Wallbox-Anbieter Charge Amps: Nachhaltigkeit macht den Unterschied

Im Gespräch mit Niels Kunov, Country Manager D-A-CH-Region Charge Amps

Das 2012 gegründete CleanTech-Unternehmen Charge Amps entwickelt intelligente Ladestationen, Kabel und spezielle Cloud-Software für den Einsatz in Haushalten, Büros und öffentlichen Einrichtungen. Über die Entwicklung seit 2012 bis 2022 habe ich mich mit Niels Kunov, Country Manager D-A-CH-Region unterhalten. Dabei konnten wir im Gespräch meiner Meinung nach gut herausarbeiten, was die Ladestationen von Charge Amps so einzigartig macht. Stichwort: Nachhaltigkeit.

Das durchdachte, minimalistische Design weiß zu gefallen. Wird erweitert durch "smarte" Funktionen, wie die Möglichkeit den Strom der eigenen PV-Anlage zu verwenden, den "richtigen" Ladezeitpunkt zu finden sowie ein Historie von Ladedaten über das eigene Backend auszuwerten. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Darüber hinaus verstand es Niels glaubhaft zu vermitteln, dass man nicht nur die einzige Wallbox anbiete, welche auf so viel wie möglich Plastik verzichte, sondern auch vor allem recycelte Materialien einsetzt.

Recyceltes Aluminium steht hierbei im Fokus. Was sich auch in der hochwertigen Verarbeitung widerspiegelt. Die Produktion selbst findet CO2-neutral in Schweden statt, soll aber ausgeweitet werden. Und selbst die Verpackung der Wallboxen komme nachhaltig daher. Alles in Hinblick darauf, dass Charge Amps der Überzeugung ist, dass Recycling ein Eckpfeiler für Unternehmen ist, die am Markt bestehen wollen. Nicht nur im Bereich der Elektromobilität. Aber das soll Niels dir am besten selbst erläutern…

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität in all seinen Facetten, Farben und Formen auseinandersetzen. In der aktuellen Folge habe ich Niels Kunov zu Gast. Er ist Country Manager in der DACH-Region für Charge Amps. Charge Amps ist ein nachhaltiges Wallbox-Unternehmen aus Schweden. 2012 hat der Gründer das Unternehmen ins Leben gerufen. weil er damals seinen ersten Tesla gefahren hat und sich Gedanken darüber gemacht hat, wie kann man diesen laden. Was mit einem einfachen Kabel begonnen hat, hat wohl zu einer der nachhaltigsten Wallboxen am Markt geführt, über die wir uns eben austauschen. Was Nachhaltigkeit im aktuellen Umfeld bedeutet, nicht nur für die Wallbox selbst, sondern auch in der aktuellen Situation, Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine, Covid-Krise, Covid-19, wo immer noch seine Folge mit sich trägt und all die anderen Herausforderungen, die man eben in der Logistik eben auch im Moment mit sich hat. welche Punkte Nachhaltigkeit da quasi zum Positiven verändern können. Bevor ich das jetzt hier noch weiter ausführe und mich um den Kopf umkragen, gehen wir direkt rein ins Gespräch mit Nils, der uns da einige interessante Ansätze und Gedanken mit auf den Weg geben kann. Ich bin mir sicher, du lernst was dabei, denn ich habe es auf jeden Fall getan. So oder so, schon mal vielen Dank fürs Zuhören. Servus Nils, vielen Dank, dass du heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über dich und euer Unternehmen Charge Amps unterhalten und über die Nachhaltigkeit im Bereich der Wallboxen. Aber bevor wir da in das Thema einsteigen oder ein paar Worte über das Unternehmen verlieren, stell dich doch gerne selbst mal kurz vor.

  3. Nils Kuhnow:

    Ja, hallo Sebastian, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, dass ich hier sein darf. Ja, mein Name ist Niels Kunov, ich bin der Country Manager bei Charge Amps und verantwortlich für die Region DACH, also Deutschland, Österreich und die Schweiz. Und das seit Anfang letzten Jahres. Genau, das ist so der kurze Abriss.

  4. Sebastian:

    Ja, schön. Und du bist für Charge Amps der Country Manager für die DACH-Region Deutschland, Österreich, Schweiz. Was verbirgt sich dahinter? Also Was macht euer Unternehmen? Wofür steht ihr im Moment?

