WeShare - Aktuelle Entwicklungen beim Free-Floating Carsharing aus Berlin

Im Gespräch mit Fabian Krohn, Business Development Manager WeShare

Volkswagen ist im Juli 2019 mit WeShare in Berlin ins Carsharing-Geschäft eingestiegen. 1.500 e-Golf-Elektroautos bilden die Vorhut einer immer größer werdenden komplett elektrischen Flotte, die ausnahmslos mit Grünstrom betrieben wird. Doch auch bei WeShare gilt: "Es ist nicht alles Gold was glänzt".

Denn was als gut durchdachte Idee eines Free Floating Carsharing-Anbieters gestartet ist, stößt durchaus auf Herausforderungen im Alltag. Fabian Krohn, Business Development Manager bei WeShare, hat sich Zeit genommen, um mit uns über WeShare, die Ladesäule-Problematik und künftige Pläne des Unternehmens zu sprechen.

Aber ganz ehrlich, hör am besten selbst in das Interview rein. Es lohnt sich. Versprochen.

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroautonews.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschalten hast, wenn es rund um die Themen E-Mobilität, Elektroautos, alternative Antriebe in unserem Alltag geht. Diese Woche gibt es nicht nur mich wieder auf die Lausche, wie ich irgendwas erzähle aus dem immobilen Alltag oder mit Themen, die mich beschäftigt haben oder uns auf dem Portal auf elektroautonews.net. sondern ich habe ein Interview geführt mit Fabian Krohn. Er ist Business Development Manager bei UMI Urban Mobility. Das ist das Unternehmen, was hinter WeShare steht, dem Free Floating Anbieter in Berlin. Die haben derzeit um die 1500 E-Golfe im Angebot, die man an beliebiger Stelle Aufgaben aufsammeln kann, kann damit fahren und wieder abstellen. Rein elektrisch ist da der besondere Vorteil im Vergleich zu anderen Anbietern am Markt. Künftig wird man das Angebot auch noch über den E-Golf hinaus erweitern. Der VW ID.3 wird dazustoßen, der VW E-Up mit erhöhter Reichweite wird dazukommen. Und auch über die deutschen Grenzen hinaus, also um genau zu sein, in Prag ist geplant, dass es einen WeShare-Ableger geben wird, der dann dort mit dem Skoda Citigo 4 eben an den Start gehen wird, unter anderem. Über all diese Themen habe ich mich, wie gesagt, mit Fabian Krohn unterhalten. Wir sind auch auf das Thema Ladesäulenblockiere eingegangen, was WeShare aktuell schon macht, was man vorhat in Zukunft zu machen und dass man sich durchaus der Situation bewusst ist, dass das noch nicht alles so ideal gelöst ist, wie es denn eigentlich sein sollte. Aber man zeigt eben auch, dass man die E-Mobilität nach vorne bringen möchte, dass man Berührungspunkte anbietet für neue Fahrer, neue E-Autofahrer, die eben das erste Mal mit den Berührungen kommen und so auch die Möglichkeit haben, für kleines Geld elektrisch, vollelektrisch zu fahren im Alltag. An sich eine tolle Sache. Ich würde jetzt einfach direkt ins Interview übergeben. Bin gespannt, was du davon hältst. Hör ruhig zu. Lass mir deine Gedanken zukommen, sei es per Mail, Kommentar, was auch immer. Du weißt, wie du uns erreichst. Am Ende des Interviews melde ich mich nochmal bei dir. Vielen Dank schon mal fürs Zuhören. Bis dann. Vielen Dank, Herr Krohn, dass Sie sich die Zeit nehmen, um in unserem Podcast ein wenig über WeShare, deren Angebot und die aktuelle Entwicklung zu sprechen. Können Sie sich zunächst kurz vorstellen, um dann einen Überblick über WeShare eben zu geben?

