Consultant: Ad-hoc-Pricing braucht Dynamik

Im Gespräch mit Sebastian Fleischhacker, CEO von eButcher Consulting

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich erneut das Vergnügen, mit Sebastian Fleischhacker zu sprechen – CEO von eButcher Consulting und mittlerweile zum dritten Mal bei uns zu Gast. Er kennt die Ladeinfrastruktur wie kaum ein anderer und berät mit seinem Unternehmen Ladesäulenbetreiber in ganz Europa. Dabei geht es nicht nur um Strategie, sondern auch um konkrete Lösungen – insbesondere rund um das Thema Pricing.

Sebastian hat gleich zu Beginn klargemacht, worauf es beim erfolgreichen Betrieb von Ladeinfrastruktur ankommt: „Einmal Location, zweitens Awareness und drittens Pricing.“ Besonders der dritte Punkt war unser Schwerpunkt – mit einem Blick auf Deutschland und die Herausforderungen beim sogenannten Ad-hoc-Pricing. Was viele als festen Preis an der Säule kennen, sieht er als verpasste Chance: „Das Problem ist, die Kilowattstunde kostet nicht jede Stunde gleich.“

Er arbeitet mit einem Kunden zusammen, der in Kürze ein dynamisches, algorithmisch gesteuertes Ad-hoc-Pricing-Modell in Deutschland einführt. Das Ziel: Preisvorteile für Nutzer:innen sichtbar machen und gleichzeitig die Marge für Betreiber verbessern. Die dafür eingesetzte Plattform bietet nicht nur Flexibilität, sondern ermöglicht auch CPOs, ihre Pricing-Teams mit neuen Tools auszustatten. Sebastian dazu: „Viele haben in der Theorie schon gerechnet – aber ihre Systeme erlauben es nicht, das umzusetzen.“

Das Thema Transparenz kam ebenfalls auf den Tisch. Die Idee: Preise dynamisch gestalten, aber so, dass sie für E-Auto-Fahrende nachvollziehbar bleiben. Dazu braucht es eine gute Kommunikation – und bestenfalls einfache Nutzerführung. „Ich habe gestern nachgezählt: Ich habe 48 Ladeapps – aber ich arbeite auch in der Branche. Für normale Nutzer:innen ist das keine Lösung.“ Das Ziel sei also ein intelligentes, vernetztes System – nicht noch eine weitere App.

Neben dem Pricing war auch die Standortwahl ein zentrales Thema. Wer als Betreiber Ladeorte ohne Datenanalyse auswählt, riskiert hohe Kosten und geringe Auslastung. Sebastian nutzt für seine Kund:innen eine Location-Intelligence-Plattform, die in wenigen Minuten mehr als 40 Datenquellen analysiert und präzise Vorhersagen trifft – inklusive der Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort, etwa für den späteren Einsatz von E-Trucks. „Diese Weiterentwicklung einer Location – das kann eine Person alleine nicht.“

Schließlich ging es noch um das Thema Wahrnehmung. Ladesäulen müssen nicht nur sichtbar sein, sondern auch Mehrwert bieten. Ob gute Gastronomie, Spielmöglichkeiten für Kinder oder einfach ein sauberer, sicherer Ort – die Ladezeit sollte sinnvoll genutzt werden können. „Ein E-Auto-Fahrer denkt an seine Zeit. Wenn er in der Zeit den richtigen Service bekommt, macht das Betreiben einer Ladesäule nochmal viel mehr Spaß.“ Ein Gespräch voller Einblicke, das deutlich macht: Ladeinfrastruktur ist mehr als nur Technik. Es geht um smarte Strategien, vernetzte Systeme und den Mut, neue Wege zu gehen. Und jetzt genug der Worte – steigen wir direkt ins Gespräch ein.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    In der aktuellen Folge haben wir heute Sebastian Fleischhacker zu Gast mit eButcher Consulting. Der Name verrät schon ein bisschen, woher er kommt sozusagen, berät und versucht der Ladesäulenbetreiber, die schon am Markt sind, zu verstehen, deren Fehler zu erkennen und diese zu optimieren. Im Rahmen dessen hat er natürlich entsprechende Expertise gesammelt, die er heute mit uns teilen will und wir steigen da auch gemeinsam mit ein. Vielen Dank, dass du heute mit am Start bist, Sebastian.

