Tibber: Volle Transparenz und im Schnitt bis zu 20% Ersparnis beim Ökostrom-Laden

Im Gespräch mit Marion Nöldgen, Deutschland-Chefin von Tibber

Marion Nöldgen, Deutschland-Chefin des digitalen Öko-Energieanbieters Tibber, hat sich in gut dreißig Minuten mit mir über die Themen Transparenz, Ökostrom und Elektroauto laden unterhalten, welches Tibber alles gekonnt unter einem Dach vereint. Im Schnitt sparen die Nutzer von deren App 20% Stromkosten pro Jahr. Ohne, dass diese einen großartigen Aufwand auf ihrer Seite haben.

Tibber ist das erste vollkommen digitale Energieunternehmen in Norwegen, dass seine Kunden zum günstigsten Preis mit ausschließlich grünem Strom versorgt und die Digitalisierung in die Energiebranche bringt. Auch nach Deutschland, wo man in Bezug auf Ökostrom und Transparenz noch ein wenig hinter Schweden und Norwegen hinterherhinkt. Aber wir holen auf, wie Marion im Gespräch zu verstehen gibt. Nach dem Motto “Die grünste Energie ist die, die du nicht verbrauchst”, wird dem Kunden durch Transparenz und smarte Tools geholfen, den eigenen Stromverbrauch zu senken. Wichtigster Ansatzpunkt ist hierbei die Tatsache, dass Tibber nichts mit dem Stromverbrauch seiner Kunden verdient.

Doch mehr dazu im Gespräch mit ihr…

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Marion Nöldgen, die Deutschlandchefin von Tibber, am Start, die uns ein wenig in das Thema smarter Stromverbrauch mit einführt und wie man beim E-Autoladen tatsächlich nicht nur Strom, sondern auch vor allem Kosten sparen kann, indem man eben smart lädt. Also schlaues Laden zu Zeiten, in denen Energieüberschuss aus Ökostrom vorhanden ist. War ein ganz interessantes, kurzweiliges Gespräch. Zeigt aber auch auf, dass es nicht immer nur darum geht, Geld zu sparen beim eigentlichen Stromverbrauch an sich, sondern eben auch generell den Stromverbrauch einzusparen. Also weniger Strom zu verbrauchen ist ja natürlich auch gespartes Geld. und schont auch die Ökostromquellen dann und macht die dann auch wieder für andere zugänglich. Von daher würde ich auch direkt in die aktuelle Folge übergeben. Zuvor noch ein kurzer Werbeblock und dann geht es aber auch direkt los in dem Gespräch mit Marion von Tibber. Viel Spaß damit.

  3. Marion Nöltgen:

    Genau deine Versicherung.

  4. Sebastian:

    Das Elektroauto wird auch in Deutschland immer beliebter. Das ist auch der Verti-Versicherung nicht entgangen. Die ist sogar Vorreiter bei der Förderung von umweltfreundlichen Fahren und bietet 10% Rabatt für Fahrzeuge mit geringem CO2-Ausstoß. Und das standardmäßig. Wer als Zweitfahrzeug ein Elektroauto fährt, dem bietet Verti zusätzliches Sparpotenzial mit dem Zweitfahrzeugtarif. Dabei wird euer Elektroauto... in die gleiche Schadensfreiheitsklasse wie das Erstfahrzeug eingestuft. Ganz gleich, wo dieses versichert ist. Die Fahrerfahrung eures Erstens spart euch also Beiträge bei der Versicherung eures Elektroautos. Informiert euch gleich auf www.verti.de. Willkommen zurück zur aktuellen Podcast-Folge. Hallo Marion, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über dich und dein Unternehmen oder das Unternehmen, für das du tätig bist, Tibber, unterhalten und ja, unseren Hörer, Hörerinnen ein wenig näher bringen, wie sie denn grünen Strom zum Einkaufspreis bei euch erhalten können.

  5. Marion Nöltgen:

    Ja, hi, ich freue mich, dass ich da sein darf. Vielen Dank für die Einladung.

  6. Sebastian:

    Ja, kein Problem. Vielleicht magst du dich zu Beginn einfach kurz selbst vorstellen, dass unsere Hörer, Hörerinnen wissen, mit wem sie es zu tun haben und kannst dann auch noch gerne ein paar Worte über Tibber verlieren.

