Gespräch mit Anika Wild, Head of PR Europe Aiways

Eigene Erfahrungen und Eindrücke mit dem Aiways U5 & Gespräch mit Aiways-Expertin

AIWAYS gilt als Anbieter von individuellen Mobilitätslösungen mit Sitz in Shanghai. Und dennoch schafft es das Unternehmen bereits 2020, drei Jahre nach der offiziellen Gründung, seinen ersten Stromer nach Europa zu bringen. Mit dem rein elektrischen Aiways U5 ist das Unternehmen Mitte August des vergangenen Jahres in Deutschland in den Vorverkauf gestartet. Die Auslieferungen sind teilweise bereits gestartet; sollen aber vor allem 2021 Fahrt aufnehmen.

Selbst konnte ich ein paar Tage Platz im Stromer von Aiways nehmen und berichte in dieser Podcast-Folge über meine Erfahrungen, Eindrücke und Fakten rund um den U5. Hierzu habe ich mir Anika Wild, Head of PR Europe bei Aiways, geschnappt, um mir noch mehr über die aufstrebende Marke, das veränderte Modelljahr 2021 des Stromers und künftige Entwicklung erzählen zu lassen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es um Themen aus der Welt der E-Mobilität geht. In der aktuellen Folge widme ich mich Aiways, einem Anbieter für individuelle Mobilitätslösungen mit Sitz in Shanghai, die jetzt nach und nach auch auf den europäischen Markt drängen werden. Begonnen hat man im vergangenen Jahr, besser gesagt im August letzten Jahres, als man in den Vorverkauf des ersten Elektro-SUV, dem U5, hier in Deutschland gestartet ist. Auslieferungen sind bereits am Laufen, teilweise gestartet, sollen aber eben vor allem 2021 an Fahrt aufnehmen. Ich hatte die Möglichkeit, das Fahrzeug für ein paar Tage zu testen, also konnte damit selbst fahren, Erfahrungen sammeln. Man muss dazu sagen, es war das Modelljahr 2020. Zum aktuellen Modell, das jetzt eben auf die Straße kommt, gibt es dann doch ein paar Veränderungen. Ich konnte, wie gesagt, das in Anführungsstrichen anpassen. alte Modelle betrachten, Eindrücke sammeln und habe die in dieser Podcast-Folge zusammengefasst, habe mir dann aber noch Unterstützung geholt von Anika Wild, die Head of PR Europe bei Aiways ist, also quasi die Pressesprecherin sozusagen für Aiways hier in Europa, die mir einfach nochmal aus erster Hand Informationen mit zu dem Stromer, mit zum Unternehmen an die Hand gibt. Und euch natürlich auch. Wir haben uns am Ende der Podcast-Folge darüber unterhalten. Zunächst will ich über meinen eigenen Eindruck sprechen mit dem Aiways U5, um dann eben das Gespräch mit Annika überzuleiten. Wenn dich nur das Gespräch in Anführungsstrichen mit Annika interessiert, kannst du auch durch die Kapitelmarken, die ich mit eingebaut habe, in der Podcast-Folge direkt dorthin springen. Ansonsten freue ich mich natürlich auch, wenn du jetzt nachfolgend in meine Eindrücke des U5 reinhörst. Vielen Dank und jetzt auf jeden Fall schon mal viel Spaß mit der Folge. Wie im Intro schon berichtet, habe ich mit den Aiways U5 abholen können in München, wo man die Europazentrale von Aiways eben vorfindet aktuell. In Europa selbst sind, soweit ich weiß, drei Fahrzeuge erst unterwegs des U5s. Einer von diesen drei konnte ich eben für fünf bis sechs Tage abholen, bin dann die Heimreise angetreten, rund 360 Kilometer, die ich direkt an diesem ersten Tag fahren konnte, hauptsächlich Autobahn, also fast 90 Prozent, die dort zurückgelegt wurden, hatte somit auch die Möglichkeit, nicht nur Landstreckenerfahrung zu sammeln, sondern eben auch mich mit dem Thema Laden direkt am ersten Tag auseinanderzusetzen. Ist ja in der Regel eher nicht so der Fall, wenn bei uns Testwagen vorbeischauen, da ich hier in der Umgebung doch erstmal ein paar Tage fahre, bevor ich den laden muss. Das war beim A-Waste U5 eben ein wenig anders. Bevor ich auf diese Erfahrung eingehe, möchte ich natürlich erstmal beim Äußeren anfangen. Was sieht man zuerst, wenn man den SUV vor sich stehen sieht? In meinem Fall war das eben ein auberginenfarbener U5. Mit cremeweiser Innenausstattung, der auf mich gewartet hat. Schön verschneit, auch schon ein bisschen verschlampt natürlich, bedingt durch das Münchner Wetter. Was da vorzufinden war, war jetzt nicht so ganz vorzeigbar und auch für die Fotos nicht die beste Grundlage sozusagen. Unter anderem aus diesem Grund wird eben der U5 auch nochmal im Modelljahr 2021 zu uns zurückkehren, um dann eben auch in einem ganz ausführlichen Test- und Erfahrungsbericht unter die Lupe genommen zu werden. So oder so fällt auf, dass der U5, wenn er vor einem steht, wesentlich massiver, markanter ausfällt, als man ihn von den Bildern gewohnt ist. Also muss ich selbst sagen, ich hatte schon einige Pressebilder vorab gesehen von dem 4,68 Meter langen Gefährt, der auf eine Breite von 1,86 Meter und eine Höhe von 1,70 Meter kommt, aber wenn er vor einem steht, eben noch um einiges massiver. Was auch auffällt, positiv hat man auf den Fotos schon so erahnen können, dass er an der Front und am Heck relativ kurze Überhänge hat, was zu einem sehr langen Radstand von 2,80 Meter führt, was wiederum dazu führt, dass man eben im Innenraum entsprechend Platz hat. um bis zu fünf Personen unterzubringen, ohne sich da irgendwie Sorgen darum zu machen, dass die Beine irgendwie gequetscht werden oder so. Das Kofferraumvolumen wird mit 432 Liter angegeben, das maximale Ladevolumen mit 1555 Liter, einfach um da schon mal so ein paar Zahlen in den Raum zu werfen, die bei so einem E-SUV dann doch