  3. Fabian Krohn:

    Ja, mein Name ist Fabian Krohn. Ich bin bei WeShare, seitdem es WeShare gibt. Ich habe vorher lange in der Elektromobilität gearbeitet. Also bin insgesamt seit zehn Jahren jetzt in der Elektromobilität tätig und betreue hier zum einen das Business Development, aber auch das Ladekonzept für WeShare.

  4. Sebastian:

    Okay, das hört sich auch interessant an. Passt auch zu den Punkten, die wir ansprechen. WeShare an sich, können Sie da vielleicht einen kurzen Überblick geben, worum es sich da handelt, wenn jetzt noch niemand damit Berührung hatte oder ein Zuhörer da noch keine Berührung mit hatte, damit er einfach versteht, um was es denn da eigentlich geht, was ihr anbietet?

  5. Fabian Krohn:

    Gerne. Also WeShare ist ein rein elektrischer, also 100% elektrischer Free Floating Cashing Service. Free Floating heißt, Es gibt ein definiertes Geschäftsgebiet und in diesem Geschäftsgebiet können Fahrzeuge an- und abgemietet werden. Dieser Service WeShare wird betrieben von der UMI Urban Mobility International GmbH und die UMI ist wiederum eine 100%-Tochtergesellschaft von Volkswagen.

  6. Sebastian:

    Okay, vielen Dank für die Einführung. Jetzt ist es ja so, aktuell ist WeShare in der Hauptstadt, in Berlin, tätig, soweit ich das weiß.

  7. Fabian Krohn:

    Genau, wir sind mit 1500 elektrischen Golf in Berlin vertreten aktuell. Diese E-Golfs sind auch alle identisch ausgestattet. Also das heißt, da gibt es keine Abweichung von Modellen etc. aktuell.

  8. Sebastian:

    Okay, und wie ich es aus einer Pressemitteilung entnommen hatte, plant ihr aber auch das Angebot dort noch zu erweitern im Sinne von Modellen. Der ID.3 soll da eine Rolle spielen. Was ist denn hier geplant?

  9. Fabian Krohn:

    Genau. Also zum einen ist es so, dass wir nächstes Jahr nach Hamburg gehen werden und nach Prag. Das heißt, WeShare wird auch ein Multimarken-Konstrukt in Prag werden. Da werden Skoda-Fahrzeuge eingesetzt, der Skoda Citigo E. und Hamburg wird eben auch eine weitere Stadt werden und dann werden sich natürlich auch die Modelle erweitern. Das heißt, nächstes Jahr kommt zum einen der E-Up dazu mit der größeren Batterie und wir werden auch nächstes Jahr eine gewisse Anzahl von ID.3 reinflotten.

  10. Sebastian:

    Okay, jetzt haben wir ja schon vorweg gegriffen, Hamburg ist ein Thema, das war mir auch bewusst. Prag ist mir jetzt neu gewesen, aber schön zu hören, dass es da auch über die deutschen Grenzen geht. Wie ist denn der Zeitplan vorgesehen? Wird das dann eher so Mitte des Jahres anfangen oder eher zum Jahresende hin, wo ihr dann den Start vorhabt?

  11. Fabian Krohn:

    Ne, ist beides eigentlich. Also Prag ist, genau, ist beides irgendwie so für Mitte des Jahres ungefähr geplant.

  12. Sebastian:

    Okay, und von der Flottengröße her vergleichbar mit Berlin? Kleiner, größer?

  13. Fabian Krohn:

    Naja, die Flottengröße richtet sich immer natürlich auch nach der Größe der Stadt. Das heißt logischerweise in Prag wird es eine kleinere Flotte sein und in Hamburg aber deutlich auf jeden Fall um die tausend Fahrzeuge.

  14. Sebastian:

    Um die tausend Fahrzeuge, okay. Gut, jetzt die andere Frage, die ja auch aufkommt, wenn man jetzt an das Jahr 2020 denkt. CO2-Flottenwerte spielen da ja auch eine Rolle, auch hinsichtlich der abgesetzten Fahrzeuge der einzelnen Hersteller. Nutzt VW dieses Angebot von WeShare dann auch tatsächlich aktiv, um auch die Flottenwerte da positiv zu beeinflussen?

