Energieeffizienz neu gedacht: Autarkie im Fokus

Im Gespräch mit Manfred Josef Hampel

Im Elektroauto-News.net Podcast habe ich mit Manfred Josef Hampel über autarkes Wohnen und freie Mobilität gesprochen – Themen, die eng mit Elektromobilität und erneuerbaren Energien verbunden sind. Manfred, ein erfahrener Praktiker im Bauwesen, begann seine Karriere im Denkmalschutz und Fensterbau, wo er für gutes Design und Proportionen bekannt wurde. Doch er erkannte bald, dass es um mehr geht: nachhaltiges und energieeffizientes Bauen.

Sein Weg führte ihn von der Gründung eines erfolgreichen Fensterbaubetriebs zu einem neuen Ziel: dem Bau von Häusern, die vollständig autark sind und sich selbst mit Energie versorgen. Er betont, dass „autark“ oft missverstanden wird: „Autark ist autark. Punkt.“ Für ihn bedeutet das, Gebäude zu schaffen, die zu 100 % eigenständig funktionieren, unabhängig von Wetterbedingungen.

Manfred setzt auf Innovation, nicht auf veraltete Technologien der Konzerne. Er hat Methoden entwickelt, um Solarzellen effizienter zu nutzen, indem auch deren Abwärme verwendet wird. So wird jede Energiequelle maximal genutzt. Zudem erklärt er, wie überschüssige Energie in Pufferspeichern gesammelt wird, was Betriebskosten senkt und CO₂-Emissionen reduziert. Die Kombination von Solartechnologie und Elektromobilität ist dabei zentral: Ein autarkes Haus soll auch die Mobilität der Bewohner unterstützen.

Manfred sieht autarke Gebäude als Lösung für private und öffentliche Bereiche, wie etwa Schwimmbäder, die oft zu viel Energie verbrauchen. Seine Vision: Banken und Investoren erkennen bald, dass autarke Häuser die beste Investition sind. Ein autarkes Haus amortisiert sich selbst und kann zusätzliche Erträge generieren.

Mit seinen Ideen zeigt Manfred, wie das Wohnen der Zukunft aussehen kann. Nun aber genug der Vorworte, lasst uns in das Gespräch einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei der Nordfriesen Elektroautonews.de Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge geht es mal nicht um E-Mobilität oder nicht nur. Es geht um das Thema Autarkie, wie man sich ein Stück weit oder mehr zu 100% unabhängig machen kann von all dem, was da in der Welt so passiert. Dazu habe ich mich mit Manfred Josef Hampel unterhalten, der genau das eben schon lebt und nicht nur in der Fiktion vorbereitet, sondern 100% autark lebt. Denn seine Aussage ist die, man kann ja auch nicht nur ein bisschen schwanger sein, entweder man ist autark oder ist es eben nicht. Und wie das eben funktioniert, welche Denkansätze man daraus für die Welt der E-Mobilität, für den Alltag, für die Sektorenkopplung mitnehmen kann, das kannst du dir, denke ich, nach den gut 30 Minuten auch selbst erschließen. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Manfred. Viel Spaß damit. Hallo Manfred, vielen Dank, dass du dir heute Zeit nimmst, dass wir uns über das Thema autarkes Wohnen, freie Mobilität unterhalten, was auch so eine gewisse Verbindung zur E-Mobilität hat. Bevor wir da allerdings einsteigen und tiefer eintauchen, stell dich doch unseren ZuhörerInnen gerne mal selbst vor.