immer von Bedeutung sind. Bevor wir uns jetzt reinsetzen in das Fahrzeug, also virtuell gesehen, möchte ich zum äußeren Design eben noch ein paar Worte verlieren, weil er aus meiner Sicht klar als klobiger, markanter SUV daherkommt, wie das eigentlich bei jedem SUV der Fall ist, weil die können einfach gefühlt zumindest nicht klein und zurückhaltend daherkommen, sondern immer massiv wirkend. Im Fall des U5 ist es eben so, dass er aus meiner Sicht... Und zumindest ein bisschen mehr Harmonie in die ganze Geschichte mit reinbringt, weil er eben auch mit vielen Rundungen arbeitet. Gerade wenn man vorne auf die Front schaut, sieht man, dass die doch in sich auch gerundet wirkt, ineinander übergehend fließend. Es sind starke Kontrastlinien oder Designlinien auf der Motorhaube gesetzt, einfach so um dieses... dynamische Gefühl des SUV zu betonen und nichtsdestotrotz kommt er dank seines scharf konturierten Designs eben auch auf einen in Anführungsstrichen relativ geringen Luftwiderstandswert von 0,29, was bei einem Fahrzeug von dieser Größe schon eine Ansage ist. Auf die kurzen Überhänge vorne und hinten habe ich schon darauf hingewiesen sozusagen. Aufbauen tut der U5 auf der MRS-Plattform, die eben die Basis für das E-Waze E-Auto bietet und auch in Zukunft eben die Basis für weitere Modelle wahrscheinlich bieten wird, da es eben mit verschiedenen Antriebssträngen ausgestattet werden kann, mit unterschiedlichen Batteriekapazitäten als auch der Möglichkeit eben Allradantrieb unterzubringen. Also von außen relativ klar minimalistisch, starke Linienführung, markantes Auftreten. So kann man ihn, denke ich, beschreiben. Gehen wir ins Innere rein. Creme-weise Innenausstattung hatte ich erwähnt. Innen drin noch cleaner, noch minimalistischer und wirklich auf das Allerwesentlichste reduziert. Knöpfe und Schalter sucht man hier wirklich vergebens. Ich denke, das sieht man ganz gut, wenn du dir den Artikel zu der Podcast-Folge eben anschaust. Da siehst du, wie klar und minimalistisch der Innenraum gestaltet ist. Die einzigen Knöpfe, die vorzufinden sind, hast du auf deiner Webseite. Fahrerseite im Bereich der Fenster eben. Wenn du die Fenster runter senken möchtest, Spiegel einstellen, dann auf dem Lenkrad ein paar Taster und dann im Endeffekt noch Gangwahlhebel und Parkhebel sozusagen. Ansonsten zwei Displays. Einmal das Fahrer-Display direkt vor einem. Du hast Ein Hauptdisplay, wo Geschwindigkeit, Abstand zum vorderen Fahrzeug angezeigt wird, das du eben auch steuern kannst, wenn du jetzt, sag ich mal, ein Tempomat drin hast, wo du dann sagen kannst, okay, so dicht kannst du auffahren, bevor du automatisch abbremst, kannst du variabel gestalten diese Abstände eben durch einen einfachen, Drehrad am Lenkrad, kriegst das visualisiert auf dem Display direkt vor dir. Hast dann zudem noch auf zwei kleinen seitlichen Bildschirmen, also links und rechts, Anzeige des Luftdrucks für die Reifen und dann noch auf der rechten Seite die Wiedergabe sozusagen deiner Musik oder Musikquelle. Ob du jetzt Radio, Bluetooth oder was weiß ich hörst, kriegst du dort angezeigt. Dann gibt es noch das große Hauptdisplay, das eben in der Mittelkonsole vorzufinden ist. 12,3 Zoll groß ist es, erinnert weniger an ein Tablet und bietet eigentlich alle Einstellmöglichkeiten für den U5, werden darüber vorgenommen. Alle Einstellmöglichkeiten hört sich viel an, im Vergleich zu anderen Stromen fallen die allerdings eher gering aus, muss man anmerken, zumindest in der aktuellen Version, wo ich es hatte. Man bekommt den Zugang zum Infotainment-System noch und hat die Möglichkeit, Apple- oder Android-Geräte zu koppeln, was wichtig ist, da diese eben auch für die Navigation genutzt werden. Auch hier der Tipp, dann vielleicht gleich den USB-Anschluss. Ladeport zu nutzen, der in der Mittelkonsole vorzufinden ist, damit das Handy eben nicht zu viel Energie zieht, beziehungsweise man nur die Hälfte der Strecke zurückgelegt hat und auf einmal ist das Handy leer, man weiß nicht weiter. Einstellen kann man unter anderem über das Tablet-ähnliche Bediensystem sozusagen das Rekuperationsverhalten des U5 in drei Stufen. Entsprechende Taster hierfür am Lenkrad fehlen, also da muss man dann schon bewusst reingehen und sich miteinander auseinandersetzen, um das eben zu steuern. Aber das einfach mal so als kurzen Überblick im Innenraum. Starten tut man den AWS U5 auch ganz simpel. Nicht über einen Startknopf oder mit Schlüssel rein, sondern einfach Tritt auf die Bremse. Das System fährt hoch. Eher langsam im Moment noch, also es könnte einen Ticken schneller gehen aus meiner Sicht. Fahrbereit ist er zwar dann schon, aber die Anzeige auf dem Tablet fehlt eben noch. Ich denke, da kann man nochmal in puncto Reaktionszeit was machen. Die Kopplung vom Smartphone hat ganz gut funktioniert. Einfach die passende App dazu im Play Store runtergeladen, in meinem Fall bei Android. Bei Apple iOS sollte das, denke ich, genauso einfach gehen. Konnte ich jetzt nicht testen. Aber gehe ich von aus, dass das auch kein Problem darstellt. Für mich so das einzige Manko, aber auch das ist ein Software-Thema, was man beheben kann, ist die Tatsache, dass wenn man Bluetooth-Wiedergabe gestartet hat, es von der Verkehrsmeldung unterbrochen wird, dann wieder händisch zurückkehren muss in die Bluetooth-Wiedergabe. Das heißt nicht, dass es unterbrochen wird und dann