  7. Marion Nöltgen:

    Jawohl. Also ich bin Marion Nöldgen. Ich bin seit Anfang 2020 Geschäftsführer bei Tibber Deutschland. Tibber ist ein Ökostromanbieter, der anders als alle anderen nichts mit dem Stromkonsum seiner Kunden verdient. Das heißt, das ist so der große Unterschied im Geschäftsmodell. Wir geben quasi die Kilowattstunde zum Einkaufspreis weiter. Für Leute, die keinen smarten Zähler haben, machen wir das mit einem monatlichen Durchschnitt. Und für Leute, die schon einen smarten Zähler haben, können wir das sogar stündlich angepasst machen. Da ergeben sich dann ganz interessante Einsparpotenziale, gerade für zum Beispiel E-Autobesitzer. Da kommen wir gleich aber mit Sicherheit noch drauf. Und grundsätzlich geht es uns immer darum, möglichst transparent den Nutzern zu zeigen, wo verbrauche ich eigentlich Strom und für was? Und wie kann ich vielleicht Strom tatsächlich sparen? Weil insgesamt ist es natürlich Ich würde gar nicht sagen wünschenswert, absolut notwendig, dass jetzt einfach mal jeder auf Ökostrom zu 100 Prozent umsteigt. Das sollte eigentlich inzwischen einfach die Basis für alles andere sein. Und dann sollten wir natürlich alle auch bewusster und idealerweise vielleicht auch weniger Strom verbrauchen.

  8. Sebastian:

    Ja, ich denke, das ist ein wichtiger Einwand deinerseits, dass man sagt zum einen, okay, wenn Strom verbraucht, dann 100% Ökostrom. Das ist schon mal der richtige Weg. Zum anderen dann eben auch dennoch Strom sparen, wo es denn sozusagen geht. Du hast selbst gesagt, ihr seid sehr transparent aufgestellt, wollt auch transparent zu euren Kunden, Kundinnen eben unterwegs sein. Eingangs hast du erwähnt, es ist so, ihr verdient kein Geld mit dem Strom, den ihr an den Kunden weitergebt sozusagen, wie das bei anderen bei euch in der Branche wohl der Fall ist, sondern wie verdient Tibber sein Geld und welche Vorteile bringt das dann eben für den Endkunden mit sich?

  9. Marion Nöltgen:

    Genau, wir verdienen 3,99 im Monat, bekommen wir als Gebühr quasi, also sehr transparent auch da. Wir haben außerdem einen Tipper-Store, den man auf unserer Webseite finden kann. Da kann man alles rund ums Thema Smart Home, E-Auto, smarte Steuerung, wie so Thermostate, die die Heizung regeln etc. kaufen. Damit verdienen wir auch ganz normal Geld. Genau, aber eben ganz wichtig, nicht an der Kilowattstunde. Das heißt, der Hintergedanke ist, dass wir quasi auf der gleichen Seite stehen wie unsere Kunden, wenn es darum geht, wenn wir ehrlich dabei helfen wollen, Strom zu sparen. Das geht natürlich nicht, wenn wir mit jeder Kilowattstunde eigentlich was verdienen würden. Das ist der Hintergrund.

  10. Sebastian:

    Das leuchtet vollkommen ein. Vielleicht kannst du das Ganze auch noch ein wenig einordnen. Ich sage mal, für die Menschen, die jetzt nicht unbedingt so mit Strom sich so tief auseinandersetzen, wie Tibber das macht, Strompreise sind nicht fix. Also das heißt nicht so wie, also die ändern sich ja stündlich, hast du vorhin gesagt. Vielleicht kannst du uns das anhand der Börsenpreise oder anhand der Strombörse mal kurz erläutern, wie das denn eigentlich so abläuft und warum ihr dadurch dann eben auch Vorteile an den Kunden mitgeben könnt, eben durch diese Variabilität in den Preisen.

