Förderkulisse Deutschland: Gamechanger für E-Mobilität?

Im Gespräch mit Christian Bischoff

Willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net-Podcasts. In der aktuellen Folge habe ich Christian Bischoff zu Gast, mit dem ich mich über die Förderkulisse in Deutschland unterhalten habe, der aus seiner Sicht für grandios erachtet, und du wirst auch am Ende des Gesprächs wissen, warum das der Fall ist. Und zwar geht es um das Zusammenspiel der THG-Quote mit E-Mobilität, Windkraft und PV-Anlagen.

Man wird aus dem Gespräch erschließen können, wie die THG-Quote ihren Teil dazu beitragen kann, dass wir mehr PV-Strom als auch Windstrom ins Land hineinbekommen und diesen dann zum Laden von E-Autos nutzen können. Die dafür notwendige Ladeinfrastruktur in Kombination mit Batteriespeicher und Photovoltaik-Anlage kann sich dabei schon alleine durch die deutsche Förderkulisse tragen. Wie dies im Detail funktioniert, worauf es dabei zu achten gilt und warum eigentlich keine WEG, Discounter oder Parkplatz-Besitzer darum herumkommt, das erfährst du direkt von Christian. Wir gehen rein.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Christian Bischoff zu Gast, mit dem ich mich über die Förderkulisse in Deutschland unterhalten habe, die er aus seiner Sicht für grandios erachtet. Und du wirst auch am Ende des Gesprächs wissen, warum das der Fall ist. Und zwar geht es um das Zusammenspiel der THG-Quote mit E-Mobilität, Windkraft und PV-Anlagen und wie man damit viel Geld eigentlich verdienen kann, wenn man es schlau angeht. Und das vollkommen legal, also hört sich einfach viel zu gut an, um wahr zu sein. Aber wir tauchen ein mit relevanten Beispielen, die tatsächlich so schon für Christian und sein Team umgesetzt wurden oder werden. Und man sieht eben, wie die THG-Quote ihren Teil dazu beitragen kann, dass wir mehr PV-Strom als auch Windstrom ins Land reinbekommen, diesen dann zum Laden von E-Autos nutzen können. Genug der Vorworte, wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Christian. Servus Christian, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig unterhalten über das Thema CO2-Einsparung und Geld verdienen damit. Und du hast mir im Vorgespräch gesagt, dein persönliches Ziel sind 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr über deine Projekte einzusparen. Ich glaube, da wollen unsere Hörerinnen und Hörer noch einiges mehr darüber erfahren. Bevor wir da allerdings eintauchen, stelle ich gerne kurz selbst vor. Wo kommst du her? Was hast du gemacht? Was machst du aktuell?

  3. Christian Bischoff:

    Ja, danke dir. Christian Bischoff, 57 Jahre alt. Drei große Stationen, wenn man so will. Ich bin gelernter und studierter Spediteur in Führungsfunktion. Seit 2004 baue ich und projekteentwickle ich große Logistikzentren. Und seit ein paar Jahren, also seit 2019, Energieberatung sehr schnell. Sehr große Projekte, weil ich natürlich im Mittelstand und bei den großen Unternehmen zu Hause bin. Und dort auch der größte Hebel ist, um CO2 einzusparen. Und das will ich natürlich. Bin ein bisschen hinterher zur Zeit mit den Projekten. Aber haben natürlich sehr, sehr schöne Dinge in der Pipeline. Und ja, können wir gleich darüber reden.

  4. Sebastian:

    Sehr gerne. Und was du dir jetzt zunutze machst, also auch für die Projekte, um das auch den Unternehmen dann schmackhaft zu machen, der Industrie, ist eben die deutsche Förderkulisse. Und da habe ich im Vorgespräch auch von dir gehört, dass die an sich aktuell eigentlich grandios ist. Muss ich sagen, die Aussage habe ich so oft noch nicht vernommen. Vielleicht kannst du das ein Stück weit einordnen, warum du denn da der Überzeugung bist.