wieder automatisch weitergeht. Das sind so kleine Feinheiten, die einfach dieses Fahrgefühl aus meiner Sicht dann nochmal angenehmer machen würden. Dann ist es eben auch so, dass der U5... Oder dass Aiways ein ähnliches Konzept verfolgt wie Polestar vielleicht mit seinen Fahrzeugen, um da einfach mal den Vergleich zu ziehen, unabhängig von dem Modell, was man anbietet. Und zwar, dass es eben schon ausgestattet auf die Straße kommt. Das heißt, als Kunde habe ich eigentlich nur die Wahl zwischen zwei aktuellen Modellen, das Standard- und das Premium-Modell. Die setzen beide auf die gleiche Motor- und Batterieleistung. Auch natürlich das gleiche großzügigere Raumangebot, wie Aiways zu verstehen gibt. Aber Unterschiede gibt es dann beispielsweise in der Innenausstattung, dem Panorama-Sonnendach oder dem Fußsensor zum Öffnen des Kofferraums. Ansonsten hat man da eben keine Unterschiede. Man hat auch nicht die Möglichkeit, im Online-Konfigurator dann noch entsprechend irgendwas einzustellen, sondern muss sich dann damit zufrieden geben. Macht es natürlich um einiges einfacher, weil man hat wieder eine klare, Es wird für jeden ersichtlich, dass da transparent das Ganze abgebildet ist und man muss sich nicht wieder mit Kleinigkeiten auseinandersetzen, sondern man weiß, man bestellt dieses Standardmodell und hat damit auch quasi genau das gleiche wie der Nachbar nebenan, wenn der jetzt auch ein U5 bestellen würde in der Ausstattung. Aufgefallen ist mir bei dem ESW, der ja doch eher modern daherkommen sollte oder auch äußerst angenehm ansprechend, dass jetzt gerade im Winter die Sitzheizung fehlt, also eher die Heizung im Moment, also auch die Lenkradheizung ist natürlich kein Muss, wäre aber nice to have einfach aus meiner Sicht, weil es das Fahren doch um einiges angenehmer machen würde. Das einfach mal so als groben Überblick über den SUV in Bezug auf Design von außen und innen. Jetzt würde ich mich noch der Leistung und der Batterie des Fahrzeugs widmen. Und da steigen wir doch direkt ein. Und zwar soll der U5 laut Aiways... neue Maßstäbe in Bezug auf Effizienz, Reichweite und Leistung auf den Markt bringen sozusagen. Das Thema Reichweite ist natürlich so eine Sache, wird ja immer angegeben in verschiedenen Zyklen, in dem Fall oder aktuell gängig der WLTP-Zyklus und da wird der U5 mit so um die 410 Kilometer eingestuft, allerdings weiß jeder, der schon E-Auto gefahren ist, dass man das halt nicht unter in Anführungsstrichen Laborbedingungen fahren kann im Alltag, d.h., Die realistische Reichweite wird dann doch darunter angesetzt. Ein wenig Einordnung konnte ich betreiben durch die Erfahrung, die ich eben mit dem Stromer gesammelt habe. Eine Strecke meines Weges von München in meinen Heimatort zurück waren so rund 360 Kilometer. Die Restreichweite laut Displayanzeige waren 356 km bei 93% Akkustand, die rein theoretisch möglich gewesen wären. Das heißt, bis auf 4 km wäre ich tatsächlich an meinen Heimatort rangekommen, wenn er denn unter Idealbedingungen gefahren werden würde. Das hat natürlich zum einen mit der Geschwindigkeit, zum anderen mit dem Verkehr, als auch mit dem Thema Rekuperation zu tun, wie auch dann die Wetterbedingungen. Und da ist Schnee, Winter, kalte Temperaturen natürlich nicht so das Beste. Zudem waren ungefähr 90% meiner Wegstrecke kalt. Und da ist man ja auch nicht gerade mit 50 kmh nur unterwegs, sondern im Schnitt so zwischen 110 und 130 kmh, war zumindest mir so der Fall, bei mir so der Fall. Und dann ist es auch so, dass selbst der 63 kWh Akku relativ schnell leer werden kann. Ich musste zweimal laden unterwegs, einmal habe ich eine Pause gemacht. Ja, nach ungefähr 160 Kilometer Fahrt, da hatte ich dann noch eine Restreichweite von 86 Kilometer bei einem Akkustand von 22 Prozent. Wie gesagt, erhöhte Reisegeschwindigkeit, Wetter, als eben auch die Tatsache, dass es Autobahn war, wo ich unterwegs war, mit der erwähnten durchschnittlichen Geschwindigkeit. Das heißt, die Reichweite ist spürbar mit jedem Kilometer zurückgegangen und dann halt eben nicht nur um einen Kilometer, den ich gefahren bin, sondern um ein mehrfaches davon. Es ist zwar so, dass der U5 auf ein neuartiges Batteriekonzept in Sandwich-Bauweise setzt, um das vereinfacht ausgedrückt zu sagen, damit auch eine reale Reichweite von nahezu 300 km bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu erreichen sind. Also da ist dann ja auch schon das Thema Temperatur berücksichtigt, aber wir waren halt gerade um diesen Gefrierpunkt unerhöhte Reisegeschwindigkeit, von daher war es nachvollziehbar, dass da doch schneller reist. Ja, Reichweite abgebaut wurde, um es einfach so auszudrücken. Geladen habe ich dann an der ersten Ladestation in dem DC-Lader mit 50 Kilowatt Leistung ungefähr eine halbe Stunde, um wieder ein wenig Energie in den Akku reinzubringen, um mir dann aber einen schöneren Ladestandort sozusagen zu finden und auch einer, der ein wenig mehr Leistung mit sich bringt. Das war dann ein HPC-Lader, wo ich dann auch die rein theoretische maximale Ladegeschwindigkeit des Stromers von 90 Kilowatt ausnutzen konnte. Dann bin ich dort angefahren mit rund 15% Restkapazität des Akkus und nach gut 40 Minuten, also sogar ein wenig drunter, war ich schon bei um die 84% angelangt. Also das deckt sich tatsächlich dann auch mit den Angaben von Aiways, die im technischen Datenblatt des U5 vorzufinden sind. Da steht nämlich drin, dass an einer Gleichstromladestation in nur 27 Minuten von 30% auf 80% aufgeladen werden kann. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass ich ein wenig darunter gestartet bin, oder was heißt ein wenig, nochmal 15% darunter gestartet bin, waren das ja dann doch ganz ordentliche Ladezeiten. Die durchschnittliche Ladegeschwindigkeit, wenn man sich da informiert über den U5, wird mit 70 kW angegeben. Die Spitze liegt eben bei den erwähnten 90 kW. Wenn man jetzt den Stromer daheim laden möchte, kann man das auch machen mit einem Typ 2 Stecker, einem 6,6 Kilowatt Wallbox beispielsweise. Und da lädt man ihn weniger als 8 Stunden über Nacht von 20 auf 100% der Kapazität auf. So diese Aussage von Aiways konnte ich jetzt nicht testen, weil, wie gesagt, ich habe hier nur Schnelllader zur Verfügung, die ich genutzt habe. Und die decken sich aber auch so mit den Aussagen ab. Was mich wenig verwirrt hat oder was aufgestoßen ist, ich habe es zumindest nicht gefunden im System, im Infosystem von Aiways, Angaben über den Verbrauch. Deswegen kann ich da jetzt auch keine eigenen Erfahrungen geben. Auch rechnerisch wäre das jetzt nicht richtig, weil ich halt nicht unter normalen Bedingungen im Alltag dann eben so die Strecke zurücklegen könnte. Covid-Zeit dank, da ist man ja auch nicht so viel aktiv, da doch viel im Homeoffice ja auch gearbeitet wird bei mir. Und daher kann ich mich jetzt nur auf die Aussage von AWS selbst stützen, die den Verbrauch mit 16,6 Kilowattstunden pro 100 Kilometer angeben. Der wird natürlich auch unter besseren Bedingungen darüber liegen, wie viel mehr wird man dann eben bei einem kommenden Testbericht sehen müssen sozusagen. Zur Leistung sei zu sagen, dass der New 5 mit einer Spitzenleistung von 140 kW und 315 Nm Drehmoment daherkommt und die Höchstgeschwindigkeit ist glaube ich bei um diese 160 kmh erreicht. Im Fahren selbst kann man beim U5 auf drei Fahrmodi, Eco, Normal und Sport zurückgreifen. Die bremsen oder drosseln das Ganze dann natürlich ein wenig, fahren die Verbraucher zurück, so wie man das eben aus anderen E-Autos auch kennt. Ich war im Rahmen meines Tests eigentlich 90% der Zeit im Eco-Modus unterwegs und habe mich dabei aber auch nicht sonderlich eingeschränkt gefühlt. Selbst auf der Autobahn ist er da gut vorangekommen, muss ich sagen. Wo kann man jetzt ein U5 kaufen, wenn man Interesse hat? Ja, nicht eigentlich beim Autohändler deiner Wahl, sondern beim Elektrofachmarkt Euronics. Dort ist der Vorverkauf im Mitte August 2020 gestartet für den U5 in den zwei Ausstattungen, einmal Standard, einmal Premium. Kostenpunkt 37.990 für die Standardvariante, 40.990 Euro für die Premiumvariante. Man hat den Vorteil, dass man bei beiden Modellen aufgrund des Netto-Listenpreises Ja, die den vollen Umweltbonus von 9.480 Euro profitieren, absetzen kann. Das macht dann doch schon nochmal einiges aus und dafür kriegt man dann doch ein ganz rundes Fahrzeug. Mich hat soweit überzeugt, nach rund 801 Kilometer, wie ich im dazugehörigen Beitrag geschrieben habe, die ich zurückgelegt habe, natürlich waren es ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger, aber es war schon eine ordentliche Strecke, die wir zurückgelegt haben, damit hauptsächlich Autobahn, wie gesagt. Ähm, Exterieur, Interieur, vollkommen überzeugend aus meiner Sicht, wenn da jetzt noch das nächste Display für die Klimaanlage mit dazu kommt, noch ein Handschuhfach und weitere Kleinigkeiten, die uns Annika gleich erklären wird, überzeugt das nochmal mehr. Die Reichweite war auch ausreichend, wie gesagt, da ist jetzt kein fairer Vergleich möglich, da doch das meiste auf Autobahn unterwegs war. Nachrüsten könnte man in puncto Software, sprich Startgeschwindigkeit des Systems, Infopunkte, die man reinbringen könnte, Verbrauch, Rekuperation, was habe ich zurückgelegt und so weiter. Auch das Bespielen der seitlichen Fahrraddisplays links und rechts von dem Hauptdisplay, dass man die vielleicht selbst bespielen kann mit Inhalten, Energieverbrauch, Navi-Anzeige und so weiter, wäre glaube ich ein Plus. Und das ist auch was, wo AVS ansetzen kann, weil es sind Software-Themen, das heißt, selbst bei älteren Modellen könnte man das wahrscheinlich einfach nachjustieren. Das heißt, ich muss das Fahrzeug an sich nicht komplett umkrempeln, weil das steht gut da, so wie es da steht und hat mich so in dem ersten Schnelltest, den ich machen konnte, ja doch gut überzeugt. Von daher, das waren jetzt meine persönlichen Erfahrungseindrücke im Fahrzeug. Artikel zur heutigen Podcast-Folge findest du dann noch eine Vielzahl von Fotos und weiterführende Informationen, die ich jetzt hier nicht alle mit reingepackt habe, kannst du es dir auch nochmal in Ruhe durchlesen und ich würde jetzt direkt in das Gespräch mit Annika übergeben, wo wir einfach auch nochmal uns ein wenig mehr über AWS, den AWS U5, als auch den Ausblick in die Zukunft des Unternehmens unterhalten. Auch da viel Spaß. Hi Annika, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um dich heute mit mir ein wenig über Aiways zu unterhalten. Deren ESUV U5, der jetzt seinen Marktstart in Europa bzw. Deutschland gefeiert hat. Und ja, einfach, dass wir da ein bisschen mehr darüber erfahren. Aber bevor wir da jetzt eintauchen und mehr über deinen Arbeitgeber erfahren, kannst du dich vielleicht mal kurz vorstellen.