  3. Sebastian Fleischhacker:

    Hi Sebastian, danke, dass du mich wieder eingeladen hast.

  4. Sebastian:

    Freut mich natürlich, dass du mittlerweile zum dritten Mal hier bei uns zu Gast bist, was eine schöne Sache ist. Und alle guten Dinge sind drei, aber du darfst auch gerne ein viertes und fünftes Mal kommen. Heute wollen wir aber den Blick auf Deutschland wagen, das Thema Ladeinfrastruktur. Wir stehen ja ein paar Problemherausforderungen bevor. Talkpricing wird ein Thema sein, aber eben auch, worauf müssen Ladesäulenbetreiber künftig achten, wenn sie einen Unterschied am Markt machen wollen. Und welche Faktoren kann man eigentlich noch in Zukunft beeinflussen? Und da hast du dir ja im Vorfeld ein paar Gedanken gemacht. Steig doch einfach mal direkt ein.

  5. Sebastian Fleischhacker:

    Ladeinfrastruktur generell Europa, aber jetzt spezifisch in Deutschland. Damit ein Ladesäulebetreiber gut funktioniert, muss er drei Sachen können. Einmal Location, zweitens Awareness und drittens Pricing. Und in Deutschland redet man sehr oft von Roaming-Cows. Und ich bin ja seit fünf Jahren im Roaming unterwegs. Und habe jetzt eine ganz andere Sichtweise über Roaming außerhalb der normalen Corporate-Welt. Und ein Thema hast du angesprochen, Ad-Hoc-Pricing. Ad-Hoc-Pricing in Deutschland wird verstanden... Oder wird normalisiert als Fixed Pricing Modell. Was ist dieses Fixed Pricing Modell? Also alle denken, es muss schnell gehen, an die Ladesäule hinzugehen und mit der Karte einmal dranzugehen und genau wissen, wie viel die Kilowattstunde kostet. Das Problem ist, die Kilowattstunde kostet nicht jede Stunde gleich. Und ja, man hat jetzt als normal empfunden, dass dieses Fixed Pricing jetzt die Zukunft sein sollte. Einer meiner Kunden in eButcher Consulting hat sich das mal zwei, drei oder viermal überlegt und fängt in den nächsten Monaten in Deutschland damit an, dass dieser Ad-Hoc-Preis auch dynamisch und algorithmisch angeboten werden kann. Und ja, das ist erstmal der erste Schritt, den ich sehe in Deutschland, was sich ändern wird und was vielleicht etwas Erziehung, Nurturing braucht in der Ladewelt.

  6. Sebastian:

    Da würde ich direkt mal einsteigen. Du sagst, Erziehung wird es definitiv brauchen, weil man macht ja gefühlt schon wieder ein neues Fass auf. So wie du sagst, man hat Ad-Hoc-Pricing als Fixpreis verstanden. Da kann ich auch meinem Vater erzählen, hör zu, da kannst du für 79 Cent die Kilowattstunde laden. Mit allen Vor- wie auch Nachteilen. Du hast einen fixen Preis, du weißt, was auf dich zukommt. Aber natürlich profitierst du nicht davon, wenn du jetzt besonders günstiger bist. Strom aus erneuerbaren Energiequellen vorhanden ist, der das Ganze auch ein Stück weit günstiger machen würde beim Ad-Hoc-Pricing, um jetzt mal den Vorteil sozusagen hervorzuheben. Das fehlt natürlich. Zudem musst du natürlich auch wieder die Option schaffen, dass ich verstehe, wann zahle ich welchen Preis. Also das muss ich auch wieder abbilden. Brauche ich dafür dann wieder eine App? Kann ich da dann auch wieder mit meiner Kreditkarte hin? Das sind ja auch Herausforderungen. Aber auch dazu wird man sich ja bei deinem Kunden jetzt als Beispiel, wenn er da in Deutschland mit startet, schon Gedanken gemacht haben.