  11. Marion Nöltgen:

    Ja, also ganz grundsätzlich Strom wird gehandelt in allen liberalisierten Strommärkten an der Börse. Das heißt, alle Produzenten verkaufen quasi den Strom und alle, die da kaufen dürfen. Das sind natürlich alle Stromanbieter. Das sind aber auch große Produzenten. Produktionsstätten oder eben Unternehmen, die sehr viel Strom brauchen. Und die kaufen da ein. Und das ist genau, wie man das von allen anderen Börsen kennt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das bedeutet eben auch, wenn unser Anteil an erneuerbaren Energien oder an Energie aus erneuerbaren Quellen wächst, kann man das sehr viel schlechter vorhersagen. Das heißt, wir können ja schlechter planen, wann wird es sehr windig oder wann scheint die Sonne besonders. Das heißt, wenn dann eben gerade sehr viel Energie da ist, fallen die Preise an der Börse und wenn weniger da ist, dann steigen sie. Das ist so mal ganz einfach gesagt das Grundprinzip, womit dieser Strompreis bestimmt wird. Und der Vorteil ist, wenn man tatsächlich ein Angebot macht wie wir, dass wir sagen, wir folgen einfach dem Einkaufspreis, den wir an dieser Börse haben. dann ergeben sich ganz interessante Use Cases und vor allem für Leute, die große punktuelle Verbräuche haben, wie zum Beispiel das E-Auto laden. Das gilt aber natürlich auch für Nutzer von zum Beispiel Wärmepumpen, wenn man eben besonders günstige Zeitpunkte ausnutzen kann. Also wenn wir jetzt zum Beispiel davon ausgehen, wir hatten ja gesagt, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis des Nachts. Die Nachfrage, deutlich geringer ist halt über Tag, heißt nachts sind die Preise häufig am günstigsten. So, jetzt kann man aber natürlich nach Hause kommen und sein E-Auto in die Steckdose oder an die Wallbox anschließen. Und um 18 Uhr tut man das oder so zwischen 17 und 19 Uhr. Und da sind aber eben natürlich alle gerade zu Hause. Da fangen alle an zu kochen. Dann gehen alle Lichter wieder an. Das heißt, da ist häufig so ein Peak im Verbrauch. Dementsprechend sind da häufig die Preise sehr hoch. Das kann man tatsächlich dann umgehen, wenn man zum Beispiel Tipper-Kunde ist. Da könnte man das nämlich sogar automatisiert dann starten lassen, den Ladevorgang. Wenn zum Beispiel nachts um drei Uhr es einfach gerade sehr günstig ist. Also so funktionieren diese Mechaniken. Wir müssen uns da in Deutschland noch ein bisschen dran gewöhnen, weil wir ja jetzt jahrelang mit diesem, dieser Strompreis kostet zwölf Monate im Jahr und 24-7 immer genau das Gleiche bei meinem Stromanbieter. Das Ja, also ist in der Realität nicht so und das wird auch in Zukunft schwieriger, diese Vertragsstruktur beizubehalten, weil eben der Preis sehr viel stärker schwanken wird. Vielleicht noch auch ein Satz dazu, weil das eine Besonderheit ist, die viele Leute auch dann zum ersten Mal hören. Tatsächlich kann es sogar sein, dass der Preis an der Börse ins negative Feld. Das heißt, wenn dann besonders viel Energie da ist, die kann nicht gespeichert werden im Netz, die muss dann verbraucht werden. Das heißt, negative Preise, also In einer direkten Übersetzung würde das heißen, man wird quasi dafür bezahlt, dass man Strom abnimmt. Das ist auch so. Für den Endverbraucher wird das allerdings nie so sein, dass man Geld bekommt, wenn man in dem Moment sein E-Auto lädt. Aber tatsächlich spart man dadurch dann doch diese ganzen Steuern und Gebühren, die da drauf fallen. Das heißt, normalerweise kann man davon ausgehen, dass man so zwischen 19 und 21 Cent Steuern und Gebühren pro Kilowattstunde zahlt. Und da oben drauf kommt dann der Börsenpreis. Wenn dieser dann negativ ist, zahlt man dann zum Beispiel nur 12, 13, 15 Cent die Kilowattstunde. Du siehst schon, da gibt es ganz viele Variablen und Mechaniken, aber gerade für E-Autofahrer ist das eigentlich was, womit man sich mal beschäftigen kann, weil da durchaus interessante Sparpotenziale vorhanden sind.

  12. Sebastian:

    Definitiv.

  13. Marion Nöltgen:

    Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich. Wenn nicht, frag gerne nach.

  14. Sebastian:

    Ich glaube, ich habe es ganz gut verstanden und auch das Zusammenspiel, dass du sagst, man nutzt eben diese Hochphasen der Energiegewinnung aus, beziehungsweise wo man es halt nicht im Netz speichern kann oder wo es nicht im Netz gespeichert werden kann, da wird es halt günstiger abgegeben, was dann eben gerade nachts der Fall ist. Das hört sich ja sehr interessant an. Wenn ich das Angebot von euch jetzt als E-Autofahrer nutzen möchte... Wie beginne ich da am besten? Also wie ist da so ein typischer Ablauf, wenn ich sage, okay, ich interessiere mich für Tibber, ich möchte das im Zusammenspiel mit meinem E-Auto nutzen und möchte vielleicht auch Bilder davon profitieren, nachts um drei mein Fahrzeug zu laden und dann eben im besten Fall weniger Strompreis zu bezahlen?

