Dominic Müller über Nachhaltigkeit & E-Mobilität im Hotelgewerbe

Im Gespräch mit Dominic Müller vom Hotel Ritter Durbach

Vor gut zwei Wochen ist unser Review zum Hotel Ritter Durbach online gegangen. Vor Ort, im Schwarzwald, haben wir betrachtet, wie man E-Mobilität und Nachhaltigkeit im klassischen Hotelbetrieb integrieren kann. Beziehungsweise bekommen muss, wenn man im Hotelgewerbe erfolgreich sein will, wie uns Geschäftsführer des Hauses Dominic Müller in dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast zu verstehen gibt.

Herr Müller zeigt im Gespräch ganz nachvollziehbar auf, dass sich Nachhaltigkeit im Alltag auf unterschiedliche Art und Weise präsentieren kann. Dies beginnt in der Tat schon bei der Frage, ob man bei einem eigenen Hotel von Grund auf Neu beginnen möchte. Oder ob man sich einem alten Hotel annimmt und dies durch eigene Ideen und Investitionen zu seinem Eigen macht.

Im Detail könnte ich dir nun noch vorab viel mehr auf den Weg mitgeben. Bin aber der Überzeugung, dass du aus dem Gespräch mit Dominic Müller selbst mehr mitnimmst. Daher reinhören und im Nachgang vielleicht Mal selbst in Durbach vorbeischauen. Es lohnt sich!

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektro-Hotel-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität und Nachhaltigkeit beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Dominic Müller, Gastgeber im Hotel Ritter Durbach, Mit am Tisch sozusagen. Wir haben uns über die Nachhaltigkeit und E-Mobilität im Hotelgewerbe unterhalten, was das Thema Upcycling auch für die Umwelt tun kann und warum Oldtimer nicht unbedingt die schlechteren Fahrzeuge sind im Vergleich zu Elektroautos. Kommt da natürlich immer auf den Standpunkt sozusagen drauf an. Vorab möchte ich mich entschuldigen für die Hintergrundgeräusche, die bestimmt von dem einen oder anderen bemängelt werden. Wir haben es aber im Hotel selbst direkt aufgenommen und hatten natürlich noch den einen oder anderen Gast um uns herum. Ich habe versucht, so gut wie möglich das aufzubereiten, aber auch da sind mir Grenzen gesetzt. Von daher dennoch viel Spaß beim Zuhören mit der aktuellen Folge mit Dominic Müller vom Hotel Ritter Durbach. Und ich bin mir ganz sicher, dass du das eine oder andere Lernst du mit auf den Weg nimmst. wie man im eigenen Alltag noch ein wenig nachhaltiger agieren kann. Hallo Herr Müller, erst einmal vielen Dank, dass wir bei Ihnen im Hause zu Gast sein dürfen, hier im Hotel Dürrbach. Freut mich, Sie persönlich kennenzulernen, nachdem wir im Vorhinein schon mal ein bisschen so einen Austausch hatten. Damit unsere Hörer auch ein Bild davon bekommen, mit wem wir es zu tun haben und in was für einem Hotel wir hier sind, würde ich mich freuen, wenn Sie sich einfach selbst kurz als Person vorstellen und dann auch ein paar Worte über das Hotel an sich verlieren. Ja, über die lange Geschichte, das ist einfach mal kurz zum Reisen, bevor wir dann zu dem Punkt übergehen, wo Sie das Hotel übernommen haben mit Ihrer Frau und dann eben auch federführend eingewirkt haben auf das Hotel, wie es denn heute dasteht.

  3. Dominic Müller:

    Sehr, sehr gerne. Ja, mein Name ist Dominic Müller, gebürtig aus Düsseldorf. Meine Frau Ilka kommt aus dem Kreis Herford. Wir haben uns, anders geht es nicht, in der Hotellerie kennengelernt. Haben internationale Hotelerfahrung bis nach Burma, Rügen, Österreich, Schweiz, Hamburg. Und dann haben wir irgendwann entschieden, dass wir uns selbstständig machen wollen, um uns selber auch quasi einen Hafen, den Kindern auch einen Hafen zu bieten, dass man nicht alle paar Jahre wechseln muss. Ja. Und um eine ganz lange Geschichte kurz zu machen, 2000 digitale Objekte gesichtet und am Ende ist eben dieser Ritter übrig geblieben, weil für uns immer feststand, wir wollen nicht eine grüne Wiese und etwas neu bauen, sondern wir wollen etwas historisch Gewachsenes. Gut, beim Ritter ist es fast schon extrem. Es sind acht Gebäudeteile und 7000 Quadratmeter. Ich sage mal spaßeshalber, wir vermissen noch Gäste von 2009. Also es ist sehr verwinkelt und gleichzeitig macht das aber irgendwie auch diesen Charme aus und auch das Charisma. Und wenn ich sage Historie, dann steht eine Vermutung im Raum, dass bis 1378 sogar die Historie zurückgeht. dass der Gewölbekeller, der ja immer noch existiert, ein Zehntkeller war. Daher kommt auch unter anderem der Name Ritter, komme ich noch zu. Und 1656 hat der Ritter zu Wiedergrün uns das ewige Schildrecht verdient. Und das sind gute Nachrichten für die Gäste. Das bedeutet, wir dürfen ein Schild rausstellen und alkoholische Getränke verkaufen. Und als der Notar wirklich den Kaufvertrag unterschrieben hat, hat er gesagt, soll das übernommen werden? Ich sagte, ja klar, auf jeden Fall. Also selbst wenn das Landratsamt mir Konditionen ziehen würde für diese Versorgung, ist also gesorgt.

