Lithium-Ionen-Akkus & Festkörperbatterien - akt. Entwicklungen

Lithium-Ionen-Akkus und deren Weiterentwicklung, in Form der Festkörperbatterie, spielen eine entscheidende Rolle für die Zukunft der E-Mobilität. Nicht nur hinsichtlich der Reichweite einzelner Elektroautos, sondern auch vor allem hinsichtlich der Auswirkung auf die aktuellen Lieferzeiten.

Der Audi e-tron beispielsweise kommt mit erheblicher Verzögerung auf die Straße, der e-tron Sportback gar ein Jahr später. Bei KIA stehen Lieferzeiten von neun bis zwölf Monaten im Raum und auch Jaguar gibt zu verstehen, der limitierende Faktor sind die Batterien.

Was tun? Tesla macht's vor und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Recycling und schaut, dass die Akkus, welche auf die Straße kommen, so lange halten wie möglich.

Und ansonsten wird eben geforscht. Bei BMW, Daimler und Ford diese Woche ganz intensiv, wie du hier erfahren wirst.

All dies erfährst du in der aktuellen Folge unseres Podcasts. Einschalten und zuhören.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche eingeschalten hast. Osterwochenende. Ostersonntag, um genau zu sein. Und trotzdem gibt es eine neue Folge des ElektroautoNews.net Podcasts. Wieso auch nicht? Die Folge ist relativ spontan am Freitagabend aufgenommen worden. Eigentlich war geplant, dass ich doch eine Woche Pause nehme. Oder ein Wochenende Pause nehme. Kann man mal machen an Ostern. Und dann dachte ich mir... Ja, ein, zwei Sachen gibt es dann doch, wo man drüber sprechen könnte. Und so steht die heutige Podcast-Folge, ganz im Zeichen von Akkus und Batterien. Hat man vielleicht auch ein bisschen auf dem Blog die Woche mitbekommen, dass es eben unterschiedlichste Automobilhersteller geprägt und bestimmt hat, die News in dieser Woche. Und da wollte ich einfach mal so einen Querschnitt quasi durch die Themen machen, das mal aufgreifen, aktuellen Stand wiedergeben und so vielleicht auch zeigen, wo es denn hingeht. Liegt auch oder hängt... ganz nah mit der Podcast-Folge von letzter Woche über Kia mit Lieferzeiten des e-Soul und des e-Niro zusammen, die ja auch Probleme haben, weil keine Batterien nachkommen, um die Fahrzeuge dann eben auch auf die Straße zu bringen. Und die Probleme hat halt eben nicht nur Kia, wie man sieht, sondern auch Audi unter anderem. Da wurde jetzt bekannt, dass die Audi e-tron-Produktion um einiges zurückgefahren wird. Und zwar sind wir mittlerweile von von knapp 8 Stunden am Tag, die eben gefertigt wurden, auf 6 Stunden runter. Und hinsichtlich der Arbeitstage muss man wohl künftig von 5 auf 4 Arbeitstage gehen, in denen der e-tron gefertigt wird. Einfach, weil die Batterien nicht nachkommen. Des Weiteren ist es wohl so, dass LG Gem, einer der Batterielieferanten, das Audi e-tron die Situation und die Verknappung am Markt auch noch ausnutzt. um die Preise nach oben zu treiben. Was das Ganze natürlich nicht einfacher macht, um den e-tron da rechtzeitig oder zeitnah auf die Straße zu bringen. Ist insofern ärgerlich, dass eben schon über 20.000 Kunden den e-tron reserviert haben sollen. Und ja, für die heißt es jetzt ein bisschen länger warten. Aktuell stehen sechs Monate Lieferzeiten im Raum für das e-Auto. Das Ganze wirkt sich aber auch auf den e-tron Sportback aus, der eigentlich noch Ende des Jahres auf den Markt kommen sollte, oder auf die Straße besser gesagt. Und ja, so wie es jetzt intern Quellen von Audi bekannt gegeben haben, oder Insider besser gesagt, wird es wohl da auch 2020 werden, bis der auf die Straße kommt. Liegt eben daran, dass der e-tron Sportback auf der gleichen Plattform auf den Batterien und Motor wie der e-tron aufbaut. Und klar ist, wenn der e-tron keine Batterien bekommt, kriegt die auch der e-tron Sportback nicht. Und ja, da wird man da nicht noch zusätzliche Verknappungen bei der Auslieferung des e-tron mit reinbringen, indem man dann eben noch ein zweites Fahrzeug parallel produziert. Wird man eben sehen müssen, wie sich da auch die ganze Situation jetzt entwickelt und wie da eben auch ein bisschen Ruhe reingebracht wird und vor