  7. Sebastian Fleischhacker:

    In Deutschland hat er schon länger damit angefangen, das anzubieten. Und es ist sozusagen eine End-to-End-Payment-Plattform, die mehreres kann, was auch die Software von den verschiedenen CPOs, von den verschiedenen Ladesäulen-Anbietern manchmal nicht können. Und das ist okay, wenn man es noch nicht geschafft hat, weil Roadmaps in Ladesäulen, Softwareanbieter unglaublich komplex sind, dann muss das auch nicht zu Ende entwickelt werden. Diese Plattform ermöglicht es dir als CPO, dein Pricing-Team mal Werkzeuge zu geben, mit denen sie solche Sachen ausprobieren können. Ich habe mit verschiedenen großen deutschen CPOs geredet. Manche haben zehn Leute, drei Leute, zwei Leute in ihrem Pricing-Team, die wünschten sich und und sagen, wow, das möchte ich mal ausprobieren, weil ich habe das in der Theorie schon mal ausgerechnet, aber mein CPMS, meine Software, um diese Ladesäulen zu verwalten, die sind noch nicht fertig und die können so etwas noch nicht austesten. Und deshalb ist diese Plattform genau dazu gut, dieses auszutesten. Und spezifisch in Deutschland ist ja dieses Ad-Hoc-Pricing noch sehr starr, generell in Europa, wirst du sehen, dass Ladepreisexperten sagen, Ad-Hoc ist immer Fixed. Warum? Wenn Fixed das erste war, was man erfunden hatte und wir jetzt schon in einer Phase sind, wo erstmal angefangen mit Fixed-Pricing, Produkt-Pricing als der Ladesäuleanbieter nicht nur AC, sondern auch manchmal DC angeboten hat, jetzt auch zwei Preise haben kann. Dann das flexible Pricing, das dynamische Pricing, dynamische Pricing und noch ganz, ganz oben drauf, dieses Smart Algorithmic Pricing. Wenn du als Person, als Pricing-Experte vielleicht in deinem Kopf die Daten von zwei, drei, vier Daten, Databases im Kopf haben kannst, um eine Strategie aufzubauen, ist das alles schön und gut. Wenn dann aber künstliche Intelligenz obendrauf nochmal die Sahne auf der Torte ist, dann fängt es wirklich an mit intelligentem Pricing und nicht dieses sehr, sehr teure Pricing in Deutschland gerade, was Angebot und Nachfrage kaputt macht und ja, ich habe so das Gefühl, in Deutschland müssen wir was tun, weil sonst ist Laden teurer als ein Diesel zu kaufen und das ist ja nicht das Ziel der Sache.

  8. Sebastian:

    Gut auf den Punkt gebracht und die Problematik sehen wir auch tatsächlich, dass da irgendwo der rote Faden dahinter fehlt oder der grüne Faden, um das auch nach einem sauberen Prinzip mal abzuarbeiten und das dem E-Autofahrer auch wirklich einfacher zu machen und das nicht immer nur, nennen wir es mal kurz schönrechnen, obwohl wir ja wissen, dass die Zahlen stimmen, über die Total Cost of Ownership zu sagen, du bist günstiger unterwegs, sondern dass du auch tatsächlich an der Ladesäule siehst, okay, ich bin günstiger als mit meinem Diesel unterwegs. Und das wäre ja auch der Punkt, wo ich jetzt gerne mal die Verbindung schaffen würde. Das, was du eben gerade ausgeführt hast, das führt natürlich dazu, dass ich als CPO, also Charge Point Operator, derjenige, der die Ladesäulen betreibt, die Preise entsprechend dynamisch auch mit einer KI, AI unterstützt regeln kann. Natürlich will das Unternehmen sein Unternehmen, Umsatz dadurch steigern am Ende vom Tag, seine Marge daraus. Auf der anderen Seite, soweit ich dich jetzt verstanden habe, wird es dennoch möglich sein, auch fairere Preise für den E-Autofahrer, für die E-Autofahrerin anzubieten.

