Gespräch mit Tina Hezel, Produktmanagerin EQV über die E-Großraumlimousine

Tina Hezel, Produktmanagerin EQV, gilt sicherlich als die Expertin, wenn es rund um die Elektro-Großraumlimousine von Mercedes-Benz geht. Grund genug für uns sich ein wenig mit Hezel zu unterhalten, um mehr über die Serienversion des Stromers zu erfahren. Das Gespräch fand nach meiner über 180 km langen Reise über die Schwäbische Alb statt, wodurch ich selbst schon einige Erfahrungen mit in das Gespräch bringen konnte.

Dennoch habe ich vor allem die Produktmanagerin des EQV zur Sprache kommen lassen, da sie entsprechend tiefer in der Welt des Stromers unterwegs ist. Nun aber genug der einleitenden Worte. Mehr Fakten und Eindrücke gibt’s in der nachfolgend eingebundenen Podcast-Folge. Viel Spaß damit!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Bastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroauto-news.net Podcasts. Ich bin's Bastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es mal wieder rund um Themen aus der Welt der E-Mobilität geht. In der aktuellen Folge habe ich mit Tina Hezel, Produktmanagerin des EQV von Mercedes-Benz gesprochen. Diese gilt sicherlich als Expertin, wenn es rund um die Themen der Elektro-Großraumlimousine von Mercedes-Benz geht. Was für mich natürlich Grund genug war, mich ein wenig mit ihr zu unterhalten, über die Serienversion des Stromers mehr zu erfahren. Und euch eben auch einen Einblick zu geben, was Mercedes-Benz sich zum EQV so gedacht hat, umgesetzt hat, wo er eingesetzt wird und was man eben auch erwarten kann. Das Gespräch, was jetzt nicht so ganz lang ist wie die letzten paar Folgen, fand nach meiner über 180 Kilometer langen Reise mit dem EQV über die Schwäbische Alb statt. Also ich habe da schon selbst einige Erfahrungen dann mitgebracht in das Gespräch, habe aber eben die Produktmanagerin des EQV hauptsächlich zur Sprache kommen lassen, weil ganz ehrlich, die Expertin ist immer noch sie, nicht ich. Auch wenn meine Eindrücke das doch zum größten Teil unterstreichen, was sie eben da zum Besten gab, beziehungsweise erklärt hat. Diejenigen unter euch, die unserem Portal schon länger folgen, die können auch bestimmt die ein oder andere Verbindung ziehen zu Mercedes-Benz Vito eTourer, der ja als Spezialist für Handwerk, Handel und Service gilt, den wir bei uns im Portal eben auch schon genauer unter die Lupe genommen haben sozusagen. Das mag daran liegen, dass man sich unter anderem eben den Antrieb, die Batterie teilt, auch so das Konzept des Innenraums doch teilweise übernimmt. Allerdings dann eben noch ein ganzes Stück weiterdenkt sozusagen, weil man natürlich sagt, okay, der V2E-Tourer eher für Handwerk, Handel und Service, der EQV eher als Spezialist für Shuttle-Services, Taxiunternehmen, Familien in diesem gehobeneren Segment quasi. Und es zeigt sich auch im Design, im Auftreten, macht ein gutes Bild, also rein optisch steht er wie eine Eins da, das muss man schon sagen. Durch seine Vielzahl von Assistenzsystemen kann die Großraumlimousine auch relativ simpel gefahren werden, wo ich sagen muss, da habe ich persönlich immer einen heiten Respekt davor, so große Fahrzeuge zu bewegen, gerade durch die Stuttgarter Innenstadt ist schon eine Herausforderung für sich mit einem Kleinwagen manchmal. Dann mit einem Fahrzeug der Größe des EQ wieder unterwegs zu sein, macht die ganze Geschichte nicht einfacher. Nichtsdestotrotz, rückwärts fahren, einparken und all das funktioniert wunderbar, weil man wirklich abgeholt wird von den Assistenzsystemen, von den Kameras, die verbaut sind, von den Sensoren, die da unterstützen. Das macht schon einiges her. Auf der Reise über die 180 Kilometer, das waren glaube ich so 186, die am Ende auf dem Tacho standen, kann ich auch noch ein paar Worte verlieren. War eben so, dass wir in Stuttgart an der Zentrale von Mercedes-Benz gestartet sind. Und bin dann erstmal durch die Innenstadt rausgefahren aufs Land, auf die Schwäbische Alb. Hatte dabei dann eben auch Landstraße, Schnellstraße, Stadtverkehr, war alles mit am Start in unterschiedlichster Ausprägung. Gerade die Fahrt über die Landstraße war für mich sehr erholend, weil gefühlt... Halbe Stunde, Stunde kein Auto vor mir, hinter mir, einfach nur Natur pur, schönes Wetter, Sonnenschein, was will man mehr? Und ein lautloses Gleiten durch die Natur eben mit einem Auto dieser Größe. Hat Spaß gemacht. Sitzheizung hat ihr Gutes getan, sage ich mal in Anführungsstrichen, weil ja, Oktober war doch schon ein bisschen frischer. Entsprechende musikalische Untermalung gab es auch, dank Radio. Und ja, das Infotainment-System MPUX von Mercedes-Benz hat eben auch unterstützt dabei, dass ich den rechten Weg wiedergefunden habe. welches eben schon eine eigene Logik für E-Autofahrer mit sich bringt. Aber dazu hat Tina Hezel einige Infos verloren in dem Gespräch. Und ja, ich würde einfach sagen, ich übergebe direkt an sie, melde mich nach dem Gespräch dann nochmal bei dir. Vielen Dank schon mal fürs Zuhören. Bis gleich.