  5. Nils Kuhnow:

    Charge Amps ist ein Hersteller von Elektro-Ladestationen. Wir kommen aus Schweden und das ist im Grunde das Gerät an sich. Allerdings auch die ganze Intelligenz und die Smartness, die in so einem Gerät sich verbirgt, die liefern wir natürlich auch mit.

  6. Sebastian:

    Das heißt, du hast jetzt eher Autoladestation gesagt, das ist aber nicht die typische Ladesäule, die wir am Straßenrand stehen sehen, sondern schon eher eine klassische Wallbox in dem Sinne.

  7. Nils Kuhnow:

    Genau, also ich glaube, man kann es vielleicht unterscheiden in zwei grundsätzliche Ladestationsarten. Es gibt die Schnellladestationen, das ist das, worüber viel gesprochen wird und worüber vielleicht auch der... Neuling im Elektrofahrzeugbereich viel nachdenkt, wenn er sich überlegt, oh Gott, ich bleibe liegen, wenn ich in den Urlaub fahre. Und diese Schnellladestationen, das sind Gleichstromladestationen, das ist nicht unsere Domäne. Die andere Domäne, das sind die Wechselstromladesäulen und hier reden wir über die Ladesäulen, die zu Hause angebracht werden oder auch in der Arbeit, in Mehrfamilienhäusern, aber eben nicht unbedingt am Straßenrand stehen. Das können sie auch, Aber es sind, wie gesagt, geringere Kilowatt, geringere Leistungen, die da geladen werden. Also man braucht etwas länger Zeit. Da gehe ich gerne noch ein bisschen mehr im Detail drauf ein. Aber das ist unsere Domäne, das ist unser Bereich.

  8. Sebastian:

    Gehen wir gerne noch gleich darauf ein, so wie du gesagt hast, ihr kommt aus Schweden, hast du gesagt, das Unternehmen. Wie lange gibt es euch denn schon am Markt?

  9. Nils Kuhnow:

    Also Chargings gibt es bereits seit zehn Jahren. Wir wurden 2012 gegründet von Fredrik Jonsson. Und das ist so ein Early Adopter gewesen. Der hat sich ein Elektroauto gekauft. Das ist einer der ersten, ich glaube, ich weiß nicht, aber einer der ersten überhaupt, der seinen Tesla hatte. Und ja, damals hat er festgestellt, dass die ganze Lade-Experience nicht so durchdacht ist und dass da man richtig einsteigen muss. Und er war natürlich recht früh dabei. Und so hat sich das zunächst einmal über ein Kabel, dann bis zu der ersten Ladestation gemacht. und auch eines zweiten Produktes hin entwickelt. Und wir befinden uns seit, ich würde sagen, drei Jahren in einem Scale-Up-Modus. Also wir wachsen jetzt massiv und bekommen auch entsprechende finanzielle Zuwendungen, um das zu ermöglichen und sind in den letzten drei Jahren Ich glaube, von etwa 20 Mitarbeitern auf mittlerweile über 160 angewachsen. Und wir verdoppeln uns weit mehr als verdoppeln uns in den letzten zwei Jahren jedes Jahr. Und das Ganze ist auch mittlerweile auf einer Internationalisierungsstufe angekommen. Wir sind, glaube ich, Nummer zwei in Schweden, aktuell knapp hinter der Nummer eins. Das gibt sich nicht viel und ja, haben jetzt die europäische Landkarte für uns entdeckt und seit etwas über einem Jahr, knapp zwei Jahren jetzt sind wir dabei, den Rollout nach Europa zu unternehmen.

  10. Sebastian:

    Und das dann eben nicht nur in der DACH-Region, sondern wahrscheinlich, ich sage mal, deine Kollegen, Countrymanager auch in anderen Ländern dann sozusagen.

  11. Nils Kuhnow:

    Also wir sind auch in der UK unterwegs, wir sind auch in Spanien mittlerweile etabliert, in Benelux unterwegs. Und die nächsten Regionen sind in den Startlöchern.

  12. Sebastian:

    Sehr schön. Und hinsichtlich eurer Produkte, du hast jetzt vorhin gesagt, euer Gründer kam vom klassischen Kabel daher. 2012 sprechen wir von einer anderen Zeit. Jetzt sind wir bei Ladestationen, klassische Wallbox, wie du schon erläutert hast. Habt ihr nur ein Produkt in Anführungsstrichen oder bietet ihr verschiedene Wallbox-Typen dann an?