  4. Sebastian:

    Alleine durch das Schildrecht ist es dann gegeben.

  5. Dominic Müller:

    Ganz genau.

  6. Sebastian:

    Das ist ja toll, auch für die Geschichte von Ihnen. Ihr habt das übernommen, wir haben es im Vorgespräch schon kurz gehabt, jetzt vor mittlerweile 14 Jahren seid ihr hergekommen aus 2000 digitalen Objekten, das ist ja auch eine Ansage. Ihr habt das Hotel dann aber auch zu eurem Eigen gemacht. Ihr habt es übernommen, aber dann auch für euch, wie ihr es euch vorgestellt habt, angepasst, sowohl im Hotelleriebereich als auch im Restaurantbereich, der ja auch mit eingegliedert ist. Möchten Sie dazu ein paar Worte verlieren, wie Sie da rangegangen sind und in was für eine Richtung sich das Ganze entwickelt hat oder entwickeln soll noch in Zukunft?

  7. Dominic Müller:

    Also für uns war sehr, sehr wichtig, dass wir einfach ein vorhandenes Hotel weiterführen. Wir wollten im Ganzen schon, um ehrlich zu sein, unseren Stil auch aufdrücken, denn man muss sich damit auch identifizieren, sonst können wir es nicht transportieren. Und für uns war es eigentlich egal, wo im Leben, das Spannendste, diese Brücke oder auch diesen Spannungsbogen herzustellen zwischen der Historie und der Moderne. Ich finde, das ist so eine Begegnung, die produziert so eine ganz besondere Stimmung. Und Gott sei Dank waren meine Frau und ich uns dort gleichermaßen einig. Wir haben schon auch einen Hang zur Modernität, aber wir wissen selber erstmal, wo wir herkommen und wir finden es einfach schön, wenn so ein Gebäude gewisse Wurzeln hat. Deswegen waren wir auch unheimlich stolz darauf, dass wir ab 2012 dann sogar Schloss Schaufenberg übernehmen dürften. Zwar nur als Pachtobjekt, das ist immer noch in der marktkräftigen Familie als Eigentum, aber das hat es irgendwie bestätigt, war eine tolle Ergänzung. Und wir haben damals das Haus mit 42 Zimmern übernommen, heute sind es in Summe 86. Und haben es grundlegend kernsaniert. Also wir haben Klimatisierung installiert, wir haben Photovoltaikanlage installiert, wir haben vier Blockheizkraftwerke installiert, um einfach dieses Gebäude, das durchaus auch einen großen Investitionsstau hatte, ins 20. Jahrhundert zu bringen. Gewisserweise behutsam, aber hier und da auch mit ganz bewussten Brüchen. Also sagen wir mal zum Beispiel die alte Stube. Das ist wirklich eine alte Stube und die ist uns heilig. Die rühren wir nicht an. Also Wandvertäfelung, Deckel, Boden etc. Da verbinden ganz viele Gäste auch ganz wunderbare Erinnerungen dran. Wir haben manchmal 80-Jährige, die haben gesagt, hier bin ich getauft worden. Ach schön. Also unglaublich, wirklich toll. Und diese Stube hat Hochzeiten, Scheidungen, Kommunionen, alles erlebt. In dieser Stube saßen Henry Cole und François Mitterrand und haben auf die deutsch-französische Freundschaft angestoßen. Selbst der Dalai Lama war schon hier im Hause. Und das fanden wir auch wirklich, es ist wie so ein Spirit, wie so ein Geist, den wir einfangen wollten. Und wenn man eben etwas auf einer grünen Wiese baut, dann ist das erstmal marketingtechnisch sehr schwierig, weil ein komplett neues Produkt geschaffen wird. Und diesen Spirit muss man erst mal entwickeln. Und deswegen war es für uns so wichtig, diesen Rückenschlag herzustellen.

  8. Sebastian:

    Da kann ich jetzt auch gleich noch einen Schwank mit reinbringen. Wir haben ja ein paar Fotos geteilt, wo wir hier sind. Und mir hat vorhin dann eine Followerin von mir geschrieben, dass sie tatsächlich in der Stube vor einem Jahr ihren Heiratsantrag gemacht bekommen hat. Also um einfach das nochmal von Ihnen aufzugreifen und zu bestätigen. Total schön, dann auch so eine Rückmeldung zu bekommen.

