Warum High Power Charging mehr als Hardware braucht

In der aktuellen Podcast-Folge habe ich mit Julian Dürk gesprochen, der bei Zunder für Business Development und Key-Account-Management in der D-A-CH-Region verantwortlich ist. Das spanische Unternehmen, das bis 2022 unter dem Namen Easy Charger bekannt war, hat sich vom reinen Ladeinfrastrukturbetreiber zu einem Technologieunternehmen entwickelt. Seit der Gründung 2017 verfolgt Zunder das Ziel, das Leben von E-Auto-Fahrer:innen einfacher zu machen – und das mit einem klaren Fokus auf High Power Charging.

Julian erklärt, dass Zunder in Spanien inzwischen zu den wichtigsten unabhängigen Anbietern gehört: „Wir sind mittlerweile mit 185 HPC-Hubs in Spanien aktiv, dazu kommen 16 in Frankreich. Weitere Standorte in Portugal und Belgien sind geplant.“ Dabei hebt er hervor, dass Zunder anders als viele Wettbewerber nicht an große Energieversorger gebunden ist. Diese Unabhängigkeit ermöglicht es dem Unternehmen, flexibel zu agieren und innovative Lösungen schneller umzusetzen.

Besonders spannend ist der doppelte Ansatz des Unternehmens: Neben dem Aufbau und Betrieb eigener Schnellladestationen entwickelt Zunder auch die gesamte Software selbst – vom Backend bis hin zur White-Label-App für Flottenkunden. „Wir verstehen uns nicht nur als CPO (Charge Point Operator), sondern auch als Technologieunternehmen. Unser Ziel ist es, ein zuverlässiges und einfaches Ladeerlebnis zu schaffen – für Privatnutzer ebenso wie für Logistikflotten,“ so Julian.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist die vertikale Integration. Zunder deckt Planung, Betrieb, Monitoring und Kundenservice intern ab. Das sorgt für kurze Wege und schnelle Reaktionen, wenn etwas nicht funktioniert. „Unsere Kommunikationswege sind kurz, und wir kümmern uns persönlich um jeden Kunden. Das ist einer unserer größten Vorteile“.

Neben dem Energieverkauf gewinnt auch die Software-Sparte zunehmend an Bedeutung. Mehrere Anbieter aus der Branche setzen bereits auf Zunders Lösungen. Der Fokus bleibt jedoch klar: „Unsere Investoren planen weiterhin mit Energieverkauf über eigene Stationen. Das Softwaregeschäft ergänzt unser Kerngeschäft – es ersetzt es nicht.“ Für die D-A-CH-Region verfolgt Julian einen klaren Auftrag: die Marke bekannt machen und erste Partner gewinnen. „In Deutschland, Österreich und der Schweiz kennt uns bislang kaum jemand. Das möchte ich ändern. Wenn jemand an Zunder denkt, soll er sofort an zuverlässiges Laden und gute User Experience denken.“ Denn dort soll es vor allem um die Software und weniger darum gehen, dass Zunder als nächster CPO an den Markt geht.

Nun aber genug der Vorworte – lasst uns direkt ins Gespräch einsteigen.

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einem neuen Folge des Elektroauto News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder mit am Start bist. Am Start auf der anderen Seite des Mikrofons ist Julian Dürk, seines Zeichens Business Development im Key Account Manager DACH für Zunder. Zunder ist in Spanien als CPO schon gesetzt im Bereich der HPC-Ladeinfrastruktur, hat aber auch seinen eigenen Software-Stack, den man unter anderem Marktbegleitern anbietet. Künftig wohl auch in DACH, also Deutschland, Österreich und der Schweiz. Genau dafür ist Julian zuständig. Wir haben uns ein wenig ausgetauscht über die Basis, wo man herkommt, Stichwort Ladestationbetreiber, hin zu der Thematik Software und wie man damit einen Unterschied am Markt macht oder auch machen möchte, dann im Hinblick auf Deutschland. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Julian. Viel Spaß damit. Servus Julian, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Sanda austauschen, den CPO, der aus Spanien auch langsam hier in die Dachregion rüberkommt. Da wirst du sicherlich gleich noch ein paar Worte mehr dazu verlieren, stell dich aber gerne auch unseren ZuhörerInnen mal vor.

