Gespräch mit Andreas Deimann über E-Mobilität in der Hotellerie

Anfang September ist in meinem digitalen Postfach eine Mail gelandet, mit der Anfrage, ob ich dem Romantik- und Wellnesshotel Deimann, denn nicht einmal einen Besuch abstatten wolle. Vor Ort könne man ein wenig entspannen und abschalten. Aber auch einiges über Elektromobilität in der Hotellerie erfahren.

Dabei sollte das Ganze nicht nur theoretisch vermittelt werden, sondern auch praktisch. Praktisch in dem Sinne, dass ich drei Stunden und 100 Kilometer mit dem Porsche Taycan Turbo S des Hauses unterwegs sein konnte, welcher auch anderen Gästen zur Verfügung steht. Das zu einem äußerst fairen Preis, wenn man bedenkt, auf welchem Niveau man hier den Einstieg in die E-Mobilität wagen kann.

Mehr dazu in der aktuellen Folge. Also gerne reinhören. Es lohnt sich. Versprochen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen rund um die E-Mobilität beschäftigen. Gut, zu ganzem Mittelpunkt steht die E-Mobilität diese Woche nicht, aber hat definitiv eine Rolle gespielt. Warum das so ist, wirst du gleich erfahren. Ich habe ein Gespräch mit Andreas Deimann, einem der Geschäftsführer des Romantik- und Eben für drei Nächte, vier Tage besuchen konnte, einfach ein wenig entspannen, abschalten vom Alltag, aber eben auch einen Blick darauf werfend, was E-Mobilität für Hotels bedeutet. Das erfährt man dann so eher in der zweiten Hälfte des Interviews oder des Gesprächs, welches ich mit Herrn Deimann geführt habe. In der ersten Hälfte beschäftigen wir uns natürlich erstmal mit dem Haus Deimann an sich. Wo kommt es her? Wie hat es sich entwickelt? Und auf welche Veränderungen muss man jetzt auch aktuell und in der Zukunft reagieren? Und E-Mobilität spielt dabei eben auch eine entscheidende Rolle. Zum einen in der passenden Ladeinfrastruktur, welche man im eigenen Hotel aufbaut. oder ausbauen wird, wie es im Fall des Hotel Deimann ist, als auch mit dem Angebot E-Autos für die Gäste, in diesem Fall ein Porsche Taycan Turbo S, als auch mit E-Autos für die Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Und das hat Herr Deimann eben erklärt, was man sich dabei denkt, was man sich davon erhofft und wo die Reise künftig hingehen wird. Von daher übergebe ich jetzt direkt das Gespräch und bin gespannt, was du davon hältst. Hallo Herr Deimann, zunächst einmal vielen Dank für die Einladung in Ihr Haus und die Möglichkeit, das Romantik- und Wellnesshotel Deimann persönlich kennenzulernen. Das Hotel selbst blickt auf über 100 Jahre Geschichte zurück. Möchten Sie uns zu Beginn einen kurzen Blick auf die Geschichte des Hauses ermöglichen, als auch Ihre Person eben vorzustellen?