  15. Fabian Krohn:

    Ja, also ich glaube, bei der Frage springt natürlich dahinter, geht es immer darum eigentlich, wie gut werden E-Fahrzeuge generell verkauft, weil wenn das Fahrzeug jetzt auf die Uni zugelassen wird oder auf sie als Privatperson, spielt ja für die CO2-Anrechnung keine Rolle. Und aktuell erleben wir es ja eigentlich so, da gab es gestern auch wieder einen Artikel zum Beispiel bei Edison, dass die E-Fahrzeugverkäufe eigentlich sehr gut sind, im Prinzip eigentlich bei allen Herstellern. Das heißt, de facto ist es so, dass wir das nicht nur aus Motivation der CO2-Gesetzgebung machen, weil eben die Fahrzeuge generell gut nachgefragt werden. Auch der E-Golf hat ja natürlich die Kaufpreisprämie und diverse Marketingaktionen. Also ist der E-Golf ja ein attraktives Fahrzeug nach wie vor und wird eben auch am Markt nach wie vor nachgefragt. Also wir möchten mit WeShare wirklich Innenstädte entlasten. Unser Ziel ist es privat, Pkw zu in Innenstädten zu reduzieren und das geht nur, wenn es aber auch eine Alternative gibt und WeShare ist eben ein kleiner Baustein in der Alternative. Ich glaube, kein Dienst oder Service, wenn man den aus der Motivation der CO2-Gesetzgebung schon wird, erfolgreich sein. Es geht im Endeffekt um den Kunden, es geht um emissionslose oder ärmere Innenstädte und eben umgeteilte Autos. Ja, also

  16. Sebastian:

    Das verstehe ich vollkommen und der Ansatz ist ja auch sehr unterstützenswert, aber ich sage mal, es ist ja tatsächlich dann trotzdem irgendwo Win-Win-Situation. Der Kunde hat irgendwie die Berührung mit einem E-Auto, wo er dann sich auch mal für kleines Geld sozusagen testen, kennenlernen kann, was ich ganz vorteilhaft finde eigentlich, dass E-Mobilität da so greifbar gemacht wird von euch.

  17. Fabian Krohn:

    Nee, absolut. Also wir sehen das auch ganz klar. Normalerweise ist eigentlich, wenn Sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, das heißt also beispielsweise sind über 21 Jahre alt, Sie besitzen mindestens ein Jahr lang einen Führerschein, dann können Sie sich innerhalb von fünf Minuten für den Dienst registrieren und sitzen dann auch innerhalb von fünf Minuten logischerweise im Auto. Und wir haben viele Leute, die das erste Mal ein Elektroauto fahren. Und die dann natürlich auch, ich sage mal, die üblichen Themen, die uns die letzten zehn Jahre begleiten, Thema zum Beispiel Reichweitenangst, da sehen vor allem die Nutzer mal, wie sich die Verbräuche eigentlich so entwickeln, wenn man mal eine Viertelstunde in der Stadt E-Auto fährt und wie sich dann auch die Reichweitenanzeige verändert und so weiter. Und ich glaube, da machen viele Leute so wertvolle Erfahrungen, ne?

  18. Sebastian:

    Ja, also da gehe ich auch stark von aus, weil natürlich gesagt ist immer gleich, auch die Reichweite reicht nicht aus, aber wenn man dann tatsächlich mal mit fährt und auch mit Bedacht dann vielleicht bei der zweiten und dritten Fahrt fährt, wenn man ein gewisses Gefühl dafür entwickelt, sieht man das ja auch vielleicht anders.

