D. Gwercher, Zaptec: "Ich glaube, dass Reichweitenangst nie gelöst wird!"

Im Gespräch mit Daniel Gwercher über Ladeinfrastruktur in Deutschland

In der aktuellen Folge des Elektroauto-News.net Podcast haben wir Daniel Gwercher zu Gast. Er ist Managing Director Germany bei Zaptec und beschäftigt sich dort mit dem Thema Ladeinfrastruktur, schwerpunktmäßig im Bereich AC-Ladeinfrastruktur, sowohl im Wallbox-Bereich für zu Hause als auch bei Flotten beziehungsweise im semi-öffentlichen Bereich.

Im Detail beschäftigen wir uns mit dem Thema Ladeinfrastruktur in Deutschland. Was kann man besser machen? Wo ist eine Sektorenkopplung notwendig, sprich erneuerbare Energien und Elektroauto laden? Wie kann das Hand in Hand gehen und was macht Zaptec heute schon richtig, um für die Zukunft zu rüsten? Stichwort bidirektionales Laden. Genug der Vorworte, wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Daniel. Viel Freude damit.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Daniel Gwercher:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektronik-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast bei uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Daniel Gwercher zu Gast. Er ist Managing Director Germany bei Zaptec und beschäftigt sich dort mit dem Thema Ladeinfrastruktur. Schwerpunktmäßig im Bereich AC-Ladeinfrastruktur, sowohl im Wallbox-Bereich für zu Hause als auch bei Flotten bzw. im semi-öffentlichen Bereich. Im Detail beschäftigen wir uns mit dem Thema Ladeinfrastruktur in Deutschland. Was kann man besser machen? Wo ist eine Sektorenkopplung notwendig? Sprich erneuerbare Energien und Elektroautoladen. Wie kann das Hand in Hand gehen? Und was macht Zaptec heute schon richtig, um für die Zukunft zu rüsten? Stichwort bidirektionales Laden. Genug der Vorworte, wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Daniel. Viel Freude damit. Hi Daniel, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Zaptec und eure Lösung im Thema Laden für E-Autos auseinandersetzen, mit beschäftigen. Und bevor wir dabei eintauchen und du mir ein bisschen mehr über euer Unternehmen erzählst und über eure Lösungen, die ihr anbietet, vielleicht stellst du dich einfach mal selbst vor und erzählst uns und den Hörer, Hörerinnen, wie du zur E-Mobilität gekommen bist.

  3. Sebastian:

    Okay. Hallo erstens, Sebastian. Danke, dass du dir Zeit nimmst für das Gespräch. Wir haben länger geplant. Es freut mich, dass wir es geschafft haben. Ich selbst komme aus Österreich, bin seit drei Jahren circa in der Elektromobilität, komme ursprünglich aus Consumer Electronics. Dementsprechend aus einem Bereich, wo man Konsumenten am Ende ein Produkt schmackhaft macht. Ich glaube, das ist gerade in den Bereichen, in denen wir jetzt leben. Hier sind und worüber wir sprechen sehr, sehr relevant. Bin wie gesagt seit letztem Jahr bei Zaptec hier in München ansässig und bin Geschäftsführer für die Zaptec Deutschland.

  4. Daniel Gwercher:

    Die Zaptec, was macht ihr? Was bietet ihr an, damit unsere Hörer auch ein Gefühl dafür bekommen, was ihr denn überhaupt am Markt anbietet?

  5. Sebastian:

    Wir sind in der Hinsicht einen sehr interessanten Weg, glaube ich, gegangen. Begonnen hat es 2012 in Norwegen. Wir haben zunächst Hochleistungselektronik für Ölbohrplattformen produziert und haben über diesen Zeitraum hinaus auch Projekte gemacht mit der NASA, spezifisch für Bohrtechnologie, für den Mars Rover. Das ist ein bisschen der längere Geschichte, für die wir heute vielleicht keine Zeit haben. Nichtsdestotrotz, am Ende kam die Elektromobilität auf uns zu. Norwegen ist das Mutterland der Elektromobilität und Renault kam auf uns, als eben der Markt immer, immer größer wurde und mit 2016 herum war unser Fokus dann wirklich fast rein auf Elektromobilität.

  6. Daniel Gwercher:

    Und in dem Bereich der E-Mobilität seid ihr im Speziellen bei der Ladeinfrastruktur eben unterwegs und richtet euch da, ich sag mal, auch eher in die Richtung Flotte aus. Bevor wir da allerdings eingehen, ich meine, ihr bringt ja die beste Erfahrung mit. Ihr kommt aus dem norwegischen Markt, dem Mutterland der E-Mobilität sozusagen oder Vorzeigeland zumindest der E-Mobilität. Da waren letztes Jahr 79 Prozent der Auto-Zulassungen rein elektrisch unterwegs. Also wo lernt man es besser als dort? Vielleicht da einfach auch mal der Unterschied. Bei uns wird immer so das Thema, womit fangen wir an? Brauchen wir mehr E-Autos? Brauchen wir erst die Ladeinfrastruktur? Können wir überhaupt laden? Wie siehst du denn das? Gibt es da eine Meinung dazu?