  3. Annika Wild:

    Genau, mein Name ist Anika Wild und ich bin die Pressesprecherin für Iways in Europa, für Iways Europe. Ich bin seit circa sechs Monaten an Bord und zähle damit schon zu den alten Hasen. Wir haben letzten Sommer ungefähr mit zehn Mann, also nicht angefangen. Einige Kollegen sind auch noch länger als diese Zeit dabei. Aber da hat so das Team angefangen, sich zusammenzuwürfeln. Und jetzt sind wir inzwischen ungefähr 30 Leute.

  4. Sebastian:

    die dann von München aus, wenn ich es richtig weiß, die Marke Aiways hier in Europa vertreten.

  5. Annika Wild:

    Korrekt, genau. Die Europazentrale von Aiways ist in München, genau.

  6. Sebastian:

    Okay, und jetzt kannst du ja vielleicht zu Aiways auch ein paar Worte verlieren. Wer ist denn dahinter verbirgt, was ihr denn aktuell so auf die Straße bringt, was ihr vorhabt, damit sich einige Zuhörer, ich sage mal, denen das vielleicht noch nichts sagt, dann auch was darunter vorstellen können.

  7. Annika Wild:

    Ganz kurz nochmal zum Namen. Das fragen mich immer viele. Es ist Aiways. Und ich Aiways. Genau. Sieht man ja dem Namen so nicht an. Aiways ist ein Elektroautostartup aus China mit Sitz in Shanghai. Gegründet 2017 von Samuel Fu und Gary Gu. Zwei sehr erfahrene Manager aus der Automobilbranche mit dem Ziel, Elektromobilität erschwinglich zu machen, zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Für jedermann, sie haben gesagt, das soll nicht nur für wohlhabende Leute sein, aber dennoch höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen. Es gibt, wie viele vielleicht auf unserer Website schon gesehen haben, Eine Fabrik in Shanghai, die wurde innerhalb 14 Monaten hochgezogen. Dort arbeiten 1400 Mitarbeiter im Headquarter, Entschuldigung, arbeiten 1400 Mitarbeiter in der Fabrik 400 Werker. Und hier am Standort in München sind wir, wie ich eben schon gesagt habe, 30 Leute. Das ist ein Sales und Marketing Team und ein technisches Entwicklungscenter.

  8. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für die Einordnung. Das ist ja schon mal eine Ansage innerhalb von 14 Monaten, dann so eine Produktionslinie auch an den Start zu bringen. Und ihr seid ja, wenn ich es richtig weiß, gestartet jetzt mit einem E-SUV, dem U5, der erst im März 2019 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde. seit Dezember 2019, also ein bisschen mehr als ein halbes Jahr später, in China auf den Markt gekommen ist und jetzt seit August 2020 auch hier in Deutschland vorverkauft wird. Vielleicht kannst du ja einfach den U5, wenn das euer erster E-SUV ist, kannst du denen vielleicht ein wenig vorstellen, was erwartet man oder was bekommt man geboten, wenn man sich den SUV anschaut, wo unterscheidet er sich vielleicht von den Wettbewerbern am Markt und was macht ihn so besonders?

  9. Annika Wild:

    Genau, der U5 bietet erstmal unglaublich viel Platz. Ich sage das gleich vorneweg, weil das ist das, was allen als erstes auch auffällt, sobald sie ihn live sehen und mal die Tür aufmachen. Er ist sehr puristisch im Design, innen sowie außen. Auch das sieht man auf den ersten Blick, sobald man einen Blick in den Innenraum wirft. Man wird nicht überfordert mit vielen Knöpfen. Es gibt einen Knopf und einen zentralen Screen, über den die ganzen Bedienfunktionen laufen. Und ist sehr clean gehalten und damit auch überschraubar. Verfügt über eine Reichweite von 400 beziehungsweise 410 Kilometern laut WLTP. Verfügt über eine innovative Karosserie in hochfester Aluminium-Stahl-Bauweise. Finde ich besonders spannend, weil das relativ neuartig damals war und selbst auch entwickelt wurde. Das heißt, das Chassis ist extrem belastbar und auch viermal so fest wie herkömmliche Karosserien, was auch ein wichtiger Bestandteil der Sicherheit ist des Fahrzeuges. Auch die Batterie hat eine besondere Sandwich-Bauweise. Das heißt, sie verfügt über eine mehrlagige Schutzschicht zur Trennung der Trocken- und Nassbereiche der Zelle. Auch eine Neuheit, ein Novum in diesem Bereich, auch entwickelt von den Ingenieuren von Aiways in China. Das Auto kommt seelenmäßig mit vielen, vielen Assistenzsystemen wie toter Winkelerkennung, Spurhalteassistent, Lane Departure Warning. Und so weiter und so fort, schon in der Standardversion. Also es gibt ja die Standard- und die Premium-Version und bereits die Standardversion verfügt über all diese Assistenzsysteme, die beispielsweise bei einigen Wettbewerbern ja alle nochmal Aufpreise kosten. Das Premium-Modell verfügt darüber hinaus noch über den automatischen Parkassistenten.

