Europa: Plug-In-Hybride und E-Auto-Zulassungen näheren sich an

Matthias Schmidt, Automobil-Analyst aus Berlin, gibt uns die Möglichkeit einen Blick auf die E-Auto- und Plug-In-Hybrid-Zulassungen im ersten Halbjahr für den europäischen Elektroautomarkt zu werfen. Wie in den Monaten zuvor, zeigt sich, dass sich die Zulassungen der beiden Segmente stark angenähert haben. Bis Ende Juni bracht es der europäische Markt auf 215.711 reine E-Auto- sowie 164.063 PHEV-Zulassungen.

Im Podcast betrachten wir, wie sich Elektroauto- und PHEV-Anteil auf Herstellerseite verhalten. Welcher Hersteller mehr auf Teilzeitstromer oder Vollstromer setzt und wie der Anteil an den Gesamtzulassungen des jeweiligen Herstellers bis Ende Juni 2020 aussehen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität in unterschiedlichsten Facetten beschäftigen. Diese Woche spielt Matthias Schmidt, seines Zeichens Automobilanalyst aus Berlin, wieder eine wichtige Rolle in unserem Podcast. Denn in seinem monatlichen Report hat er wieder interessante Zahlen zu E-Autos, Plug-in-Hybriden und so weiter zusammengetragen, die wir jetzt eben auch nochmal gemeinsam näher betrachten. Die Aussage des heutigen Podcasts E-Auto und Plug-in-Hybrid-Zulassung nähern sich immer weiter an. Hierfür haben wir uns das erste Halbjahr am europäischen E-Automarkt angeschaut und haben eben geguckt, wie sich die beiden Segmente stark angenähert haben. So brachte es der europäische Markt bis Ende Juni 2020 auf ungefähr 215.000, knapp 216.000 reine E-Auto sowie 164.000 Plug-in-Hybrid-Zulassung. Jetzt kann man natürlich sagen, okay, wir haben hier schon noch einen immensen Unterschied von den beiden Segmenten, aber gerade wenn man es auf der Monatsebene betrachtet, was wir halt auch gemacht haben, sieht man, dass Plug-in-Hybride immer näher ankommen an die E-Auto-Zulassung. Das hat sich insbesondere im sechsten Monat des Jahres dann eben gezeigt, dass die Plug-in-Hybride zulegen konnten, trotz Corona-Pandemie. Weil man hat in Europa einen monatlichen Zulassungsrekord verzeichnen können von über 42.000 Teilzeitstromern, die eben am Markt registriert wurden. Demgegenüber standen dann 48.800 reine Stromer, also reine E-Autos. Und da sieht man, dass die Differenz schon gar nicht mehr so groß ist voneinander. Jetzt ist es so, dass der Analyst Matthias Schmidt davon ausgeht, dass die Plug-in-Hybride sogar im Juli jetzt die Oberhand gewinnen werden am europäischen Markt. Da nämlich insbesondere Fahrer mit einem Dienstwagen von entsprechend niedrigeren Steuern gegenüber dem Verbrenner profitieren können. In Deutschland gibt es sowas wie die Dienstwagenregelung, wo man nochmal günstiger wegkommt als Verbrenner. Und da sieht er halt einfach ein entsprechendes Wachstum am Markt gegeben dafür. Aber auch... E-Autos werden weiterhin Absatz steigern können, weil eben entsprechende Leasing-Deals am Markt platziert werden sollen, um eben die Fahrzeuge zu verkaufen, um schlussendlich natürlich auch wieder CO2-Flottenwerte zu drücken. Denn diese CO2-Flottenwerte, wie wir wissen, sind mit Ausschlaggebung dafür, dass die Hersteller überhaupt so massiv Plug-in-Hybride und E-Autos auf die Straße bringen, weil sonst Ende 2020 heißt Strafzahlung und das will natürlich keiner von den Herstellern haben. Im letzten Jahr kamen wir in Europa auf knapp 335.000 Einheiten an E-Fahrzeugen, die zugelassen wurden. 