Volta Trucks verbindet E-Mobilität mit Trucks-as-a-Service

Im Gespräch mit Ian Kastner, Business Development Manager Volta Trucks

Ian Kastner, Business Development Manager für Volta Trucks in Deutschland, hat sich in dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast mit mir über das schwedische E-LKW Start-Up unterhalten. 2019 in Schweden von Carl-Magnus Norden gegründet wolle man Nachhaltigkeit auf die letzte Meile bringen. Bewusst habe man sich zunächst auf eine Lücke im urbanen Umfeld entschieden.

Der Volta Zero, das erste Modell der Schweden, kommt als 16 Tonner daher und setzt sich somit in die Lücke zwischen klassischem Sprinter und Schwerlast-LKW. Zuletzt konnte durch eine mehrere hundert Millionen schwere Finanzierungsrunde die Basis gelegt werden, um alle technische und geschäftliche Aktivitäten des Unternehmens bis zum Beginn der Serienproduktion des vollelektrischen 16-Tonnen-Fahrzeugs Volta Zero Ende 2022 zu finanzieren.

Wie Ian im Gespräch zu verstehen gibt, sei einer der nächsten Meilensteine die Fertigstellung einer Flotte von Prototypen zur Designverifizierung für die technische Entwicklung und Erprobung sowie einer Flotte von Fahrzeugen zur Produktverifizierung, die Mitte 2022 von Kunden in London und Paris getestet werden sollen. Des Weiteren würden die 230 Millionen ausreichen um die Entwicklung der kürzlich bestätigten vollelektrischen 7,5- und 12-Tonnen-Derivate des Volta Zero zu sichern. Sowie, um die Auftragsfertigungsstätte des Unternehmens in Steyr, Österreich, darauf vorbereiten, die Produktion von Kundenfahrzeugen bis Ende des Jahres aufzunehmen.

Wie der Business Development Manager von Volta Trucks im Podcast ausführt sollen bereits 2023 5.000 Einheiten des Volta Zero vom Band laufen. Im Folgejahr 2024 blickt man bereits auf 14.000 E-Trucks, gefolgt von 27.000 Einheiten im Jahr 2025. Geplant ist, dass das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt sowohl in Europa als auch in den USA tätig sein wird und ein Portfolio von vier Volta Zero-Modellen in Produktion haben, darunter 7,5-, 12-, 16- und 18-Tonnen-Varianten.

Mehr dazu in der Folge. Viel Freude damit!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge beschäftigen wir uns, um genau zu sein, mit Elektro-LKWs. Elektro-LKWs, die vom schwedischen Unternehmen Volta Trucks auf die Straße gebracht werden sollen. Der Volta Zero wird der erste 16-Tonnen-E-LKW sein, der im österreichischen Werk in Steyr vom Band laufen soll. Ab 2023 die ersten 5000 Einheiten, bis 2025 jedes Jahr 27.000 E-Trucks, die dort vom Band laufen. Das und mehr Einblicke hat uns ein Kastner, seines Zeichens Business Development Manager von Volta Trucks hier in Deutschland gegeben und von daher direkt ins Gespräch und viel Spaß damit. Servus Arjen, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Volta Trucks unterhalten, die den E-Lkw neu definieren wollen. Bevor wir da allerdings einsteigen und du ein bisschen was über das Unternehmen erzählst, stell dich doch einfach mal kurz selbst vor. Wer bist du, was machst du bei Volta Trucks?

  3. Ian Kastner:

    Hi Sebastian, vielen Dank für die Einladung erstmal. Ich bin ein, ich bin als BDM hier in Deutschland für Volta Trucks tätig und bin mit meiner Kollegin Selina für den Aufbau der Marke hier sozusagen zuständig.

  4. Sebastian:

    Vielen Dank für die Einordnung schon mal. Und Volta Trucks ist die Marke, über die wir uns heute unterhalten wollen. Kannst du dazu mal ein paar Worte verlieren? Wer oder was verbirgt sich dahinter?

  5. Ian Kastner:

    Klar, also wir sind ein schwedisches Unternehmen, gegründet 2019 von Carl-Magnus Norden und konzentrieren uns auf die letzte Meile Logistik. Wir wollen dafür sorgen, dass so wenig wie möglich an CO2-Ausstoß passiert und mit unserem Truck auch dafür sorgen, dass die Sicherheit des Fahrers sowie auch der Fahrradfahrer und Fußgänger gegeben ist.