  9. Dominic Müller:

    Also es ist ganz süß, muss man wirklich sagen. Und das ist vielleicht ein weiterer Punkt, auf den wir unglaublich stolz sind. Ich werde häufig gefragt, was ist denn so das Alter der Gäste bei Ihnen? Und dann sage ich mal von 16 bis 106. Und das ist wirklich toll. Das werden Sie ja auch beim Aufenthaltsjahr erleben. Und mittlerweile sind wir ja auch schon 14 Jahre hier und wir haben Paare, die haben hier geheiratet und bringen schon die Kinder mit. Kommen so gut es geht jeden Hochzeitstag und das ist eine ganz besondere Beziehung einfach. Weil die natürlich diese unglaublichen Meilensteine ihres Lebens mit diesem Hause verbinden. Klar. Das ist aber auch eine Verantwortung, der man auch gerecht werden muss. Natürlich. Aber es macht wahnsinnig viel Spaß und auch wirklich stolz.

  10. Sebastian:

    Ich glaube. Ich denke, das ist für beide Seiten was Schönes, denn man hat zum einen den Ort, wo man zurückkehren kann sozusagen, wo man ja so wichtige Momente oder Meilensteine dann eben mit verbindet und hier auf der anderen Seite Könnte eure Gastgeberrolle da auch richtig gerecht werden, indem ihr solche Momente oder das Drumherum dann eben auch gestaltet, Neuanteil dazu beitragen?

  11. Dominic Müller:

    Absolut. Und weil wir ja selber auch in der Zeit eine Familie entwickelt haben. Also die große Tochter war geboren, aber er ist zwei Jahre alt. Aber hier ist auch unsere kleine Tochter geboren worden. Hier sind beide Kinder, ja, also die Große konfirmiert, die andere getauft worden und so weiter. Da kann man unheimlich gut sich mit den Gästen auch identifizieren und darüber austauschen, das nachvollziehen.

  12. Sebastian:

    wo man die eigene Geschichte einfach mit reinbringt. Genau. Jetzt vielleicht für diejenigen, die noch nicht hier waren, wo bestimmt ein paar von uns im Hörer mit dabei sind, möchten sie dann das Ganze mal eingrenzen. Also wir sind hierher gefahren, haben die Weinreben in den tollsten Farben geboten bekommen, hier in dem herbstlichen Oktober. Und die Natur ist einfach zum Greifen da. Man geht hier raus und kann direkt an den Weinberg hochlaufen. Vielleicht möchten Sie einfach ein paar Worte zu der Lage des Hotels verlieren.

  13. Dominic Müller:

    Sehr, sehr gerne. Also Durbach, das muss man wirklich wissen. Nicht nur, dass wir dieses Jahr die deutsche Weinkönigin stellen, zum allerersten Mal in der Geschichte, Sina Erdrich, sondern sie sind hier im höchst prämierten Weinort Deutschlands. Es ist wirklich extrem schwierig, in Durbach schlechten Wein zu trinken. gibt die neu, verraten nicht wo. Sie haben 13 Weingüter und eine Winzergenossenschaft. Sie haben Steillagen. Ich betone diese Steillagen, weil eben die maschinelle Arbeit dadurch extrem eingeschränkt ist und alles per Hand gemacht wird, was wiederum hervorragend für die Qualität ist. Und des Weiteren haben wir hier 26 unterschiedliche Rebsorten. Auch das ist relativ selten, dass man eine solche Vielseitigkeit hat. Also von den sogenannten Königinnen im Sinne von Divas, wie der Riesling und der Spätburgunder, haben wir auch Cabernet Sauvignon Melo, Cabernet Dorsa, wir haben sogar Nebbiolo. Wir haben alle Burgundersorten eigentlich, Sauvignon Blanc, wir haben Weißburgunder, Grauburgunder, also eine unglaubliche Menge. Plus natürlich hier große Traditionen, die Tramina-Rebsorten in Dorbach, früher Klevena auch genannt. Und das macht es wahnsinnig spannend. Und dann haben Sie natürlich direkt den Hochschwarzwald im Rücken. Und Sie haben das Elsass und die Vogesen auf der anderen Seite des Rheins. Sie fahren exakt 30 Minuten Tür zu Tür nach Straßburg. Sie haben Freiburg, Baden-Baden. Also die Gäste, die hier immer ein Wochenende einfach nur verbringen, die sind eigentlich sehr traurig, weil sie merken, was sie alles verpassen, was man erleben kann. Und natürlich hat der Schwarzwald selber einfach auch viel zu bieten. Der Vogtsbauernhof ist natürlich auch der Europapark. Ja, wer da den Kindern großen Wunsch erfüllen möchte. Und man kann so toll einfach diese Natur genießen. Wir haben den Nationalpark. Durbach ist auch Nationalparkgemeinde. Wir versuchen natürlich auch unseren Gästen hier besondere Angebote zu bieten, wenn wir nicht gleich noch zu kommen, aber auch, dass eben unsere ganze Mobilität ist, aber auch ein wirklich umfangreiches Programm, was man hier unternehmen kann, bis zum Ballonflug. Also wirklich ganz, ganz tolle Sachen.

  14. Sebastian:

    Für Groß und Klein, also so wieder alles mit am Start sozusagen.

  15. Dominic Müller:

    Alles mit am Start, genau.

  16. Sebastian:

    Schön, jetzt hatten wir eben hier, oder haben so ein bisschen ausgeholt in die Richtung Wein, das Weinangebot, aber Kulinarik an sich spielt auch hier im Hotel Ritter eine große Rolle. Da habt ihr euch ja auch hinentwickelt sozusagen, habt euch was aufgebaut. Vielleicht können Sie da ein paar Worte zu verlieren zu dem Restaurant Makidam. das aktuell gibt?