  13. Nils Kuhnow:

    Wir haben zwei Kernprodukte aktuell, was die Ladestationen angeht und natürlich auch Zubehör. Und dazu zähle ich jetzt mal die Kabel. Aber kurz vielleicht über die beiden Produkte. Wir haben das kleinere und wir haben das größere. Das kleinere ist ein 11 kW Einzelladepunkt für das Heim, zu Hause. Und das ist so der klassische Ansatz, den ein Elektrofahrer zu Hause braucht. Und dann haben wir eine Doppelladestation mit 2 x 22 kW Lademöglichkeiten. Das heißt, hier reden wir von dem Bedarf etwas schneller laden, Also zum Beispiel, wenn ich unterwegs bin in der Stadt oder im Meeting und ich habe vielleicht eine Stunde oder zwei und muss meine Batterie ein bisschen ordentlich aufladen, dann haben wir solche Ladestationen. Kann man natürlich auch zu Hause einsetzen. Allerdings ist es so, dass die Strombetreiber eigentlich darauf achten, dass man nur 11 kW zu Hause abzapft. Und natürlich lassen sich unsere Ladestationen auch runterregulieren. Aber das sind die beiden Produkte, eine einzelne und eine Doppelladestation.

  14. Sebastian:

    Und du hast jetzt vorhin erwähnt, wie ich es richtig aufgefasst habe, ihr kümmert euch auch selbst um die Software, die Intelligenz dahinter. Wenn wir jetzt bei einer Ladestation für Laden auf Arbeit sind sozusagen, bietet ihr dann auch die Abrechnungssystematik gleich mit an oder bietet ihr dann quasi eher eine Schnittstelle in Anführungsstrichen nur dafür an?