  3. Manfred Josef Hampel:

    Okay, mein Name ist Manfred Josef Hampel. Ich beschäftige mich mein ganzes Leben schon mit Bauen. In meiner ersten Lebenshälfte habe ich das mehr bezogen auf Gestaltung von Häusern, aber auch Denkmalschutz, also sehr lastig mit Gestaltung und Bauen. guten Proportionen. Dazu bin ich dann in den Fensterbau auch eingestiegen, weil der Fensterbau doch ein wesentliches Element ist für gute Renovierungen, Denkmalschutz und auch für neue Gebäude, wenn sie landschaftstypisch sein sollen. Da kommt es immer auf die guten Proportionen an. Und wenn ich eine Sache mache, mache ich sie immer sehr gründlich. Das heißt, da habe ich mich wirklich sehr tief reingearbeitet. Zum Fensterbau bin ich gekommen durch meine erste Frau. Mein Schwiegervater hatte einen Fensterbaubetrieb und der baute halt moderne Fenster. Und wenn ich diese Fenster angeschaut habe mit den überbreiten Rahmen, habe ich als Gestaltungsliebhaber und Denkmalschutzfreund natürlich die Hände vor den Kopf geschlagen und gesagt, das muss man viel filigraner machen. Da hat mein Schwiegervater nicht so viel davon gehalten und in der Folge bin ich dann auch nach einiger Zeit Dann nach Bayern gegangen, habe gedacht, da ist das Land, wo Holz noch geschätzt wird, wo traditionelle Bauweisen sind, wo man sicher auch sehr gute Grundlagen hat für den Leuten mit guten Proportionen helfen zu können. Das war dann zwar nicht genauso gewesen, wie ich mir das vorgestellt habe, aber letztendlich habe ich diesen Traum dann verwirklicht, habe einen Fensterbaubetrieb gegründet, damals in Augsburg begonnen. Zunächst mit Unterstützung einer Firma, die auch im Goldenen Saal diese goldene Decke gebaut hat, die im Krieg ja zerstört war. Die Firma Wilmeroth war das. Und dann, nach einigen Jahren, habe ich eine eigene Werkstatt gehabt. Zuerst habe ich mich mit Restaurierungen beschäftigt. Damit habe ich halt die Leute vom Denkmalschutz gut kennengelernt und habe dann auch gesehen, dass eigentlich ein vernünftiges, gut proportioniertes Fenster für den modernen Fensterbau fehlt. Und das habe ich dann entwickelt und auch damals patentieren lassen. Unter dem Begriff Manufakturfenster ist das dann auch bekannt geworden. Und wir haben in den vielen Jahren ganz besondere Bauvorhaben gehabt, darunter der Kreml-Palast in Moskau oder Kreml, In Amerika, in Minneapolis haben wir einen interessanten Bau gehabt, haben aber auch in ganz Europa gewirkt. Natürlich viele Bauverhandlungen in München und auch in Augsburg, aber auch in Berlin und anderen Städten Deutschlands. Ich bin dann sowas geworden wie ein Spezialist für den klassischen Fensterbau. Und das ist eine Sache, mit der kann man sich schon ein, zwei Jahrzehnte beschäftigen und das dann immer wieder verbessern. Aber da kommt man irgendwann an einen Punkt, wo man sagt, es ist alles optimiert. Die goldenen Proportionen, die ja auch die ehemaligen Fensterbauer aus den letzten Jahrhunderten schon beherrscht haben, wenn man die mal umgesetzt hat, dann kann man ja auch, das kann man ja nicht mehr verbessern, weil mehr schön als schön geht einfach nicht. Und so bin ich dann in die Toskana gefahren und bin drei Monate später zurückgekommen mit ersten Entwürfen und der Idee, ich möchte nicht nur ein schönes Haus, sondern ich möchte ein Haus bauen, was sich auch energiemäßig von selbst versorgt. Das war zwar vor 25 Jahren nicht das Thema gewesen, aber wir wissen heute, das Thema ist mehr und mehr gewachsen. Und in der heutigen Zeit über sowas verfügen zu können, das war schon wie eine Vorsehung. Aber daraus direkt ein Produkt zu machen, was sofort funktioniert, das funktioniert in Deutschland leider nicht, weil da gibt es viel zu viele Bedenkenträger. Ja, von der Art und Weise, wie ich das begonnen habe, war ja, ich stand ja auch vor erst mal nichts. Ich hatte zwar einen Fensterbaubetrieb, ich kannte mich mit Holzgestaltung aus. und kenne auch das Handwerk und habe auch Innenarchitektur studiert und mich immer stark interessiert für erneuerbare Energien, weil ich das einfach klasse fand. Ich glaube, mit 15, 16 habe ich so einen Radfahrer gebaut, aus Draht gebogen, der mit einer kleinen Solarzelle in die Pedale getreten hat, immer wenn sie in der Sonne stand oder uns ins starke Licht gestellt hat. Das war immer schon irgendwie vorhanden und es ist doch kein Widerspruch zu meiner sonstigen Entwicklung, weil das zieht sich wie so einen roten Faden durchs ganze Leben.