allem künftige Batterielieferungen sichergestellt wird. Ja, auch bei Jaguar Land Rover ist die Batterie ein Thema. Und zwar ist da eben auch, oder fiel da die Aussage von Ralf Späth, dem Vorstandschef von Jaguar Land Rover, dass man eben nicht die Frage sich stellt, wie man die Autos produzieren oder wie viele Autos man produzieren kann, sondern wie viele Batterien man einkaufen kann. Denn die Nachfrage am Markt nach Batterien ist derartig groß, dass für die nächsten Jahre die Lieferfähigkeit schlicht limitiert sein wird. Da scheint man sich ganz sicher zu sein, wenn es Ralf Späth dann schon als Vorstandschef sozusagen bekannt gibt und lässt dann natürlich auch erkennen, dass es womöglich bei künftigen ER-Autos oder auch jetzt vor allem beim I-Pace von Jaguar zu Lieferschwierigkeiten kommen wird, weil die natürlich auch damit zu kämpfen haben, Batterien am Markt nachzubekommen. Also was tun? Ein guter Rad ist teuer und da wird man einfach mal abwarten müssen, wie sich das Ganze entwickelt. Auch ein bisschen mit Batterie zu tun, ein wenig weiter hergeholt, ist die aktuelle Situation bei NIO. Das ist ein chinesisches Startup, die mittlerweile zwei SUV auf dem Markt haben, den NIO ES8. Das Dickschiff mit reißlich Platz für sieben Personen, so wie wir es mal genannt hatten bei uns im Portal. Link dazu gibt es in den Shownotes und den kleinen Bruder, den NIO ES6. Im Rahmen der Automobilwoche in Shanghai hat man den ET Preview vorgestellt. Eine Art vollelektrische Limousine, die rein optisch schon mal einiges hermacht, muss man sagen. Steht aber noch nicht im Raum, wann oder wie der auf die Straße kommt. Aber bei NIO, um jetzt wieder einen Bezug zu den Batterien herzubekommen, ist eben die Besonderheit, dass man da unterschiedliche Ansätze verfolgt. Zum einen gibt es eben die Schnellladestation. Da können die NIO-Fahrzeuge einfach rein, können ihre Batterien tauschen, was innerhalb von fünf Minuten gehen soll, und können dann einfach weiterfahren. Was mal richtig innovativ ist und natürlich den ganzen Lade- Vorgang sozusagen beschleunigt. Und dann gibt es eben auch noch die Sache, NIO hat einen sogenannten One-Click-for-Power-Service eingeführt gehabt für die eigenen Fahrzeuge, den man mittlerweile auch für andere Automobilhersteller oder andere ER-Fahrzeuge geöffnet hat. Da ist es eben so, dass man unter anderem über eine App jemand anrufen kann oder einen Servicepartner anrufen kann. Es gibt mittlerweile über 510 Stück in 95 Städten in China. Die werden angerufen, laden das Auto vor Ort auf und man kann dann einfach weiterfahren, wenn man Bock drauf hat. Man muss also nicht mal selbst an die Ladestation fahren, um das Ganze aufzuladen. Nein, es wird vor Ort am eigenen Parkplatz gemacht. War eigentlich ganz interessant, das so zu lesen und vor allem auch die Tatsache, dass jetzt für andere E-Autos auch geöffnet wird, hat man dann auch mal direkt auf der Automobilmesse in Shanghai präsentiert, in dem dann eben ein Tesla Model S, war es glaube ich, über den One-Click-For-Pause-Service von NIO geladen wurde. Feine Sache an sich. Und vor allem zeigt es dann, zusammen kommt man dann doch voran. Und das ist einfach schön zu sehen, wenn sich da Automobilhersteller füreinander öffnen und da eben auch den Weg bereiten. Tesla darf natürlich auch nicht fehlen. Die haben den sogenannten Tesla Impact Report für das Jahr 2018 veröffentlicht. Der hat ganz interessante Einblicke gegeben, hat eben unter anderem ein paar Zahlen in den Raum geschmissen, dass man mittlerweile 550.000 Fahrzeuge ohne Emissionen verkauft hat. Diese Fahrzeugflotte von Tesla hat bisher über 16 Milliarden Kilometer rein elektrisch zurückgelegt. Das ist eine richtige Ansage und hat dadurch auch 4 Millionen Tonnen CO2 gespart, die die Umwelt eben nicht belasten. Was auch interessant ist, wenn man die Energiesparte von Tesla betrachtet, die solare Stromerzeugung des Unternehmens liegt bei rund 13,25 TWh, die bisher erzeugt wurden. Verbraucht hat man für die eigene Fertigung 5,26 TWh, also ein bisschen weniger als die Hälfte. Das heißt, auch