  5. Christian Bischoff:

    Die ist allerdings deshalb grandios, weil die Förderkulisse sich gewandelt hat in Richtung Fördern von Strom, der auf dem eigenen Grundstück produziert wird. Ja, muss ich echt sagen, hätte ich der Politik gar nicht zugetraut, aber wirklich gut, die haben auch zugehört. Wir leiden ja, sage ich jetzt mal, ein bisschen unter dem Thema, dass irgendwo ein Flugplatz zugepflastert wird und dann eingespeist wird, nach Medizinflut. Und da sind ja die Einspeisevergütungen jetzt mittlerweile deutlich unter den 10 Cent, was die Wirtschaftlichkeit dieser Projekte in Frage stellt. Und die Förderkulisse geht aber woanders hin, nämlich in den Ausbau der Ladeinfrastruktur und in die Versorgung der AC- und DC-Lader, möglichst mit Strom vom gleichen Grundstück. Das führt eben dazu, dass das Netz entlastet wird, weil der Netzausbau des Stromnetzes ist ja sehr, sehr schwer, sehr, sehr zäh. Alle wollen mehr Strom, aber keiner will die großen Leitungen vor der Haustür haben. Und es ist natürlich so, dass wir vielfältige Gebäude haben, großflächiger Einzelhandel, Golfplätze, Krankenhäuser usw. mit großen Parkhäusern, großen Parkplätzen und großen Dachflächen. Sehr, sehr weit verbreitet und wo man das Netz nicht nutzen braucht, sondern am Dach produziert und auf dem Parkplatz Ladesäulen hinstellt und verkaufen kann. Und diese Kulisse wird gefördert mit der sogenannten THG-Quote, Treibhausgasquote, Mit sagenhaften 35 Cent die Kilowattstunde. wenn du sogenannten Ökostrom kaufst, wobei mir ja keiner sagen kann, ob Ökostrom wirklich Ökostrom ist, das können ja glaube ich die Energieversorger selber auch nicht, dann gibt es 20 Cent und ich traue den Braten noch nicht, anscheinend gibt es den ein oder anderen Minister in der Bundesregierung, der erzählt, um den Ladesäurenausbau noch weiter zu forcieren, soll die THG-Quote nächstes Jahr verdoppelt werden. Also wenn das wirklich käme, dann wäre das unglaublich. Ich rechne erstmal mit den 35 Cent, weil die auch schon total toll sind. Und das können wir nachher in ein, zwei Beispielen, Projekten sehen, wie sich das auswirkt. Das ist phänomenal. Und das ist natürlich noch nicht so weit verbreitet, weil die meisten Ladesäulen keine Photovoltaik auf dem Dach haben oder überhaupt keine Photovoltaik haben. sondern immer noch das alte Denken da ist, komm, ich mache eine Dachfläche voll mit Photovoltaik und dann gucken wir mal. Bloß die Renditen sind ja jetzt, mittlerweile geht es ja Richtung 15, 20 Jahre, das macht ja gar keinen Sinn.

  6. Sebastian:

    Da sind wir ja genau an dem Punkt, wo jetzt auch eben dieser Vorteil von der THG-Quote dann auch schlussendlich greift, dass wir eben zu dieser Differenz kommen, weil du hattest es auch gesagt, also für die eingespeiste Kilowattstunde bekomme ich halt nur einen Bruchteil davon, was ich eben über diesen Direktverbrauch vor Ort bekommen könnte und vielleicht kannst du das gerade nochmal mit absoluten Zahlen ein Stück weit belegen. Wir müssen nicht auf die Centstelle runterbrechen sozusagen, aber einfach, dass man mal sieht, okay, ist ein Faktor X besser.

