Roberto Diesel: Warum die E-Mobilität keine teure Wette ist

Im Gespräch mit Roberto Diesel, Vice President Energy System and Drivetrain EDAG Group

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Roberto Diesel, Vice President Energy System and Drivetrain bei der EDAG Group, über die Herausforderungen und Chancen der Elektromobilität. Roberto teilt seine über 20-jährige Erfahrung in der Automobilindustrie und erklärt, warum die Sektorenkopplung – die Verknüpfung von Mobilitäts- und Energiesektoren – entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität ist.

Wir diskutieren, ob Nachhaltigkeit beim Antriebswechsel wirklich mehr kostet oder langfristig Vorteile bietet und welche Rolle die Politik und Automobilhersteller spielen sollten, um den Wandel zu erleichtern. Roberto erläutert auch, warum Elektromobilität nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich interessant sein kann, und welche technologischen Entwicklungen dazu beitragen, E-Autos für alle erschwinglicher zu machen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr. In der aktuellen Folge habe ich Roberto Diesel zu Gast, Vice President Energy System and Drivetrain bei der EDAG Group und wir haben uns ein Stück weit unterhalten über den Wandel hin zur E-Mobilität und haben dabei vor allem die Frage beantwortet, Ist Nachhaltigkeit oder muss Nachhaltigkeit Geld kosten beim Antriebswandel oder kann man damit sogar Geld verdienen? Wir haben es aus verschiedenen Gesichtspunkten auseinandergenommen sozusagen und sind am Ende dazu gekommen, dass Sektorenkopplung hier in diesem Fall einfach komplett Sinn ergibt, warum das der Fall ist und wie du als E-Autofahrerin davon auch profitieren kannst oder auch als Unternehmen. Das erfährst du im Gespräch mit Roberto. Wir gehen direkt rein in die Folge. Viel Spaß damit. Hallo Roberto, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über E-Mobilität unterhalten. Heute mal mit einem anderen Ansatzpunkt und zwar wollen wir uns der Frage stellen, muss Nachhaltigkeit Geld kosten beim Antriebswechsel oder bringt es eigentlich mehr Vorteile für die EndnutzerInnen mit, als auch für die Unternehmen, die sich auf dieses Feld einlassen. Bevor wir da allerdings drauf eingehen, stelle ich auch gerne unsere ZuhörerInnen mal selbst vor, damit die ein Bild davon haben, wer auf der anderen Seite des Mikros sitzt.

  2. Roberto Diesel:

    Sehr gerne. Hallo Sebastian erstmal und freut mich, dass ich heute hier sein darf. Ja, mein Name ist Roberto Diesel. Ein etwas veralteter Name, aber man muss ja mit der Zeit gehen und darüber sprechen wir dann heute auch. Ich bin seit über 20 Jahren in der Automobilindustrie, habe Umwelttechnik studiert, was vielleicht ganz witzig auch ist, das zu einer Zeit, wo es noch nicht ganz so Trend war. und durfte dann aber in den Bereichen bei Opel, Abgasnachbehandlungssysteme, Dieselpartikelfilter, Katalysatorenentwicklung, kurz darauf im TM-Verbund Brennstoffzellenfahrzeugentwicklung betreiben und das war es schon 2003, also in der sehr frühen Phase, vielleicht noch ein bisschen zu früh zu dem Zeitpunkt. Das hat dann auch bei vielen anderen Herstellern dazu geführt, dass man das dann wieder runtergefahren hat und So kam es dazu, dass ich dann auch 2008 ungefähr wieder mehr in dem Verbrennerbereich unterwegs sein musste und da Gesamtfahrzeugentwicklung, Thermalentwicklung für Fahrzeuge im globalen Verbund betreut habe und mehr oder weniger auch in jedem Bereich oder in jeder Region dieser Welt Fahrzeuge in den Markt gebracht habe. Und 2017 dann aber ein großer Schritt, wo für mich die Entwicklung Richtung Elektromobilität ein bisschen zu langsam vonstatten ging. Und ich mich dann sozusagen weit auf den Weg gemacht habe zum Startup Sono Motors und wir dort ein Elektrofahrzeug entwickelt haben mit vielen zusätzlichen Featuren. Und heute bin ich Vice-Präsident bei der EDAC und darf mich da um Themen kümmern wie eben auch Fahrzeugentwicklung im elektrischen Bereich, Motorenentwicklung, Batterieentwicklung, Ladeinfrastruktur, aber ein wichtiger Punkt eben auch Energiemarkt und stationäre Speicher, weil aus unserer Sicht das sehr, sehr, sehr eng zusammengehört und ein komplexes Konstrukt ist, wo man da reinschauen muss.

