Wie SVOLT von Mine bis Second-Life denkt, um CO2-Neutralität zu erreichen

Im Gespräch mit Maxim Hantsch-Kramskoj, Vice President Sales & Marketing der SVOLT Energy Technology Europe GmbH,

Maxim Hantsch-Kramskoj ist Vice President Sales & Marketing der SVOLT Energy Technology Europe GmbH, in dieser Funktion stand er Elektroauto-News.net im Podcast Rede und Antwort über SVOLT Energy, deren Verbindung zur Elektromobilität und doch durchaus spannendem Wachstumsplan für die kommenden vier bis fünf Jahre und darüber hinaus. Hantsch-Kamskoj ist seit Januar 2020 bei SVOLT tätigen und hat seitdem schon einiges an Wachstum erfahren dürfen.

Ursprünglich aus dem chinesischen Automobilhersteller Great Wall Motors herausgegründet im Jahr 2012, hat sich das Unternehmen 2018 vom OEM abgekapselt und bedient seitdem selbständig zum Markt. Die Verbindung zur eigenen Geburtsstätte hat man beibehalten und bedient Great Wall Motors mit eigenen Produkten. Darüber hinaus zählen Geely, Dongfeng sowie Stellantis zu den Kunden des Unternehmens.

Wie man sich derzeit hinsichtlich kobaltfreier Nickel-Mangan-Batteriezellen (NMX), globalen Batteriekapazitäten in Europa und China aufstellt sowie die Bedeutung von Nachhaltigkeit, Second-Life sowie Recycling für SVOLT haben wir ebenso ergründet.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität auseinandersetzen. In der aktuellen Folge habe ich Maxim Hansch-Kramskoi, Vice President für Sales & Marketing der SVOLT Energy Technology Europe GmbH zu Gast. Wir haben uns gemeinsam über SVOLT Energy ausgetauscht, die Bedeutung der E-Mobilität für das Unternehmen, welche Rolle man da eben einnehmen will, einnimmt aktuell schon am Markt, dass man der erste Hersteller ist sozusagen, der eine serienreife Batteriezelle ohne Kobaltanteil auf die Strecke gebracht hat. Wir unterhalten uns über die Vorteile in Bezug auf Kosten, Lebensdauer, Lebenszyklus, Reichweite und so weiter und so fort. Da gehen wir sehr detailliert rein. Da gibt Herr Hantsch-Kramskoj doch sehr interessante Einblicke. Wir betrachten aber auch die aktuelle Planung für die globale Batteriekapazität, die man anstrebt. Aktuell steht da im Raum, dass man bis 2025 Kapazitäten von um die 200 Gigawattstunden im Jahr auf die Strecke gebracht haben will. Also schon einiges weiter. Insgesamt strebt man dann eben an, in dem wachsenden E-Mobilitätsmarkt durch eigene Produkte, durch verschiedenste Batteriezellen, nicht nur durch die kobaltfreien NMX-Batteriezellen, sondern auch durch NMC-Zellen sozusagen bis zu 10% des Marktes zu bedienen. Schon ganz interessant. Er hat auch ausgeführt, warum man sich in Europa für Deutschland als ersten Standort entschieden hat, um eine Batteriefabrik aufzubauen. Genauer gesagt, im Saarland hat das sehr klar dargelegt, dass da schon viele Gedanken und Überlegungen im Hintergrund gelaufen sind, bevor man sich dafür entschieden hat. Und zum Ende hin haben wir noch ein ganz wichtiges Thema aufgegriffen, das Thema Nachhaltigkeit, Second Life, Recycling im Bereich der Batterie und dass man hier einfach schon von Anfang an grün denken muss. um für unsere Umwelt etwas Positives zu bewegen. Von daher kann ich dir die aktuelle Folge nur empfehlen. Hör rein, lern mehr über SVOLT Energy und wohin die Reise für das Unternehmen gehen wird, das tatsächlich erst 2012 gegründet wurde. Damals noch als eine Ausgründung von einem Automobilhersteller, beziehungsweise als ein Projekt von einem Automobilhersteller, was dann 2018 in eine Ausgründung ging. Aber auch da gibt Herr Hanschkamskoy interessante Einblicke darauf, wie das so gelaufen ist, wie man davon profitiert. Bevor es jetzt allerdings ins Gespräch geht, gehen wir nochmal zusammen kurz in die Werbung und dann direkt rein ins Gespräch mit Maxim Hanschkrams-Koi von SVOLT Energy. Viel Spaß mit der aktuellen Folge. Kennt ihr schon Verti? Deutschlands zweitgrößten Kfz-Direktversicherer. Die sind bei der Förderung von umweltfreundlichen Fahren Vorreiter. Bereits seit 2007 bietet Verti nämlich eine Förderung für Autos mit geringem CO2-Ausstoß. Aktuell sind das 10% Rabatt auf die Autoversicherung. Wenn ihr also noch auf der Suche nach einer günstigen Versicherung für euer Elektroauto seid, werdet ihr bei Verti sicher fündig. Neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis wird euch dort auch ein ausgezeichneter Kundenservice geboten. Entweder ganz direkt von Mensch zu Mensch oder schnell und einfach digital. Überzeugt euch gleich auf www.verti.de. Willkommen zurück zur aktuellen Podcast-Folge. Hallo Herr Hans-Kramskeu, vielen Dank, dass ich heute die Zeit nehme, dass wir uns ein wenig über SVOLT Energy unterhalten, über die Bedeutung der E-Mobilität für euer Unternehmen, eure Strategie, die ihr jetzt global verfolgt sozusagen in Bezug auf Batteriefertigung, Batteriekapazität, die ihr anstrebt global. Bevor wir da jetzt allerdings in die Tiefe gehen, können Sie sich vielleicht einfach mal kurz selbst vorstellen, dass unsere Hörer, Hörerinnen ein Gefühl dafür bekommen, mit wem wir es denn gerade zu tun haben.

