Rescuvation: Safety Made Simple für Feuerwehren bei E-Autos

Im Gespräch mit Jan Heinemann, CEO von Rescuvation

In unserer neuesten Podcast-Episode hatte ich das Vergnügen, Jan Heinemann, den CEO von Rescuvation, zu interviewen. Jan und sein Unternehmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Sicherheit von Feuerwehrleuten zu verbessern, besonders im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen und deren speziellen Anforderungen im Brandfall.

Jan erläuterte die Herausforderungen, die beim Löschen von Bränden in Elektrofahrzeugen auftreten. Während diese Fahrzeuge nicht häufiger brennen als konventionelle Autos, verläuft ein Brand aufgrund der Lithium-Ionen-Batterien anders. Diese Batterien erfordern besondere Methoden, da sie chemische Reaktionen auslösen können, die nicht einfach mit herkömmlichen Mitteln erstickt werden können.

Ein besonders innovatives Produkt von Rescuvation ist das SnakeE-System. Dieses kompakte und modulare Löschsystem kann unter Elektrofahrzeuge geschoben werden, um die Batterien direkt zu kühlen. Damit wird verhindert, dass sich Brände weiter ausbreiten und erheblicher Wasserschaden entsteht, wie es oft bei traditionellen Löschmethoden der Fall ist. Besonders erwähnenswert ist, dass das System einfach zu bedienen ist und nur minimalen Schulungsaufwand erfordert, was besonders für Freiwillige Feuerwehren von Vorteil ist.

Ein weiteres Produkt, das Jan vorgestellt hat, ist der Löschigel. Dieses Gerät kann in Tiefgaragen eingesetzt werden und hilft dabei, Rauchgase zu binden und die Gebäudestruktur zu kühlen. Besonders in Tiefgaragen, die nicht so feuerfest sind, wie man es sich wünschen würde, ist dies ein enormer Vorteil.

Neben diesen Löschsystemen entwickelt Rescuvation auch praktische Lösungen wie die Easy Toilet SOS, eine mobile, aufblasbare Toilettenkabine für Einsatzkräfte. Diese bietet mehr Hygiene und Privatsphäre, was besonders wichtig ist, um die Einsatzkräfte zu unterstützen und langfristig zu halten. Jan betonte auch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit freiwilligen Feuerwehrleuten, die in Deutschland den Großteil der Einsatzkräfte ausmachen. Produkte wie das SnakeE-System und der Löschigel sind so konzipiert, dass sie einfach und schnell eingesetzt werden können, was bei der knappen Personaldecke der Freiwilligen Feuerwehren entscheidend ist.

In die Zukunft blickend, plant Rescuvation, ihre Produktpalette weiter auszubauen und insbesondere im Bereich der Waldbrandbekämpfung aktiv zu werden. Jan erwähnte auch, dass sie den Markt in andere Länder erweitern möchten, während sie gleichzeitig den deutschen Markt stärken.

Für interessierte Feuerwehren gibt es die Möglichkeit, die Produkte über lokale Feuerwehrfachhändler oder direkt über die Website von Rescuvation zu beziehen. Jan und sein Team stehen jederzeit für Rückfragen zur Verfügung und freuen sich auf den Austausch mit ihren Kunden.

Nun aber genug der Vorworte lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen in einer neuen Folge des Elektroauto Newsbundet Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge habe ich Jan Heinemann zu Gast, CEO und Geschäftsführer von Rescuvation, einem Unternehmen, was sich zur Aufgabe gemacht hat, die Sicherheit von Feuerwehrleuten zu verbessern, besonders im Zusammenhang mit E-Fahrzeugen und deren speziellen Anforderungen im Brandfall. Im Detail gehen wir darauf ein, was für ein Produkt man an den Start gebracht hat, wie es eben E-Autos schneller, leichter und günstiger löscht, also aktuelle Möglichkeiten sozusagen tun. Auch hat Jan uns ein Stück weit abgeholt, welche drei Möglichkeiten es denn aktuell gibt, um E-Autos im Brandfall in den Griff zu bekommen, wie es danach weitergeht und hat auch schon so einen kleinen Ausblick darauf gegeben, wo künftig die Reise für Rescuvation hingeht. Wir gehen direkt rein in die Folge mit Jan. Viel Spaß damit. Servus Jan, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein bisschen über eure Reise in der Welt oder im Umfeld der Feuerwehr und E-Mobilität beschäftigen. Mit deinem Unternehmen Rescuvation bist du da ja aktiv, hast da auch schon zwei, drei Produkte auf den Markt gebracht. Bevor wir da allerdings tiefer eintauchen, stell dich doch gerne mal selbst vor, wer du bist und was du eigentlich mit Rescuvation machst.