  19. Fabian Krohn:

    Und es ist auch ganz interessant, das war bei der Interessensgemeinschaft Elektromobilität von Berlin-Brandenburg, da gab es auch einen Nutzer, der wollte wirklich das auch mal ausreizen und ist mit dem Er hat sich einen WeShare genommen und wollte gucken, wie das mit der Langstreckentauglichkeit ist und ist innerhalb von 24 Stunden über 1000 Kilometer gefahren, um einfach zu gucken, wie funktioniert das mit einem E-Auto. Dann kann man auch das mal ausprobieren. Wir möchten jetzt nicht dazu animieren, mit allen WeShares 1000 Kilometer zu fahren, aber nur, um einfach mal zu zeigen, dass es auch natürlich geht.

  20. Sebastian:

    Dann ist es aber auch schön, dass sowas unterstützt wird, dass die Nutzer das sozusagen auch mal versuchen, sich so an die Extreme heranzuwagen. Genau. Ja, jetzt haben Sie ja auch schon vorweggenommen, wir hatten die CO2-Flottenwerte, wir hatten auch diese Berührung mit der E-Mobilität im Alltag. Dadurch, dass es nicht dadurch getrieben ist, CO2-Flottenwertziele zu erreichen, wird sich der Dienst ja auch finanziell selbst tragen müssen. Also das ist schon angestrebt, dass das Unternehmen an sich selbst ohne Zuschuss des Mutterkonzerns VW dann tragbar ist.

  21. Fabian Krohn:

    Ich glaube, das ist mittlerweile so ein Zitat, was häufig benutzt wird, dass die Sharing-Dienste alle per se nicht profitabel sind. Natürlich ist es so, ich glaube aber wie bei jedem neuen Produkt oder neuen Services am Markt, sind sie natürlich in der Anfangszeit, müssen sie natürlich erstmal einen Kundenstamm aufbauen und haben erstmal erhebliche Investitionen zu schultern. Aber natürlich wollen wir auch mittelfristig ein profitables Angebot schaffen.

  22. Sebastian:

    Okay, wo ihr euch also selbst tragt, dass dann in der Einführungsphase klar Unterstützung vorhanden ist, muss das vollkommen sein? nachvollziehbar auch, aber auf lange, also mittel- bis langfristige Sicht wollt ihr schon selbstständig dann auch am Markt agieren?

  23. Fabian Krohn:

    Absolut.

  24. Sebastian:

    Okay. Ja, also wir hatten es ja, oder Sie haben es ja schön gesagt, für viele ist WeShare dann auch die Möglichkeit, das erste Mal E-Auto zu fahren. Das dürfte dann aber auch mit zu einem der Probleme führen, was bei uns im Portal auch schon des Öfteren angesprochen wurde, wo ihr auch schon Stellung dazu bezogen habt. Das ist das Thema Ladesäulenblockierer. was wir da eben haben, weil es kommt doch des Öfteren vor, das wurde uns auch schon näher gebracht mit Fotos und so weiter, dass denn eure WeShare-Flotte auch die Ladeinfrastruktur in Berlin ziemlich stark beansprucht, was ja auch klar ist, die Fahrzeuge müssen geladen werden, stehen dann aber auch deutlich über die zulässige Zeit da. Was macht ihr da, wie seht ihr die aktuelle Situation und wie wollt ihr das in den Griff bekommen?