  3. Julian Dürk:

    Vielen Dank, Sebastian. Ich freue mich, dass ich heute hier sein darf. Also ich, Julian Dürk, bin seit 2018 in der E-Mobilität tätig, ursprünglich eben auch bei der LCS Digital Charging Solutions und jetzt mittlerweile bei Zunder in Spanien tätig. Zunder Wir sind oder wir verstehen uns als HPC-CPO, aber eben auch als Technologieunternehmen. Das heißt, unser Unternehmen wurde 2017 in Palencia, das heißt nördlich von Madrid, gegründet mit der Mission, das Leben von EV-Fahrern grob gesagt zu erleichtern, von Daniel Perez. Und eben damals noch unter dem Namen Easy Charger, das heißt möglicherweise auch der ein oder der ein Hörerin oder Hörer bekannt unter dem alten Namen noch. Und dann eben 2022 im Rahmen eines Rebranding und Stationszubau, zunehmend Stationszubau zu Zunder umbenannt wurde. Zunder, angelehnt vielleicht, was von vornherein richtig ausgesprochen ist, lehnt sich an das englische Wort Zunder tatsächlich an, daher auch der Blitz in unserem Logo, ist aber auch in Spanien nicht immer glasklar, also Sunder oder Zunder ist durchaus eben auch geläufig und eine Frage, die ich regelmäßig bekomme.

  4. Sebastian:

    die du ja auch von mir im Vorgespräch bekommen hast. Jetzt hast du ja eben gesagt, in Spanien seid ihr als CPO dann für HPC-Lader auch schon gesetzt. Kannst du das für unsere, ja für die anderen, die zuhören, zuschauen vielleicht auch hier, dass man ein Stück weit einordnet, was für eine Rolle ihr dort im spanischen Markt, in eurem Heimatmarkt spielt?

  5. Julian Dürk:

    Ja, absolut. Also ich denke, dass die E-Mobilität oder überhaupt das öffentliche Laden es häufig eben von großen Spielern, großen EVUs, Energieversorgungsunternehmen durchaus ja beeinflusst, sagt man, maßgebend beeinflusst. In Spanien sind wir einer der Spieler oder der große Spieler, die eben unabhängig von diesen Energieversorgungsunternehmen ist. Wir kennen das in Deutschland, da gibt es die Stadtwerke, gibt es die großen CPOs aus dem Energiebereich und dann gibt es eben die neuen Spieler, die quasi in den Markt dringen. Da sind wir eben im Bereich High-Power-Charging unabhängig unterwegs. Wir sind mittlerweile mit 185 Stationen in Spanien. Also Stationen heißt Hubs, HPC Hubs. Live in Frankreich sind es derzeit an der Zahl, meine ich, 16 Stationen. Es ändert sich stetig, ja, wir wachsen und haben Ausbaupläne eben über Frankreich und Spanien hinaus in Portugal und Belgien mit eigener Infrastruktur. Das ist Stand heute erstmal der Plan. Genau, ja.

  6. Sebastian:

    Und der spanische Markt, du kennst ja natürlich auch Europa oder vor allem die Dachregion dann auch dementsprechend mit ihrem Ladeangebot. Ist das auch so stark umkämpft oder konzentriert es sich dann dort eher auf einige wenige größere Player?