  3. Jan Heinemann:

    Hi Sebastian, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich richtig, bei dir im Podcast zu Gast zu sein. Ich bin der Jan von Rescuvation und mit Rescuvation ist unser Ziel Safety Made Simple. Also wir stellen Produkte her, um die Sicherheit von Feuerwehrleuten einfacher und simpler zu gestalten.

  4. Sebastian:

    Das hört sich jetzt auch schon relativ simpel an, aber das ist ja gerade im Umfeld der E-Mobilität, wo man ja auch immer diese Vorteile hat, E-Autos brennen und wenn sie brennen, brennen sie natürlich richtig lange, ist das ja nochmal eine ganz andere Herausforderung. Wie bringt ihr da mehr Sicherheit einfach in deren Alltag?

  5. Jan Heinemann:

    Erstmal vielleicht vorab, was immer häufig missverstanden wird und was ich auch immer gerne klarstelle. Elektroautos brennen nicht häufiger als normale Fahrzeuge. Sie brennen sogar seltener. Sie brennen halt nur anders. Es ist einfach anders als ein normaler Fahrzeugbrand, da man ja noch die Lithium-Ionen-Batterie hat. Und dort entsteht dann eine chemische Reaktion, die auch ohne Sauerstoffzufuhr funktioniert. Das heißt, das klassische Ersticken funktioniert bei so einem Brand nicht. Also meistens wird so ein Brand ja erstickt durch Wasser oder irgendwie abgeschlossen. Und bei einem Lithium-Ionen-Brand, wie die in Fahrzeugen vorkommen, funktioniert das Ganze nicht. Da muss man... die Lithium-Ionen über einen längeren Zeitraum mit einer erheblichen Menge Wasser kühlen, um quasi dieser chemischen Reaktion die Aktivierungsenergie zu erzielen, dass die startet. Und dafür haben wir quasi das Snakey-System entwickelt. Das Snakey-System basiert auf so kleinen einzelnen Düsenmodulen, die man auch noch für ganz viele andere Anwendungen nutzen kann. Aber primär ist es für die Elektroautos gemacht. Dies kann man dann auf so einem faltbaren Rahmen, der auch in so eine kleine 60x40x12 Euro Box passt, dass es noch auf die Feuerwehrfahrzeuge verstaut werden kann, weil das ist auch häufig ein Problem, dass die Feuerwehr schon viel Equipment hat. Und wir haben quasi so etwas Kleines geschafft und das kann man dann unter das Fahrzeug drunter schieben. Bei den Elektrofahrzeugen ist die Batterie ja im Unterboden verbaut, also dass die quasi möglichst tief liegt im Fahrzeug. Sehr, sehr gut für die Fahrdynamik, macht Spaß zu fahren. Da kommt man dann aber eben, sofern das Auto noch auf den Rädern steht, sehr, sehr schwer dran beim Löschen. Was bisher quasi die Optionen sind, entweder man hält irgendwie so auf den Boden drauf, dass das Wasser abprallt oder man versenkt das Auto in einem großen Wasserbad oder man piekst direkt in die Batterie rein. Das sind so bisher die drei großen Optionen, die es da gibt. Das auf den Boden und abprallen, das verbraucht dann einfach massiv viel Wasser und die Feuerwehr hat auch Nicht unbegrenzt Wasser, gerade irgendwie auf einer Straße oder sowas, ist das Wasser begrenzt. Oder, was ja noch viel schlimmer ist, die meisten Zwischenfälle bei Elektrofahrzeugen passieren ja tatsächlich beim Laden. Und meistens wird das nicht irgendwo mitten auf der Fahrbahn