  6. Sebastian:

    Carl-Magnus Norden, hast du gesagt, ist der Gründer des Unternehmens, das 2019 ins Leben gerufen wurde. Wie kam er auf die Idee? Hat er immer schon so einen Bezug zur E-Mobilität gehabt oder eben zu dem Transport auf der letzten Meile?

  7. Ian Kastner:

    Er hatte schon immer so einen Bezug zum Transport im Allgemeinen, hat dann aber auch erkannt, dass es eine riesen Lücke gibt zwischen, sage ich mal, den 3,5-Tonner-Sprintern, wie wir sie so üblich kennen, und den großen LKWs oder Schwertransportern, worauf sich die herkömmlichen Hersteller derzeit einfach konzentrieren. Diese Lücke hat erkannt, hat gedacht, okay, cool, lass uns mal mit dieser Idee fortfahren und einen 16-Tonner sozusagen auf die Straßen bringen.

  8. Sebastian:

    Okay, das heißt, man hat sich bewusst dann eben einen Markt rausgesucht, der eigentlich in dem Sinne dann noch gar nicht so existiert hat, sondern sagt, man geht auch bewusst da rein, setzt sich ein bisschen unterhalb von so einem Schwerlasttransporter an und bringt dann aber mit dem 16-Tonner, das ist ja euer Erstes Modell der Volta Zero ist es, glaube ich, sein wird. Schon so, ich sage mal, E-Lkw, Elektro-Lkw auf die Straße dann.

  9. Ian Kastner:

    Genau, richtig. Also gerade im Schwertransporter-Segment haben sich ja andere Hersteller bereits, also nicht etabliert, aber versuchen da Fuß zu fassen. Ebenso wie im Leichtsegment, wie 3,5 Tonnen etc., Und diese Lücke zwischen diesen beiden versuchen wir oder füllen wir mit unserem Voltasi überhaupt.

  10. Sebastian:

    Und ihr kommt jetzt aus Schweden, du hast gesagt 2019 gegründet. Ich sage mal, dann ist es ja nicht so ganz einfach von der Idee, oder die Idee ist ja erstmal gut, die zu finden und zu sagen, man möchte diese Lücke füllen. Aber wie ist es dann vorangegangen? Wie schnell kam er dann voran und wo steht er jetzt eigentlich aktuell?

  11. Ian Kastner:

    Der erste Schritt war einfach ein Konzeptfahrzeug zu entwickeln. Und damit dann auch wirklich weitere Investoren sowie Kunden auch schon zu werben. Wir haben dann auch das ehemalige MAN-Werk in Österreich übernommen, in Steyr, wo wir dann ab 2023 unsere Fahrzeuge oder unsere LKWs auch produzieren können. Und somit auch nächstes Jahr bereits 5000 Fahrzeuge bzw. LKWs liefern können.

  12. Sebastian:

    Okay, das heißt, ihr habt euch tatsächlich selbst, also nicht nur die Idee auf den Markt gebracht und sucht euch einen Auftragsfertiger, wie man es teilweise von anderen E-Autoherstellern kennt, sondern ihr sagt auch bewusst, wir gehen direkt in die Fertigung mit rein und bringen da auch unsere Wissenerfahrung mit ein.

  13. Ian Kastner:

    Genau. Außerdem arbeiten wir mit verschiedenen Lieferanten zusammen, die uns einfach mit ihrer jahrelangen Erfahrung und auch mit den passenden Produkten sozusagen beliefern. Also wir erfinden jetzt nicht das Rad neu, sondern haben einen Lieferanten für Räder, für die Box, für die Batterien.

  14. Sebastian:

    Ja gut, ist klar, dass ihr da nicht von Grund auf anfangt. Aber ich sage mal, ihr seid schon mit der ausschlaggebende Faktor oder Treiber bei der ganzen Geschichte. Habt eure Vision da und setzt sie dann aus den einzelnen Komponenten zusammen.

  15. Ian Kastner:

    Genau richtig, ja.

  16. Sebastian:

    Und du hast vorhin gesagt, ihr wollt den Verkehr auf der letzten Meile beeinflussen. Das heißt, dieser 16-Tonner ist dann wahrscheinlich auch mehr so für den urbanen Alltag, also für den Stadtverkehr gedacht. Oder wie ist das einzuordnen?