  7. Sebastian:

    Ich glaube, man ist immer wieder selbst erstaunt darüber, wenn man in Norwegen ist. Ich kenne viele Menschen, die nicht in der Branche sind. Und selbst die sagen mir auf ihrem Besuch dort, die Ladeinfrastruktur ist zu sehen, die E-Autos sind zu sehen, ein Bedürfnis für Solarenergie ist zu sehen. Ich glaube, Norwegen hat... ein sehr, sehr starkes Bedürfnis, sustainable zu sein. Und man merkt das auch im Bewusstsein des Einzelnen. Man merkt das auch in der Ausrichtung in Bezug auf Stromproduktion, die dort sehr, sehr grün ist. Ich glaube generell auch, was Technologie betrifft, ist das Land da sehr aufnahmefähig, Vorreiter. Und ich glaube, in vielen Bereichen eigentlich bekannt dafür, wirklich Sustainability-Vorreiter zu sein im europäischen Markt.

  8. Daniel Gwercher:

    Definitiv etwas, was wir uns ja abschauen können. Ich meine, klar ist man dort in absoluten Zahlen betrachtet mit weitaus weniger E-Autos unterwegs. Dementsprechend ist ja die Ladeinfrastruktur in Deutschland nochmal ein anderes Thema. Aber hier haben wir immer die Diskussion, Ladeinfrastruktur reicht nicht. Ich komme nicht von A nach B. Ich kriege meine Reichweitenangst, weil ich mal länger als 200 Kilometer gefühlt fahren muss. Wie ist das, ich sag mal, wie verortet ihr das bei euch oder wie seid ihr dann eben auch in diesem Umfeld gestartet und habt gesagt, okay, dem Thema müssen wir uns annehmen?

  9. Sebastian:

    Ich glaube, es gehört auf jeden Fall ein bisschen Mut zu. Mit jedem, dem man spricht, der sich in dieses Thema Elektromobilität wagt, unabhängig, ob das in Deutschland oder in einem anderen Land passiert, sind immer zuerst Zweifel da und Du hast es gerade angesprochen, der erste Zweifel ist die Reichweitenangst. Und das ist ein Thema, mit dem wir uns sehr intensiv beschäftigen. Und ich glaube auch, dass eine Reichweitenangst im großen Stil nie gelöst wird. Ich glaube, sobald man die Erfahrung selbst hat mit einem Elektroauto, und deswegen kann ich jedem nur empfehlen, es mal am Wochenende privat zu versuchen, merkt man eigentlich, wie reibungslos das Ganze ist. Und natürlich ist man vom Kind auf gewohnt, es gibt eine Tankstelle hier und da, das macht das Ganze einfacher. Nur, ich sage mal, die Reichweite in Angst muss man auch gleichsetzen wiederum mit Themen wie, was ist die deutsche Pendlerstrecke? Wie viel fährt man wirklich? Und was gibt das deutsche Netz zurzeit an Ladeinfrastruktur her? Und ich glaube, man merkt das ja sehr, sehr ganz klar bei Privatkunden in dem Sektor und ich merke es auch in meinem Freundes- und Familienkreis, wo wirklich zwischen 16 und 20 Kilometer täglich gefahren wird und die Reichweite selbst bei Einsteiger-E-Autos da absolut für eine Woche teilweise ausreicht. Ich bin aber bei dir, dass ich glaube, dass natürlich auch von Seiten Deutschlands mehr gemacht werden muss. Aber dieses Henne-und-Ei-Problem, glaube ich, wird es weiterhin geben. Ich glaube, es muss beides signifikant anwachsen, egal ob das A-C-Laden ist, D-C-Laden, aber genauso E-Autos. A, die Lieferfristen, B aber auch, was ist der Einstieg? In welchem Preissegment kann ich anfangen, Teil der Elektromobilität zu sein?

  10. Daniel Gwercher:

    Also im Umkehrschluss betrachtet, wir müssen nicht das eine Thema angehen, sondern wir müssen beide Themen parallel treiben.