  3. Andreas Daimann:

    Ja, vielen Dank. Schön, dass Sie da sind und dass Sie uns besuchen und dass wir unser Haus vorstellen dürfen. Die Geschichte unseres Hauses geht auf mehr als 500 Jahre zurück. Zunächst natürlich nicht als Hotel, sondern als Hof. Es war ein Hofgut, ein Landgut hier, was von der Vorbesitzerfamilie über mehrere Jahrhunderte betrieben wurde. Und die Hoferbin hat dann um 1880 herum einen recht wohlhabenden Geschäftsmann, einen Herrn Hilzmann, geheiratet. Dieser Herr Hilzmann war ein Pionier des Tourismus hier im Sauerland und hat dann dieses Hotel zum Wilzenberg 1883 eröffnet und das Gebäude hier an der alten Handelsstraße. die hier Köln und Kassel verbindet und hier durch das Lennetal führt, dieses Hotel eröffnet. Zu Anfang waren die Haupteinnahmequellen eben Handelsreisende, weil, wie gesagt, diese alte Handelsstraße, auf der auch der Pilgerweg, der Jakobsweg liegt, also es gibt ja viele Abzweige dieses Weges, und Handelsreisende als Pferdeumspannstation, als Poststation und das wurde dann ein bisschen abgelöst oder ergänzt um die Jahrhundertwende durch Sommerfrischler, so nannte man Kurzurlauber oder die Urlauber, die aus den Ballungsgebieten in die Naherholungsgebiete kamen. Und dieses Ehepaar Hilzmann hatte keine Nachfahren, die diesen Hof und dieses Haus übernehmen wollten. Es wurde auch immer noch Landwirtschaft betrieben. Es gab neben diesem Hotel, was schon recht nobel war, einen Sägebetrieb, eine Schreinerei, Sägebetrieb auf dem Gelände. Es gab einen Steinbruch, aus dem dann Steine abtransportiert wurden für den Häuserbau. Es gab die Landwirtschaft, es gab die Forstwirtschaft und es gab eben diesen Bereich Hotellerie. Das Ehepaar Hilsmann ließ sich dann pflegen und hatte noch einen Pächter für die Landwirtschaft auf dem Hof. und hatte dann aber das Grundstück zum Verkauf angeboten. Und 1917 hat dann mein Urgroßvater das Anwesen erworben und ist als pensionierter Lehrer mit der Familie und neun Kindern hierher gezogen. Die haben dann das Anwesen hier weiterhin geführt. Allerdings ist anfangs auch die Gastronomie noch nicht wieder in Betrieb genommen. Die erste Konzession für den Ausschank wurde dann 1933 wieder gegeben. Wie gesagt, 1917 wurde es erworben. Da haben wir gerade 100-Jahr-Feier hinter uns vor drei Jahren. So lange sind die Deimann hier in Winkhausen. Und dann hat sich so nach dem Krieg eigentlich erst das immer weiterentwickelt. Es war sogar bis 1974 verpachtete Landwirtschaft hier auf dem Gelände. Es war bis 1978 ein Sägewerk hier auf dem Gelände. Und dann haben eigentlich meine Eltern das Haus jetzt zu dem gemacht, was es heute ist. Indem eben dann in die landwirtschaftlichen Gebäude Zimmer eingebaut wurden. Es wurde, da wo früher der Kuhstall stand, steht heute unser Schwimmbad. Die landwirtschaftlichen Flächen sind im Golfplatz aufgegangen, hier im Golfclub Schmalenberg. Wir haben das Sägewerk stillgelegt und im ehemaligen Sägewerk entstand eine Massagebadeabteilung und die Rezeption. Und so hat sich dann über die Jahre das so entwickelt, dass mittlerweile wir fast ausschließlich oder ausschließlich von der Hotellerie und Gastronomie leben. Wir haben noch ein paar landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Flächen, aber alle Familienmitglieder leben und arbeiten hier im Hotel.

  4. Sebastian:

    Okay, also der Fokus tatsächlich jetzt auf der Hotellerie dann...

  5. Andreas Daimann:

    Naja, klar, Hotellerie, Ferienhotel, Urlaubshotellerie, ganz klar. Wir sind Reiners Urlaubs- und Ferienhotel, haben jetzt noch vor einigen Jahren ein kleines weiteres Hotel im Stadtkern von Schmalenberg gekauft, was nicht weitergeführt wurde von der Familie Störmann, die das über 200 Jahre, fast 250 Jahre geführt hat. Und dort haben wir ein bisschen mehr den Fokus auf Geschäftstouristen. Hier in Winkhausen sind es eben wirklich Urlaubsgäste mit dem Schwerpunkt Wellness, Wandern, Golfen, also eigentlich alles Biken, was man so... in einer schönen Mittelgewichtsregion wie dem Sauerland machen kann.

  6. Sebastian:

    Schön. Also das wäre jetzt genau der nächste Punkt gewesen. Ihr seid ja Rückzugsort dann eben für die unterschiedlichsten Ansprüche von Familien. Man kann aktiv unterwegs sein, man kann aber auch einfach entspannen. Das ist, denke ich, auch so der Fokus. Man kann bei euch auch gut essen, wo wir auch gleich gerne nochmal drauf eingehen können. Wenn ich jetzt hier ins Sauerland komme, dann seid ihr auch tatsächlich das einzige Fünf-Sterne-Hotel hier in der Region. Richtig.