  17. Ian Kastner:

    Genau richtig. Die Idee hinter unserem 16-Zone ist die, dass die Unternehmen praktisch die Lieferung von ihrem Depot, meistens der Haushaltezentren, in die Stadt tätigen können und somit auch eine riesen CO2-Einsparung geschieht und wir eine Reichweite beim Volta Zero von bis zu 200 Kilometern haben. Also die Idee ist, Fahrzeug vollgeladen, sowohl mit Ware als auch mit Batterie in die City, in die jeweilige, dort die Auslieferungstour machen, dann wieder zurück und für die nächste Tour sozusagen bereit machen.

  18. Sebastian:

    Okay, da hört sich ja einleuchtend an, 200 Kilometer mag im ersten Moment für E-Autofahrer wenig klingen, aber ich sage mal, in einem Umfeld der Anlieferung oder Lieferung ist das ja schon ausreichend sozusagen für einen LKW, ne?

  19. Ian Kastner:

    Genau, richtig. Also wir haben festgestellt, gerade in der City-Logistik, letzte Meile, ist es völlig ausreichend.

  20. Sebastian:

    Okay, und das heißt, der Volta Zero dann beispielsweise, der würde dann außerhalb zu einem Depot stehen, wird dort immer beladen und geladen werden. Und würde von dort aus in die Stadt dann rein starten.

  21. Ian Kastner:

    Genau richtig. Wobei man je nachdem natürlich auch in der Stadt laden kann. Das ist kein Problem. Man kann den Volta Zero mit einem ganz normalen Typ 2 Ladekabel laden und dabei 22 kW und bis zu 150 kW wieder laden.

  22. Sebastian:

    Und im Endeffekt hast du jetzt gesagt, ihr stellt dann die Trucks zur Verfügung, aber ihr seid nicht dann der Betreiber dieser Flotte sozusagen, sondern ihr wollt dann quasi nur die Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die dann andere wieder nutzen können. Also ihr verkauft schon die Fahrzeuge, ihr werdet nicht Betreiber von der E-Lkw-Flotte sozusagen.

  23. Ian Kastner:

    Genau richtig. Also wir verkaufen die Fahrzeuge bzw. bieten das sogenannte TAS an. Das ist Truck as a Service. Das ist, meine ich, auch so einzigartig derzeit in dem Segment, wo wir unsere Partner begleiten. den Partner begleiten, einfach um den Umstieg von einem herkömmlichen Verbrenner zur Elektroflotte so einfach möglich zu gestalten. Sprich, sollte sich ein Partner für uns entscheiden, kommen wir mit einem Team zum Depot, schauen, analysieren, was muss getan werden an Ladestationen, Strom etc., Und begleiten den Partner, den Kunden bis zur Schulung von den Mitarbeitern, Fahrern, um die optimale Performance aus dem Truck rauszuholen. Das beinhaltet dann natürlich auch so Sachen wie Wartung, Versicherung etc. Es gibt noch Laden und natürlich die Schulung der Mitarbeiter.

  24. Sebastian:

    Okay, das heißt, im Endeffekt geht ihr hin, seid Wegbereiter dann dafür und baut da auch erstmal Hürden ab, die vielleicht jetzt von dem klassischen Diesel-Lkw-Fahrer kommen, der sagen, oh, ich will gar nicht in so ein E-Auto rein oder E-Fahrzeug reinsteigen. Und ihr geht dann auch bewusst vor Ort und setzt euch damit auseinander und räumt da auch diese Hindernisse aus dem Weg sozusagen.

  25. Ian Kastner:

    Genau, richtig. Und erleichtern den Übergang zur elektrischen Flotte auch. so gemütlich wie möglich.

  26. Sebastian:

    Das hört sich doch sehr gut an. Das heißt aber schlussendlich, der Truck wird aber trotzdem verkauft. Das ist nicht jetzt, wie ich es von einem E-Auto auch kenne, dass das ein Abo-Modell ist, sondern ihr sagt, ihr verkauft den Truck und dazu oder ergänzend dazu gibt es eben diesen Truck-as-a-Service-Angebot, Service-Angebot von eurer Seite, wo ihr dann nochmal diese verschiedenen Punkte, die du jetzt eben aufgezählt hast, angeht.

  27. Ian Kastner:

    Ja, also es gibt die Möglichkeit, den Truck entweder ganz normal zu kaufen. Da stehen wir natürlich den Partnern auch fest. zur Hilfe, allerdings nicht so umfangreich wie jetzt, wenn er dieses Truck-as-a-Service abschließt, das ist dann so wie ein, ich sage mal, vergleichbares Leasing-All-Inclusive-Angebot, nur mit ein paar wesentlichen Bestandteilen, die doch ganz wichtig sind, wie die Schulung der Fahrer und natürlich die Side-Audit, um zu gucken, was muss alles getan werden oder was muss auch nicht getan werden.