  17. Dominic Müller:

    Also kulinarisch hat der Ritter eh eine große Tradition. 26 Jahre lang mindestens einen Stern, neun Jahre lang davon sogar zwei Sterne bei den Voreigentümern. Und um da anzuschließen, haben wir hier uns das auf die Fahne geschrieben, dass wir auch von Anfang an hier einen Stern erkochen. Das hat auch funktioniert. Zehn Jahre lang haben wir diesen Stern erkocht und dann haben wir ganz bewusst eine Entscheidung gefällt und haben gesagt, wir schließen dieses Sternerestaurant. Weil in unseren Augen die heutige Sternegastronomie eigentlich der Zeit ein Stück weit hinterherhinkt. Am besten steht in der Speisekarte noch das Menü nur tischweise und man muss also sechs Gänge nehmen. Und wenn man einen Gang austauschen muss oder möchte, dann muss der Oberkellner einen angenehmen Tag haben, um das zu genehmigen. Da frage ich mich persönlich, wer ist eigentlich der König, der Gast oder der Koch? Ja. Und auch wir haben uns selber dabei erwischt, dass wir zum Beispiel ein Tellergericht mit einem Stäbchen eine Minute lang erklärt haben. Und dann haben wir zusammen entschieden, das ist nicht unser Weg, den wir gehen wollen. Gastronomie muss Spaß machen, es soll leger sein, es soll locker sein, aber trotzdem eine hohe Qualität erreichen. Plus natürlich auch der Aspekt der Nachhaltigkeit und der Regionalität, keine Frage. Und dann haben wir uns dieses Konzept Makidan entwickelt. Ich erkläre ganz schnell, woher Makidan kommt, weil es so asiatisch klingt, ist es aber nicht. Es kommt aus dem Persischen von Metze. Metze ist sozusagen das arabische Wort, ähnlich wie Tapas. Tapas kann jeder was mit anfangen. Und im Persischen, beziehungsweise Arabischen, steht es für Metze. Und Metze kommt vom Wort Mazidan, wird aber Makidan ausgesprochen. Bis dahin war uns das noch ziemlich egal. Aber als wir in die Übersetzung geschaut haben, Da standen drei Begriffe und ab da war es klar, nämlich Gastlichkeit, Köstlichkeit und Geselligkeit. Und in diesem einen Wort ist unser ganzes Konzept miteinander verbunden. Es ist erklärungsbedürftig, weil wir das Wort nicht kennen, aber wir freuen uns eigentlich, wenn wir diese Geschichte erzählen dürfen. Und auch sonst haben wir mit einigen Konventionen aufgehoben. Es gibt also nicht mehr im klassischen Sinne Vorspeisesuppe, Hauptgang, Dessert. Es gibt auch kein vorgeschriebenes Menü. Sondern der Gast entscheidet alles. Also wenn der Gast von mir aus mit dem Dessert beginnt, beginnt er mit dem Dessert. Kein Problem. Wenn er erstmal ein oder zwei Gerichte einfach nur bestellt und mal schaut, wie das auf sich wirkt und er dann sukzessive nachbestellt, auch kein Thema. Das Brot zum Beispiel ist bei uns extra. Warum? weil wir wahnsinnig viel Brot weggeschmissen haben. Am Abend keine Kohlenhydrate oder glutenfreie Ernährung oder eine Intoleranz. Aber wenn es dann bestellt wird, wird es frisch gebacken. Es ist Demeter, Sauerteig und extrem knusprig und lecker. Ich kann es sehr empfehlen. Wir haben eine sehr, sehr leichte Küche, sehr bekömmlich. Das heißt nicht, dass man nicht satt das Restaurant verlässt. Im Gegenteil, das entscheidet man ja selber. Klar. Aber man kann eben danach gut schlafen. Ich esse für mein Leben gerne. Und ich gehe auch gerne in Sternerestaurants. Aber ich kenne das schon, dann trinkt man noch recht viel Wein und isst auch noch viel Brot. Und abends liegt man im Bett und meist ist diese Nacht nicht erholsam. Und auch dem wollten wir entgegenwirken. Bei uns geht man satt aus dem Restaurant, hat wirklich auf den einen oder anderen Wein probiert und hat aber eine super Bekömmlichkeit und ist am nächsten Morgen fit. Auch darauf haben wir Wert gelegt. Dann haben wir diese kleinen Köstlichkeiten, das sind wie so kleine Edeltapas, sag ich mal, die so zum Aperitif serviert werden. Und dann haben wir, ich will jetzt nicht jedes Detail erklären, aber eine Sache machen wir. Da habe ich eigentlich gedacht, dass ich auf einer Eisenbahnschiene geteert und gefedert zum Weinfest in Durbach getragen werde. Wir punchen Wein. Wir mischen Wein am Tisch, beziehungsweise wir lassen den Gast den Wein mischen. Warum tun wir das? Weil wir eigentlich dem Gast nahelegen wollen, was der Winzer auch unter anderem im Keller macht. Also Panschen ist ein hartes Wort. Es gibt Cuvées und die macht der Winzer ganz bewusst. Also zum Beispiel ein Chardonnay mit einem Weißburgunder, klassischer Cuvée. Die großen Bordeaux, das ist Cabernet Sauvignon, Cabernet D'Orsa und, Entschuldigung, Cabernet Franc und Merlot. Und daraus entstehen eigentlich die größten Bordeaux. Das sind alles Cuvées. Und wir machen das in Kombination mit dem Käseteller. Und kein Wein der Welt schafft die Reifestufen des Käses. Also einen ganz totalen Frischkäse bis zum 24 Monate gereiften Comté. Das schafft kein Wein. Und wir haben eben einen Basiswein und es kommt ein zweiter Wein dazu, der wird wirklich im Holzreck in kleinen Reagenzgläsern serviert. Und der Gast dosiert mit den Reifestufen den zweiten Wein. Also es kann zum Beispiel ein Weißburgunder sein und der Wein in den Reagenzgläsern ist ein Gewürztraminer als Beispiel. In dem Fall haben wir einen Birnensekt, den wir derzeit mit Masala zum Beispiel auffüllen. Und es geht also perfekt, das ist ein Perfect Match. Und dann habe ich mich natürlich mit Winzern darüber ausgetauscht, weil ich dann doch um diese Eisenbahnschiene drum herum kommen wollte. Und dann sagte hier auch einer der bekanntesten, Andreas Leib, was glaubst du, was ich im Keller mache? Zum Beispiel, wenn er einen richtig gereiften Riesling aufzieht und der schon so einen Hauch Förne hat, dann sagt er, du, dann nehme ich einfach einen ganz jungen Riesling, gebe ein halbes Glas dazu und dann steht der wieder. Und das ist ja auch nachhaltig, dass dieser Wein nämlich nicht weggekippt wird, sondern er wird erhalten. Und vielleicht noch eine allerletzte Besonderheit, die wir haben. dass plötzlich einfach Gerichte unaufgefordert in einem Bauchladen angeboten werden aus der Küche, die nicht auf der Karte stehen. Wir aber die Gäste sozusagen testen lassen, wie ist das Feedback auf diese Gerichte und kommen die auch auf die Karte später, bevor wir sie einfach selbstentscheidend auf die Karte setzen. Und das finden die Leute einfach schön. Sie haben diese Erlebnisse und um ganz ehrlich zu sein, wir haben die Zahlen gegenüber dem sogenannten Wilden Ritter, also diesem Sternerestaurant, mehr als verdreifacht. Was uns natürlich wahnsinnig freut.