  9. Sebastian Fleischhacker:

    Es ist möglich und man braucht keinen... Es gibt viel zu viele Leute im Mobilitätsbereich, Und es ist leider so traurig und teuer, weil viele Leute mitverdienen müssen. Wie du selber weißt, geht es in China auch ganz anders. Und in Indien auch ganz anders. Wir brauchen nicht so viele... ja, Mittelmänner, die das Laden teurer machen. Es geht auch transparenter. Es ist A4 compliant. Und ja, ich sehe, dass mehrere Ladesäulenbetreiber schon Teil des Clubs sind, dieser End-to-End-Markt. Payment-Plattform und wenn sie es wollen, können sie ihr Pricing-Team pushen und sagen, wir möchten mal an St. Valentin Liebe laden oder in Ostern schöne Ostereier-Kilowatt finden und suchen und wow, also Marketing-mäßig ist es sehr, sehr schön, aber was mir wichtig ist, ist Auslastung. Laden ist teuer, weil Auslastungsraten sehr, sehr tief sind. Diese Ladesäulen sind sehr teuer, müssen bezahlt werden. Und wenn keiner lädt, weil man keine E-Autos verkauft, dann werden sie nicht billiger. Und deshalb, wenn man intelligent preist und die Auslastung nach oben schießt, dann macht es für den E-Autofahrer Sinn und es macht für den Ladesäulenbetreiber Sinn.

  10. Sebastian:

    Wie schaut das im Alltag aus? Weil von der Theorie verstehe ich das. Ich könnte das wahrscheinlich auch praktisch aufzeigen, aber vielleicht magst du das mal erklären, wie man eben die Auslastung nach oben treibt, dass dann der Markt oder die Nachfrage nach E-Autos automatisiert steigt, weil die Preise günstiger werden, das ist auch klar. Aber wie kommt man an den Punkt, dass man sagt, okay, die Ladestation, die jetzt hier irgendwo im Eck bei uns im Ort steht, die bringe ich jetzt zu einer höheren Auslastung als vielleicht die 5 bis 10 Prozent, die die aktuell in der Woche hat?

  11. Sebastian Fleischhacker:

    Ich analysiere, also mein Kunde, nicht ich, so um die 70, 80 Millionen Datapunkten pro Tag in ganz Europa. über, ist jetzt deine Ladesäule besetzt oder nicht. Wir fangen erstmal damit an. Wer bist du? Welches Auto fährst du? Wenn ich weiß und ich mit deinem Auto verbunden bin, kenne ich auch deine Route. Wenn du mal wie eine Oma fährst oder wie ein Formel-E-Fahrer hat das einen Einfluss auf, wo du laden könntest in dieser Route und du sagst, ich bin seit 10 Jahren E-Mobilitätsfahrer, ich weiß, dass ich mit 10% ankomme. Dann tust du deinen Mindestprozentsatz in dein Auto in die App rein und sagst ab diesem Punkt, bitte, bitte, bitte gib mir die günstigste Ladesäule und sag mir transparent, was möglich ist. Wenn ein Partner in der Gegend da ist, dann wirst du dorthin geroutet. So funktioniert es. Und dasselbe funktioniert nicht nur in einer App, sondern auch direkt per QR-Code am Ad-Hoc-Laden.

  12. Sebastian:

    Und schlussendlich wäre dann aber die Ausbaustufe, die noch besser wäre aus Sicht des E-Autofahrers, wenn das Fahrzeug über die bordeigene Navigation das dann schlussendlich auch mal in so eine Richtung hinbringen würde, wo natürlich entsprechend auch die Industrie ein Stück weit noch mehr zusammenrücken müsste und vielleicht den einen oder anderen... ich sag mal, Koch am Herd wegnehmen, der jetzt einfach nur schön abschöpft, obwohl es gar nicht mehr notwendig ist, wie du es ja vorhin auch gesagt hast, sondern einfach sagt, okay, wir müssen da ein Stück weit zusammenkommen und machen das dann schmaler, was es auch für den Endkunden, für den E-Auto-Fahrer, für die E-Auto-Fahrer dann spannender macht.