  3. Intro:

    Worauf wir dann eben auch gleich nochmal eingehen werden. Vielen Dank erstmal für deine Vorstellung. Man sieht ja, du hast diese verschiedenen Schritte alles schon mitgemacht, hast dementsprechende Erfahrungen auch oder bringst entsprechende Erfahrungen natürlich mit und weißt, wovon du sprichst. Du hast eben diese Verknüpfung verschiedener Sektoren, also man spricht ja von Sektorenkopplung da angesprochen. Inwiefern ist es denn entscheidend für einen nachhaltigen Antriebswechsel jetzt hin zur E-Mobilität?

  4. Roberto Diesel:

    Aus meiner Sicht ist das schon ein Schlüsselpunkt. Also wir reden alle und Wir kommen um Buzzwords nicht drum herum, ich sage es schon jetzt, aber wir reden alle über Digitalisierung, Daten, Energiewende. Wir brauchen definitiv einen sauberen Energiemix, wo wir auf dem richtigen Weg sind. Und als wir noch über fossile Energieträger nachgedacht haben und gerade im PKW-Bereich, dann macht es einfach keinen Sinn, das mit irgendwas anderem zu vernetzen, weil das, was ich dort an Energie verbrauche, ist halt einfach weg und ich kann es auch nicht irgendwie hin und her schieben. Das ändert sich natürlich sehr deutlich, wenn wir Batterien im Fahrzeug haben, also ein gewisses Speichermedium und dann nicht nur in die eine Richtung denken können, sondern theoretischerweise auch mit bidirektionalen Laden in beide Richtungen. Und umso wichtiger ist es dann aber, auch mit der Fluktuation von Erneuerbaren die Sachen ausgleichen zu können. Und da ist Datengrundlage, Digitalisierung ein Riesenpunkt. Das heißt, ich muss alles vernetzen, ich muss es smart verbinden. Und in dem Moment, wo ich diese Verbindung schaffe von dem Fahrzeug zum Netz, bin ich nicht nur eben in der Mobilitätsschiene unterwegs, sondern auch im Energiesektor, im Industriesektor, im, ich sag mal, im eigenen Haus sozusagen. Und wenn ich das smart, clever verbinde und vernetze, dann habe ich auch eine sehr gute Chance, das optimal optimiert und eben auch kostenoptimiert für jeden einzelnen Nutzer zu gestalten. Und da liegt auch der Vorteil.

  5. Intro:

    Da liegt natürlich der Vorteil, wenn man den entsprechend nutzen kann und wenn man dazu auch technisch in der Lage ist, das umzusetzen. Aber ich habe da manchmal das Gefühl, dass es einfach für den Endnutzer, Endnutzerin ja auch ziemlich schwierig ist, das Thema anzugehen und damit zu beginnen. Weil klar, clever und digital soll das Ganze sein. Aus meiner Sicht sollte das Ganze aber auch einfach zu bedienen oder zu handeln sein. Und da habe ich den Eindruck, dass das gar nicht der Fall ist.

