VePa - Vertikales Parken und Laden im urbanen Umfeld

Im Gespräch mit Simon Schubnell, CEO und Co-Founder von VePa

Simon Schubnell, CEO und Co-Founder von VePa, hat sich gemeinsam mit seinem Geschäftspartner David Schön dem vertikalen Parken von Verbrenner und Elektroautos angenommen. Gemeinsam mit deren Team wollen Sie vor allem in urbanen Räumen neue Stellflächen und somit auch Freiräume schaffen. Neben dem reinen Parken von Fahrzeugen sollen dort künftig auch E-Autos geladen werden können.

Kunden von VePa seien sowohl Kommunen, Städte, Immobilienentwickler sowie Personen, welche freie Flächen sinnvoll nutzen wollen. VePa selbst starte in unterschiedlichen Ausbaustufen und konzentriere sich zunächst auf Projekte im urbanen Raum, um das eigene Konzept in der Praxis zu erproben. Ausgehend von dort seien weitere Einsatzzwecke vorstellbar.

Neben der optimalen Ausnutzung der Fläche leisten die VePa-Tower einen Beitrag zur Erreichung von Klimazielen und schaffen benötigten Wohnraum. Im Vergleich zu klassischen Tiefgaragen sei die VePa-Lösung um bis zu 98 Prozent nachhaltiger, wie die TU-München herausarbeiten konnte. Darüber hinaus kann die Fläche von rund 300 m² des Towers genutzt werden um eine Fassadenbegrünung anzubringen oder in Zukunft dort Photovoltaik-Module zu montieren, welche einen Teil der benötigten Energie der VePa-Tower liefert.

Die notwendige Energie, welche für die bis zu 22 kW starken Wallboxen verwendet wird, muss dann allerdings aus anderer Quelle stammen. Hier wird man auf Grünstrom setzen, um den Nachhaltigskeitsgedanken nachzukommen. Nachhaltig ist auch das Prinzip des Pop-Up-Towers. So strebe das Unternehmen an bis Ende des Jahres eine Lösung vorzustellen, welche bei Messen, Veranstaltungen und Co. spontan errichtet werden kann. Das alles kann dir Simon aber sicherlich besser näher bringen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge geht es aber nicht nur um E-Mobilität, Ladeinfrastruktur und E-Autos an sich, sondern um das Thema Parken in Städten vor allem. im urbanen Alltag. Für die aktuelle Folge habe ich mir Simon Schubnell, seines Zeichens CEO und Co-Founder von VePa, was für Vertical Parking steht, zu Gast geholt und wir unterhalten uns darüber, wie man mit Parkplätzen, Parksystemen im Paternoster-System mehr Platz schaffen kann auf bereits vorhandenen Flächen und das Ganze dann noch bündeln kann mit Ladeinfrastruktur, also Win-Win auf allen Seiten sozusagen. Aber genug der Vorworte, es geht direkt rein ins Gespräch mit Simon. Viel Spaß bei der aktuellen Folge. Servus Simon, vielen Dank, dass wir uns heute die Zeit nehmen können, uns um das Thema Parken zu unterhalten. Muss ja auch jedes Auto, egal ob E-Auto oder normaler Verbrenner, Diesel sozusagen. Aber ihr habt das Parken mit WPAR noch ein Stückchen weiter gedacht. Bevor wir darauf eingehen, stell dich gerne selbst kurz vor und dann gehen wir ein bisschen mehr auf euer Unternehmen, euer Produkt ein.

  3. Simon Schubnell:

    Ja, hi Sebastian, schön, dass es klappt heute, dass wir uns über das Thema austauschen können. Also mein Name ist Simon, ich bin einer der Mitgründer von VEPA, komme klassischerweise so aus dem kaufmännischen Bereich, also über die Klassiker BWL-Studium, dann mal in den MBA irgendwann den Weg in den Sales-Bereich gefunden, hat mir sehr viel Spaß gemacht, sehr viel Freude gemacht, gute Kontakte geknüpft und ja, dann kam irgendwann die Idee zu VEPA, kann ich vielleicht auch nachher noch ein, zwei Sätze dazu sagen und Seitdem kümmere ich mich jetzt bei uns um viele administrative Dinge, auch viel um Sales-Themen, auch viel um Strategie-Themen und da bei dem Thema Strategie ist natürlich das Thema E-Laden ein Riesentrend. Den werden wir weiter verfolgen und da freuen wir uns drauf.