  3. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Ja, sehr gerne. Hallo, Henssler. Herzlichen Dank, dass wir heute bei Ihnen sein dürfen. Mein Name ist Maxim Hantsch-Kramskoj. Ich bin bei SVOLT. in meiner Rolle als Vice President Sales & Marketing, verantwortlich für unsere Außenwirkungsaktivitäten bei Kunden, auch im Bereich der Marketing, der Events, der Company Communication und habe parallel noch die Verantwortung für die Produktlinie, sprich unsere technologischen Entwicklungen, die wir mit Kunden gemeinsam gestalten, sowie die Projektleitung hängt ebenfalls in meinem Ressort. Ich bin jetzt seit dem 1. Januar 2020 in meiner Rolle, war vorher Teil der Geschäftsführung der ABB Robotics in Deutschland und bin dann, als ich gehört hatte, dass SVOLT dann auch unter der Führung von unserem Europavorstand, Herrn Kai-Uwe Wollenhaupt, ans Netz geht, im wahrsten Sinne des Wortes, dann mit einer europäischen Unternehmung, war das für mich relativ schnell entschieden zu sagen, Mensch, da möchte ich gerne mitmachen. Zumal Herr Wollenhoff und ich, wir kennen uns jetzt seit mehreren Jahren auch aus vorhergehenden Tätigkeiten, sodass das für mich ein klares Signal dafür gewesen ist, das ist jetzt eine Megachance. Eine Megachance, Elektromobilität nach vorne zu treiben, CO2-neutrale Mobilität nach vorne zu treiben. Und als ich das Unternehmen kennengelernt habe, war das für mich auch nochmal eine Bestärkung, dass das genau der richtige Weg ist.

  4. Sebastian:

    Hört sich doch schon mal gut an und sind ja alles, ich sage mal, die richtigen Gründe von außen betrachtet, warum man dann da wechselt oder diesen Weg geht. Jetzt haben Sie gesagt, als Sie das Unternehmen kennengelernt haben, vielleicht können Sie es unseren Hörern, Hörerinnen auch mal kurz und grob umreißen, was SVOLT eigentlich macht, wofür ihr steht und was so die typischen Produkte dann von euch sind, die ihr aktuell schon auf dem Markt habt, bevor wir dann eben tiefer in die E-Mobilität noch reingehen.

  5. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Wir sind ein globales Hightech-Unternehmen, wenn Sie so wollen. Wir produzieren Lithium-Ionen-Batterien und Batteriesysteme primär für elektrische Fahrzeuge, aber auch für Sekundärsysteme, für Energiespeicherlösungen. Wir produzieren aber nicht nur Batteriezellen, Batterie-Packs und Module, sondern wir haben unsere Kompetenz über den Verlauf der vergangenen Jahre auch über den Bereich der Software produziert. und der Electronics erweitert. Also wenn Sie so wollen, wir haben heute über 100.000 vernetzte Fahrzeuge im Feld in China, die Daten generieren, mit denen wir wiederum bessere Systeme, bessere Batterien auch für die Zukunft entwickeln können. Das Unternehmen selbst, das gibt es schon einige Jahre. Wir sind nämlich gegründet worden 2012. als eine Business Unit des chinesischen Automobilherstellers Great Wall Motors. Great Wall Motors ist insbesondere im SUV-Segment in Asien und Pazifik sehr, sehr stark und sehr erfolgreich. Als S-Wall firmieren wir seit 2018. Wir sind nämlich damals durch einen Carve-Out-Prozess gegangen, als Great Wall Motors festgestellt hatte, dass die Technologien dieses Unternehmens eben so attraktiv sind, dass man sie nicht nur auf das eigene Haus beschränken möchte, sondern dass man die auf einer ganz, ganz breiten Spanne Automobilherstellern in den Vereinigten Staaten, in Europa und auch im Asien-Pazifik außerhalb des Great Wall Motors-Konzerns anbieten möchte. Das Unternehmen plant Produktionskapazitäten bis zu dem Jahre 2025 von circa 200 Gigawattstunden. Aktuell sind wir mit circa 4000 Mitarbeitenden global vertreten und der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr lag bei circa 200 Millionen Euro.

  6. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für diese Einblicke. Da wird ja auch schon, ich sage mal, von dem Ursprung sozusagen 2012, Automobilhersteller, die Nähe zur E-Mobilität ist da auch schon spürbar. 2018 mit, ich sage mal, Wachstum der E-Mobilität oder Ankommen in der Gesellschaft gestiegen. ist der Schritt auch nachvollziehbar, sozusagen euch da auszufirmieren oder selbst zu firmieren, dass ihr da eben in die breite Masse mit reingehen könnt, auch für andere Hersteller das teilen könnt. Das heißt, um da auch nochmal den Bogen zur E-Mobilität zu spannen, das ist schon das wichtigste Tätigkeitsfeld jetzt aktuell. Abgesehen von den Speichern, die Sie ja auch angesprochen haben, von den Speicherlösungen, ist euer Hauptschwerpunkt schon E-Mobilität, batteriebetriebene Fahrzeuge.

  7. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Wir verstehen uns da an dieser Stelle als Systemhaus. Also am Ende des Tages kauft ja ein Verbraucher ja nicht ein Auto. Man kauft die Flexibilität. Und man kauft die Möglichkeit eben sicher von A nach B zu kommen und idealerweise mit viel Reichweite und viel Komfort. Und was wir als Unternehmen beisteuern können, ist ja genau das. Also Speicherlösungen, die Mobilität CO2-neutralen, und bezahlbar ermöglichen. Das heißt, für uns ist, und wieso spreche ich das so dezidiert an, für uns ist diese Betrachtung, was braucht eigentlich der Verbraucher und welche Anfordernisse ergeben sich einfach daraus für einen Automobilhersteller. Also sprich, wie bekommen wir nicht nur Betrachter, Batteriezellen produziert und entwickelt, sondern wie bekommen wir gesamte Energiesysteme entwickelt? Gehen wir in eine Cell-to-Pack oder eine Cell-to-Vehicle-Architektur? Welchen Einfluss hat das auf die thermischen Verhalten der Zelle und das Risiko zur thermalen Propagation, also wenn eine Zelle die durch einen thermalen Event durchgeht. Wie verhindert man das? Und all diese Themen hängen ein Stück weit damit zusammen, wie versteht man eigentlich das Verhalten eines Endverbrauchers und eines OEMs? Und der Vorteil bei SVOLT ist einfach, wir kommen von einem OEM. Wir haben im Grunde genommen seit 2012 nichts anderes gemacht, wie uns mit dem Endverbraucherbedarf auseinanderzusetzen und daraus intelligentere Lösungen zu formen.