geladen, sondern irgendwo, wo auch noch andere Infrastruktur, zum Beispiel das eigene Haus dabei ist. Und ich mag mein Haus beispielsweise gerne. Und wenn man noch Leute hat oder einfach viele Sachen, die im Keller sind und man dann da mehrere 10.000 Liter Wasser draufknallt, dann hat man auch einfach massiven Wasserschaden drumherum, den man natürlich auch vermeiden möchte. Deswegen wird das eigentlich mittlerweile nur noch sehr, sehr selten angewandt. Alternativ kann man das ganze Fahrzeug quasi in so einem Container zum Beispiel versenken. Dabei ist allerdings das Problem, dass man einerseits auch wieder relativ viel Wasser braucht und auch den Container irgendwie manövrieren muss. Also so ein Container ist ja genauso groß wie so ein Schiffscontainer. Und wer mal so einen LKW durchs Wohngebiet hat fahren sehen und dann versucht, den irgendwo rückwärts vor die Einfahrt zu setzen, um dann da irgendein Auto reinzuschieben, wird in den meisten Fällen sportlich. Und das ist ja auch häufig eines der am meisten dramatisierten Punkte. Wie ist es denn mit Tiefgaragen? Weil in so einem Tiefgarage kann man das vergessen. Ich habe auch schon ein relativ hohes Auto mit Dachträgern oben drauf. Ich kriege auch schon mal jedes Mal einen Krampf, wenn ich mit meinem 2,9 Meter Auto in die 2,10 Meter Garage fahre. Hoffentlich haben die Handwerker präzise gearbeitet. Und dann gibt es quasi noch die dritte Stand der Technik bisher, ist, dass man quasi in den Akku reinsticht oder irgendwie Wasser appliziert. Da gibt es auch so ein Schneidlöschverfahren, also es funktioniert wie Wasserstrahl schneiden. Dabei ist allerdings das Problem, dass... Auch nicht immer, wenn ein Elektrofahrzeug verunfallt, ist die Batterie beteiligt. Das ist auch nochmal ein geringer Bruchteil von den Verkehrsunfällen mit Elektrofahrzeugbeteiligung. Und wenn man dann nochmal physisch in so einen Akku reinsticht oder mit Wasserstrahlschneiden da reingeht, dann kann man sich zu 100% sicher sein, wo der Defekt ist. Und zwar genau da, wo man in die Batterie reingestochen ist. Wenn man wirklich die richtige Stelle, die richtige defekte Zelle erwischt, dann ist das ein sehr effizientes Verfahren. Es benötigt allerdings eine Menge Schulung und Die ist für freiwillige Feuerwehren relativ schwierig umzusetzen, gerade auch, weil die Geräte, die dort angewandt sind, sehr, sehr teuer sind. Also man darf nicht vergessen, Berufsfeuerwehren und freiwillige Feuerwehren machen in Deutschland denselben Job tagtäglich 24-7. Der einzige Unterschied ist, dass Berufsfeuerwehren das Ganze einfach viel, viel häufiger machen. Berufsfeuerwehren gibt es in Ballungsgebieten, also großen Städten, wo das einfach für freiwillige Leute nicht stemmbar wäre, weil man dann niemals zu Hause ist oder auf der Arbeit. Aber der Großteil der Feuerwehrleute, über eine Million Leute machen das ehrenamtlich und in den meisten Fällen kommen da einem Ehrenamtler zur Hilfe. Und auch wenn es Berufsfeuerwehren gibt, gibt es trotzdem noch die Freiwilligen, die dann die Berufsfeuerwehren sogar noch unterstützen und dann da auch dieselbe Arbeit machen.