  10. Sebastian:

    Okay, dann erstmal vielen Dank da für die Einordnung des Fahrzeugs. Also ich muss ja sagen, ich konnte ihn jetzt vor unserem Gespräch auch schon ein paar Tage Probe fahren, bin ihn ja unter anderem von München nach Hause gefahren und ja, die schiere Größe hat mich auch ein wenig überfordert oder überrascht, sagen wir es mal so, als ich ihn zuerst gesehen hatte. Das hast du ja auch live und in Farbe mitbekommen, weil du mir ja das Fahrzeug übergeben hast. Und muss sagen, also live schaut er doch noch um einiges voluminöser aus, als man ihn dann von den Fotos her vielleicht schon in Erinnerung hat, das Fahrzeug. Aber eher positiv, muss ich ganz ehrlich sagen. Und was mir besonders gut gefallen hat, ist auch dieser Minimalismus, den ihr da zutage legt. Auch diese Reduktion auf das Wesentliche, weil ich finde nichts schlimmer, als wenn ein Auto komplett überladen ist mit Knöpfen. Du weißt gar nicht, wo du hindrücken musst. Wenn du jetzt da, ich sage mal übertrieben gesagt, nur die Scheibe runter machen möchtest, das habt ihr dann doch ganz gut gelöst. Jetzt würde ich allerdings eher gerne auf den praktischen Aspekt übergehen oder auf das Thema, was auch immer aufkommt mit E-Autos, die Reichweite natürlich. Da habt ihr gesagt, 410 Kilometer nach WLTP. Ich bin das Fahrzeug von München nach Hause gefahren, war eine Strecke von 360 Kilometer. Auf der Anzeige stand 356 Kilometer Restreichweite bei einer Kapazität von 93 Prozent des Akkus, die noch voll war. Also rein theoretisch hätte es mir gereicht. Praktisch war es dann natürlich nicht so. Das heißt, nur um das den Hörern vielleicht auch nochmal einzuordnen, dieser WLTP-Wert ist ja eher ein Laborwert sozusagen. Und je nachdem... wie man dann unterwegs ist, fällt der Verbrauch höher oder niedriger aus. Und zudem spielt ja die Temperatur eine Rolle. Das kannst du, denke ich, so bestätigen. In dem Zusammenhang dann aber auch vielleicht nochmal der Verweis auf die Sandwich-Bauweise, weil da macht ja auch Airways was ganz Besonderes sozusagen. Es sorgt ja nicht nur für mehr Sicherheit, so wie ich das mitbekommen habe, sondern eben auch für die Tatsache, dass die Reichweite trotzdem hochgehalten wird, trotz niedriger Temperaturen. Vielleicht kannst du das Ganze mal ein wenig einordnen.

  11. Annika Wild:

    Ja, richtig. Sebastian, wie du schon eingeordnet hast, WLTP-Werte, ich meine, das ist jetzt für die, die Ahnung haben, jetzt auch nichts Neues, aber trotzdem muss man immer noch mal darauf hinweisen, das sind Prüfstandtests, das sind standardisierte Prüfverfahren, die zum Ziel haben, sehr nah an die Realität heranzukommen, so nah wie möglich, aber eben nicht komplett die Realität eines jeden einzelnen Fahrers abbilden können. Und es dient natürlich dazu, Vergleichbarkeit zu schaffen und einen Standard einzuführen, an dem sich Kunden orientieren können. Kurz zur Einordnung. Du bist ja das Modelljahr 2020 gefahren. Das hat eine Reichweite von 384 Kilometern maximal. Und du bist es, wie du ja auch schon gesagt hast, in nicht so super optimalen Bedingungen gefahren, nämlich im Winter. Es ist sehr kalt gewesen. Als ich dir das Auto beigeben habe, hat es geschneit. Es hat einen Tag lang gestanden. Die Batterie war kalt. Wie du gefahren bist, weiß ich nicht. Aber das sind natürlich alles Faktoren, die die Reichweite drücken. Und das ist halt auch ein Thema, was alle Elektroautos derzeit haben. Ich meine, jeder, der Berichte liest, Fahrberichte. Also ich mache es natürlich auch von Vergleichsmodellen oder von Wettbewerbern, meine ich jetzt. Und ich sehe dieses Thema immer wieder benannt, dass sie im Winter unter diesen Konditionen nur schwer an die WLTP-Reichweite herankommen.

  12. Sebastian:

    Ja, also das kann ich nur bestätigen. Das ist auch nichts, was eurem Fahrzeug eigen ist sozusagen, sondern das ist auch bei anderen E-Autos dann der Fall, dass gerade diese Temperaturen und diese widrigen Bedingungen ihren Teil dazu beitragen. Zum anderen natürlich war 90 Prozent meiner Strecke Autobahn, wo ich natürlich auch nicht nur mit 70 kmh gefahren bin, sondern wenig schneller unterwegs. Und kann da aber positiv anmerken, dass euer U5 ja drei verschiedene Fahrmodi mit sich bringt, Eco, Normal und Sport. Ich bin auch den größten Teil der Strecke in dem Eco-Modus gefahren, habe mich da aber eigentlich nicht ausgebremst gefühlt. Also so, dass der Verkehr irgendwie zu stark an mir vorbeigezogen ist. Vielleicht kannst du da auch nochmal sagen, was ihr von der Technik her regelt, sage ich mal, oder wo die eingreift, je nachdem, welchen Fahrmodi ich da gewählt habe.

  13. Annika Wild:

    Wie meinst du das jetzt, Sebastian?