  25. Fabian Krohn:

    Ja, da gibt es natürlich viele Facetten dieses Themas. Ich glaube, es ist erstmal nochmal wichtig, wenn man über Berlin spricht. Also aktuell gibt es in Berlin um die 800 Ladepunkte, also 400 Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten. Und diese wurde ja auch gemäß der Pressemitteilung von der Senatsverwaltung und Allego werden diese nochmal auf 1.000 Ladepunkte erhöht. Generell ist es natürlich nicht so, womit wir auch häufig mal konfrontiert worden sind, wir müssen nicht jedes Auto jeden Tag laden. Also der E-Golf hat ja eine solide Reichweite. Das heißt, wir würden jetzt nicht alle 1.000 Ladepunkte benutzen mit einer Flotte von 1.000 Fahrzeugen. Ich glaube, das ist erstmal wichtig. Also einfach nur zum Verständnis, dass wir natürlich die Fahrzeuge nicht jeden Tag laden müssen. Zum anderen ist es so, wenn ich mal kurz ausholen darf, in der Vergangenheit war es immer so, dass eigentlich von der öffentlichen Wahrnehmung, da die Infrastruktur zu wenig ausgelastet war. Das war so die Phase, wo viele Städte auch aufgebaut haben und dann kam aber eigentlich immer das Argument, es sind eigentlich keine Autos da und da lädt ja niemand. Dann wurden die Bilder andersrum gezeigt. Dann waren immer viele Ladesäulen, wo einfach nie jemand, Und ich glaube natürlich generell jetzt unabhängig von WeShare nimmt natürlich die Anzahl der E-Fahrzeuge zu, das heißt die Belastung auf die Infrastruktur nimmt insgesamt zu. Jetzt ist es aber so, das haben wir auch von Anfang an kommuniziert, dass wir natürlich auf die öffentliche Infrastruktur zurückgreifen, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Uns ist vollkommen bewusst, dass wir mit so einer großen Flotte nicht nur öffentlich laden können. Darüber haben Sie auch schon berichtet. Wir sind schon auch relativ stolz darauf, dass wir echt ein einmaliges Pilotprojekt haben, mit der Kaufland Lidl Gruppe veröffentlicht haben. Das heißt, hier werden 70 DC-Schnellladesäulen installiert. Also zum Vergleich, Berlin hat aktuell knapp 10, 15 öffentliche und wir machen jetzt 70 öffentliche Ladesäulen. Das ist eine erhebliche Investition für jeden, der sich auskennt. Also so eine DC-Ladesäule kostet, das wissen Sie selber, irgendwas zwischen 50.000 und 70.000 Euro, je nachdem, was dann noch an Erdarbeiten gemacht werden muss. Und diese Infrastruktur steht eben zu den Öffnungszeiten der Lidl- und Kauflandmärkte, also meistens zwischen 7 und 21 Uhr, der Berliner Bevölkerung bzw. den Lidl- und Kauflandkunden zur Verfügung. Und nachts wird diese eben exklusiv durch ihren Dienstleister genutzt. Das heißt, ein Dienstleister fährt das Fahrzeug an diese Ladesäule und dort werden die Fahrzeuge geladen. was eben an der Schnellladesäule ganz gut funktioniert und dann werden die morgens da wieder sozusagen weggeparkt. Und wir haben nicht nur eine Lidl-Kaufland-Kooperation, wir haben auch gerade eine Kooperation mit der GEBO-Bag veröffentlicht. Das ist eine Wohnungsbaufirma hier in Berlin, Genossenschaft, staatliche, stadteigene und mit der werden weitere zum Beispiel 14 Ladepunkte aufgebaut und so weiter. Das heißt, wir haben auch nicht nur diese beiden Partner, aber die beiden Partner kann ich öffentlich nennen, wir haben aber sonst auch noch weitere Partnerschaften und ich denke, das Modell ist eigentlich ein gutes Modell, weil es bestehenden Raum, also bestehenden Raum, den es sowieso schon gibt, einfach anders nutzt. Wir haben uns explizit gegen ein Hub-Konzept entschieden, weil das würde ja