  13. Sebastian Fleischhacker:

    Mein Kunde hat mit mehreren OEMs gesprochen. Manche haben größeres Interesse gezeigt und manche haben weniger großes Interesse gezeigt, weil sie halt von ihrer eigenen App sprechen. Und wenn Sie so eine Struktur schon aufgebaut haben, ist es natürlich, diese auf einmal wegzuschieben und zu sagen, nein, nein, wir haben jetzt hier 200 Leute, die in einer EMSP-App, Electric Mobility Service Provider App, arbeitet und die mal schnell zur Seite zu drücken, ist nicht so leicht für OEMs.

  14. Sebastian:

    Ist nicht so einfach, das verstehe ich von dem Punkt her, aber im Endeffekt beschneidest du dich ja als OEM dann in deinem zukünftigen Absatzgeschäft wieder, weil du bist ja dann auch nicht mehr so interessant, relevant, wahrscheinlich für die E-Autofahrer-Farenen, weil mein Vater wieder als typisches Beispiel bei so einer Geschichte, der möchte das einfach haben, der möchte einsteigen, der möchte das eingeben, der braucht nicht nur eine App, der braucht nicht nur drei Ladekarten, der will das relativ simpel haben. Und das wäre doch dann zukünftig gesehen auch ein Verkaufsargument irgendwo.

  15. Sebastian Fleischhacker:

    Es ist ein Verkaufsargument und Ich habe in den letzten Wochen auch User interviewt und das schönste Interview war eine Person, die erst seit acht Monaten ein E-Auto fährt. Davor nur Verbrenner, keine Ahnung, wo die Ladesäulen stehen. Jetzt stehe ich jetzt irgendwo mitten in Deutschland und nicht an der Stadt, an der ich normalerweise lebe. Was mache ich? Chaos, Angst, Zittern. Was mache ich jetzt? Ich gehe einfach in die App rein, gucke mir an, was normal da ist gebe meine Route an und sage, und diese App sagt mir, so musst du fahren, dort wirst du am günstigsten laden. Wenn die OEMs dafür offen wären, könnte das auch im Auto sein oder in derselben App der Ladesäulenbetreiber, wenn sie es haben wollten. Ich bin nicht darauf aus und mein Kunde ist auch nicht darauf aus, nochmal noch eine App. Ich habe gestern nachgezählt, ich habe 48 Lade-Apps. Okay, ich bin keine normale Person, ich arbeite im Laden und ich habe Folder für Länder. Aber die Zukunft ist nicht, 48 Lade-Apps zu haben.

  16. Sebastian:

    Definitiv. Und schön, dass du selbst erkannt hast, dass du da nicht der Autonormalverbraucher bist, weil das würde hier noch mehr E-AutofahrerInnen oder potenzielle Abstecher hier davondrängen. Das wäre zumindest bei mir der Fall, wenn ich da mit in Berührung kommen würde. Ich habe drei im Einsatz und das sind schon zwei zu viel gefühlt. Aber ich verstehe, was du meinst. Und du hast ja einen anderen Hintergrund auch gehabt mit deiner Unternehmensberatung, E-Budget-Consulting dann. Dann haben wir aber... weil der Podcast ja auch ein Stück weit begrenzt ist von der Länge her, eigentlich das Thema Preis schon mal so weit aufgegriffen, dass es da Optimierungspotenzial gibt. Selbst Ad-Hoc-Pricing kriegt man in den Griff, wenn man sich eben entsprechend darauf einlässt und wenn man da auch, ich sag mal, offen mit dem Thema umgeht. Dann hast du noch als andere Punkte genannt, also Preis wäre sogar das dritte Thema. Wir haben die Anzahl der Ladeorte noch genannt. als auch das Thema Wahrnehmung, hast du es glaube ich genannt. Magst du vielleicht zu diesem Punkt noch was sagen? Weil ich denke jetzt zumindest, wenn wir bei den Ladeorten sind in Deutschland, es gibt ja auch dort wahrscheinlich nur eine begrenzte Auswahl an relevanter, interessanter, vor allem wirtschaftlich interessanter Ladeorte. Also jetzt gar nicht darum, wo kann ich was theoretisch aufbauen, sondern wo rechnet es sich dann für mich auch als CPO, wenn ich dort was aufbaue?