  4. Sebastian:

    Vielen Dank, dass du uns da abgeholt hast, ein bisschen ausgeholt hast, aber das ist ja auch wichtig, um zu verstehen, wo du herkommst und wo die Reise dann eben auch hingegangen ist schlussendlich. Du hast gesagt, autarkes Wohnen im Vorgespräch, damit ist aber wirklich autark gemeint, also zu 100% selbstversorgt sozusagen und in dem Zusammenhang spielt natürlich auch PV wie E-Mobilität eine Rolle. Vielleicht magst du da mal ein Stück weit konkreter werden, wie man sich das vorstellen kann einfach auch.

  5. Manfred Josef Hampel:

    Es ist ja so, das Wort Autark wird oft missbräuchlich verwendet. Und dabei ist Autark ist Autark. Punkt. Ein bisschen schwanger geht ja auch nicht. Also entweder ist man es oder nicht. Autark ist genauso. Also entweder kann man sich zu 100 Prozent versorgen. Oder nicht, wenn ich dann auf so Webseiten, wie kürzlich war ich beim bekannten Holzhausbauer, Baufritz kann man ruhig sagen, denke ich, macht ja sehr hochwertige Häuser, schreibe noch ganz kurz auf ihrer Webseite von Autarkie. Und wenn man dann so liest, dann sieht man immer so kleine Sternchen und dann steht da unten, ja, autark, wenn, bla bla bla. Und es wird immer wieder eingeschränkt und ja, dass man ja juristisch sich da nicht festlegt, dass das wirklich autark sein könnte. Es könnte ja ein Kunde auf die Idee kommen und sagen, ich habe jetzt hier von euch ein Haus, auf der Webseite steht autark und es ist aber nicht autark, weil ich habe eine Zusatzheizung oder ein Backup-System oder muss mit schmutzigem Strom arbeiten. Man kann ja nicht immer bestimmen, welchen Strom man hat. Und einer, der wirklich bis zu 800.000 für ein Einfamilienhaus ausgibt, und das macht man bei dieser Firma, könnte ich mir vorstellen, der wird auch sehr genau darauf achten, dass er das bekommt, was er eigentlich gedacht hat. Und ansonsten sieht man aber auch selbst bei den Fachleuten, dass man unter Autarkie ganz unterschiedliche Sachen versteht. Manchmal steht noch dahinter bilanziell, Das heißt nicht mehr, dann nicht weniger, dass man alles, was man im Laufe des Jahres erzeugt, unter der Menge liegt, die man verbraucht. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich immer die Energie zur Verfügung habe, weil im Sommer könnte ich drei Häuser versorgen, aber im Winter reicht es hinten und vorne nicht mit der gleichen Anlage und trotzdem wäre es bilanziell Deshalb, ich hasse solche Wörter, weil sie ja ein Widerspruch in sich sind, aber wir leben in einem Land, wo es auch Doppelhaushälften gibt, auch so verrückte Wörter, also zuerst verdoppelt man es und dann sagt man die Hälfte davon, also hätte man gleich sagen können, eins. Ja, das ist so typisch deutsch. Aber was auch typisch deutsch ist, man will es ja gut machen, handwerklich gut machen. Und irgendwie muss man feststellen, dass man in Deutschland zu wenig Wissen hat, wenn es um... Elektronik, Elektrik und kreative Nutzung von erneuerbaren Energien geht. Es gibt schon ein paar interessante Leute, aber das sind meistens nicht die, die dann auch die Produkte, die Produkte kommen von den Konzernen. Klar, Siemens traut, also wenn Siemens auf den Markt käme mit einem Haus, würde sagen, das ist 100% autark, das würde man denen sofort abnehmen, obwohl Siemens es wahrscheinlich nicht schaffen könnte, weil sie mit sehr relativ alter Technik arbeiten. Aber wenn dann jemand kommt wie ich, der sagt, ich habe ein autarkes Haus, Dann kommen die ganzen Bedenkenträger, die sagen, ja, ist denn das immer autark? Dann sagt man, ja, und wie ist das im Winter? Klar, wenn ich sage