  6. Roberto Diesel:

    Da stimme ich zu. Ich glaube, das muss auch die Aufgabe sein, dass wir... Da kann ich auch wieder beim Fahrzeug anfangen. Heute Morgen witzigerweise auch einen Artikel gelesen, dass Personen oder Menschen neue Technologien im Fahrzeug gar nicht so zu schätzen wissen oder beziehungsweise auch erstmal ein bisschen vorsichtig damit umgehen. Was ich sehr gut verstehen kann, weil in dem Moment, wo es keinen Komfort bietet, wo es schwierig zu bedienen ist, Dann habe ich erstmal eine Ablehnung. Ich möchte ja einen Mehrwert bieten oder gewinnen. Und bei der Energiewende und bei Elektromobilität und auch dieser ganzen Vernetzung ist es ähnlich. Heute bedeutet das erstmal schon viel Aufwand. Also welches System habe ich zum Beispiel zu Hause? Photovoltaik. Wie verbinde ich mich mit einem Netz oder wie connecte ich mich sozusagen? Welchen Provider nutze ich? Brauche ich dynamischen Stromtarif oder auch nicht? Kann ich den überhaupt nutzen in meiner Anlage? Wann lade ich mein Elektrofahrzeug? Mit welchem Steckerlade ich mein Elektrofahrzeug? Also das sind alles Themen, die sind eigentlich einfach zu beantworten, aber im Moment bedarf es schon einer ausführlicheren Recherche, sage ich jetzt mal, und ein bisschen auch Beschäftigung mit dem Thema, um das alles sauber zum Laufen zu bekommen. Glücklicherweise sehen wir aber im Markt, dass es mehr und mehr Anbieter gibt, die das vernetzen, zusammenbringen und mehr oder weniger gesamtheitliche Systeme anbieten, sodass der Kunde am Ende wirklich nur noch Wählen muss, wenn man mal zum Beispiel von Elektrofahrzeug und PV-Anlage ausgeht, die Wallbox ist dann schon mit drin, man kriegt ein System, also eine App oder eben auch eine Plattform im Netz, wo man dann eben auswählen kann bestimmte Dinge, wann möchte ich laden, welche Grenzen möchte ich einhalten, welche Preisstruktur habe ich dahinter. Und in dem Moment wird es dann natürlich interessant und auch aus Kostensicht besser für den Endkunden. Aber, und da stimme ich vollkommen zu, da sind wir noch nicht zu 100 Prozent. Das ist ein Weg dahin und da muss noch einiges passieren.

  7. Intro:

    So wie du gesagt hast, da haben wir tatsächlich den Weg schon eingeschlagen. Der schreitet voran. Was wir wahrscheinlich ab 2025 verstärkt sehen werden, ist ja diese Smart-Mieter-Geschichte, wo dann auch jeder daheim dann sozusagen... greifbar das erlebt, ob er jetzt E-Auto fährt oder eben nicht. Das heißt, dynamische Stromtarife, die eben auch abhängig von den Strommärkten sind. Ich glaube, das ist schon mal ein wichtiger Schritt voran, vor allem, wenn das mal vorhanden ist. Das System ist es ja auch relativ einfach zu handeln, schlussendlich. Wo ich ein bisschen skeptischer bin, dass man die NutzerInnen ein Stück weit überzeugt bekommt, ist dann leider auch das E-Auto. weil man sieht halt Preise 10.000, 15.000 Euro teurer als vergleichbare Verbrenner. Da kommt dann doch schon der Gedanke auf Nachhaltigkeit, schön und gut, aber wenn ich es mir nicht leisten kann, ergibt es für mich halt einfach auch keinen Sinn. Ist dann das so, dass man das nur in dem Listenpreis festmachen kann oder sollten wir das anders auch betrachten? Also da muss ja wahrscheinlich auch eine andere Betrachtungsweise her, schlussendlich.

