Ronny von E-Autos.de über die erste Elektro-Autobörse

Anfang Dezember konnte ich mich gut eine halbe Stunde mit Ronny Blochwitz vom digitale Startup E-Autos.de, aus der Dresdner Neustadt, über die erste Autobörse der Elektromobilität unterhalten. Im Gespräch nahm uns Ronny mit auf die Reise seines noch recht jungen Unternehmens - gegründet im Mai 2018 - bis zum heutigen Stand. Dabei gab er zu verstehen, warum man sich von Beginn an markenunabhängig positioniert hat und wieso man bewusst auf Einnahmen aus Werbebanner von sicherlich interessierten Automobilhersteller verzichtet.

E-Autos.de sei nach Aussage des Gründers die erste Autobörse für reine Elektro Fahrzeuge. Plug-In-Hybride spielen keine Rolle, was auf den ersten Blick kurzfristig gedacht erscheinen mag, aber durchaus nachvollziehbar erscheint. Denn Ronny selbst sieht PHEV nur als Übergangsfahrzeuge hin zur reinen E-Mobilität. Warum diesen also eine Plattform bieten. Daher habe man sich entschieden das eigene Profil bewusst zu schärfen und klare Kante zu bekennen.

Das und noch vieles mehr erwartet dich in dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Viel Spaß damit.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Ausgabe des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Ronny eingeladen von e-autos.de, der über seine Erfahrungen mit seinem ganz eigenen Startup berichtet, das er im Mai 2018 in Dresden gegründet hat. Bei e-autos.de handelt es sich seiner Aussage nach über die erste Autobörse der E-Mobilität. Also kurz gesagt handelt es sich bei der Webseite um eine Plattform, auf der Autohäuser und Elektroautoverkäufer aus dem privaten Bereich ihre gebrauchten Elektroautos an den Mann oder die Frau bringen können. Ziel ist es, von der Plattform Privatpersonen beim nächsten Autotausch auf ein gebrauchtes E-Auto hinzuweisen, zu bringen, verständlich darüber aufzuklären, was erwartet einen, wenn man E-Auto fährt, mit welchen Herausforderungen fährt. Wird man womöglich konfrontiert? Womit muss man sich auseinandersetzen? Was bringen aber auch E-Autos für Vorteile mit sich? Warum ist E-Mobilität die Mobilitätsform der Zukunft sozusagen? Und was ist an Peripherie notwendig? Also Ladeinfrastruktur sowohl im heimischen Bereich als auch dann entsprechende Ladekarten oder Lade-Apps, wenn man dann auf größerer Tour unterwegs ist. All das will Ronny mit seiner Plattform abdecken. Das ist auch ganz erfolgreich, wie ich finde, bisher. Und auf der Agenda steht, dass man bis Sommer nächsten Jahres 1000 E-Fahrzeuge auf der eigenen Plattform listet. Aktuell ist man da noch ein Stück weg, aber es sind doch schon einige interessante Fahrzeuge in der Vermarktung. Und weitere werden definitiv folgen, wie er uns zu verstehen gab. Und ja, viel mehr gibt es jetzt eigentlich vorab auch nicht zu sagen. Ich würde einfach sagen, ich übergebe direkt in das Gespräch mit Ronny Blochwitz, der eben über sein Startup e-autos.de gesprochen hat. Eine ganz unterhaltsame halbe Stunde, wie ich finde, in unserem gemeinsamen Gespräch, von dem es auch eine Fortsetzung definitiv geben wird im nächsten Jahr. Von daher jetzt erstmal viel Spaß mit der aktuellen Folge. Würde mich freuen, wenn du am Ende eine Bewertung bei iTunes hinterlässt für uns, wenn es dir dann gefallen hat. Das hilft uns, auch die E-Mobilität noch ein wenig weiter unters Volk zu bringen sozusagen. Vielen Dank. Servus Ronny, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, dass wir uns heute ein bisschen über e-autos.de unterhalten, dass du vielleicht zunächst erstmal ein wenig über dich, deine Person erzählst und was es mit e-autos.de so auf sich hat, was sich dahinter denn verbirgt, was unsere Zuhörer und Leser denn erwarten können, wenn man da bei euch vorbeischaut.

  3. Ronny Blochwitz:

    Ja, grüß dich. Vielen Dank für die Einladung erstmal, Sebastian. Ja, ich sage gerne ein paar Sätze. Ja, Ronny, ich bin 31 mittlerweile, habe auch mittlerweile ein paar graue Haare. Man munkelt auch wegen dem Startup, das ich hier vor zweieinhalb Jahren in Dresden gegründet habe, nämlich der e-autos.de Deutschland GmbH. Und wir haben im Prinzip eine große Mission, nämlich die erste Gebrauchtwagenplattform für rein elektrische Fahrzeuge zu entwickeln. Und mit vielen Facetten, nämlich dass wir insbesondere die Umstellung von einem gebrauchten Verbrennerfahrzeug, wenn unser Nutzer ein Verbrennerfahrer ist und das erste Mal beim Fahrzeugtausch darüber nachdenkt, ob ein vollelektrisches Fahrzeug in sein Alltag und Fahrprofil passen würde, dass er bei uns im Prinzip vom Fahrzeug bis hin zu allen Peripherie-Themen alle Fragen und idealerweise auch die Antworten dazu zentral auf einer Plattform bei uns findet. Und das ist so ein bisschen die Mission und das Ziel, warum wir jeden Tag hart arbeiten, um das möglichst gut hinzubekommen.