2020 sollten die auf über 700.000 steigen. Das wurde natürlich durch die Corona-Pandemie mittlerweile nach unten korrigiert, knapp 20-21%. Und Schmidt geht davon aus, dass wir die 556.000 E-Auto-Zulassungen eben knacken können noch. Und geht halt eben davon aus, dass das getrieben wird durch eine starke Subvention beim privaten als auch beim dienstlichen Kauf von E-Autos und Plug-in-Hybriden, um eben diese CO2-Konformationsziele zu erreichen. Aber wir schauen uns jetzt hier in diesem Podcast einfach nochmal genauer an, wie sich E-Autos und Plug-in-Hybrid-Zulassungen angenähert haben, insbesondere auf der Herstellerseite und welcher Hersteller auf Plug-in-Hybride setzt, welcher auf E-Autos oder wer Zweigleise fährt. Betrachten wir nun also nachfolgend die Plug-in-Hybrid- und E-Auto-Zulassung auf der Herstellerseite. Welcher Hersteller hat eben mehr Teilzeitstrom oder Vollstrom auf die Straße gebracht und wie ist der Anteil an der Gesamtzulassung des jeweiligen Herstellers bis Ende Juni 2020? Sprich, man hat einfach den gesamten PKW-Absatz der jeweiligen Hersteller genommen und hat die ins Verhältnis gesetzt zu den elektrifizierten Modellen. Und kommt dann eben auf den prozentualen Anteil. So um die 5 Prozent, sage ich mal, sind ungefähr notwendig, damit die Hersteller ihre CO2-Ziele erreichen können. Kommt natürlich immer dran auf das Gesamtvolumen auch an. Wir sind im Ranking vorgegangen. Einfach von dem Hersteller beginnen, der die meisten Stromer, Teilzeitstromer abgesetzt hat, bis dann eben an die letzte Position am europäischen E-Auto-Markt. Und es lässt sich eben festhalten, an vorderster Front steht der VW-Konzern, welcher es Ende Juni 2020 auf ein bisschen was über 47.000 reine E-Autos gebracht hat, sowie 31.685 Plug-in-Hybride, die man auf die Straße gebracht hat bzw. zugelassen hat. Und das zeigt uns eben auf, dass im VW-Konzern, da haben wir ja eben Volkswagen an sich, Audi, Porsche, Seat, Skoda mit drin, die Stromer mit einem guten Drittel die Zulassung überwiegen. Betrachtet man das Ganze wieder auf die Gesamtzahl der Zulassung des VW-Konzerns selbst, machen diese sogenannten Steckerfahrzeuge in Anführungsstrichen um die 6,8% aus. Deutlich positiver sieht das da bei Renault, Nissan, Mitsubishi aus. Rein von dem prozentualen Anteil an der Gesamtzulassung landet man da bei 12,9% Anteil, was aber eben daran liegt, dass auch die Gesamtzulassungszahl der Pkw niedriger ist als beim VW-Konzern. Nichtsdestotrotz liegt man mit reinen E-Autos leicht vorm VW-Konzern. Da bringt man es nämlich auf 48.835 E-Autos, die zugelassen wurden. landet im Ranking aber nur in Anführungsstrichen auf Platz 2, weil halt die Plug-in-Hybride nur mit 14.600 Zulassungen aufwarten können. Also da setzt man weniger als die Hälfte ab als der VW-Konzern. Nichtsdestotrotz eine schöne Quote aus unserer Sicht. Auf drei E-Autos trifft nur ein Plug-in-Hybrid, ist doch auch eine Ansage und zeigt, wo Schwerpunkte gesetzt werden, eben bei der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Auf Platz 3 des Rankings landet die PSA-Gruppe. Hier blickt man auf einen fast ausgewogenen Anteil an E-Autos, etwas über 24.000 gegenüber Teilzeitstrom an 18.000, wo man dann eben landet, was zu einem Anteil von 6,1% am Gesamtabsatz führt, aber man Er hat ein relativ homogenes Bild, ist nicht