  15. Marion Nöltgen:

    Ja, um diesen stündlichen Strompreis weiterreichen zu können, müssen wir eine Möglichkeit haben, den Zeitpunkt des Verbrauchs und den aktuellen Preis zu diesem Zeitpunkt übereinander zu legen. Das heißt, dieses Angebot geht gerade nur mit einem smarten Zähler. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die man sich anschauen kann. Man kann einfach mal bei seinem Netzbetreiber nachfragen. Da helfen wir auch gerne. Also da haben wir inzwischen überraschend viele positive Beispiele, dass die Industrie nicht immer ganz so langsam ist, wie man das glaubt. Also das lohnt sich auf jeden Fall, das mal als allererstes zu tun. Sollte der das nicht machen wollen... Dann kann man auch, es gibt private Anbieter, die man wechselt dann quasi seinen Messstellenbetreiber. Das geht genauso, wenn man seinen Schummanbieter wechselt, so kann man auch seinen Messstellenbetreiber wechseln. Dann ist quasi jemand anderes für den Zähler verantwortlich. Der baut dann auch einen smarten Zähler ein. Da gibt es in Deutschland auch zwei, drei Anbieter, die das anbieten. Das ist allerdings nicht ganz günstig. Das wird über die Jahre jetzt mit Sicherheit etwas günstiger, aber aktuell muss man da noch, ich glaube, so um die 100 Euro einmalig und dann 8 Euro im Monat an Messstellengebühr zahlen. Also das ist jetzt nicht ganz günstig. Und dann kann man tatsächlich, wenn man dann Timberkunde ist, kann man dann tatsächlich in seiner App sehr stundengenau anschauen, wie hoch war mein Verbrauch. Da sieht man auch, wenn ich dann die Mikrowelle anschalte, geht der Verbrauch nach oben. Wenn ich die wieder ausmache, dann geht er wieder nach unten. Also das ist ganz gerade für Leute, die sich gerne mit Daten beschäftigen und Und so Selbstoptimierungstendenzen haben. Für die ist das, glaube ich, wahnsinnig spannend. Und da kann ich dann auch eben über den Tag, also wir veröffentlichen die Strompreise auf Stundenbasis für den Folgetag immer so gegen 13, 14 Uhr. des Tages davor. Das heißt, da kann man sich das erstens schon anschauen und man kann dann eben auch entweder seine Wallbox oder das Auto direkt mit unserer App verbinden und sagen, ja, ich stelle das Auto jetzt ab, beziehungsweise das sieht die App selber noch, aber dann kann man einstellen, wann möchte ich denn wieder los. Und dann gibt es einen Schalter, den kann man einschalten, das heißt Smart Charging. Das heißt, dann wird das Auto dann eben so geladen, dass es auf jeden Fall voll ist, wenn man losfahren möchte, aber dann eben genau die günstigsten Stunden ausgenutzt wurden.

  16. Sebastian:

    Vielen Dank. Das heißt aber, also damit ich es richtig verstanden habe, jetzt heute, wir nehmen Donnerstag auf, würde ich gegen Mittagszeit für Freitag die Preise bekommen oder wie ist das? Okay, das heißt, um davon ausgehen, könnte ich dann ja auch sagen, okay, plane ich dann auch schon mal ein, wann ich denn jetzt das E-Auto laden will, wenn ich vielleicht eh daheim stehe und dann da die Möglichkeit habe, kann ich das dementsprechend von 13 bis 15 Uhr vielleicht laden oder nachts von 3 bis 6 Uhr, um da dann eben bestmöglich davon zu profitieren.

  17. Marion Nöltgen:

    Genau, wenn du es tatsächlich einfach an der Wallbox hast und unser Smart Charging eingeschaltet hast, dann macht das das automatisch. Also da musst du gar nichts planen. Dann weißt du, wo man dein Auto lädt quasi. Aber darum kümmern musst du dich nicht.

  18. Sebastian:

    Okay, das ist ja noch besser, dann noch einfacher sozusagen. Für mich, du hattest jetzt eben gerade die Mikrowelle als Beispiel mit reingebracht. Das heißt ja davon, also nicht nur E-Autofahrer profitieren dann sozusagen von eurem Angebot, sondern eben auch, ich sage mal, Autonormalverbraucher, die dann auch nur die standardtechnischen Geräte vielleicht im Einsatz haben, ist für die euer Angebot auch sinnvoll? Oder ist das auch eine Alternative zu den Standardstromanbietern am Markt?