bedeuten, ich muss öffentlichen Raum sozusagen der Öffentlichkeit auch entziehen. Also das heißt, wir müssten ja Flächen anbieten, Flächen kaufen eventuell, dort Ladeinfrastruktur installieren. Das kann ich auch nicht nur an einem Ort machen, weil die Stadt ist ja groß. sondern ich möchte auch der Stadt mehr Infrastruktur zur Verfügung stellen und wenn ich einen Hub baue, dann steht das eben nur exklusiv WeShare zur Verfügung. Jetzt ist es nur einfach so, wir haben die, das hatten Sie bei Elektroauto News, glaube ich, auch veröffentlicht, es sind aktuell 22 Märkte, die live sind. Wir haben 70 kommuniziert, das heißt, wir sind da einen Ticken hinterher. Da bitte ich einfach um Verständnis. Es dauert dann doch in der Umsetzung so, dass da natürlich auch ein paar Fehler auftreten. Das ist ein komplexes Projekt. Aber Aber da wird schon noch mehr kommen. Also das nur um zu signalisieren, das machen wir weiter natürlich. Und wir sind dann auch ziemlich optimistisch, dass wir die Belastung im öffentlichen Raum doch mal deutlich zurückfahren können. So, das ist erstmal das, was wir tun. Aber es gibt natürlich immer zwei Situationen. Das heißt, die andere Situation ist, dass zum Beispiel ein B-Share-Kunde der vielleicht eben neu ist in dem Elektromobilitätsthema, das Fahrzeug an der Ladesäule abparkt und nicht lädt. Das erleben wir eben auch. Wir haben da an den Kunden kommuniziert schon und auch sensibilisiert, dass sie sich sozusagen hier in der Gemeinschaft befinden. Und es parkt eben auch keiner an der Tankstelle dann zu. Also sozusagen, dass das ein akutes Thema ist. Aber es ist für uns natürlich dann sehr schwierig, diese Autos dann zu entfernen, weil wir müssen erstmal darauf aufmerksam gemacht werden, dass dort ein Fahrzeug ist. Dann kann man unseren Kundenservice kontaktieren und dann schicken wir auch jemanden raus, der das Fahrzeug umpackt. Aber das dauert natürlich einen Moment. Das geht nicht von heute auf morgen. Und wenn das aber passiert, dann werden die Kosten für diesen Einsatz auch dem entsprechenden Kunden belastet. Also das sind dann 100 Euro. Das heißt, es tut dann schon weh. Aber da muss natürlich auch viel zusammenkommen dann. Und wir versuchen eben hier durch Kommunikation, wir haben auch Videos auf der Webseite, wo gezeigt wird, wie man lädt. Wir haben eben diese andere Kommunikation, aber da können wir wahrscheinlich, da werden wir nochmal eine Schippe drauflegen und ich glaube, das Thema einfach nochmal stärker kommunizieren. Das werden wir zum einen machen und das andere Thema ist, dass unser Dienstleister eben die Fahrzeuge im öffentlichen Raum lädt und die dann teilweise die Stunden von vier Stunden die maximale Ladedauer zwischen 8 und 18 Uhr überschreiten. Das hängt einfach mit teilweise operativen Abläufen zusammen, die wir hier noch verbessern müssen. Uns ist das Problem auf jeden Fall natürlich bekannt, aber wir sind jetzt seit knapp sechs Monaten live. Wir haben jetzt natürlich auch niedrige Temperaturen, das heißt, die Fahrzeuge müssen öfter spaziert werden. Und wir müssen hier bestimmte Prozesse einfach noch weiter deutlich verbessern in Zusammenarbeit mit unserem Dienstleister. Das haben wir erkannt, das haben wir auch identifiziert und da arbeiten wir eigentlich jeden Tag daran, dass das auch ein bisschen besser wird, weil wir wirklich hinter dem Thema Elektromobilität stehen und wir wollen WeShare eigentlich als Beschleuniger der Infrastruktur haben und nicht als Blockierer. Und das ist uns eigentlich schon sehr, sehr wichtig.