  4. Sebastian:

    Ja, hört sich auf jeden Fall schon mal sehr interessant an. Jetzt ist es so, der Gebrauchtwagenmarkt an sich ist ja schon ein spannendes Umfeld, egal ob jetzt Verbrenner oder dann eben auch E-Autos an den Mann, an die Frau bringen will. E-Autos sind dann natürlich nochmal eine Herausforderung für sich. Habt ihr euch spezialisiert auf Marken an sich oder seid ihr markenunabhängig unterwegs? Wie ist das da angedacht bei euch? Was bietet ihr an?

  5. Ronny Blochwitz:

    Also wir haben die Plattform bewusst markenunabhängig gebaut und gelassen. Wir sind zum Beispiel komplett werbefrei auch. Das ist uns ein relativ wichtiger Wert. Wir wollen also wirklich offenkundig und neutral Meinungen über Fahrzeuge, über Ladeinfrastruktur, über andere Themen zum Bereich Elektromobilität preisgeben. Und uns ist eben wichtig, dass wir dort nicht an irgendeinen Hersteller werbeseitig oder einnahmeseitig gebunden sind, sondern dass wir wirklich auch sagen können, wenn uns Themen zum Beispiel einfach nicht überzeugen, wenn auch mal Schwächen bei Fahrzeugen oder bei Wallboxen oder was auch immer vorliegen und wollen da halt den Leuten auch wirklich einen neutralen Blick auf die ganze Materie geben. Deswegen ist es markenunabhängig und wird auch markenunabhängig bleiben.

  6. Sebastian:

    Der Ansatz war es auf jeden Fall zu überzeugen und das ist auch, denke ich, richtig und wichtig, dass ihr sagt, ihr bleibt werbefrei, bindet euch damit nicht an Hersteller. Selbst wenn ihr sagt, ihr könnt intern damit umgehen und könnt das inhaltlich trennen, ist es auch nach außen hin, denke ich, zu euren Kunden das richtige Zeichen zu sagen, okay, hört zu. Wir bringen keine Werbung drauf und suggerieren dadurch auch nur ansatzweise, dass wir da abhängig sind von einem Hersteller. Wer verkauft denn bei euch E-Autos? Sind es Autohäuser, sind es Endkunden, sind es Privatleute? Wer kann bei euch E-Fahrzeuge inserieren, wenn er das denn möchte?

  7. Ronny Blochwitz:

    Genau, also auf der Anbieterseite sind wir sowohl für Privatpersonen als auch für gewerbliche Händler offen. Jeder kann sich dort in ganz kurzer Zeit einen Verkäuferaccount einrichten und dann in wenigen Schritten sein Elektrofahrzeug inserieren. Wir haben aktuell verschiedene Kategorien online. Und zwar sind das Zweiräder, also vom Kick-Scooter, den man aus den Sharing-Diensten ja oft kennt. Das ist sozusagen nach unten hin in den Fahrzeugen unsere Abgrenzung. Dann über Motorroller, ein bisschen Mikrofahrzeuge, Elektroautos und Nutzfahrzeuge. Also in den Bereichen sind wir für alle möglichen Anbieter sozusagen eine passende Plattform. Die gewerblichen Verkäufer sind logischerweise in dem Anbietersegment schon unsere Fokuszielgruppe. Dort versuchen wir auch aktiv eben Autohäuser, Autohändler bis hin auch zu Herstellern sogar, die dazu zu motivieren, die Fahrzeuge bei uns mit anzubieten. Und da gibt es dann halt zwei Möglichkeiten. Die einen Händler pflegen ihre Inserate selber händisch auf der Plattform, was kein Schmerz ist, weil das relativ einfach und intuitiv funktioniert. Und wir haben jetzt seit April diesen Jahres auch eine Schnittstelle entwickelt, womit wir uns, sofern diese Autohändler, die gewerblichen Händler vor allem, ein sogenanntes Fahrzeugverwaltungssystem nutzen. Das ist also, muss man sich vorstellen, wie ein zusätzliches Online-Tool, was die Distribution in verschiedene Autoplattformen ermöglicht. Wenn das im Einsatz ist, können wir also auch dort mittlerweile digital andocken und uns zweimal täglich die Inserate dann automatisch abholen, sodass für den Händler auch kein Pflegeaufwand für die Inserate mehr besteht, sondern das alles digital funktioniert.

  8. Sebastian:

    Okay, also gerade diese Minimalisierung des Pflegeaufwands wird euch da ja besonders attraktiv machen, denke ich, am Markt, weil für einen Händler ist es wahrscheinlich ein, zwei Klicks mehr zum Einstellen dann von der ganzen Geschichte, aber er hat halt nochmal eine ganz andere Zielgruppe. beziehungsweise ja total die Zielgruppe, die er auch mit E-Autos erreichen will sozusagen. Du hast gesagt, ihr habt verschiedene Kategorien. Für uns sind ja jetzt eher so die reinen E-Autos, Nutzfahrzeuge interessant. Habt ihr auch Plug-in-Hybride auf der Plattform oder sagt ihr, nee, wir stellen uns bewusst auf reine E-Mobilität ein?