  8. Sebastian:

    Da sind wir ja wieder an der Quelle sozusagen, an dem Ursprung, die euch da ja schon mal gut vorbereitet hat, dann sozusagen auf dem Weg, dass ihr da auch den Ansprüchen anderer OEMs gerecht werden könnt. Und das werdet ihr ja aktuell auch, da kommen wir später nochmal auf eure aktuellen Kunden sozusagen zu sprechen. Also ihr macht da schon einiges richtig, wie man das sieht. Jetzt haben Sie in Ihrer Antwort eben auch so das Thema Nachhaltigkeit dann eben in den Raum gestellt. CO2-neutral, klar, das geht alles mit der E-Mobilität einher. Nachhaltigkeit, da können wir jetzt vielleicht den Bogen spannen, dann auch zu eurer Batterie, die ihr jetzt vorgestellt habt, die jetzt mittlerweile, glaube ich, auch in die Serienreife übergegangen ist, wo ihr als erstes Unternehmen weltweit tatsächlich die erste kobaltfreie Batterie oder Batteriezellen für Elektroautos auf die Strecke bringt, dann tatsächlich eine Nickel-Mangan-Batteriezelle, die komplett auf Kobalt verzichtet und in dem Sinne aktuell noch einzigartig ist, wenn das so richtig ist, wenn ich das so auf dem Schirm habe.

  9. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Ja, das ist korrekt. Wir sind die Ersten, die diese kobaltfreien Batteriezellen zu einer Es ist nämlich so, dass Kobalt ist ja innerhalb von Nickel-Mangan-Batterien eigentlich zwingend erforderlich, um die thermische Stabilität von Zellen sicherzustellen. Und es hat uns einiges an Entwicklungsarbeit gekostet, um im Grunde genommen durch Dotierungsverfahren, also durch Doping- und Coating-Prozesse, durch das Einfügen von Fremdatomen in das Kathodenmaterial, die Stabilisierung dieses Nickel-Mangan-Systems hinzubekommen. bringen dort eine Zellchemie ins Rennen, die 75% Nickel, 25% Mangarden darstellt. Wir haben festgestellt, dass wir mit dieser Lösung im Grunde genommen sogar ein deutlich besseres thermisches Verhalten realisieren können als vergleichbare Batterien mit einer NCM811-Zellchemie. Und darüber hinaus haben wir auch festgestellt, dass gerade die Ladezyklen unserer Zellen deutlich besser abschneiden als die von NCM 811 Systemen, wo wir schon in eine Richtung von eine Million gefahrene Kilometer denken. Also sprich, das ist jetzt im Äquivalent umgesetzt von 2500 Ladezyklen, die diese Systeme sehr, sehr sicher erreichen. bevor wir dann mit einem 80% State of Health die Zellen dann, sage ich mal in Anführungsstrichen, aus dem automotiven Bereich ausmustern würden. Die ersten Produkte, also die ersten Fahrzeuge von Great Wall Motors sind jetzt damit ausgestattet. Wir sind ja gestartet im 2021 im Januar mit einer Pilotenproduktion, mit einer Pilotline von 10 Autos. Tonnen Kobalt-freien Material und sind dann über den April in die Serien, in das Serien-Equipment eingestiegen, haben dort die Chemie in C-Musterphasen für die Fahrzeuge validiert, sodass jetzt die ersten Fahrzeuge von Great Wall Motors, der Marke Ora, Cherry Cat, in den Verkauf gehen. Wissen Sie, das ganze Thema kobaltfreie Batterien ist ja mega wichtig. Also das ganze Thema Batterietechnologie ist ja mega wichtig, auch vom Kontext des Klimaschutzes. Also wir müssen ja irgendwie überlegen, wie schaffen wir denn eine Transformation innerhalb der Mobilität in Richtung einer klimaneutralen Mobilität? Und wie machen wir das zeitgleich im Kontext der Erschwinglichkeit ab? und der Massentauglichkeit der Elektromobilität. Und diese Themenfelder, Erschwinglichkeit und Massentauglichkeit, die sind eigentlich in der Regel im Widerspruch. Denn die Massentauglichkeit derartiger Zellen, wenn Sie das Kobalt rausnehmen, Sie haben einen enormen technologischen Aufwand, den Sie betreiben müssen, um diese Systeme zu stabilisieren. Uns ist es bei NMX, also unserer Kobalt-freien Cell-Chemie, dennoch gelungen, ein Produkt zu entwickeln, welches dann noch wettbewerbsfähiger ist als eine NCM811. Also am Beispiel gesprochen, vergleichbare Systeme, eine NCM811-Selle und eine NMX-Selle, ist das NMX-Produkt circa 5% günstiger. bei einer deutlich längeren Lebensdauer der Lösungen und bei einem deutlich besseren thermischen Verhalten, was im Grunde genommen auch aktive Fahrzeugsicherheit bedeutet.

  10. Sebastian:

    Haben Sie gut zusammengefasst, also bezahlbar, nachhaltig und Sie kriegen es hin, Erschwinglichkeit und die Massentauglichkeit eben zueinander zu bringen, wobei Jetzt sage ich mal, die Kosten, wo Sie erwähnt hatten, ja schon ein wichtiger Faktor ist, auch für die OEMs an sich natürlich, wenn die 5% einsparen können sozusagen. Das macht ja über die Masse dann, wo Sie ja rein wollen mit Ihren Produkten, schon einiges aus. Wie ist es denn im Vergleich, also Sie haben jetzt den Vergleich gezogen, Lebensdauer, Lebenszyklus, da sind wir auch über den Standardzellen, sage ich, über den NMC-Zellen betroffen. Hat dieser NMX-Aufbau Nachteile für die Reichweite des schlussendlichen Fahrzeugs dann sozusagen oder sind wir da dann auch, ist das für das nicht maßgeblich dann sozusagen, ob da jetzt NMX- oder NMC-Batteriezellen genutzt werden können?