  7. Julian Dürk:

    Tatsächlich kann man sagen, dass die Player zunehmend sage ich, aus dem Boden sprießen. Die Anfänger des Unternehmens, also auch von Sundat, war eigentlich ursprünglich mal, Ladepunkte auf einer Karte zu sammeln, also im Sinne von einem MSP, Mobility Service Provider, und zur Verfügung zu stellen. Als man dann 2017 mal festgestellt hat, hey, eigentlich gibt es noch zu wenige Ladepunkte, hat man sich eben dafür entschieden, hey, wir können eigentlich auch Ladeinfrastruktur selbst aufbauen und hat sich zum CPO entwickelt. Heißt also, ja, es gibt zunehmend kleine Spieler auch in Spanien, aber tatsächlich gibt es die großen Energieversorger, die großen, sag ich mal, Tankstellenbetreiber oder die großen Mineralölkonzerne, die eben auch eine Rolle spielen. Und zunehmend kleinere, neben Destination Charger, eben dann auch kleinere Spieler im öffentlichen Laden.

  8. Sebastian:

    Ihr habt ja aber die Besonderheit, die hast du mir ja im Vorgespräch eben auch schon erwähnt, Da ist auch schon das Stichwort Allegro als Marktbegleiter oder ehemaliger Marktbegleiter gefallen, dass ihr nicht nur die Hardware sozusagen mit an den Start bringt und die Ladeinfrastruktur betreibt, sondern ihr macht auch die Softwareseite tief drin, Backend, um eben dann eben auch zum einen das wahrscheinlich entsprechend flexibel steuern zu können für euch euren Bedürfnissen nach. Aber um dann eben auch wahrscheinlich das beste Erlebnis für eure Fahrer, Fahrerinnen, die dann eben vor Ort sind, bieten zu können.

  9. Julian Dürk:

    Absolut. Ist absolut in unserem Interesse. Wir möchten gezielt nicht nur als oder möchten mehr als ein CPO sein oder mehr als ein CPO wahrgenommen werden. Heißt, wir verstehen uns explizit als Technologieunternehmen und entwickeln das Management-System, unser CPMS, Chargepoint Management System, sowie eben auch unseren MSP. Das heißt, das ist die User-Plattform, um Kunden zu verwalten, aber auch eben um größere Flotten verwalten zu können, sowie eine MSP-App, die wir als White-Label-Angebot eben auch an Kunden anbieten können. All das entwickeln wir selbst zum einen, um unsere eigenen Stationen zu verwalten. Heißt, wir haben maximales Interesse daran, dass die Ladeinfrastruktur zur Verfügung steht, dass sie zuverlässig ist, dass die Abrechnung funktioniert und haben eben dann über unseren MSP die Möglichkeit, den Kunden zu steuern und Zugang zu Ladestationen. zur Verfügung zu stellen. Ich denke, das Modell ist durchaus bekannt. Wir zeichnen uns dadurch aus, dass eben unsere Station nicht nur für PKW, also für öffentliches Laden im PKW-Bereich interessant ist, sondern durchaus eben auch für Logistikflotten. Also es gibt durchaus eben auch Unternehmen, mit denen wir kooperieren im Bereich Logistik, die an unseren Stationen flotten Laden Zugang zu vergünstigte Konditionen bei uns an unseren Stationen erreichen und wir somit eine größere Kundengruppe an Elektrofahrzeugfahrern bei uns im Portfolio erreichen und haben.

  10. Sebastian:

    Du hast ja gesagt, euer Fokus oder ein Teil des Fokus liegt künftig auch darauf hin, außerhalb von Spanien zu wachsen. Frankreich habt ihr am Beginn gemacht, jetzt geht es eben Portugal, Belgien, was du ja auch erwähnt hattest, schon hin. Warum gefühlt so früh der Schritt nach außen? Ich meine, 116 Habs ist ja eine Ansage durchaus. Aber wäre da nicht noch mehr Wachstum erstmal innerhalb von Spanien möglich oder seid ihr gezwungen sozusagen, weil jetzt auch innerhalb von Spanien immer mehr Player dort Fuß fassen wollen, euch andere Märkte entsprechend zu sichern?