  9. Ronny Blochwitz:

    Das ist eine häufig gestellte Frage. Wir haben uns mit Gründung oder ich mich vor allem als Gründer letztendlich dafür entschieden, nur vollelektrische Fahrzeuge anzubieten. Das kann man jetzt sagen, bei den Zulassungszahlen im Plug-in-Hybrid-Bereich ist das vielleicht ein bisschen kurz gedacht. Bei mir ist es eher eine Philosophiefrage. Ich finde die Hybrid-Technologie als Übergangstechnologie okay. Für mich ist es aber nichts, was zukünftig dauerhaft im Markt zu etablieren ist, weil ich einfach nicht davon überzeugt bin, dass es Sinn macht, zwei verschiedene Antriebsstränge und Antriebstechnologien in einem Fahrzeug zu bauen, weil beides Vor- und Nachteile hat und aus meiner Sicht dort das Ganze wirklich als Übergang gesehen werden sollte. Deswegen haben wir uns aber entschieden, nur vollelektrische Fahrzeuge zu zu listen und glauben auch, dass in der Zielgruppe das Ganze dann natürlich auch einfacher und spezifischer anzuzeigen geht, weil einfach wir nur die technischen Daten, die Elektrofahrzeuge interessant machen, dann auf der Plattform anzeigen können. Das macht einfach aus unserer Sicht viel mehr Sinn, als die Verbrennerinitialen dort jedes Mal noch mit reinzubringen.

  10. Sebastian:

    Ja, definitiv nachvollziehbar der Ansatz und ich finde es auch gut, dass ihr da klare Kante zeigt sozusagen und sagt, okay, wir haben uns bewusst für diese Nische reine E-Mobilität entschieden, ohne Plug-in-Hybride und aus meiner Sicht ist es auch nicht kurzfristig gedacht, so wie du gesagt hast, sondern eher tatsächlich längerfristig dann aus eurer Sicht, weil ihr sagt, okay, wir Auch wenn wir jetzt am Anfang vielleicht eine Durststrecke haben, wo ihr dann vielleicht kurzfristig tatsächlich eher Umsätze über Plug-in-Hybride erzielen könntet, stärkt ihr eure Marke ja dadurch, dass ihr dann doch längerfristig auf die reine E-Mobilität setzt. Also finde ich vollkommen nachvollziehbar und finde es auch gut. Ja, ganz gut. Mich würde, bevor wir noch ein bisschen tiefer eingehen, darauf interessieren, wie verdient ihr euer Geld? Seid ihr provisionsmäßig an den Verkäufen beteiligt? Zahlen euch die Autokaufhäuser eine monatliche Gebühr dafür, damit sie Fahrzeuge einstellen können? Oder wie finanziert ihr euch eigentlich, wenn ihr schon sagt, ihr seid werbeunabhängig unterwegs?

  11. Ronny Blochwitz:

    Wir haben dort einen anderen Ansatz gewählt, als dass die klassischen Verbrennerplattformen in der Regel pflegen. Dort gibt es ja verschiedene Modelle, wo aber zumindest in der Regel immer der Anbieter derjenige ist, der letztendlich für das Angebot des Autos auf einer Plattform zahlt. Wir haben das Geschäftsmodell ein bisschen anders gedacht. Bei uns ist das Inserieren der Fahrzeuge und auch unabhängig von der Anzahl der Fahrzeuge kostenlos. Und das wird auch so bleiben. Unser Geschäftsansatz ist, die Plattform dahingehend weiterzuentwickeln, dass wir den Nutzer, den wir auf der Plattform begrüßen können, der sich dann sein gebrauchtes Elektrofahrzeug oder sein Vorführfahrzeug rausgesucht hat, dass wir den an die Hand nehmen und dann eher durch die Peripherie führen, die man bei so einem Erstkauf von einem Elektrofahrzeug entsprechend noch zusätzlich braucht. Also sprich, jetzt hast du dir dein gebrauchtes Elektroauto rausgesucht. Da kommt natürlich die erste Frage, wie lade ich denn überhaupt? Lade ich zu Hause? Brauche ich dafür eine Karte? Welche Wallbox passt dort? Wer installiert mir die Wallbox? Bis hin zu, wenn man ein Elektroauto sich raussucht, Sollte ja idealerweise auch regenerativer Strom reinfließen, grüner Strom reinfließen. Wo bekomme ich den her? Gibt es da spezielle Angebote? Was ist mit Versicherung für Elektroautos? Sind die anders? Und dort versuchen wir die Peripherie-Produkte, um das Fahrzeuginserat herumzubauen und darüber Geld zu verdienen. Jetzt ist es relativ simpel. Wenn man aktuell auf die Seite guckt, wird man feststellen, da male ich noch etwas ein Luftschloss in die Luft. Und aktuell ist unsere Haupteinnahmequelle tatsächlich ein Online-Shop für Ladezubehör, den wir im Sommer letzten Jahres an die Plattform mit angedockt haben. Da gibt es noch ein bisschen eine spezielle Frage. Dann müsstest du dann entscheiden, ob das für die Hörer und Hörerinnen interessant ist, warum der entstanden ist und warum wir das gemacht haben. Aber der ist sozusagen aktuell unser Umsatzstandbein, womit wir uns die Entwicklung von der Plattform und die Partnerschaften dann dort leisten wollen.