  18. Sebastian:

    Spricht ja dafür, dass ich euer Konzept eben nicht nur vom Gedanken, den Gast da in den Mittelpunkt zu stellen, durchsetze, sondern eben auch wirtschaftlich für euch und Win-Win für beide Seiten dann schlussendlich.

  19. Dominic Müller:

    Und auch die Identifikation der Mitarbeiter, muss ich ganz ehrlich sagen, ist spürbar eine ganz andere.

  20. Sebastian:

    Das glaube ich, hört sich auch schon so an, als ob sie sich da wesentlich mehr mit einbringen können und auch wesentlich mehr Ja, auch näher mit dem Gast interagieren und ich denke gerade in einem Restaurant, also mein Bruder ist Koch, da weiß ich, man will ja auch dem Gast was Gutes tun und möchte ja auch das spüren und dann zurückbekommen. Also wie geht es besser als jetzt mit eurem Konzept sozusagen?

  21. Dominic Müller:

    Es ist aus der Mitarbeiterschaft heraus entwickelt worden. Wir nennen uns hier die Glücksritter. Es ist nicht von oben nach unten, sondern wir haben es gemeinschaftlich in mehreren Jour fix entwickelt, haben Testabende gemacht und so weiter. Und man kennt das auch aus der klassischen Gastronomie. Normalerweise geht dann der Küchenchef am Schluss durchs Restaurant und lässt sich feiern. Bei uns ist jeder mal dran. Das kann der Azubi aus der Küche sein, das kann der Postchef sein, das kann auch mal der Küchenchef sein. Aber die strahlen dann am Tisch und kriegen natürlich dieses Feedback aus dem, was sie eigentlich mitentwickelt haben. Und mehr Motivation kann man eigentlich nicht rausholen.

  22. Sebastian:

    Kann sein, da haben Sie es als Chef besonders einfach gemacht.

  23. Dominic Müller:

    Das macht Spaß, muss ich ehrlich sagen.

  24. Sebastian:

    Das glaube ich. Das Thema Nachhaltigkeit, Lokalität, Regional haben Sie jetzt schon in dem Zusammenhang angewiesen. Aber Nachhaltigkeit spielt auch bei euch in anderen Bereichen sozusagen eine wichtige Rolle. Das Thema Upcycling, dem sich Ihre Frau Ilka Müller angenommen hat. Vielleicht können Sie da ein paar Worte dazu verlieren, weil das fand ich auch sehr interessant. Du durftest jetzt auch heute Morgen schon beim Frühstück dann bewundern in Form der Deko sozusagen, dass Sie das einfach nochmal für unsere Hörer aufgreifen.

