jetzt Step für Step ausgerollt und fortgesetzt wird.

  26. Sebastian:

    War vielleicht noch ganz passend, einfach auch nochmal kurz den Schwenk zu Citroën mit und Jeep dennoch auch. Wenn wir jetzt dann von, wie sagen wir jetzt beim Citroën, wo es ja die Elektro- als auch die Verbrenner-Variante gibt, als auch bei Jeep, wo es ja auch noch Verbrenner-Pendants gibt, sprechen die Fahrzeuge dann aufgrund ihres Antriebs auch eine andere Zielgruppe an oder sind die Zielgruppen überschneidend und es findet einfach tatsächlich nur einen Umstieg statt? der Antriebe statt? Oder erschließt ihr euch da auch ein komplett neues Zielgruppenumfeld, Kundenumfeld?

  27. Christopher Rux:

    Ich glaube, ehrlich gesagt, eine Mischung aus beidem. Ich glaube, wer ein gewisses Modell sucht, zum Beispiel einen kleinen SUV, der kommt irgendwann dann zwangsläufig beim Jeep Avenger mal vorbei, schaut sich den dann an, überlegt sich, was brauche ich für meinen Einsatzzweck, was ist der richtige Antrieb? Deswegen sagen wir auch Freedom of Choice so ein bisschen in der Antriebswahl. Und man darf auch nicht vergessen, am Ende redet das Portemonnaie auch noch ein gewaltiges Stück Wörtchen mit, was möchte ich mir leisten und was kann ich mir leisten? Und wie gesagt, was brauche ich im Alltag? Fahre ich viel Stadtverkehr? Dann nehme ich vielleicht die elektrische Variante. fahre ich doch mal längere Strecken und traue mich noch nicht so ganz dran. Vielleicht nehme ich dann ein Hybrid oder, oder, oder.

  28. Sebastian:

    Freedom of Choice, auch angesprochen, die kennt man so auch von den Marktbegleitern bei euch, als auch aus dem eigenen Stellantis-Konzern dann nochmal, dass man sich das ja auch immer ein Stück weit offen hält, ist ja auch nachvollziehbar. Sie haben es vorhin auch schon gesagt, Europa ist nicht jedes Land so stark wie die nordischen Länder oder auch Deutschland, die meiner Meinung nach auch schon über ein gutes Netz verfügen in der ... im Großflächigen betrachtet sozusagen, im Lokalen kann man immer noch mal drüber diskutieren sozusagen, ist es wichtig, dass man sich das immer noch offen hält, um da keine Türen zuzumachen und dennoch aber auch, steht ja von eurer Seite aus fest, rein elektrisch führt auch kein Weg dran vorbei für die beiden Marken oder generell für den Stellantis-Konzern.

  29. Christopher Rux:

    Absolut, genau so kann man es ziemlich gut zusammenfassen. Also das Ziel ist klar, das Ziel ist ganz klar, rein elektrisch, Punkt, aus. Ich glaube aber genauso wichtig ist es, sich aktuell offen zu halten und den Kunden die Wahlmöglichkeit zu bieten. Man sieht es ja nun in Deutschland zum Beispiel ganz stark, wie sich das Thema Elektromobilität entwickelt hat nach dem äußerst unglücklichen Ende der BAFA-Prämie, äußerst unglücklich umgesetzt von der Bundesregierung, wie sich das Thema E da aktuell entwickelt hat. Die E-Verkäufe sind in Deutschland über alle Marken und Hersteller aktuell sehr rückläufig, bislang im Jahr 2024. Aber ich glaube auch, das ist eine Momentaufnahme, das wird sich wieder ändern, denn ganz klar, elektrisch ist die Zukunft, aber jemand, der vielleicht noch nicht jetzt umsteigen möchte oder kann, dem auch eine andere Wahl für die Zwischenzeit zu geben. Auch das ist unser Ziel, weiterhin da Kunden die bestmögliche Variante anzubieten. um ihn als Kunden für uns zu gewinnen und auch zu behalten.

  30. Sebastian:

    Das Thema Umweltbonus nochmal kurz angesprochen, über die Art und Weise, wie das kommuniziert wurde, ich glaube, da muss man nicht diskutieren, das war alles andere als vorzeigbar. Nichtsdestotrotz hat es ja auch gezeigt, über sämtliche Marken hinweg, dass man anscheinend auch noch Potenzial hat, die Preise zu senken, wenn man es denn muss und der Staat das dann nicht auffängt. Als Endkunde oder die Rückmeldung bekommen wir natürlich auch von unseren Leserinnen und Lesern, die dann eben auch kundtun oder ihren Unmut kundtun und sagen, ja, woran sind wir denn jetzt da? Was ist denn da für ein Versprechen? Jetzt kommt ihr mit dem EC3 auf die Straße ab 23.300 Euro. Da wird es wahrscheinlich mehr Käufer dafür geben als in der 40.000er Preisklasse, gehe ich stark von aus. Die Frage ist halt nur, das ungute Gefühl bleibt, ist da immer noch zu viel Luft drin, ist da zu viel Marge noch mit drin? Also wie klärt man das Thema auf sozusagen, auch als Hersteller? Wie geht man da als Marke ran, um da eben wieder Vertrauen aufzubauen?