  11. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Ist eine exzellente Frage. Wir haben in der Tat dadurch, dass wir den Nickel-Gehalt der Zellen von 80 Prozent runtergefahren haben auf 75, weil wir da einfach festgestellt haben, in der Range haben wir die besten Ergebnisse, haben wir natürlich ein Trade-off im Bereich der Energiedichte. Wir bewegen uns dort je nach, und das kommt jetzt wirklich sehr darauf an, wie das Zellformat aussieht, weil da gibt es durchaus Unterschiede, weil das Zellformat so ein Stück weit uns sagt, wie erfolgreich sind wir damit, diese Zellen an, sage ich mal, ihren maximalen Yield zu bringen. Also die Ausnutzung von dem Aktivmaterial im Kontext der Gehäusestrukturen. Unterm Strich kann man sagen, wir sind so zwischen 5 und 10 Prozent ist dort ein Energie-Trade-off da. Aber zur gleichen Zeit muss man ja betrachten, dass die spezifischen Energiedichten, also volumetrische, gravimetrische Energiedichte ja stetig nach oben geht. Wir liegen ja aktuell bei einer NCM 811 Zellchemie relativ schnell bei 250 Wattstunden pro Kilogramm. Und das ist ein Wert, der heute, also wenn wir heute einen batterieelektrisches Fahrzeug uns ansehen, dann haben viele Systeme diese Energiedichte gar nicht erst erreicht, sondern das sind Technologien, die wir erst in den kommenden Jahren sehen werden. Daher sehen wir NMX jetzt nicht als den ultimativen Challenger für jedes einzelne Fahrzeugsegment, sondern wir glauben, dass dieses Produkt dort, wo das Kosten-Energie-Verhältnis sinnvoll zueinander steht, also sprich so in dem breiten Massenmarkt, wo diese Faktoren extrem wichtig sind, ist das eine sehr, sehr gute Lösung. Wir werden nach wie vor in den Performance-Applikationen NCM811-Zellchemien sehen. Wir werden auch Zellchemien erleben, die einen deutlich höheren Nickel-Anteil haben als das, was aktuell ins Rennen geht. Also Chemien, die eher so in die Richtung Nickel-90 gehen und darüber hinaus.

  12. Sebastian:

    Das heißt dann tatsächlich, also man kann das... hier so vieles im Leben nicht alles über Einkommen sozusagen sharen, sondern man muss dann auch gucken, passt das für den Einsatzzweck? Da stimmt ihr euch natürlich auch mit den OEMs ab. Ich denke, eure Kunden wissen ja dann auch ganz genau, warum sie jetzt diese Batterie nehmen und wenn es dann eben in dieses Segment, ich nenne es jetzt mal Massenmarkt, reingeht, ist die NMX-Batteriezelle die erste Wahl sozusagen. Wenn wir jetzt allerdings eher von Performance-Stromern sprechen, sage ich mal, die Leistung wollen oder mehr, dann wäre da schon eher der Weg dann wieder in die Richtung NMC-Zelle. Man muss es also immer, ja, detailliert betrachten sozusagen.

  13. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Genau, Heinz. Da wissen Sie, wenn wir uns die Bookends ansehen, also zwischen dem, was ist denn eigentlich so im Elektromobilität-Massenmarkt aktuell präsent möglich und wo gehen eigentlich diese Entwicklungen hin? So ist es ja so, dass wir das eine Bookend aktuell über Lithium-Eisenphosphat dargestellt haben. Das kennen Sie ja aus unterschiedlichen Publikationen, ob das jetzt beim Tesla ist oder die LFP, Zellchemien in Asien, Pazifik oder in Europa. Man schaut da schon sehr, sehr, in Europa bei anderen OEMs, man schaut da schon sehr, sehr genau hin. Also man muss genau abwägen, fahre ich jetzt einen Volkswagen ab oder einen 7er BMW und dann auf der Basis entscheiden, was braucht eigentlich der Verbraucher? Was ist denn der bereit zu bezahlen? Sprechen wir jetzt über ein Fahrzeug, welches nie über 150 Kilometer fährt, an Reifweite fahren wird oder reden wir eben über, wie Sie gesagt haben, diesen Hochperformance-Stromer, dann sind einfach andere Lösungen gefragt. Und wir bei SVOLT, wir bieten dort eine ganz, ganz breite Masse an Cell-Chemie noch an. Also wir haben sowohl Lithium-Eisenphosphat in der Serienproduktion für unsere Kunden, wo das auf der jeweiligen Applikationsebene total Sinn macht. Wir haben NMX, welches wir jetzt ins breite Feld reinbringen, um so ein Stück weit diesen Massenmarkt in der Bezahlbarkeit machbar zu machen. Und wir haben natürlich auch NCM 811 und auch Nickel-90-Zell-Technologien, die wir in die High-Performance-Applikationen der OEMs reinbekommen.

  14. Sebastian:

    Also tatsächlich sehr breit aufgestellt, dass man für den jeweiligen Einsatzzweck auch das richtige Produkt dann dem Kunden sozusagen anbieten kann. Und ihr seid ja aber nicht nur jetzt auf Produktebene breit aufgestellt, sondern Sie hatten es vorhin schon erwähnt, bis 2025 habt ihr vor, also über 200 Gigawattstunden Batteriekapazität aufzubauen, global. Das heißt nicht nur in China, sondern weltweit sozusagen. Vielleicht können Sie dazu ein paar Worte verlieren, warum man diese globale Strategie verfolgt, welche Rolle dabei dann eben auch Europa und China spielen, ob die gleichauf sind von ihrer Bedeutung her, ob man das eine mehr gewichtet oder nicht. Wie es sich da einfach in diesem Bereich aufstellt?