  7. Christian Bischoff:

    Also, wenn man davon ausgeht, dass ein DC-Lader am Tag viermal genutzt wird, Einkaufszentrum, whatever. Und es gibt eine Branchenstudie, die sagt, pro Ladevorgang werden 44 Kilowatt geladen. Dann sind das bei 365 Tagen im Jahr 65.000 Kilowattstunden. Rein rechnerisch, photovoltaiktechnisch reden wir dann von 65 Kilowatt Peak. 65 Kilowatt Peak sind 358 Quadratmeter Dachfläche ohne Rauch- und Wärmeabzug und solche Geschichten. Also reine Photovoltaikmodule. Und dann braucht man ja einen Parkplatz, wo das Auto stehen kann, um mit dem DC-Lader zu laden. Und einen Batteriespeicher, der leistungsfähig ist, gerade in den Morgen- und Abendstunden. Und die Ladeinfrastruktur. Man kann ungefähr sagen, dass die Kosten dafür netto bei 160.000 Euro sind für dieses Vierer-Paket. Und die Förderung THG mit 35 Cent mal 20 Jahre, also mal 7 Jahre in dem Fall, weil die Förderung geht nur bis 2030, mal 65.000 Kilowattstunden sind auch 159.000 Euro. So, das heißt, ja, der unglaubliche Fall ist da, wenn du noch in 2023 investierst, dass die Hard- und Software durch die THG-Quote bezahlt wird und aus dem Stromverkauf ist brutto für netto. Das lässt natürlich extrem viele Möglichkeiten zu, einzusetzen. günstige Ladetarife machen für Gäste teurerer Tarife. Ein Stadtwerk kann für sozial Benachteiligte oder ein Krankenhaus kann für sozial Benachteiligte Vorzugstarife machen, weil verdient wird ja sowieso. Ja, und kann dann für Gäste oder für andere, so. Und wenn man sich das überlegt, ja, das ist phänomenal, deswegen sage ich das auch so. Ja, weil wir noch bis Anfang 2024 die Situation haben, dass, wenn man es richtig anstellt, diese Vierer-Kombination, Photovoltaik, DC-Lader, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur durch die TAG-Quote bezahlt wird. Mal ganz ab davon, dass die Parkplätze, die Bestandsparkplätze ja in 2025 nach dem Gebäude Elektromobilitätsinfrastrukturgesetz ihren Bestand verlieren und dann Hagels strafen. Also das kann man gleich damit auch abdecken. Und das machen wir auch im Projekt. Und das kann man natürlich hochrechnen. Und dann kommen da abenteuerliche Zahlen raus. Wir sind da bei Kostenquoten unter 30 Prozent. Und das ist super. Also da gibt es gar keine Rendite mehr, Kennzahlen mehr dafür. Das ist wirklich enorm.

  8. Sebastian:

    Da ist ja jetzt auch noch nicht mit berücksichtigt, du hast ja vorhin angeregt oder angesprochen, dass der eine oder andere Minister schon dazu plant, die THG-Quote, die Einspeisungsprämie zu verdoppeln. Das heißt, wir halbieren nochmal diesen Faktor im Endeffekt dann nochmal. Also es wird ja nur noch lukrativer im Endeffekt.

  9. Christian Bischoff:

    Ja, warum? Weil bisher nur ganz wenige die Photovoltaik am Ort des Verkaufs installieren und dort Strom produzieren. Es gibt jetzt ein erstes Projekt von Tesla, habe ich gesehen, im Oberfränkischen. Da nimmt man den Strom vom Nachbargrundstück. Ja, super, genau richtig, aber ist lang nicht groß genug, also es reicht nicht um, also die kaufen nach wie vor Strom ein und diese zaghaften Versuche, so eine Art Truck oder Carports zu machen, ich meine, gut, okay. Also wenn, muss das richtig machen. Und Ost-West-Belegung, Tragwerkstruktur, anstatt Car- und Truckports ist natürlich ein Muss. Aber wenn man das rechnet und dann zum Beispiel sagt, ich muss eben in den Ladeparks, muss ich ja Teer und Beton machen und dann eben die Tragwerkstrukturen. Beim Einzelhandel habe ich die Parkplätze und die Dächer schon vor Ort. Und das sind ja natürlich auch Gelder, wo man sagen kann, man kann auch mit der Dachpacht was machen. Dachpacht war ja früher das große Thema für Photovoltaik auf Gewerbedächern. Das rechnet sich ja überhaupt nicht mehr, weil die Einspeisevergütung so gering ist. Und da kannst du natürlich jetzt was machen. Wir haben übrigens auch ein Modell, wo wir ein Pachtmodell, wo wir zehnmal so viel Pacht bezahlen wie mit normalen Photovoltaikmodulen.

  10. Sebastian:

    Ja, weil du ja den Hebel schlussendlich dann eben auch über diese Förderkulisse dann hast dafür und kannst es auch sicherstellen. Also von daher echt spannend. Aber was ist deine Meinung? Also warum ist das? Es klingt ja so einfach und so gut wieder, also dass man es kaum glauben mag. Aber warum ist das dann noch nicht angekommen? Gerade mit dieser Prämisse, dass ab 2025 auch der Bestandsschutz fällt sozusagen. Da muss man sich doch Gedanken drüber machen eigentlich.