immer, dann ist das auch im Winter. Ja, aber das kann doch gar nicht sein, weil im Winter scheint doch viel zu wenig die Sonne. Und was ist mit Dunkelflauten und Blackout und was es alles geben kann? dann muss man nochmal die Leute klar machen, dass ein autarkes Gebäude oder ein autarkes System wirklich alle Sachen berücksichtigen muss, die sein können. Und natürlich stimmt das, dass wir im Winter vielleicht mal zwei Wochen keine Sonne haben. Aber dafür brauche ich entweder eine intelligente Speichertechnik oder ich brauche Aggregate, die dann auch noch arbeiten können. Und es gibt sehr viele, aber... Sehr wenig ist bekannt, sagen wir mal das einfach gesagt. Man muss schon sehr kreativ und intelligent die zur Verfügung stehenden Sachen nutzen, um zu einem solchen Ergebnis zu kommen. Das muss man, denke ich, auch ganz klar sagen. Es macht gar keinen Sinn, wenn man einen Heizungsbauer fragt, kannst du mir eine autarke Heizung machen? Dann sagt er, das geht nicht. Wenn man sagt, er kommt zu mir, ich zeige dir, dass das geht, dann kommt er vielleicht, aber er glaubt es immer noch nicht. In seiner Ausbildung kam das einfach nicht vor. Und das Kreativsein ist für Heizungsbau auch meistens keine Option, weil sie sagen, das muss ja alles der DIN entsprechen. Und wenn man das nicht einhält, dann bekommt man auch keine Zulassung oder dieses oder jenes. Es fängt ja schon an, wenn ich sage, ich tue eine PV-Zelle aufs Dach, Und die PV-Zelle funktioniert, wenn die Sonne drauf scheint. Nehmen wir es mal ganz einfach. Was passiert? Die Sonne scheint ja nicht nur einfach so drauf mit stromerzeugenden Strahlen, sondern die Sonne scheint so, wie sie scheint. Ich sage immer, am einfachsten ist, wenn man sich vorstellt, es gibt drei Energien, die von der Sonne kommen. Die eine Energie ist das Tageslicht, macht alles hell, leicht zu verstehen, kann jedes Kind verstehen. Das zweite ist Wärme. Also wenn man in der Sonne steht, merkt man, das wird warm bis heiß. Und wenn man eine Solarzelle, die ja noch dunkelblau ist, in die Sonne legt, weiß man auch, die wird auch warm. Und dann gibt es die elektromagnetische Strahlung, die in der Sonnenstrahlung ja auch ist, die dann in der Siliziumplatte einen Strom erzeugt. Das ist auch fast allen bekannt. Aber jetzt habe ich diese drei Energien. Und eine Solarzelle, die zu heiß wird, verliert Wirkungsgrad. Je heißer sie wird, desto weniger Strom kommt raus. Das ist eine dumme Sache irgendwie. Aber ein Techniker, der kreativ ist, also der eine sagt, kann man nichts machen, musste so viel Prozent abziehen. Der andere sagt, ja, Moment mal, kühlen wir doch die Platte. Wenn sie nicht wärmer als ca. 20, 24 Grad wird, dann ist der Wirkungsgrad zu 100% erfüllt, wie im Datenblatt steht. Und wenn sie kälter ist, geht sie sogar über diesen Wirkungsgrad, erzeugt sie auch 110%. Aber wenn es ganz heiß wird, kann sie auch, je nach Modell natürlich, bis auf 30% runtergehen. Damit ist ja viel verloren. Während der eine, der gesagt hat, ich kühle das jetzt, und das war auch mein Ansatz damals, hat gesagt, ich will den vollen Strom haben, weil wenn schon die Sonne scheint, will ich auch 100% Leistung haben, dann kühle ich das halt. Und dabei ist natürlich sofort klar, wenn ich was kühle, habe ich als Abfallprodukt Wärme. Und Wärme kann man im Haus auch gebrauchen. Zum Beispiel fürs Brauchwasser, Warmwasser, Duschwasser, Kühlschrank und so weiter. Aber auch für die Heizung. Und weil wir heute auch, wenn auch letztes Jahr in der Presse, ziemlich kaputt gemacht, wenn man an Wärmepumpen denkt, die haben die tolle