  31. Christopher Rux:

    Ich glaube, nach dem Ende der BAFA-Prämie haben wir als Landeskonzern, glaube ich, massiv Vertrauen bei unseren Kunden aufgebaut, weil wir damals der erste Hersteller waren, die gesagt haben, Alles klar, das ist unglücklich gelaufen mit der BAFA-Prämie, aber wir als Hersteller covern unter bestimmten Bedingungen, existierende Bestellungen, Zulassungen bis, ich glaube, einschließlich erstes Quartal, covern wir die weggefallene BAFA-Prämie, auf jeden Fall den staatlichen Anteil, unter gewissen Bedingungen auch den Herstelleranteil. Die Rückmeldung der Kunden in Faktor Tausende, zeigt uns, das war eine sehr gute, eine sehr richtige Entscheidung, die für viel Vertrauen bei den Kunden gesorgt hat, auf jeden Fall. Ganz klar ist, das ist natürlich auch eine Entscheidung, die als Hersteller auf jeden Fall auch einen gewissen Mut erfordert. Hat man ja noch gesehen, dass die Wettbewerber dementsprechend nachgezogen sind. Zum Thema Preisentwicklung. Ich weiß nicht, ob es ratsam ist, ständig die Preise anzupassen, nach oben oder nach unten. dann bekommt man durchaus ein Thema auch mit Restwerten, Leasing-Kalkulation ist schwer und ähnliches. Was ich oftmals gelesen habe, in sozialen Medien zum Beispiel auch, ja, jetzt bringt Citroën den EC3 für 23.300 Euro, die verdienen niemals Geld mit dem Auto. Und ich glaube, so viel kann man sagen, Stellantis wird niemals ein Auto auf den Markt bringen, womit wir kein Geld verdienen, was nicht profitabel ist. Das zeigen auch die Das Land des Jahreszahlen, die Profitabilität des Konzerns ist Weltklasse, muss man einfach so sagen. Und deswegen der EC3 wird das auch auf jeden Fall ein profitables Auto sein und damit auch natürlich auch dennoch für den Preispunkt neue Kunden erschließen, aber auch dennoch attraktiv genug sein für den Handel, ihn zu vertreiben, dass am Ende jeder auch noch daran etwas verdient.

  32. Sebastian:

    Nur so kann es ja auch schlussendlich funktionieren. Ich meine, ihr seid ein Unternehmen, ihr wollt, müsst Geld verdienen, damit ihr wirtschaften könnt. Auf der anderen Seite kann man ja auch eine Win-Win-Situation erzeugen, wenn man dementsprechend auch ins Volumen reingeht und da dann die Herstellungskosten dementsprechend ein Stück weit runter bekommt, dann ist ja die Marge immer noch vorhanden. Die Restwertdiskussion, die machen wir hier nicht auf, weil...

  33. Christopher Rux:

    Das würde, glaube ich, den Nachmittag sprengen, richtig?

  34. Sebastian:

    Das stimmt. Von daher würde ich noch mal kurz auf den Adventure zurückkommen. Der ist ja gut angekommen, haben Sie schon gesagt. Gehen Sie davon aus, dass da noch weiteres Wachstum im Markt vorhanden ist für das Fahrzeug jetzt, wo es dann eben auch mehr und mehr auf der Straße zu sehen ist?

  35. Christopher Rux:

    Ja, das ist absolut unser Plan. Also unser Plan ist definitiv, dass wir uns jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen wollen, sondern dass wir da uns ein weiteres... Stückzahlen starkes Standbein geschaffen haben, ein Verkaufsschlager. Wir auch weiterhin daran arbeiten, die Palette zu erweitern. Jetzt kürzlich gerade den Hybrid einführen, 48 Volt Hybrid-System, der, wenn man so sagt, Elektro für Einsteiger ist. Sprich, ich kann damit schon im Stadtverkehr einen relativ hohen Anteil an elektrisch kurzen Strecken, niedrige Geschwindigkeiten fahren, beim Parken, beim Rangieren in der Tiefgarage und ähnliches. Das heißt, vielleicht kommt ein Kunde, der vom reinen Verbrenner kommt und sagt, ganz an das Thema E traue ich mich noch nicht ran, aus welchen Gründen auch immer und sagt, aber ist schon ganz cool beim Rangieren oder in der Tiefgarage oder im Stadtverkehr manchmal lautlos und leise zu fahren und ähnliches. Vielleicht findet dann ein Umdenken im Kopf statt und sagt, bei dem nächsten, den nehme ich dann voll eh, ich habe gemerkt, das funktioniert, das ist voll das Richtige für mich. Da arbeiten wir auf jeden Fall dran und da wollen wir auf jeden Fall Step-by-Step tatsächlich die Und wichtig ist natürlich auch, weil wir weiterhin daran arbeiten, CO2-Emissionen zu reduzieren und natürlich auch weiterhin flotten Ziele und Co. zu erreichen.