  15. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Ja, das mache ich sehr gerne. Also wir sind ja, wir kommen ja aus China. China ist unser Heimatmarkt. Die Elektromobilität, die ja jetzt so langsam nach Deutschland und Zentraleuropa schwappt, ist ja in China und generell in Asien und Pazifik seit mehreren Jahren schon gegeben. Also wir springen hier im Grunde genommen auf etwas auf, was andere die letzten Jahre nach vorne getrieben haben und weiterentwickelt. Das ist erstmal nicht schlecht. Das ist einfach so, wie es ist. Bei uns entsteht aktuell in Deutschland ein totaler Elektromobilität-Boom. Ich erlebe das und vielleicht ist das auch so eine self-fulfilling prophecy, wenn man auf die Straße geht und auf einmal sieht man überall E-Kennzeichnungen um einen herum. Jedenfalls ging es mir vor SVOLT nicht so. Aber ich glaube, das hat eher was damit zu tun, dass die Menschen langsam ein breiteres Angebot erfahren können, und mit diesem breiteren Angebot ein Stück weit anfangen, diese Chancen zu nutzen und dann auch davon überzeugt sind, wenn sie sie mal nutzen. Wir haben... Also im Grunde genommen in Asien und Pazifik einen Markt, der relativ gut entwickelt ist, aber der auch noch weiter sich am Entwickeln ist. Und wir haben in Europa aktuell einen Markt, der quasi gar nicht entwickelt ist. Also wenn wir das jetzt mal in den Vergleich ziehen, 2018 war die Anzahl der elektrischen Fahrzeuge in Europa im Umlauf bei circa 4 Millionen Stücken. Das Äquivalent an Produktionsbedarf in Gigawattstunden sind ca. 77 Gigawattstunden. Aktuell haben wir im Jahre, und das sind die Zahlen aus 2020, in Europa installierte Kapazität 60 Gigawattstunden. Und Das ist also, wenn Sie so wollen, im Äquivalent an Fahrzeugen, welches so im Markt unterwegs ist, eigentlich nicht wirklich viel. Wenn man dann so ein bisschen in die Zukunft schaut und sagt, okay, was sind denn so unsere konservativen Annahmen? So rechnet man 2028 mit bis zu 200 Millionen Euro. elektrischer Fahrzeuge im Markt mit einem Äquivalent an circa einer Terawattstunde an Batteriekapazitäten, die dafür erforderlich sind, um diesen Bedarf zu sättigen. Also wir reden jetzt hier über Fahrzeuge, die im Markt da sind, also nicht die jedes Jahr neu produziert werden, sondern die im Grunde genommen im Umlauf sind. Und wenn man sich das so ein bisschen für Europa ansieht, der europäische Markt alleine entwickelt sich in den nächsten fünf Jahren nach unseren Schätzungen circa auf 400 Gigawattstunden zwischen dem Jahr 2025, 2026. Das muss man ein bisschen sehen, wie schnell dieser Catch-up-Effekt tatsächlich stattfindet. schnell erfolgt im Grunde genommen die Adaptation der Technologie bei dem Verbraucher, weil wir sind jetzt so ein Stück weit in einer Early Adopter Phase bei dem Verbraucher. Wenn diese Early Adopter Phase aber auf einmal switcht in einen Massenmarkt, dann entsteht, das ist das, was ich dann meine mit diesem Sog-Effekt, wo wir exponentielle Sprünge im Bedarf erleben werden. Sodass wir aktuell mit ca. 400 Gigawattstunden sogar aus meiner Sicht recht konservativ denken. Und diese 400 Gigawattstunden im Jahre 2025, 2026, diese entwickeln sich wiederum auf ca. 1 Terawatt an Bedarf. Nur automobiles Segment im Jahre 2030. Und es ist natürlich ein gigantischer Markt. Für uns als SVOLT, also wir haben gesagt, wir wollen... in den nächsten Jahrzehnten eine signifikante Rolle in diesem Segment spielen, sowohl in Asien-Pazifik als auch international. Und dabei stellen wir so ein Stück weit in den Fokus die Zahl 10%. Wir wollen gerne 10% Marktanteil haben. Wir beginnen in Asien-Pazifik. Wir haben dort eine Vielzahl an Unternehmungen umgesetzt. Also wenn Sie so wollen, für China sind 20 Gigawattstunden in der Region Suning geplant. 18 Gigawattstunden sind heute schon in Jintang industrialisiert. 40 Gigawattstunden kommen on top in Hunan dazu und Hubei und 20 Gigawattstunden in Hongzhu. Aktuell schauen wir uns noch die passenden geografischen Locations an in China für 90 Gigawattstunden an weiteren Expansionen. In Europa gehen wir mit der Überherrenfabrik und das ist tatsächlich auch nur unsere erste Fabrik. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass wir mittelfristig deutlich mehr in Europa haben werden als nur Überherren. planen wir 24 Gigawattstunden an Produktionsauslastung und wollen aber Unternehmen, wie ich sagte, in der Langfristigkeit 10% Marktanteil erreichen, was dann im Grunde genommen zum Jahre 2020 eher an die 300 Gigawattstunden globalen Bedarf geben wird. Und ich glaube, dass wir bis zu dieser Zeit als SVOLT in Europa ungefähr 100 Gigawattstunden Produktionskapazität etablieren werden. Also es ist, wenn Sie so wollen, ein Werksequivalent von drei bis vier Standorten.

  16. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für diese Ausführungen und auch da den Blick, sage ich mal, auf eure doch gut durchdachte Überlegung, was ja natürlich auch notwendig ist, wenn man da dementsprechend investiert oder solche Investitionen tätigen wird. Für uns als Deutsche ist es sozusagen ja auch schön zu sehen, dass der Automobilstandort dann ja auch indirekt wieder aufgewertet wird, sozusagen über euch als Zulieferer. Ihr habt euch für Überhern entschieden, wo im Saarland die erste europäische Batteriefabrik eben an den Start geht. Gab es da oder welche Überlegungen gab es denn dafür, dass man sich jetzt dann direkt für Deutschland entschieden hat, weil dann eben auch so viele bekannte OEMs dort vor Ort angesiedelt sind, die Nähe dann auch zu Frankreich, jetzt von Deutschland Frankreich sozusagen, zu anderen großen Konzernen oder wie kann man das begründen?