  11. Sebastian:

    Ja, 100 Prozent. Und ich glaube, das ist in vielen Ländern sichtbar. In Norwegen, muss man dazu sagen, sind sehr, sehr viele Menschen, die nicht in Ballungszentren leben. Also Norwegen ist sehr verteilt, auch wenn es ein kleines Land ist. Und wir haben das erst vor ein paar Monaten gemerkt. Ich war vor Ort und wir sind auf dem Weg zu einem unserer Produktionspartnern gewesen. Und man fährt durch einen Tunnel und kommt an und ist eigentlich mitten im Nirgendwo. Und es stehen Testers dort, es sind Solarpaneele dort. Und ich sage mal, in der Winterzeit ist es nicht das sonnigste Land. Und trotzdem ist es das Bewusstsein jedes Einzelnen zu sagen, ich trage meinen Teil dazu bei. Aber natürlich, ich glaube, auch in Deutschland hat man gesehen, durch Förderung und Initiativen des Staates hat das Ganze einen Impact. Und ich glaube, gerade während KfW haben wir das sehr, sehr klar in Deutschland gesehen.

  12. Daniel Gwercher:

    Definitiv, da hat es ja große Schritte nach vorne getan sozusagen, auch bei den E-Auto-Zulassungen, jetzt nicht mal nur auf der Wallbox-Seite, sondern generell. Und ich denke auch im Bereich Photovoltaik, leider getrieben durch den Angriffskrieg von Russland, merkt man ja auch, wie das in den Fokus rückt, dass man auf erneuerbare Energien setzen muss, sowohl im Großen als auch im Kleinen, wo es denn eben möglich ist. Ja. Und du hattest das schöne Beispiel eben mit der Pendlerstrecke, deine Freunde, Freundinnen, Familienkreis, 15 bis 20 Kilometer am Tag. Das gibt ja aber auch für uns schon mal den Ausblick darauf, wir brauchen natürlich an den Autobahnen Ladeinfrastruktur, Schnellladeinfrastruktur, wenn wir doch mal in Urlaub oder längere Geschäftsreise, aber die Hauptladeinfrastruktur, soweit ich das jetzt einschätzen kann, deiner Antwort nach, ist dann doch eher zu Hause und auf der Arbeit zu suchen.

  13. Sebastian:

    Ja, die meisten Menschen, und da gibt es mittlerweile viele Studien zu, mehr natürlich, egal ob das Traunhofer-Institut ist oder Bundesagentur für Arbeit. Ich glaube, man merkt immer mehr, dass die Angst immer nur darin besteht, zu sagen, man ist auf einer längeren Strecke, man fährt in den Urlaub, man fährt mal von München nach Berlin, ich bin auf einer Autobahn. was passiert, wenn ich plötzlich bei 20% Akku bin, bei 10%. Und ich glaube, am Ende gibt es auch genügend Zahlen, die uns sagen, dass die meisten Menschen auch zu Hause laden wollen. Und dementsprechend bin ich ein großer Verfechter der Kombination des beiden. Wir sind wirklich fokussiert auf AC. Ich sage immer ganz stolz, wir sind in Bereichen, wo wir glauben, wo wir Dinge gut machen können, anders oder besser. Es gibt im DC-Bereich, glaube ich, auch schon erste sehr, sehr große Schritte im Bereich der Infrastruktur. Deutschland machen da viele Hersteller einen ganz tollen Job gemeinsam mit Netzbetreibern. Ich glaube aber, dass die Infrastruktur zu Hause, die es auf die jeder, der auf die E-Mobilität aufsteigt, seinen Teil beiträgt, indem er selbst die Entscheidung fällt, ich lade zu Hause. Und am Arbeitsplatz ist es genau dasselbe, wie du sagst.

  14. Daniel Gwercher:

    Und da kommen wir jetzt zu dem Thema, du hast eben gesagt, ihr konzentriert euch auf die Bereiche, die ihr gut, anders oder besser macht als eure Marktbegleiter oder auch vielleicht andere, die in einem DC-Umfeld seid, ihr seid im AC-Umfeld. Jetzt haben wir für diese Felder das Laden zu Hause oder das Laden beim Arbeitgeber. Euer Fokus liegt dort wo?

  15. Sebastian:

    Unser Fokus auf jeden Fall liegt einerseits im Home-Charging mit unserem Go-Charger. Im semi-öffentlichen Bereich, Firmenparkplätzen, aber auch Parkgaragen gibt es die Visabtec Pro. Das ist so ein bisschen auch unser Aushängeschild, über die ich super, super gerne spreche. Ich glaube, wir haben einen guten Zeitpunkt für das Gespräch erwischt. Wir haben gerade heute... die Vorbestellungen für unsere MED-Version gelauncht. Dementsprechend sind wir auch in Deutschland konform für diesen Bereich. Und wir merken, dass das immer wichtiger wird. Gerade nach KfW gab es natürlich im deutschen Markt einen Boom an Herstellern, die sich in diesem Home-Segment durchsetzen wollten. Wenn wir ehrlich sind, glaube ich, ist gerade im Bereich Regulierungen, MED, halb öffentlich, sehr viel Sorge zu tragen, um hier akkurat abzurechnen. Und da gibt es Prozesse, die sind nicht einfach. Und Zertifizierungen, die brauchen ihre Zeit. Deswegen sind wir sehr, sehr stolz drauf. Wir sind damit eben in einem Portfolio von zwei Charger-Familien aufgestellt, die meiner Meinung nach eine Übersicht auch für den Endkunden haben und ein sehr cleanes Portfolio zeigen für Interessenten von beiden Bereichen.