  19. Marion Nöltgen:

    Klar, sowieso. Also ich glaube, jeder, der gerne transparent weiß, was er wofür bezahlt, da ist das auf jeden Fall immer, immer interessant. Auch die Tatsache, dass wir nichts an der Kilowattstunde verdienen, sehen wir, dass das viele Leute, die kein E-Auto fahren, auch überzeugt. Das ist auf jeden Fall so. Was jetzt das Sparpotenzial angeht, nur auf Basis der stündlichen Preise. Ich würde das immer so gerne anders erzählen. Ich streiche das aber auch bei jedem Journalisten immer aus allen Texten aus. Weil die haben normalerweise immer das Beispiel Waschmaschine. Dann kann man die Waschmaschine dann anmachen, wenn es günstig ist. Das kann man auch. Dann spart man auch Geld. Aber es ist überschaubar, weil so eine Waschmaschine kostet an Strom, es kommt ein bisschen aufs Modell an, aber wahrscheinlich so um die 100 Euro im Jahr. Das heißt, selbst wenn man da jetzt 30 Prozent sparen würde, was schon sehr, sehr viel ist, das sind wahrscheinlich eher Richtung 2025. Es hält sich in Grenzen, was man mit stündlichen Preismodellen sparen kann, wenn man jetzt einfach einen normalen Haushalt hat. Da würde man dann halt eher davon profitieren, dass man Stromfresser entdecken kann. Also da könnte man zum Beispiel sehen, also wir ordnen das auch ein, wie viel verbrauchst du in deinem Haushalt, wenn wir das mit Haushalten vergleichen, die ähnlich sind von Quadratmeter und Personenzahl, brauchst du da mehr oder weniger Strom? Das heißt also, alle Haushalte, die jetzt keine großen punktuellen Verbräuche haben, profitieren, glaube ich, eher von der Transparenz und dem Wissen, wo der Stromkonsum vielleicht höher ist, als er sein müsste. Und nicht unbedingt von dieser smarten Steuerungslogik. Also auch da Transparenz. Die Journalisten schreiben das schon mal ganz gerne anders.

  20. Sebastian:

    Das kann ich vollkommen nachvollziehen, dass das Beispiel dann da aufkommt. Ist ja, wenn man sich näher mit beschäftigt, auch erst mal das Nahliegendste, dass man das vielleicht greift. Waschmaschinen haben die meisten Haushalte. Man denkt, dass sie auch viel Energie verbraucht. Aber ich meine, da muss man sagen, das wäre vielleicht vor 30, 40 Jahren noch anders da gewesen. Wenn man da die Waschmaschinen als Beispiel herangezogen hätte, aber mittlerweile mit AA Plus und was es da alles gibt, sind die ja so sparsam unterwegs, dass man da eben nicht mehr den Riesenhebel dafür hat. Das verstehe ich. Deswegen ist immer noch der... Hauptvorteil, ich sage mal, für die Otto-Normal-Verbraucher, wir haben transparent und die Daten, die gegeben sind, um das eigene Stromverhalten, Stromverbrauch sozusagen ein bisschen zu lenken oder da zu sensibilisieren. Und das Einsparpotenzial an sich in messbaren Auswirkungen oder Größen kommt dann tatsächlich durch so große Verbraucher wie eben auch ein E-Auto, das ja dann deutlich steigert. mehr Strom ja auch verbraucht oder lädt, wo ich dann eben auch dadurch von eurem Geschäftsangebot sozusagen profitieren kann.

  21. Marion Nöltgen:

    Ja, absolut, genau. Also wir haben tatsächlich, wir haben jetzt letztes Jahr eine größere Auswertung von unseren Kunden intern gemacht und im Schnitt sparen die so 20 Prozent, nur wenn sie die App haben. Ich glaube, das kann man, weil meine Lieblingsanalogie ist eigentlich immer diese Fitness-Armbänder, wo plötzlich jeder anfängt, 10.000 Schritte zu laufen, bis uns oder bevor uns das noch niemand erzählt hatte, dass man 10.000 Schritte laufen muss und dass jemand zählen konnte, hat das niemanden interessiert. Seitdem gucken da dann doch sehr viele Leute, wie viele Schritte bin ich gelaufen oder diese ich habe den Namen vergessen, aber da gibt es jetzt auch so diese Ringe, wo man seinen Schlafrhythmus messen kann und Also dieses ganze Feld der, ich bekomme Daten zu meinem eigenen Verhalten und kann daraufhin etwas optimieren. Ich glaube, in diese Richtung gehen wir dann tatsächlich, da gehen wir sehr stark auch. Also natürlich ist es ganz toll, seinen Schlafrhythmus zu optimieren und viel sich zu bewegen, ist auch fantastisch. Wenn man das in einem größeren gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang betrachtet, wäre es aber vielleicht noch ein bisschen besser, wenn wir alle 20 Prozent weniger Strom verbrauchen würden.