  12. Sebastian:

    Ja, also hört sich auch nachvollziehbar an und senkt ja auch wieder die Einstiegshürde dann für die Automobilkaufhäuser ab. weil ja keine Kosten anfallen. Ich meine, spricht ja nichts dagegen. Ein neuer Markt zerschließend für die, ein bisschen Verwaltungsaufwand sozusagen, aber ohne Kosten. Also würde mich auch erstmal überzeugen, dann eure Plattform zu nutzen. Und gerne können wir auch direkt die Frage aufgreifen, warum habt ihr den Ladeshop gestartet?

  13. Ronny Blochwitz:

    Ja, also vielleicht noch eins dazu. weil du das gerade so schön aufgegriffen hast, die Einstiegsbarriere für Autohäuser. Wir haben also mit Online-Stellen unserer Plattform schon gemerkt, in der Akquise und Ansprache von Autohäusern, dass natürlich schon eine gewisse Skepsis gegenüber neuen Autoplattformen herrscht. Also das ist jetzt nicht so, dass sie mit Pauken und Trompeten und Beifallklatschen uns empfangen haben und gesagt haben, endlich jemand, der jetzt Elektroautos auf eine Plattform bringt. Sondern durch das Duopol, was es ja in Deutschland oder im deutschsprachigen Raum generell gibt mit den beiden großen Verbrennerplattformen, wo in der Regel jedes Autohaus gefühlt pflichtmäßig Budget drauf allokieren muss, ist es halt für Autohäuser auch extrem schwierig, jetzt rechts und links noch weitere Plattformen zu bezahlen und anzuschließen. Und deswegen haben wir uns für diese niedrige Einstiegsbarriere entschieden. in der Hoffnung, dass wir dort als Partner gesehen werden und eben mittelfristig für verkaufte Elektroautos sorgen können und unser monetärer Ansatz dann eben die Peripherie der Fahrzeuge ist. Das vielleicht noch dazu und jetzt zur eigentlichen Frage, der Online-Shop, das ist immer so eine Thematik, wo ich heute total froh und stolz drauf bin, was wir dort geschafft haben und wie sich das Ganze entwickelt hat, aber die Grundlage dessen war eigentlich eine witzige Anekdote, denn So ein bisschen typisch Startup-mäßig waren wir letztes Jahr einfach weit hinten im Zeitplan zum Online-Stellen unserer Plattform. Das hat einfach viel, viel länger gedauert, als wir geplant hatten. Ursprünglich im Businessplan waren wir neun Monate dafür veranschlagt. Am Ende waren es jetzt fast zwei Jahre, die wir benötigt haben. Und auf dieser Strecke ist es natürlich logisch, dass auch die ganze kaufmännische Betrachtung über Bord geworfen wurde. Und somit waren wir letztes Jahr einfach mit dem Rücken zur Wand und hatten auch eine Zeit lang mal richtig finanzielle Probleme. Und haben aber gleichzeitig unsere erste kleine Renault Zoe für die Firma bekommen und wollten einen Schikolader dazu haben. Und da wurde einfach ein sehr unverschämter Preis aufgerufen seitens des Herstellers, Und da habe ich irgendwie gedacht, das kann eigentlich nicht sein, dass Ladezubehör nochmal so exorbitant teuer ist und hatte irgendwie den Verdacht, dass möglicherweise da noch ein paar Parteien richtig verdienen wollen. Und da haben wir kurzerhand die letzten Euro geschnappt und haben uns einen Lieferanten für die ersten Zubehörartikel gesucht und auch zum Glück einen gefunden, mit dem wir heute noch sehr, sehr eng zusammenarbeiten. Und haben halt den Asset eingebracht, den wir als digitales Unternehmen besonders bringen können, nämlich schnell ein neues Geschäftsfeld entwickeln und haben dann innerhalb von vier Wochen einen Online-Shop gebaut und haben den angeschalten. Aber es war sozusagen, und deswegen erzähle ich das immer gerne, es war sozusagen nie konzeptionell die Idee, ein E-Commerce-Standbein aufzumachen, sondern es war aus der Not heraus geboren. Und heute sind wir total happy damit und es entwickelt sich gut und es wird im Zuge der Plattform-Weiterentwicklung auch nochmal ein wichtiger Baustein sein, dass wir halt zu Fahrzeugen auch entsprechend Kabel und Wallboxen mit anbieten können. Deswegen ist es mittlerweile... Eine tolle Synergie, entstanden aber aus Angst vor dem Crash sozusagen.

  14. Sebastian:

    Da sieht man mal wieder, dass Angst dann manchmal doch der Treiber von Fortschritt ist sozusagen und habt dann ja quasi aus der Not eine Tugend gemacht und das Bestmögliche da rausgeholt, gerade wenn das jetzt aktuell euer Standbein ist und euch dann stützt eben auf dem Weg zur größten Gebrauchtwagenplattform für E-Mobilität eben zu werden. Für mich jetzt noch eine Frage, wo wir nochmal kurz auf die Autokaufhäuser zurückgehen. Was hindert jetzt die Autokaufhäuser daran, wenn die jetzt schon das Fahrzeug verkauft haben, dann auch vor Ort bei der Übergabe dem Käufer das Fahrzeug, selbst die Peripherie anzubieten und euch da quasi zu umgehen? Seht ihr die Gefahr auch oder habt ihr da Absprachen damit, dass es dann euer Steckenpferd ist?