  16. Daniel Gwercher:

    Macht es auch für eure Kunden dann einfacher, indem der Fokus eben gestärkt ist und wir da nicht nach, ich sage mal, 15 verschiedenen Produkten oder Produktfamilien anbieten, sondern klare Ausrichtung. Jetzt sage ich mal, das Thema Wallbox daheim, spannend, interessant und muss definitiv auch betrachtet werden. Ja. Da können wir, glaube ich, im Gespräch heute ein bisschen was lernen, aber nicht so viel. Von daher würde ich jetzt auch eher auf die Zaptec Pro rüberziehen und auch eben auf diesen semi-öffentlichen Bereich, den du ja angesprochen hast, weil da kommen ja Herausforderungen auf uns zu, die noch ein Stück weit größer sind. Wenn wir jetzt gerade mal an Firmenflotten beispielsweise denken, da macht es ja doch einen Unterschied, ob ich jetzt mit fünf Wallboxen oder Lademöglichkeiten dort rechne oder auf einmal 50. Vielleicht kannst du da mal ein Stück weit umreißen, wie so ein Prozess angeht, ob ihr ich sag mal, nur die Wallbox dorthin liefert und sagt, gut, jetzt habt ihr das, kommt man damit zurecht sozusagen oder ob ihr da eben auch so eine All-in-One-Lösung anbietet.

  17. Sebastian:

    Ich glaube, das Spannende ist, und das ist mein Lieblingswort in dem Bereich Skalierbarkeit, egal ob es Flotten sind. Und das perfekte Beispiel, glaube ich, ist gerade Infrastruktur in einer Tiefgarage, in einem Multifamilienhaus, weil das am Ende das ähnliche Problem ist, dass, glaube ich, auch viele Flotten betreffen wird. Niemand wird von heute auf morgen seine komplette Flotte betreffen. umstellen von Benzinern auf Elektro. Und genauso wenig oder gering ist die Chance, dass ich zurzeit im Gebäude, in dem ich hier lebe, von einem Tag auf den anderen jeden dazu überreden kann, ein Elektroauto zu kaufen. Und deswegen ist die Skalierbarkeit sehr, sehr spannend. Und wir haben hier ein System entwickelt, das auf volle Skalierbarkeit und vor allem Kosteneffizienz geht. Und zwar bauen wir im Prinzip unsere Charger mit einer Backplate, also einer Rückplatte, Mit der sich sozusagen kostengünstige Vorinstallation machen lassen. Um es kurz zu sagen, wenn man in der Tiefgarage bei 30 Plätzen zurzeit erst drei E-Fahrer hat, lassen sich sozusagen die anderen Parkplätze sehr, sehr günstig mit der Backplate vorinstallieren und sobald... der Mieter, der Inhaber vom Gebäude oder von der Wohnung sozusagen ein Elektroauto bekommt, lässt sich recht schnell für den Installateur teilweise in 15 bis 20 Minuten die eigentliche Ladestation sozusagen nachrüsten über diese Backplate. Im Falle der Technologie selbst sind wir sehr stolz drauf. Wir haben ein paar USPs, auf die wir gerade, glaube ich, in dem Bereich sehr stolz sind, weil es uns unterscheidet. Wir haben einerseits, wie gesagt, die Backplate. Wir haben auch einen patentierten Phasenausgleich zwischen einphasig und dreiphasig. wenn mal weniger Strom gerade sozusagen im Haus zur Verfügung steht, natürlich gemeinsam mit einem Lastmanagement. Und es gibt ein paar Features, die finde ich sehr interessant, weil wir selten darüber sprechen. Die sind nicht kundenbezogen, aber gerade installationsbezogen. Und auch die Kosten kommen da sozusagen dazu. Egal, ob das am Ende ist, dass Wi-Fi natürlich immer wieder eine Schwierigkeit ist, haben wir die Möglichkeit, eben mit PLC-Daten zu übertragen, selbst in den tiefsten Tiefgaragen, die man sich vorstellen kann. Wir haben Plug-and-Charge ready mit ISO 15118. Das heißt, die Hardware ist bereits verbaut. Wir werden diesbezüglich ein Software-Update im kommenden Jahr freischalten. Das heißt, wir sind hier auch schon future-proof. Aber auch darüber hinaus, wir geben fünf Jahre Garantie. Und ich glaube, das ist auch ein großes Standing unsererseits, wie wir zu den Produkten stehen, das Vertrauen, das wir darin haben. Aber gerade auch für Elektriker, für die Möglichkeiten und für die Skalierbarkeit mit einem Portal-App sind wir natürlich auch sehr gut aufgestellt.