  8. Roberto Diesel:

    Ja, in jedem Fall. Also ich glaube, wir alle kennen das Thema Total Cost of Ownership, also wo man grundsätzlich natürlich neben Anschaffung den Gesamtbetrieb des Fahrzeugs, Wartungsmaßnahmen, Wiederverkaufswert, all diese Punkte natürlich mit reinnimmt. Und das sollte man definitiv als Grundlage für so eine Entscheidung sehen. Und das gilt nicht nur im Fahrzeug, das gilt dann eben auch für zum Beispiel ein System zu Hause oder ein System in einer Firma. Und wenn man sich das anschaut, dann ist ja heute oftmals, es kommt natürlich auch immer ganz spezifisch auf die Fälle an, auch da muss man ein bisschen vorsichtig sein. Es wird immer sehr, sehr gern schnell pauschalisiert. Das ist leider nicht so einfach. Man muss sich das schon genau anschauen, aber da gibt es heute an vielen Fällen definitiv schon einen großen Vorteil für Elektromobilität, gerade wenn man zu Hause laden kann, gerade wenn man eine eigene PV-Anlage hat. Wir kennen die Firmen alle teilweise komplett wartungsfrei. Wie gut das ist, kann man auch darüber diskutieren, aber in den meisten Fällen funktioniert das sehr gut. Und da hat man schon viel, viel, viel Sparpotenzial. Und in dem Zusammenhang Smart Meter und dynamische Stromtarife kann man das natürlich noch besser ausreizen. Ich denke, dass wir... aber auch was den Kaufpreis angeht, noch einiges an Verbesserungen sehen werden. Wir haben die Preise für Batterien in den letzten zehn Jahren dramatisch fallen sehen und da ist sicherlich auch noch nicht das Ende erreicht mit neuen Zellchemien, neuen Design, die wir weiterhin sehen. Das ganze Thema Solid State, also Feststoffbatterie, wird in die Richtung gehen. Das ist erstmal vielleicht noch nicht preislich relevant, aber wir kriegen höhere Energiedichten und damit kann ich wieder auf kleinere Batterien gehen. Das hilft dann auch wieder zum Beispiel beim Gewicht der Fahrzeuge und Schnellladen wird immer besser. Also oder die Schnellladefähigkeit, sage ich jetzt mal, der Batterien. Und das wiederum kann ja auch dazu führen, wo ich auch ein großer Verfechter von bin, dass man wieder zurückgeht auf kleinere Batterien. Das macht das ganze Fahrzeug kostengünstiger, das macht das Fahrzeug leichter. Es hat weniger Ressourcenaufwand, also auch der berühmte, Oft gar nicht ganz so große CO2-Rucksack eines E-Fahrzeug wird damit minimiert. Und trotzdem kann ich mit Effizienzsteigerung im Fahrzeug, wo wir heute auch große Fortschritte sehen, damit real größere Reichweiten erzeugen und sicherstellen. Und mit schnellen Aufladen dann eben auch nicht so lange brauchen, um irgendwo an einer Raststelle zu stehen oder irgendwo an einer... einen Kaffee oder mal auf Toilette zu gehen, um das Fahrzeug wieder voll zu bekommen. Und wenn ich das alles zusammenführe, dann kommen wir auch zu günstigeren Anschaffungspreisen, zu leistbaren Modellen und über den TOC, also über die Gesamtkostenbetrachtung, dann auch zu einem absoluten Vorteil in der Lebenszeit.

  9. Intro:

    Erscheint schlüssig und nachvollziehbar für mich, der sich auch da mit dem Thema beschäftigt und natürlich auch für unsere ZuhörerInnen. Nichtsdestotrotz ist es ja ein Thema, das ist aus meiner Sicht natürlich auch die Automobilhersteller an sich, die ja das direkte Bindeglied zwischen Fahrzeug und KundInnen sind. Die müssen das aus meiner Sicht ein Stück weit auch noch transparenter darstellen, Beispielrechnungen aufführen, wo dann eben solche Fälle auch mal abgeholt werden, weil wenn du jetzt nur als normaler Kunde in Anführungsstrichen ins Autohaus reingehst, bekommst du diese TCO-Berechnung gar nicht vorgelegt. Also siehst du da auch die Hersteller in der Verantwortung, dass man da eben auch ein Stück weit anders kommuniziert?

