Frequentum: Ladeinfrastruktur-Trends in Mehrfamilienhäuser

Michael König, Gründer und Geschäftsführer Frequentum

In dieser Podcast-Folge habe ich mich mit Michael König, einem der Gründer und Geschäftsführer der Firma Frequentum, über die Herausforderungen und Lösungen im Bereich der Ladeinfrastruktur für E-Autos, insbesondere in Wohnungs- und Hausgemeinschaften unterhalten. Michael gibt zu verstehen, dass sich Frequentum auf die Planung von Ladetechnik, Solaranlagen und Wärmenetzen spezialisiert hat und bundesweit sowie in Österreich tätig ist. Frequentum begann als Dienstleister für Energieversorger und hat ihr Angebot auf Immobilienfirmen, Hausverwaltungen, Gewerbeparkbetreiber und Kommunen ausgeweitet.

Michael erläutert, dass ihre Hauptdienstleistung in der herstellerneutralen und unabhängigen Beratung liegt, wobei sie Unternehmen, Kommunen und WEGs bei der Planung der Ladetechnik unterstützen und Ausschreibungen sowie Anbietervergleiche durchführen. Dabei betonen sie die Wichtigkeit, Projekte nicht nur zu planen, sondern auch bis zur Umsetzung zu begleiten. Besonders in Mehrfamilienhäusern müssen neben der technischen Planung auch organisatorische Aspekte berücksichtigt werden.

Sie werden oft schon früh im Planungsprozess hinzugezogen und bieten ihre Dienstleistungen abhängig von der Größe und Komplexität des Projekts an. Die Firma unterstützt auch bei der Beantragung von Fördermitteln und berät zur Abrechnung der Ladestromkosten. Michael spricht auch Trends im Bereich der Ladeinfrastruktur an, wie zum Beispiel das Contracting-Modell und Veränderungen in der Nachfrage nach verschiedenen Lösungen über die Jahre.

Besonders hervorgehoben wird das Gebäude-Elektromobilitäts-Infrastrukturgesetz (GEIG), das ab dem 1. Januar 2025 greift und bestimmte Anforderungen an die Ladeinfrastruktur stellt. Frequentum sieht sich auch als Aufklärer über solche gesetzlichen Anforderungen und bietet regelmäßig Webinare an, um Interessenten zu informieren. Wir werden mit Michael im Austausch bleiben, um gerade die steigenden Anforderungen durch GEIG künftig einzuordnen. Nun hörst du aber am besten erst mal in die aktuelle Folge.

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto News 100 Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern beschäftigen. Ich habe zu Gast Michael König, seines Zeichens Geschäftsführer von Frequentum, die Mehrfamilienhäusern, Flottenbetreiber, Fuhrparks, Kommunen dabei helfen, Ladeinfrastruktur zu planen, aufzusetzen und dann auch in Betrieb zu nehmen. Sie nehmen vermittelnde Rolle ein, bringen Player zusammen und sorgen dafür, dass die E-Mobilität, dass die Ladeinfrastruktur wächst. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Michael. Viel Spaß damit. Servus Michael, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, dass du heute im ERN-Podcast zu Gast bist und mit mir dich ein wenig über Ladeinfrastruktur, vor allem in Wohnungseigentümergemeinschaften, Mehrfamilienhäuser unterhalten magst. Bevor wir da allerdings ins Gespräch einsteigen, stell dich doch gerne mal unseren ZuhörerInnen vor und verliere ein paar Worte zu der Firma Frequentum, für die du heute sprichst.