  18. Daniel Gwercher:

    Ja, sehr spannend. Da hast du jetzt einige Schlagworte hingeworfen, auf die ich natürlich eingehen mag. Das Thema Backplate, um das kurz zu verstehen. Ich muss mir das so vorstellen, das ist quasi einfach ausgedrückte Wandhalterung, die schon vorinstalliert ist und ist dort auch schon der Stromanschluss hingelegt. Weil du hast ja jetzt gesagt, wir haben nur 15 bis 20 Minuten im Idealfall, bis das installiert ist. Das heißt für mich tatsächlich, es ist alles dran. Ich muss bloß noch meine Zaptec-Proder nehmen, die dran basteln, dran schrauben, anschließen und schon geht das.

  19. Sebastian:

    Genau. Also du führst auch Verkabelungen sozusagen durch die Backplate und hast im Prinzip, nennen wir es eine Dockingstation sozusagen, mit der du den neuen Charger verbindest. Das heißt, die Grundverbindung zu dem, was hinter der Wand passiert, ist bereits gegeben. Aber du hast nicht die Vorinvestition, ein Ladegerät hinzuhängen, wenn du vielleicht erst planst, in drei bis vier Jahren abzuhängen. auf das Thema Elektromobilität zu steigen. Und das macht es eben auch interessant, weil du oft natürlich gerade Projektgeschäfte hast, in dem sich Hauseigentümer entscheiden, gleich wirklich Vorinstallationen zu machen, wenn die Arbeit schon gemacht wird, die Wände aufgerissen werden. Und so hast du aber nicht die Erwartungshaltung, gleich eine Investition von jedem Mieter oder eben Eigentümer zu haben für eine Infrastruktur, die sie jetzt vielleicht noch gar nicht brauchen.

  20. Daniel Gwercher:

    Und das gleiche können wir analog, wir sind jetzt gerade im Mehrfamilienhaus unterwegs, aber das kann ich natürlich auch für Tiefgaragen als auch für Arbeitnehmerparkplätze ansehen.

  21. Sebastian:

    Genau, das Ganze lässt sich installieren. Du kannst, wie gesagt, natürlich Installation überstehlen, über Wandhalterung. Das ist ja immer im Prinzip am Ende eine Geschmacksfrage, aber auch eine Infrastrukturfrage. Ich glaube, das ist so der springende Punkt. Die Investitionsgeschichte, und vielleicht reise ich da schon gleich ein anderes Thema an, aber das ist ja eine große Hürde für viele Unternehmen. Und deswegen wollen wir es hier einfach machen, zu sagen, die Upfront-Investition für größere Projekte, und das ist eben der Bereich, wo auch MED sehr spannend ist, ist geringer als bei anderen, weil wir eben diese Möglichkeit der Installation bieten.

  22. Daniel Gwercher:

    Diese Skalierbarkeit, ist die denn auch irgendwo gekappt sozusagen? Natürlich macht das für mich einen Unterschied, welchen 15... mehr Familienhaus habe oder ich rede auf einmal von 500 Mitarbeiterparkplätzen übertrieben gesagt, die ich da eben irgendwo skalieren möchte. Was kann euer System denn in dieser Grundausführung sozusagen abdecken?

  23. Sebastian:

    Ich rate den Leuten immer, was vernünftig ist, meiner Meinung nach. Es kommt darauf an, an wie vielen Stromleitern du das Ganze hängen hast. Aber auf jeden Fall, ich sage jetzt Dutzende, weil du, wie du selbst sagst, an dem Punkt, an dem Level bist, wo du nicht mehr effizient laden kannst. Was ganz spannend ist, glaube ich, auch für uns, und das ist ja am Ende die Sektorenkopplung, wenn du bedenkst, du hast am Arbeitgeberplatz die Möglichkeit, über Solar zu laden. Das heißt, du kannst sozusagen auch über die Zaptec-Ladestationen, vor allem bei der Pro autark, mit einer Integration beziehungsweise eben mit einem Überschuss laden. Ich glaube, das ist super, super spannend, gerade wenn du die Fläche hast. Aber natürlich, wie du sagst, am Ende ist der Ausbau immer eine Frage von wo laden die meisten Leute. Und wenn du an Flotten denkst und an Firmenparkplätze, ist es eine Kombination aus beiden. Und dementsprechend lässt sich eben mit der MED-Version dann auch die Abbrechung für den Arbeitgeber vornehmen. Wir sind da auch noch einen Schritt weitergegangen. Es gibt ja auch MED-Ladegeräte, die sozusagen die Daten rein über die Cloud beziehungsweise die App kommunizieren. Wir haben zusätzlich aber auch ein Display angebaut, das sozusagen den Verbrauch in Echtzeit anzeigt.