Eigenschaft, können aus dieser Wärme, die man ihr schon gibt, mit einem Einsatz einer bestimmten Menge an Strom, den ich ja bei der Solarzelle schon hatte, vermehrt erzeugt habe, kann ich praktisch mit den Überschüssen die Wärmepumpe betreiben und habe als Bilanz noch nicht mal einen großen Verlust. Und mache aus dieser Wärme eine mehrfache Wärme. Also je nachdem, was das für eine Wärmepumpe ist, bis zum drei- oder fünffachen der Energie, die man reinsteckt, kann man noch mehr Wärme erzeugen, als wenn man es einfach machen würde mit einem Heizstab oder sowas. Ja, da merkt man schon, da wird es ein bisschen komplexer. Aber es geht darum... Was mache ich mit der bestehenden Energie, die ich geschenkt bekomme? Und wie kann ich sie nutzen, damit ich was erspare? Und in der heutigen Zeit natürlich auch nicht nur erspare an Geld, an geldwerten Vorteilen, sondern auch an CO2. Das heißt, die klimaschädlichen Gase, die bei der Verbrennung von Fossilen Brennstoffen entstehen, spare ich mir ja auch einen dabei. Und das wird auch in der Zukunft mit der CO2-Steuer, im Moment ist sie ja noch mild und man spürt sie ja noch nicht mal so richtig, aber das wird in den nächsten zehn Jahren richtig teuer. Und am besten ist es jetzt zu in einer Zeit, wo man für die Erneuerung einer Heizung bis zu 70% Zuschüsse bekommt, also inklusiv der Montage, Wärmepumpe und aller Materialien und auch noch die Mehrwertsteuer bei der PV ausspart, wird es nie mehr so einen einfachen Weg geben, sich ein Haus autark zu bauen mit so wenig Kosten. Auch Damit es nicht so komplex wird, schließe ich mal diesen Bereich. Vielleicht denken wir mal drüber nach, was will man? Jeder braucht eine Wohnung oder ein Haus, jeder will wohnen. Und wenn man eine Wohnung oder ein Haus hat, will jeder, dass es da drin warm ist, dass man hygienisch warmes Wasser auch zur Verfügung hat zum Reinigen. Man will, dass eine Waschmaschine drin ist, dass eine Küche mit Spüle und natürlich auch Raumwärme da ist. Und wenn man das jetzt mit dieser Technik schaffen kann, das kostenlos zu erzeugen, kostenlos weiß ich, da gibt es jetzt einige, die sagen, es gibt nichts Kostenloses, man muss ja am Anfang was investieren. Aber ich möchte das trotzdem kostenlos nennen, weil wenn ich ein Haus baue, das sich nach zehn Jahren schon amortisiert hat, das heißt, alles, was es gekostet hat, schon als Ersparnis, übrig hat und ich auch noch Überschüsse habe, die ich auch noch meinem Nachbarn verkaufen kann, beziehungsweise in einer Ladestation vorm Haus auch fremde Leute laden lassen kann und ich mache dann einen Preis pro Kilowattstunde, der kann ja ruhig viel günstiger sein als das wie man sonst normal laden kann. Aber letztendlich, unterm Strich gesehen, kommen auch da dann Erträge raus. Und wenn ich das alles zusammenzähle und auch die Ersparnis noch von CO2-Steuer und die Ersparnis, ich brauche nicht tanken zu gehen, also keine Kraftstoffe kaufen, weil mein Auto auch noch geladen werden kann. Ich brauche keine Brennstoffe zu kaufen, weil ich keine Flamme habe, um meine Heizung zu betätigen. und selbst meine Wärmepumpe den Strom überwiegend von der selbst erzeugten Strom, mit selbst erzeugtem Strom arbeitet und die Überschüsse, die dann am Ende noch übrig bleiben, die mein Nachbar nicht mehr braucht, meine Batterien voll sind, das Auto vollgeladen ist und ich habe an einem sonnigen Tag trotzdem noch Strom zur Verfügung, dann schicke ich das auch noch über einen Heizstab in einen Pufferspeicher und tun wir dann das als Wärmespeicher, weil Wärmespeichern ist viel günstiger als Strom zu speichern.