  11. Christian Bischoff:

    Ja, weil es gibt noch das Verwaltungsgegicht Bürokratie. ein Gesetz oder ein Gesetzestext, eine Verordnung, das war das Wort, was ich suche, dass dort nicht gleichzeitig Strom produziert werden kann. Das ist erst noch nicht so lange gefallen. Deswegen haben jetzt die erst mal angefangen, aber die haben natürlich eine riesen Erblast, die ganzen Ladeparks oder Ladestellen, die die jetzt haben. nachzurüsten, beziehungsweise zum Ganztag geht es ja gar nicht. Und das ist natürlich ein Wettbewerbsnachteil, muss man ganz klar sagen. Und das andere ist ja, dass der Zubau an Ladeinfrastruktur im Vergleich zu den stark steigenden Zahlen der E-Auto und Hybrid-Auto Zulassungszahlen, also wir haben letztes Jahr 815.000 E-Autos in der Zulassung gehabt, ein Rekord. Und dieses Jahr sind wir 59% drüber. Ja, also da gibt es in Berlin zum Glück ein paar Leute, denen wird da Angst und Bange bei. Und deswegen sagen die, und das 1000-Lade-Stellen-Netz von dem legendären Herrn Scheuer, das funktioniert ja auch nicht, weil 44 Cent ist ja noch nicht die Lösung. Also versucht man jetzt über diese Geschichte einerseits das Netz zu entlasten und andererseits... Ladeinfrastruktur stark zu pushen. Mein Modell geht ja für halböffentliche und öffentliche Parkplätze, beziehungsweise Parkplätze von Bestandshaltern ab fünf Parkplätzen. Das ist ja das, was das GEIG vorsieht.

  12. Sebastian:

    Die ideale Zielgruppe, hast du jetzt auch schon so kurz angerissen, ist im Endeffekt die Unternehmen, die Anbieter oder die Märkteplätze, sag ich mal, mit großer Dachfläche, großen Parkplätzen, wo ich das dann eben auch alles strukturell unterbringen kann.

  13. Christian Bischoff:

    Und was man sagen muss ist, zum Beispiel bei großen Bestandshaltern, ja, du hast ja immer das Problem, dass wenn du vier, fünf, sechs, zehn Stöcker, also Wohnhäuser hast, auch mit großen Parkplätzen, dann reichen die Dachflächen im Leben nicht aus. Aber wenn du Bestandshalter hast, die 20, 30, 100, 60 Familienhäuser haben oder sowas, ja, Den kannst du den Energieversorger-Status besorgen bei der Bundesnetzagentur. Und dann können von dort aus über eine Energie-GmbH oder eben eine gemeinnützige GmbH Windparks und Solarparks mit einbezogen werden. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich plane gerade mit ein paar dir bekannten Leuten einen großen Ladepark in Berlin. Also die Windausbeute in Berlin ist erbärmlich. Wir werden es auch so machen, dass wir Wind an der Nordsee in irgendeiner Form über eigene Windräder ernten und dann über einen Energieversorgerstatus Netzzugang bekommen und dann für 4 Cent durchleiten zum Ladepacken. Weil Wind und Photovoltaik ergänzen sich super. Also du kriegst nicht die 8760 Stunden des ganzen Jahres hin, aber du bist kurz davor. Also es ist sehr, sehr nah dran. Photovoltaik plus Windkraft ist eine total coole Kombination. Falls irgendwo in der Nähe nochmal ein größerer Biogasanbieter gerade aus der Einspeisevergütung gefallen ist, den kann man natürlich auch mit reinnehmen. Und das sichert eben maximale THG-Quote. Und man muss schon sagen, es ist ja, ein Wind ist ja phänomenal, wenn du 5 oder 6 Meter die Sekunde Wind hast, ja, in den 4.000 oder 5.000 Stunden, die es in Deutschland im Wind gibt. Dann macht eine 2-Megawatt-Mühle mal eben 5 oder 6 Millionen Kilowattstunden Strom, ja. Unglaublich. Und dann ist es so, dass Windkraft deutlich günstiger ist als Photovoltaik, ja. Und es ergänzt sich halt toll. Das heißt, bei den großen Projekten kann man wirklich hingehen, bei großen Bestandshaltern. Ich berate jetzt einen der 20 große Immobilien, sieben Metro-Märkte, vier TUM-Märkte, ein paar Logistikzentren, alle extrem verkehrsgünstig gelegen. Und mit Parkplätzen und großen Dachflächen. Ja. Also das schreit geradezu danach, aber es ist natürlich so, dass diese Logik muss man sich erschließen. Ich habe auch eine Zeit gebraucht. Und das ist, wenn einer Photovoltaik baut und das alte Thema kennt, nämlich ich baue es hin und spezialisiere. Deswegen ist es auch schön, dass wir in diesem Podcast darüber sprechen, weil da muss ein Umdenken stattfinden. Wir haben uns ja in München auf der Messe getroffen und da war ich im Hotel in dem 13. Stock. Und dann guckst du auf München und siehst nur... die könnten alle Photovoltaik draufpacken.