  15. Nils Kuhnow:

    Also ich möchte es mal so formulieren. Es gibt drei Dinge, die ich glaube, hervorzuheben sind, was unsere Produkte angeht und was uns auszeichnet, was unsere DNA eigentlich ist. Zum einen ist es die Funktion, zum anderen ist es das Design und zum dritten ist es die Authentizität, mit der wir auch Nachhaltigkeit leben. Kurz eingegangen auf die einzelnen Punkte. Ich glaube, das Design ist etwas, was funktioniert. Und das sollte sich vielleicht jeder einfach mal angucken, der Interesse hat oder im Markt ist für so ein Produkt. Darauf legen wir sehr viel Wert. Wir haben ein eigenes Design-Team angeführt von Joakim Nordvall. Das ist auch einer, der in Schweden zumindest sehr bekannt ist und den man kennt, wenn man seinen vorherigen Arbeitgeber benennt. Das ist nämlich die schwedische Supersports Car Group. Brand Königsegg und für die hat er zum Beispiel auch schon designt. Also wir legen sehr viel Wert darauf, dass es schick aussieht, auch mit Licht und Beleuchtung und Indikationen und so weiter. Schlicht, skandinavisch, aber sehr schick. Zum Zweiten geht es um die Funktionalität, wie du schon angesprochen hast und ja, hier gibt es verschiedene Bereiche, die natürlich weit über die Grundfunktion hinausgehen. Die Grundfunktion ist, dass ich mein Auto aufladen möchte und das kann ich natürlich im Prinzip mit jeder Ladestation die es so auf dem Markt gibt. Aber dann fängt es an, dass so eine Smartness auch hineinkommen muss. Beispielsweise gibt es immer mehr Bedarf, den eigenproduzierten Strom der Solarzellen auf dem Dach zu nutzen und sozusagen intelligent zu laden, smart zu laden, günstiger zu laden, zum richtigen Zeitpunkt zu laden, das Netz zu entlasten dadurch. Hat also viele Ansatzpunkte in dem Bereich. Aber es geht auch um die... Die Nachvollziehbarkeit der Ladevorgänge, die ich in mein Auto hineingetankt habe, sozusagen. Also auf Neudeutsch die Charge Detail Records. Und die kannst du bei uns natürlich über eine Schnittstelle, über unsere eigene Cloud, über unsere Software, unser Backend, wie man dazu sagt, nachvollziehen, herauslesen und damit auch deinen Firmenwagen beispielsweise abrechnen und den Stromverbrauch sozusagen einreichen. Und viele andere Funktionalitäten, auf die ich jetzt nicht eingehe. Aber diese Smartness ist etwas, auf die wir sehr, sehr viel Wert legen. Dass wir da natürlich Intelligenz hineinproduzieren und uns damit auch sehr stark differenzieren. Und das Letzte, der dritte Punkt, ist der ganze Punkt rund um die Nachhaltigkeit. Wir sind in einer Branche, wo es um Nachhaltigkeit geht. Und deswegen, glaube ich, ist es extrem wichtig, dass man hier auch... Das Ganze lebt und darauf legen wir sehr viel Wert. Unsere Produkte sind nicht aus Plastik, so geht es schon mal los. Und zwar sind sie aus Aluminium und natürlich nicht aus Neuem, sondern wir haben recyceltes Aluminium, was wir dafür hernehmen. Und wir setzen auch zunehmend immer mehr auf die Komponenten, die aus Kunststoff sind, auf recyceltes Material. Darüber hinaus sind die Materialien auch recycelfähig. Also auch darauf wird Wert gelegt, dass wenn das Produkt zum Lebenszyklusende kommt, dass es sich auch recyceln lässt natürlich. Aber damit dieser Lebenszyklus möglichst lang ist, haben wir einen sehr, sehr hohen Fokus auf Qualität der Verarbeitung. Dadurch sind unsere Produkte natürlich auch sehr langlebig und ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Punkt darin. Und dann geht es weiter über Themen wie CO2 in der Produktion. Wir produzieren nicht in Asien beispielsweise, sondern lokal und zwar bei einem Auftragshersteller, der unterschiedliche Factories hat. Aktuell produzieren wir in Schweden, werden wahrscheinlich dann aber mit dem Auftragsproduzenten auch in weitere Produktionsstandorte in Europa hineingehen, sodass wir wirklich eine sehr lokale Supply Chain abbilden können und natürlich unseren CO2-Fußabdruck dadurch auch minimieren können. Und nicht zuletzt geht es darum, dass die Verpackung auch möglichst lean gehalten wird und wir weniger Verpackungen nutzen und recycelbare Verpackungen nutzen. Also wir versuchen den ganzen Nachhaltigkeitsgedanken in unserer gesamten Wertschöpfungskette mit abzubilden.

  16. Sebastian:

    Das merkt man. Also klingt auch sehr durchgängig, sehr strukturiert und dann nicht nur bei einem einzelnen Punkt sozusagen, den ich als Eckpfeiler rauskehre, sondern das gesamte Produkt macht ja tatsächlich den Anschein, als ob es von vorne bis hinten nachhaltig gedacht ist sozusagen. Jetzt haben wir ja genau diese Nachhaltigkeit, dieser lokale Produktionsfaktor oder Produktion vor Ort in Schweden, jetzt dann auch vielleicht in weiteren Teilen Europas, dürfte jetzt gerade aktuell in der in der aktuellen Situation auch ein großer Vorteil sein in Bezug auf Lieferketten. Magst du das Ganze mal für uns einordnen, wie ihr damit umgehen könnt und wie sich da jetzt auch der Angriffskrieg, der von Russland sozusagen auf die Ukraine auswirkt, diese Lieferthematik, was das für Charge Amps dann bedeutet, dass ihr euch da von Anfang an so nachhaltig auch in Bezug auf das Sourcing der Materialien aufgestellt habt?