  11. Julian Dürk:

    Tatsächlich ist unser Fokus nach wie vor, verstehe ich eben zumindest mit dem Ladeinfrastrukturausbau, ist in Spanien und eben auch in Frankreich. Ich würde sagen, es ist weniger ein Müssen als ein Oder auch eine gesunde Entwicklung zu sagen, wir holen uns Feedback, wir lernen eben auch in anderen Märkten, um unsere Lösung zu verbessern, um Dinge, die wir in Spanien entwickelt haben, auch mit anderen Marktteilnehmern teilen zu können. Heißt also, wir haben sehr gute Erfahrungen, wir haben in Spanien und in Frankreich gemacht, sodass auch durchaus, kann man sagen, Wettbewerber auf uns zugekommen sind und gesagt haben, wir würden gerne eure Software nutzen an unseren Stationen. Und das hat dazu geführt, dass wir letztendlich aus unserem Kerngeschäft, dem CPO-Geschäft, wo wir maßgebend vom Energieverkauf leben, dass wir gesagt haben, okay, wir können unsere Software, die wir ohnehin entwickeln, eben auch anderen anbieten. Und ich denke, wieder ein Teil der Elektromobilität ist, dieser Bereich der Cooperation. In manchen Bereichen kooperiert man, in anderen gibt es dann eben einen Wettbewerb, sodass wir aber bislang sehr gut damit gefahren sind, zu sagen, unsere Software ist ein Bereich, den wir gerne anbieten können. und der auch von Spielern im Markt gut angenommen wird. Das heißt also, wir haben ein organisches Wachstum über Frankreich in die Schweiz, also die französischsprachige Schweiz, wo wir erste Projekte generiert haben. Und so kam quasi die Entwicklung, die organische Entwicklung über die Schweiz in die Region Dach, wo wir aktuell eben Gespräche führen, erste Interessenten haben, die Plattform zu nutzen und eben auf diese Art und Weise einen Markteintritt zu gestalten.

  12. Sebastian:

    Was macht eure Software jetzt so viel besser als die der Marktbegleiter, damit da auch, ich sag mal, andere in diese Co-Petition reintreten und sagen, okay, wir wollen jetzt eigentlich von einem direkt Marktbegleiter von uns, der uns ja im Bereich Energieverkauf das Feld streitig machen könnte, wollen wir trotzdem deren Software einsetzen? Das ist ja auch immer so ein zweischneidiges Schwert, da sozusagen in einer gewissen Abhängigkeit auch voneinander zu gehen.

  13. Julian Dürk:

    Ja, absolut. Absolut gerechtfertigte Frage und auch die Frage, die wir häufig bekommen. Was macht euch jetzt aus? Ich würde sagen, letztendlich sind wir, unser Tech-Deck wäre anmaßend zu sagen, dass wir jetzt das beste Tech-Deck oder das bessere Tech-Deck als alle anderen Wettbewerber im Markt haben. Ich würde sagen, wir haben eine andere Historie, einen anderen Ansatz. Heißt also, wir entwickeln die Software, die wir in unseren eigenen Stationen verwenden und sind damit auch der der größte Nutznießer, kann man sagen, aber auch der Leidtragende im Falle eines Ausfalls. Das heißt, wir haben das größte Interesse daran, die Ladeinfrastruktur zuverlässig zu betreiben. Heißt, wir sind vertikal sehr stark integriert. haben eben Erfahrungen innerhalb unseres Unternehmens in der Planung von Ladeinfrastruktur im Betrieb, im Monitoring. Das heißt, wir bieten unsere Fernwartung intern an, haben dann aber eben auch unsere Partnerbetriebe, Installateurbetriebe für Vor-Ort-Wartung oder Vor-Ort-Incidents vor Ort und haben darüber hinaus unseren eigenen Inhouse-Kundenservice, der sehr, sage ich mal, über kurze Wege, ins Unternehmen eindringen kann und sollte irgendwie tatsächlich ein Outage oder ein Problem vorliegen, werden Dinge eben sehr zügig und auf kurzem Wege gelöst. Das heißt, wir haben 120 Mitarbeiter etwa Kommunikationswege sind relativ groß, sind relativ gering, Entschuldigung, die Unternehmensgröße begünstigt quasi unsere Operations, kann man sagen. Und wir zeichnen uns dadurch aus, dass wir eben über diese vertikal integrierte Wertschöpfungskette an Erfahrung verfügen und darüber hinaus dann eben, sage ich mal, einen sehr persönlichen Umgang mit dem Kunden haben. einen sehr kooperativen Umgang mit dem Kunden haben. Heißt also, das bezieht sich innerhalb des Unternehmens unter uns, der sehr persönlichen Umgang, aber eben dann auch mit dem Kunden-Care-Account-Management. wird bei uns jeder betreut, nicht über die Bande an verschiedene Kollegen weitergegeben, sondern erhält eben bis zum Go-Live und dem Abschluss der Implementierung, aber eben auch in den Operations eine Betreuung, die natürlich im Idealfall nicht nötig ist, aber wenn es eben brennt oder wenn es Probleme gibt, eben Dinge auf kurzem Dienstweg gelöst werden können. Und darüber hinaus oder das Ganze eben zu, würde ich sagen, zu kompetitiven Bedingungen.