  3. Michael König:

    Ja, danke Sebastian für die Einladung. Ich bin einer von zwei Gründern und auch Geschäftsführern der Frequentum. Formeller Sitz haben wir in München. Wir sind aber inzwischen bundesweit tätig, auch mit anderen Standorten und sogar auch in Österreich, mit Wien. Wir sind mal gestartet vor fünf Jahren als Dienstleister für Energieversorger, sind wir auch heute noch, also haben einige Energieversorgerkunden, Netzbetreiber. Es kamen dann aber peu à peu auch ganz andere Gruppen dazu, also Immobilienfirmen und Hausverwaltungen mit WEGs, Gewerbe, Fuhrparkbetreiber. Und ja, inzwischen auch einige Kommunen. Und natürlich betreuen wir die auch mit und helfen denen bei der E-Mobilität, vor allem bei der Planung der Ladetechnik. Das ist so unser Kerngebiet. Planung von Ladetechnik und dann eben auch eine Ausschreibung, einen Anbietervergleich durchzuführen. Inzwischen haben wir auch wieder die Photovoltaik reingenommen. Das ist jetzt so ein Drittel unseres Umsatzes. Planen eben auch die Solaranlagen und die jeweiligen Betriebsmodelle. Und auch wieder neu dabei seit diesem Jahr ist die Planung von Wärmenetzen. Ist ein spezielles Thema, kommunale Wärmeplanung. Nichts für heute, aber so, um das Aufgabengebiet ein bisschen abzurunden. Das machen wir auch. Das Ganze inzwischen mit 16 Leuten, weitestgehend Festangestellte. Am Anfang hatten wir auch sehr viele Studierende. Und ja, ich würde sagen, durch vier Jahre viermal Umsatzsteigerung auch einigermaßen erfolgreich.

  4. Sebastian:

    Definitiv, das braucht man nicht in Abrede stellen. Schönes Wachstum, auch schön verteilt sozusagen auf verschiedenen Schwerpunktfeldern, wie du jetzt eben schon ausgeführt hast. Zur Einordnung, ihr seid dann aber eher in dem strategischen Beratende-Bereich tätig oder setzt ihr das Ganze dann auch für WGs beispielsweise oder auch für Immobilienfirmen, Fuhrparkbetreiber um? Oder seid ihr diejenigen, die das bestmöglich anbieten, eine Art Fahrplan festlegen und das dann übergeben an euren Auftraggeber?

  5. Michael König:

    Ja, wir sind einerseits herstellerneutral und auch völlig unabhängig. Das heißt, wir machen Consulting. Das ist also Produktentwicklung und Planungsleitfäden eher im B2B-Bereich. Für die Endkunden bedeutet es die Planung einer Ladetechnik und dann auch die Angebotseinholung. Wenn uns ein Anbieter von Ladetechnik, ein Betreiber, ein Energieversorger beauftragt, dann würden wir genau dessen Ladetechnik planen oder Solartechnik, damit er dann darauf basierend idealerweise sein Angebot legen kann. Im Gewerbe ist das ein bisschen anders als im WEG-Umfeld. Dort muss man auch neben der Technik sehr viel organisatorische Beratung machen. Sprich, die vorinformieren und dann die entsprechenden Beschlüsse auch formulieren mit ein paar Euro drin, dass da am Ende auch was in die Umsetzung geht.

  6. Sebastian:

    Das ist ja auch so der Schwerpunkt, wo wir gesagt haben, da wollen wir heute ein Stück weit drauf eingehen, weil das ja auch viele ZuhörerInnen dann auch betrifft schlussendlich. Wir haben ja die Idealvorstellung immer Eigenhaus oder ein Familienhaus, wo ich dann die voller... Ja, Kontrolle darüber, wie ich da Ladeinfrastruktur eventuell aufbaue. Aber in der Regel, wenn wir gerade Großstädte und so weiter denken, sind es ja doch mehr Familienhäuser. Und da sind wir mit ein paar anderen Herausforderungen dann gegenübergestellt, die wir da haben. Und zu was für einem Zeitpunkt kommt ihr denn dann mit dazu? Also werdet ihr aktiv angesprochen dann sozusagen als Berater, wenn es darum geht, Ladeinfrastruktur aufzubauen? Ab wie vielen Ladepunkten ist das der Fall? Ab wie vielen Ladepunkten? Bietet ihr es dann überhaupt an, eure Dienstleistung, damit sich das Ganze rechnet? Vielleicht kannst du uns da einfach so ein Stück weit in euren Alltag mal reinholen.