  6. Sebastian:

    Sehr spannend, dass du da uns jetzt schon mal abgeholt hast, gerade mit diesen drei unterschiedlichen Themen. Ich fand, das sollte man gerade mal hervorheben und das ist auch ein Thema, was gut ist, das jetzt auch mal von der anderen Seite zu hören, dass E-Autos nicht häufiger brennen, sondern dass es einfach nur immer ein Stück weit mehr dramatisiert wird. Das haben wir bei uns im Portal auch schon mit zig Studien belegt und auch aufgeführt. Nichtsdestotrotz herrscht die Meinung immer vor. Natürlich, wenn man jetzt diesen Schiffscontainer sieht, der da mit Wasser gefüllt wird, ist das natürlich anders wahrnehmbar, als wenn da doch mal ein Verbrenner brennt und der wird ganz simpel gelöscht. Was mir komplett neu war, war diese Thematik, dass man auch in den Akku reinschneidet, weil genau die Idee hatte ich auch, dann weißt du ganz sicher, wo er anfängt zu brennen, nämlich genau an der Stelle, wo du da die mechanische Wirkung mit reinbringst und das quasi beschädigst. Euer Vorteil ist also jetzt in dem Fall, ihr seid wesentlich kompakter unterwegs mit eurer Lösung, kostengünstiger, Und habt ihr auch schon im Einsatz erprobt? Also das ist jetzt nicht nur reine Theorie, sondern ihr seht und habt das schon im Einsatz, den Snakey.

  7. Jan Heinemann:

    Genau richtig, wir haben das Snakey auch schon im Einsatz erprobt und wir setzen quasi daran an, dass man das Ganze ein bisschen leichter macht, dass es besonders kompakt ist, dass es kaum Schulungsaufwand erfordert und dass man es dann auch leicht unter das Fahrzeug bringt, weil wenn man von unten das Fahrzeug löscht, dann... hat man einfach die Chance, mit deutlich weniger Wasser mehr zu erreichen, weil man eben das, was man kühlen möchte, besser erreicht. Ganz endgültig löschen kann man das damit allerdings nicht. Das ist aber auch bei allen anderen Systemen der Fall, beziehungsweise muss man die Batterie Immer danach noch mindestens 48 Stunden Quarantäne zuführen, also irgendwie überwachen oder in so einem Container dann haben beim Abschleppdienst oder sowas auf einem speziell genormten Quarantäneplatz. Das ist nicht meine Aufgabe, das ist nicht Aufgabe der Feuerwehr, deswegen da bin ich nicht so tief drin. Aber, was ich ja anfangs schon erklärt habe mit dieser chemischen Reaktion, die kann halt wieder anfangen. Da ist man sich nie hundertprozentig sicher. Aber was wir quasi machen, ist, dass wir es schaffen, möglichst leicht den sichtbaren Brand und die Reaktion aktuell zu unterbinden, sodass es schnell aus der Wohnungseinfahrt oder aus der Garage rauskommt und nicht dein Haus abfackelt und nicht deine Garage kaputt geht, wo du danach einen Millionen Schaden hast und das Haus darüber auch noch abreißen darfst.

  8. Sebastian:

    Damit hast du es ja schon gut auf den Punkt gebracht, so wie du eben auch gesagt hast, nicht eure Aufgabe, ihr bereitet alles vor für den nächsten Schritt. Diese Behälter oder Container kenne ich tatsächlich auch. Aber auch jetzt eher ein Hinblick, wenn Batterien befördert werden. Ich durfte das mal am Hockenheimring mit anschauen. Da hatten die mal, ich glaube, das waren fünf, sechs Feuerwehren, die dort unterwegs waren. Und dann haben die auch mal reingestochen in den Soakus und dann sind die in entsprechende Behälter gekommen, wo die geschützt wurden. Das war schon sehr eindrucksvoll. Bei einem Auto mit den allen Modulen wird das nochmal eine andere Schlagkraft dann natürlich haben. Aber vom Prinzip her, ich habe das jetzt so verstanden, ihr habt ein Löschsystem, was von unten ans Auto rangeht. Ist das, nur damit wir das ein Stück weit bildlich machen können für unsere ZuhörerInnen hier, fährt das auf einem Wagen rein, wird das drunter geschoben, ist das wie ein klassischer Schlauch, der einfach ausgerollt wird darunter, kannst du das vielleicht uns nochmal ein Stück weit abholen, wie das in der Technik ausschaut. Wir werden natürlich auch die Bilder bei uns im Portal mit einbinden, aber das wollen wir versuchen, das ein Stück weit greifbar zu machen.