  7. Andreas Daimann:

    Wir sind das erste und einzige Fünf-Sterne-Haus im Hochsauerland. Wir waren, glaube ich, das zweite in Westfalen nach einem Haus im Ruhrgebiet. Aber es gibt eine ganze Reihe gute und lobenswerte Hotellerie und Gastronomie im Vier-Sterne-Bereich auch drumherum. Wir haben ja mit Winterberg und Willingen zwei große touristische Hotspots in der Nähe. Schmalenberg steht dann doch eher für den etwas sanfteren Tourismus, der dann eben eher auch nachhaltig und nicht so auf Party und Feiern und sonstige Events aus ist,

  8. Sebastian:

    Okay, also tatsächlich auf Entspannung, Erholung. Aber durch die Lage des Hotels oder durch die Umgebung hier kann man ja auch aktiv werden. Was bietet sich denn da jetzt an? Würden Sie denn im Sommer Ihren Gästen empfehlen, was sie hier unternehmen können, wenn sie jetzt außerhalb des Hauses aktiv sein wollen? Und was dann so eher in Herbst-Winter-Richtung?

  9. Andreas Daimann:

    Naja, also es gibt im Sommer ganz vielfältige Aktivitäten, aber auch im Winter. Also wir haben, glaube ich, ganzjährig ein tolles Angebot im und um das Haus herum. Der Sommer bietet natürlich mit den Outdoor-Aktivitäten ganz, ganz viele Möglichkeiten. Der Bereich Biken, der Bereich Wandern, der Bereich Golfen. Wir haben 500 Meter entfernt unseren 27-Loch-Golfplatz, Golfclub Schmalenberg und einen 6-Loch-Kurzplatz. Also das bietet sich für den Golfer natürlich an. Wir bieten Wanderwochen an, geführte Touren, jede Woche auch sowieso geführte Touren, dann Wanderwochen, in denen jeden Tag geführte Touren sind. Wir haben auch Bike-Wochen mit E-Bikes, wo wir mit den Gästen losfahren und ihnen hier die Umgebung zeigen. Es gibt die Seen in der Nähe. Es gibt die Möglichkeit, Ausfahrten zu machen.

  10. Sebastian:

    Da kommen wir ja, glaube ich, gleich noch dazu.

  11. Andreas Daimann:

    Und mit E-Mobilität etwas zu unternehmen und die Gegend kennenzulernen. Wir haben eine ganze Reihe an Sehenswürdigkeiten, die zu entdecken es gilt hier. Ob das nur Kirchen sind, ob das Wilzenberg ist als heiliger Berg des Sauerlandes, auch da gibt es kulturell eine Menge zu sehen und zu erleben. Es gibt eine ganze Menge für Familien mit Kindern, ob das nur ein Indoor-Bereich ist, Indoor-Spielplätze. Es gibt ein Kinderferienprogramm in Schmalenberg, wo jeden Tag in den Ferienzeiten auch Aktivitäten geboten werden, von Planwagenfahrten über Hüttenabende oder Hüttenwanderungen und so weiter. Auch da machen wir natürlich im Sommer Barbecueabend an unserer hauseigenen, hotelreigenen Hütte. Da gibt es einen ganzen Blumenstrauß von Möglichkeiten.

  12. Sebastian:

    Da wird einem nicht langweilig.

  13. Andreas Daimann:

    Da wird einem sicherlich auch in 14 Tagen nicht langweilig.

  14. Sebastian:

    Das glaube ich. Und ich hatte vorhin im Imagefilm hier am Fernseher gesehen, ihr habt auch einen eigenen Weihnachtsmarkt.

  15. Andreas Daimann:

    Ja, außerhalb von Corona schon.

  16. Sebastian:

    Klar, gut, okay. Aktuell natürlich nicht.