  10. Roberto Diesel:

    In jedem Fall, also nicht nur den Hersteller selbst. Ich habe jetzt auch in der letzten Woche gesehen, dass ein Großer in seiner App zumindest genau diesen Vergleich einfließen lässt. Also mal zum Verbrenner sagt, wann der Kipppunkt ist sozusagen. Nein, aber ich denke auch Händlernetzwerk bei Direktvertrieb natürlich dann auch über die Seiten der Hersteller selbst macht es schon Sinn, viel besser zu informieren. Da haben wir sicherlich noch Mangel. Also man findet diese Daten auch heute schon, aber es ist schon eher ein bisschen komplizierter. Da sind wir wieder auch bei dem Thema, wie es bei den Systemen selbst ist. Es funktioniert im Moment noch nicht automatisch und reibungslos. Also da glaube ich schon, dass man als OEM ein bisschen was tun kann. Wobei, da darf man natürlich nicht vergessen, viele der großen und auch europäischen OEMs leben im Moment schon noch vom Verbrenner auch. Das ist sicherlich auch eines der Themen gewesen, warum in den letzten Jahrzehnten, muss man fast sagen, viele Mythen über Elektroautos überhaupt erst aufgekommen sind. Das jetzt wieder umzubiegen und sich davon schon komplett zu lösen, das ist ein Prozess, der im Gange ist. Wir erleben ja auch gerade, dass gerade eigentlich nur Deutschland in Europa da im Moment sehr, sehr negativ unterwegs ist, bis auf zwei, drei kleine andere Märkte noch. Wir haben ja auch in diesem Jahr trotz aller Unkenrufe in Europa einen Anstieg von elektrischen Fahrzeugen in der Welt sowieso. Also das heißt, die Richtung ist aus meiner Sicht schon sehr, sehr, sehr klar zu erkennen. Aber ja, wir alle sind Menschen, keine Frage. Wir alle haben gewisse Gewohnheiten. Wir alle wollen uns eigentlich möglichst wenig umstellen und wollen einen Mehrwert für uns natürlich erzeugen. Das ist auch vollkommen okay. Und das braucht halt Zeit, das braucht auch Verständnis. Ich kann mich an meine Zeit noch erinnern. Ich muss gestehen, vor zehn Jahren, als wir noch und ich noch Elektro- oder Verbrennerfahrzeuge gemacht haben, hätte ich mir auch nicht vorstellen können, dass Elektromobilität so gut funktioniert. Wenn man einmal umgestiegen ist, das war bei mir schon 2017 der Fall und mit einem Fahrzeug mit einer sehr kleinen Batterie, und ich bis heute sagen muss, das macht Spaß und darum geht es auch, das macht in erster Linie auch Spaß, es funktioniert und es ist absolut besser aus Kostensicht von meiner Seite, mit all dem, ich habe die Möglichkeit, dass ich zu Hause laden kann, ganz klar, das ist natürlich ein Vorteil, aber damit macht das absolut Freude und das braucht aber eine Zeit, Und es braucht vor allem die eigene Erfahrung von den Menschen selbst und die Offenheit, sich darauf einzulassen. Und dann geht es in die Richtung.

  11. Intro:

    Da kriegst du es gut auf den Punkt. Der Mensch ist halt eben doch ein Gewohnheitstier schlussendlich. Man macht es ihn aber hier in Deutschland eben auch nicht gerade einfach, weil hier geht halt nicht nur die Diskussion Verbrenner E-Auto, sondern dann kommt noch E-Fuels, HVO, Wasserstoff bringen wir da noch ein bisschen mit in die Gleichung rein. Da wäre doch an sich auch wünschenswert, wenn man einfach sagen würde, okay, es gibt zwei Lager, die wir verfolgen. Die anderen mögen auch vielleicht Sinn ergeben, aber nicht unbedingt im Pkw-Umfeld auf Grundeffizienz. Also wäre das dann nicht auch die Regierung ein Stück weit in der Verantwortung zu sagen, okay, wir geben mal klare Pfade vor, die ja auch Unternehmen dann entsprechende Investitionen wieder vereinfachen würden, wenn man eben weiß, okay, es gibt einen Weg, den wir einschlagen werden und nicht fünf, die wir parallel irgendwie beschreiten müssten.