  4. Sebastian:

    Sehr spannend. VePa, Vertical Parking, steht der Name dafür. Lässt ja schon mal erahnen, worum es geht bei der ganzen Geschichte, aber erklärt doch mal selbst, was euer Produkt und eure Vision ist.

  5. Simon Schubnell:

    Genau, also kurz vielleicht zum Idee-Ursprung, die kam tatsächlich noch, ist eine ganz witzige Anekdote, damals noch über meinen Vater, der hat solche vertikalen Parksysteme in asiatischen Ländern entdeckt, hat mich damit so ein bisschen angezündet und hat gesagt, Mensch, warum gibt es das eigentlich bei uns so nicht so wirklich? Und dann bin ich mit David, meinem jetzigen Mitgründer, in der Corona-Zeit viel spazieren gegangen und das Thema ist immer mehr gesackt und wir haben gemerkt, Mensch, die ganzen Autos in der Stadt, die stehen da rum, wir geben denen so viel Fläche, irgendwie ist das doch alles relativ ineffizient und haben dann gemerkt, diese Systeme bräuchten wir auch in Deutschland, im europäischen Markt, haben da sehr viel Fokus drauf gesetzt, das qualitativ zu verbessern, alle Sicherheitszertifikate zu bekommen. um dann im Prinzip auch in die Vertikale gehen zu können. Und das ist das Konzept. Wir gehen in die Höhe, das heißt auf einer Grundfläche von zwei Stellplätzen am Boden können wir grundsätzlich mal bis zu 16 in der Höhe schaffen. Realistischerweise ist gerade so der Turm mit zwölf Stellplätzen das, was am häufigsten angefragt und auch in die Planung geht. Einfach vor dem Hintergrund, dass wir natürlich immer baurechtliche Regularien einhalten müssen und bei einem 16er Turm muss man noch ein bisschen heftiger mit den Baubehörden ringen, als wir das sowieso schon tun und deswegen ist die Standard-Aussage, dass wir auf der Grundfläche von zwei Stellplätzen am Boden bis zu zwölf in der Höhe entsprechend schaffen können mit unserem System.

  6. Sebastian:

    Und euer Ansatz dafür ist dann tatsächlich, mehr Stellplätze zu schaffen. Jetzt mal unabhängig davon, ob ich mit einem Verbrenner oder E-Auto dort unterwegs bin. Euer Grundsatzgedanke dahinter ist tatsächlich, die Stellplätze zu schaffen, vielleicht mit einer Ausbaustufe in E-Mobilität dann.

  7. Simon Schubnell:

    Genau. Also es kann sein, dass wir in Projekten mehr Stellplätze schaffen. Das ist insbesondere gerade bei unserem jetzigen Use-Casement. mit vielen Wohnungs- und Immobilienunternehmen und so, die müssen einen Stellplatzschlüssel erreichen und wir wollen einfach eine gute Alternative sein statt der Tiefgarage. Dort schaffen wir dann tatsächlich Stellplätze, gerade im städtebaulichen Kontext und auch in der Zukunft wird es aber auch spannend sein, im Prinzip Stellflächen umzuwandeln, also dort, wo bisher einfach in der Fläche geparkt wird, wo viel Fläche am Boden versiegelt ist, wo die Autos einfach am Boden stehen. dass wir das im Prinzip sehr smart in unserem Turm abbilden können, haben dann da einen relativ kleinen Footprint nur von den zwei Stellplätzen am Boden und können die Fläche freimachen für andere tolle Sachen, vielleicht auch ein bisschen mehr Grünfläche oder andere lebenswerte Fläche in der Stadt.

  8. Sebastian:

    Ja, hört sich auf jeden Fall ehrbar an und auch ein guter Ansatz dafür. Jetzt hast du eben gerade die Tiefgarage noch genannt. Ich glaube, da seid ihr ja auch ein ganzes Stück weit nachhaltiger, wenn man das Ganze mal so betrachtet. Wenn ihr jetzt zwei Stellplätze dann in die Höhe oder ich mache da so einen Betonbunker da unter der Erde. Kannst du das mal noch einordnen? Habt ihr das auch so in Betracht gezogen?

  9. Simon Schubnell:

    Ja, Bett und Bunker ist echt ein gutes Wort. Ich nenne es auch ganz gerne so eine unterirdische Kathedrale für die Autos. Also wir haben da wirklich viele, viele Bausünden aus meiner Sicht begangen in den letzten Jahren. Da wurde weniger nachgedacht über die Klimaziele, über CO2-Bilanz und das ist natürlich gerade so das Thema der Zeit. Und da ist es einfach so, dass einfach wahnsinnig viel Material gebraucht wird. Du brauchst Zufahrtswege, du brauchst manchmal eine Weißwandentechnik, um das Ganze abzusichern gegen Grundwasser und generell verbrauchst du einfach sehr viel Baustahl und sehr viel Beton, der halt durch den hohen Zementanteil einfach ein riesen CO2-Treiber ist und wir haben es jetzt mal ausrechnen lassen mit der TU München zusammen auch. dass wir im Prinzip jetzt mal auf den Stellplatz betrachtet, mit einem Turm pro Stellplatz runtergerechnet, im Vergleich zu einer Tiefgarage dann tatsächlich einen 98% geringeren CO2-Footprint haben. Die Zahl hat uns auch überrascht, aber liegt einfach daran, dass wir generell sehr, sehr wenig Material nur brauchen, auf Rampen, Zufahrten etc. verzichten können und deshalb durch den Stahlfachwerkbau so leicht wie möglich halten können und dadurch ergibt sich dann dieser sehr gute Footprint.

  10. Sebastian:

    Das ist definitiv eine Ansage, 98 Prozent geringer, muss man erstmal hinbekommen.

  11. Simon Schubnell:

    Ja, das ist echt ein spannender Einsatz tatsächlich, ja.

  12. Sebastian:

    Und du hast die TU München erwähnt, mag auch daran liegen, ihr seid ja auch im Münchner Raum unterwegs, wenn ich es richtig habe. Und München ist ja auch an sich, glaube ich, ein ganz gutes Zielgebiet für dieses Stellflächenumwandeln in der Stadt, im urbanen Alltag, da eben Stellflächen besser nutzen zu können. Ja.

  13. Simon Schubnell:

    Absolut, genau. Wir sind auch eng verbandelt mit der TU München, waren da in vielen Programmen drin und fühlen uns in München sehr wohl, haben auch unseren Sitz hier in München. Und wie du sagst, gerade München denkt sehr viel darüber nach, wie man die Stadt nachhaltiger gestalten kann, hat sich hohe Klimaziele gesetzt und da spielt es halt auch eine große Rolle, wie gehen wir mit dem Thema Parken um, also mit dem Rundenverkehr. Da sind wir mit vielen Ansprechpartnern der Stadt auch im Austausch und werden da auch hoffentlich spannende Projekte umsetzen. Also gerade haben wir einen starken Fokus regional hier auf München und auf Bayern. Aber auch einige Projekte in der Planung jetzt darüber hinaus, beispielsweise in Karlsruhe, aber auch in Berlin, also wollen dann natürlich relativ schnell dann auch zumindest im deutschen Markt Fuß fassen und das Ganze dann schnell auch größer denken in weiteren europäischen Ländern, weil auch da ist Fläche meistens knapp und es werden effiziente Stellplatzlösungen auch gesucht.

  14. Sebastian:

    Das bietet sich auch an, wenn man so eine Lösung dann einmal hier projektiert hat, die dann auch ein Stück weit weiterzubringen in die Masse oder in den Markt hinein. Also wie du sagst, Städte gibt es wahrscheinlich genug, die den Bedarf sehen, um da noch mehr Stellplätze zu schaffen dann schlussendlich. Genau. Aber wir hatten es im Vorgespräch schon mal drüber, dass ihr jetzt über den reinen Stellplatz hinaus natürlich auch denkt. Also nachhaltig war jetzt schon das Stichwort im Vergleich zu den Betonbunkern oder der Kathedrale unter der Erde für die Autos, wie du es so schön genannt hast. Aber euer Turm, nenne ich jetzt mal, oder euer Vertical Parking bietet ja auch die Möglichkeit, dass man die Fassade funktional gestaltet. Vielleicht kannst du dazu auch ein paar Worte verlieren.

  15. Simon Schubnell:

    Grundsätzlich ist da alles möglich, was die Fassadengestaltung angeht. Was wir sehr spannend finden und jetzt auch häufig in Planungen haben und auch umsetzen werden, ist eine klassische Fassadenbegrünung. Da gibt es ganz unterschiedliche Systeme. Kann man jetzt auch, glaube ich, gar nicht so in die Tiefe zu gehen. Hat aber den großen Vorteil, dass es im Prinzip auch nochmal eine zusätzliche Grünfläche schafft, eine zusätzliche Verdünstungsfläche. Und wenn du bei einem 12er-Turm dir die Gesamtfläche anschaust, die man potenziell begrünen kann, dann sind das tatsächlich an die 300 Quadratmeter. Also wirklich eine nicht so vernachlässigende Fläche, die man als Zusatzgrünfläche darstellen kann. Das steigert das Mikroklima in Städten und wird mit Sicherheit auch in Zukunft immer mehr bei vielen anderen Gebäuden auch der Fall sein. Darüber hinaus ist es sehr, sehr spannend und da arbeiten wir auch gerade eng zusammen mit einem Hersteller für Solarmodule für die Fassade, also Photovoltaik auf dem Dach ist jetzt natürlich sofort schon möglich, für die Fassade sind wir gerade in engen Abstimmungen und Entwicklungen, das wird Ende des Jahres auch möglich sein, dass man da halt, je nach Standort dann auch den Turm so viel wie möglich oben, aber auch an der Fassade mit Photovoltaik verkleidet, um da halt eine sehr gute Energieeffizienz und auch eine gewisse Autarkie des Turms dann hinzubekommen.

  16. Sebastian:

    Also auch nochmal zwei zusätzliche Win-Wins sozusagen für den urbanen Alltag dann, wenn ihr euch da aufstellt. Ich finde es gerade besonders spannend, auch diese Fassadenbegrünung. Jetzt mal rein von dem Nutzen für die Natur ist es ja auch fürs Auge dann doch nochmal eine Spur schöner, wenn ich es jetzt auch da wieder mit dem klassischen Parkhaus vergleiche. macht es dann doch noch mal einiges mehr her.

  17. Simon Schubnell:

    Und die Akzeptanz am Ende wird immer, wird sehr entscheidend sein, ob es von den Bürgerinnen und Bürgern der Städte auch angenommen werden. Und wenn ich mir so vorstelle, also wenn jetzt bei mir in der Nähe ein Weber-Turm stehen würde und der wird jetzt nicht so hübsch aussehen, dann wird es mich wahrscheinlich eher stören. Wenn es aber eine tolle, funktionale Fassade ist, die am Ende auch was hermacht und der Nutzen für alle da ist. dann glaube ich, haben wir auch eine gute Chance, dass wir in Städten akzeptiert werden und dass wir städtebaulich dann auch bald einfach dazugehören werden.

  18. Sebastian:

    Und ihr unterstützt das Ganze auch, indem ihr da nochmal einen Benefit noch mit reinbringt, indem ihr sagt, okay, E-Mobilität hat auch eine wichtige Rolle oder eine Rolle, die in Zukunft weiter verstärkt ausgebaut wird. Also ihr wollt eure Vertical Parking-Stellplätze auch mit Ladeinfrastruktur ausrüsten. Vielleicht kannst du auch dazu mal ein paar Worte verlieren, wie das Ganze denn funktioniert.

  19. Simon Schubnell:

    Wir kommen jetzt also wirklich klassisch von dem, wir lösen ein Schnellplatzproblem der Immobilienwirtschaft. Damit werden wir die ersten Projekte umsetzen, aber merken natürlich, und das war auch schon früh auf der Agenda, dass der Ausbau der E-Ladepunkte sehr, sehr wichtig sein wird, insbesondere im urbanen Raum. Und wenn man sich gerade so die Zahlen anschaut, ich habe auch in dieser KfW-Studie das Ganze mal nachgelesen, dass da 43 Prozent der Leute sagen, ich kaufe mir kein E-Auto, weil da einfach auch kein Schnellplatz da ist. Also da kommen irgendwie mehrere Sachen zusammen, gerade in der Stadt, im urbanen Raum und wir lösen im Prinzip ein Platzproblem mit unserem Produkt und wenn wir jetzt noch dann auch ein E-Lade-Problem lösen können, dann ist das natürlich ein Win-Win und da ist die Roadmap die, dass wir gerade mit 22 kW Wallboxen auch Fahrzeuge laden können. Das wird von der Umsetzung her jetzt bei den ersten Projekten bis Ende des Jahres so weit ausgereift sein, dass wir die ersten elektrifizierten Stellplätze haben in unserem Turm. Und dann wird relativ schnell auch der Shift bei uns kommen, dass wir mit unseren Türmen auch so gesehen Ladehubs, Charginghubs, um das irgendwie neudeutsch zu beschreiben, in Städten im urbanen Raum zur Verfügung stellen können, um da halt im Prinzip dann wirklich die E-Ladepunkte schaffen zu können, die wir in der Zukunft dringend brauchen werden.

  20. Sebastian:

    Ja und wer, also setzt ihr das alles alleine um und betreibt dann diese Charging-Hubs an sich oder macht ihr das mit Partnern zusammen, die jetzt sagen, okay, wir hätten hier einen Platz, da können wir es draufstellen, sei es jetzt private Investoren oder Städte, Kommunen beispielsweise, also wer ist euer Kunde, wenn man das denn dann so sagen darf?

  21. Simon Schubnell:

    Ja, das ist tatsächlich eine sehr spannende Frage mit keiner ganz klaren Antwort. Es gibt verschiedene Ansatzmöglichkeiten und wir werden die alle verfolgen. Wir werden zum einen Kunden, also Endkunden davon, enablen so gesehen, dass sie der Betreiber sein können. Also das heißt, ich bin Grundstücksbesitzer, habe irgendwo eine Baulücke. Und sage, Mensch, da kann ich jetzt nicht wirklich eine Wohnung hinbauen, aber einen Parkturm und den zu betreiben und damit auch noch Infrastruktur zu schaffen, das finde ich gut. Das wird ein Case sein. Und wir suchen aber selber auch sehr aktiv natürlich nach Standorten, sprechen mit potenziellen Standortpartnern wie Städten. Das kann aber auch der Einzelhandel sein, die einfach Flächen zur Verfügung haben und reden dann über im Prinzip eine Art Pachtvertrag, die man mit denen hat. Und wir werden dann die Tower auch wirklich als Operator betreiben. Und dann aus den Einnahmen entsprechend uns auch finanzieren. Also das sind so die Möglichkeiten, die wir geben können. Und es wird von der Strategie her so sein, dass wir zunächst mal mit einer geschlossenen Nutzergruppe anfangen werden. Das ist einfach von den Operations etwas einfacher zu handhaben. Und wenn wir das gut in den Griff bekommen haben und dann eine tolle Experience auch bilden können, dann werden wir das Ganze auch so öffnen, dass es tatsächlich dann auch irgendwann ganz frei öffentliche Ladepunkte sein werden.

  22. Sebastian:

    Ja, also schön, dass ihr euch da so breit aufstellt und dann schaut, wohin euch der Markt trägt oder wo auch denn tatsächlich der Bedarf schlussendlich ist. Jetzt hattest du vorhin noch erwähnt, dass 22 kW Lade vorgesehen sind. Ist das aber nicht auch abhängig dann von dem jeweiligen Standort und auch mit dem Stromnetz? Ich sage mal, in der Stadt, in München kann ich mir das schon eher vorstellen, als wenn ich das Ding jetzt vielleicht ein Stückchen weiter außerhalb irgendwo aufstelle. Wird ja wahrscheinlich auch einen Einfluss darauf haben.

  23. Simon Schubnell:

    Ja, natürlich. Und das ist auch, da haben wir ein sehr spannendes Partner-Startup, mit dem wir eine gute Standortanalyse machen können, wo viele Faktoren mit einfließen. Und da ist dann auch zum Beispiel die Trafo-Nähe, die wir mitbestimmen können, um da halt wirklich Standorte zu finden, wo vielleicht auch in der Zukunft mal mehr möglich ist als die 22 kW. Aber du sprichst ein wichtiges Thema an. Die Infrastruktur in Städten, was den Strom angeht und auch insbesondere in Städten, ist natürlich etwas veraltet, um es mal vorsichtig zu formulieren. Und deswegen werden wir nicht überall mit vollen 22 kW auf allen zwölf Gondeln laden können. Da wird es immer Abstriche geben. Das ist dann aber tatsächlich einfach ein Punkt, der von den Stadtwerken und den Städten dann auch in Zukunft gelöst werden kann und muss. damit halt einfach noch mehr und schnellere Ladepunkte geschaffen werden können.

  24. Sebastian:

    Ja gut, die gleiche Herausforderung hast du jetzt auch im klassischen Tiefgarage oder Parkhaus dann schlussendlich auch da, wenn da alle Plätze belegt sind, wirst du da ja nie unter Volllast dann die volle Ladeleistung von 22 kW schlussendlich erhalten. Also mit dem Problem werden ja auch eure Marktbegleiter, die parken, vielleicht noch ein wenig altmodischer denken sozusagen, zu kämpfen haben.

  25. Simon Schubnell:

    Genau, und da ist es auch meistens so, da gibt es ja den Bestand schon, also es werden momentan ja keine mehr oder wirklich zu vernachlässigen wenige Park Garagen oder Tiefgaragen jetzt in Städten wie München beispielsweise gebaut, weil auch da die Aussage ist, man versucht eher den Individualverkehr des Fahrzeugs zu reduzieren. Das heißt, da greift man sehr stark auf Bestand zurück und beim Bestand ist es natürlich auch so, dass da jetzt sehr schwer ist, Ladeinfrastruktur nachzurüsten, genau aus dem Grund, was wir bei uns als großen Vorteil sehen, ist, dass wir halt aktiv jetzt in der Standortsuche wirklich dann diese Trafone ja auch mit reinbringen können, um dann halt potenziell da jetzt noch die Lücken zu füllen, die wenigen Lücken, die es noch gibt, dass wir die dann halt einfach auf eine effiziente Art und Weise auch nutzen, um halt den Wandel in der E-Mobilität dann auch hoffentlich in Städten so schnell wie möglich umsetzen zu können.

  26. Sebastian:

    Aber auch außerhalb von Städten oder in anderem Umfeld habt ihr ja geplant, dann auch E-Mobilität zu unterstützen, gerade diese Charging Hubs, die du jetzt vorhin im Urbanraum erwähnt hattest. Gab es ja mal den Gedanken im Vorgespräch zumindest auch sogenannte, wie heißt es, Pop-up-Store ist jetzt vielleicht das Falsche, aber damit würde man es vergleichen, dass ihr da eben auch eine mobile Variante von eurem W-Pass dann an den Start bringt. Vielleicht magst du dazu ein paar Worte verlieren, ob das denn immer noch so der Fall ist und wo denn dann auch da der angedachte Einsatzzweck dafür wäre.

  27. Simon Schubnell:

    Das ist tatsächlich immer noch angedacht. Allerdings stellt uns das statisch vor einige Herausforderungen. Man muss sich immer vorstellen, dass wir da ja schon einige Lasten bewegen, wenn da drüber Fahrzeuge drin sind, auch Fahrzeuge. bestenfalls alles Elektrofahrzeuge mit einem etwas schwereren Akku drin und dann, damit das irgendwie alles sicher steht, ist das relativ, und auch bei einer Höhe von dann zwischen 15 und 16 Metern, kann man sich schon vorstellen, wenn da Windlasten angreifen, ähnlich ist das, jetzt einfach mal so den Turm hinzustellen, nicht ganz so easy, man braucht da ein Fundament und wir arbeiten da gerade aber sehr intensiv dran, auch mit mit verschiedenen Experten, dass wir da wirklich zu so einer mobilen Lösung hinkommen, also dass man dann vielleicht so eine Art, man kennt das von großen Baukrähen, die unten auch so eine Art Ringmanschette drum hat, dass man da auch über eine Anpassung der Konstruktion wirklich mal an den Punkt hinkommt, dass wir unsere Türme sehr mobil realisieren können. Stand jetzt können wir die schon in fünf Tagen auf- und abbauen, aber wir brauchen halt natürlich ein Fundament. Und wenn wir das schaffen, dann wird es sehr, sehr spannend sein, auch bei kurzfristigeren Sachen. Ich meine, ich bin jetzt hier in München, da muss natürlich das Stichwort Wiesen fallen, dass man da also auch bei solchen großen Events auch mal noch Ladekapazitäten oder Parkkapazitäten dann schaffen kann. Das ist so das große Ziel, wird aber realistischerweise bis Ende des Jahres noch dauern, damit wir da wirklich einen großen Schritt weiter sind.

  28. Sebastian:

    Wobei Ende des Jahres ja schon relativ greifbar ist. Ich meine, Zeitpunkt der Aufnahme, 30.06. Wir haben die Hälfte des Jahres schon hinter uns und es ist ja schon ein ordentliches Tempo dafür. Wenn wir das vielleicht zum Abschluss dann auch nehmen, du hattest jetzt eingangs erwähnt ja Projekte München, Karlsruhe, Berlin. Was wird denn das erste Projekt planmäßig sozusagen sein, wo es fertig ist, damit das dann auch beispielsweise unsere Elektroautofahrer, Fahrerinnen vor Ort dann auch mal betrachten können? Sei es nur zum Parken oder dann vielleicht schon zum Laden?

  29. Simon Schubnell:

    Ja, da sind gerade tatsächlich, es ist ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Standorten. Das ist einmal ein Standort in Freising und zwei Standorte hier in München tatsächlich. Die gerade, da ist noch einfach, die liegen bei den Baubehörden und da ist bei allen die Aussage, ihr bekommt das Baurecht. Wir fangen allerdings dort dann an mit unserer, die Installation dann an, wenn halt wirklich auch das Baurecht da ist. Und das entscheidet sich jetzt also gerade, könnte sich gerade jetzt wirklich jeden Tag entscheiden. Das heißt, da warten wir noch auf die Rückmeldung. Aber falls jemand aus Berlin sich bis Ende des Jahres gern mal sowas anschauen möchte, dann kann er sich schon ziemlich sicher sein, dass es Richtung Süden gehen wird. Also mit einer sehr, sehr großen Wahrscheinlichkeit werden wir hier in und um München unsere ersten Projekte dann auch realisieren. Aber wie vorhin schon gesagt, gerade Berlin ist auch soweit schon an der Planung vorausgeschritten, dass wir da spätestens Anfang des nächsten Jahres auch ein Projekt umgesetzt haben. Und dann glaube ich, hat man schon mal zwei ganz gute Cases, die man sich anschauen kann und sich selber ein Bild davon verschaffen kann.

  30. Sebastian:

    Das werde ich auf jeden Fall mal machen, wenn ich dann München unterwegs bin oder nächstes Jahr dann in Berlin sozusagen, um dann mal einen eigenen Eindruck davon zu bekommen. Dir vielen Dank für deine Zeit, die Eindrücke hinter die Kulissen von VePa und ich würde sagen, wir tauschen uns einfach nochmal aus, wenn ihr ein paar Schritte weiter seid, wenn die ersten Türme sozusagen stehen und auch die erste Rückmeldung dann sozusagen von der Masse, von den Fahrern und da egal, ob Verbrenner oder E-Autofahrer, dann einfach angekommen ist.

  31. Simon Schubnell:

    Ja, sehr gerne. Also Sebastian, bist du hiermit eingeladen? Wenn der erste Turm steht, bist du dabei und dann können wir da gerne nochmal unsere Gespräche fortsetzen.

  32. Sebastian:

    So machen wir das. Vielen Dank für deine Zeit, Simon.

  33. Simon Schubnell:

    Mach's gut. Mach's gut, ciao.

  34. Sebastian:

    Das war sie also auch, die aktuelle Folge mit Simon Schubnell von VePa. Und wir haben einen Einblick darauf bekommen, wie sich das Parken in Zukunft eben noch gestalten kann. Nicht nur in die Breite, sondern vor allem in die Höhe und das noch in Verbindung mit zusätzlicher Ladeinfrastruktur. Win-Win für alle Situationen, für alle Beteiligten sozusagen und vor allem für E-Auto-Fahrer, Fahrerinnen. Dir vielen Dank fürs Zuhören bei der aktuellen Folge und ich freue mich, wenn du kommende Woche wieder einschaltest, wenn die nächste Folge des elektronischen News.net Podcasts an den Start geht. Mach's gut, bis dahin, ciao.