  22. Sebastian:

    Ja, stimmt. Das ist die richtige Ansage. Und für euch würde es ja keinen Unterschied machen sozusagen, weil ihr habt ja keinen Verlust an diesen 20 Prozent weniger Strom, sondern da kauft man euch dann auch die Mission tatsächlich ab, zu sagen, okay, wir wollen 100 Prozent Ökostrom und auch weniger Stromverbrauch generell, was ja uns allen guttun würde dann. Genau. Leuchtet ein. Jetzt die Frage... Du hast das Stichwort schon Smart-Zähler gesagt, Strompreise, die Börse, dieses ganze Zusammenspiel. Ab wann lohnt sich denn der Umstieg, der für mich heute dieser Aufwand? Ist es sinnvoll, so einen Smart-Zähler erst dann zu installieren, wenn ich tatsächlich auch ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid lade? Oder rechnet sich das auch schon für wieder den Otto-Normal-Verbraucher, der dann eben nur an seiner Waschmaschine vielleicht auch ein bisschen was sparen möchte?

  23. Marion Nöltgen:

    Also das ist natürlich so eine Anwaltsantwort, aber es kommt darauf an. Okay. In dem Fall ist es aber tatsächlich so, weil es kommt sehr darauf an, was für ein Setup du gerade zu Hause hast. Also wenn du noch einen analogen Zähler hast, also diese Drehscheibe, wo einmal dann Punkt, Kilowattstunde oder was weiter klickt und dann muss jemand vorbeikommen und den ablesen. So, wenn sowas noch im Keller hängt. dann muss dieser Zähler ausgetauscht werden, mindestens ein digitaler. Also das ist der, wo eben diese Anzeige digital ist. Der ist auch an sich noch nicht smart. Der kann aber Daten speichern. Und den kann man dann einigermaßen einfach smart machen. Das ist schon mal ein Riesenunterschied. Das heißt, wenn schon ein digitaler Zähler da ist, Dann ist es gar nicht so teuer, dann kann man durchaus, da gibt es so kleine Add-on-Geräte, da kommt im Zweifel von uns demnächst auch was. Die kann man auf diesen digitalen Zähler packen und der sendet dann einfach quasi die Daten zum Beispiel zu uns, kann man aber auch mit anderen machen, sodass man da quasi dann einen Echtzeitverbrauch auch einsehen kann. Diese Dinger kosten viel, ich weiß gar nicht, wahrscheinlich zwischen 100 und 150 Euro einmalig. Das heißt, da ist das sehr überschaubar, was man ausgeben muss. Wenn man jetzt diesen ganzen Zählertausch machen muss und das nicht mit seinem Netzbetreiber machen kann, Dann ist man eben, das hatte ich, glaube ich, eben schon kurz gesagt, weil dann zahlt man einmalig 100 oder 150 Euro und muss dann aber für zwei Jahre einen Vertrag abschließen und acht oder neun Euro im Monat zahlen. Also das ist dann schon aufs erste Jahr gerechnet schon sehr viel. Und danach auch, also wenn man da kein E-Auto hat, dann lohnt sich das preislich wahrscheinlich nicht so richtig, würde ich jetzt vermuten. Das Allerbeste wäre natürlich, wenn wir einfach... mit dem geplanten, von der Regierung im Moment durchaus hart ausgebremsten Rollout der Smart Meter einfach für alle Haushalte endlich mal starten würden. Also wenn wir uns da in Europa umschauen, wir sind ja außer in Deutschland, gibt es uns ja auch noch in Schweden, in Norwegen und jetzt in den Niederlanden bald, da sprechen wir überhaupt über solche Themen gar nicht, sondern da hat einfach jeder Haushalt einen smarten Zähler im Keller. Und kann seinen Stromverbrauch irgendwie smart steuern und nutzen. Genau. Aber das wäre, also sagen wir mal, für alle Leute, die schon einen digitalen Zähler haben, ist das ziemlich einfach und auch überschaubar günstig. Für alle, die wirklich den ganzen Zähler tauschen müssen. Ich würde empfehlen, zum Netzbetreiber zu gehen, weil die tauschen dann und dann steigen die Messstellenbetriebskosten auf der Stromrechnung um drei, vier Euro im Monat maximal. Das heißt, das lohnt sich auf jeden Fall. Wenn man sich selbst darum kümmern muss, ist es wahrscheinlich was für Datenliebhaber.