  17. Andreas Daimann:

    Wir werden den Weihnachtsmarkt, obwohl er... durchführbar wäre mit entsprechenden Auflagen. Aber er hätte sicherlich nicht den Charakter, wie er sonst aufbezogen wird. Und bei uns im Innenhof lebt dieser Weihnachtsmarkt auch von der heimeligen Atmosphäre um den großen Weihnachtsbaum, den wir dann bei uns im Innenhof aufstellen. Und das war uns für dieses Jahr einfach zu riskant. Wir wollten auch da keine Risiken eingehen und haben uns jetzt entschieden, nur einen kleinen, ich will es mal, Winter- oder Adventsmarkt zu machen, wo wir nur ein oder zwei kleine Hütchen aufstellen, wo unsere Gäste ganz individuell zu bestimmten Zeiten der Stundenweise öffnet und dann zu bestimmten Zeiten unseren Gästen für einen Glühwein als Aperitif oder einen kleinen Christollen oder Spekulatius oder so zur Verfügung steht, wo man im Innenhof sitzt. dann zu bestimmten Zeiten dann das genießen kann, aber ganz individuell und mit entsprechenden Abständen, ohne auf einem großen Markt in irgendeiner Weise zusammenzuziehen.

  18. Sebastian:

    Es ist aber schön, dass ihr euch da so, dass ihr nicht sagt, okay, wir machen radikal gar nichts, sondern dann eben diesen individuellen Ansatz und dann eben auch natürlich mit entsprechenden Auflagen, das umgesetzt wird, dass die Gäste zumindest noch davon profitieren können in das Haus.

  19. Andreas Daimann:

    Wir wollen ja trotzdem eine weihnachtliche und schöne Stimmung.

  20. Sebastian:

    Klar, die sollte man so auch nicht verderben lassen, das stimmt schon. Bei uns spielt auch immer das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Nachhaltig sieht man bei euch auch unter anderem in dem Ein-Sterne-Restaurant, die Hofstube Deimann, die ihr habt, wo ihr auch Ja, das hat mal hier was ganz Besonderes halt hier in der Gegend. Vielleicht können Sie zu der Hofstube ein paar Worte verlieren, wie es dazu gekommen ist, seit wann die hier ansässig ist. Und ja, generell einfach mal ein bisschen Ihre Eindrücke da wieder geben.