  25. Dominic Müller:

    Sehr, sehr gerne. Also das Thema Upcycling fängt ja bei uns eigentlich bei der Architektur schon an. Wir haben ein altes Gebäude gekauft und es erhalten. Wir haben es eben nicht abgerissen. Im Gegenteil, am Anfang haben wir alles nur im Bestand gemacht und haben einfach nur den Bestand optimiert. Wir haben dann ein Gebäudeteil dazu gebaut. Der ist neu, aber alles andere ist wirklich Upcycling. Und was wir eben versuchen, ist ganz viele Materialien aus der Natur zu verwenden. Also meine Frau, die muss sich schon mehrfach aus dem Wald ziehen mit ihrem Auto, weil sie stecken geblieben ist. Oder Rebstöcke, die hier regelmäßig ausgetauscht werden. Daraus macht sie Dekorationen. Und viele Dinge, die aus alten Fassgauben gemacht wurden zum Beispiel. Oder alte Schneidebretter, die einfach in eine Dekoration zum Beispiel wieder neu integriert werden. Und selbst auch die Stühle, zum Beispiel Makidan, ist ein hochmodernes Food-Konzept. Wir haben eben nicht die Stühle einfach weggeschmissen. Wir haben sie abgeschliffen und neu lackiert. Und das ist immer der erste Gedanke. Was kann erhalten werden? Wie können wir es erhalten? Was macht Sinn? Natürlich kommt da auch die Liebe grundsätzlich zur Ultramerei durch, gar keine Frage. Aber wir machen jetzt hier einen Hotelshop. Der wird im November eröffnen, wo alle Produkte eigentlich auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind. Und wir haben eine ganz tolle Gaccia, also eine Espressomaschine von 1967. Die habe ich bei einem Italiener body-off, nennt man das in der Oldtimerei, restaurieren lassen. Also jedes Gewinde, jede Lötstelle. Und eben nicht eine neue, meist aus Plastik gefertigte Kaffeemaschine dahingestellt, vollautomatisch, sondern eben diese alte Maschine. Das geht eigentlich durch alle Bereiche. Ich fahre am Montag in ein Ferienhaus, ein Mitarbeiterferienhaus haben wir im Vorarlberg und wir kaufen eben nicht irgendein neues Geschirr, sondern das alte Geschirr aus der Stube, was aber in so eine Hütte eben wunderbar hineinpasst, wird von hier dorthin transportiert und dann kommst du dort wieder zum Einsatz, bevor man es einfach wegschmeißt.

  26. Sebastian:

    Total schön zu sehen, dass Nachhaltigkeit dann auch so gelebt werden kann.

  27. Dominic Müller:

    Im Gegenteil, es macht total Spaß. Ich weiß nicht, ob Sie schon im ehemaligen Wilden Ritter waren, mit dieser Besteckleiste.

  28. Sebastian:

    Ja, waren wir schon.

  29. Dominic Müller:

    Das ist alles altes Besteck aus der Stube. Und wie ist es entstanden? Eine Zinke hatte sich verbogen in der Spülmaschine. Und dann habe ich aus Spaß am Schraubstock alles aufgerollt. Ja. Die eine Zinke. Und daraus ist diese Collage entstanden. Jede Gabel anders. Und so war das Werk fertig. Und es macht einfach natürlich Laune. Oder dieser Schrank, auf den wir schauen. Ein alter Korkschrank aus dem Chateauneuf-du-Pape. Und da wir die Provence lieben, haben wir dann diesen Schrank auch mitgebracht. Hat natürlich irgendwie wieder einen Brückenschlag zum Weinbau hier in Durbach. Und da wurden früher einfach die Korken aufbewahrt. Heute geht das alles maschinell. Um die Flaschen zu verkorken. Da haben wir uns natürlich gefreut, so ein Originalstück zu finden. Oder auch hier können Sie auch sehen, diese Kästen, wo die Korken jetzt hier dekoriert sind, das sind alte Ziegelkästen. Darin wurden die geformt und dann gebrannt.

  30. Sebastian:

    Schön. Also auch schön, dass Sie da sich selbst dann auch wieder auf die Art und Weise mit einbringen können und das auch dann wieder verbinden.

  31. Dominic Müller:

    Oder einfach schon hinter uns noch ein letztes Beispiel. Da dürfen die Gäste, das ist eine Bücherwand, unsere kleine Mini-Bibliothek, und es funktioniert wie ein Bücherbaum. Gäste kommen her, stellen ihr Buch in den Schrank rein und nehmen ein gebrauchtes wieder raus. Es muss nicht alles neu gekauft werden. Und das ist die Idee halt dahinter.

  32. Sebastian:

    Gerade bei Büchern, total toller Ansatz. Das kenne ich von Bücherreglern bei uns in der Stadt. Da steht so eine alte Telefonzelle, wo man sich Bücher rausnehmen kann und wieder reinstellen kann. In einem Hotel hatte ich das noch nicht gesehen, aber klar, warum nicht?