  17. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Ja, wir waren hier natürlich in einem intensiven Haushaltprozess. Wir sind ja nicht sofort nach Deutschland gegangen und gesagt, jawohl, das war deutlich aufwendiger, in der Tat auch deutlich aufwendiger, wie man das üblicherweise auch in einem westlichen Unternehmen angehen würde. Also wir haben uns als SVOLT über 30 Standorte in Gesamteuropa angesehen. Wir sind ja im Grunde genommen damals auf der IAA 2019, wurde das ja durch unseren CEO, den Herrn Hongxin Yang, angekündigt, dass es eine Europaexpansion geben wird. Kurze Zeit darauf sind wir in einen Due Diligence-Prozess von unterschiedlichen Standorten, also das Screening der einzelnen Standorte eingestiegen. Mit der Zielsetzung und das ist so ein Stück weit auch die Fragestellung, warum Deutschland? Wir mussten im Grunde genommen, wenn Sie so wollen, einen Standort finden, der groß genug ist, also von seiner Flächenausnutzung, also wir sprechen hier über 850.000 Quadratmeter Fläche. für die Zellfabrik alleine. Wir mussten zeitgleich uns überlegen, wie bekommen wir eine sichere Industrialisierung eines derartigen, das ist ja ein Multimillionenprojekt im Bau alleine, wie bekommen wir eine Industrialisierung hin, die safe ist bei zeitgleichem Aufbau der organisatorischen Strukturen. Und wie bekommen wir, wenn Sie so wollen, auch die notwendigen qualifizierten Mitarbeitende in diesen Standort herein? Denn es ist, das ist gar nicht so selbstverständlich. Wir haben ja im Grunde genommen einen Standort, wenn man das mit dem Legacy-Business der Automobilindustrie, also sprich Motor, Getriebe, Achsmontage oder ähnliche Komponenten vergleicht, dann würden wir an dem Standort überher 10.000 Mitarbeitende benötigen. Vielleicht ein bisschen weniger. Vielleicht sind es auch nur 8.000. Aber wir gehen ja hier in ein ganz anderes Segment rein. Das heißt, unsere unsere Mitarbeitenden, wir werden deutlich weniger davon haben und die Ausbildung, die Qualifizierung dieser Mitarbeitenden ist deutlich höher als das, was üblicherweise in der Automobilzuliefererindustrie es so gibt. Also ist für uns Es ist ganz entscheidend, einen Standort zu wählen, an dem wir auch diesen Access haben an High Potentials, der Europa zentral angeordnet ist. Das heißt, eine ideale Distanz zu den wichtigsten Kunden. Sie haben sicherlich unser Announcement mitbekommen. Stellantis ist einer unserer Schlüsselkunden auch in Europa. Und wie bekommen wir diese geografische Nähe hin, diesen Access zu dem Arbeitsmarkt? Wie bekommen wir im Grunde genommen einen Access zu den Mitarbeitenden, die heute vielleicht auch gar nicht in der Elektromobilität unterwegs sind, aber gut ausgebildet sind, in industriellen Arbeitsplätzen heute schon platziert sind, aber die in den nächsten Jahren einfach über das Wegbrechen des konventionellen Geschäftes automatisch nach einer neuen Einstellung suchen werden. Das sind alles Faktoren, die haben wir berücksichtigt und sind dann zu dem Entschluss gekommen, dass wir in Deutschland, obgleich wir ein sehr, sehr hohes Lohnniveau hier haben, doch deutlich wettbewerbsfähiger produzieren können, wie zum Beispiel in Ost-, Nordeuropa oder in Südeuropa.

  18. Sebastian:

    Was man ja alleine für Deutschland schon mal sagen kann, wir haben ja auch eine ziemlich starke Automobilzuliefererindustrie. Sie haben es ja schon angerissen, dass da ja dann auch wohl Jobs wegfallen oder sich verändern werden. Und da haben sie dann natürlich auch wieder den idealen Hebel, sage ich mal, diese Mitarbeiter dann auch zu gewinnen. Also von daher ist das schon mal nachvollziehbar. Wie gesagt, die Fläche, das war mir jetzt in diesem Ausmaß dann doch noch nicht bewusst, dass ihr da so viel Platz dafür braucht. Aber klar, hat ja auch einen gewissen Umfang dann diese Batteriefabrik, die ihr dort errichtet. Und ansonsten ist es, glaube ich, ein ganz guter Überblick gewesen, warum man sich in Europa für Deutschland für den ersten Standort sozusagen entschieden hat. Jetzt haben Sie es schon angerissen, Stellantis wird ein wichtiger erster großer Kunde hier in Europa sein. Was könnt ihr denn generell sonst so zu euren Kunden sagen? Wir haben jetzt ja schon mitbekommen vorhin, Great Wall Motors als eure Geburtsstätte sozusagen ist euch natürlich verbunden. Wen habt ihr denn noch am Start an Kunden, die man denn auch so bei uns im europäischen Raum oder einfach auch weltweit kennt?

  19. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Ja, ich kann nicht über jeden Kunden sprechen, weil wir mit einigen dieser Kunden auch in Europa sehr, sehr strikte Confidentialities haben. Also Stellantis, muss ich sagen, da gab es eine sehr, sehr lange Diskussion darüber, ob und wann wir kommunizieren können, dass der Landeskunde von uns ist, das ist ja nicht neu. Und deswegen muss ich immer diese Klammer einfach setzen, zu sagen, okay, ein paar Kunden kann ich Ihnen nennen, das werde ich auch tun, aber bedenken Sie, dass es dort auch noch andere Kunden in Europa gibt, die ich Ihnen jetzt vielleicht nicht nenne, aber das bedeutet nicht, dass Sie jetzt nicht Kunden von S-Holz sind, sondern dass wir einfach zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht darüber reden können. Unsere Kunden geben so ein Stück weit einen Paste. Wenn die sagen, Leute, jetzt reden wir darüber, dann reden wir seit SVOLT auch darüber, aber halt nicht vorher. Insbesondere, wenn man ein chinesisches Unternehmen ist und sowas versucht halt auch auf dem internationalen Parkett zu spielen, dann ist man sensibel, dass man auch mit Informationen entsprechend umgeht und auch vertrauensvoll agiert. Also zu Ihrer Frage zurück. Great Wall Motors ist ein Ankerkunde. Geely Automotive ist ein Ankerkunde, Dongfeng ist ein Ankerkunde, Stellantis haben wir schon besprochen und einige andere, die jetzt vielleicht etwas unbekannter sind, aber in Asien und Pazifik durchaus nennenswerte Größen erreicht haben, sind bereits Kunden von SVOLT. Also im Grunde genommen sind aktuell unsere Produktionskapazitäten für das Jahr 2021 und 2022 komplett ausverkauft. Wir haben momentan gerade eher das Problem, wie bekommen wir schnell genug Produktions-Equipment aufgebaut an den unterschiedlichsten Standorten, um so ein Stück weit mit diesem... im asiatischen Markt zurechtzukommen, weil einfach im Grunde genommen sind die Asiaten so ein Stück weit drei, vier Jahre vor uns hier in Europa. Und deswegen glaube ich, wenn wir das gleiche oder auch nur ansatzweise etwas Ähnliches hier in Deutschland, Zentraleuropa erleben, dann haben wir im Kontext der CO2-neutralen Mobilität echt viel getan.