  21. Andreas Daimann:

    Ja, die Hofstube sind wir eigentlich wirklich eher fast zufällig dazu gekommen. Das heißt, die Hofstube selbst war gedacht als Kochschule. Wir haben also häufiger Nachfragen von Gästen verspürt, die gesagt haben, können wir bei euch nicht mal Kochkurse machen? Dann haben wir das realisiert und dafür mussten dann aber immer Teile der normalen Küche gesperrt werden und das hat immer zu größeren Schwierigkeiten geführt. Im normalen Tagesablauf wurde dann die Küche beeinträchtigt. Und da hatten wir uns entschlossen, eben eine kleine Kochschule einzurichten, wo eben an einem separaten Ort gekocht werden kann, zusammen mit dem Küchenchef und einer Gruppe von Gästen. Und als die Hofstube, die dann Hofstube genannt wurde, diese Kochschule gerade fertig war, Dann haben wir den Kontakt zu Felix Weber, er durch einen Zufall durch einen befreundeten Kollegen bekommen. Er ist hier aus der Nachbarschaft, so 20, 25 Kilometer entfernt, ist er zu Hause und hat dort den elterlichen Gasthof übernehmen wollen irgendwann. Nachdem er hier im Nachbarort im Gasthof Schütte gelernt hatte, ist er auf Wanderschaft gewesen und wollte mit seiner Frau wieder zurück in die Heimat. Aber noch nicht sofort den elterlichen Betrieb übernehmen, sondern für eine Übergangszeit von drei bis vier Jahren noch ein bisschen irgendwo anders kochen. Sich aber schon mal mit seiner Frau, die Brasilianerin, hier bei uns akklimatisieren in der Natur. Und dadurch ist der Kontakt zustande gekommen und er war an vielen Stationen, hat einige Zwei- und Drei-Sterne-Küchen in Deutschland kennengelernt. Und dann haben wir natürlich gesagt, weil immer schon so ein Stück weit uns umtrieb, ob wir nicht reinkommen. Gourmet-Restaurant in irgendeiner Form vielleicht mal angehen sollten. Das war immer mal so, schon als Idee, schon längere Zeit vorhanden, ist dann mal wieder verworfen worden und ist dann mal wieder aufgekommen. Wir haben uns mit dem Gedanken schon längere Zeit getragen und als Felix Weber dann vor uns stand, haben wir gesagt, wir versuchen das mal mit ihm. Und dann haben wir gesagt, wo können wir das machen? Aus der Hauptküche war das nicht, wo ist die Möglichkeit? Dann haben wir gesagt, wir nutzen jetzt eben diese Kochschule, funktionieren die um und nutzen die als Restaurant. Das war dann auf der einen Seite eine sehr gute Entscheidung, auf der anderen Seite nicht so gut, weil die Voraussetzungen mit Lüftungsanlagen und Technik und so nicht so da sind, wie man die aus einer Profiküche kennt. Und wir haben ja auch gedacht, das machen wir ein paar Jahre und dann wird der Felix uns verlassen. Dann müssen wir mal gucken, ob wir das weiter betreiben wollen oder nicht. Aber die offene Küche, die dort ist, also die komplett offene Küche, begeistert eben die Gäste. Man ist in einer tollen Atmosphäre und man sieht wirklich den Köchen komplett auf die Finger. Die haben also keine Möglichkeit, sich irgendwo zurückzuziehen, sondern die werden bei all ihren Arbeitsgängen beobachtet. Das gefällt den Gästen sehr, aber es führt eben auch ein Stück weit dazu, dass die Möglichkeiten, die man dort hat, von der professionellen Arbeit ein Stück weit eingeschränkt werden. Ja, und dann hat sich Felix Weber aber entschlossen, jetzt seinen, den elterlichen Betrieb nicht zu übernehmen. Die haben sich mit der Familie zusammengesetzt und er kann sich jetzt vorstellen, auch langfristig bei uns zu bleiben. Schön. Und das ist auch der Grund, warum wir jetzt für das nächste Jahr andenken, die Hofstube noch woanders hinzuverlegen, um ihm dann auch ein besseres Arbeiten noch zu ermöglichen.

  22. Sebastian:

    Okay, sehr schön.

  23. Andreas Daimann:

    Wobei das offene Küchenkonzept erhalten bleiben soll.

  24. Sebastian:

    Ich wollte gerade sagen, es wäre schade, wenn man das dann... wenn es eigentlich so gut ankommt, dann natürlich auch bei den Gästen.

  25. Andreas Daimann:

    Und Felix kocht natürlich sehr puristisch, kocht sehr klar, sehr viel Heimat verbunden, sehr viele regionale Produkte, die er versucht einzubinden und eigentlich klar strukturiert mit nicht zu vielen Komponenten, sondern sehr, sehr klar und ganz deutlich im Stil.

  26. Sebastian:

    Okay, schön. Hört sich gut an. Deswegen, das wäre jetzt auch meine Frage tatsächlich gewesen, wann denn diese drei bis vier Jahre, die er sich zu Beginn da gesteckt hatte, denn um gewesen sind?

  27. Andreas Daimann:

    Naja, 2016 haben wir uns geengelt, die drei bis vier Jahre wären jetzt um und er hat jetzt im dritten Jahr quasi den Missionärstern und ja, wir hoffen, dass er noch weitermacht und er kann sich auch vorstellen, vielleicht noch einen zweiten zu erkochen.

  28. Sebastian:

    Wäre doch schön, würde mich für euch freuen dann und für ihn auch vor allem. Gut, von diesem Ansatz der Nachhaltigkeit mit lokalen Lebensmitteln, die verwendet werden, kommen wir mal zur elektromobilen Fortbewegung, wo Sie ja vorhin auch schon so angesprochen haben, weil das ja doch zumindest auch ein Teil Anlass unserer Reise hierher war. Und Sie bieten eben nicht nur das vielfältige Programm hier im Haus oder außerhalb vom Aktivsein, sondern eben auch die Möglichkeit, E-Mobilität zu erfahren. Nicht nur durch die E-Bike, sondern auch durch den Porsche Taycan Turbo S, der hier steht, den die Gäste fahren können. Vielleicht können Sie zu dem Angebot ein paar Worte verlieren und wie es denn auch ankommt.