  14. Sebastian:

    Wenn wir jetzt dann eben drin sind, du hast eben gesagt, dass es vertikal integriert, ihr bringt eigentlich euer Wissen mit ein, was ihr gelernt habt, was ihr in euren Abläufen habt, durch eigene Erfahrungen lernen durftet, mit rein, Marktbegleiter profitieren davon. Profitiert ihr aber auch von direkten Rückmeldungen aus deren Unternehmen, weil die haben ja eventuell auch andere Abläufe bei sich in ihren Systemen, die eventuell nicht komplett deckungsgleich sind mit eurer Software, weil die ist ja eher nach euch gestrickt, ihr legt die dort an. Gibt es da Rückmeldungsschleifen? Könnt ihr davon auch profitieren? Bringt ihr das dann wieder mit ein? Wenn ihr jetzt mit Player A dort zusammenarbeitet, dass auch Player B auf lange Sicht davon profitieren kann, wie ist das aufgestellt?

  15. Julian Dürk:

    Also erstmal, ich glaube, Datenschutz ist natürlich generell immer die Frage. Datenschutz ist, wir sind ISO-zertifiziert, heißt, es werden keine Daten unter den Wettbewerbern oder unter den verschiedenen Kunden ausgetauscht. Das ist klar. Unsere Prämisse ist aber stets, dass unsere Kunden von unseren Fehlern, die wir an unseren Stationen gemacht haben, erlernen können und profitieren. Und wir aber natürlich auch, sei es darum, um Charger-Defaults oder Charger-Fehler im Netzwerk eines Kunden zu erkennen oder Fehlverhalten auch auf andere Charger übertragen zu können. Das heißt, wenn Fehler wiederkehrend sind, dann in der Fehlerbehebung, im Monitoring, in der Migration, wo es durchaus Nuancen, Unterschiede gibt, dass wir das sowohl eben beim Migrieren, beim Commissioning, als auch eben in den Operations durchaus auf andere Kunden übertragen können. Also ich denke, es gibt durchaus Economies of Scale an der Stelle. Das heißt, je größer unser Netzwerk, je größer unser Kundendamm, desto besser ist der Service, den wir jedem Einzelnen auch anbieten können.

  16. Sebastian:

    Wenn man das jetzt so hört, hat ja dieser Software-Part dann doch schon eine größere Bedeutung für euch auch. Wird euer Kernfokus vom Ladegeschäft, Energieverkauf auf mittel- bis langfristige Sicht dann auch eher Richtung Software schwenken? Weil das ist ja auch wahrscheinlich aus Margensicht betrachtet der spannendere Part dann sozusagen. Gerade wenn du sagst, ihr schaut jetzt auch schon Richtung Dachregion, Software dort anzubieten. Du hast ja nicht diesen ganzen Hardware-Overhead-Kosten, die du mit rumschleppen musst. Also ist da ein Shift auch zu erwarten eventuell?