  3. Sebastian:

    Hallo Frau Hetzel, vielen Dank, dass ich die Zeit nehme, dass wir uns hier ein bisschen über den Mercedes-Benz EQV unterhalten. Vielleicht können Sie sich kurz vorstellen, was für eine Stellung, Job Sie bei Mercedes-Benz haben und wie Sie eben zum EQV stehen.

  4. Tina Hetzel:

    Ja, hallo, guten Tag. Mein Name ist Tina Hezel. Ich bin die Produktmanagerin vom EQV, beziehungsweise auch von anderen Elektro-Vans bei uns in der Sparte. Und ja, wie stehe ich zum EQV? Ich bin besonders stolz, dass wir jetzt auch die erste Premium-Großraumlimousine vollelektrisch auf den Markt gebracht haben.

  5. Sebastian:

    Schön. Ich durfte ja heute auch schon Probe fahren. 180 Kilometer knapp. Bin auch sehr überzeugt davon, so von dem Ersteindruck, den ich jetzt hatte. Vielleicht können Sie ein bisschen was zu dem Konzept, wenn jemand die Großraumlimousine noch nicht gesehen hat, was erwartet ihn? Wie viele Sitze, was für einen Antrieb, Batterie und Reichweite, dass wir da einfach so einen groben Umriss haben für unsere Hörer.

  6. Tina Hetzel:

    Ja, gerne. Ja, grundsätzlich baut der EQV auf dem bewährten Konzept der V-Klasse auf. Die V-Klasse bringt ja schon gewisse Stärken mit, die wir natürlich auf dem EQV so umsetzen konnten. Es wäre zum einen mal das Thema Funktionalität und Raumangebot. Sprich, dank der Unterbringung der Hochvoltbatterie im Unterboden steht der Raum und das Raumkonzept im Interieur komplett zur Verfügung. Also alle Sitzkonfigurationen, die Sie auf einer V-Klasse her kennen, also sprich Wohnraum, 7 plus 1 Sitze. Sind auch im EQV möglich. Auch im Gepäckraum gibt es keine Einschränkungen und somit eigentlich mal die vollen Stärken der V-Klasse auch hier komplett ausgespielt.