  12. Roberto Diesel:

    Also auch da ganz klar ja, würde ich dir auch zustimmen. Es ist natürlich schwierig, wir leben in einer... freien Welt, glücklicherweise. Und da hat auch jeder andere Ansichten und jeder hat auch vielleicht andere Präferenzen und jeder hat vielleicht auch sein eigenes Business, was er irgendwie weiter voranbringen möchte und das ist auch gut so. Aber wir hatten es ja auch, das Thema war ja heute auch, muss denn dieser Wandel so viel Geld kosten? Und wenn ich gerade auch darauf zurückgehe, dann würde es natürlich schon Sinn machen und das wäre auch mutig und das brauchen wir heute in unserer Zeit auch, zu sagen, lasst uns doch das Geld und das politisch Getriebene auf den effizientesten Weg fokussieren. Und wenn sich da noch was anderes nebenbei entwickelt, dann verbietet es ja keiner, aber dann muss ich das halt eben tragen. Und im Moment versuchen wir ja alles abzudecken und da bin ich voll bei dir. Das macht keinen Sinn oder an wenigen Stellen macht es Sinn, Und von daher eine klare Richtung, bessere Planungssicherheit wäre sicherlich was, was uns allen helfen würde und eben auch dann eine klare Bekenntnis von vielen Playern in dem Markt, was wir schon teilweise sehen, aber lässt hier und da noch auch zu wünschen übrig in Richtung Elektromobilität. Und was gerade Pkw angeht, wenn man sich die Wirkungsgrade anschaut, ich glaube, die Themen kennen wir alle. Und da kommt da bei Weitem die anderen Themen nicht ran. Gerade was dann eben auch Wartung angeht, was komplexe Systeme angeht. Also wenn wir uns zum Beispiel auch ein Brennstoffzellenfahrzeug anschauen, was eine sehr interessante Technik ist. Da habe ich ja nicht nur trotzdem eine kleine Pufferbatterie. Ich habe die Brennstoffzelle selbst. Ich habe immer noch ein Abgas. Ich habe ein Ansaugsystem. Ich habe Accessories, Luftkompressoren. Also die Systeme sind schon sehr, sehr komplex auch im Vergleich zum Fahrzeug. Im Vergleich zum batterieelektrischen Fahrzeug eher angelehnt an einen Verbrenner. Und das Thema E-Fuels, was ich auch nicht kleinreden möchte, aber alleine die Basis, die man hat. Also wir würden niemals so viel E-Fuels in der Größenordnung herstellen können, auch wenn wir die erneuerbaren Energien dazu hätten, dass wir wirklich flächendeckend und in großer Menge Pkw-Flotten betreiben können. Und da erscheint es aus meiner Sicht doch sehr, sehr sinnvoll, sich auf den aktuell effizienten Fall zu fokussieren, was nicht heißt, dass man den Rest komplett außen vor lassen muss und verbieten, auf keinen Fall. Darum geht es auch nicht, will glaube ich auch keiner. Aber dass man den wahrscheinlichsten und sinnvollsten Weg fördert, würde absolut Sinn machen.

  13. Intro:

    Das heißt im Umkehrschluss aber auch, um eben auch nochmal auf die Eingangsfrage oder unseren Eingangsstatement zu sprechen zu kommen, der Antriebswechsel, der wird jetzt natürlich erstmal Geld kosten, weil investiert werden muss, aber auf lange Sicht durch die Sektorenkopplung wird man sowohl auf Unternehmensseite als auch im Privatbereich Geld sparen können.