  14. Sebastian:

    Wenn man es denn machen würde, hast du vollkommen recht.

  15. Christian Bischoff:

    Wenn sie es rechnen können, machen die es ja auch. Und die meisten haben Tiefgaragen, die meisten haben Garagen sowieso. Machbar ist das alles.

  16. Sebastian:

    Ja, aber ich glaube, da wird es dann doch nicht so stark gerechnet oder in dem Verbund, wie du es jetzt eben auch gesagt hast, da habe ich auch nach unserer Aufnahme nochmal ein gutes Beispiel, wo wir uns kurz darüber unterhalten können, aber es ist auf jeden Fall ein sehr spannendes Feld. Die Frage ist ja nur, du hast gesagt, das rechnet sich in deiner Berechnung nur, wenn wir 2023 mit anfangen, jetzt wird es natürlich auch noch 2024, 2025 rechnen, natürlich nicht mit dem kompletten Investment.

  17. Christian Bischoff:

    dann schaffst du es nicht mehr, die volle Hardware und Software mit der THG-Quote abzurechnen. Rechnen tut sich das total sowieso immer. Also das ist nicht der Punkt. Das ist ja auch noch die Frage, ob die THG-Quote nicht nochmal verlängert wird. Aber jetzt ist es halt so, und das mache ich natürlich auch ganz bewusst, sage ich das ein bisschen so, um da auch ein bisschen Dringlichkeit reinzubringen. Wenn man es eben jetzt macht, dann bezahlt sich die Art und Software aus der TRG-Quote. Und das ist geil. Also das ist wirklich top.

  18. Sebastian:

    Da gibt es kein Argument dagegen. Aber jetzt hast du diese Dringlichkeit schon kurz angesprochen. Wir kennen ja auch das Problem mit Lieferketten, Produktion und so weiter. Gibt es denn die Hardware im Moment dafür, dass man so Projekte auch zeitnah umsetzen kann?

  19. Christian Bischoff:

    Ja, Fotovoltaik. China schüttet ja uns nicht umsonst mit Fotovoltaik zu. Da steht ja Industriepolitik dahinter. Meier-Burger hat ja schon resigniert und geht in die USA. Ich glaube, was Batterien betrifft, haben wir noch nicht so viele installiert wie die vergangenen zwölf Monate. Da sind wir eigentlich auch ganz dabei. Wechselrichter ist, glaube ich, und der Punkt ist, also was ich auf der Messe vernommen habe, sind Trafos immer noch irgendwas. Ja, aber wenn du auf dem Grundstück produzierst und verkaufst, brauchst du keinen großen Trafo. Und von daher gibt es also hardware-seitig nicht groß irgendwas zu moppern, außer du brauchst halt die Leute, die es ja immer auch Aber wenn man sich überlegt, was die Betriebe teilweise da montieren und was dabei rauskommt, dann sollten sich die Solateure schon mehr auf diese Dinge konzentrieren.

  20. Sebastian:

    Das stimmt, aber ich denke, auch da ist das nicht so bekannt. Wahrscheinlich deswegen hoffen wir, dass wir hier einfach ein Stück weit mit aufklären können, das vielleicht auch nochmal vertiefen können, damit dem einen oder anderen Artikel, um da eben auch ein bisschen Sichtbarkeit drauf zu bringen, weil so wie du sagst, es ergibt einfach Sinn in dem Zusammenspiel dieser vier Bereiche. Sehr spannend. Also da hast du uns schon guten Einblick gegeben. Gibt es noch den einen oder anderen Kniff, den wir mitnehmen müssen oder was du zu dem Thema noch platzieren möchtest?