  29. Andreas Daimann:

    Da besteht schon eine gute Nachfrage. Wir haben seit mehreren Jahren schon eine Kooperation mit drei Porsche-Zentren. Einmal in Soest, in Recklinghausen und in Dortmund. Ich glaube Dortmund, Recklinghausen und Soest. Und die haben uns immer schon einige Fahrzeuge zur Verfügung gestellt für unsere Gäste. Und wir haben da so eine Kooperation halt mit Porsche gehabt, dass die ihre Fahrzeuge hier vorstellen konnten und wir die hier vermietet haben. Das war schon seit, ich weiß gar nicht, vier oder fünf Jahren machen wir das. Ja. Und dann kam halt die Idee, als der Taycan drohte auf den Markt zu kommen und wir auch immer mehr hier uns damit befasst haben mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Wir haben eine Tesla-Ladesäule, wir haben drinnen Ladesäulen, wir haben jetzt draußen die zwei am Parkplatz. Es wäre doch eine schöne Möglichkeit, auch ein vollelektrisches Fahrzeug hier zu präsentieren. Und seitdem, es hat ein bisschen gedauert, er sollte schon etwas früher kommen, aber jetzt seit Juni ist er da und er freut sich großer Beliebtheit. Das muss man sagen, er ist ja auch ein wahres Geschoss. Definitiv. Sie haben ihn ja verarren können und ja, da können Sie sicherlich genauso gut was zu sagen wie ich.

  30. Sebastian:

    Das werde ich auch tun, definitiv. Also ich bin sehr überzeugt. davon, das muss ich schon sagen. Macht Spaß.

  31. Andreas Daimann:

    Tolles Auto mit sehr viel Kraft, auch die sofort da ist und übertragen wird. Das ist schon gewaltig.

  32. Sebastian:

    Und gepaart dann mit eurer tollen Umgebung hier, da macht es auch richtig Spaß, auch nicht nur aufs Strompedal zu treten, sondern auch gemütlich ein bisschen durch die Gegend zu fahren.

  33. Andreas Daimann:

    Es gibt tolle Touren, die man erfahren kann und das ist schon schön. Es macht dann auch Spaß, mit so einem Auto mal auch kurvige Landstraßen zu fahren.

  34. Sebastian:

    Das stimmt. Er liegt ja auch gut auf der Straße, das muss man ja Das heißt aber, diese Erfahrung habe ja nicht nur ich gemacht, sondern es wird auch tatsächlich dann von euren Gästen auch angenommen. Es wird nachgefragt und die freuen sich dann auch darüber, dieses Erlebnis angegangen zu sein.

  35. Andreas Daimann:

    Absolut. Also ich habe sehr viele positive Stimmen im Laufe dieses Sommers dazugehört und viele, die wirklich Spaß daran hatten. Es gibt natürlich andere, die sagen, so richtig ohne Sound ist auch nichts.

  36. Sebastian:

    Sehr gut, okay, das kann man nachvollziehen. Ich meine, je nachdem, wo man herkommt oder was der eigene Hintergrund ist. Ich habe mal selbst einen alten Porsche vielleicht gefahren, wo dann der Sound eher der ausschlaggebende Faktor ist. Da ist es schon eine Umgewöhnung, aber ich denke, das hat beides seine Daseinsberechtigung und dann hat man ja trotzdem noch das sportliche Fahrgefühl, was ein Porsche ja auch immer bietet. Das hat man auf jeden Fall. Jetzt haben wir selbst auch schon gesagt, mit den Ladestationen, die Sie auch hier haben, unterschiedlichst Tesla dann die Wallbox-Charger in der Tiefgarage drin, die zwei Porsche Destination-Charger, die vorne sind. Das heißt, ihr merkt auch eine Veränderung bei euren Kunden, dass sie auch tatsächlich mit E-Autos, Plug-in-Hybriden ankommen und da auch ein Bedarf ist, dass die Fahrzeuge geladen werden?