  9. Jan Heinemann:

    Das sind so kleine Düsenmodule, die können sowieso schon per Norm bei jeder Feuerwehr von einer Steckleiter draufgeklippt werden. Oder auf so einen faltbaren Rahmen, wenn man seine Steckleiter nicht beschädigen möchte. Diese Module sind so ungefähr faustgroße, vielleicht zwei Fäuste. Und die werden dann mit D-Storch, das ist die kleinste Schlauchgröße bei der Feuerwehr, verbunden. sodass die mit Wasser versorgt sind und dann unter das Fahrzeug drunter geschoben. Da sind jetzt keine Rollen dran, weil die bringen auf der kurzen Distanz nicht so viel. Und das Problem bei Rollen ist, also das muss ja, die Feuerwehr möchte auch alles immer gerne möglichst klein haben. Aber es gibt keine kleinen Rollen, die gut auf schlechtem Gelände fahren können und dreckresistent sind, weil man muss im Teilsfall auch über ein bisschen Wiese und durch Matsch dann damit gleiten können. Und da ist tatsächlich so ein glatter Untergrund, wie jetzt von diesem faltbaren Rahmen oder der Steckleiter besser. Das funktioniert dann quasi wie Kufen auf Schnee. Das ist wirklich problemlos, da das vorzuschieben. Das ist wirklich geringer Widerstand. Man kann das sogar mit dem Eigendruck, den der Schlauch da hat, der wird quasi durch den Wasserdruck fest, kann man das dann damit vorschieben und braucht keine Rollen dafür.

  10. Sebastian:

    Die Frage, die sich mir natürlich noch stellt, das hört sich an, als ob du auch selbst natürlich in der Feuerwehr aktiv bist. Bist du da auch so auf die Idee gekommen oder wie kam das zu der Idee für die Snakey?