  21. Christian Bischoff:

    Nein, also was natürlich ein bisschen ein Vorteil ist, wenn man sich mit Immobilien auskennt. Also man muss natürlich schon sagen, gerade bei den großen Sachen, da muss man halt wissen, wie die Dächer aussehen. Und es gibt ganz viele sogenannte Sachverständige, die dir erzählen, die Dächer tragen das nicht. was Blödsinn ist. Also, ich sage jetzt mal, Sachverständige hin oder her, der Punkt ist einfach, dass in Deutschland alle Dächer eine Schneelast haben von mindestens 75 Kilo plus 20 bis 30 Prozent nach VDI-Norm müssen die haben. Das heißt, die tragen alle 100 Kilo aufwärts. Photovoltaik auf dem Dach, nicht durchgebohrt, wie es ja normal ist, sondern ganz drauf gelegt, windoptimiert. wiegt 13 Kilo das Quadratmeter. So, what is the problem? Ja, da ist keins. Und das ist halt der Punkt, da hast du viele Sachverständige, die dir die Story vom Pferd erzählen. Und das ist halt einfach Blödsinn. Ich sage mal, was schon ein Problem ist, und das haben wir jetzt letztens in einem Projekt gesehen, Mehrfamilienhäuser, die 60 Einheiten, also 60 Parkplätze. In der Versammlung, WG, wir wollen alle Ladesäulen. Wir wollen alle, okay, super, gut. Dann gehst du aufs Dach und sagst, okay, pack mal Photovoltaik drauf. Fünf Lagen Teerpappe, die sind durchlässig und unten, wenn du runterbohrst, die Korkschicht ist im Eimer. Das heißt, es gab schon dreimal, bei dem einen Fall gab es schon Wassereinbrüche in den obersten Wohnungen. Das heißt, du sanierst es, das kostet eine halbe Million, wenn überhaupt. Und das kann die Fotovoltaik normalerweise nicht leisten, es sei denn, du nimmst an den Ladesäulen unten Geld. Also das geht natürlich, aber das muss natürlich dann halb öffentlich sein und da kommt natürlich in diesem Tiefgarage nicht jeder ran. Und das ist ein Riesenthema, aber... Da gibt es eben Möglichkeiten, dass man sagt, in Siedlungen mit diesen großen Häusern macht man auch Parkplätze halb öffentlich und verkauft Strom. Und dann wird daraus ein Schuh. Und es ist wieder genau das Gleiche. Photovoltaik, Batterie, Ladesäulen, Ladeinfrastruktur. Und wenn der Bestandshalter groß genug ist, Energieversorgerstatus und Wind und Photovoltaik umzusetzen. eine möglichst 80, 90-prozentige Eigenversorgungsquote hinzukriegen und dann über die THG-Quote, da rechnet sich jede WEG reich. Das ist ein super Geschäftsmodell, um WEGs aus dieser chronischen Klammheit rauszuholen. Und man muss ja sehen, es geht ja nicht nur um die Dachsanierung der TH-Pappe, Du musst ja, wenn du diese großen Wohnblöcke hast, musst du Brandschutzwände aufstellen. Ja, welcher große Wohnblock hat oben eine Brandschutzwand? Ein Meter, keiner, keiner. Ja, das ist, versicherungstechnisch ist das ein absolutes No-Go. So, das wird derzeit, weil das ein Bestand ist, wird das in irgendeiner Form, du hast bei Logistikzentren auch, da hast du einen Brandabschnitt, 10.000 Quadratmeter und dann hast du eine riesen Brandschutzwand, damit das Feuer nicht überspringt. So, hast du bei den ganzen Wohnhäusern nicht. Ja, und das muss alles in dem Abwasch gemacht werden und das ist für die WEGs kaum zu stemmen. Wenn du aber Erneuerbare nimmst und das kreativ machst, dann

  22. Sebastian:

    Schöne Schlussworte aus meiner Sicht. Da hast du es ganz gut zusammengefasst, hast bestimmt auch zum Nachdenken angeregt und bin gespannt, was der ein oder andere Hörer noch dazu sagt. Dir vielen Dank für deine Zeit, Christian.

  23. Christian Bischoff:

    Sehr gerne.

  24. Sebastian:

    Spannende Podcast-Folge mit einem bisschen anderen Twist, aber trotzdem eben auch eingehend auf die E-Mobilität, THG-Quote, Ladeinfrastruktur und wie das alles eben doch Hand in Hand geht mit der erneuerbaren Energie. Aus meiner Sicht bereichernde Folge, die mir auch sicherlich beaufgehört wird, gehe ich zumindest von aus. Dir so oder so, vielen Dank fürs Zuhören diese Woche. Freue mich, wenn du kommende Woche wieder einschaltest bei einem neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Mach's gut, bis dahin, ciao.