  17. Sebastian Fleischhacker:

    Du hast gerade den besten Punkt angesprochen. Ich hatte heute Morgen ein Meeting mit einem südeuropäischen CPO und der meinte, ja, in meinem eigenen Land will ich nicht viel weiter ausbauen. Ich weiß schon, wo ich was habe und jetzt muss ich vorsichtig sein mit dem existierenden Restgeld, das ich noch habe, um zu sehen, wo die besten Ladelocations noch offen sind. Und dazu habe ich in den letzten sieben Monaten fünf verschiedene Location Intelligence Plattformen analysiert. und gesehen, welche gut, welche besser, welche auf eine Nation spezialisiert ist und welche nicht und habe mich für die Beste entschieden. Also ich habe mich für sie entschieden, weil sie mir in drei Minuten über 40 Databases auf Spanisch für ein Rathaus in meiner Region runterreduziert hat. Also in drei Minuten kann künstliche Intelligenz über 40 Databases in ein Report runterarbeiten, drei Seiten lang und dir sagen, Tja, dieser Ort wird mit diesen Gegebenheiten 80% funktionieren, 90% würde es vielleicht 500 Meter weiter runter auf die Straße noch viel besser funktionieren. Und da sehe ich, ich sage immer, viele Energiekonzerne, viele Öl- und Gaskonzerne arbeiten mit Bauchspeck. Die haben ja schon Bauchspeck. hier machen mit diesem Geld, mit dem anderen Geld, wie seriös oder wie viel Energie stecken sie wirklich in die E-Mobilität? Ist das gerade nur Mode und wir müssen uns schnell, schnell mal für eine Ladelocation entscheiden? Das ist vielleicht nicht der beste Ansatz. Wenn man aber künstliche Intelligenz und viele verschiedene Variablen analysiert, kriegst du auch die beste Ladelocation. Und für Mein Kunde in diesem Bereich ist in zehn Ländern in Europa präsent und ich suche nach Ladesäulenbetreiber, die ein offenes Mindset haben in UK, Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, Spanien, Portugal, Italien, egal wo. Und wenn Sie sich Gedanken gemacht haben und nicht nur von diesem Bauchspeck leben können und schon dieses Mindset haben, wir brauchen Optimierung, dann können Sie sich gerne bei mir melden.

  18. Sebastian:

    Das wird auch hoffentlich der eine oder andere auch machen schlussendlich. Aber es geht ja auch eher darum, dann zu sagen, wenn wir jetzt gerade bei dem Bauchspeck sind, nur weil der Bauchspeck vorhanden ist, muss der ja dann auch in dem Sinne nicht schmecken, sondern weil dann nutzt man ja wahrscheinlich eher Locations, die sich am Ende vom Tag nicht rechnen. Das taucht in der Bilanz auf. du ärgerst dich wieder drüber oder spätestens der CFO ärgert sich drüber und sagt dann ja, E-Mobilität funktioniert gar nicht für uns, anstatt dann eben diese zwei Schritte vorher mal anzufangen und zu hinterfragen, ist es denn überhaupt richtig, dass wir das hier noch an Standort A machen oder müssen wir hier 500 Meter weiter zu Standort B?

  19. Sebastian Fleischhacker:

    Deshalb dachte ich am Anfang, als ich mit denen angefangen habe zu arbeiten, dachte ich mir, oh, dann muss ich doch eigentlich mit Standortverantwortlichen reden. Das war aber nicht der richtige Ansatz. Warum? Weil sie schon mit ihrer Experience, mit ihrer Erfahrung und mit ihren Kenntnissen über Standorten ihre Checkliste haben und sagen, check, check, check, check, check, ich habe meine Arbeit getan. Mach du jetzt mal mit deinem Businessmodell, mit deinem Pricing. Das Problem ist, wenn du keine smarte Tools dafür benutzt, dann wird dieser Standort verantwortlich nicht sagen, oh, ich habe was falsch gemacht. Oder kann ich mitrechnen, was rundherum um diese Location passiert? Oder sehe ich geschichtlich die Entwicklung davon? Kann ich eine Monitorierung von den Mitbewerbern machen? Kann ich das nochmal optimieren? Kann ich gucken, ob sogar Elektro-Trucks dort laden könnten. Diese Weiterentwicklung einer Location, das kann eine Person alleine nicht. Und ich bin gerne dafür da, ihnen ein Tool zu geben und denen zu sagen, hey, jetzt glänzt du in deinem Unternehmen. Jetzt hast du nämlich diese ganze Intelligenz von Monitorierung, von Zukunftsoptimierung und von der Möglichkeit, mal warum nicht direkt zwei Megawattstunden im Monat zu verkaufen an dieser Location, weil diese Location weiterentwickelt werden konnte für N1, N2, N3 Kategorie Trucks.