  33. Dominic Müller:

    Die Leute finden es super und auch sehr spannend. Wir sind ja mittlerweile auch nachhaltigkeitszertifiziert. Da legen wir sehr viel Wert drauf. Und da gehen wir wirklich in die Tiefe. Wir hatten es eben noch vom Akidan, von der Küche. Vielleicht noch zwei Worte dazu. Wir lassen hier 300 Meter entfernt unser Gemüse anbauen. Also wir können da zu Fuß hinlaufen. Wir haben einen Kräutergarten, den unsere Azubis pflegen. Das Wild kommt aus dem Staatsforst. Es gibt so viele Produkte, die aus der Region kommen. Unser Fisch ist eigentlich um die Ecke. Natürlich, ganz klar, das sagen wir aus voller Überzeugung. Das heißt nicht, dass wir es bis zum Gewürz durchziehen. Dann wird es schwierig. Aber wir versuchen es immer weiter zu entwickeln und den Kreis immer größer werden zu lassen, um dieser Regionalität nachzukommen.

  34. Sebastian:

    Ich denke, das ist ja auch nichts, was von heute auf morgen entstehen kann.

  35. Dominic Müller:

    Es ist nie abgeschlossen.

  36. Sebastian:

    Aber schön, dass es da auch so Einzug hält. Jetzt haben wir Nachhaltigkeit auch in einem anderen Bereich, wo wir jetzt eher herkommen, E-Mobilität, wo ja vielleicht auch ein Wandel bei Ihren Gästen festzustellen ist. Haben Sie das denn gemerkt in den letzten 14 Jahren, dass da ein Wandel stattfindet, auch die Ansprüche der Gäste? Das hat man jetzt Lademöglichkeiten als einfachstes Beispiel. Können Sie dazu ein paar Worte von Ihnen sagen?

  37. Dominic Müller:

    Also natürlich spürt man absolut, E-Mobilität ist ganz klar am Kommen. Die Anzahl von Hybridfahrzeugen ist gestiegen, die Anzahl von vollelektrischen Fahrzeugen ist gestiegen. Und die Gäste halten es fast schon für selbstverständlich, dass wir hier Autos laden können. Das heißt, wir haben erst einmal mit vier Ladepunkten begonnen und haben dann sogar noch erweitert und haben jetzt in Summe acht Ladepunkte, wo Autos geladen werden können. Und aufgrund von dieser Halbleiter-Problematik, eigentlich hätten wir dieses Jahr auch noch selber ein vollelektrisches Auto gehabt, nämlich den Taycan, Porsche Taycan. Wir haben ein Smart Cabrio vollelektrisch, wir haben ein Smart V4 elektrisch, das die Gäste erleben können, die E-Bikes natürlich und als ganz bewussten Kontrast die Oldtown.

  38. Sebastian:

    Genau. Oldtimer oder also erstmal um E-Mobilität abzuschließen, total schön zu sehen, dass ihr da auch mitwachst sozusagen. Ich denke, das ist auch ein Muss, damit ihr da attraktiv bleibt. Ich habe da aber keine andere Chance.

  39. Dominic Müller:

    Die Erwartung steht im Raum.

  40. Sebastian:

    Ich wollte gerade sagen, da muss man einfach den Weg mitgehen, aber ist ja auch gut. Wenn man das erfüllt und dann treffen ja auch wieder zwei Seiten zusammen. Und Sie haben ja vorhin schon gesagt, ihr habt mit Photovoltaik bei euch auch begonnen auf dem Hotel damals schon. Also man erkennt ja schon, dass ihr da vorher schon dran wart sozusagen weiterzudenken.

  41. Dominic Müller:

    Absolut. Also die Photovoltaikanlage spart pro Jahr 112 Tonnen CO2-Ausstoß ein. Und das ist schon eine Größe.

  42. Sebastian:

    Bisschen Ansage auf jeden Fall.

  43. Dominic Müller:

    Und dann kommt eben noch das ganze Thema Blockheizkraftwerk dazu, wo wir eben auch unseren eigenen Strom herstellen.

  44. Sebastian:

    Klar, schön zu sehen. Aber jetzt haben Sie auch noch den Gegensatz, Gegenpart dazu, Oldtimer. Da denkt man jetzt eher vielleicht sogar an Nachhaltigkeit, hat das nicht so sonderlich viel zu tun. Aber... Ist so ihr Metier, ihr Hobby sozusagen, wie ich jetzt mitbekommen habe im Vorhinein. Wie kriegt man die Verbindung hin? Also wie passt das zueinander?