  11. Jan Heinemann:

    Ich bin tatsächlich selber nicht in der Feuerwehr aktiv. Angefangen hat alles in der DLRG Wasserrettung. Also die Feuerwehr bringt das Wasser zu den Menschen, wir kommen zum Wasser. Und darüber habe ich mein Interesse an dem Blaulichtbereich entdeckt, sage ich mal. Und dann habe ich eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht Und bin seitdem auch noch ehrenamtlich bzw. Aushilfe im Rettungsdienst tätig. Also wenn man die 112 ruft und einen Notfall hat und man Pech hat, komme ich vorbei. Aber es ist quasi so, es ist mehr so eine große Blaulichtfamilie. Also wir sind in der einen Organisation, es ist auch irgendwie in der anderen Organisation. Und dadurch kenne ich auch extrem viele Feuerwehrleute. Und die erste Erfindung war tatsächlich der Löschigel. Da war ich nämlich tatsächlich mal bei einem Atemschutzunfall dabei. Und habe mich dann gefragt, warum geht das nicht auch irgendwie sicherer? Damals war ich quasi nur Wasserretter und wir sitzen in unserem Boot drin und böse gesagt, wollen wir nicht nass werden, haben das Reach-Through-Row-Go-Prinzip, also dass man möglichst viele Schritte tut, bevor man wirklich in den schwimmerischen Einsatz geht. Und bei der Feuerwehr ist quasi in den Gefahrenbereich reingehen immer noch so erstes Mittel der Wahl. Und dann habe ich an die Eisrettung gedacht. Da kann man nämlich auch die genormten Steckleiter nutzen, um die übers Eis vorzuschieben und dann nah am Patienten zu sein, dem was anbieten zu können, aber selber einen großen Sicherheitsabstand halten zu können. Und das habe ich dann auf die Brandbekämpfung übertragen und den Löschiegel entwickelt. Den Löschiegel kann man quasi vorne auf den Steckleitern befestigen. Das ist so ein kleiner, leichter Sprühkopf aus Edelstahl mit zwölf feinen Zerstäuberdüsen. Und dann kann mit den Leitern der Igel in den Gefahrenbereich eingebracht werden, beispielsweise jetzt eine brennende Tiefgarage. Wenn nämlich dann in der Tiefgarage ein Elektrofahrzeug brennt, haben wir ja eben schon gehabt, die Container, die anfangs häufig verbreitet waren, aber auch bei einem normalen Fahrzeugbrand, kommen da nicht rein. Und in der Tiefgarage hat man das Problem, dass sich da massiv die Wärme staut. Und die Tiefgarage ist tatsächlich gar nicht so sehr feuerfest gebaut, wie man das eigentlich erwarten und hoffen würde. Und dadurch, dass sich da quasi die Hitze staut, kommt es zu Beschädigungen der Gebäudestruktur. Und man hat auch Rauchgase, die sich quasi dort ansammeln. Und wenn die Rauchgase nochmal eine gewisse Temperatur überschreiten, dann können sich die Gase von dem, was eigentlich schon verbrannt ist, nochmal entzünden. Und das machen die explosionsartig, was relativ unvorteilhaft ist, wenn man da drin ist. Und der Lösch-Eagle greift dann quasi da an zwei Stellen an, dass du einerseits die Rauchgase binden kannst mit dem Wasser, vermischen die sich dann und werden dann quasi gekühlt und niedergeschlagen. Und gleichzeitig kühlst du auch die Gebäudestruktur, dass du nicht die Temperaturen erreichst, wo deine Stahlträger warm werden oder dein Beton fängt abzuplatzen. Weil Tiefgaragen sind ja meistens unter einem anderen Gebäude drunter. Das heißt, so leicht lässt sich das dann nicht sanieren, ohne oben auch noch das Gebäude zu sperren oder abzureißen. Da ist man schon möglichst darauf bedacht, die Statik intakt zu halten. Abgesehen davon, dass wenn die Statik beeinträchtigt ist, ist es auch keiner Einsatzkraft mehr zuzumuten, da irgendwie reinzugehen.

  12. Sebastian:

    Das auf jeden Fall. Vielen Dank, dass du uns da ein Stück weit abgeholt hast, dass wir das auch greifen konnten. Ich fand es spannend, dass du sagst, du bist gar nicht selbst bei Feuerwehr aktiv, weil ich dachte dann schon, gut, wir kommen mal auf die Idee. Aber hast du jetzt sehr gut hergeleitet und abgebildet. Den Löchegel habe ich auch gesehen. Von der Systematik ist ja auch wieder das Gleiche oder relativ ähnlich die Düsen, die vorne drauf sitzen. Das hast du jetzt halt in kleinerer Form, würde ich als Laie sagen, bei der Snakey mit drauf gemacht. Mit vier, fünf Köpfen, die dann da eben drin sind und runtergefahren werden können. Wie ist denn das aber von der Akzeptanz bei der Feuerwehr? Ich meine, die eine Sache ist ja, das tatsächlich zu entwickeln, vielleicht im kleinen Rahmen auch bei der eigenen Stadt dann vorzuführen und zu testen. Aber kriegt ihr da auch schon Feedback? Wird das angenommen und wird das auch gekauft von anderen Feuerwehren?