die Fahrzeuge werden einfach CO2-neutral produziert. weil die Energie von der Sonne kommt. Und das ist auch eine richtige Ansage. Nichtsdestotrotz ist man auch weiterhin dran, die Werke weiter zu optimieren, zu entwickeln. Nicht nur hinsichtlich Effizienz, sondern auch... auch in Bezug auf CO2-Emissionen, dass man sich da auch immer weiter fortentwickelt und noch mehr einspart. Ganz interessant da, der Tesla Impact Report ist auch im Portal und auch in den Show Notes verlinkt. Du kannst mal einen Blick reinwerfen, macht durchaus einiges her. In dem stand eben auch unter anderem drin, dass Tesla künftig auch ins Recycling einsteigen wird von den Akkus. Macht man aktuell schon mit Partnern zusammen, die quasi alte Akkus, die vor allem aus der Produktion, also Produktionsausschuss vom Qualitätsmanagement oder auch aus dem Entwicklungsbereich kommen, die werden dann recycelt und dann werden eben die wertvollen Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Kupfer, Aluminium und Stahl wiederverwendet für den Bau neuer Akkus. Genau diesen Ansatz will jetzt Tesla in die eigene Gigafactory reinholen, will da dementsprechende Prozesse schaffen. Man möchte die eigenen Akkus, von denen es wie gesagt noch gar nicht so viele gibt, die da rückläufig sind, komme ich auch gleich nochmal drauf, möchte man dann einfach künftig nutzen, um dann eben diese wertvollen Rohstoffe wieder herauszuholen. um sie dann für neue Akkus oder für die Produktion neuer Akkus zu verwenden. Ist ein interessanter Ansatz insofern, da doch viele Automobilhersteller heutzutage den Weg gehen und sagen, wir nutzen unsere alten Batterien in einem Second-Life-Einsatz. Das heißt jetzt, um als Batteriespeicher zu dienen für Solarstrom von Häusern, um wie beim Nissan Leaf Straßenlaternen mit Strom zu versorgen, die eben nicht an der Stromleitung dranhängen. Oder auch andere Möglichkeiten, die es eben dafür gibt, weil eine Batterie nur weil sie alt ist, heißt nicht, dass man sie nicht mehr nutzen kann. Aber Tesla hat sich eben oder wird sich eben darauf konzentrieren, die Rohstoffe wieder rauszugewinnen, weil man der Meinung ist, dass man eben dadurch kostengünstiger an Batteriematerialien wieder drankommt und vor allem hinsichtlich Beschaffung und den Transport neuer Materialien. sowohl Zeit als auch Emissionen und vor allem natürlich auch Kosten, die für Tesla entscheidend sind oder für alle Automobilhersteller entscheidend sind, einsparen kann. Von daher auch ein interessanter Ansatz. In dem Zusammenhang hat Elon Musk auch bekannt gegeben, dass das Tesla Model 3 für Langlebigkeit ausgelegt ist. Also der Vergleich, den er gebracht hat, war eigentlich ganz gut. Und zwar hat er gesagt, der Tesla 3 soll so lange halten wie ein kommerzieller LKW. Das heißt, knapp 1,6 Millionen Kilometer soll er schaffen in seinen Lebzeiten. Die Batteriemodulen sollen dabei zwischen 482 und 800.000 Kilometer schaffen. Das Besondere daran, wenn die Batteriemodule kaputt oder veraltet sind, nicht mehr diese Leistungsfähigkeit haben, kann man sie austauschen. Macht es eben ganz interessant. Und zwar ist es so, dass das Model 3 daher oder in Bezug auf die Batteriemodule auch sehr kompakt aufgebaut ist. Dort sind nur vier Batteriemodule verbaut. Das heißt, die kann man auch relativ einfach austauschen. 5.000 bis 7.000 Dollar sollen fällig werden für so einen Austausch von einem Modul. Vergleicht man das Ganze mit dem Model S und X, fällt auf, dass dort bis zu 16 dieser Batteriemodule verbaut sind. Also man hat sich schon bewusst entschieden, zwar die Batteriemodulgröße inhaltlich größer zu gestalten, aber von der Anzahl nur auf vier Stück, damit man einfacher das austauschen kann. Und dann ist es schlussendlich für den Model 3 Besitzer nur noch ein Rechenspiel. Rechnet es sich für mich eher, da was auszutauschen, um wieder leistungsfähiger zu werden? Tesla wird natürlich die Batterien dementsprechend recyceln, wie wir gerade gelernt haben. Oder investiere ich mein Geld lieber in ein neues E-Fahrzeug? Aber die Entscheidung muss man dann treffen, wenn es so