  7. Sebastian:

    Das hört sich schon mal gut an.

  8. Tina Hetzel:

    Ja, genau. Die Kundenanforderungen sind da einfach gegeben. Premium Großraumlimousine, da muss alles transportiert werden und deswegen auch hier entsprechend. Dann zum Thema Reichweite und Antrieb. Der E-Motor sitzt an der Vorderachse, bringt 150 kW Peakleistung auf die Straße, ein maximales Drehmoment von bis zu 362 Newtonmeter. Und die Batterie besitzt eine nutzbare Kapazität von 90 Kilowattstunden. Installiert haben wir 100 Kilowattstunden.

  9. Sebastian:

    Und wie weit kommen wir dann mit der Batterie jetzt nach WLTP NFZ? Was wird da angegeben aktuell von eurer Seite aus?

  10. Tina Hetzel:

    Im NEFZ-Zyklus geben wir 418 km an und klar, die reale Reichweite ist natürlich abhängig vom Fahrverhalten.

  11. Sebastian:

    Klar. Und wenn die Batterie dem Ende zugeht, sage ich mal, der Lader ist vorne an der Front auch untergebracht, auf der Fahrerseite sozusagen. Mit was für einer Ladeleistung kann man den EQV dann auch wieder aufladen?

  12. Tina Hetzel:

    Der EQV kann entweder an einer Schnellladesäule mit standardmäßig bis zu 110 kW aufgeladen werden. Da kommen wir dann auch in 45 Minuten von 10 auf 80 Prozent Ladestand. Oder natürlich noch praktischer daheim mit einer Wallbox. Und hier haben wir eine Standardladeleistung von bis zu 11 kW.

  13. Sebastian:

    Okay, das hört sich gut an. Jetzt ist es ja so, der EQV an sich, Premium hoch oder Großraumlimousin, das sieht man eben auch an. Was gibt es denn für Ausstattungslinien? Wo unterscheidet ihr da nochmal? Können Sie dazu was sagen?

  14. Tina Hetzel:

    Also grundsätzlich ist es so, dass der EQV schon mit einer ganz guten Serienausstattung anläuft. Zum einen das Thema elektrisches Fahren wird durch Serienausstattung nochmal repräsentiert. Gewisse Assistenten sind schon in Serie, die man auch für das elektrische Fahren und auch für das automatische Rekuperieren braucht, wie zum Beispiel der Bremsassistent. Ansonsten in Richtung Pakete haben wir für das Exterieur und Interieur zwei Ausstellungspakete kreiert, die eben dieses EQ-Touch in vielen noch mit reinbringen.

  15. Sebastian:

    Und es ist ja so, dass wir, wie Sie auch gesagt haben, er repräsentiert ja auch diese E-Mobilität, nicht nur vom Design her, sondern auch durch euer MBUX, dann quasi durch die Software, die zur Verfügung gestellt wird. Das habt ihr dann auch in der Navigation beispielsweise berücksichtigt, damit ihr da schlau die Strecken plant. Das haben Sie mir heute Morgen erklärt. Vielleicht können Sie unseren Zuhörern auch nochmal erklären, worauf denn da vom System geachtet wird, wenn wir jetzt beispielsweise von hier von Stuttgart nach München fahren wollen.

  16. Tina Hetzel:

    Ja, gerne. Grundsätzlich ist es so, dass über die MBUX das Infotainment-System eben, ich sag mal, die die Intelligenz dem Fahrer gegeben wird, um ihn auch quasi aktiv zu unterstützen, dabei eben klug elektrisch zu fahren und vor allem eben auch effizient zu fahren. Das heißt, genau das Thema intelligente Routenplanung ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich als Fahrer möchte ja einfach nur von A nach B kommen und mir über das Thema Laden gar keine Gedanken machen. Und die intelligente Routenführung macht dann genau das. Sie plant die Route und bezieht eben Ladestopps mit ein. Also wenn wir von hier nach München fahren würden, vielleicht schaffen wir es ja auch ohne Zwischenladen. Aber falls eine Zwischenladung nötig wäre, würde eben die MBUX hier auch entsprechend uns das Signal geben und uns an der entsprechenden Ladestation auch rausschicken.