  15. Ronny Blochwitz:

    Stand heute haben wir keine Absprachen. Es gibt Autohäuser, die einfach dankbar sind, wenn sie den Kunden für dieses Thema dann zu uns einfach routen können. weil wir denen dann einen neutralen und aber gleichzeitig umfangreichen oder ganzheitlichen Ansatz sagen können, was sie jetzt für ihre spezielle Situation noch für Peripherieprodukte benötigen. Was die Autohäuser daran hindert, ist eigentlich nichts. Das Problem ist, die meisten typischen stationären Autohäuser kommen ja aus einer langen Historie mit Verbrennerverkauf. Das bedeutet natürlich, also es ist ja nicht selten, dass die Autohäuser ein bisschen kritisch beäugt werden, weil sie halt schlecht für Elektroautos beraten. Da gibt es ja auch verschiedene Tests, Mystery Shoppings und so weiter und so fort, wo das schon hervorgegangen ist, dass viele damit Probleme haben, für ein Elektroauto eine Beratung wirklich zu leisten. Das ist letztendlich ein Thema, wo wir versuchen, den Autohäusern einfach Unterstützung zu geben. Denn aus unserer Sicht ist das keine mangelnde Qualifikation, sondern es kann gar nicht anders funktionieren. Wenn man die ganze Zeit Verbrenner verkauft hat, kennt man sich natürlich in der Materie tiefgründig aus. Jetzt kommt plötzlich ein Elektroauto ins Sortiment oder vielleicht auch zwei und drei. Und die Kundengruppe ist auch eine ganz andere Gruppe. Das heißt, wir sprechen plötzlich über Kilowattstunden, über Phasen, über Ampere, über Ladeströme. Das ist natürlich für einen klassischen Autoverkäufer eines Autohauses eine komplett neue Materie und in der Regel haben die wenig Zeit, um sich damit wirklich intensiv auseinanderzusetzen. Nicht so wie wir beide zum Beispiel, die das jetzt halt schon eine ganze Zeit lang machen und natürlich ein Stück weit Expertenwissen aufbauen konnten. Das ist dort einfach nicht gegeben. Und jetzt kommt noch ein Punkt, jetzt kommt nämlich auch noch ein Kunde, der in der Regel sehr digital affin ist, sehr technisch interessiert ist und meistens schon mehr über das Elektroauto weiß als der Verkäufer selbst. Und der stellt dann noch die spezifischen Fragen, die so ein Verkäufer dann einfach nicht lösen kann. Und das ist letztendlich so ein bisschen diese, wir sagen Internet-Informations-Asymmetrie dazu, wo wir reinstechen wollen und wo wir sozusagen das Bindeglied zwischen Verkäufer und dem Interessenten bilden wollen, indem wir halt diese Pain-Points und die Fragen, die so jemand hat, dann einfach lösen, entweder auf der Plattform mit Content und mit verschiedenen Tools oder dann eben auch gerne als Sparringspartner vom Autohaus, wenn es dann zum Thema, ich habe das Auto verkauft, was braucht der Kunde jetzt noch geht, dass sie dann einfach zu uns schicken. Und ich glaube, dass das auch noch eine ganze Weile so anhalten wird, solange wie Autohäuser hauptsächlich ihre Umsätze mit dem Verbrennerverkauf erwirtschaften, wird das, glaube ich, auch erstmal noch so bleiben.

  16. Sebastian:

    Die Funktion als Bindeglied leuchtet da vollkommen ein und auch die Tatsache jetzt eben, dass euch die Autohäuser da nicht das Peripheriegeschäft sozusagen ablaufen werden. Das verstehe ich jetzt auch und für die ist es ja auch gut, wenn sie ihre Mitarbeiter nicht noch darin ausbilden müssen, sondern sich dann auch erstmal auf die Fahrzeuge an sich konzentrieren können, wo natürlich für die auch die größere Marge dann schlussendlich am Ende des Tages hängen bleibt. Von daher ist das schon nachvollziehbar, so wie du es jetzt dargelegt hast. Und die freuen sich ja dann dennoch auch ihrem Kunden zu sagen, hört zu, ihr könnt dazu e-autos.de gehen und kriegt da dementsprechend die richtige Beratung für eure Ladelösung. Weil der Kunde steht ja dann auch nicht einfach nur im Raum und weiß nicht, wo soll er jetzt hin, was soll er machen, sondern wird weitergewiesen und es bleibt ja auch irgendwo dann positiv im Hinterkopf. Also von daher ist es, glaube ich, eine ganz gute Symbiose, so wie du es genannt hast, von euch. als mittler Experte dann für Ladelösungen, als auch für die Autokaufhäuser, die dann eben ihre Kunden da dementsprechend weitergeben können. Das heißt aber auch jetzt, ihr seid dann ja jetzt nicht nur Plattformanbieter für die, sondern ihr helft ja dann auch tatsächlich bei der Transformation hin zur E-Mobilität bei den Autokaufhäusern. Kann man das so sagen?