  28. Sebastian:

    Ja gut, kann ja sein, dass da schon die Hausaufgaben gemacht wurden dann sozusagen.

  29. Ian Kastner:

    Eben, das ist ja heutzutage doch schon oft gegeben. Das merke ich auch, wenn ich mit den Kunden spreche oder Interessenten. E-Mobilität ist gar nicht mehr so ein Thema, wo es so unbekannt ist.

  30. Sebastian:

    Ne, definitiv. Also können wir schon sagen, dass es in der Masse angekommen ist. Von Prinzip her allerdings, ihr habt jetzt Konzeptfahrzeuge vorgestellt, habt jetzt die Firma in Steyr in Österreich übernommen, könnt dort bis zu 5000 Fahrzeuge im Jahr vom Band fahren. Das wird natürlich nicht 2023 in der Höhe dann wahrscheinlich direkt geschehen, aber habt ihr denn aktuell schon Kunden, die ihr auch benennen könnt, wo du sagst, okay, da sind tatsächlich schon reelle Abrufe und Bedarfe da, die ihr dann auch bedienen könnt zeitnah?

  31. Ian Kastner:

    Also der Plan für nächstes Jahr sind definitiv 5.000 Trucks, die wir herstellen wollen in Steyr und dann bis 2025 etwa 27.000 im Durchschnitt.

  32. Sebastian:

    Pro Jahr dann?

  33. Ian Kastner:

    Genau, richtig. Wir haben eine starke Partnerschaft mit Ebeschenka oder Petit Forestier, die bereits einige LKWs bei uns vorbestellt haben. und die auch nächstes Jahr bereits in Produktion gehen. Außerdem haben wir jetzt die ersten Demo-Vehicles sozusagen, die jetzt an unsere Kunden ausgeliefert werden, die dann in verschiedenen Städten in Europa getestet werden, sowohl im Alltag als auch die komplette Nutzung.

  34. Sebastian:

    Okay, also einfach, dass ihr da dann auch, ich sage mal, wenn dann die Serie startet, auch belastbare Fahrzeuge schlussendlich auf die Straße bringen könnt. Und das ist ja jetzt, wir reden die ganze Zeit von dem Volta Zero, das ist der 16-Tonner, mit dem ihr angefangen habt oder anfangen werdet. Darüber hinaus hast du aber auch gesagt, wird es weitere Modelle geben. Kannst du da mal einen Ausblick geben, was denn da geplant ist von eurer Seite aus noch?

  35. Ian Kastner:

    Genau, also nach dem 16-Tonner werden wir mit dem 18-Tonner auf den Markt kommen. Das ist dann auch für 2023, 2024 geplant. Anschließend kommen wir mit dem 12 und 7,5 Tonner auf den Markt. 7,5 und 12 haben wir jetzt schon gemerkt, ist doch die Nachfrage sehr, sehr hoch. Also noch höher als die für den 16 Tonner, weil da die Einsatzmöglichkeiten doch sind.

  36. Sebastian:

    Ich denke, das sind ja auch so diese klassischen Größen, sage ich mal. Deswegen werden sich ja auch andere darauf spezialisiert haben oder was heißt spezialisiert, aber verkaufen ja schon Verbrenner-Alternativen in dem Bereich und können das auf Zahlen, Daten, Fakten unterstützen und sagen, okay, da ist eine Nachfrage da, da elektrifizieren wir. Und für euch ist es, denke ich, auch nachvollziehbar zu sagen, dass ihr das ganze Schritt für Schritt angeht und nicht dann auf einmal vier Modelle vorantreibt, weil das wird ein Unternehmen ja auch nicht zumindest in Exzellenz dann meistern können. Genau richtig. Aber die Kunden, sage ich mal, sind dann schon eher auch immer Flottenkunden, so wie so DB Schenker dann, die angepeilt werden oder verkauft ihr auch Einzelfahrzeuge jetzt an Einzelunternehmer beispielsweise?

  37. Ian Kastner:

    Wir verkaufen auch Einzelfahrzeuge an Einzelunternehmer. Also es ist nicht so, dass wir da irgendwie nur im flotten Bereich tätig sind, wo man mindestens 100 abnehmen muss, sondern wir sind froh über jeden Volta Zero, den wir auf der Straße bekommen, beziehungsweise jeden Volta Zero, den wir auf der Straße sehen. Daher, ob da jetzt ein Kunde sich für einen interessiert oder für 2000, das macht keinen Unterschied.