  24. Sebastian:

    Okay, das ist aber doch eine gute Einordnung von dir, dass man das einfach auch mal so ein bisschen für sich dann einordnen kann und weiß, okay, will ich die Kosten in die Hand nehmen oder nicht? Genau. Weil ich wohne jetzt hier auch in einem Mehrfamilienhaus, da sind noch die analogen Zähler vorhanden. Also für uns wäre das dann schon mal ein bisschen mehr Aufwand. Ich könnte dann aber auch für mich entscheiden, okay, ich will für meine Wohneinheit eben so einen digitalen, smarten Zähler haben und die anderen müssten da dann auch nicht mit, sondern das ist dann tatsächlich... Pro Einheit sozusagen die Entscheidungshoheit oder Entscheidungsgewalt.

  25. Marion Nöltgen:

    Genau, dein Zähler gehört auch tatsächlich nicht dem Besitzer deines Hauses oder deiner Wohnung, sondern der Zähler gehört immer dem Missstellenbetreiber. Das heißt, wenn du den Missstellenbetreiber wechselst, dann kommt da jemand vorbei und baut dir einen neuen Zähler ein, aber das hat nichts mit dem Eigentum irgendwie des Hauses oder des Mehrfamilienhauses zu tun, wo du wohnst.

  26. Sebastian:

    Okay, das ist, denke ich, auch ganz wichtig, dass man diesen Hinweis nochmal gibt, weil es gibt ja doch viele, die in Wohnungen oder Mehrfamilienhäusern untergebracht sind und dann ist es ja doch immer noch so eine Brücke, sich da drum zu kümmern, als wenn das jetzt im eigenen Haus ist, wo man dann doch eher die Gewalt dann nochmal drüber hat.

  27. Marion Nöltgen:

    Ja, absolut. Also wir sehen auch tatsächlich bei uns so zwei Kundengruppen. Wir haben einmal so diese absoluten Kostenoptimierer, die rechnen sich das dann wirklich so über drei, vier, fünf Jahre aus. Wann lade ich wie zu Hause? Dann haben die vielleicht sogar noch Solar auf dem Dach und so weiter. Da wird eine Excel-Kalkulation gemacht und wenn dann genug Ersparnis kommt, dann wird das gemacht. Und auf der anderen Seite haben wir aber auch tatsächlich einfach so die Leute, die sagen, mich interessiert das einfach. Ich möchte mal wissen, wie viel Strom meine Waschmaschine verbraucht oder was passiert denn, wenn ich jetzt das Licht an- oder auslasse. Das ist ja häufig, also ich verbinde da ganz viel mit meiner Kindheit manchmal, dass sich dieses Licht ausmachen soll, wenn ich irgendwo rein- oder rauslaufe. Und wie viel Effekt das dann tatsächlich hat, könnte man mit der App nachvollziehen. Das sind so dann die Leute, die einfach Spaß an Daten haben.

  28. Sebastian:

    Dann bleibt das Licht vielleicht einmal nachts dann doch an, wenn man dann merkt, okay, die LEDs verbrauchen doch nicht so viel. Das Argument wäre dann gleich in Kräfte, das kenne ich auch noch aus meiner Kindheit. Also von daher schon praktisch, da ist man schon wieder ein paar Schritte weiter. Jetzt hast du vorhin noch erwähnt, ihr habt eine Statistik oder ihr habt eine Auswertung gemacht, dass im Schnitt eure Nutzer 20% nur über die App sparen. Das heißt, das bezieht sich dann auch nur auf die Nutzer, die eben von diesem Durchschnittsstrompreis profitieren oder waren das Nutzer, die diesen smarten Zähler im Einsatz haben?