ganz so extrem auseinander wie jetzt bei Renault, Nissan, Mitsubishi oder auch eben bei VW-Konzernen. Die BMW-Gruppe handelt oder wartet mit einem Anteil von 12,1% auf, also wo elektrifizierte Fahrzeuge am Pkw-Absatz ausmachen. Allerdings muss man hier klar sagen, das kommt nicht durch die E-Autos, die abgesetzt werden, weil da setzt man knapp über 11.000 ab. Aber teilelektrifizierter Stromer, Plug-in-Hybrider sind wir bei knapp 30.000. Das heißt... Auf ein E-Auto treffen sozusagen drei Plug-in-Hybride. Also komplett umgedreht zu Renault, Nissan, Mitsubishi. So rein von der Platzierung am Markt oder Positionierung am Markt. Und da sieht man eben auch, wie BMW seine CO2-Vorgaben wohl dieses Jahr erfüllen möchte. Eben über die Plug-in-Hybride gesteuert und weniger über reine E-Autos. Die Hyundai-Gruppe, da verstehen wir eben die zwei Marken Hyundai und Kia darunter. Die drehen das Ganze wieder ein wenig. Da setzt man auf knapp 26.000 Stromer gegenüber 12.000 Plug-in-Hybriden, was einen Anteil von 13,2% am Gesamtabsatz des Unternehmens ausmacht. Was einfach auch wieder daran liegt, dass wir natürlich einen geringeren PKW-Absatz in Gänze hier in Europa haben von den Marken. Das muss man natürlich in einem Verhältnis sehen, dass... Ja, die ausschlaggebende Richtgröße eben auch der gesamte Pkw-Absatz ist, um diese Zahl da einzuordnen. Ja, Teslas Plug-in-Hybrid-Anteil sowie Gesamtanteil an Steckerfahrzeugen am Gesamtabsatz müssen wir wohl, glaube ich, nicht näher beleuchten. Da dürften wir bei genau 100% landen, die die E-Autos am Absatz ausmachen. Und ja, der amerikanische Automobilhersteller nur noch zur Vervollständigung brachte es bis Ende Juni auf 630.652 Zulassungen in Europa. Dahinter im Ranking reiht sich Volvo Cars ein. Da verbirgt sich dann eben Volvo und Polestar dahinter. Die haben fast nur Plug-in-Hybride abgesetzt. Das waren 29.307 bei Volvo selbst und 50 Zulassungen, die bei Polestar eben zugelassen wurden, bei den Plug-in-Hybriden, die eben alle auf den Polestar 1 entfallen sind. das E-Auto mit Verbrennermotor, wie es so schön gesagt wird, weil man eben mit einer viel höheren E-Reich weiter aufwartet als andere Plug-in-Hybride. Nichtsdestotrotz ist es aber auch so, dass langsam oder jetzt gerade im Juni erste E-Auto-Zulassungen mit dazugekommen sind. Das waren 35 bei Volvo sowie bereits 28 bei Polestar für den Polestar 2, der jetzt ja eben seine Runde gerade aktuell dreht und zeigt auf, dass auch da Wachstum ist. Und gerade wenn man dann bei Volvo jetzt langsam in dieses in Anführungsstrichen Massenmarktsegment reinkommt, dürfte da der Anteil doch aufwachsen. Im Moment, wie gesagt, Plug-in-Hybride sind ausschlaggebend. In der Summe kommt man auf 25,6% Steckeranteil an Gesamt-Pkw-Absatz. Also jedes vierte Auto oder knapp über jedes vierte Auto, das bei Volvo Polster zugelassen wird, wird mit einem Stecker ausgeliefert. In der Regel Plug-in-Hybrid. Daimler, Mercedes-Benz wollen wir bei den deutschen Herstellern auch nicht außer Acht lassen. Die kommen in der kleineren Stückzahl mit einer ähnlichen Aufteilung wie die BMW-Gruppe daher. Das heißt, wir haben hier eine stärkere Ausprägung für Plug-in-Hybride, 16.800 ungerade, gegenüber reinen E-Autos mit 9.235, die zugelassen wurden, was auf einen Gesamtanteil von um die 9,1% am eigenen Absatz schließen lässt. Das ist Auch ganz