  14. Roberto Diesel:

    Und noch ein ganz anderer Gesichtspunkt auch, also man wird nicht nur Geld sparen können, beziehungsweise gibt es die Möglichkeiten, sich da optimaler aufzustellen, aber wenn man jetzt mal das auch rein wirtschaftlich betrachtet, Wir kennen auch die Geschichte, man muss investieren, man muss innovativ sein, um sich überhaupt am Markt behaupten zu können. Und technologieoffen heißt ja auch, eben neuen Technologien die Chance zu geben. Und wenn man feststellt, dass sich die gegen das, was man als State of the Art hatte, durchsetzen, bereit zu sein, sich dahin zu entwickeln. Und in dieser Phase sind wir gerade. Die Zeichen, die physikalischen und die wirtschaftlichen sind klar. Und in dem Moment ist aber diese Investition, die ich ja tätige, ein positives Zeichen. Also jedes Investment, was ich auch als Privatperson mache, wenn ich da XY-Prozent Rendite erziele, ist das ja was Positives und nicht schlecht zu reden. Wenn ich natürlich, und da sind wir wieder bei dem Punkt, sollte ich das in alle Technologien tun oder sollte ich es in die erfolgversprechende tun? Wenn ich das natürlich einfach so mache, dann wird es irgendwann schwierig, aber ... Wenn ich fokussiere, macht das absolut Sinn und wie gesagt, keiner würde heute in Abrede stellen, dass ein gutes Investment was Negatives ist, im Gegenteil. Und wenn man sich ein bisschen überlegt, das ist immer so ein bisschen die Frage, die ich dann vielen Freunden auch stelle, gerade wenn es Richtung Auto geht. Autos sind in Deutschland immer noch das, ich glaube, zweitteuerste Anschaffung, die die meisten Leute so machen nach Haus, Wohnung oder ähnlichen Themen. Wenn man in ein Fahrzeug investiert als Kauf, ist das eigentlich die ziemlich sichere Verlustrechnung, die keiner hinterfragt und die für jeden völlig normal ist. Ja, man sichert sich damit Mobilität in gewisser Weise, was ja auch ein wichtiger Punkt ist. Aber es ist relativ sicher, dass man damit Geld ausgibt und auch Geld verliert. Wenn wir heute in neue Energiesysteme investieren, wenn wir heute in Photovoltaik investieren, auch im privaten Bereich, Wenn wir in ein E-Fahrzeug investieren, was bidirektionales laden kann und wir das dann irgendwann mal gesetzlich und technisch, also technisch kriegen wir es heute schon, aber gesetzlich noch umgesetzt bekommen, dann kann ich damit sogar Geld verdienen und bin wieder eher auf der Investmentseite als auf einer Verlustrechnungsseite. Und ich glaube, das ist ein guter Anlass, um sich mit den Themen zu beschäftigen.

  15. Intro:

    Das nehme ich jetzt als guten Anlass, um unsere Zuhörerinnen dann eben in die Weiten des Webs zu entlassen, damit sie eben zu den Themen auch nochmal vertieft eintauchen können, gerne bei uns auch im Portal. Vielen Dank, Roberto, für deine Zeit und die Einblicke aus der Praxis ein Stück weit in die Theorie rübergetragen. Danke dir.

  16. Roberto Diesel:

    Danke sehr.

  17. Intro:

    War doch ein spannender Austausch, den wir hier gemeinsam mit Roberto hatten, haben einiges über Sektorenkopplung lernen dürfen und warum sich alles noch ein Stück weit mehr vernetzt, verquickt und zusammengeführt wird, um dann eben nicht nur die Mobilität im Antrieb zu verändern, sondern ich sag mal, das ganze Umfeld bei uns vor allem auch im Privaten. Erneuerbare Energien kriegen mehr Bedeutung und spielen diesen Vorteil eben auch aus, wenn man das System ganz beobachtet bzw. auch ganz umsetzt. Und das wird glücklicherweise, so wie Roberto eben auch ausgeführt hat, immer mehr die Norm als die Ausnahme. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Gerne bis zur nächsten Podcast-Folge hier bei ERN und hinterlass uns, wenn du möchtest, eine positive Bewertung beim Anbieter deiner Wahl, dem Podcast-Anbieter deiner Wahl, damit wir eben unsere Podcasts noch ein Stück weit mehr in die Welt hinaustragen können. Mach's gut, bis zur nächsten Folge. Ciao.