  17. Nils Kuhnow:

    Ja, also ich meine, es hat Vor- und Nachteile, dieser Produktionssetup, den wir haben. Ich denke, deutlich mehr Vorteile als Nachteile. Aber der Krieg war für uns jetzt natürlich kein positives Ereignis aus Geschäftssicht heraus, mal ganz abgesehen von all den anderen Aspekten, auf die wir gar nicht eingehen wollen, wahrscheinlich hier in diesem Podcast. Aber die Frage ist natürlich sehr gut und was kann ich dazu sagen? Also ich kann sagen, es hat natürlich einen Riesenvorteil, dass wir, was die weiten Wege angeht, da etwas unabhängiger sind. Nichtsdestotrotz kommen natürlich einige Komponenten aus Fernost. Also da sind wir natürlich auch abhängig, was Chips und solche Geschichten angeht. Die Situation der Ukraine hat auch den Effekt, dass wir hier natürlich über, sag ich mal, auch Produzenten, beziehungsweise Rohstofflieferanten reden, die sehr zentral sind. Also Russland und China sind, glaube ich, die zwei Eckpfeiler in vielen Materialien, die in unsere Produkte hineingehen. Und wenn wir das ein bisschen langfristiger betrachten, dann hat das natürlich eine sehr große Auswirkung. Und ich glaube, der Bogen, der schließt sich wieder dahingehend, dass wir uns als Gesellschaft überlegen müssen, wie wir eigentlich viel stärker das Recycling fokussieren. und die Wertschöpfung aus dem Recycling heraus uns unabhängiger machen, sage ich mal, von frischen Rohstoffen, recycelte Rohstoffe wieder nutzen können. Und ich möchte das gerne auch untermauern mit einer ganz aktuellen Studie, die ich gerade gelesen habe von der Universität in Leuven in Belgien, die genau das auch hervorheben und sagen, bis zum Jahre 2040 können wir die Hälfte unseres Rohstoffbedarfs, der massiv ansteigt, also in den spezifischen Materialien, die wir benötigen für die erneuerbaren Energien, können wir die Hälfte des Rohstoffbedarfs aus recycelten Rohstoffen gewinnen, wenn wir das jetzt konsequent umsetzen. Und ich glaube, das ist die Einordnung, die ich da geben möchte. Und der Krieg in der Ukraine ist eigentlich ein... Akzelerator in diesem Gedankengang und den müssen wir aufgreifen und ich glaube, den müssen wir umsetzen. Die Companies für sich, aber wir auch als Gesellschaft und natürlich die Politik auf ihrer Agenda.

  18. Sebastian:

    Definitiv. Wie gesagt, auf den Krieg an sich gehen wir nicht ein. Da gibt es Podcasts, die sind definitiv bewandert als wir. Uns geht es hier um E-Mobilität, müssen es aber natürlich in dem Umfeld betrachten, das nur so zur Einordnung. Diese konsequente Umsetzung des Recyclings, das du aufgezählt hast, ist notwendig. Du hast es jetzt vorhin schon erwähnt, ihr nutzt recyceltes Aluminium, das Plastik ist recyclingfähig bei euch im Hause. War dieser Gedanke schon von Beginn an da, dass ihr das so konsequent aufgebaut habt oder seid ihr da auch reingewachsen in die ganze Geschichte? Ja, da belassen wir es erstmal bei der Frage.

  19. Nils Kuhnow:

    Ja, also ich glaube, dass es zur DNA natürlich gehört. Also mit unserem Gründer und der Tatsache, dass er auf Elektromobilität umgestiegen ist, seine Kabel, die er am Anfang entwickelt hat, die waren schon darauf getrimmt, smarte Materialien einzusetzen, biegbarer zu sein, nicht so steif wie solche Elektrokabel, die ja dicker sind als die Kabel, die man so zu Hause kennt. Und da war immer schon der Gedanke darin, wie kann ich das Ganze eigentlich besser organisieren. Die Nachhaltigkeit liegt uns in der Branche, in der wir sind. Ist aber, seitdem ich im Unternehmen bin und solange ich zurückblicken kann, das ist jetzt natürlich nicht zehn Jahre, aber das war nie etwas, was... dass er mal neu dazu hingedichtet werden musste. Allerdings muss ich dazu sagen, wir legen immer mehr Wert drauf und wir fokussieren immer stärker darauf und wir wollen es immer stärker auch dokumentieren. Und ich glaube auch, dass es immer stärker nötig ist, das zu dokumentieren. Also von daher ist da schon eine... Aber der Grund-DNA, die schon vorhanden ist.

  20. Sebastian:

    Ich denke gerade diese Verstärkung, die wird immer mehr notwendig, weil wahrscheinlich auch immer mehr Endnutzer, gerade im Bereich oder im Umfeld der E-Mobilität, das auch klar und deutlich einfordern und da auch dementsprechend Wert drauf legen, dass nachhaltige Produkte da sind. Weil sonst brauche ich kein E-Auto mit grünem Strom fahren, wenn ich mir dafür dann eine Plastikschleuder aus Fernost hinhänge sozusagen, wenn man es mal ganz übertrieben und überzeichnet betrachtet.