  24. Daniel Gwercher:

    So, bei dem Thema effizientes Laden hast du so schön in den Raum geworfen. Effizienz zieht es hier so ein Stück weit bei euch durch. Wenn ich jetzt zwölf Parteien im Mehrfamilienhaus habe beispielsweise, die wollen alle auf einmal laden, dann kommt ja wahrscheinlich der Blackout, von dem immer gedroht wird. Aber das wissen wir, dass das nicht eintritt. Genau. Aber ihr arbeitet auch mit dem Lastmanagement. Vielleicht magst du das mal ein Stück weit auch erläutern, inwieweit euer System dazu eben beiträgt, dass dann trotzdem morgens um 8 oder wenn die E-Autos eben benötigt werden, der Akku bestmöglich geladen wurde.

  25. Sebastian:

    Das ist ein spannender Punkt. Man sieht das immer wieder. Ich habe... Freunde, die in einem Unternehmen arbeiten, wo sie sich die Energieeffizienz angucken und auf einem Dashboard jeden Tag sich ansehen, wann geht der Stromverbrauch nach oben, wann kommen die Leute in die Firma, die Aufzüge fahren etc. Ich glaube, das ist genauso wichtig im Bereich von Unternehmen, von Gebäuden mit sehr viel benötigter Elektronik, wie aber auch, glaube ich, im weniger urbanen Bereich in Deutschland. Und unser Lastmanagement baut darauf aus, dass wir sozusagen lesen, was an Stromverbrauch gerade passiert. Das heißt, wenn natürlich zu Höchstzeiten, das sind meistens morgen die Zeiten, 6.30 Uhr bis 8.30 Uhr, bis die Leute ihr Haus verlassen und abends, wenn gekocht wird, die Wäsche gemacht wird, sozusagen an dem Zeitpunkt eigentlich am meisten gebraucht wird. Und genau da erkennen wir sozusagen mit unserem System auch, was zurzeit an Strom möglich ist. Und das ist, sage ich mal, im Einfamilienhaus natürlich weniger wichtig als Aber gerade, wie du es angesprochen hast, im semi-öffentlichen Raum, in einer Tiefgarage. Und ich glaube, das ist auch eine der großen Ängste. Wie sieht es in Deutschland aus mit Stromverbrauch? Was ist möglich? Kann überhaupt das Netz das aushalten, was die nächsten Jahre auf es zukommt? Und ich glaube, das ist auch nochmal gut zu wissen. Und da bauen wir sehr darauf auf, zu sagen, wir installieren Produkte mit Hardware und Software in der Kombination, die eine Synergie ergeben, die am Ende für den Endkunden heißen. Es ist installiert, es ist eingestellt und es funktioniert. Und man muss sich keine Sorgen darüber machen.

  26. Daniel Gwercher:

    Und das ist ja genau das, was man eben auch so mit einer Ladelösung dann schlussendlich haben möchte. Ich möchte ja einfach nur, dass es funktioniert, dass ich laden kann, wenn ich laden will sozusagen und nicht da dann noch mit einem Blackout rechnen muss sozusagen. Aber das ist ja auch an sich kein Thema mehr, eben gerade über dieses durchdachte Lastmanagement, was ihr ja steuert. Hinsichtlich der Abrechnung hattest du jetzt gesagt, da bietet dir auch die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber mit abgerechnet werden kann. Funktioniert das dann nur beim Arbeitgeber vor Ort oder es kann ja auch sein, dass ich jetzt Außendienstler bin und er mir sagt, okay, du sitzt ja oben in Wolfsburg, aber eigentlich ist unsere Firma in München, du kannst auch dort eine Abrechnung machen, würde das auch gehen?