  6. Sebastian:

    Sehr, sehr spannend, was du uns oder wo du uns da jetzt schon abgeholt hast und das zeigt ja einfach auch, wie vernetzt man das Ganze mittlerweile denken muss, dass man eben nicht mehr nur sagen kann, hier PV war ja das beste Beispiel, nicht nur die Energie, die daraus gewonnen wird, sondern eben mit der Wärmeabwärme da auch ein Stück weit zu arbeiten, das ein bisschen zu koppeln, wo wir ja dann auch zusammenkommen jetzt auch wieder mit der E-Mobilität, die sich da ja wunderbar einfügt mit dem Thema PV, Batteriespeicher. als auch eben erneuerbare Energie, die dann direkt quasi in die Batterie des Autos reingeladen werden kann. Da hat man ja schon dieses perfekte Beispiel für die gelungene Sektorenkopplung herbeigeführt von deiner Seite.

  7. Manfred Josef Hampel:

    Ja, das ist das eine. Und jetzt wird es ja noch verrückter. Wenn ich jetzt... Nochmal zurückgehen zu diesem Punkt. Die Sonne schickt mir drei verschiedene Energien. Und mit dem Strom und der Wärme, das haben wir jetzt verstanden. Und ich habe ebenso nebenbei gesagt, auch Tageslicht. Dann macht man sich keine Vorstellung darüber, was Tageslicht für eine extrem hohe Energie ist. Also man muss sich nur vorstellen, wenn man abends in ein Stadion geht, damit es da taghell ist, wie viel Strahler dort, wie viel 10.000 Watt oder 100.000 Watt da leuchten müssen, damit man den Eindruck hat, in diesem Stadion, in diesem viereckigen Gebilde, dass es dort taghell ist. Jetzt stell dir vor, wie viel Lampen bräuchte man, dass wenn man draußen in seiner Heimat oder in einer Stadt irgendwo ist und man soll den Eindruck haben, alles ist so hell wie tagsüber, dann macht man sich langsam eine Vorstellung dazu, wie viel Energie das eigentlich ist. Und deshalb ist diese Energie, die bis heute ja eher, wie soll ich sagen, unbewusst genutzt wird, indem man Fenster im Haus hat, wo man das Licht reinlässt, kann man das jetzt aber auch verwenden. Bei unseren Energiehallen beispielsweise, das sind wie so Dome, halbrund, da gibt es zwei Mäntel drumherum, eine Außenoberfläche und eine Innenoberfläche. Und zwischen denen wird erst mal auf der äußeren Seite tagsüber die Energie abgegriffen und durch fließendes Wasser in dieser Hülle in einen Pufferspeicher gebracht. Und einfach gesagt wird dieser Pufferspeicher nachts durch die innere Hülle laufen lassen. Und so wechselt sich das von Tag zu Tag ab. Damit haben wir die Wärmeregulierung da. Aber dadurch, dass das auch jetzt nicht zu 100% mit PV belegt ist, sondern noch viele Stellen praktisch transparent bleiben, habe ich auch das Tageslicht den ganzen Tag über in dieser Halle drin und brauche keine Strahler. Und wenn das jetzt eine Fabrikhalle ist oder ein Gewächshaus oder eine Badehalle ist, Was auch immer, Marktplatz, habe ich da drin immer die Temperatur, die ich mir wünsche, indem ich das halt eingib. Das ist halt nur eine Sache, wie arbeiten die Speicher mit den Wärmepumpen zusammen. Es geht auch ganz ohne Wärmepumpe, wenn die Speicher größer sind. Und dann habe ich am Ende das auch noch, wenn ich jetzt sage, den Wärmespeicher baue ich jetzt noch in den Boden rein. Dann habe ich praktisch im Boden drin das Grundstück schon mal genutzt. Dann mit der Halle auf der Oberfläche habe ich nochmal eine Nutzung, einen Raum. Und durch die Hülle dieses Raumes habe ich Wetterschutz genutzt. Ein Stromkraftwerk, ein Wärmekraftwerk, eine Belichtung tagsüber und durch die Speicher, die ja dann abends immer voll sind, kann ich auch die ganze Nacht, das ist auch innen, taghell weiter nutzen, je nachdem, was man halt vorgesehen hat. Wenn das jetzt ein Gewächshaus ist, Wenn man richtig Kohle machen will, baut man Cannabis an, weil Polizei gibt einem schnell eine Genehmigung, wenn du eine geschlossene Halle zeigen kannst, die außen so gut gesichert ist, dass man nicht einbrechen kann. Und dann macht man mit diesen Pflänzchen gegenüber Erdbeeren oder Kopfsalat einen hundertfachen Gewinn. Oder