  14. Sebastian:

    Also normalerweise ist es so, dass, ich sage mal, bei anderen Modellen erkenne ich es so, wenn du in einem Sportmodus unterwegs bist, dann spricht das E-Auto ein wenig schneller an. Der Drehmoment wird voll ausgenutzt. Wenn ich jetzt im EQR unterwegs bin, wird der Drehmoment ein Stück runter geregelt, die Höchstgeschwindigkeit, die Verbraucher zurückgefahren. Ich denke, das wird bei euch ähnlich sein dann vom Prinzip her.

  15. Annika Wild:

    Ja, ja. Und die Rekuperationsstufen sind dann entsprechend da noch eingestellt. Die kannst du ja auch noch manuell einstellen, aber die sind ja hauptsächlich was, was dann nochmal auch die Range positiv beeinflussen kann.

  16. Sebastian:

    Annika, zur Rekuperation noch. Das geht über die Fahrmodi. Das Gefühl hatte ich auch beim Fahren, dass das dann eben unterschiedlich angesprochen hatte. Aber im Gegensatz zu anderen E-Autos, die ich jetzt schon gefahren bin, habt ihr nicht diese typischen Wippen am Lenkrad dran, um die Rekuperationsstufen einzustellen? Wenn ich es richtig weiß, geht das bei euch in Anführungsstrichen nur über das Bedienelement, das dann eben mittig auch platziert ist, wo ich dann solche Einstellungen vornehmen kann.

  17. Annika Wild:

    Richtig. Du hast in der Mitte das große Screen, wo du das manuell einstellen kannst. Und natürlich adaptiert das natürlich auch in den entsprechenden Fahrmodi. Wie du gesagt hast, Eco, Normal und Sport, verändert sich natürlich auch das Rekuperationsverhalten im Auto.

  18. Sebastian:

    Okay, gut. Jetzt ist es ja so, egal wie viel ich rekuperiere oder wie langsam ich fahre, irgendwann geht der Akku halt mal zur Neige, so wie bei einem Verbrenner natürlich auch der Tank irgendwann leer wird. Da muss ich den U5 natürlich auch nachladen. Ihr bietet die Möglichkeit an, über Typ 2, also auch CCS-Stecker nachzuladen. Vielleicht kannst du ja ein paar Worte über die Lademöglichkeiten an sich verlieren. Also mit was wird er denn am Markt angepriesen und was kann ich erwarten, wenn ich jetzt mit einem, ich sag mal 10, 20 Prozent vollen Akku an die Ladestation fahre, wie schnell kann ich wieder weiterfahren?

  19. Annika Wild:

    Ja, also grundsätzlich hast du die Möglichkeit, wie in den meisten anderen Autos ja auch, schnell zu laden und da sind bis zu 90 kW drin, Ladeleistung. Das hängt natürlich auch hier wieder ab von der Außentemperatur, von der Batterietemperatur und auch, wie voll oder leer die Batterie ist. Das ist innerhalb von 35 Minuten möglich, von 20 auf 80 Prozent. Man soll ja nicht weiter als das gehen, auch dann verringert sich ja die Ladeleistung Also das bis 80 Prozent ist ja immer so der optimale Wert. Zu Hause kann das Fahrzeug geladen werden mit bis zu 6,6 kW von 0 bis 100 Prozent in 10 Stunden, haben wir angegeben. Voraussetzung ist natürlich, dass deine Hausleitung 32 Ampere leisten kann. Bei vielen ist das nicht der Fall. Die haben 16 Ampere und dann ist die Ladeleistung bis zu 3,7 kW.

  20. Sebastian:

    Okay, danke für die Einordnung. Also was ich sagen kann zum Schnellladen, das konnte ich ja testen, weil ich ja dann doch einen Ladestopp eingelegt habe unterwegs und habe mich da doch sehr nah an euren Werten tatsächlich bewegt, was erfreulich für mich ist, dass dann auch gehalten wird, was versprochen wird, weil das war bei anderen Fahrzeugen in der Vergangenheit nicht immer so der Fall. Aber in dem Fall, trotz der widrigen Bedingungen, war ich da sehr nah an den Ladezeiten. Also das kann man mal positiv auf jeden Fall noch hervorheben. Mhm. Und jetzt wissen wir Reichweite, Leistung. Kannst du vielleicht noch ein paar Worte dazu verlieren, wie viel Leistung der E-Motor eben auf die Straße bringt? Wenn ich es richtig weiß, ist der U5 ja aktuell nur ein Frontantriebler, hat aber die Möglichkeit, aufgrund der Plattform auch in künftigen Modellen vielleicht als Allrad daherzukommen.

  21. Annika Wild:

    Richtig, ist momentan jetzt für den U5 nicht geplant. Genau, es ist ein Frontantriebler. Wir reden, wenn wir jetzt vom 2021er Modell sprechen, von einer Leistung von 150 kW statt 125, was du jetzt in einem 2020er Auto hattest. Vielleicht kommen wir auch gleich dann zu den Unterschieden nochmal zu sprechen, was ja viel gefragt wird. Was jetzt der Unterschied zwischen 2021 und 2020er Modell ist, das hat einen grundsätzlich neuen Motor, eben 150 kW statt 120 kW. Eine schnellere Beschleunigung, wenn man es direkt vergleicht, merkt man das auch sehr deutlich. Dann die höhere Range, also 410 beziehungsweise 410. 400 Kilometer statt 406 beziehungsweise 384 Kilometer, wie das Auto jetzt hat, das du gefahren bist. Es wird einen Wireless Phone Charger geben und einen zweiten Screen unter dem großen mittleren Screen unten zur Bedienung der Klimaanlage. Und die Premium-Version wird zusätzlich noch einen Fußsensor für den Kofferraum haben, den man dann automatisch öffnen kann.