  17. Ronny Blochwitz:

    Also das würde ich jetzt behaupten, ist vielleicht schon ein kleines bisschen zu hoch gegriffen. Wir haben versucht mit Autohäusern auch konzeptionell an das Thema heranzugehen. Von Schulungsmöglichkeiten über wie verkaufe ich denn am besten ein Elektroauto etc. Da muss man fairerweise sagen, da war jetzt der Zuspruch nicht sonderlich hoch. Zum einen hat man uns so ein bisschen als die wollen uns den Rang ablaufen, glaube ich, wahrgenommen. Wenn ich das sage, rede ich immer von dem Jahr 2019. Also in diesem Jahr haben wir konkret in dem Bereich wenig Akquise und Anstrengungen unternommen, weil wir dann einfach gesagt haben, okay, vielleicht ist es noch nicht die Zeit, um sowas zu tun. Per se sind wir total offen für sowas. Wir haben Schulungskonzepte da liegen. Wir haben das auch das ein oder andere Mal gemacht für diejenigen, die dort eine Chance gesehen haben und das einfach mal probieren wollten. Die Hersteller selber schulen natürlich ihre Autohausverkäufer genauso. Ich habe nur manchmal irgendwie das Feedback bekommen, wir sprechen ja ganz oft mit Autohäusern, insbesondere mit denen, die uns auf der Plattform schon anbieten. das Feedback bekommen, dass auch die Herstellerschulungen jetzt nicht in der Tiefe das ergeben, was man dann wirklich im Markt und im täglichen Tun im Autohaus benötigt. Also wenn ich halt nicht weiß, was überhaupt Konkurrenzfahrzeuge zu meinem Fahrzeug sind, der Kunde aber reinkommt und sagt, das andere Auto kann aber dreiphasig laden, warum kann ihr Auto das nicht, dann sind das halt immer so kritische Fragen, wo man halt schnell in so eine unsichere Gesprächslage kommt. Und wenn ein Kunde merkt, dass derjenige, der ihm das Auto verkaufen will, nicht fachmännisch dazu Aussage treffen kann, kann es halt schnell dazu führen, dass man den Abschluss einfach nicht macht. Und dort haben wir eigentlich den Anspruch, weil wir halt nicht Hersteller gebrandet sind, sondern das so ein bisschen aus der gesamten Marktsituation sehen, dass wir dort gerne für Autohäuser auch Konzepte anbieten oder selbst Impulsverträge, keine Ahnung was, einfach, dass dort die Autohäuser die Transformation eben leichter machen können. Aber eingangs gesagt, jetzt zu meinen, dass wir jetzt hier der perfekte Partner sind, das wäre zu hoch gegriffen, weil wir einfach bisher zu wenig Zuspruch bei Autohäusern gefunden haben mit dem Thema und uns dann eher auf das Digitale konzentriert haben.

  18. Sebastian:

    Aber das ist ja auch eine Aussage und auch sehr fair von dir, dass du da diese realistische Einschätzung triffst und dich da jetzt nicht marketingmäßig mit deinem Startup in den Himmel lobst, was man ja auch hätte wunderbar tun können. Von daher finde ich es äußerst sympathisch, dass du da auch die Karten auf den Tisch legst und sagst, okay, hör zu, wir haben ja gar nicht diesen Anspruch, das aktuell schon für uns zu beanspruchen. Wir haben zwar die Möglichkeiten, Zuschulen zu unterstützen, aber im Moment ist es einfach noch nicht so. Und auch die Aussage, dass der Markt vielleicht dafür noch nicht so ganz reif ist, ist nachvollziehbar. Ich denke, das wächst jetzt in einem enormen Tempo in den nächsten, ja, 1, 2, 3 Jahren. Und da wird dann bestimmt auch dieser Bedarf kommen, dass man sagt, okay, man macht diesen herstellerübergreifenden Schulungsbedarf geltend und hilft da dabei. Aber wo ihr ja auf jeden Fall schon helft und unterstützt, ist ja bei der Darstellung der Fahrzeuge bei euch auf der Plattform. Sprich, wie präsentiert man das Ganze digital? Gut, da habt ihr natürlich die Automobilkaufhäuser, die haben ja da schon Erfahrung mit den zwei bekannten Verbrennerplattformen. Aber Ihr helft ja dann dennoch dabei, dass ein interessantes Angebot, was auf die E-Mobilität zugeschnitten ist, auch online gestellt wird. Wie helft ihr da? Also was sagt ihr euren Kunden sozusagen, was wichtig ist, worauf muss man verweisen? Und ja, das würde mich auch da einfach mal interessieren, da einen Einblick zu bekommen.