  7. Michael König:

    Ja, gerne. Also wir werden inzwischen sehr viel mit auch Mund-zu-Mund-Weiterempfehlungen angesprochen. Dann rufen hier Leute an oder mailen, dass sie eine Ladetechnik brauchen. Und wie du sagtest, die Hälfte der Deutschen ungefähr wohnt so im Mehrfamilienhaus. Es können aber auch relativ kleine Mehrfamilienhäuser sein mit vier Parteien bis zehn Parteien oder der Zensus macht die Grenze so bei 13 Parteien. Da sind wir auch tätig. Da ist natürlich die Beratung recht schlank und auch die Planung übersichtlich. Da brauchst du einen kleinen Controller, kann man die Ladestationen teils sogar an die Wohnungszähler anschließen. Wo wir mehr machen, je größer die Objekte werden, desto mehr muss man eben berücksichtigen. Also manchmal gibt es ja mehrere Hausanschlüsse und Befindlichkeiten, Mischung von Wohnen und Gewerbe. Mehrere WEGs, die sich Ladeplätze teilen und so weiter. Und dementsprechend wird es dann immer aufwendiger. Aber ja, bis jetzt. haben wir es noch bei allen hinbekommen und versuchen auch das Ganze eben nicht nur zum Papiertiger zu machen, sondern am Ende so zu planen und auch mit dem Netzbetreiber abzustimmen, dass es dann auch in die Umsetzung gehen kann. Das ist uns da sehr wichtig.

  8. Sebastian:

    Das heißt im Umkehrschluss aber auch, ihr seid dann der Rundum-Sorglos-Berater für den WG-Verwalter beispielsweise, der mit der Problematik an euch herantritt, wir hätten gerne hier Ladeinfrastruktur, vielleicht auch modular aufgebaut, dass man erstmal klein anfängt, entsprechend wächst dann sozusagen. Und ihr bereitet das vor, geht ihr dann auch in so eine WG-Versammlung mit rein und stellt das vor oder übergebt ihr das Rüstzeug dann dem Verwalter, damit der das dann eben macht?

  9. Michael König:

    Tatsächlich beides. Also wir haben Verwalter, die haben schon so viele Objekte mit uns gemacht, die stellen das jetzt selber vor in der Versammlung. Bei anderen machen wir so eine Zwischenlösung, dass wir per Webcode die Beiräte briefen. Aber wir gehen auch selber in Versammlungen rein, muss man halt gucken, dass der Aufwand passt, dass man es vielleicht gleich kombiniert mit Vor-Terminen oder anderen Kunden. Aber im Prinzip ist es, wie du es formuliert hast, so einigermaßen rundherum Säuglosberater, weil ganz viele Hausverwalter eben sagen, wir wollen damit eigentlich nichts zu tun haben. Wir brauchen jemanden, der da die Leute informiert, alles aufnimmt, sauber durchplant, mit dem Netz abstimmt und am Ende idealerweise noch drei Angebote auf den Tisch bringt. Und wenn es geht, sogar gefördert. In einigen Städten oder Bundesländern sind wir auch gefördert. Und das bedeutet, reduziert dann deutlich die Hürden in solchen Gemengelagen, dass dort eine Ladetechnik, eine erweiterbare Ladetechnik entsteht.

  10. Sebastian:

    Wenn wir jetzt gerade bei dem Thema Förderung sind, die Förderung hast du jetzt bezogen, dass eure Dienstleistung als Berater gefördert wird oder ihr euch darum kümmert, dass es entsprechende Förderprogramme für die Ladeinfrastruktur dort gibt?

  11. Michael König:

    Wir sind, wie gesagt, teils förderfähig in einigen Städten und Bundesländern, 50 bis 80 Prozent, so die Quote, also für eine neutrale Planung. Und etwas Bau- und Umsetzungsförderung gibt es auch noch, zum Beispiel Baden-Württemberg oder in Berlin. Nordrhein-Westfalen, die sich dieses Jahr die Mehrfamilienhäuser so als Schwerpunkt gegeben haben. Und die versuchen wir dann auch einzuholen, sprich die Kunden dabei zu begleiten, einen Förderantrag zu stellen, damit die im Nachgang auch einen gewissen Prozentsatz der Investitionen refinanziert bekommen durch das Land. In der Regel sind es momentan die Länder, die da fördern.