  17. Julian Dürk:

    Spannende Frage. Die ist natürlich, die Frage ist nicht bis in alle Endlichkeit beantwortbar. Ich kann sagen, dass kurzfristig, das heißt unsere Finanzierungsstrukturen, ein Switch zu einem puren SaaS-Provider, das in keinem Fall vorsieht, das heißt, Unsere Investoren rechnen und planen damit, dass wir Energie verkaufen, Energie über unsere eigenen Stationen in den gesetzten Ländern. Das heißt auch, das ist eine klare Message an den Markt. Wir haben nicht vor, in kürzester Zeit oder solange wie eben jetzt mein Planungshorizont reicht, in der DACH-Region in eigene Stationen zu investieren. Das heißt also, in dem Bereich werden wir oder sind wir auch kein Wettbewerber. Das ist natürlich, wie du sagst, der Markt oder das CPO-Geschäft ist ein sehr CAPEX-intensives Geschäft, aber da sind wir entsprechend, also wir sind mit dieser Prämisse in den Markt gegangen und Da erwarte ich in den nächsten Jahren jetzt keinen 180-Grad-Schwenk hin zur Software, sondern es ist eher, dass wir bislang mit dem Modell, CPO und eben gleichzeitig Softwaregeschäft sehr gut gefahren sind, weil wir festgestellt haben, dass wir auf beiden Seiten eben davon profitieren können. So ist eben auch, wie gesagt, der Eintritt in die DACH-Region einmal möglich. so gedacht, dass wir gerne Erfahrungen, die wir gemacht haben in Spanien, in die DACH-Region tragen möchten, aber eben auch andersrum, im Sinne von Eichrecht zum Beispiel, Deutschland, ein Thema für die einen, vielleicht ein leidiges Thema, aber insgesamt eben auch, denke ich, ein Thema und eine Frage der Reife, ein Reifegrad, der erreicht ist, dass wir diese Themen eben auch in andere Märkte bringen können.

  18. Sebastian:

    Definitiv. Und es ist ja auch immer gut, wenn man voneinander oder miteinander lernen kann, so wie du es ausgeführt hast. Wenn wir jetzt mal auf Deutschland, Dachregion blicken, würde mich natürlich interessieren, musst ja auch keine Namen nennen, das wirst du wahrscheinlich auch nicht, aber wer wäre denn so der typische Kunde für euer Softwareangebot? Also kannst du das ein Stück weit einordnen, dass wir das ein bisschen greifbarer noch bekommen?

  19. Julian Dürk:

    Prinzipiell möchte ich keinen Kunden von vornherein ausschließen. Ich kann dir sagen, welche Kundenart, die wir in Spanien oder in Frankreich bereits haben, die reichen von Stadtwerken über Flughäfen, öffentliche Verwaltung. Das ist ein Blumenstrauß an Kunden. Ich würde sagen, im mittleren Bereich teilweise auch durchaus größere Kunden, wenn es darum geht, Tankstellenbetreiber bzw. Petrol in der Mineralölindustrie haben wir durchaus eben auch Kunden, die deutlich größer sind. Wir kommen aus Palencia, einer kleinen Stadt in Spanien. Das heißt, unser Mindset ist durchaus ein bescheidenes, dass wir sagen, wir sind uns über die Konkurrenz, bewusst. Ich glaube, das ist Teil eben auch unserer Kultur an der Stelle, dass wir bescheiden in den Markt treten. Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir bewiesen haben, in der Vergangenheit Produkt zu haben, das funktioniert und auch skalierfähig ist und möchten natürlich zunehmend größere Kunden bei uns auf die Plattform bekommen. Aber ich sage mal, kein Kunde ist zu klein für uns. Das heißt, wir sind durchaus eben auch für kleinere Kunden. Supermärkten, also es müssen keine riesen Ketten von Supermärkten sein, sondern können durchaus eben auch kleinere Supermärkte oder Convenience Stores, Restaurantbetriebe, also im Retail-Bereich DPOs sein, aber Flughäfen zum Beispiel hat sich für uns eben auch als ein Segment herausgestellt, dass das zu uns passt, wo wir durchaus eben Umschlag haben und ein Maß an Chargern für den Markteintritt, das angemessen erscheint.