  13. Jan Heinemann:

    Beim Läschigleim jetzt auch schon die ersten Kunden. Da ist das Anwendungsgebiet halt eher spezieller. Also jetzt für größere Städte dann mit Tiefgaragen oder wo es auch sehr interessant ist, ist jetzt für größere Industriebetriebe. Die Beschaffungsprozesse bei der Feuerwehr sind nur etwas länger, um das mal freundlich zu bezeichnen. Was einen Ticken schneller geht, ist jetzt beim Snakey-System. Ich hatte ja anfangs gesagt, ich habe es als modulares Löschsystem bezeichnet und da sind wir ein bisschen in die Breite gegangen. Beziehungsweise ist alles ein Produkt, aber durch die Konstruktion von diesen Snakey-Modulen kann man die noch auf viele verschiedene Weisen anders anordnen und damit für andere Anwendungsgebiete nutzen. Beispielsweise jetzt nicht nur für die Elektrofahrzeugbrandbekämpfung, sondern du kannst dieselben Düsen und dieselben Schläuche nehmen und bisschen mixen, also anders anordnen und dann kannst du das Ganze auch noch für den Waldbrand nutzen oder du kannst es nutzen als Notdekontaminationsdusche, um jetzt den krebserregenden Brandrauch von deiner Einsatzkleidung abzuwaschen bzw. feucht zu halten, dass er sich halt nicht als Staub verteilt, die Krebsrate unter Feuerwehrleuten ist nämlich massiv erhöht, das hat aber jetzt nichts mit Elektrofahrzeugen zu tun, Brandrauch ist einfach immer gefährlich und Man kann das auch für Gasflaschen nutzen, dass nicht eine Einsatzkraft die ganze Zeit gebunden ist, dass die auf so eine Gasflasche draufhalten muss, um die zu kühlen, sondern packst du einmal das Snakey drum und dann kann man die Einsatzkräfte flexibel für andere Aufgaben nutzen. Ich hatte ja schon anfangs erwähnt, Die Feuerwehr setzt sich überwiegend aus Freiwilligen zusammen und die wachsen leider nicht auf Bäumen. Davon gibt es leider immer weniger, die parallel zur Berufsfamilie noch das Ehrenamt übernehmen wollen.

  14. Sebastian:

    Das stimmt leider, da hast du vollkommen recht, das sehen wir auch hier bei uns in der Stadt, dass das eher immer abnimmt und da ist ja dann jeder Mann, der dann nicht zum Abkühlen von Gasflaschen beispielsweise benötigt wird, an anderer Stelle sinnvoller aufgehoben, da hast du vollkommen nachvollziehbar das aufgezeigt. Für mich wäre jetzt natürlich interessant, jetzt hast du Löch-Eagle, Snake-E, was gibt es noch, was kommt noch von euch? Also es scheint ja so, als ob du ja auch am Beginn einer Reise bist sozusagen, die in dem Umfeld noch weitergehen soll. Kannst du uns da ein bisschen einen Ausblick geben?

  15. Jan Heinemann:

    Also wir haben noch ein weiteres Produkt, wo wir quasi noch federführend im Vertrieb und jetzt auch in der Entwicklung mit drin sind. Das ist die Easy Toilet SOS. Das ist eine mobile, auflassbare Toilettenkabine für Einsatzkräfte. Weil, ich habe ja schon gesagt, Freiwillige, man wird irgendwann um vier Uhr morgens aus seinem Bett geklingelt und ist dann danach sechs Stunden im Einsatz. Und bisher gibt es die Option Spaten oder alle anderen gucken weg oder sie gucken halt hin. Und dadurch, dass es aber auch immer mehr weibliche Einsatzkräfte gibt, sind die bisherigen Methoden vielleicht nicht unbedingt so attraktiv, um Nachwuchs zu finden und um Mitglieder langfristig zu halten. Und um da quasi mehr Hygiene und mehr Privatsphäre zu bieten, haben wir dann da die Easy Toilet. Da kommt dann auch bald noch eine Modifikation, dass man die noch besser als Dusche nutzen kann, um nicht nur die Einsatzkleidung, abzuduschen, sondern auch sich selbst, weil auch bei der besten Einsatzkleidung gibt es immer noch so ein paar Lücken, wo die krebserregenden Stoffe dann quasi durch nicht diffundieren, aber auf jeden Fall, die kommen da ein bisschen durch, das kann man nachmessen und nachprüfen und desto früher man die eben abwäscht, desto weniger dringt davon in die Haut ein und desto besser ist es, krebsen möchte glaube ich keiner von uns und genau, ansonsten gehen wir jetzt auch noch ein bisschen mehr in Richtung Waldbrand, da haben wir einmal das Snakey-System jetzt ein bisschen erweitert mit noch so ein paar Add-ons, dass man quasi mit der einen Box, die man sich an Snakey holt, kann man danach noch ganz viele andere Sachen machen und und sind auch noch dabei, weiter den Markt in andere Länder zu erweitern und gleichzeitig aber auch den deutschen Markt stärken. Dadurch, dass wir sehr nah am Geschehen sind, dass quasi bei uns vieles noch von wenigen Personen gemacht wird, hat das auch den Vorteil, dass man quasi gleichzeitig Vertrieb und Entwicklung macht, man genau weiß, wie das Feedback ist und das dann schneller umsetzen kann in Produktverbesserungen oder eben auch neue Produkte.