  26. Sebastian:

    Gut, dann erstmal vielen Dank für die Eindrücke, Herr Krohn. Das war jetzt doch sehr umfangreich, aber zeigt ja auch auf, dass ihr euch tatsächlich intensiv damit beschäftigt und auseinandersetzt. Was ja schon mal sehr löblich ist dann auch tatsächlich, wenn ihr so einen Service an den Start bringt. Und wie Sie auch gesagt haben, seit sechs Monaten jetzt am Start, da muss sich natürlich auch erstmal einiges entwickeln. Weil das auf einem Blatt Papier aufzubauen und dann in die Realität umzusetzen, das sind ja dann doch immer noch zwei verschiedene Welten.

  27. Fabian Krohn:

    Ja, und für uns ist es auch ganz wichtig zu demonstrieren, dass das mit Elektrofahrzeugen möglich ist. Dass man so eine große Flotte... dass es möglich ist, dass es funktioniert und dass es eben dann auch gut für die Stadt ist, gut für den Kunden.

  28. Sebastian:

    Jetzt haben Sie ja auch das Stichwort große Flotten nochmal reingebracht, da wollte ich jetzt auch gerade nochmal kurz drauf abziehen. Jetzt haben wir die 1500 e-Golf, dann kommen noch ein paar ID.3 und VW e-Ups mit dazu, dann bewegen wir uns ja vielleicht in der Range von 1500 bis 2000 Fahrzeuge irgendwann mal. Wir haben jetzt aktuell diese 800, später mal 1000 Ladepunkte. Wir müssen natürlich nicht jeden Tag danach laden, je nach Fahrzeug und Fahrweise. Aber es macht schon den Eindruck, dass da schon ein erheblicher Bedarf auch an der öffentlichen Ladeinfrastruktur immer noch vorhanden ist, auch wenn ihr jetzt diese 70 DC Ladestationen aufbaut.

  29. Fabian Krohn:

    Genau, wir haben gesagt, wir bauen die 70 aus bis März nächsten Jahres. Und ich meine, Sie wissen selber, an der Schnellladestation könnten Sie in knapp 45 Minuten oder sagen wir einfach eine Stunde ein Auto laden und wenn Sie sich wiederum das Zeitfenster anschauen, Was ich gerade gesagt hatte, also zwischen 22, 23 Uhr und 7 Uhr morgens, unser Dienstleister arbeitet ja 24 Stunden. Das heißt, hauptsächlich zu den Nachtzeiten, dann haben Sie ein Fenster pro Markt von 7, 8 Stunden. Das heißt, Sie können nach der Rechnung eben auch 6 bis 7 Fahrzeuge pro Markt machen. Also da sehen Sie schon, dass das schon nochmal erhebliche Kapazität ist. Aber wir werden auch noch weitere Partnerschaften verkünden im nächsten Jahr, wo auch weitere Infrastruktur teilweise schon existiert oder noch geschaffen wird.

  30. Sebastian:

    Okay, das heißt aber auch tatsächlich, so wie Sie jetzt gesagt haben, sechs bis sieben Fahrzeuge in der Nacht bei 70 Ladestationen, da kommt ja tatsächlich was zusammen. Da ist es dann eher ein Problem, die Herausforderung abzuwenden, diese Prozesse und die Logistik in den Griff zu bekommen.

  31. Fabian Krohn:

    Genau, also ich meine, das ist jetzt auch, glaube ich, kein Geheimnis, das ist natürlich die Kapazität entsprechend, aber sie müssen die Fahrzeuge natürlich da hinbringen und dann geht es um die Allokation, das ist schon natürlich ein erheblicher Aufwand von der Logistik, was da zu leisten ist und da müssen wir uns einfach noch verbessern.

  32. Sebastian:

    Okay, das leuchtet ein, aber wie gesagt, das Das ist, denke ich, ein wichtiges Signal, dass ihr euch damit beschäftigt.

  33. Fabian Krohn:

    Und ich möchte es hier auch nochmal in aller Klarheit sagen, ich möchte mich dafür entschuldigen, um das nochmal ganz klar zu sagen, es geht überhaupt nicht. Sprich, wenn ich aus Brandenburg komme oder aus einer Überlandfahrt und ich habe einen niedrigeren SOC-Stand und ich möchte dann laden und ich fahre dann ein, zwei Straßen, Ladestationen ab, 1, 2, 3 und da steht immer ein Re-Share und der ist dann auch noch drüber, dann ist das natürlich wahnsinnig frustrierend für den Nutzer und das können wir absolut nachvollziehen. Absolut. Da geloben wir auf jeden Fall weiter Besserung.