  20. Sebastian:

    Jetzt hast du hier aber die Aufgabe, das Ganze auch in der DACH-Region voranzutreiben. Wir müssen jetzt gar nicht so extrem weit in die Zukunft blicken. Was hast du denn für 2026 vorgenommen? Was wurde dir denn mit als Aufgabe auf den Weg gegeben für den Markt, der uns ja auch hier vor allem interessiert?

  21. Julian Dürk:

    Sunder ist, und deshalb freue ich mich überhaupt auch hier sein zu dürfen, ist erstmal in Deutschland und Österreich und der Schweiz nur geringfügig bekannt, würde ich meinen. Also in der Regel kann niemand so richtig was mit dem Namen anfangen. In der Elektromobilität, also bei Spezialisten, die schon mal im Urlaub in Spanien oder Frankreich unterwegs waren, schon eher. Das heißt also, es geht darum erstmal... die Marke Zunder in den Markt zu tragen. Und dann eben, also in der Regel sind Kunden von uns, die haben bei uns geladen, finden, die sind mit der Customer Journey, mit der UX sehr zufrieden, die sagen, hey, sowas hätten wir eben auch gerne. Das heißt, mein Ziel für das nächste Jahr ist natürlich, die Marke bekannt zu machen, ein Bewusstsein zu schaffen im Markt, dass wenn der Name Zunder fällt, einmal HPC, CPO in Spanien, in Frankreich, in Portugal und Belgien, ist mir ein Begriff. Und eben aber auch die Verknüpfung zu die Software. Also wenn immer ich an der Ladestation war, hatte ich ein zuverlässiges Ladeerlebnis. Ich hatte eine einfache User-Journey. Und bin eben zufrieden mit meinem Ladeerlebnis dort gewesen. Das heißt also, dieses Erlebnis und diese Verknüpfung in den deutschen Markt zu bringen oder in den deutschsprachigen Markt, Österreich und die Schweiz sollen auf keinen Fall zu kurz kommen. Das ist mein Ziel mit natürlich mit entsprechender Kundenausbreitung.

  22. Sebastian:

    Vielen Dank. Ich denke, einen Teil haben wir heute schon dazu beigetragen, dass zumindest der eine oder die andere davon gehört hat. Danke für die Einblicke hinter die Kulissen, Julian. Wir werden es beobachten und werden uns dazu sicherlich in der Zukunft auch nochmal austauschen.

  23. Julian Dürk:

    Vielen Dank. Danke, dass ich heute hier sein durfte.

  24. Sebastian:

    Den nächsten CPO sehen wir mit Zander also hier nicht in Deutschland oder in der DACH-Region auf uns zukommen, aber zumindest einen ernstzunehmenden Anbieter im Bereich der Software, die hinter so einem CPO stehen kann oder steht. Für mich war es auf jeden Fall ein sehr bereicherndes Gespräch mit Julian, auch der Austausch danach dann noch hinter den Kulissen. Also wir dürfen hier einiges erwarten. Und ich bin mir sicher, es wird auch eine zweite Folge zu dem Thema geben, um euch abzuholen, um zu sehen, wie man eben das Wissen, was man sich in Spanien und Frankreich mittlerweile erarbeitet hat, auch in die DACH-Region übertragen kann. Dir vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Woche. Ciao.