  16. Sebastian:

    Sehr cool, dass ihr da aber auch dann so, ich sag mal, die Begrenzung zum Vorteil nutzt und das dann eben auch für die Entwicklung kommender oder neuer Produkte mit einbezieht. Wenn jetzt eine Feuerwehr Interesse an euren Produkten hat, wie ist denn da der Bezug, also wie kommt man da überhaupt dazu? Gibt es da einen zentralen Online-Shop? wo es sämtliches Feuerwehrzubehör gibt sozusagen. Ich bin da kompletter Laie darin, aber würde natürlich auch gerne jetzt den, vielleicht dem einen oder anderen Feuerwehrmann, Feuerwehrfrau, die hier zuhören, die Möglichkeit zu geben, dass man sich das Produkt eben auch mal näher anschaut, eventuell auch bestellt, auch wenn der Prozess ein wenig länger dauert, aber dann ist vielleicht ja trotzdem einem halben Jahr da und hilft in der einen oder anderen Situation hoffentlich. Kannst uns da ein Stück weit abholen, wie man da eben an eure Produkte auch rankommt.

  17. Jan Heinemann:

    Das unterscheidet sich so ein bisschen von Produkt zu Produkt. Beim Löschigel beispielsweise arbeiten wir exklusiv mit der Firma Dönges zusammen. Das ist ein Großhändler für besondere Löschgeräte und die haben auch einen Online-Shop, sind aber auch Partner von den einzelnen Feuerwehrfachhändlern. Also wie es jetzt beispielsweise Sportfachhandel gibt, gibt es auch Feuerwehrfachhandel. Da gibt es auch noch eine große Organisation, das ist die Gemeinschaft Feuerwehrfachhandel, die GFD. Die hat auch einzelne Händler. Da findet man beispielsweise unser Snakey-System. Und ansonsten gibt es noch einige freie Händler, aber am besten einfach bei dem lokalen Feuerwehrhändler, den man hat, anfragen oder einfach zentral bei uns auf der Website bzw. auf dem Shop Rescuvation.com.

  18. Sebastian:

    Da haben wir hier jetzt alles untergebracht. Falls da Rückfragen sind, verlinken wir natürlich eure Website auch in den Shownotes. Und du bist ja offen für Gespräche sozusagen. Ich sehe dich da auch auf eurer Webseite sehr präsent mit Telefonnummern und allem, wenn man da Rückfragen dazu hat wahrscheinlich. Und vielen Dank für deine Zeit in dem Fall, Jan.

  19. Jan Heinemann:

    Sehr gerne. Und ich freue mich auf alle, die sich melden, eine E-Mail schreiben, anrufen. Ich bin immer offen für Diskussionen und Gespräche.

  20. Sebastian:

    Mal ein etwas anderes Thema, was wir jetzt hier eben in dem Podcast besprochen hatten, aber wahrscheinlich trotzdem eine starke Bedeutung im Alltag, vor allem wenn es um das Thema Brand bei E-Autos geht, die man nicht löschen kann. Jetzt weißt du, mit Rescueration gibt es dann eine Lösung dafür, um zumindest den Brand so weit zurückzudämmen, damit die Akkus und die Fahrzeuge sicher abtransportiert werden können. Ich fand es eine spannende Folge, habe einiges mitnehmen können, lernen dürfen. Fände es natürlich auch gut, wenn es bei dir der Fall gewesen ist und würde mich freuen, wenn du kommende Woche beim nächsten ERN-Podcast wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.