  27. Sebastian:

    Genau. Mit MED hast du sozusagen die Möglichkeit auch zu sagen, wenn du beispielsweise einen Firmenwagen fährst, perfektes Beispiel, alle sind remote, Arbeitgeber ist am anderen Ende des Landes, lässt sich eben dadurch auch über das Portal sozusagen auslesen, wie viel wurde geladen, zu welchen Zeiten wurde geladen. Was wir auch zusätzlich planen ist, weil wir glaube ich auch, Generell Unternehmen sind, das ist auch meine Haltung, wir kommen in einen Markt, der sehr spannend ist, wo sich sehr viel tut und wir glauben, dass wir sehr viel an Technologie und Know-how mitbringen, aber eben auch Zusammenarbeiten machen mit anderen Anbietern, wo wir glauben, dass wir gemeinsam mehr Value in das Ganze reinbekommen können. Deswegen launchen wir auch noch im Laufe des Jahres eine Zusammenarbeit mit Monter, wir nennen das Ganze Zaptec Park. haben das Ganze bereits schon, das ist sozusagen eine Überwachungssoftware, eine Abrechnungslösung für Flotten, wo sich sozusagen auch Ladegeräte von anderen bereits bestehende Infrastruktur einbinden lässt und so dementsprechend auch nicht die Angst kommt mit, ich habe bereits Geräte von ABC, was passiert, wenn ich jetzt sozusagen Zaptec-Geräte hinzufüge.

  28. Daniel Gwercher:

    Ja, ich denke, das ist tatsächlich auch so eine Angst, die man nehmen muss, weil viele, die ja schon Vorreiter in der E-Mobilität waren oder sind, die haben vielleicht angefangen, da eine Heidelberger Druckladestation hin, dann hängt da eine Zaptec nebendran, da noch eine Easywallbox und jetzt entscheidet man dann eben aufgrund von eurem System dann, okay, wir machen jetzt nur Zaptec Pro noch hin, aber die drei anderen Ladestationen möchte ich natürlich trotzdem mit anbinden. Das ist ja auch eine schöne, wieder kundenausgerichtete Lösung eurerseits.

  29. Sebastian:

    Ich glaube, das ist genau der springende Punkt. Ich weiß, dass es natürlich für viele Hersteller sehr spannend ist, zu sagen, wir bieten die 360-Grad-Lösung, wir bieten ein geschlossenes System, ein World Garden, wenn wir es so nennen wollen. Ich bin aber absolut dafür, natürlich für uns als Unternehmen, unsere Infrastruktur, unsere Produkte und Technologie an den Markt zu bringen. Aber wie wir es im Englischen immer gerne intern nennen, play nice with others. Ich glaube, das ist super, super wichtig. Wir dürfen keine Hürden bauen, die wir uns selbst noch in den Weg legen, um gerade in Deutschland in so einem großen Markt Wachstum zu verhindern. Egal, ob für uns oder für am Ende den Endkunden.

  30. Daniel Gwercher:

    Ich denke vor allem, da muss man tatsächlich den Endkunden auch im Blick behalten oder den E-Auto-Fahrer, Fahrerin, weil es ja keinem mitgeholfen, wenn dann auf einmal eine gewisse Resistenz aufkommt und ich mich mit dem Thema nicht mehr beschäftigen will, weil das eben so wie so ein Buch mit sieben Siegeln wirkt. Stattdessen ist es ja umso schöner, wenn das eine einfache Lösung ist. Und dann seid ihr lieber der Experte für einen Teil davon und holt euch dann, so wie du eben gesagt hast, Unterstützung von Monta mit dazu, um einen anderen Part davon wieder zu lösen.

  31. Sebastian:

    Genau. Und ich glaube, das ist das Spannende. Und dementsprechend gucken wir uns natürlich den Bereich Sektorenkopplung sehr genau an. Ich glaube, es gibt da sehr, sehr viel im Bereich Energy Management, aber auch Solar. Und wie du selbst gesagt hast, das wird immer, immer wichtiger. Ich glaube, es gab durch natürlich die Krise im letzten Jahr noch einmal einen großen Aufschwung im Bereich Solar, aber auch ein großes neues Verständnis dafür. Ich kenne es immer nur wieder aus dem städtischen Raum und natürlich aus meinem Freundeskreis, das Thema Elektroauto, Auto an sich, aber auch wie Wie stellen wir sicher, dass wir darüber hinaus Energie grüner produzieren, wie jeder seinen eigenen Teil dazu beiträgt? Und ich finde das, wie gesagt, sehr lobenswert, mehr und mehr zu sehen im familiären Kreis, wie auch im Freundeskreis, dass sich mehr Leute Solaranlagen hinhängen und diese Investitionen auch tätigen. Und das ist dasselbe Thema wie bei der Elektromobilität. Es ist in solchen Zeiten natürlich eine stärkere Frage an einen selber, ob man bereit ist, die Erstinvestition zu leisten. die ist halt immer noch sehr hoch im Vergleich zu anderen Bereichen. Aber deswegen finde ich es ja sehr spannend zu sehen, wie das Thema in Wichtigkeit gewinnt und wie wir uns vor allem, glaube ich, wirklich in einer der ersten großen Wellen jetzt für die nächsten 10 bis 30 Jahre befinden.