  19. Ronny Blochwitz:

    Genau, also das ist sozusagen ein USP, was wir für uns beanspruchen, weil einfach hybride Plattformen, will ich es mal nennen, und ich meine jetzt nicht den Hybridantrieb, sondern die Plattformen, die Verbrenner, die alle Antriebstechnologien sozusagen online haben, haben einfach die spezifischen Daten von Elektrofahrzeugen nicht schnell sichtbar im Inserat aktuell. Bei uns geht es halt im Kern darum, dass sofort sichtbar ist Reichweite. die Akkukapazität, Geschichten wie Schnellladefähigkeit, welchen Steckeranschluss hat mein Fahrzeug zum Beispiel und dass wir eben genau diese technischen Parameter schnell erfassbar machen. Wir arbeiten an einer Verknüpfung mit unserer Elektroauto-Datenbank. Das bedeutet, wir haben zum Glück mit Gründung 2018 schon begonnen, eine eigene Datenbasis zu erschaffen, wo alle Elektrofahrzeuge, die es aktuell in Europa erhältlich gibt, gelistet sind und versuchen, die jetzt mit unserem Marktplatz zu verheiraten. Das ist gerade so ein bisschen unser technologisch nächster Meilenstein. dass die Fahrzeuginserate aus unserer Datenbank gespeist sind, dass sozusagen auch die Datenqualität dort sichergestellt ist, dass immer die Ladezeiten zum Beispiel, wir zeigen also an, ob AC und DC geladen werden kann und wenn ja, wie lange das dann dort dauert an den jeweiligen Anschlüssen. Und das sind ja alles Informationen, die einer einem Suchenden, der jetzt erstmals sich mit dem Thema beschäftigt, natürlich leicht zugänglich gemacht werden müssen, damit er überhaupt Lust hat, sich mit dem Thema weiter zu beschäftigen. Das ist sozusagen der erste Ansatz. Wir haben aber noch so ein, zwei witzige Ideen in der Schublade, was wir hoffen, in der Zukunft dann noch mit aufbauen zu können. Da gibt es so eine Art Elektroautofinder. Da kann man dann so ein bisschen spielerisch sich durch so eine kleine Fragerunde klicken. Die ist jetzt nicht so typisch, wie man die Umfragen kennt, sondern das ist so ein bisschen wie eine Art Spiel angelegt. Und danach zeigt es halt alle Elektroautos an, die bei uns auf der Plattform inseriert sind. die das Profil des Fahrers schaffen können oder leisten können, zeigt es dann an. Das werden wir wahrscheinlich relativ zeitnah noch mit online stellen und künftig, weil die Qualität der Inserate aus meiner Sicht ein Schlüssel dazu ist, um die Fahrzeuge auch möglichst schnell zu verkaufen. Oft ist Standzeit ein Thema, was bei Autohäusern halt relativ wichtig ist. Und um dort Geschwindigkeit reinzukriegen, sind wir der Meinung, und man sieht es auch an den Zahlen mittlerweile, dass ein qualitativ gutes Inserat einfach schneller geklickt wird. Daraus erfolgen irgendwann Leads und Anfragen und dementsprechend auch Verkäufe irgendwann. Und wir wären also auch in dem Bereich Inseratserstellung. Wie sollen die Bilder aussehen? Von wo fotografiert man Fahrzeuge idealerweise? Wie soll Licht sein? Und so weiter und so fort. Da haben wir ein paar spannende Themen angesprochen. Und da werden wir auf jeden Fall viel Energie reinstecken, dass das möglichst qualitativ besser wird.

  20. Sebastian:

    Ja, okay. Also hört sich auch wieder nachvollziehbar an und ist auch, denke ich, wichtig zum einen für euch, dass ihr euch da natürlich auch als erfolgreiche Automobilplattformen dann irgendwo etablieren könnt, weil ich sage mal, die Kaufhäuser stecken ja nur den Aufwand rein, wenn sie auch merken, okay, es kommen auch Verkäufe zustande. Wenn sie dann nur Arbeit, egal wie wenig es dann ist, rein investieren müssen und es kommt nichts beizustande oder keine Umsätze, wird das ja über kurz oder lang dann doch nicht mehr genutzt. Aber von daher ist es ja auch ganz gut, dass ihr sagt, ihr geht da auch bewusst in die Kommunikation, gebt die Hinweise mit, eure Learnings, die ihr habt, eben von der eigenen Plattform und helft eurem Kunden sozusagen besser zu werden und dadurch natürlich werdet ihr ja auch wieder besser als Plattform, weil ihr ja auch dementsprechend attraktiver wieder auftreten könnt. Was für mich noch ein Thema ist, wenn ich jetzt als potenzieller Gebrauchtwagenkäufer auf eure Plattform komme, ich suche mir ein Fahrzeug raus, ich habe da Interesse an einem Zoe beispielsweise, Trete ich dann in Kontakt mit dem Anbieter an sich, also in dem Fall dem Kaufhaus oder dem Verkäufer des Fahrzeugs, wenn es ein Gebrauchtwagen aus Privatbesitz ist? Läuft es über euch oder wie ist da die Art der Kommunikation?

  21. Ronny Blochwitz:

    Wir sind in dem Beispiel wirklich der Mittler. Also unsere Rolle ist es, den Verkäufer mit dem Käufer möglichst einfach und direkt in Kontakt zu bringen. Es gab also bei Gründung auch die Überlegung, ob man das Geschäftsmodell dahingehend aufbaut, zu sagen, wenn das Fahrzeug verkauft wird, dank unserer Plattform wollen wir irgendwo provisionsmäßig uns dazwischen klemmen. Wir halten das zum einen nicht für besonders kunden- und nutzerfreundlich. Zum anderen ist es eine technische Sache, das zu tracken, wann ein Auto wirklich verkauft wurde und ob der Lead dann über uns gekommen ist. Das ist natürlich schwierig, weil ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass man vor allem in Mitteleuropa Autos dann verkauft, wenn man einmal Probe fahren konnte. Also ich glaube, dass wir noch weit entfernt davon sind, reinweg nur digital in dem Konfigurator sich ein Auto zusammenzustellen und es dann zu bestellen. Ich glaube immer noch, dass man das einmal anfassen, riechen, fahren muss. Und deshalb ist es dann besonders schwierig, von der Online-Plattform zu tracken, wann jetzt genau die Kaufentscheidung getroffen wurde. sodass wir wirklich einfach die Fahrzeuge, die wir anbieten, da gibt es einen relativ großen Knopf mit einem Briefumschlag und da kann man direkt den Verkäufer kontaktieren, kann entweder noch Fragen hinschicken, wenn irgendwas unklar ist oder kann halt direkt Kontaktdaten austauschen und sich dann zu einem Gespräch verabreden oder halt sogar zu einer Probefahrt vor Ort, je nachdem.