  21. Nils Kuhnow:

    Ja, absolut. Und ich glaube, die frühen Endkunden, und wir sind vielleicht in einem Übergang von der frühen Phase hin zu einer Massenadoption dieser neuen Technologie, das sind sowieso diejenigen, die sehr stark darauf fokussieren. Und die treiben, glaube ich, die Branche auch an. Von daher, das nur, um das zu unterstützen, was du sagst, ja.

  22. Sebastian:

    Ja, vielen Dank für die Einordnung oder auch nochmal für die Unterstützung deinerseits durch deine Worte. Jetzt könnte man natürlich auch die Frage stellen, welche Rolle spielt auch bei euch jetzt oder insgesamt in diesem ganzen Umfeld der Wallbox-Anbieter die nachhaltige Innovation, also dieses nachhaltige Denken vom Materialbeginnen bis zum schlussendlichen Recyclingprozess nach der Nutzung? Also stärkt euch das dann in dem Umfeld und wenn ja, wie bemerkt ihr das jetzt so im direkten Vergleich zu euren Marktbegleitern?

  23. Nils Kuhnow:

    Also ich antworte mal ganz lapidar. Ich glaube, wir sind die Einzigen, die ein Aluminiumprodukt anbieten und vor allen Dingen als recycelt. Ich glaube, es gibt noch den einen oder anderen, der ein Edelstahlprodukt anbietet. Ansonsten haben wir reine Plastikprodukte auf dem Markt. Also von daher bin ich des hoffnungsvollen Gefühls, dass wir da doch einen sehr starken Erziehungsfaktor erzielen. Es sollte stärker die DNA unserer Branche sein, als es heute ist.

  24. Sebastian:

    Definitiv, aber ich habe da die Hoffnung, dass dann durch Treiber wie euch oder auch Marktbegleiter, die vielleicht ähnlicher Entwicklung gehen, den Markt dann nachziehen sozusagen, so wie das ja immer ist. Es braucht ja meistens ein oder zwei Firmen, die voranschreiten und den Weg bereiten sozusagen, damit der Rest dann auch da folgen kann. Absolut. Wie jetzt hast du gesagt, oder wir hatten es ja schon mehrmals darüber, eure Wallbox sind aus Aluminium. Wenn ich jetzt als Kunde vor einer Wahl von einer Wallbox stehe, gehe ich aber davon aus, für die gleiche Leistung von der Wallbox wird eure schon ein Stück weit teurer sein. Also man muss schon diese Überzeugung, diese DNA, muss man auch mit einem erhöhten Preis dann am Markt bezahlen sozusagen.

  25. Nils Kuhnow:

    Vordergründig kann es so wirken. Wir haben einen etwas höheren Retail-Preis. Das heißt, ich kann günstigere Produkte auf dem Markt finden. Wenn ich das Ganze kurz nur einordne und mir das Gesamtpaket anschaue, dann dreht sich das fast um oder es löst sich auf jeden Fall auf. Bei uns sind sehr, sehr viele Zusatzprodukte mit dabei. Zum Beispiel das Kabel ist schon mit dabei. Wenn man das reinrechnet, dann sind wir meist schon vergleichbar im Preis. Aber was hinzukommt, ist, dass die ganze Backend-Funktionalität bei uns ebenfalls ohne Aufpreis, also ohne monatlichen Preis zu haben ist, während die meisten anderen Anbieter danach einen Obolus pro Monat nehmen. Von daher, wenn ich ein bisschen vorausschauend meine Kalkulation mache, dann ist Charge Amps sogar günstiger. Aber die Erstinvestition ist etwas höher.

  26. Sebastian:

    Klar, aber ich meine, ist ja an sich auch kein Thema. Natürlich ist es ein Thema der Preis schlussendlich, wenn man nur darauf gucken würde. Also wie du sagst, man muss es ja generell betrachten. Und dann ist halt bei Vorreitern halt auch immer noch die Geschichte, die auch euer Gründer damals Er hat für seinen Tesla bestimmt auch mehr bezahlt, als er unter heutigen Produktionsbedingungen kosten würde. Also von daher, das hat halt auch immer diesen Aufpreis, aber man unterstützt ja die Nachhaltigkeit dann tatsächlich auch. Also von daher hat das vielleicht auch ein bisschen mit eigener Überzeugung zu tun, ob ich bereit bin, da ein paar Euro mehr in der Anschaffung zu bezahlen, aber dann auch eben ein grünes Gewissen zu haben.