Ich mache einen öffentlichen Raum draus, wo ich sage, das ist ein Schwimmbad. Die Schwimmbäder sind heute in den meisten Gemeinden und Städten geschlossen oder sind nicht mehr, weil es zu viel Energie kostet, nicht mehr in Benutzung. Und hier könnte man auch sowas wieder mit wenig Kosten, ohne dass man Brennstoff einkaufen müsste, verwenden. Und dann wäre das sozusagen etwas für die Gemeinde, für die Bürger und könnte man mit ganz wenig Kosten machen. Also ich glaube, da muss man auch kreativ sein. Da gäbe es ganz viele Lösungen dafür. Und auch da geht es ja eigentlich darum, immer zu überlegen, was kann ich aus der kostenlosen Energie machen und wie kann ich die so optimal nutzen, dass ich am Ende sogar noch Überschüsse erzeuge und am Ende auch den Bau davon nachträglich finanziere. Du kannst ein Haus bauen, das kann noch so klein sein, das kostet immer Geld. Und wenn es da ist, kostet das wieder Geld, weil es muss instand gehalten werden, es muss versorgt werden. Also ein Haus oder eine Wohnung kostet immer. Deshalb haben wir ja heute mindestens 30 Prozent des Einkommens müssen wir ins Wohnen reinstecken. Wenn ich jetzt noch die Mobilität dazurechne, dann komme ich auf 40 bis 50 Prozent am Ende. Aber jetzt stell dir vor, du hast ein Haus. Und du hast eine liebevolle Bank, die dir das glaubt. Im Moment ist es mit den Banken noch nicht so weit. Es hat sich noch nicht genug rumgesprochen. Aber das wird nicht mehr zehn Jahre dauern. Dann werden die Banken sagen, jemand, der ein Sunhouse bauen will, der kriegt von uns auf jeden Fall das Geld dafür. Weil es gibt nichts Sichereres wie ein Kraftwerk, in dem man wohnen kann. Weil ich habe diese Leistung, was das Haus mir gibt, an dem Wert, wie eine Miete kosten würde, plus den Wert, den monatlich die Versorger mir als Stromrechnung schicken, dann plus die Abschläge für Heizung, Und dann noch den Luxus zu haben, dass ich im Sommer auch noch kühlen kann, ist in diesen Preisen auch noch enthalten. Und dann habe ich diese Überschüsse, die dazu führen, dass das ganze Geld, was das Haus gekostet hat, vielleicht nach 10, je nachdem, wie man kalkuliert, auch vielleicht nach 15 Jahren wieder drin ist. Und die 15 Jahre danach... hast du praktisch den gleichen Gewinn, das Haus ist schon bezahlt, aber den gleichen Gewinn, also die ganze Summe, die das Haus gekostet hat, dann zum freien Leben. Das ist Luxus. Wenn eine junge Familie mit 20, 25 Jahren sowas beginnt, kann in seinem Leben dann ein Haus bauen, was sich vier, fünfmal bezahlt Oder wenn das Leute sind, die gerne unternehmerisch denken, die kaufen sich gleich, wenn das abbezahlt ist, das Nächste. In dem einen wohnen sie und das andere vermieten sie und sind noch Energieversorger. Sie verkaufen den Strom und die Wärme auch noch den neuen Mietern. Und wie das geht, zuerst hat man eins, dann hat man zwei, dann hat man vier, dann hat man acht und so weiter. Also man sieht, unsere Regierung ist, wie soll ich sagen, so weit im Denken zurück, dass noch nicht einer auf diese Idee gekommen ist, sowas den Bürgern auch bieten zu können. Wir reden von 400.000 Wohnungen, die fehlen und geben den Leuten eine ganze Menge an Kosten, auch den Leuten, die jetzt bedürftig sind, die bekommen ihre Miete bezahlt, die bekommen ihre Heizung bezahlt. Worum steckt man die nicht in Häuser, wo weder Miete noch Heizung noch Strom was kosten würden? Mit der Besonderheit, dass nach zehn Jahren schon wieder dass es bezahlt ist. Das heißt, die Sozialleistungen hätte man gespart als Staat und man hätte Eigentum geschaffen, was man beliebig vermieten oder verwerten kann oder auch verkaufen kann am Ende. Wenn dann Flüchtlingsströme kommen, hätte man vielleicht viel mehr Möglichkeiten. Und ich glaube, der Staatshaushalt wäre schneller saniert. Die Klimakrise wäre schneller beseitigt, wenn nur ein Politiker so denken würde, der dann auch was zu sagen hätte. Ja, deshalb hoffe ich, dass man vielleicht noch auf diesen Dreh kommt.