vernünftig, weil wie gesagt hier ein geringerer Absatz dann wieder in Summe dagegen steht, aber auch da ist noch Potenzial zum Wachsen vorhanden und gerade wenn Daimler jetzt mit seiner Plug-in-Hybrid-Offensive im Jahr 2020 oder in der zweiten Jahreshälfte noch aufwartet, als auch mit neuen EQ-Modellen, die ja dann doch kommen sollen in den nächsten 1-2 Jahren, dürfte hier noch Wachstumspotenzial vorhanden sein. Dann wollen wir noch Ford aufführen, die knapp über 7.000 Fahrzeuge zugelassen haben. Ein Gesamtabsatz von gerade mal 2,8%. Das waren nämlich auch nur reine Plug-in-Hybride. Und ein schönes Beispiel immer, wie sich das Ganze noch verteilen kann oder wie ausgewogen so ein Zulassungsverhältnis erscheinen kann, ist eben immer Jaguar Land Rover. Denn da sind die Rollen klar verteilt. Jaguar für die Stromer mit 3.300, 57 Zulassungen für den I-Pace dann eben. Und Land Rover ist für die Teilzeitstromer mit 2.718 Zulassungen zuständig. Und damit landet man ebenfalls bei einem 9,1%igen Steckeranteil am Gesamt-Pkw-Absatz. Das waren jetzt natürlich wieder ein Haufen Zahlen, die da auf dich eingebrastelt sind. Was kann man denn festhalten? Man kann festhalten, dass die Hersteller in Europa zweigleisig fahren. dass in der Regel ein relativ ausgewogenes Bild von Plug-in-Hybrid gegenüber E-Auto-Zulassungen vorhanden ist, dass die Plug-in-Hybride in den letzten 1-2 Monaten stärker gewachsen sind in ihren Zulassungszahlen und dass jetzt aktuell erstmal kurzfristig gedacht wird bei den Herstellern, um eben die CO2-Ziele zu erreichen und da probiert man eben entsprechend günstigere Modelle auf die Straße zu bringen, um das frühzeitig zu erreichen und dann geht es wahrscheinlich eher dran, die teureren Modelle, in dem Fall halt die E-Autos, auch zu vermarkten. Nichtsdestotrotz sieht man das gerade ein breites, breit aufgestelltes Angebot an E-Autos. Ich denke, da ist VW-Konzern mit seinem Seat Mii, dem VW e-Up und auch jetzt dem VW ID.3, der da mit dazukommen wird. ganz gut aufgestellt, weil man doch unterschiedlichste Fahrzeuge für unterschiedlichste Käufergruppen anbietet. Und auch andere Hersteller, nicht nur Deutsche wie BMW und Daimler, Mercedes ziehen danach, sondern man wird versuchen, eben einen Großteil der Segmente zu bedienen, um eben dann auch am Massenmarkt sozusagen Fuß zu fassen, um dann auf lange Sicht den E-Auto-Anteil weiter hochzuschrauben, weil das natürlich für die CO2-Ziele dann noch mal der bessere Hebel ist, als wenn ich da beispielsweise nur mit Plug-in-Hybriden an die ganze Geschichte rangehe. So oder so denke ich, dass du einen guten Überblick bekommen hast, wie es sich mit den Plug-in-Hybriden und E-Auto-Zulassungen in Europa zum Halbjahr 2020 verhalten hat. Wir werden Ende des Jahres dann auch nochmal die zweite Jahreshälfte beobachten oder betrachten und werden dann eben schauen, wie hat es sich entwickelt? Sind die Prognosen eingetroffen? Haben wir tatsächlich die über 550.000 Zulassungen geknackt in 2020 oder eben doch nicht? Wie geht es weiter? Wofür führt es hin? wurden die CO2-Ziele erreicht. Ja, all das wird uns jetzt im zweiten Halbjahr noch beschäftigen. Ich freue mich, dass du heute wieder zugehört hast in der aktuellen Podcast-Folge und würde mich natürlich freuen, wenn du nächste Woche wieder einschaltest. Vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.