  12. Sebastian:

    Aber ihr baut dann Ladeinfrastruktur auf, bringt dann auch schon Abrechnungsthematik mit rein, also beratet auch in die Richtung dann, dass wir eben, wir haben ja jetzt nicht nur die typische Privatperson, die dann dort die Ladeinfrastruktur nutzt, sondern schlussendlich ja auch vielleicht einen Dienstwagenfahrer, der dann nochmal eine andere Abrechnungsmöglichkeit benötigt. Auch in diese Richtung beratet ihr, bietet eine Lösung, aber übernehmt schlussendlich nicht diese Abrechnung, sondern ihr seid diejenigen, die das System ans Laufen bringen und dann zieht ihr euch aber auch raus.

  13. Michael König:

    Ja, wir haben da mal einen Backend-Vergleich gemacht, wo wir uns dediziert darum gekümmert haben, wer sind eigentlich die Abrechner und was kostet das? Und je nach Lage, ob da jetzt Bewohnerladen oder Nachbarn oder Mieter in Eigentumswohnungen oder die Bewohner der Eigentumswohnungen oder sogar noch Bewohner mit zwei Fahrzeugen, eins davon vielleicht Dienstfahrzeug. Also es gibt da... Sehr verschiedene heterogene Ansätze und Gebäudekonstellationen und dementsprechend klären wir das am Anfang, was eigentlich das Ziel ist. Es gibt auch hin und wieder mal eine WEG, die sagt, ich will das selber abrechnen oder ein Vermieter, der sagt, das könnten wir uns vorstellen als Dienstleistung. Ja, aber der Großteil möchte damit eigentlich nichts zu tun haben. Der möchte da hinfahren, einstecken, in irgendeiner Form sich authentifizieren über RFID-Kärtchen oder Handy und dann muss der Ladevorgang laufen und rhythmisiert, quartalsweise oder monatsweise, kommt dann eine Abrechnung. Das ist eigentlich so das Bequemste. Jeden Morgen ist das Auto vollgeladen und damit sind die Leute glücklich.

  14. Sebastian:

    Ihr seid jetzt auch schon ein Stück weit länger unterwegs, wie du ja in der Einführung gesagt hast. Haben sich da unterschiedliche Trends im Bereich der Ladeinfrastruktur WG entwickelt? Also gibt es da eine klare Marschrichtung, in die es geht? Sind verschiedene Entwicklungen zu betrachten? Kannst du das einordnen?

  15. Michael König:

    Ja, wir sind in München damals 2017 gestartet. Da war das noch recht exotisch. Da gab es so die Bürgermeister-Ladesäulen, ein bisschen öffentliches Laden. Klar, mal eine private Wallbox zu Hause. Aber im Mehrfamilienbereich haben wir da, glaube ich, einigermaßen Pionierarbeit auch gemacht und damals eben ein Contracting-Modell aufgebaut. Heißt heute M-Ladelösung. Und aufgrund der Rechtslage hat es dann auch einige Nachahmer gefunden. Also damals war der Trend Contracten, um diese Altstimmigkeit in der WEG zu umgehen. Mit dem WMOG dann Dezember 2020 hat sich das ja etwas verändert. Bauliche Veränderung brauchte nur noch jetzt oder auch heute immer nur noch eine einfache Mehrheit. Und dann war der Trend eigentlich Kauflösung. Dann kamen recht viele Solvente, WEGs, haben gekauft, auch teils mit KfW-Koförderung. Das ging dann immer höher. Dann gab es leider durch den Angriffskrieg Anfang 2022 da eine Delle, dadurch, dass die Leute andere Themen ein bisschen im Kopf hatten, Strompreis auch hochging, ist jetzt ja zum Glück wieder unten. Und letztes Jahr haben viele über Wärme geredet. Also es ist nicht so, dass nur das Thema E-Mobilität bei den Leuten auf dem Zettel steht. Und dementsprechend verändern sich die Trends. Zurzeit, wahrscheinlich auch ein bisschen inflationsbedingt und wirtschaftsflautebedingt, ist tatsächlich wieder Contracting mehr en vogue, habe ich den Eindruck. Weil die Leute sagen, ja, lieber vielleicht noch ein bisschen Geld zurückhalten, nicht alles selbst investieren. Und deshalb gibt es gerade wieder mehr Anbieter, die Basistechnik oder Wallboxen oder sogar beides im Contracting anbieten.