  8. Sebastian:

    Ich hoffe doch, dass der eine oder andere einfach die Folge heute hört, die zwar mal ein bisschen von der Norm abgewischen ist, sozusagen, die wir sonst hier verfolgen bei uns, aber ich glaube, dass jeder, der zugehört hat, doch den einen oder anderen Impuls mitnehmen konnte, hoffentlich auch zur Veränderung im Alltag bei sich selbst beiträgt. gegebenenfalls eben bei dir, Webseite und so weiter, was wir alles verlinken, auch vorbeischauen, um da noch mehr Impulse, Eindrücke mitzunehmen. Dir vielen Dank für deine Zeit, Manfred, und auch diese Denkanstöße mal außerhalb der Norm, wie wir sie sonst bei uns gewohnt sind. Vielen Dank.

  9. Manfred Josef Hampel:

    Ja, gerne, danke.

  10. Sebastian:

    Das war doch wieder eine sehr spannende Folge. Wie gesagt, heute mal mit komplett anderen Ansätzen wie sonst. Da muss ich ganz klar sagen, ich hätte auch zwischenzeitlich überlegt, ob ich einfach nur einen Artikel draus bastel für ERN. Fand dann aber auch, man kann auch einfach mal ein wenig Inspiration mitnehmen. Man kann das auch mal von der anderen Seite sehen und eher versuchen, mal einfach anders zu denken, um Dinge auch anders zu machen, um zu verändern, Veränderungen herbeizuführen. Ich hoffe, die Folge hat dir gefallen. Ich freue mich, wenn du bei der kommenden ERN-Podcast-Folge wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin. Ciao.