  17. Sebastian:

    Und das ist aber auch immer eine Abhängigkeit vom Fahrverhalten natürlich, weil wenn ich jetzt ein Fahrer bin, der vielleicht ein bisschen mehr Strom gibt dann beim Fahren, muss ich ja dementsprechend früher laden. Wenn ich jetzt eher gemäßigt unterwegs bin, dementsprechend später und das erkennt das System und verschiebt dann auch während der Routenplanung oder während dem Abfahren der Route dann schon diese Station, weil ich das richtig verstanden hatte.

  18. Tina Hetzel:

    Genau, das haben Sie komplett richtig verstanden.

  19. Sebastian:

    Das hört sich doch gut an. Ansonsten über die Rekuperation können Sie da ein paar Worte verlieren. Was habe ich da für Möglichkeiten? Kann ich das nur selbst einstellen? Kann das Fahrzeug das auch selbst handhaben, ohne dass ich da aktiv eingreife, dass ich mir da halt auch keine Gedanken dazu mache? Vielleicht können Sie dazu auch ein paar Worte verlieren.

  20. Tina Hetzel:

    Ja, also grundsätzlich ist hier auch mein Lieblingsfeature im EQV beschrieben, die D-Auto-Funktion, die automatische Rekuperation. Da ist es so, dass man bei Aktivierung der D-Auto-Funktion eigentlich selber gar nicht mehr entscheiden muss, macht stärker oder schwächer Rekuperieren Sinn, sprich der EQV ist so intelligent, dass er basierend auf den unterschiedlichen Fahrsituationen entscheidet, welche Rekuperation quasi am effizientesten ist und mich dann auch basierend zum Beispiel auf dem vorausfahrenden Verkehr, Verkehrszeichen etc. stärker oder schwächer rekuperieren lässt. Und die Verzögerung ist dann doch teilweise echt sehr stark auch zu spüren. Manuell geht es auch, da gibt es dann eben vier Stufen, die von 0 bis minus 2 Meter pro Sekunde im Quadrat verschiedene Abstufungsmöglichkeiten bieten. Aber ich muss sagen, D-Auto und da muss ich als Fahrer eigentlich gar nicht mehr groß nachdenken und das Auto macht alles von alleine.

  21. Sebastian:

    So wie bei der Navi dann im Endeffekt, dass der Fahrer sich aufs Fahren konzentrieren kann und um den Rest kümmert sich die Software.

  22. Tina Hetzel:

    Absolut, genau.

  23. Sebastian:

    Gut, das war es dann auch für den ersten Überblick. Vielen Dank für Ihre Zeit.

  24. Tina Hetzel:

    Ja, sehr gerne, hat mich gefreut.

  25. Bastian:

    Das war es also, das Gespräch mit Frau Hetzel über den EQV von Mercedes-Benz. Ich denke, das waren interessante Einblicke, die ich dir da eben mit auf den Weg geben konnte. Ich hoffe, du hast ein bisschen was gelernt darüber, über die Elektro-Großraumlimousine aus Stuttgart. Mir hat das Fahren Spaß gemacht. Und wenn du Fragen, Anregungen, Kritik, was weiß ich dazu hast, gerne kommentieren in dem Artikel zur Folge und werde sicher darauf antworten. So oder so, auf jeden Fall vielen Dank fürs Zuhören. Ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest bei der dann aktuellen Folge des ElektroautoNews.net Podcasts. Bis dahin, mach's gut, ciao.