  16. Sebastian:

    Jetzt hast du das Schlagwort Contracting ein, zwei, dreimal genannt. Vielleicht magst du das gerade nochmal für diejenigen unter den ZuhörerInnen erläutern, die davon noch nichts gehört haben.

  17. Michael König:

    Im Contracting steckt das Wort Contract drin, Vertrag. Also man schließt einen Vertrag ab mit einem Anbieter, um auf eine gewisse Laufzeit und mit gewissen Raten eine, in dem Fall Ladetechnik oder was anderes, kann auch eine Heizung sein oder Photovoltaik, zu mieten. Also Für Endkunden erklärt ist es sowas wie die Miete der Wallbox, die Miete der Ladetechnik. Und wir erklären das immer so, das Haus an sich braucht so eine Grundtechnik, die ist dann meistens im Hausanschlussraum. Die gehört im WG-Fall dann allen oder im Mietshausfall dem Vermieter, im Gewerbefall dem Unternehmen. Und daran schließen sich dann die einzelnen E-Mobilisten an. Dann wieder je nach Haus die Mieter, die Wohnungseigentümer oder die Mitarbeiter zum Beispiel. Und das nennen wir dann die Stellplatztechnik oder Individualtechnik. Und für beide Technikblöcke, also Basistechnik und Individualtechnik, gibt es Verkaufsmodelle, aus Kundensicht Kaufmodelle. Oder eben Mietmodelle und je nach Kundenwunsch kann das auch mal so und mal so Sinn machen. Also WGs sind eher noch solvent momentan, die kaufen eher. Im Mietshaus wissen die Leute vielleicht nicht auch so genau, wie lange sind sie dort noch drin. Dort ist eher Miete von Wallboxen zu beobachten. Und dann gibt es noch so Spezialfälle, zum Beispiel Genossenschaften habe ich jetzt auch einige, die viele Häuser haben und die Genossen für sich selber dort Technik anschaffen. Das ist ja so eine Mittelform zwischen Eigentum und Miete. Die haben zum Beispiel Interesse daran, auch die Basistechnik zu mieten und können damit einen Kaufinvest in sehr vielen Objekten gleichzeitig eben vermeiden und die Kosten nach hinten strecken. Also so gibt es für jede Konstellation ein optimales Produkt, aber nicht jeder Anbieter bietet alles an. Deswegen, da haben wir auch diesen Anbietervergleich gemacht, um es mal rauszufinden, wie da der Markt strukturiert ist und wie angedeutet, tatsächlich kommen jetzt gerade wieder ein bisschen mehr die Contracting-Angebote.

  18. Sebastian:

    Und dafür seid ihr dann ja auch als Mittelsmann sozusagen die Experten, die dann dementsprechend die verschiedenen Seiten zusammenbringen und dann je nach Fall auch die richtige Auswahl oder Empfehlung dafür treffen.