  38. Sebastian:

    Wie vertreibt ihr den Volta Zero oder die kommenden Modelle dann? Geschieht das online? Habt ihr Stores oder kommen Berater dann bei sowas hin? Also bei E-Autos ist das ja eine andere Dimension, da geht das ja alles sozusagen. Aber bei einem LKW stelle ich es mir eh schon mal schwieriger vor. Wie läuft denn da der Vertrieb ab von eurer Seite aus?

  39. Ian Kastner:

    Ja, das ist richtig. Der Vertrieb von einem LKW ist etwas umfangreicher und komplizierter als bei einem normalen Pkw. Ich denke immer so, ja, bei einem normalen Pkw, da brauchst du ja fast kein Autohaus mehr heutzutage. Da gibt es YouTube etc., um sich da weiterzubilden und dann geht es nur noch ums Bestellen. Bei uns ist es so, wir haben... Für den Anfang jetzt zwei, vier, sechs Metropolen, die wir ins Auge gefasst haben in Europa, wo wir jetzt auch unsere Service-Center erstmal eröffnen werden. Das wird in Deutschland Rhein-Ruhr sein, dann kommt Paris, London, Madrid, Mailand und Randstadt. Und derzeit kann man unseren Volta Zero nur direkt über Volta kaufen. Und da kommt dann ein Berater vorbei, beziehungsweise vereinbart man die ersten Meetings online und schaut dann erstmal, was der Kunde so braucht. Aber es ist doch einfach.

  40. Sebastian:

    Das heißt aber, ihr guckt euch das dann auch tatsächlich erstmal an in so einem ersten Meeting, beschnuppert euch da von beiden Seiten und wenn ihr jetzt das Gefühl hättet, dass der 16-Tonner beispielsweise nicht das ideale Gefährt wäre, würdet ihr das auch auf den Kunden tun und würdet dann vielleicht eher sagen, okay, dann warte mal noch bis eins der kommenden Modelle kommt, 12 oder 7 Halbtonner, die dann vielleicht besser für deine Einsatzzwecke passen.

  41. Ian Kastner:

    Ganz genau.

  42. Sebastian:

    Ja, es ist, denke ich, auch nur sehr fair, da mit offenen Karten zu spielen, damit man da langfristig Partnerschaften knüpfen kann. Und diesen Task Truck as a Service, wird das auch schon angenommen? Also bietet ihr das auch schon aktiv an oder ist das bisher nur, ich sage mal, eine reine Idee?

  43. Ian Kastner:

    Nein, nein, wird aktiv von uns angeboten, wird auch schon angenommen. Erste Bestellungen sind auch schon eingetroffen. Es ist, denke ich mal, persönlich gerade sinnvoll für die Kunden, die wirklich noch nie in Berührung waren mit der E-Mobilität. einfach da nochmal diese gewisse Sicherheit dem Kunden mitzugehen sozusagen und auch ihm bei Rat und Tat beiseite zu stehen.

  44. Sebastian:

    Hört sich sehr gut an. Was sind jetzt so die nächsten Schritte für 2022? Was habt ihr da noch auf dem Plan stehen?

  45. Ian Kastner:

    Wir haben noch ein paar Roadshows geplant. Die letzte in Deutschland war jetzt in Duisburg, wo du leider keine Zeit hattest. Ich denke mal, im Q2 bekommen wir das hin, wo wir dann auch die ersten Demo-Vehicles da haben werden, wo die Kunden oder Partner auch mal eine Runde damit drehen können. Das ist ja immer schwierig, gerade für so einen alteingesessenen Brummifahrer oder Lkw-Fahrer. sich da dran zu tasten und allein schon mit der außergewöhnlichen mittleren Sitzposition, die wir da anbieten, vertraut zu machen. Das ist so der Plan für dieses Jahr. Und natürlich die Demofahrten mit den Vorbestellern, die jetzt dann ihre LKWs bekommen und damit dann auch mal den Alltag testen.

  46. Sebastian:

    Sehr schön. Jetzt hast du eben schon das Thema mittlere Sitzpositionen und vorhin hattest du, glaube ich, auch das Thema Sicherheit für Fahrer als auch für Fußgänger, Fahrradfahrer und so weiter oder Verkehrsteilnehmer nennen, was mal beschrieben. Wodurch unterscheidet sich denn da der Volta Zero beispielsweise von anderen E-LKW? Also warum ist euer Truck sicherer?