  36. Sebastian:

    wo es sich ja dann aber schon eher auszahlt, wenn der Verkäufer dementsprechend geschult ist, da eher in Richtung Elektro natürlich zu lenken, wenn es dann auch zu den Anforderungen des Kunden wahrscheinlich passt. Das muss man natürlich auch immer mit dazu sagen. Es ergibt ja auch nicht immer Elektro Sinn oder Verbrenner. Das kommt ja wirklich immer auf die Umstände auch drauf an. Bei Jeep habt ihr jetzt aber auch schon mehr in der Planung im Ausblick. Ihr habt jetzt den Renegade vorgestellt, Renegade S, der jetzt erst in Amerika dann startet, dann wahrscheinlich nach Europa auch kommen soll. Warum wählt man da jetzt den Ansatz, erst in Amerika zu starten und dann hinterher nach Europa zu gehen?

  37. Christopher Rux:

    Kleiner Versprecher ist der Wagoneer S, nicht der Renegade S. Genau, mit dem Wagoneer S haben wir einen Ausblick gegeben und haben gesagt, okay, der Wagoneer S wird das erste vollelektrische globale Jeep-Modell werden, basierend dann auf der neuen Stellantis SDR Large-Plattform, Reichweite plus minus 600 Kilometer, beeindruckende Performance-Daten und so weiter und so fort. warum wird es erstmal den Ansatz dort finden? Weil Jeep am Ende des Tages natürlich eine globale Marke ist und genauso wie es den Avenger zum Beispiel nur in Europa gibt, launcht man gewisse Modelle, die auch erstmal nur in einer Region und bringt sie danach in die anderen Regionen der Welt. Also es ist jetzt nichts zwingend Ungewöhnliches. Wurde auch in der Vergangenheit auch schon gemacht, zum Beispiel, nur ein konkretes Beispiel, gerade mit dem Facelift vom Jeep Wrangler, der wurde auch erst in Amerika eingeführt und kam dann ein paar Monate später nach Europa. Insofern halte ich jetzt für nicht ungewöhnlich.

  38. Sebastian:

    Ungewöhnlich halte ich es jetzt auch nicht, bloß manchmal gibt es auch eine klare Aussage zur Zielgruppe dann hintendran, dass man sagt, okay, der kleinere Avenger bietet es jetzt hier eher für den europäischen Raum an und wir wissen ja, wenn man Amerika auf die Straßen oder Berichterstattungen schaut, da sind ja dann schon eher die größeren, bulligeren Fahrzeuge unterwegs, wo ja jetzt auf jeden Fall das zweite Modell eher reinfallen würde im direkten Vergleich miteinander.

  39. Christopher Rux:

    Richtig, klar, das ist natürlich auch mal ein Faktor. Auf der anderen Seite, wir wissen alle, auch große SUVs sind auch in Deutschland beliebt. Das Ist auch kein Geheimnis. Und ich glaube, wenn man jemandem sagt, pass auf, du hast ein vollelektrisches SUV, was zum Beispiel 0 auf 100 in rund dreieinhalb Sekunden schafft, 600 PS Leistung und so weiter und so fort, dann ist es ein Fahrzeug, was sicherlich auch in Deutschland für viele Kunden attraktiv ist oder auch in Europa. Und deswegen werden wir es auf jeden Fall auch in Europa anfangen zu vertreiben.

  40. Sebastian:

    Ja, vielen Dank, dass wir dann hier mal so einen Einblick bekommen haben auf die Marken Jeep und Citroën von Ihrer Seite aus und würde gerne gegen Ende des Jahres vielleicht das Gespräch nochmal mit aufgreifen, wenn wir dann schon ein bisschen wissen, wie ist der EC3 angekommen hier, wie sind die Zahlen oder auch Anfang nächsten Jahres dann sozusagen, wenn man es offiziell berichten darf und dann natürlich auch der Ausblick, wie es weitergeht bei den Marken, weil Sie haben ja vorhin schon gesagt, die Produktchefin ist schon fünf bis sechs Jahre im Voraus, vielleicht kann man dann ja schon mal wieder einen Ausblick geben, wohin die Reise künftig geht. Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Wuchs.

  41. Christopher Rux:

    Sehr gerne, ich freue mich aufs nächste Mal.

  42. Sebastian:

    leistbare E-Mobilität und E-Mobilität im Lifestyle-Sektor. Das waren die zwei Themen, die wir hier aufgegriffen haben mit Christopher Oaks von den Marken Jeep und Citroën, wo er die Kommunikation verantwortet. Ich hoffe, du konntest einiges aus dem Gespräch mitnehmen, hast ein paar Einblicke erhalten, einen Blick hinter die Kulissen und wir werden das Ganze nochmal im Laufe des Jahres vertiefen, gemeinsam mit ihm, so wie wir das eben auch zum Ende hin festgehalten haben. Dir vielen Dank fürs Zuhören, mach's gut, bis zur kommenden Folge. Ciao.