  19. Michael König:

    Ja, richtig. Also wenn wir Angebote einholen, normal will der Kunde ja mehrere Angebote auf dem Tisch, dann muss man da vorher auch etwas besprechen. Also ob jetzt gekauft werden soll und Eigenbetrieb oder Kauf mit Betreiber. oder eine Mietlösung, wenn ja, auf wie viele Jahre. Und all diese Randbedingungen, aus denen formulieren wir dann eine Ausschreibung oder führen eine Angebotseinholung durch. Und die führt dann dazu, dass man eben auch am Ende Äpfel mit Äpfel vergleicht, wie man so schön sagt, und nicht ganz verschiedene Angebote auf dem Tisch hat. Und dann sagt der eine, ja, da kostet die Wallbox 500 Euro und da 2.500. Dabei sind das ganz andere Geschäftsmodelle und andere Geräte. Die kann man natürlich dann so nicht vergleichen.

  20. Sebastian:

    Das stimmt und das ist ja auch die wichtige Erkenntnis oder Aussage deinerseits, dass man Äpfel mit Äpfeln vergleicht und nicht einfach nur anhand von dem Preis dann versucht eine Einordnung vorzunehmen, weil es könnte ja doch was anderes dahinter verbergen schlussendlich. Wie ist denn das, hast du einen Blick darauf, gibt es da auch lokal in den einzelnen Bundesländer Unterschieden bei der Ausgestaltung von Ladeinfrastrukturen, WGs, ist es bundesweit relativ ähnlich verteilt, habt ihr da auch einen Einblick drauf?

  21. Michael König:

    Ja, es ist tatsächlich unterschiedlich und mehr oder weniger auch gekoppelt an die Anzahl der Neuzulassungen von E-Autos. Also im Süden und Westen und teils in so Inseln, in größeren Städten, auch im Norden, Hamburg, Berlin, Wolfsburg und so weiter, tut sich recht viel, sowohl bei den Autos, dann entsprechend auch bei der Ladetechnik und in anderen Orten weniger. Es hängt manchmal auch von der lokalen Förderung ab oder von der Aktivität des lokalen Versorgers. Es gibt da recht. pfiffige oder eifrige lokale Versorger, die Stadtwerke oder andere, die da ein Angebot haben, auch schon seit Jahren, teils auch durch uns mit aufgebaut. Dann entwickelt sich so ein Drive unter den Hausverwaltern und Gewerbetreibenden. Die werden dann alle abgeklappert und kriegen da ihr Angebot und ihre Ladetechnik. Dementsprechend sind dann da die Zahlen höher. Andere, auch große, wo man gar nicht denkt, die haben da kein... Angebot am Start verweisen eher so, nee, mach öffentlich oder geh zum Elektriker und dementsprechend ist dann dort auch weniger anzutreffen. Aber so insgesamt habe ich den Eindruck, gerade die Energieversorger fangen dieses Jahr wieder an dort anzutreffen. mehr zu machen. Ja, es ist jetzt auch ein Teil der Aufgaben erledigt im öffentlichen Laden und gerade so die Kleinen und Mittleren trauen sich nicht ins DC-Laden, in die großen Ladeparks und konzentrieren sich jetzt wieder auf das heimische Gewerbe und die heimische Immobilienwirtschaft.

  22. Sebastian:

    Was ja auch durchaus Sinn ergibt, wenn man mal drauf blickt oder den Gesamtmarkt betrachtet, wie viel daheim geladen wird, macht das ja auch prozentual gesehen einen Großteil vom Markt aus. Also wo man dann auch tatsächlich Ladestationen absetzen kann.

  23. Michael König:

    Ja, absolut. Und ein Trend verstärkt es noch, wenn man sich zum Beispiel mal die Akkugrößen und damit die Reichweiten der Autos anschaut. Die waren ja früher lächerlich klein, aber inzwischen sind die entscheidend gewachsen und wachsen weiter, so circa 50 Kilometer pro Jahr, wenn man das mal auswertet, die letzten Jahre. Heißt nicht, dass es immer so weitergeht, aber inzwischen sind dort wirklich hunderte Kilometer an Reichweite der Standard, auch im Winter. Und das führt natürlich dazu, dass man nicht ständig unterwegs nachladen muss, sondern nur für spezielle und absolut weite Fahrten. Und wenn es irgendwie geht, versucht man natürlich im Betrieb oder zu Hause am besten dann über Nacht zu laden. AC, also akkuschonend und günstiger als DC, schnell und teurer unterwegs. Und das verstärkt sogar jetzt noch den Trend des Zuhause-Ladens.