  29. Marion Nöltgen:

    Wir haben das global gemacht. Das heißt, da Schweden und Norwegen beide flächendeckend smarte Zähler haben, wird ein großer... die Anzahl an Leuten, die den smarten Zähler hatten, höher sein. Also das heißt, da ist der Durchschnitt ja einfach ein bisschen verschoben. Es gibt dazu aber sogar wissenschaftliche Studien. Das hat dann gar nicht unbedingt was mit Strom zu tun, sondern es gibt viele wissenschaftliche Studien, die sich damit beschäftigen, was passiert, wenn man etwas Wenn etwas einen direkten Effekt hat, also wenn man eine Aktion hat und man muss sofort dafür zum Beispiel bezahlen. Und was passiert, wenn ich das einfach über einen längeren Zeitraum immer machen kann gleich und ich bekomme erst am Ende eine Abrechnung? Und das ist auch gar nicht überraschend, wenn man das mal für sich selber betrachtet. Wenn ich eine Handlung mache und das hat sofort einen Effekt auf meine Stromrechnung, werde ich wahrscheinlich sehr viel bewusster mit Dingen umgehen. Weil wenn ich jetzt, wenn ich irgendwie was wahnsinnig Verschwenderisches tue und ich zahle dann einfach fünf oder sieben Euro mehr, als im Monat vorher. Oder ich bin einfach ein bisschen bewusster mit manchen Dingen. Wasche zum Beispiel, keine Ahnung, einfach nur einmal die Woche und dafür voll. Stand viermal und nur so halb. Und ich spare dann fünf Euro auf der nächsten Rechnung. Das war ein sehr langer Satz. Die Aussage ist, wenn etwas einen direkten Effekt hat und nicht einfach am Ende des Jahres zum Beispiel abgerechnet wird, dann hat das im Schnitt einen 15- bis 20-prozentigen Ersparniseffekt, weil man einfach so mit der direkten Konsequenz leben muss oder darf.

  30. Sebastian:

    Okay, also das verstehe ich auch vollkommen, dass man diese, ich sage mal, sofortige Belohnung dann ja dann doch eher bevorzugt und die dann als Anreiz nimmt sozusagen, dann auch künftig die wieder erreichen zu wollen, weil wer einmal gelobt wurde, der will das natürlich auch wieder, wenn man diesen Vergleich da einfach zieht. Von daher sehr interessant. Jetzt hattest du noch gesagt, ihr habt oder ihr seid weiter dran, ihr bringt weitere Produkte auf den Markt. So ein Add-on, so ein digitales oder so ein Upgrade dann, wo man auf digitale Zähler draufsetzen kann sozusagen. Wird das dann über euren Shop auch erhältlich sein oder und wann kann man damit rechnen?

  31. Marion Nöltgen:

    Ja klar, wird es. Ja, ich hoffe dieses Jahr. Wir sind ja sehr unbeschadet durch die Corona-Zeit gekommen, weil tatsächlich Strom ja krisensicher ist. Aber Hardware-Produktion hat durchaus etwas gelitten. Das heißt, wir sind da ein bisschen verspätet. Die Beta-Phase läuft dabei gerade. Das heißt, wir haben die ersten Testprodukte bereits in deutschen Haushalten installiert. Also es wird hoffentlich bald losgehen.

  32. Sebastian:

    Schön. Ja, dann sage ich mal vielen Dank, Marion, dass du uns dann den Einblick auf TIPA gegeben hast, wie ihr Strom transparenter macht sozusagen, oder Strom verbraucht dann auch, da zum Sparen sowohl auf Kosten als auch auf Stromseite dazu beitragt. Und bin gespannt, was da dann eben noch künftig kommt und können uns ja vielleicht gerne im halben Jahr dann nochmal austauschen, wenn eure Prototypen dann sozusagen in Serie übergegangen sind und ihr da erste Erfahrungen mit sammeln konntet.

  33. Marion Nöltgen:

    Ja, super gerne.

  34. Sebastian:

    Dann vielen Dank für deine Zeit.

  35. Marion Nöltgen:

    Dankeschön für die Einladung. Schönen Tag euch.

  36. Sebastian:

    Dir auch. Tschüss. Ciao, ciao. Das war es dann also schon mal wieder mit der aktuellen Folge von elektroautonews.net. Ich hoffe, die Eindrücke, Einblicke, die dir Maren und ich in dem Gespräch über TIPA gegeben haben, waren interessant, haben dich vielleicht auch dazu bewegt oder bewegen dich dazu, über den Wechsel zu TIPA nachzudenken oder zu einem vergleichbaren Anbieter eben. Und das Thema smartes Laden eben mehr ins Auge zu fassen. Ich denke, das ist ein Thema, was uns immer mehr beschäftigen wird. Gerade mit der Vervielfalt von E-Autos auf der Straße und entsprechenden Lastspitzen beim Laden wird das doch Stück für Stück in den Fokus rücken, gehe ich stark von aus. Von daher bleibt mir aber nicht viel zu sagen, außer vielen Dank fürs Zuhören bei der heutigen Folge. Dir noch einen schönen Tag und bis demnächst. Ciao.