  37. Andreas Daimann:

    Ja, verstärkt. Wir planen gerade oder sind gerade dabei, unsere Parkgarage auch noch zu erweitern. Und werden auch da natürlich verstärkt nochmal Ladestationen vorsehen, weil wir tatsächlich auch spüren, dass viel mehr Hybride unterwegs sind, dass viel mehr rein elektrische Fahrzeuge unterwegs sind und das auch tatsächlich nachgefragt wird. Und da müssen wir natürlich auch die entsprechende Ladeinfrastruktur vorhalten, um dem gerecht zu werden. Das ist schon deutlich zu spüren. Tesla ist ja schon lange auf dem Markt. Die ersten Teslas kommen ja schon seit einigen Jahren immer mal wieder. Und da wir natürlich auch unser Hauptkerneinzugsgebiet, was Gäste betrifft, ist nicht so riesig groß um uns herum, das Kerneinzugsgebiet. Wir haben ja rund 20 Millionen Menschen. Im zweieinhalb Stunden Erreichbarkeitskreis um uns herum. Und von daher ist auch die Entfernung, die man mit dem Auto fahren kann, die haben ja üblicherweise noch nicht so diese Reichweiten wie ein Benziner oder ein Dieselfahrzeug. Aber zu uns kommen dann die meisten Gäste, die zu uns waren, auch mit einem Elektroauto, mit einer Akkuladung gut hin. Man braucht also nicht zwischendurch erstmal eine Stunde oder zwei Pause machen, um nachzuladen, sondern man kommt also gut hin. Und das trägt vielleicht auch dazu bei, dass das Elektrofahrzeug bei uns vielleicht noch mehr zu sehen ist, als es dann eben in den Fernreisezielen ist.

  38. Sebastian:

    Also für die Akkuladung dann wieder gesehen, klar. Nee, schön. Ich habe auch tatsächlich vor, als ich auf Sie gewartet habe, einen Mini Cooper E dann gesehen, der hier auch gerade über den Parkplatz gefahren ist. Also man sieht es auch tatsächlich. Wir sind selbst auch mit einem E-Auto angepeist. Und es ist schön, dass ihr diese Möglichkeit bietet. Können die Gäste dann kostenfrei laden? Wird das mit abgerechnet? Wie handhabt ihr das im Moment noch?

  39. Andreas Daimann:

    Also wir haben die Tesla-Ladestation kostenfrei, die ist von Tesla zur Verfügung gestellt. Die, die wir hier zur Verfügung stellen für fremde Fahrzeuge, die wird abgerechnet.

  40. Sebastian:

    Aber das kann ich dann als Hotelgast, so wie wir es jetzt gemacht haben, wir stellen einfach das Fahrzeug hin. Ihr habt das ja wunderbar angeschlossen, geladen, dann wieder auf den Parkplatz abgestellt und dann wird es einfach über die Hotelrechnung am Ende des Auftalts dann quasi abgerechnet. Aber eben auch nicht so, dass ihr da euch dann in Anführungsstrichen daran bereichern wollt, sondern ihr gebt es fast eins zu eins weiter. Das ist ja schön, dass der Gast dann auch wieder beruhigt mit vollem Akku abreißen kann, wenn er entspannt ist. Jetzt haben wir aber nicht nur den Taycan hier und die Ladestation, sondern auch E-Mobilität Innerhalb des Hotelbetriebs, wo Sie ja auch ein Fahrzeug oder zwei zur Verfügung stellen. Vielleicht können Sie dazu auch noch was sagen.