  34. Sebastian:

    Das ist doch mal ein schöner Schlusssatz meiner Meinung nach und ich denke, das Gespräch hat jetzt auch den Zuhörern gezeigt oder wird denen aufzeigen, dass ihr euch der Problematik bewusst seid, dass ihr eigentlich nur E-Mobilität in die Masse in Anführungsstrichen hereinbringen wollt und das ohne natürlich auch die bestehende Ladeinfrastruktur übermäßig zu beanspruchen und seid ja jetzt auch mit dem Ausbau von Ladestationen und euren Services doch auf dem richtigen Weg, das in den Griff zu bekommen und braucht im Endeffekt eigentlich nur noch ein wenig Zeit, um die Prozesse da besser abbilden zu können, soweit ich das jetzt aufgefasst habe.

  35. Fabian Krohn:

    Das absolut und wir appellieren natürlich auch daran, dass natürlich öffentliche Infrastruktur weiter aufgebaut wird, weil natürlich die Anzahl der wie es weiter steigen wird, obwohl man natürlich auch nicht vergessen darf, dass viele Studien oder viele Untersuchungen natürlich auch erstmal suggerieren, dass 80 Prozent zu Hause und am Arbeitsplatz waren. Aber natürlich gerade in Großstädten wie Berlin, wo wir auch häufig Mehrfamilienhäuser haben, das eben nicht der Fall ist. Da ist man eben auch auf die öffentliche Infrastruktur angewiesen. Und das muss natürlich auch nochmal deutlich weitergehen. Ich glaube gerade auch im Hinblick auf das, was an Modellen nächstes Jahr kommt. Es freut uns ja, aber da wird ja noch einiges passieren.

  36. Sebastian:

    Stimmt, der Bedarf besteht dann bestimmt noch über diese 1000 Ladepunkte hinaus, dass das auch von öffentlicher Hand weiter ausgebaut wird.

  37. Fabian Krohn:

    Absolut. Und wir sehen natürlich gerade auch in den Genehmigungsverfahren auf Bezirksebene, dass das teilweise eben schon auch sehr lange dauert. Da ist durchaus auch noch Potenzial.

  38. Sebastian:

    Da hoffen wir doch, dass das genutzt wird dann auch.

  39. Fabian Krohn:

    Alles klar, sehr gerne. Vielen Dank für das Gespräch.

  40. Sebastian:

    Ja, ich habe auch zu danken. Vielen Dank, Herr Krohn. So, das war es also auch schon. Knapp 22 Minuten Einblicke vor und hinter die Kulissen von WeShare und dem aktuellen Angebot in Berlin mit all den Herausforderungen, Problemen, die es im Alltag gibt, aber eben auch all mit den Vorteilen, die man eben so mit sich bringt mit diesem Service. Ich finde es ganz wichtig und vorteilhaft, dass WeShare auch Stellung bezogen hat, dass man sich zu den Vorwürfen bekannt hat, dass man sagt, okay, es ist vielleicht noch nicht alles ideal, aber man ist dran, arbeitet dran und zeigt eben auch so, dass man etwas ändern möchte. Natürlich bin ich jetzt aber vor allem darauf gespannt, wie du das Interview aufgenommen hast, ob du den Service schon mal genutzt hast, ob du ihn nutzen möchtest in Zukunft, wenn du eben in Berlin unterwegs bist oder zukünftig in Hamburg, Prag, dann ab 2020 wieder. Und würde mich einfach freuen über deine Rückmeldung dazu. Gerne in den Kommentaren des Beitrags. Ich habe auch nochmal in die Shownotes alle Links, alle relevanten mit reingepackt, damit du bei Bedarf eben auch nochmal nachlesen kannst über die einzelnen Themen, die wir eben schon zuvor bei uns im Portal berichtet haben. Ich möchte mich nochmal bei dir bedanken, dass du zugehört hast, auch diese Woche wieder. Ich muss jetzt langsam in Spurt Richtung Weihnachten zugehen. Ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest, wenn die nächste Folge des Elektroauto-News.Podcasts kommt und wünsche dir einfach noch eine schöne Zeit. Bis dahin, mach's gut. Ciao.