  24. Sebastian:

    Was ja schlussendlich für euer Geschäftsmodell dann ja auch wieder zuträglich ist sozusagen, weil dementsprechend ja hoffentlich auch die Nachfrage dann bei euch steigt.

  25. Michael König:

    Wenngleich wir auch öffentlich planen, also Gesamtkonzepte für Kommunen, hat es ja vorher erwähnt, die Kommunen als neue Klientel machen wir auch. Die wollen halt dann wissen, wo genau und AC oder DC und dann am Ende wird ein Betreiber gesucht, der dann aufbaut und betreibt, teils kofinanziert, teils nicht. Das machen wir auch, aber so von der Gesamtlogik, man will ja nicht, ist eigentlich kein Selbstzweck, dass man unterwegs irgendwo sich hinstellt und lädt. Das ist natürlich schöner, wenn das Fahrzeug, was eh 23 Stunden steht am Tag, Stichwort Stehzeug, wenn man das dort lädt, wo es eh steht und nicht noch zusätzliche Stops einlegen muss.

  26. Sebastian:

    Also leuchtet auf jeden Fall ein, wie du es jetzt ausgeführt hast. Jetzt haben wir im Vorgespräch aber auch so die Herausforderungen, mit denen ihr natürlich zu tun habt. Das sind dann auch immer wieder Gesetzesänderungen, auf die ihr reagieren müsst, auf die ihr euch einstellen müsst, die ihr auch bei eurer Planung dann berücksichtigen müsst, damit euer Geschäftsmodell sozusagen funktioniert, als auch die Ladeinfrastruktur hinten raus. Und da hast du das GEIG dann auch angesprochen, was jetzt auch wieder eine Veränderung zum 01.01.2025 erfährt. Bevor wir da eintauchen und du sagst, was sich verändert, worauf man achten muss, ordnen das Gesetz auch einfach mal ein oder die Regularien, die da auf uns zukommen, die sich verändern.

  27. Michael König:

    Ja, sehr wichtig ist bei uns eben, ohne dass wir jetzt Rechtsberatung machen, die Gesetzeslage. Das geht vom gerade heiß diskutierten Solarpaket 1 über die EU-Verordnungen A4 als Stichwort, was die deutsche Ladesäulenverordnung für das öffentliche Laden bestimmt, bis zu dem von dir gerade genannten ominösen GEIG. Hinter diesen vier Buchstaben verbirgt sich das Gebäude-Elektromobilität-Infrastrukturgesetz. Und dieses sieht Ausstattungsquoten vor für Wohn- und Nichtwohngebäude. In ganz Deutschland ist das gültig. Und die müssen jetzt eben zum 01.01.2025 erstmalig auch hart erfüllt werden. Also als Beispiel, wer ein Gewerbe hat oder allgemein ein Nichtwohngebäude, kann auch was anderes sein. Hochschulen betreuen wir zum Beispiel auch oder andere Einrichtungen, die jetzt nicht primär dem Wohnen dienen. Die müssen ab 20 Stellplätzen zum Jahreswechsel mindestens einen Ladepunkt, aber je nach Clusterung der Objekte auch mehrere Ladepunkte vorweisen. Und viele, also wahrscheinlich Tausende bundesweit, haben sich noch gar nicht mit der Thematik beschäftigt und werden dann wahrscheinlich im Herbst alle kommen und dringend jetzt eine Ladetechnikplanung brauchen und dann noch einen Punkt gebaut, was dann natürlich nicht so schnell geht. Deswegen hier empfehlen wir, nicht nur Geige getrieben, sondern auch, um peu à peu den Fuhrpark umzustellen, jetzt eher mit einer Planung zu starten und einer, wenn es dann gebaut werden soll, einer Angebotseinholung, um dann den für sich passenden Betrieb, Partner zu finden, der baut und vielleicht auch gleich abrechnet und betreibt, je nachdem. Die meisten Unternehmen als Nichtwohngebäude, die haben ja nicht das Kernthema Ladetechnik betreiben, sondern ganz was anderes und sind dann auch froh, wenn sie einen passenden Partner finden, der ihnen das Ganze abnimmt. Und wenn man mal so schaut auf Messen und so weiter, da sind ja sage ich mal 50 so Firmen unterwegs, die das machen und ist natürlich dann schwer als Nichtwohngebäude-Eigentümer oder Nutzer zu sagen, wer ist jetzt mein passender Partner.