  32. Daniel Gwercher:

    Definitiv. Und in dem Zusammenhang vielleicht auch nochmal das Thema, du hast es jetzt eben so schön Sektorenkopplung genannt. Wir haben auf der einen Seite erneuerbaren Energie, Solarstrom, der gewonnen wird. Auf der anderen Seite haben wir die ER-Autos, die ja auch so schön schon als fahrbare Batterien bezeichnet wurden. Thema bidirektionales Laden steht da direkt im Raum. Seid ihr da auch für gerüstet? Könnt ihr das auch abbilden, wenn das dann eben regulatorisch auch mal freigegeben ist entsprechend?

  33. Sebastian:

    Du hast gerade zwei interessante Punkte gesagt. Ich bin generell jemand, ich bin ein großer Fan der Technologie. Ich bin eher noch Team Vehicle to Home, muss ich zugeben, aufgrund der Regulatorien, aufgrund der Geschichte, dass es einfach seine Zeit dauern wird. Wir haben den ersten Step sozusagen gesetzt mit mit Subset Pro und ISO 15.1.8. Wir werden natürlich in Bezug auf das wirklich Feature-Offering, das wir mit Software-Updates freischalten werden, noch in Zukunft Ankündigungen machen. Aber natürlich ist es ein Bereich, der uns sehr interessiert. Ich bemerke es immer wieder, gerade in Ich glaube, in Kanada war das Ende letzten Jahres, als es Schneestürme gab, hatte jemand mit seinem Ford Lightning sich drei Tage zu Hause mit Strom versorgt. Und ich glaube, das sind so Storys und Momente, wo das Ganze Mehrwert gewinnt. Es geht darüber hinaus nur zu sagen, ich muss jetzt grün werden, ich darf keinen Benziner mehr kaufen. Mir wird sozusagen die Option genommen. Es ist eher eine Form von, okay, das ist eine neue Experience vom Power Management. Ich habe daraus einen Mehrwert. Und ich glaube, das ist super, super spannend, wenn man darüber hinausdenkt, was passiert jetzt, Ich hatte das Beispiel lustigerweise, Freunde von mir, die haben in Österreich eine kleine Hütte in Salzburg am Berg. Die haben dort nicht die beste Stromversorgung. Die sind da vielleicht mal am Wochenende oben, wollen ein bisschen mit dem Wasserkocher spielen und das Handy laden. Dafür ist das Ganze ideal. Und ich glaube, dass wir uns hier in den Anfangsschuhen befinden. Die Frage ist am Ende auch AC, DC bei Bidirektionalität. Ich glaube, hier ist noch sehr viel, das kommen muss. In dem Fall glaube ich aber auch, dass es hier nicht ein Henne-Ei-Problem ist, sondern hier muss ganz klar der Automotive-Markt nachziehen, sich für einen Standard entscheiden. Ich glaube, auch hier muss es ganz klar eine Richtung geben, weil wir sonst am Ende nicht ans Ziel kommen. Aber ist das Thema oder beziehungsweise die Technologie für uns ein Thema, mit dem wir uns tagtäglich beschäftigen? Ja, das kannst du jetzt aber auslegen, wie du möchtest.

  34. Daniel Gwercher:

    Ja, sehr schön. Ich glaube, da haben wir da alles erfahren, was wir sozusagen erfahren konnten aus der Welt des Ladens. Jetzt nicht nur bezogen auf eure Produkte, auf eure Zaptec Pro-Lösungen, die ihr eben am Markt anbietet, sondern eben auch der Blick auf den Gesamtmarkt zu dem Thema Ladeinfrastruktur. Wo stehen wir da aktuell in Deutschland? Welche Optionen haben wir? Vielen Dank für deine Zeit, Daniel. Vielen Dank für den Austausch.

  35. Sebastian:

    Vielen Dank und ich hoffe, wir sehen uns bald auf der einen oder anderen Messe in Deutschland.

  36. Daniel Gwercher:

    Wo kommen wir hin? Bis dann. Bis dann. So schnell vergeht also die Zeit. Das war das Gespräch mit Daniel Gwercher von Zaptec Deutschland und das Thema oder der Hauptschwerpunkt Ladeinfrastruktur hier in unserem Land und was man besser machen kann. Er hat aufgezeigt, was Zaptec macht, was Zaptec dazu beiträgt, damit wir eben auch in Zukunft kein Blackout beim E-Autoladen erleben und wie wir dann eben noch erneuerbare Energien damit koppeln können. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Würde mich freuen, wenn du kommende Woche wieder zuhörst, wenn die nächste Folge des Elektroautonews.net Podcasts online geht. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.