  22. Sebastian:

    Okay, ja, ich sehe das auch so, dass man Autos dann doch immer noch mit Probefahrten oder Fühlen, Fahren verkauft, weil die Katze im Sachs will man ja dann doch nicht kaufen, sozusagen. In dem Zusammenhang auch noch die Frage, wie ist das, Bei Gebrauchtwagen mit der Batteriereichweite, mit dem Lebenszustand der Batterie, wird da, ich meine, da greift ihr jetzt ja auch nicht aktiv ein und berichtet darüber, was da der Zustand ist, aber habt ihr da Erfahrungen, inwiefern die Automobilkaufhäuser das dann zu den Kunden hin quasi kommunizieren? Weil so ein Gebrauchtwagen ist ja schon ein paar Kilometer gefahren dementsprechend, was vielleicht je nach Fahrweise dann auch mal mehr oder weniger zulasten des Akkus geht. Wie wird das Thema bei euch behandelt?

  23. Ronny Blochwitz:

    Ganz wichtiger Punkt, den du ansprichst, wo wir echt viel Energie reinstecken und dort versuchen, eine innovative Lösung zu schaffen. Als erstes würde ich gerne einen kleinen Hinweis geben. Wir haben jetzt vor kurzem auf e-autos.de den Gebrauchtwagen-Check veröffentlicht. Den sieht man auch direkt auf der Startseite in der Navigation oben. Dort haben wir uns mit sehr, sehr viel Mühe und ich glaube, wir haben gut drei Monate daran gearbeitet, zu den häufigst gekauften Fahrzeugen, also ein Gebrauchtwagen-Review geschrieben mit verschiedenen Aspekten, Fazit und Vor- und Nachteilen von den Gebrauchten aus den jeweiligen Herstellerhäusern. Da kann man auf jeden Fall schon mal ein bisschen was lesen. Ansonsten ist der Punkt, den du angesprochen hast, aber total wichtig, weil logischerweise ist die Batterie die wichtigste Komponente in einem gebrauchten Fahrzeug. Ich glaube ehrlicherweise, die Autohändler an sich haben noch gar kein Gefühl dafür, wie sie das überhaupt behandeln sollen. Da geht es ja auch ganz groß um die Frage, welchen Restwert hat überhaupt so ein zwei oder drei Jahre alter Leasingwagen, der jetzt zurückkommt. Wie kann ich den weiter vermarkten und welchen technischen Zustand befindet er sich? Genau das Gleiche ist ja aber auf der Interessentenseite genauso ein Thema. Also auch als Interessent weiß ich ja nicht genau, ist das Auto jetzt noch zu 70, zu 80 oder zu 90 Prozent seines Neuzustandes zu laden. Und dort arbeiten wir dran mit einem technologischen Partner, um eine... einen Siegel, einen Gebrauchtwagen-Check wirklich technisch durchführen zu können, wo wir dann eben versuchen, in so einem Ampelsystem darzustellen, in welchem Gesundheitszustand befindet sich die Batterie in dem jeweiligen Gebrauchtfahrzeug. Da kann ich noch nicht so richtig sagen, wann und wie lange das noch dauern wird. bis wir das ausrollen. Aber das ist, glaube ich, ein Schlüssel und vor allem auch ein USP, was wir für uns beanspruchen wollen, dass wir dort als allererstes so eine Lösung schaffen, dass man im Inserat direkt sehen kann, welcher Zustand ist die Batterie in der Akku von dem jeweiligen Fahrzeug.

  24. Sebastian:

    Okay, das hört sich auch sehr interessant an und ist, denke ich, auch der richtige Ansatz zu sagen, okay, man kommuniziert es offen, man geht darauf ein, man versucht da eine Möglichkeit zu finden, das abzubilden schlussendlich, um da auch dem Kunden dann sozusagen wieder die Angst zu nehmen davor. Und aus meiner Sicht ist das ein ganz runder, guter erster Einblick auf e-autos.de. Und wenn du möchtest, können wir uns einfach vornehmen, dass wir vielleicht in einem Vierteljahr nochmal drüber sprechen, wenn man dann merkt, okay, ihr habt eure Datenbank jetzt verbunden, ihr seid noch ein paar Schritte weiter, habt vielleicht noch das eine oder andere Autokaufhaus mit angebunden und könnt dann noch ein wenig mehr sozusagen aus der Praxis, aus dem Praxisalltag berichten. Und dann unterhalten wir uns einfach nochmal über den Fortschritt bei euch im Hause.

  25. Ronny Blochwitz:

    Ich würde vorschlagen, Sebastian, wir haben nämlich hier intern ein relativ klares Ziel. Wir wollen bis Sommer nächsten Jahres in jedem Fall mindestens 1000 Fahrzeuge auf der Plattform anbieten können. Und wenn wir das geschafft haben, wäre das doch ein guter Punkt, um nochmal zu quatschen.

  26. Sebastian:

    Das machen wir doch. Dann nehmen wir uns das so auf die Agenda. Danke dir, Ronny, für deine Zeit.

  27. Ronny Blochwitz:

    Danke dir. Bis dann. Ciao, ciao.