  28. Sebastian:

    Das stimmt, den Marktüberblick kannst du ja gar nicht haben, vor allem wenn du dich ja eigentlich auch nicht mit beschäftigen möchtest, sondern einen Ansprechpartner, der sich darum kümmert, dann sozusagen hast oder haben möchtest. Ist das dann auch so eine Thematik, dass das schon angekommen ist in der breiten Masse, dass so eine Veränderung stattfinden wird oder ist das was, wo ihr auch gezielt potenzielle Kunden aufklärt darüber, um dann eben auch diese sozusagen direkt zu akquirieren?

  29. Michael König:

    Wir sehen uns auch als Aufklärer, bieten auch immer wieder Webinare an über die Website, wo man sich für recht günstiges Geld einklinken kann und dann Fachinformationen bekommt. Da haben wir so wechselnde Zielgruppen von Endkunden über Hausverwaltungen bis Fuhrparkverwalter, Stadtwerke, Kommunen. Und also dort, wo sich professionell damit beschäftigt wird, ich sage jetzt mal in Straßenmeistereien oder in Fuhrparkmanagement, die kennen halt auch zum Beispiel das Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetz, ist auch so ein schönes Gesetz, wo so Quoten festgelegt werden, bei der Beschaffung von Neufahrzeugen, wie viele davon sauber sein müssen. Sauber ist dann nochmal genauer definiert und die Quoten sind so gestaffelt, PKW, Nutzfahrzeuge, LKW, Busse und so weiter. Und dementsprechend wird dann relativ professionell mit uns der Fuhrpark gescreent und die Objekte, wo man Ladetechnik bauen könnte. Und auch meistens wird dann sogar geguckt, kann man eine PV-Anlage drauf machen? Also diese Kombination ist auch ein Trend, der Sinn macht. Das Geig an sich ist nicht so bekannt. Also da kann man eigentlich nicht oft genug darauf hinweisen, bei den Nichtwohngebäuden, dass da jetzt wirklich harte, Gesetze oder harte Anzahl von Ladepunkten zum Jahreswechsel 1.1.2025 greift und dass da eigentlich dieses Jahr jetzt was getan werden muss.

  30. Sebastian:

    Das auch eher früher als später, damit man eben noch die Chance hat zu agieren und nicht dann später zu reagieren. Von daher erstmal vielen Dank, Michael, dass du uns hier abgeholt hast, ein paar Einblicke gegeben hast und ich bin mir sicher, dass der eine oder andere, der heute zugehört hat, vielleicht auch auf euch zukommt. Ich werde den Link in die Shownotes mit reinpacken, damit der Zugang da zu euch eben auch relativ einfach ist. Und ich denke, wir hören uns spätestens nächstes Jahr, um dann mal eure Rückmeldung, Einschätzung zu bekommen, wie der Markt denn jetzt eben auf Geig reagiert hat, sozusagen. Vielen Dank für deine Zeit.

  31. Michael König:

    Ja, so machen wir es, Sebastian. Ich danke dir.

  32. Sebastian:

    Das war es ja auch wieder, die aktuelle Folge des ERN-Podcasts. Ich freue mich, dass du heute eingeschaltet hast, wo es um das Thema Ladeinfrastruktur vornehmlich in Mehrfamilienhäuser ging. Ich hoffe, du hast einiges mitnehmen können und freue mich, wenn du kommende Woche bei der nächsten Folge des ERN-Podcasts wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.