  22. Sebastian:

    Vielen Dank auf jeden Fall schon mal für die Unterschiede. Da wäre ich auch drauf zu sprechen gekommen. Was mich jetzt noch interessieren würde, ändert ihr dann am Preis maßgeblich was zum 2020er Modell oder bewegt man sich da in einem ähnlichen Rahmen dann?

  23. Annika Wild:

    Ne, die Preise sind kommuniziert. Die haben sich natürlich leicht verändert aufgrund der 16 beziehungsweise 19 Prozent Mehrwertsteuer. aber nicht, weil wir jetzt die Preise verändert hätten. Und von daher liegen wir da bei 39.000 beziehungsweise 42.000. Also ich runde jetzt ein bisschen, damit es kommentar ist. Genau, aber da haben sich die Preise jetzt nur minimal angepasst. Und wir haben ja jetzt das 2020er-Modell in Deutschland zum Beispiel jetzt auch gar nicht angeboten. Also das, was die Kunden auch letzten Sommer im Rahmen der Vorverkaufstour bestellt haben, war schon das 2021er-Modell.

  24. Sebastian:

    Das hört sich ja gut an. Das heißt, man kriegt für fast das gleiche Geld mehr Leistung und mehr Angebot von eurer Seite aus. Ist ja positiv. Wenn wir jetzt schon bei dem Thema Vorbestellung sind, ist der Sprung zum Vertrieb natürlich gering. Was für ein Vertriebsmodell habt ihr? Beliefert ihr verschiedenste Händler damit mit dem Fahrzeug? Habt ihr eigene Händler? Setzt ihr auf einen Online-Vertrieb? Vielleicht kannst du auch dazu ein paar Worte gerade jetzt speziell für den deutschen Markt verlieren.

  25. Annika Wild:

    Ja, speziell in Deutschland oder auch generell setzen wir auf den Online-Vertrieb. Wir sind ja ein Startup, was keine Historie hat und damit auf ein festes Händlernetzwerk aufbaut. Wir haben da keine alten Zöpfe, die es abzuschneiden gilt und konnten somit nochmal komplett das Vertriebsmodell aufsetzen für uns. Und was natürlich auch sehr kosteneffizient ist, weil es eine schlanke Struktur mit sich bringt. Und das ist was, was dem Preis des Autos ja auch wieder zugute kommt. Aber natürlich reicht das ja nicht, wenn ich ein Auto nur online bestellen kann. Ich will das ja auch mal sehen und auch mal fahren. Und dafür haben wir unseren Partner Euronics, die Elektrofachhandelskette in Deutschland, eine der größten mit einem sehr hohen Netzwerk in Deutschland. Also es hat niemand wirklich weit bis zum nächsten Euronics-Fachhandel. Und sie haben an, ich glaube, 45 Standorten Dann auch Probefahrten, also Testfahrzeuge zur Verfügung, wo man Probefahrten buchen kann und das Fahrzeug auch ausprobieren kann und natürlich auch eine kompetente Beratung erhält, was natürlich ein Elektronikfachhandel wie Euronics sehr gut leisten kann, weil wer ist erfahrener als die, wenn es dann darum geht, auch in Sachen Ladeinfrastruktur und so weiter auch zu beraten.

  26. Sebastian:

    Das hört sich auf jeden Fall gut an und sehe ich auch so, dass ihr da ja schon Spezialisten mit an Bord geholt habt und der auch mit der Technik dann, die ja doch noch mal ein wenig anders ist als bei einem Klassenverbrenner, Interessierte sozusagen abholen kann. Das macht doch schon viel her. Bietet ihr neben dem Reinkauf das Fahrzeug auch zum Leasing an oder ist das auch mal irgendwann angedacht dann in Zukunft?

  27. Annika Wild:

    Aktuell bieten wir nur gewerbliches Leasing an. Natürlich ist privates Leasing notwendig. auch geplant. Ich kann nur noch nicht genau sagen, wann genau. Derzeit ist nur Kauf und gewerbliches Leasing möglich.

  28. Sebastian:

    Und das wäre dann aber auch, also gewerbliches Leasing über euch direkt oder euren Vertriebspartner dann quasi?

  29. Annika Wild:

    Ja, nee, also gekauft oder geleast, also die Bestellung erfolgt ja immer über uns direkt. Euronics ist quasi jemand, wo man hingeht, um sich beraten zu lassen. Aber Euronics verkauft das Auto in dem Sinne nicht. Das läuft über Einweisung.

  30. Sebastian:

    Okay, also kann man das dann über euch direkt eben, kann ich mich entscheiden, Gewerbeleasing oder Kauf und das läuft dann über eure Plattform eben ab?

  31. Annika Wild:

    Richtig, genau.

  32. Sebastian:

    Okay, dann jetzt habt ihr letztes Jahr die Vorbestellung gestartet, im August war das, wenn ich mich richtig entsinne. Kannst du was sagen dazu? Habt ihr schon jetzt begonnen mit der Auslieferung des aktuellen Modelljahres oder wann ist das angedacht? Und werden auch schon Zahlen kommuniziert, wie die Nachfrage jetzt hier Deutschland, Europa ist, vielleicht auch China, dass man da so einen Vergleich sieht, wie ihr jetzt auf den unterschiedlichen Märkten ankommt?

  33. Annika Wild:

    Konkrete Verkaufszahlen kommunizieren wir nicht. Was wir aber gesagt haben, ist, dass wir im Rahmen der Vorverkaufstour letzten Sommer die ersten 200 Fahrzeuge verkauft haben. Und die Zahlen nennen wir deswegen, weil wir natürlich gespannt waren, wie es überhaupt funktioniert. Die Initiative kam über Euronics, weil die sagten, es gibt sehr, sehr viele Kunden, die ein großes Interesse haben und somit haben wir kurzerhand eine Vorverkaufstour mit Ronix gemeinsam organisiert. Und man muss ja dazu sagen, wir haben ja bisher keine Werbung geschaltet. Wir haben an Pressearbeit eher wenig gemacht bis dahin. