WAVE Trophy - Interview

Im Gespräch mit Louis Palmer von WAVE Trophy

Im gemeinsamen Gespräch mit Louis Palmer habe ich mich über die WAVE Trophy unterhalten. Bei dieser handelt es sich um die grösste E-Mobil-Rallye der Welt. Diese wird 2019 erneut zweimal ausgetragen. Einmal davon in Deutschland.

Mit der WAVE hat Palmer eine Bewegung geschaffen, welche gegen die globale Erderwärmung vorgehen und ein Zeichen setzen soll. Mit 154 Teilnehmern in 2018 und sicherlich ebenso vielen in 2019 ist man auf einem guten Weg. Aber hör selbst, was die WAVE in diesem Jahr für uns bereit hält.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Willkommen beim Podcast von elektroautonews.net. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Folge wieder zuhörst. In dieser Folge habe ich mich mit Louis Palmer von der Wave Trophy unterhalten. Bei dieser handelt es sich um die größte E-Mobil Rallye der Welt. Diese wird 2019 zweimal ausgetragen. Im vergangenen Jahr war die Wave in Österreich und der Schweiz unterwegs, 2019 wird sie in der Schweiz und Deutschland unterwegs sein. Gut 1600 Kilometer werden rein elektrisch in acht Tagen zurückgelegt. Louis und sein Team organisieren die ganze Logistik hinter der Wave, kümmern sich darum, dass die Teilnehmer ihre Plätze für die Nacht haben, verpflegt sind und vor allem ihre E-Autos aufladen können und organisieren eben die ganze Tour an sich. An der Wave nehmen nicht nur E-Autos teil, sondern auch Elektromotorräder und auch E-Bikes können teilnehmen, wobei die E-Bikes natürlich eine leicht gekürzte Variante der Tour abfahren werden. Am Spitzentag sind es jedoch 220 Kilometer lang. die an einem Tag mit dem E-Bike zurückgelegt werden. Also Hut ab davor. Dann doch lieber E-Auto fahren. Aber ganz ehrlich, hör dir doch einfach das Interview mit Louis an. Erfahre mehr über die Wave und vielleicht wirst du 2019 in Deutschland oder Schweiz selbst daran teilnehmen. Sei es als Fahrer oder als Mitfahrer in einem E-Auto. Ich würde mich freuen, dich dort zu sehen. Denn ich werde definitiv vorbeischauen. Wenn auch nicht die ganzen acht Tage, aber zumindest mal bei dem einen oder anderen Stopp. Also bis dahin und viel Spaß mit dem Interview. Hi Louis, freut mich, dass wir hier miteinander telefonieren. Du bist ja der Chef oder Gründer hinter der Wave Trophy, der ersten E-Rallye der Welt. Ihr seid jetzt schon neunmal unterwegs gewesen in der Schweiz, Indien, soweit ich gesehen habe, und kommt dieses Jahr erstmals nach Deutschland. Und ich würde mich einfach mal freuen, wenn du so zum Einstieg ein bisschen was über dich, deine Person erzählst, bevor wir dann auf die Wave an sich eingehen.

  3. Louis Palmer:

    Ja, Herr Sebastian, das freut mich sehr. Von dir zu hören. Ja, mein Name ist Louis Palmer. Ich bin der Veranstalter, der Gründer der Wave Trophy. Das ist die Elektroauto-Rallye, die es jetzt schon im 10. Jahr geben wird. Wir haben 2011 begonnen mit der allerersten Wave. Und ja, wie das Ganze begonnen hat, ist eigentlich eine lange Geschichte. Das geht zurück auf den Kindheitstraum von mir. Als ich 14 Jahre alt war, habe ich davon geträumt, einmal mit einem Auto um die Welt zu fahren und die Schönheit der Welt zu genießen. Aber schon damals hat man über die globale Erwärmung gesprochen, das war 80er, 90er Jahre und es war für mich klar, hey, da kannst du doch nicht mit deinem Benzinauto um die Welt fahren und die Schönheit genießen, das geht doch nicht. Wenn ich dann mal groß bin, dann mache ich das mit einem Solarauto. Und natürlich bin ich dann erwachsen geworden, ich habe den Traum vergessen, ich bin Lehrer geworden, aber irgendeinmal hat mich das wieder eingeholt und ich habe mir gesagt, hey, die globale Erwärmung ist real. Es gibt ein Kriegungserdol in verschiedenen Ländern. Es kann doch nicht sein, dass ich das Solarauto und das Elektroauto immer noch nicht durchgesetzt habe. Ich baue mir das selber und habe dann mit Studenten zusammen und mit ein paar Sponsoren ein Solartaxi, sozusagen das Solartaxi, gebaut. Bin damit tatsächlich um die Welt gefahren, 54.000 Kilometer in eineinhalb Jahren durch 38 Länder und habe ein wahnsinniges Medienecho ausgelöst weltweit. mit CNN, BBC, Spiegel Online und so weiter. Und das war die Zeit, genau vor zehn Jahren, als noch die Links über Elektroautos gesprochen haben. Aber da begann das Ganze überhaupt, dass wirklich die besseren und guten Batterien auf den Markt gekommen sind und viele Hersteller gesagt haben, hey, lass uns da investieren, lass uns da was draus machen. Und seit genau zehn Jahren mache ich auch diese Wave, mit immer mehr und mehr Teilnehmern. So ist es also wirklich entstanden.

  4. Sebastian:

    Okay, hört sich ja sehr interessant an. Vor allem die Tatsache, da mal 54.000 Kilometer mit einem Solartaxi, mit einem selbstgebauten dann auch noch zurückzulegen, da gehört ja doch einiges dazu. Vor allem wenn du dann sagst, du warst da anderthalb Jahre unterwegs. Sicherlich sehr interessant. Bevor ich jetzt auf die Welt nochmal eingehen würde, mich da interessieren, wie war denn auch so das Echo dann von den Leuten, die dir unterwegs begegnet sind? Das wird ja bestimmt auch für Aufsehen gesorgt haben dann in den einzelnen Ländern.

  5. Louis Palmer:

    Das hat mich extrem erstaunt, weil ich war ja am Anfang sehr, ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet. Ich habe mir damit gerechnet, dass die Leute nicht alle begeistert sind von Solarenergie und von einem Auto, das nicht besonders schnell auf der Autobahn fährt. Aber ich muss dir gestehen, was mich total überrascht hat, überall auf der Welt, überall waren nur positive Reaktionen. Es schien mir damals, als ob die ganze Welt auf Elektroautos mit Solarenergie betrieben sind, wartet. Und das spielt gar keine Rolle, ob wir jetzt Deutschland nehmen oder Ungarn, Jordanien, Indien, Dubai, Australien oder die USA. Überall gehen die Daumen immer hoch. Jeden Tag, dutzendfach. Die sind ausgestiegen, habe ich fotografiert, die Presse kam überall, in jedem Dorf war die Presse da. Und das hat mich natürlich schon sehr überrascht. Das zeigt wirklich, die ganze Welt will weg vom Erdöl und will hin zu Lösungen, die uns eine gute Zukunft garantieren.

  6. Sebastian:

    Ja, sehr interessant. Vor allem, dass es ja doch so, wie du gesagt hast, jetzt neun, zehn Jahre fast schon her ist und dass es doch schon so spürbar war dann die ganze Geschichte. Spricht ja erstmal dafür, dass dann hoffentlich die Veränderung in größeren Schritten demnächst kommt. Ich meine, wir haben es ja jetzt schon gemerkt, wie es die letzten Jahre angezogen hat und ihr tragt ja mit der Wave auch euren Teil dazu bei. Magst du einfach mal kurz erklären, was die Wave ist und wie du dann überhaupt auf die Idee kamst, die Wave Trophy ins Leben zu rufen.

  7. Louis Palmer:

    Also Wave, zuerst mal die Wave ist die Philosophie dahinter, wir wollen eine Welle sein. Bevor die Welle der globalen Erwärmung die Küstenabschnitte überflutet, wollen wir doch eine Gegenwelle sein. Und zwar die Welle, die die urbanen Energien pusht und einfach der Bevölkerung zeigt, hey Leute, wir haben Mobilität, die möglich ist ohne Erdöl. Und Das ist wirklich unser Ziel, die Bevölkerung sensibilisieren. Und nachdem ich mit dem Solartaxi nach Hause gekommen bin, bin ich ja extrem überflutet worden von Messages aus der ganzen Welt, von Leuten, die gesagt haben, wenn du wieder mal was machst, dann kommen wir mit. Ich habe aber leider nicht ein Jahr Zeit für eine Weltreise. Und da habe ich mir gesagt, es gibt so viele Leute, die sich jetzt Elektroautos selber basteln. Einerseits, am Anfang war es noch so, man konnte kaum welche kaufen. Aber ich sage, bauen Sie, stellen Sie her, verkaufen Sie und lassen Sie uns doch diese Leute einladen. Und wir machen eine zweiwöchige Rallye. Quer durch Europa, wir gehen von einem Land zum anderen, zu den Bürgermeistern, zur Presse, zu Schulen, zu spannenden, innovativen Unternehmen. Und wir zeigen diese Elektroautos, haben dabei jede Menge Spaß. Und so hat das Ganze begonnen. Also im ersten Jahr waren es 23 Teilnehmer. Da fuhren wir zwei Wochen von Paris nach Prag. Ein Jahr später waren es aber nur noch 18 Teilnehmer. Wir fuhren von Genua, also vom Mittelmeer, an die Nordsee, nach Holland. Da musste ich mich schon fragen, es gibt ja immer mehr Elektroautos, wieso sind es nur noch 18 Autos? Und da habe ich gemerkt, die Leute hatten auch nicht zwei Wochen Urlaub. Die haben höchstens eine Woche, die sie nehmen können. Und dann habe ich 2013 das erste Mal die Wave gemacht, die eine Woche dauert. Und seither ist das ein sehr gut eingespieltes Konzept. Wir fahren acht Tage lang quer durch ein paar Länder und jetzt nötigst durch ein bestimmtes Land. Und für das nehmen sich die Leute gerne Zeit, nehmen sich Urlaub. Und wir hatten so 2013 dann 35 Teams, Fahrzeuge am Start. Letztes Jahr waren es dann schon 112. Dieses Jahr mussten wir die Wave sogar ersplitten, also letztes Jahr 2018, weil wir hatten dermaßen viele Anmeldungen, wie ich habe gesagt, wir machen eine Wave durch die Schweiz und eine durch Österreich, also zweimal durch die Alpen, im Juni durch die Schweiz, im September durch Österreich und wir hatten über 150 Teams. Und das ist natürlich spannend, das ist genial, da trifft sich die ganze Community, da kommen alle zusammen, die sowohl die Elektromobilität vorwärts bringen wollen, seien es die Blogger, Leute wie du, seien es Presseleute, Journalisten, Unternehmen, Universitäten und ganz, ganz viele Privatleute auch natürlich.

  8. Sebastian:

    Also schon sehr interessant, wie sich das Ganze entwickelt hat, wenn du sagst, das hat damals tatsächlich in Anführungsstrichen nur mit 23 Teilnehmern angefangen, wobei ich sagen muss, es ist ja auch für die Zeit damals schon viel gewesen, jetzt so aus meiner Sicht, für zwei Wochen sich da tatsächlich Zeit zu nehmen, sich zu verpflichten und dann auch mit dem möglichst oder wahrscheinlich selbst gefertigten oder entwickelten E-Auto daran teilzunehmen, ist ja auch schon mal ein Commitment von den Teilnehmern dann.

  9. Louis Palmer:

    Ja, das ist so, absolut. Aber heutzutage ist es mehr einer, also am Anfang waren es mehr Tüftlere, Ingenieure, kleine Firmen, die ihre Fahrzeuge präsentieren wollten, die da mitgekommen sind. Leute, die sehr viel Herzblut und sehr viel technisches Wissen hatten in diesem Bereich. Heute sind es vor allem Leute, die sich selber ein Elektroauto kaufen, denen es wichtig ist, dass die ganze Welt elektrisch fährt, die selber eine Vorreiterrolle spielen, die selber auch Pioniere sind. Die kommen hier mit an die Wave und die selber gebauten Autos, die sind immer rarer. Es gibt heute auch eigentlich, wissen wir ja auch keinen Grund mehr, unbedingt ein Elektroauto selber umzubauen. Man kriegt sie relativ preisgünstig heutzutage. Und deshalb fahren wir halt so in dieser Community jetzt durch die Alpen jedes Jahr oder jetzt halt auch durch Deutschland und haben jede Menge Spaß.

  10. Sebastian:

    Ja, das sieht man auch so auf euren Videos oder auch Bildern, die ihr da auf eurer Webseite und auch auf eurem YouTube-Kanal postet. Das vermittelt auch schon so den Eindruck, dass ihr da Spaß mit dabei habt, was ja schön ist. Jetzt hast du gesagt, letztes Jahr 2018 waren es eben so 150 Teams, die sich da angemeldet hatten. Und deswegen, das war halt auch ein bisschen zu viel, hast du gemeint, deswegen habt ihr euch splitten müssen dann für die Schweiz und Österreich. Habe ich das so richtig verstanden?

  11. Louis Palmer:

    Genau, es waren 86 Teams in der Schweiz und 68 in Österreich. Also es gibt über 150 Teams, 154 genau. Und das beginnt gar nicht unter einer einzigen Veranstaltung. Die acht Tage irgendwo durchführt, das geht logistisch einfach gar nicht mehr. Und deshalb haben wir das Gespräch gemacht. Und so ist es super, da sind die Leute in der Wahl, kommen wir nach Schweiz oder wollen wir Österreich machen. Gewisse haben auch beide gemacht, weil es dermaßen Spaß macht, das Ganze. Und wir sind so etwas wie eine Familie geworden. Man trifft sich einmal im Jahr. Und auch während dem Jahr lädt man sich ein gegenseitig und man besucht sich und das ist so ein richtiges Netzwerk geworden unter Freunden. Wir sind wirklich Freunde bei der Wave, wir gehen freundschaftlich nett miteinander um, wir helfen einander. Der Spirit der Wave ist nicht der, dass wir da wie eine Rallye Paris-Dakar sind, wo jeder gegen jeden kämpft und jeder will gewinnen und so. Überhaupt nicht. Es geht um freundschaftlichen Austausch, Networking und Und jeder hilft jedem. Und das macht die Welt, glaube ich, auch so einzigartig und spirituell. Und das ist das, was die Leute eben auch sehr, sehr schätzen. Und sonst nirgends irgendwo bei einem Event so finden.

  12. Sebastian:

    Das kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Leute das tatsächlich sehr schätzen. Dieses Füreinander, das Networking, das Zusammensein, dass es da eben auch in den Vordergrund rückt. Ist es aber immer noch so, dass auch der Leitgedanke dann eben diese Gegenwelle zur globalen Erwärmung Der steht aber immer noch im Vordergrund und der wird auch so von den einzelnen Mitgliedern dann aufgenommen oder hat sich das auch ein bisschen verschoben in den vergangenen Jahren?

  13. Louis Palmer:

    Also das hat sich nicht groß verändert. Ich glaube, wir sind uns da alle einig, dass ich die Elektromobilität durchsetzen muss, auch aus Umweltgründen. Ich glaube, das ist ja für mich unbestimmt. Hier in der Elektromobilitätsszene, wir sind nicht grün in dem Sinn, dass wir jetzt da völlig in selbstgestickten Pullovern herumlaufen und nur noch Ökomüsse essen und so. Ich glaube, wir sind alle so sehr Leute, die in der Realität leben. Aber wir wissen alle, hey, ohne einen Wandel steuert die Welt in eine Katastrophe ein. Das glauben alle. Und wir haben ja die Lösung. Die Elektromobilität ist eine der Lösungen für eine bessere Zukunft. Und es ist wichtig, dass diese Autos halt auch mit erneuerbaren Energien angetrieben sind.

  14. Sebastian:

    Ja, also definitiv kann man da nur zustimmen. Die Meinung teile ich auch. Und auch so wie du sagst, es muss dann halt auch mit erneuerbaren Energien geladen werden sozusagen, damit der grüne Gedanke dann dahinter oder auch der Gedanke gegen die globale Erderwärmung tatsächlich und auch so umgesetzt werden kann, wie es von euch angedacht ist. Wie verhält sich das denn jetzt? Gerade ist ja ein aktuelles Thema. Wir haben ja ein Problem mit der Ladeinfrastruktur. Die ist leider nicht ganz so stark ausgebaut, wie man sich das wünscht. Jetzt kommt ihr da mit 150 oder 154 Teams daher, beziehungsweise 86, 68. Wie ist denn da gewährleistet, dass man da immer die Autos aufladen kann? Oder habt ihr da riesen Stops? Wie läuft das dann tatsächlich ab?

  15. Louis Palmer:

    Ich kontaktiere vorher immer die Gemeinden, die Städte und ich sage den Leuten, wir sind wie ein Zirkus, wir brauchen einen Platz und wir brauchen Stromanschlüsse. Wir haben unsere eigenen Verteiler, die haben wir dabei, aber ich brauche halt diese richtigen Stromanschlüsse, wie ein Zirkus auch. Und die Kommunen müssen uns damit helfen, dafür laden wir aber auch den Bürgermeister ein. Die Presse wird eingeladen und, und, und. Und da hat jede Kommune die Wahl, uns zu empfangen oder halt zu sagen, nein, machen wir nicht. Also wir sind da immer noch sehr auf die Hilfe der Kommunen angewiesen. Aber ich muss sagen, die Kommunen sind auch auf uns angewiesen. Die brauchen auch uns. Die wollen auch zeigen, dass sie fortschrittlich sind. Und so ist es eine Win-Win-Situation. Wir arbeiten mit den Kommunen zusammen, die kriegen dafür ein Event mit uns und das ist dann wirklich eine ganz schöne Zusammenarbeit, die wir mit vielen, vielen Kommunen jedes Jahr machen können.

  16. Sebastian:

    Okay, gut, nachvollziehbar. Und klar, so wie du sagst, Win-Win-Situation ist ja definitiv vorhanden. Die Kommune an sich kann sich ja positiv darstellen, wenn man da offen für E-Mobilität ist oder alternative Antriebe. Und ihr habt natürlich die Möglichkeit, da einen Platz zu finden, wo ihr dann eure Autos aufladen könnt und eine Pause macht. Jetzt hast du gesagt, du klärst das logistisch alles ab oder dein Team dann auch mit den Kommunen vorab klärt oder kümmert ihr euch dann auch um sowas wie Hotelübernachtungen? Also übernehmt ihr den kompletten logistischen Part dahinter oder müssen die Teilnehmer auch noch was leisten, bringen dafür?

  17. Louis Palmer:

    Nein, wir übernehmen das Ganze, weil die Teilnehmer wollen ja immer gemeinsam sein. Ich will nicht, dass der eine auf den Zeltplatz geht, dann dort alleine ist und der andere ist dann alleine im Fünf-Stern-Hotel und der wieder der Nächste im Zwei-Stern-Hotel, sondern wir sind alle im gleichen Hotel. Es gibt zwei Kategorien bei uns. Man kann entweder Jugendherbergebuchen, das ist natürlich die Budgetvariante, die günstige Variante, das sind Mehrbettzimmer. Früher haben alle Mehrbettzimmer gebucht. Das war überhaupt kein Thema. Auch da ist ein kleiner gesellschaftlicher Wandel bei uns. Heute sind es schon zwei Drittel der Teams, die den Auftrag bezahlen, damit sie einen Doppelzimmer haben können. Da sind relativ wenige nur noch, die in die Jugendherberge gehen wollen. Aber das sind die Sachen, die wir organisieren. Natürlich den Strom organisieren wir und auch die Verpflegung. Und dazu gehört natürlich auch Seele. Wir können nicht draußen essen, das machen wir ab und zu schon, aber die meiste Zeit sind wir schon drin irgendwo, falls es regnen würde oder so, dann brauchen wir den Saal. Also es gibt schon sehr viel zum Vorbereiten, auch mit den Bewilligungen, mit dem Strom, die Presse muss kommen und so weiter. Also es ist ein Jahr volle Vorbereitung, bis so eine Wave wirklich durchgeführt werden kann.

  18. Sebastian:

    Ja, so hört sich das auch definitiv an, wenn du das sagst und vor allem, wenn das dann Jahr für Jahr wächst. wird es ja dann nicht immer einfacher, da Plätze zu finden oder auch Städte, die das dann eben dementsprechend auch abdecken können, denke ich mir mal. Jetzt hast du gesagt...

  19. Louis Palmer:

    Also es ist jedes Jahr eigentlich wieder eine neue Route mit meistens neuen Städten.

  20. Sebastian:

    Gut, gerade wenn dann wiederholende Teilnehmer mit dabei sind, die wollen dann ja auch nicht drei Jahre hintereinander die gleiche Strecke fahren, sondern die wollen auch ein bisschen was sehen. Und es soll sich auch zeigen, dass die E-Mobilität sich nicht nur in den einzelnen gewählten Städten dann verbreitet, sondern denen eben auch ein bisschen weiter spannt. Gehe ich mal von außen.

  21. Louis Palmer:

    Das ist auch noch wichtig bei uns. 50% der Teilnehmer sind so begeistert, dass sie das nächste Jahr wiederkommen. Das ist eine ordentliche Anzahl. Das ist natürlich toll. Das freut uns sehr. Wir sind eine Community. Wir sind Leute, die sich jedes Mal wieder treffen. jedes Jahr wieder, aber eben die Leute wollen natürlich auch wieder einen anderen Pass fahren oder mal ein anderes Land ausprobieren und deshalb ist es auch ganz gut, machen wir zwei Veranstaltungen, vielleicht wird es ja nächstes Jahr auch schon drei geben, ich weiß es nicht, dass jeder halt ein bisschen aussuchen kann, ja, ich komme jetzt lieber, Schweiz habe ich gemacht, jetzt komme ich nach Österreich oder eben dieses Jahr machen wir Deutschland, nächstes Jahr ist vielleicht auch mal was Exotisches dran, ich bin am lieben, vielleicht mal mit Ungarn etwas zu machen und Oder vielleicht mit Italien, mal schauen.

  22. Sebastian:

    Ja, hört sich aber echt gut an. Also was ihr euch für Gedanken dahinter macht und wie du ja schon gesagt hast, ist ja ein Fulltime-Job mittlerweile dann die ganze Geschichte. Das heißt, du machst die Wave-Trophy auch hauptberuflich, das ist dein Job oder?

  23. Louis Palmer:

    Ich mache zwei Sachen in meinem Leben. Also 100% der Zeit geht eigentlich in die Wave und nebenbei alle zwei Wochen oder so, zum Teil wöchentlich, mache ich noch Vorträge. Ich bin immer noch Vortragsredner, werde bei Konferenzen oder bei Firmen-Events gebucht zum Thema Solartaxi, zum Thema wie kann ich Träume realisieren, Visionen umsetzen, bei Schwierigkeiten nicht aufgeben. Das ist, glaube ich, das, was mich ausmacht über mein ganzes Leben, dass ich bei Widerständen durchsetze und nicht aufgebe. Darüber hatte ich auch noch Vorträge und somit bin ich eigentlich über 100% ausgeladen.

  24. Sebastian:

    Das hört sich ja nach einer guten Verbindung an, so wie du sagst, auch gegen Widerstände durchsetzen, vorwärtskommen, nicht aufgeben. Also würde ich jetzt auch als Außenstehender dann tatsächlich so gut miteinander verbinden, wo ich sage, das passt ja echt wie die Faust aufs Auge dann.

  25. Louis Palmer:

    Genau, absolut. Und wie gesagt, auch jetzt, die Welt ist immer noch offen für Thema Solartaxi, Solarenergie, Elektroantriebe. Es hat sich immer noch nicht durchgesetzt. Es braucht immer noch Überzeugungsarbeit. Schon vor zehn Jahren habe ich mir gesagt, ja, die Welt wird jetzt ein paar Jahre gehen und dann wird es normal sein. Dann haben alle Leute ein Elektroauto. Aber was ist die höchste Zulassungszahl aus Deutschland? 1,4 Prozent aller Neuzulassungen.

  26. Sebastian:

    So in die Richtung, ja. Gut.

  27. Louis Palmer:

    Oder, was sagst du, stimmt's?

  28. Sebastian:

    Ja, hätte ich jetzt auch so gesagt, 1,4 hatte ich auch im Kopf.

  29. Louis Palmer:

    Ja, genau, sowas habe ich jetzt kürzlich gelesen, das hat ja noch sehr viel zu tun, es muss noch sehr viel Überzeugungsarbeit gemacht werden und die Zeit eilt, die globale Erwärmung schreitet voran und das Pariser Abkommen wurde unterzeichnet, hurra, aber jetzt geht es um die Umsetzung und es gibt ja noch viel zu tun und zum Glück ist Aber eben die Politik, die Kommunen, alle sind froh, dass es die Wave gibt, damit man mal zeigen kann, einmal im Jahr, hey Elektroautos sind jetzt bei uns angekommen, wir sind auch Teil dieser Bewegung.

  30. Sebastian:

    Ja, ich denke, das ist auch schön für die Kommunen, dass sie da eben dann so ein Mittel oder einen Programmpunkt kriegen, sage ich mal, für das eigene Land. Eventkalender für den eigenen Eventkalender, um das dann auch nochmal aufzugreifen, nicht nur um die Leute zu begeistern oder nicht nur um die Leute zu beschäftigen in der eigenen Stadt, sondern dann auch vielleicht an das Thema E-Mobilität mal heranzuführen und das ist ja doch was anderes, wenn du das dann mal live siehst, wenn du dich in so ein Auto vielleicht auch mal reinsetzen kannst als Gast, wenn du da einfach mal vor Ort bist und dir das anschauen kannst. Ich denke, ihr schafft da ja auch Berührung, gerade ihr als Vertreter oder als Interessenten. Von E-Autos bringt es dann nochmal ganz anders rüber, als wenn ich jetzt zu einem Automobilladen gehe, also zu einem Verkäufer und lasse mir von dem ein E-Auto erklären. Das wird ja doch nochmal auf einer ganz anderen Ebene dann stattfinden, die Gespräche.

  31. Louis Palmer:

    Ja, das sollte man lieber nicht machen. Sich beim Autohändler beraten lassen. Wir wissen ja, dass es nicht immer so klatschfähig sein sollte. Aber eben, genau, wir sind glaubwürdig, wir sind die User, wir sind, was haben wir dabei? Zahnärzte haben wir dabei, viele Architekten, Hausfrauen haben wir dabei. Und wenn die natürlich sagen, Elektroauto und nie mehr was anderes, dann ist das wirklich glaubwürdig.

  32. Sebastian:

    Das denke ich auch. Und ist es dann auch tatsächlich so, wenn ich da jetzt als Gast, sage ich mal, vorbeischaue bei so einem Stopp bei euch, dass man da auch mal die Möglichkeit bekommt, da so ein bisschen näher reinzuschnuppern, also dass ich mich auch mal reinsetzen kann? Findet das auch statt oder... Wie erlebst du das?

  33. Louis Palmer:

    Auf jeden Fall. Die Leute, meine Teilnehmer, sind total offen. Wir haben sehr gerne Besucher in diesen Städten, geben die ganze Zeit Auskünfte und lassen, wenn du da fragst, ob ich mal in deinen Tesla reinsitze oder so, ich glaube kaum, dass da einer was dagegen hätte. Ganz im Gegenteil, die freuen sich ja, wenn sie ihre Erlebnisse weitergeben können.

  34. Sebastian:

    Ja, das ist aber auch echt schön, dass es dann auch so innerhalb der Community oder auch zu E-Mobilitätsinteressierten so offen geteilt wird. Das finde ich doch sehr positiv. Jetzt hast du ja schon angesprochen Tesla. Natürlich ist das so das Auto, wo auch ich dann immer als erstes mal mit der E-Mobilität in Verbindung gebracht habe oder bringe, weil es einfach so präsent ist. Aber es sind ja nicht nur Tesla-Fahrer bei euch unterwegs. Es ist ja eigentlich von bis, denke ich, alles da. Wie schaut das bei euch aus? Wer kann denn da überhaupt mitmachen bei der Wave?

  35. Louis Palmer:

    Also alle, die ein Elektroauto haben, können mitmachen. Klar, Tesla hat immer viele Teslas jedes Jahr, die bei uns mitfahren. Aber das Interessante ist, dass 16% der Autos Teslas sind. Und dann haben wir natürlich auch jede Menge von den anderen Herstellern, also BMW, Nissan, Smart, VW und so weiter. Die sind natürlich alle vertreten. Was wir auch vertreten haben, sind die Motorräder. Etwa 10% der Teilnehmer fahren mit einem elektrischen Motorrad mit. Das ist auch sehr spannend, auch das unterstützen wir natürlich und zeigen wir, es gibt nicht nur Elektroautos, die Sinn machen. Und ganz ehrlich gesagt, meine Lieblinge sind aber die Radfahrer. Mit S-Pedelecs kommen die mit. Das ist auch jedes Mal so eine Runde von etwa zehn Leuten, die mitmachen und wirklich die gleiche Strecke fahren oder kleine Abkürzungen vielleicht nehmen, aber sonst die gleiche Strecke fahren wie die Autos. Mit dem Fahrrad. Wir haben eine Support-Crew, die begleitet die mit dem Elektrofahrzeug, gibt denen die frischen Akkus und nimmt die verbrauchten Akkus rein, lädt die wieder auf und so werden unterwegs die Akkus getauscht. Und die bringen eine wahnsinnig gute Stimmung rein, diese Radfahrer, weil das sind sportliche Leute und die sind sich enorm stolz drauf, dass sie auch den Großblockner schaffen oder auch über den Furka-Pass fahren können, so wie die Teslas und die Mitsubishis. Und die will ich nicht missen. Und wer auch ein S-Pedelec hat oder auch keins hat, wir vermitteln ja auch, oder vermitteln besser gesagt, wir vermitteln auch S-Pedelecs, das ist kein Problem, wenn jemand mal kein Fahrzeug hat. Man kann sich bei uns melden, wir vermitteln gerne Autos, Teslas, Fahrräder, sogar Motorräder. Hauptsache ist, wer mitkommen will, der soll mitkommen können.

  36. Sebastian:

    Das ist doch recht schön, dass ihr da auch die Basis dafür bietet, dann Leute oder Menschen mitzunehmen, die eben noch kein eigenes E-Auto, E-Bike oder so haben, dass ihr die abholt und sagt, okay, ihr habt den Willen dazu mitzumachen, dann dürft ihr das auch, wir machen das möglich.

  37. Louis Palmer:

    Genau, genau.

  38. Sebastian:

    Das ist ja sehr schön. Kommt bei mir die Frage auf, wie lang ist denn so eine Tagesroute, so eine Strecke dann üblicherweise? Weil wenn wir jetzt von einem Tesla reden, wir haben einen BMW i3 daneben und dann haben wir von mir aus noch einen Radfahrer, der ungefähr die gleiche Strecke nimmt mit vielleicht einer kleinen Abkürzung. Irgendwo hat man dann doch unterschiedliche Akkukapazitäten oder auch Kraftkapazitäten jetzt in Bezug auf den Radfahrer. Wie lang ist denn so eine Strecke nach? Was richtet ihr euch da, um die festzulegen?

  39. Louis Palmer:

    Ich rede jetzt mal von der Wave Schweiz 2019, die im nächsten Juni stattfindet. Ich habe gestern die Route ausgerechnet, was die provisorische Route für Kilometerleistungen abverlangt. Ich kann sagen, der erste Tag wird 150 Kilometer lang sein. Moment, das habe ich sogar noch vor mir. Nein, das habe ich jetzt nicht vor mir. Der zweite Tag wird Oder siehst du es auf der Webseite?

  40. Sebastian:

    Ja, ich habe nämlich gerade geguckt, habe ich geschaut von Rheinach über Lausen, Stahnstadt nach Engelberg. 150 Kilometer hast du recht gehabt, genau.

  41. Louis Palmer:

    Genau, das sind 150 Kilometer. Ja, jetzt habe ich es auch wieder offen. Das habe ich gestern eben ausgerechnet, nachdem jetzt klar ist, wo wir etwa durchfahren werden. Der zweite Tag, das sind dann schon 280 Kilometer. Wobei, das gilt für die Autos. Das ist ein extremer Tag. Das ist nicht das Maximum. Wer das nicht schafft, kann aber, jetzt sagen wir, den einen Kanton Schaffhausen auslassen, dann sind es 150 Kilometer weniger. Also ich denke, so 230 bis 250 Kilometer sollte man schaffen mit einem Auto. Wer mit dem Fahrrad kommt, am gleichen Tag, der fährt, hat nicht über den Klausenpass, sondern dafür über den Rückenpass und macht dann nur 160 Kilometer. Das heißt, die Strecke wird angepasst an die Leistung der Autos. Jeder fährt die Strecke, die für ihn passt. Die längste Tagesetappe ist mal 290 Kilometer für die Autos. Aber man kann auch da abkürzen, wie gesagt. Und die kürzeste Etappe ist mal 140 Kilometer. Also eben in der Größenordnung bewegen wir uns. Das heißt, es werden insgesamt etwa 1600 Kilometer gefahren in acht Tagen.

  42. Sebastian:

    Okay, also schon eine Ansage jetzt auch gerade, die 160 Kilometer für die E-Bike-Fahrer, da in der Spitze sind es 220 Kilometer, das muss man an einem Tag erstmal leisten können.

  43. Louis Palmer:

    Genau, einen Tag mit dem E-Bike, 220 Kilometer, da muss man schon ein bisschen fit sein, wobei ich muss also auch sagen, 220 Kilometer mit einem E-Bike, Sollte man also schon schaffen können, vor allem die Batterien, es werden ja vier bis fünf Batterien benötigt für so einen Tag und die Batterien beschleunigen natürlich schon. Also das ist nicht, ich würde sagen, wer 100 Kilometer im normalen Fahrradsattel schafft, ohne E-Antrieb, der schafft auf 200 Kilometer 220 dann mit E-Antrieb.

  44. Sebastian:

    Okay, das wäre schon mal gut, dass man das so ein bisschen einschätzen kann, was man denn dann leisten kann damit. Jetzt hast du gesagt, ihr habt ja die Strecken dann eben auch so aufgebaut oder ausgewählt, damit man da ein bisschen variabel ist und sich da auch nach der eigenen Leistung vom Fahrzeug oder auch von der Kraft beim E-Bike-Fahrer dann eben richten kann. Gebt ihr denn auch so ein Tempo vor? Gibt es jemanden, der vorne rausfährt und dann das Tempo dann quasi bestimmt oder macht das jeder für sich? Wie läuft das dann ab?

  45. Louis Palmer:

    Nein, das ist so. Jeder fährt quasi allein. Jeder hat ein Roadbook. Das ist die Bedingung bei uns. Man muss ein iPhone dabei haben oder ein iPad mit Internetanschluss. Da kann man immer genau einkippen, welche Startnummer habe ich. Ich sage jetzt mal Startnummer 77, dann gibt man das ein. Und diese App, die wir haben, das zeigt dann dir genau an, in welche Stadt du fährst, wann du ankommen solltest und wann du wieder weiterfährst. Weil in diesen Städten, wo wir den Zwischenhalt machen, also in den Zwischenhalten zwischen ein und drei Stunden, da kannst du ja auch laden, oder? Also du brauchst ja nicht 250 Kilometer Reichweite bei deinem Auto, sondern im Prinzip reichen ja auch 120. Und du lädst dann in den Städten oder gehst mal an einen Schnelllader entlang der Strecke. Und so schafft man das dann ganz gut.

  46. Sebastian:

    Okay, also dieses Roadbook ist dann quasi so euer Navigationssystem, so der Richtungsweiser für die Wave an sich? um dann eben auch alle mal wieder zusammenzuführen.

  47. Louis Palmer:

    Genau, die Leute hausen sich daran, weil es ist natürlich ganz wichtig, gewisse Ortschaften sagen einfach, hey, wir können nur 20 Autos aufnehmen, wir nicht. Und dann wähle ich aus und sage, welche 20 gehen da hin? Und das Roadbook navigiert die Leute da hin und die anderen 60, die fahren natürlich nicht da hin, die gehen in eine andere Ortschaft. Und so hat jedes Roadbook, wenn jeder sich dran hält, ist es wie ein Musikstück. Da stimmt einfach jeder Ton, jedes Instrument spielt dann richtig und das gibt dann Einschränkungen. Also es funktioniert sehr gut, haben wir seit Jahren immer weiter verfeinert. Jetzt gibt es eben ein App sogar schon, das den Leuten sagt, wann wer wo sein muss. Das Lustige ist, die Leute halten sich dermaßen an das Erdbeer. Wenn die dann nach Hause gehen, dann rufen die mich an und sagen, wir sind im Alltag völlig verloren. Wo ist das Erdbeer? Wo ist das Erdbeer? Weil die Leute hören sich dermaßen dran, dass der Erdbeer ihnen genau vorsagt, wo gibt es das Essen, wo ist der Strom. Es ist alles für jedes Team durchgeplant, sodass man zurück im zivilen Leben dann schon ein bisschen verloren sein kann. Ja.

  48. Sebastian:

    Das spricht ja jetzt erstmal positiv für euer Roadbook dann, wenn ihr das so schön gestaltet, damit man sich da dann verloren fühlt, wenn man dann nach acht Tagen ohne das eben unterwegs ist. Ist ja schon von Vorteil dann. Das heißt aber, jetzt habe ich das richtig verstanden, du musst dann oder du greifst auch während der Tour an sich dann ein, indem du dann sagst, okay, die 20 Fahrer lenke ich in die Stadt hin, weil sie dort laden können und Der andere Teil fährt dorthin, weil die Kapazität eben nicht ausreicht. Das heißt, du musst dann auch während der Rave aktiv da eingreifen und auch ein bisschen so die Leitung und Logistik übernehmen wieder.

  49. Louis Palmer:

    Also es ist so durchorganisiert das Ganze, dass wir meistens so drei oder vier Gruppen haben. Und die Autos sind dann in Gruppen unterwegs, aber nicht im Konvoi. Selten im Konvoi. Meistens sind sie alleine unterwegs, hält dort an, wo er ein Foto schießen kann und so weiter. Das Roadbook sagt auch nicht, dass man rasen muss. Man kann sich also auch Zeit nehmen für gewisse Strecken. Und ich weiß zum Beispiel, sagen wir nach Rapperswil geht jetzt Gruppe 1. Und das sind dann 20 bis 23 Fahrzeuge. Und da weiß eigentlich auch jeder, Gruppe 1 geht dahin. Steht da auf dem Roadbook drin. Und das macht die Sache einfach. Und Gruppe 1 hat einen Leader oder eine Leiterin. Gruppe 2 hat eine Leiterin. Gruppe 3 hat eine Leiterin. Und das ist dann die Person, die schaut, dass die Schätzchen alle zusammenbleiben. Die ist Point of Contact. Das heißt, wenn jemand ein Problem hat, wendet man sich an die Gruppenleitung. Und wenn die Gruppenleiterin nicht mehr weiter weiß, dann kommen sie zu mir und fragen, hey Louis, wie machen wir das? so ist wirklich nicht alles bei mir, sondern ich habe auch eine relativ ruhige Zeit, weil die Gruppenleiter machen alles top, das sind alles erfahrene Leute, die meisten davon waren schon mal dabei bei der Wave als Teilnehmer und haben sich dann gemeldet, hey Louis, das nächste Mal kann ich dann Gruppenleiter sein und dann erkläre ich denen, was es zu tun gibt und dann sind das auch zum Teil die gleichen Gruppenleiter, man kennt sich, man weiß, wie der Laden läuft und So macht es wirklich Spaß mit der Zusammenarbeit mit den Leuten.

  50. Sebastian:

    Das hört sich doch recht gut an. Das signalisiert ja schon wieder diese Zusammenarbeit, dieses Gemeinschaftsgefühl, wenn man dann sagt als Teilnehmer, okay und im nächsten Jahr würde ich gerne dann in der Lage sein, andere heranzuführen, da ein bisschen anzuleiten und denen das aufzuzeigen. Das ist ja schon mal wieder sehr positiv aus meiner Sicht. Das eben so zur Hand zu haben. Jetzt würde mich in dem Zusammenhang, oder nicht in dem Zusammenhang, aber mich würde noch interessieren, du hast gesagt, an der Wave sind auch nicht nur Städte und Kommunen interessiert, sondern eben auch die Presse, die dann eben darüber berichtet, Blogger, die auch mit dabei sind oder mal vorbeischauen. Wie ist es denn mit den Automobilherstellern? Sind die denn schon aufmerksam drauf geworden auf die Wave? Haben die schon Kontakt gesucht, sagen die beispielsweise, okay, wir könnten euch hier für die Wave mal drei, vier Fahrzeuge zur Verfügung stellen für potenzielle Teilnehmer. Gab es denn sowas schon mal?

  51. Louis Palmer:

    Ja, auf jeden Fall. Jedes Jahr gibt es das. Es hängt immer ein bisschen darauf an, hat die Hersteller neue Modelle draußen, damit wir sie pushen. Und dann sind die Hersteller auch sehr gerne bereit, uns Autos zu geben oder sogar eigene Teams zu stellen. Wir hatten schon Nissan dabei, Renault hatten wir dabei, Volkswagen hatten wir dabei und so weiter, BMW, wie sie alle heißen. Wenn ein Hersteller gerade kein neues Modell hat, dann kriegen die vielleicht ein altes Modell zum Ausleihen, das andere Leute fahren können. Wir hatten ein gutes Verhältnis mit den Automobilherstellern und wir wissen auch, dass sie gerne bei der Wave mitmachen, wenn wieder mal ein neues Modell draußen ist. Letztes Jahr hatten wir von Renault den neuen Kartenwagen, den neuen Master mit an der Wave dabei zum Beispiel. Ein Jahr vorher war es der neue Golf mit 300 Kilometern Reichweite, die mit eigenem Team dabei waren. Also uns geht es ja wirklich darum zu pushen, auch die Automobilhersteller zu pushen, zu zeigen, hey, jetzt sind neue Modelle draußen, jetzt kann man die kaufen und zu zeigen, dass diese Partner ja Fortschritte machen.

  52. Sebastian:

    Ja gut, das seid ihr dann echt die perfekte Basis dafür sozusagen. um die Fahrzeuge nicht nur zu zeigen, sondern eben auch erlebbar zu machen und dann gerade bei so Zwischenstops dann eben auch die Berührungsmöglichkeiten dann zu schaffen mit den Fahrzeugen.

  53. Louis Palmer:

    Genau, genau. Und was ich noch ganz schön finde an der Welt, was ich eigentlich noch nie an einem Event sonst gesehen habe, Wenn wir zu Tisch sind, wir sind alle gemeinsam am Mittagessen oder am Abendessen, da sitzt effektiv die professionelle Crew von Volkswagen oder von Aigner, sitzt am gleichen Tisch, wie die Hausfrau aus Zwingen. Ich sage jetzt einfach mal was. Und alle reden miteinander, alle haben sich auszutauschen. Das heißt, die Leute von Volkswagen lernen mit den Usern, was ist denen wichtig. Die User lernen, wie sich die Automobilhersteller kennen. Es ist wirklich wie eine große Familie. Es gibt nicht die Kultur, dass jetzt der Automobilhersteller sich da absondert und was Spezielles macht. Es geht mit gleichen Regeln für alle. Wir sind eine große Familie, acht Tage lang und das macht die Welt wirklich sehr speziell und das ist etwas, das ich sehr schätze.

  54. Sebastian:

    Das kann man vollkommen nachvollziehen, dass du das sehr schätzt, weil es ist ja auch außergewöhnlich, dass man sagt, okay, eigentlich als Event gedacht und dann wird da so ein familiäres oder freundschaftliches Verhältnis draus aus der ganzen Geschichte, das dann auch über das Jahr hinweg noch vorhanden ist. Ist ja wirklich sehr schön. Bekommen die Teilnehmer von euch auch die Möglichkeit, irgendwie im Nachhinein in Kontakt zu bleiben? Bietet ihr da ein Forum oder so eine Möglichkeit an, dass man zusammenfindet oder sollte das dann auf eigener privater Basis stattfinden?

  55. Louis Palmer:

    Also ich bin bemüht, jedes Jahr einmal im Frühjahr ein Get-Together zu machen, wo ich die neue Welt vorstelle, wo sich die neuen Leute, die neu mitfahren wollen, die treffen sich dort, kriegen von mir die wichtigsten Informationen, sie klären nochmal alles, wie das mit dem Roadbook funktioniert, was sie mitnehmen sollen, wie der Ablauf ist, wie der Umgang untereinander ist und so weiter. Das schätzen die Leute sehr und da lade ich auch die alten Leute ein, die schon einmal dabei gewesen sind, Wir gehen an dem Tag auch was Spezielles anschauen. Wir sind letztes Jahr bei der Firma Kibbutz in der Schweiz. Das ist der Hersteller von Elektromotorrädern für die Schweizer Post. Die Schweizer Post hat jetzt alle Motorräder umgerüstet auf Elektroantrieb. Das sind dreirädige Motorräder, mit denen wir jetzt die Post ausgetragen haben. In der ganzen Schweiz und der Hersteller in Braun-Zürich, der hat uns alle eingeladen und eine eineinhalbstündige Führung gemacht und Das ist natürlich super. Da treffen sich die Leute und man geht nachher wieder miteinander essen, tauscht sich aus. Da sind viele auch dabei, die gerne bei der Wave dabei sein möchten, aber dieses Jahr halt nicht können. Aber es gibt die Möglichkeit, die Community doch wieder mal zu treffen. Dieses Jahr plane ich dieses Meeting im April, also gut zwei Monate vor dem Start, und zwar bei einem CO2-Ausscheidungsprojekt. Es gibt auch in der Region Zürich eine Gericht-Müllverbrennungsanlage, die CO2 aus der Luft ausscheidet und wie sagt man das auf Englisch? Carbon Capture, wie sagt man das auf Deutsch?

  56. Sebastian:

    Schadstoff sammelt dann, ne?

  57. Louis Palmer:

    Wie sagst du denn?

  58. Sebastian:

    Die Schadstoffe sammelt quasi oder es sich einverleiht dann sozusagen.

  59. Louis Palmer:

    Und daraus Bricks macht oder irgendwas daraus herstellt, oder? Und das ist einmalig auf der Welt und wir werden dieses Projekt anschauen miteinander und dann gemeinsam Mittagessen gehen, wo ich dann alles wieder erkläre. Das ist schön, dass man sich so auch während dem Jahr einmal treffen kann.

  60. Sebastian:

    Das ist in der Tat sehr schön, dass ihr das dann über dieses einmalige oder 2018, 2019 zweimalige Event der Wave dann hinaus fortführt und dann eben auch so zukunftsgerichtete oder zukunftsbringende Unternehmen dann vorstellt. Das mit den E-Motorrädern war mir beispielsweise nicht bewusst, dass die Schweiz da komplett schon alles umgestellt hat. Aber ist ja definitiv eine schöne Entwicklung, auch in diesem Bereich.

  61. Louis Palmer:

    Ja, es läuft was. Langsam, aber es geht in die richtige Richtung.

  62. Sebastian:

    Ja, definitiv. Also ich meine, das sehen wir auch bei uns mit der Post Street Scooter, die jetzt nach und nach alles umstellen, die da jetzt glaube ich auch schon über 8.000, 9.000 auf der Straße haben. Ist ja auch eine Ansage, dann muss man mal sagen.

  63. Louis Palmer:

    Bei DL würde ich gerne starten in Aachen, wir sind in Gesprächen und dass wir vielleicht in Aachen starten können, nächstes Jahr die Wave Germany. Da wird auch Streets guter gebaut in der Umgebung und wäre natürlich schön, wenn wir dort auch die Türen öffnen könnten und sie vorbeigehen können. Aber es ist auch schön zu sehen, dass auch ein Teil der Wave, dass man zu Unternehmen geht. Unternehmen wie die zum Beispiel Batterien herstellen, die zum Beispiel kleine Motoren herstellen oder irgendwas im Bereich Elektromobilität machen mit Fahrzeugen. Die öffnen die Türen und zeigen uns Dinge, die man sonst nicht sehen kann. Aber für die Wave fliegen die Türen auf. Das ist auch etwas ganz Schönes, was ich den Teilnehmern eben geben kann. Einblicke hinter die Kulissen, Gespräche mit den Fachleuten. Das sind sehr, sehr interessante Begegnungen, die es auf der Wave eben auch gibt.

  64. Sebastian:

    Definitiv, das kann man nur so unterschreiben, dass das dann sicherlich sehr interessante Begegnungen sind, gerade wenn man dann eben diesen exklusiven Einblick hinter die Kulissen bekommt, den halt nicht jeder dann so bekommt, wenn er einfach mal dort vorbeischaut. Und ich denke gerade Aachen so als deutsche Vorzeigestadt in Sachen E-Mobilität, jetzt streetscooter hast du gesagt, der Ego kommt von dort oder wird von dort kommen dann eben. Da gibt es ja wunderbare Beispiele dafür und das wäre echt schön, wenn ihr dort starten könntet oder wenn das dann eben möglich wäre für euch.

  65. Louis Palmer:

    Ja, genau.

  66. Sebastian:

    Und jetzt haben wir quasi die Wave dann schon mit aufgegriffen, also die Wave Deutschland. Die findet dieses Jahr im September statt, soweit ich weiß. Magst du mal zu der Wave in Deutschland, was ihr euch bisher gedacht habt, so ganz grob, wie lang, von wo nach wo, einfach ein paar Worte verlieren, wie ihr euch das vorstellt für die erste deutsche Wave?

  67. Louis Palmer:

    Geplant sind acht Tage, wie üblich, total 600 Kilometer, wie üblich, und der Start im Raum Aachen. Definitiv zugesagt haben aber Koblenz. Also es geht schon rein entlang nach Koblenz, dann geht es nach Kochen, die Mosel entlang, Weinstraße, das heißt der Deutsche Weinstraße heißt es bei euch. Wunderschöne Gegend, runter Richtung Birkenfeld und Mannheim. Das ist die nächste Übernachtung. Danach geht es nach Rundrach-Kirchzarten, das ist bei Freiburg. Und dann geht es über den Schwarzwald. Und zwar nach Biberach und von dort raus nach Heilbronn. Weil in Heilbronn erwartet uns die Bundesgartenschau. Da planen wir etwas ganz Spezielles mit denen. Und dann von Heilbronn geht es einfach wieder runter in die Alpen, und zwar wahrscheinlich nach Isny. Und dann von dort gibt es die Deutsche Alpenstraße, die nicht noch abfahren möchte, um die Zugspitze herum. Und irgendwo in Bayern hört dann die Wave auf. Also das heißt, wir starten in Aachen und fahren bis nach Bayern runter. Das ist der Plan. Und ganz wichtig finde ich, dass wir eben auch schöne Landschaften fahren. Nicht nur Städte besuchen, sondern auch schöne Landschaften besuchen. Die Weinstrasse, der Schwarzwald, die Alpenstraße, das gehört alles dazu für mich, für einen schönen Wave. Dazwischen interessante Unternehmungen, die unsere Türen aufmachen. Die Hochschule Biberach, die uns empfängt, die auch im Bereich Elektromobilität tätig ist. Oder aber die Bundesgartenschau wird ein Highlight sein. Also es sind viele Highlights. Jeder Tag ist ein anderer. Jeder Tag treffen wir andere Leute, ist ein anderes Programm. Es wird nie langweilig auf der Wave. das ist etwas, das mir auch den Spaß macht an der ganzen Vorbereitung. Dass wir so viele verschiedene Leute treffen, so viele verschiedene Einblicke kriegen, so viele schöne Landschaften sehen, das ist das, was wir eben bieten.

  68. Sebastian:

    Ja, also hört sich doch richtig gut an, da die Strecke, die du jetzt angesprochen hast, ich habe mir jetzt die Karte eben gerade auch nochmal aufgemacht, die ich ja schon auf der Webseite habe. Also schaut sportlich aus, aber sicherlich auch interessant und so wie du gesagt hast, ich finde auch den Ansatz schön, dass er sagt, ihr klappert jetzt nicht eben nur Städte ab, die für E-Mobilität stehen oder sich da stark machen wollen in dem Bereich, sondern halt auch vor allem für die Wave-Teilnehmer eine schöne Strecke zu bieten, damit man ein bisschen was von der Landschaft sieht, was ja quasi auch wieder deinen Urgedanken oder deinen Antrieb damals aufgreift oder von damals aufgreift mit dem Solartaxi eben um die Welt zu fahren, um die eben zu sehen, aber eben Nicht mit einem Benziner, wo man im Widerspruch zur Umwelt steht sozusagen, sondern eben auch mit einem alternativen Antrieb.

  69. Louis Palmer:

    Genau, eben weil beim Elektroautofahren muss man ja keine schlechten Gewitze haben, dass man auch zum Spaß mal eine schöne Strecke fährt. Mit dem Benzinauto macht das keinen Spaß. Für mich und für die Community, ich denke, ich kann für die meisten von unseren Teilnehmern reden, Das würde vielen Leuten so den Spaß wegnehmen. Aber mit einem Elektroantrieb über die Pässe fahren, neben schneebedeckten Bergen durchzufahren, das ist natürlich schon etwas Geniales. Von dem erzählt man lange, das gibt einem Kraft und das gibt schöne Bilder. Das ist wichtig für die Welt. Es soll auch Spaß machen.

  70. Sebastian:

    Ja, ich denke, das sollte definitiv im Vordergrund stehen dann auch. der Spaß, dass man daran teilnehmen will. Und ich meine, den habt ihr, wenn du, oder vorhin hast du ja gesagt, die ab 50% der Teilnehmer, die teilgenommen haben, wollen im Jahr drauf dann nochmal vorbeischauen. Das würden sie ja nicht machen, wenn sie keinen Spaß dran hätten.

  71. Louis Palmer:

    Genau, das ist so. Absolut. Also die Mischung macht aus.

  72. Sebastian:

    Wenn ich da jetzt bei der Wave teilnehmen wollte, als E-Auto-Interessierter oder E-Mobilitäts-Interessierter, wie würde das jetzt ablaufen? Schau ich da bei euch auf der Webseite vorbei, da kriege ich erste Infos. Und kann mich da dann auch schon direkt anmelden? Oder wie läuft das dann ab?

  73. Louis Palmer:

    Genau, man schreibt mir eine E-Mail und dann schicke ich den Leuten normalerweise das Dokument mit weiteren Informationen. Dann rufe ich die Leute jeweils auch an und diskutiere nochmal. Und ich versuche zu spielen, haben die Leute wirklich verstanden, um was es geht? Bringen die die richtige Einstellung oder die richtige Erwartungshaltung mit? Also eben, ich organisiere das, ich erwarte aber von euch das und das. Eben, bringt ein iPad mit. bringt ein Elektroauto mit, ihr müsst zu zweit sein im Auto, habt ihr schon einen Beifahrer, es gibt gewisse, die wollen unbedingt mitfahren, haben aber keinen Beifahrer, dann kann ich denen vielleicht einen Beifahrer organisieren, dass jeder Tag jemand anderes mitfährt. Ich habe aber auch Leute, die extra als Beifahrer mitkommen wollen, die sagen, ich will gar kein eigenes Auto, ich will nur zum Spaß dabei sein, wechsle jeden Tag das Auto. Das sind alles Sachen, die ich mit den Leuten bespreche, dann sende ich denen eine Vereinbarung, es gibt eine Teilnahmegebühr, Die ist zwischen 2.000 und 2.500 Euro, irgendwo in der Größenordnung, je nachdem, ob man Jugendherberge will oder ob man Doppelzimmer will. Das ist der Preis für beide Personen, mit Essen, Verpflegung, Hotel, Strom, alles dabei für acht Tage für zwei Personen. Dann müssen die Leute diese Rechnung einzahlen und dann gibt es von mir die Startnummer. Dann kommt man zum Startort und los geht's.

  74. Sebastian:

    Okay. Hört sich ja echt einfach an, sage ich mal, als Teilnehmer dann. Und die 2.500 Euro für zwei Personen für acht Tage ist ja jetzt auch für die Gegenleistung, die ihr bietet mit der Organisation Strom, Verpflegung, Unterkunft, ja, vollkommen gerechtfertigt, würde ich mal sagen. Das wäre nämlich auch noch eine Frage gewesen, wo man sich denn da preislich bewegt.

  75. Louis Palmer:

    Genau. Normalerweise sind so Oldtimer-Rallys oder Autorallys Wir haben einiges zu hören auf die Wave, aber wir sind ja nicht eine exklusive Veranstaltung nur für die Elite, sage ich jetzt mal. Wir sind offen, ich will nicht nur Tesla fahren, dabei haben sie sich das leisten können. Ich will jeden dabei haben, der irgendwie die Elektromobilität vorwärts bringen will, wir sind eine Postbildung. Und deshalb will ich da nicht reich werden. Ich muss nicht, weiß Gott, was verlangen von den Leuten, sondern ich will, dass die Leute sich das leisten können, dass sie mitkommen können, dass wir genug Autos haben, damit wir eben auch eine Meldung finden und zeigen können, dass diese Elektromobilität in der Bevölkerung angekommen ist. Und deswegen müssen wir die Bereiche auch nicht übertreiben.

  76. Sebastian:

    Ja, das denke ich auch definitiv, dass das auch wichtig ist, dass ihr die Eintrittsbarriere halt nicht zu hoch gestaltet, weil sonst Hast du halt keine Welle mehr, sondern nur noch so ein bisschen Wasser, das da hin und her schwappt. Aber ich meine, die Richtung stimmt ja definitiv. Du hast ja gesagt, von 23 Teilnehmern in 2011 jetzt zu 150 Teams in 2018 ist ja eine Ansage. Und ich denke, auch 2019 wird man da doch auch einiges wieder sehen. Ich denke, du hast schon eine gewisse Rückmeldung. Du weißt schon, was ungefähr kommt. Oder hast du schon eine erste Anmeldung für die Wave?

  77. Louis Palmer:

    Ja, für die Wave Schweiz habe ich im Moment 45 Anmeldungen auf meiner Liste, für die Wave Deutschland sind es 40. Und das sind aber provisorische Anmeldungen, unterschreiben muss man. Also Anmeldeschluss für die Schweiz ist dann Mitte März und Anmeldeschluss für Deutschland ist Mitte August. Wobei es ist schon so, dass man, wenn ich dann später anmelde, kann möglicherweise immer noch mitkommen, Also wir haben noch etwas Zeit, um weitere zu sammeln. Und das werden bestimmt wieder 50 bis 80 Teams pro Event sein. Und das ist auch eine Größenordnung, die wir gut handeln können. Wir wollen nicht 200 Autos oder über 100 Autos haben. Das ist nicht mehr so familiär. Das ist kaum mehr übersichtlich. Also die Teilnehmer nicht, das ist dann zu groß. Ich denke, die ideale Größe ist immer zu 55 und zu 70 Fahrzeugen. Das ist das, was bei den Teilnehmern am besten ankommt.

  78. Sebastian:

    Hört sich auch gut an. Also muss ich auch sagen, irgendwo muss man, denke ich, auch eine Kremse ziehen. Und deswegen werdet ihr es ja auch im letzten Jahr aufgeteilt haben und dieses Jahr auch wieder, damit es eben noch diesen familiären, freundschaftlichen Charakter beibehalten kann und dann nicht so ein Massenevent dann sozusagen wird.

  79. Louis Palmer:

    Genau, genau, und das geht es uns. Und bei diesen Autos ist aber auch immer die Support Cruise mitgerechnet. Da sind jedes Jahr auch etwa fünf bis zehn Fahrzeuge dabei bei jeder WFC. Das sind die Supporter. Und das sind ganz, ganz wertvolle Menschen, die die Wave unterstützen. Die sind jedes Jahr dabei. Das sind immer wieder die gleichen, die vorausfahren, die Stromkästen installieren, die Torbogen aufstellen. Das sind Freiwillige, die einfach jedes Jahr einmal in der Woche Zeit nehmen, Urlaub nehmen, extra für die Wave, um hier zu helfen. Und die kriegen von mir eine blaue Weste, kriegen klare Anweisungen, was sie zu tun haben. Und sie sind sehr, sehr geschätzt in der Wave-Community. Also die will ich natürlich auch noch erwähnen. Das macht auch viel von der Wave aus, dass sie natürlich ein super Team haben. Leute, die wirklich wissen, was sie tun, die das mit viel Spaß und Herzblut machen. Und auch denen kann ich es verdanken, dass die Wave wirklich jedes Jahr so erfolgreich durchgeführt werden kann.

  80. Sebastian:

    Definitiv. So Leute braucht man natürlich auch, die da unterstützen und zur Seite stehen und dementsprechend auch helfen, das umzusetzen. Und da kann man ja froh sein oder könnt ihr ja, denke ich, froh sein, dass ihr die auch habt und auch da eben die Rückmeldung auch von der Community bekommt, dass die eben so gut aufgenommen werden.

  81. Louis Palmer:

    Genau, genau. Die Community, ich mache jedes Jahr nach der Wave, mache ich eine Umfrage unter den Teams, frage sie, hey, was war gut, was war nicht gut und die Zusammenarbeit mit den Supporten kriegt immer Bestnot. Also das ist immer super. Die Supporter sind extrem hoch angesehen, sehr geschätzt bei der Community. Die Wave allgemein kriegt immer sehr gute Noten, das darf ich auch mit Stolz sagen, aber vor allem die Supporter, die Gruppen, das sind sehr, sehr beliebte Leute bei uns und das kann ich wirklich nur betonen.

  82. Sebastian:

    Das ist doch schön, wenn du auch so die Rückmeldung bekommst oder wenn ihr seht, dass die Wave dann eben auch Jahr für Jahr so ein Erfolg in der Community ist und immer wieder gut ankommt. Ja, also von meiner Seite aus fährst du jetzt auch tatsächlich schon durch, was ich mir allerdings offen halte, offen halten würde, wäre, dass wir vielleicht im Nachgang an die Wave in der Schweiz oder auch nach der deutschen Wave vielleicht einfach nochmal ein Interview führen und dann können wir uns nochmal über den aktuellen Stand, wie es denn 2019 war, unterhalten, wenn du daran Interesse hättest.

  83. Louis Palmer:

    Ja, sehr gerne. Gut. Ich bin auch gespannt, wie es dann sein wird. Jede Wave ist anders, ich bin jedes Mal gespannt, wie es rauskommt und es ist jedes Mal ein riesen Abenteuer, ein riesen Event und mal schauen, wie das in 2019 wird.

  84. Sebastian:

    Bestimmt toll. Also ich drücke auf jeden Fall die Daumen und wie gesagt, ich werde auch mal das ein oder andere Mal bestimmt vorbeischauen, gerade wenn ihr hier in Deutschland doch relativ nah an meinem Heimatort vorbeifahrt, sozusagen.

  85. Louis Palmer:

    Super, freue mich drauf.

  86. Sebastian:

    Bis dann. Bis dann, vielen Dank, Louis.

  87. Louis Palmer:

    Danke dir.

  88. Sebastian:

    Mach's gut. Mach's gut. Das war es also, das Interview mit Louis Palmer von Wave. Ich hoffe, es hat einiges Interessantes für dich breitgehalten. Für mich war es auf jeden Fall ein sehr interessanter Einblick in die E-Rallye, die dieses Jahr erstmalig in Deutschland unterwegs sein wird. und wo ich auch definitiv vorbeischauen werde. Sollte dir diese Folge gefallen haben, würde ich mich natürlich freuen, wenn du auf den Kanälen oder auf dem Kanal, wo du den Podcast hörst, eine Bewertung für uns hinterlässt, da dies sicherlich hilft, die E-Mobilität weiter voranzutreiben. In die Shownotes habe ich dir noch einige weiterführende Links zu Wave, zu Elektroauto News und so weiter gepackt und freue mich, wenn du bei der nächsten Folge wieder einschaltest. Bis dahin, mach's gut, ciao.