  20. Sebastian:

    Spannend dann da auch hinzudenken in diese Richtung und eben den, wie sagt man, das Spektrum oder den Blick dann eben zu weiten, so wie du es jetzt auch gesagt hast. Und ich glaube, das können wir jetzt auch hier mitnehmen, dass wir zu einem nicht nur beim Pricing dynamisch bleiben, sondern eben auch an den Standortwahl, dass man da auch schaut, okay, wir haben jetzt vielleicht eine Location, aber ist das die beste, wo man eben auch prüfen muss, wo gehe ich dann dorthin und damit einhergehen, ich sage mal Location und Preis, kommt ja die Wahrnehmung gefühlt von alleine dann mit drauf.

  21. Sebastian Fleischhacker:

    Wahrnehmung ist das letzte Thema. Wahrnehmung geht nicht nur über traditionelles Roaming, sondern auch darum, ähm, diese, ich nenne es immer Added Value Services, hinzufügen zu können, sichtbar zu machen. Ein E-Auto-Fahrer denkt an seine Zeit und wenn er in der Zeit des Ladens den richtigen Service bekommt, macht das Betreiben einer Ladesäule nochmal viel mehr Spaß. Warum? Dann kommt nämlich dein Return on Investment, wenn du mitdenkst und sagst, okay, E-Autofahrer haben ein wirklich anderes Verständnis für Zeit als Verbrennerfahrer.

  22. Sebastian:

    Das stimmt und das musst du bedienen und vor allem, du fährst ja auch schon lange, ich auch und man achtet einfach auch anders drauf und will vielleicht nicht einfach nur die nächste Ladesäule, sondern will vielleicht auch oder will eher die Ladesäule, wo man noch das Quäntchen mehr dann rausbekommt in Added Service, sei es jetzt eine gute Kaffeemaschine, sei es Platz, Kinderspielplatz dann noch nebendran, um eben da auch mit der Familie Pause zu machen. Das sind ja genau die Dinge, die den Unterschied machen. Auf jeden Fall einen sehr spannenden Einblick, den wir heute von dir bekommen haben in Folge 3 mit dir und ich hoffe, dass du zu Folge 4 auch wieder vorbeischaust. Danke für deine Zeit, Sebastian. Danke dir. Das war heute mal eine andere Podcast-Folge, wie du schon gemerkt hast, alleine am Intro, weil wir sind direkt eingestiegen, was eben daran lag, dass wir das Ganze als Video-Podcast mit aufgezeichnet haben und auch bei YouTube ausspielen möchten. Wir versuchen uns auch weiterzuentwickeln, nehmen das mit und werden das bei künftigen Folgen oder ausgewählten Folgen mit anbieten. Ich hoffe, dir hat die Folge einiges gebracht, hat dich beim Thema Laden ein Stück weit weitergebracht. Ich fand gerade die Ansätze zum Ad-Hoc-Pricing doch sehr spannend und man darf es halt doch nicht so schwarz-weiß sehen, sondern es gibt verschiedene Grautöne dazwischen, die wir eben auch dabei berücksichtigen müssen und auch werden. Ich hoffe, die Folge hat dir gefallen. Hinterlasse uns gerne positiv Bewertungen. Und wenn mit der Soundqualität was nicht stimmen sollte, was ja ab und an schon mal aufgekommen ist, bitte schreib mir, kontaktiere uns, weise uns darauf hin mit einem konkreten Beispiel. Dann können wir es besser machen und wollen es natürlich auch besser machen. Denn an der Soundqualität wollen wir hier nicht sparen. Dir vielen lieben Dank fürs Zuhören. Mach's gut.

  23. Sebastian Fleischhacker:

    Ciao.