  47. Ian Kastner:

    Ja, zum einen ist natürlich die Sitzposition des Fahrers ausschlaggebend. Da hat er eine super 220-Grad-Sicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer. Also sobald du da drin sitzt, wirst du es nochmal merken, wenn du vorbeischaust. Du bist praktisch auf Augenhöhe mit einem Fußgänger. Dann natürlich auch dieses... Die LKW-Fahrer haben doch einen sehr stressigen Job. Einsteigen, aussteigen, hochklettern etc. Bei uns sind es zwei Stufen und zack sitzt du in dem LKW drin, also in unserem Walter. Dadurch hoffen wir natürlich auch, den Job an sich wieder interessanter zu machen. Wie sich so rumspricht, ist es nicht so leicht, neue Talente für Unternehmen zu finden.

  48. Sebastian:

    Ja, das glaube ich. Das ist ja, so wie du sagst, das ist eh schon ein sehr körperlicher Job, auch wenn man eigentlich denkt, man ist nur den ganzen Tag auf der Straße unterwegs. Aber man ist ja doch auch ziemlich angestrengt. Und ich denke, gerade im Stadtverkehr ist gerade dieser Überblick über diese 220 Grad schon immens wichtig, weil du bist ja den ganzen Tag angespannt. muss darauf achten, dass ihr kein Kind vor den Wagen rennt und da ist ja jedes Hilfsmittel oder jeder Ansatz, der das einfacher macht, wahrscheinlich gerne gesehen.

  49. Ian Kastner:

    Genau, dann haben wir natürlich nicht nur die 220 Grad Sicht, sondern wir haben 360 Grad Kamera, Birdview Kamera, Rückfahrkamera, also Alles, um dem Fahrer wirklich die beste Sicht oder die bestmögliche Sicht zu geben. Was natürlich auch nicht zu unterschätzen ist, ist die Geräuschkulisse. Wenn man mit einem herkömmlichen LKW fährt, kann ich mir schon durchaus vorstellen, dass das nach ein paar Stunden auch Stress auslöst. Nicht nur für den Fahrer, sondern auch für die Fußgänger persönlich.

  50. Sebastian:

    Ja, das stimmt. Ich denke, das ist auch immer so was. Man spricht immer über Reduktion von CO2-Emissionen im Stadtverkehr oder generell im Verkehr. Aber diese Lärmemissionen stelle ich mir auch vor, dass das sehr wichtig ist. Gerade wenn man dann so in Großstädte Berlin oder sowas denkt, wo doch viel Verkehr ist, ob es jetzt Pkw oder Lkw sind. Wenn das mal alles in Richtung E-Mobilität shiftet, wird man da, glaube ich, auch eine ganz andere Qualität dann nochmal wahrnehmen im Alltag.

  51. Ian Kastner:

    Ja, das ist richtig. Ich war vor anderthalb Wochen in Paris und da war es auch so, da wurdest du morgens um halb sechs von LKWs geweckt, weil einfach die Geräuschkulisse sehr laut ist.

  52. Sebastian:

    Das stimmt. Dann sage ich erstmal vielen Dank, Arjen, für die Eindrücke, Hintergründe, die du mit uns geteilt hast. Und ich denke, wir vertiefen das Ganze nochmal, wenn ich tatsächlich mal auch in der mittleren Fahrposition von so einem Truck bei euch sitzen darf.

  53. Ian Kastner:

    Das machen wir auf jeden Fall, darauf freue ich mich.

  54. Sebastian:

    Ja, ich mich auch. Danke für deine Zeit. Danke, Sebastian. Bis dahin, ciao.

  55. Ian Kastner:

    Bis dahin, ciao.

  56. Sebastian:

    Das war es ja auch schon wieder, die aktuelle Folge des Elektronischen News.net Podcast. Ich freue mich, dass du eingeschalten hattest und wenn du weitere Infos dazu willst, findest du in den Shownotes den Link zum Artikel mit weiteren Infos, Bildern zum Volta Zero, dem ersten E-LKW von Volta Trucks. Und ja, viel bleibt mir nicht mehr zu sagen, außer schönes Restwochenende, schönen Tag, je nachdem wann du unseren Podcast hörst und bis zur nächsten Folge. Mach's gut, bis dahin, ciao.