  27. Nils Kuhnow:

    Ja, wobei ich möchte gar nicht den Zungenschlag reinbekommen, dass es irgendwie ein aufpreisiges Produkt ist. Wir haben ein hochwertiges Produkt und natürlich kostet das ein bisschen mehr, aber wir haben eine hocheffiziente Produktion, eine hocheffiziente Lieferkette. Wir haben eine No-Frills, also kein Schnickschnack-Ansatz, für den man extra bezahlt und bezahlt es für die Qualität. Und die kriegst du ganz schnell zurück, finanziert darüber, dass es einfach eine Ein Produkt ist da sehr viele Accessoires und Services mitliefert, für die du dann im Nachhinein nicht bezahlst.

  28. Sebastian:

    Ja, der Verkäufer, aber verstehe ich den Ansatz natürlich, das ist schon klar. Du verstehst auch, dass ich fragen muss, wenn man durch die Shops dann scrollt, aber ich verstehe beide Seiten und mir wäre es das auch wert, für diese Vorteile, die du aufgezählt hast, den Mehrpreis dann zu bezahlen schlussendlich. Für das Mehr an Qualität, das man bekommt. Wie ist denn die aktuelle Liefersituation bei euch? Was wir mitbekommen haben von verschiedenen Marktbegleitern aus dem Umfeld der Wallboxen sozusagen, dass viele gar nicht mehr in der Lage sind, zeitnah zu liefern oder überhaupt vielleicht noch dieses Jahr, weil einfach auch viel durch die Lieferketten dann verschoben ist. Gibt es da eine Einordnung von eurer Seite? Seid ihr da stabil und seid in der Lage zu liefern, wenn der Markt danach verlangt?

  29. Nils Kuhnow:

    Sebastian, vielen Dank für diese Frage, weil hier darf ich auch nochmal verkäuferisch ein bisschen aktiv werden. Wir waren und wir sind die ganze Zeit voll lieferfähig gewesen. Und das liegt natürlich, und hier kommt wirklich auch ein Vorteil heraus bei unserer lokalen Produktion und unserem, sag ich mal, Resourcing, Insourcing in die eigene Region hier. Wir haben sehr gut bestückte Läger und unsere Kunden, glaube ich, sind sehr happy damit, dass wir tatsächlich extrem schnell lieferfähig sind. Und das wird es auch auf Sicht wohl so bleiben. Aber es ist schon so, dass man sagen muss, die Liefersituation, was Komponenten angeht, ist... ist schwierig. Wir haben sie sehr gut gemeistert bislang, aber ich habe die Hoffnung, dass unsere Supply Chain Manager das auch weiterhin tun.

  30. Sebastian:

    Die Daumen sind gedrückt, auf jeden Fall. Kenne ich aus meinem Hauptjob, dass das nicht das Einfachste ist im Moment. Nee, aber dann vielen Dank, Nils, für die Eindrücke, für die Hintergrundinformationen, auch was Recycling bei so einem einfachen Element wie einer Wallbox dann eben doch für einen Unterschied machen kann, im Gesamtprozess oder im Gesamtspektrum betrachtet. Und freue mich, wenn wir weiterhin in Kontakt bleiben und dann zusammenschauen können, uns auch gerne auch nochmal austauschen können, wohin sich Charge Amps entwickelt.

  31. Nils Kuhnow:

    Würde ich mich sehr darüber freuen. Vielen Dank für die Möglichkeit, heute mit dir zu sprechen, Sebastian.

  32. Sebastian:

    Sehr gerne. Bis demnächst.

  33. Nils Kuhnow:

    Ciao. Ciao.

  34. Sebastian:

    Das war es dann also auch mal wieder mit der aktuellen Folge des elektronischen News.net Podcast. Hat mich gefreut, dass du mir und Nils zugehört hast und wir beide ein wenig mehr über die nachhaltigen Wallboxen von ChargeDance erfahren haben. Ich wünsche dir eine schöne Zeit und freue mich, wenn du bei der kommenden Folge wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.