  45. Dominic Müller:

    Also da bin ich ganz ehrlich, das passt für mich eigentlich ganz hervorragend. Das ist natürlich weit entfernt von E-Mobilität. Aber in meinen Augen gibt es kaum ein nachhaltigeres Fortbewegungsmittel, was übrigens auch wissenschaftlich erwiesen ist, als einen Oldtimer. Man darf sich dabei sicherlich nicht immer nur auf die Abgase konzentrieren. Ja. Nehmen wir einfach mal unseren Porsche 356. Der ist 60 Jahre alt. Der ist komplett in Deutschland gefertigt. Das ist alles andere als ein globales Produkt. Selbst die Rosseriebauwerkstatt Reuter, das Gebäude gibt es heute noch in Zuffenhausen, ist auf dem Porsche-Compound. War nur wenige Meter entfernt. Bosch war nur wenige Meter entfernt, was die Elektrik betrifft. Und an diesem Auto gibt es so gut wie kein Plastik. Wenige Klöpfe sind aus Bakalit und das war es. Natürlich die Gummireifen, keine Frage, aber um die kommen wir alle bisher nicht drum herum. Chromstoß, Stangen und so weiter. Und dieses Auto hat eigentlich seit 60 Jahren so gut wie keinen Müll produziert. Wenn ich es fahre, wird es nur wenige Kilometer bewegt und es hat einen Verbrauch von unter 8 Liter. Was natürlich fantastisch ist und trotzdem können Sie mit diesem Auto 180 kmh fahren, wenn es darauf ankommt. Und insofern sehe ich die Oldtimerei als durchaus nachhaltig und bisher sehe ich auch keinen Grund, warum dieses Auto, was bereits 60 Jahre alt ist, nicht noch die nächsten 40 Jahre überleben sollte. Und da kommt das ein oder andere moderne Auto durchaus an seine Grenzen. Wir haben uns aber etwas weiteres einfallen lassen, um das ein Stück weit einfach auch zu kompensieren. Weil am Ende des Tages werden immer noch fossile Brennstoffe verbrannt oder verbraucht. Und wir haben einen Lernwald initiiert mit dem Forst Baden-Württemberg und der Albert-Schweizer-Schule in Kehl. Und wir haben 50 Hektar Forst. Und die Kinder werden in einem Waldklassenzimmer befestigt. was aber mehr oder weniger mobil ist, weil die sich die ganze Zeit im Wald bewegen, wenn sie eben auf das Klima vorbereitet werden und die Natur näher gebracht wird. Denn das sind Kinder, die aus sehr, sehr schwierigen Verhältnissen kommen. Also da findet im Elternhaus, wenn es vorhanden ist, alles statt. Also Alkoholgewalt, sexuelle Gewalt, soziale Not. Und da hat natürlich das Thema Klima die Priorität 696 F unten. Und das halten wir eben auch für nachhaltig. Nicht einfach irgendwelche Bäume in Peru zu pflanzen, sondern mit diesen Kindern in den Wald zu gehen und denen auch diese Natur und die Notwendigkeit der Natur zu vermitteln. Und natürlich findet das auch sehr viel spielerisch statt. Also zum Beispiel aus Wildkräutern werden Limonaden und Essenzen angesetzt. Die müssen aber auch Bäume pflanzen. Die müssen Biotope, die vielleicht verwildert sind, wiederherstellen. Und da merkt man, das macht denen wahnsinnig viel Spaß. Oder wenn die mal ihren ersten Baum gefällt haben. Natürlich alles unter Anleitung und so weiter. Und deswegen auch, wir machen auch zwei Rallys. Die eine ist eine komplette Charity-Rally und die andere ist eine Winter-Rally mit Oldtimern. Und durchaus auch ausgelöst durch die Frage eines Journalisten, wie wir das denn legitimieren, haben wir gesagt, eigentlich hat er recht. Wir fahren hier aus Spaß durch die Gegend. Ja. Da ist gar nichts dran schön zu reden, das ist so. Und das ist vielleicht auch ein Stück weit, kann man kritisieren, aber es macht ja auch Vergnügen. Und dann haben wir uns eben dazu Gedanken gemacht, wie können wir diesen Ansatz, diese Frage, ich habe mich darüber überhaupt nicht geärgert, sondern ich fand es eigentlich eine saugute Frage, wie können wir es kompensieren? Und da kam die Idee mit diesem Lärmwald auf. Und das ist gerade mal ein paar Meter von hier entfernt. Und das Schöne ist, die Rallye fährt immer durch diesen Wald. Immer. Damit auch die Teilnehmer genauso dafür sensibilisiert werden. Und die finden es großartig. Es macht viel Spaß und ich darf verkünden, dass diese Albert-Schweitzer-Schule, mit der wir das machen, genau für dieses Projekt dieses Jahr den Marketingpreis gewinnt und als eben soziales Projekt, worüber ich mich tierisch freue.

  46. Sebastian:

    Wunderbar. Also total... dass es dann so zusammengebracht wird und dass es durch so eine einfache Frage dann zu dem Anstoß kommt.

  47. Dominic Müller:

    Absolut. Also fand ich super. War eine junge Journalistin, der man eben auch diese Nachhaltigkeit von Oldtimern durchaus erklären konnte. Aber beim Verbrauch bin ich ins Grübeln gekommen. Und am Tag danach unter der Dusche ist mir die Idee dazu gekommen.

  48. Sebastian:

    Hat sich gelohnt. Also vielen Dank für diese Einblicke. War sehr interessant, Herr Müller. Sehr, sehr gerne. Einfach so einen groben Überblick zu bekommen und dann teilweise ins Detail reingetaucht. Und ich würde unseren Hörerinnen einfach empfehlen, die sollen selbst vorbeischauen, Kontakt aufnehmen und einfach mal schauen, wie das Hotel Retail Dober ist.

  49. Dominic Müller:

    Immer herzlich willkommen, auf jeden Fall. Denke ich. Vielen Dank. Alles klar, ich danke Ihnen.