  41. Andreas Daimann:

    Ja, wir haben uns entschlossen, zwei Team-Cars anzuschaffen, weil dadurch, ich hatte eben erwähnt, dass wir einen zweiten Betrieb haben. Neben diesem zweiten Betrieb gibt es noch das Golfcafé, was wir betreiben am Golfplatz. Wir haben die Waldhütte, von der ich eben auch schon mal gesprochen habe. Und da sind auch häufig Fahrten zwischen diesen Häusern notwendig, Lieferungen sind notwendig, dass Mitarbeiter vielleicht mal dort oder dort aushelfen müssen, hinkommen müssen. Und da haben wir bisher immer Fahrzeuge gehabt oder die Mitarbeiter haben das eben mit ihren privaten Fahrzeugen gemacht und wir haben gesagt, wir schaffen ihnen nun zwei Team-Cars an. mit denen diese Dinge erledigt werden können, mit denen auch mal ein Auszubildender zur Berufsschule fahren kann oder sich das Auto nehmen kann. Und das sind zwei Smart 4x4 mit natürlich rein elektrisch angetrieben. Die haben keine so großen Reichweiten. Die reichen, glaube ich, nur 120 Kilometer. Aber für diese Fahrten reicht das vollkommen aus. Und dadurch, dass wir die Ladestation haben, ist es auch gar kein Problem, die dann eben sofort wieder zu laden. Und ja, das kommt auch ganz gut bei den Mitarbeitern an, weil man dann halt auch immer mal kurzfristig ein Fahrzeug zur Verfügung hat. Und ich selbst nutze es ja auch mal ganz gerne, wenn meine Frau die Kinder abholen muss und unser Auto besichtigt ist, dann nehme ich das auch mal schnell, um zur Bank zu fahren oder irgendwelche Geschäfte im Städtchen zu erledigen. Dann kann man da auch mal eben schnell mit losfahren.

  42. Sebastian:

    Klar, wenn die gerade zur Verfügung stehen. Das heißt aber, die Mitarbeiter, die nehmen das auch an und die sind da auch nicht verstört davon, dass es ihr Auto ist, weil es ja doch nochmal... Vielleicht ein bisschen Umgewöhnung sozusagen?

  43. Andreas Daimann:

    Naja, ein bisschen Umgewöhnung ist das, glaube ich, natürlich. Aber ich denke, man ist da sehr offen, gerade die junge Generation ist sehr offen. Den Älteren fällt es dann schon mal eher schwer. Da weiß man nicht so genau, ob das Auto an ist oder nicht. Ja klar, das Gefühl fehlt dann, das stimmt. und ich erwische mich auch schon mal dabei, dass ich gar nicht weiß, ob er jetzt gestartet ist oder nicht.

  44. Sebastian:

    Da hebe ich auch meine Hand dazu, das geht mir auch immer noch so nicht. Du musst dann lieber überlegen, ist er jetzt an oder nicht.

  45. Andreas Daimann:

    Genau, aber ansonsten ist das alles gar kein Problem, sondern wirklich sehr gut nutzbar.

  46. Sebastian:

    Okay, also da kann ich auch nur die Rückmeldung geben. Gestern hat mich die Kollegin von der Rezeption eingewiesen beim Taycan, also wunderbar erklärt und auch Wenn ich jetzt Laie gewesen wäre, hätte ich mich gut aufgehoben gefühlt. Das habt ihr schon gut gemacht. Dann sage ich mal vielen Dank, Herr Deimann, für den Einblick. Ich freue mich noch, weiterhin Ihr Gast sein zu dürfen.

  47. Andreas Daimann:

    Schön, dass Sie da sind. Ich hoffe, Sie genießen noch die Zeit und haben noch ein paar schöne Tage.

  48. Sebastian:

    Definitiv. Danke. Das war es jetzt also auch schon, der Einblick in das Hotelleben, das Romantik- und Wellnesshotel Deimann. Ich fand es ganz interessant, gerade so die Ansätze für die Ladeinfrastruktur, die Herausforderungen, die man damit hat als Hotel, worauf man sich einlassen muss. Aber auch die Möglichkeiten, quasi E-Mobilität den Gästen auf eine ganz eigene Art und Weise näher zu bringen, für doch sehr fairen Preis. Fand ich äußerst erwähnenswert und war daher froh, nicht nur zu Gast sein zu dürfen in dem Haus, sondern natürlich auch das Ganze irgendwo hautnah spüren zu können. Die entsprechenden Artikel zum Hotel Deimann als auch zum Porsche Taycan Turbo S findest du in den Show Notes. Dir erstmal vielen Dank fürs Zuhören und ich freue mich auch, wenn du nächste Woche wieder einschaltest bei der nächsten Folge des Elektroautomobils.net Podcast. Mach's gut, bis dahin, ciao!