  20. Sebastian:

    Das glaube ich auch. Und das wird ja bestimmt auch rüberschwappen zu uns. Man sieht es ja jetzt dann schon mit diesem zeitlichen Verzug von diesen drei, vier Jahren. Das hält bei uns Einzug. Die Chinesen kommen ja auch mit ihren Marken, sage ich dann auch Stück für Stück, auch noch auf den europäischen Markt und sozusagen, was das Ganze auch nochmal voran pusht. Also von daher glaube ich da schon an diesen Wandel. Und Ja, da können wir vielleicht die Brücke dann zum letzten Thema dann noch spannen oder schlagen. Wir hatten das Thema Nachhaltigkeit jetzt schon des Öfteren. Das heißt, ihr denkt ja aber auch eure Batterie über den eigentlichen Einsatzzweck sozusagen hinaus, allein schon, weil ihr auch in diesem Energiespeichergeschäft unterwegs seid. Aber Nachhaltigkeit spielt bei euch im Unternehmen eh eine große Rolle. Da gibt es jetzt die Schlagwörter, dann Second Life, Einsatz für die Batterien, Recycling. Wie geht ihr damit um? Können Sie dazu was unseren Hörerinnen und Hörern noch erzählen?

  21. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Ist ein mega wichtiges Thema im Unternehmen. Einfach deswegen, all das, was wir jetzt hier momentan tun, die Elektromobilität, ist ja deswegen so wichtig, weil wir CO2-Neutralität erreichen wollen und mit dieser CO2-Neutralität, die ja auch aus meiner Sicht den größten Beitrag zum Thema Klimaschutz und Erderwärmung beitragen kann, total wichtig ist. Jetzt dürfen Sie aber nicht vermengen, dass, sage ich mal, CO2-neutrale Mobilität das Problem alleine löst. Das Problem ist ja viel gewaltiger. Also wir müssen uns ja überlegen, wie bekommen wir die Treibhausgase, die CO2-Ausstöße entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduziert. Und wir als Unternehmen investieren dort in Photovoltaik-Technologie. Wir investieren, wir haben eine eigene Solarzellenentwicklung. im Unternehmen, die angeschlossen ist in unser ESS Business. Wir sourcen für unsere Fabriken 100% grünen Strom. Die Auslegung der Europa Factories ist mit 100% grünen Strom geplant. Das ist nicht ganz einfach, auch im europäischen Strommarkt, das sicherzustellen. Im Übrigen war das auch eine der Kriterien, die wir für Deutschland gesprochen haben, weil wir eben über auch diesen Zertifikateweg die Möglichkeit haben, 100% grünen Strom sicherzustellen. Wir investieren in Photovoltaikanlagen auf den Dächern unserer Überherrenfabrik. Ca. 2,5% unseres jährlichen Stromaufkommens wird durch die eigene Photovoltaik-Technologie abgedeckt. Wir investieren in den Bereich Kraft-Wärme-Kopplung in unseren Standorten, sodass wir intelligent Wärmerückgewinnung aus Abluft in energieintensiven Prozessen generieren. All das ist für uns wichtig. Wir gehen in Themen rein, wie bekommen wir im Grunde genommen, wie bekommen wir Brauchwasser in unsere Prozesse intelligent inkludiert, um Kühltechnologie unserer Clean Rooms, die ja auch einen Wasserbedarf haben, die Energiebedarf haben, wie bekommen das intelligent implementiert, weil sie müssen als Unternehmen, welches ein Stück weit versucht, die CO2 Thematik in den Griff zu bekommen. Sie müssen dort auch denken, wie bekommen wir das entlang aller unserer Produktionsprozesse, dass wir nicht nur Fahrzeuge kreieren, die CO2-neutral mobil sind, sondern die auch mit Batterien ausgestattet sind oder mit Produkten ausgestattet sind, ganz im Allgemeinen. welche CO2-neutral produziert sind. Und da arbeiten wir momentan intensiv mit unseren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen im Bereich Industrialization, mit unseren Procurement-Teams, einfach daran, dass wir auch unsere gesamte Supply Chain transformieren. Weil damit beginnt es. Man muss auch Klimaschutz, man muss Nachhaltigkeit betrachten. holistisch denken. Es reicht ja nicht zu sagen, Mensch, wir machen jetzt Recycling super toll oder wir machen jetzt Second Life super toll. Es beginnt tatsächlich bei dem, wie bekommen wir das Material aus der Erde? Welche Material-Conversion-Prozesse hängen hinten dran und mit welchen Energien sind denn die befeuert? Und all das sind die Themen, die bei SVOLT eine ganz, ganz wichtige Rolle spielen, weil wir wollen so ein Stück weit, wir wollen nicht nur propagieren, wir sind ein grünes Unternehmen und damit im Markt rumtönen, sondern wir wollen es am Ende des Tages auch liefern, entlang all dessen, was wir innerhalb dieser Organisation tun. Dazu gehört, aber wie Sie natürlich richtigerweise sagen, auch die Überlegung, was machen wir denn mit so einer Batterie? wenn sie an den End of Life kommt, egal wann dieser ist, ob der jetzt bei 80% State of Health ist oder ob der jetzt bei 50% State of Health ist. Die Frage ist ja, kann man denn so eine Batterie recyceln oder weiterverwenden? Und was wir sehen, dass wir in der Tat einen Reuse Case haben, also wir sehen, dass wir unsere elektrischen Speicher, die dann aus dem automotiven Segment zurückkommen, die sind da ja nach circa fünf, sechs Jahren an einem sehr, sehr guten Punkt, dass wir können, wenn Sie so wollen, Und diese Batteriespeicher und den Restwert dieser Speicher sowohl in technologischen Parametern als auch im Geld durch die SVOLT Battery Management Systems und iCloud Solutions messen. Wir können im Grunde genommen bei unseren hochvernetzten Lösungen jederzeit sagen, welchen Restwert hat denn eine Batterie, wenn sie jetzt zu dem Dealer zurückgeht. Und wenn wir das dann wissen, Dann können wir im Grunde genommen diese Batterie zurücknehmen. Unser ESS-Team führt das Produkt dann in einen Retrofitting-Prozess ein und diese Batterien und Batteriesysteme werden dann im Grunde genommen neu befähigt, also auf der Systemebene neu befähigt, um Kraftwerkstechnik zu bedienen im Groß-, Mittel- und Kleinsegment, um Wind- und Solarparks zu bedienen, um Off-Grid-Systeme auszustatten oder auch um Applikationen im Residential-Business auszustatten, sprich im Bereich der Gebäude und Infrastruktur. Auch das sind ganz wesentliche Märkte, die in den nächsten zehn Jahren massiv nach oben gehen. Wir denken darüber nach, wie bekommt man solche Systeme zum Beispiel auch in die maritimen Applikationen ein. Wir haben insbesondere in Nordeuropa Ja, einen starken Maritimverkehr, wo wir Pendelfähren haben, die nicht zwingend dieselbetrieben sein müssen, sondern wo auch elektrische Antriebskonzepte total viel Sinn machen, auch im Kontext des Komforts, wie man etwas betreibt. Sie sehen, es sind sehr, sehr viele Themen, die da ein Stück weit Relevanz haben. Ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig, dass ein Unternehmen, welches in diesem Segment platziert ist, dass es erstens von der Mine bis zum, sage ich mal, Second Life denkt. Darüber hinaus zweitens versteht, wie man über Recycling ein Stück weit auch dieses Secondary Material rückgewinnen kann und dann damit im Grunde genommen diesen Gesamt-CO2-Abdruck auf Produktebene reduziert. Und dann auch in Richtung Null geht, sodass man so ein Stück weit im Jahre 2035, 2040 zu einer Complete Carbon Neutrality kommen kann. Wir machen zum Beispiel das Thema Recycling aktuell nicht selbst. Es gibt ja einige unserer Marktbegleiter, die dann sagen, Mensch, Recycling können wir alles wunderbar. Das macht der S-Holt ein bisschen anders. Wir können vieles unternehmen, aber wir wollen zeitgleich auch natürlich nicht sagen, wir können alles am besten. Und das Thema Recycling ist für uns so ein klassischer Part. den wir mit Partnern machen. Wir haben starke Partnerschaften in Asien und Pazifik mit dem Unternehmen Who Are You, welches das ganze Thema des Recycling für uns in China übernimmt. Wir sind in Europa mit mehreren großen Industrieunternehmen im engsten Austausch über, wie stricken wir hier Partnerschaften, die sinnvoll sind, die auch für den Verbraucher insbesondere sinnvoll sind. Weil alles zur gleichen Zeit selbst zu machen, expandieren in der Größenordnung, wie wir es tun und das dann am Ende des Tages erfolgreich machen, sodass der Verbraucher was davon hat, das halten wir für eine Mammutaufgabe und glauben, dass wir uns als Unternehmen eher auf das konzentrieren, was wir eben am besten können. Und das sind Batteriezellen, Batteriespeicher und Softwarelösung.