weit ist. Aber der Ansatz ist mal ganz interessant, vor allem die Ansage, Achtung, unsere Akkus halten 482.000 bis 800.000 Kilometer. Ist eine Ansage. Des Weiteren wurde die Woche dann bekannt, dass Daimler mit Sela Nanotechnologies eine Kooperation eingibt, beziehungsweise mit einer Minderheitsbeteiligung sich an dem Unternehmen beteiligt hat. Das hat übrigens auch die BMW schon im März 2018. Und gemeinsam wird man eben an neuen Technologien, Akkus sozusagen forschen. Man verspricht sich dadurch höhere Leistung, schnelleres Laden und größere Reichweite als bei heutigen Batterien für die E-Fahrzeuge der Zukunft. Natürlich sichert man sich mit so einem Investment Auch entsprechendes Know-how. Das Weitere zeigt es halt auch auf, wenn BMW und Daimler da beim gleichen Unternehmen einsteigen. Irgendwas muss da ja richtig laufen, sonst würde man da kein Geld in die Hand nehmen. Und da scheint man die gleiche Richtung eingeschlagen zu haben, um eben auch darauf zu achten, dass man dementsprechend Fortschritte macht. Hat sich auf jeden Fall sehr interessant angehört und dürfte dann im Laufe der Zeit auch wahrscheinlich zu einer guten Alternative zu den Lithium-Ionen-Akkus werden. Noch eine neue Kooperation gab es die Woche, von der berichtet wurde, und zwar ist Ford mit Solid Power in Kooperation eingegangen. Die haben sich auf die Entwicklung und Skalierung von wettbewerbsfähigen Festkörperbatterien konzentriert, insbesondere auf die Themen Sicherheit, Leistung und Kosten. Und auch hier BMW mit an Bord, bereits seit 2017. Und im Januar 2018 kam dann auch Daimler mit dazu, mittlerweile April 2019 Ford auch mit dabei. Alle im Bereich der Festkörperbatterie, die ja als die Zukunft sozusagen der aktuellen Akkutechnologie angesehen wird. Und ja, ich denke, da darf man auch gespannt sein, wo es hingehen wird. Die Partnerschaft auf jeden Fall soll die Power dabei unterstützen, noch im zweiten Quartal diesen Jahres die erste vollautomatische Produktionsstätte in Betrieb zu nehmen, um dann eben auch serienfähige Festkörperbatterien auf die Straße zu bringen oder zumindest mal so weit, damit man die dementsprechend auch in den E-Fahrzeugen testen kann. Wird natürlich noch ein bisschen dauern, bis die serienreif sind und dann auch in Serienfahrzeugen verbaut werden, aber auch da der eingeschlagene Weg macht Hoffnung. Ja, das war ein kurz und knackiger Podcast rund um das Thema Batterie in allen möglichen Facetten diese Woche. Ich finde es ganz interessant, was da aktuell passiert. Zum einen ist es natürlich schade, dass die Batterie sozusagen der limitierende Faktor ist, dann auch für das Thema E-Auto-Fertigung, dass es dann nur daran scheitert sozusagen. Aber ist ja vielleicht ein Thema, wo man angehen kann und wo ja auch auf unterschiedlichsten Wegen geschaut wird. Zum einen, dass man eben im engen Austausch mit den Lieferanten ist, auch dort unterstützt und dementsprechend vielleicht Synergien nutzt, um zeitnah an die Batterien zu kommen. Zum anderen ist es so, dass man sich eben auch auf neue Technologien konzentriert, die leistungsfähiger, schneller zu laden, sicherer und vor allem auch kostengünstiger sind, was sich ja dann hoffentlich auch auf den Serienpreis der Fahrzeuge auswirkt. Also man scheint da schon dabei zu sein, sozusagen was zu machen, um vorwärts zu kommen, so wie es ja auch sein soll oder wie es eigentlich auch logisch ist. Ja, das war es dann jetzt auch für diese Woche. In den Show Notes findest du die Links zu den erwähnten Artikeln mit Informationen, wo du einfach nochmal tiefer ins Thema eintauchen kannst. Ich denke, du hast jetzt einen guten Überblick bekommen, was uns da beschäftigt hat. Und ich würde mich einfach freuen, wenn du den Podcast positiv bewertest, wenn er dir gut gefallen hat, egal wo du ihn hörst, ob es jetzt bei iTunes, Spotify oder Co. ist. Hilfst uns damit, die E-Mobilität ein bisschen zu teilen. Und ansonsten, wenn du den Podcast am Ostersonntag hörst, noch frohe Ostern. Genieß hoffentlich das gute Wetter. Und wir hören uns spätestens nächste Woche. Bis dann. Ciao.