  22. Sebastian:

    Das heißt, der Weg ist sozusagen, klar, CO2-Neutralität von der Mine bis zum Second-Life-Einsatz. Das war ein schöner Satz, den Sie da gesagt haben sozusagen. Aber auch mit dem Bewusstsein, Konzentration auf die eigenen Stärken. Das heißt, Dinge, die man eben nicht so kann oder die andere einfach vielleicht auch besser können, gerade im Hinblick auf ihre Expansionsstrategie, gibt man dann eben auch gezielt ab. damit der Markt, Endkunde, auch die Verbraucher sozusagen, dann trotzdem von dem bestmöglichen CO2-neutraleren Weg sozusagen profitieren können.

  23. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Ja, genau. Wissen Sie, man kann nicht immer alles am besten selbst. Wir haben auch gerade in Europa gelernt, Partnerschaften sind Dinge, die Unternehmen und Menschen stärker machen. Und wir schauen uns natürlich auch sehr, sehr selbstkritisch Wo sind wir stark? Wo können wir tatsächlich Change bewirken? Weil darum geht es. Wir müssen aktuell was verändern. Wir erleben das gerade, Europa brennt. Das muss sich ändern. Und den Einfluss, den die Industrie darauf hat, der ist gewaltig. Und ich glaube, es ist ganz wichtig, dass Industrieunternehmen, großen Industrieunternehmen, aber auch die kleinen oder die, ich sage es jetzt mal in Anführungsstrichen, die Startups mit 4000 Mann, wie SVOLT, dass man dort das ganze Thema in den Fokus stellt und dass man was dagegen tut. Weil wenn wir es nicht tun, wer tut es denn dann?

  24. Sebastian:

    Das sind richtig schöne Schlussworte. Die würde ich jetzt einfach direkt so stehen lassen, Herr Kramskoy. Sorry, jetzt bin ich doch über den Namen gestolpert.

  25. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Kein Problem.

  26. Sebastian:

    Aber da haben wir doch einen ganz guten Eindruck jetzt von eurem Unternehmen bekommen, von dem Plänen, wo er herkommt, wo er hingeht, die Entwicklung. Und das war sehr spannend für mich, jetzt diese Einblicke sozusagen aus erster Hand dann zu bekommen und für unsere Hörer, Hörerinnen bestimmt auch so. Also nochmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Gespräch genommen haben.

  27. Maxim Hansch-Kramskoi:

    Sehr gerne, Hans. Das war mir ein Vergnügen.

  28. Sebastian:

    Vielen Dank. Bis dahin. Bis dahin. Einen guten Tag. Das war also unser Gespräch mit Maxim Hansch-Kramskoy von SVOLT Energy, der meiner Meinung nach doch sehr interessante Einblicke in die Entwicklung des Unternehmens gegeben hat und wo die Reise noch künftig hingeht. Mich interessiert natürlich deine Meinung zur aktuellen Podcast-Folge. Kannst du gerne in den Artikel, der in den Shownotes aufgeführt ist, kommentieren. Kannst da deine Meinung mit uns teilen. Ansonsten würde es mich natürlich noch riesig freuen, wenn du unserem Podcast eine positive Bewertung bei iTunes, Spotify und Co. hinterlässt. Vielen Dank und bis zur nächsten Folge. Mach's gut. Ciao.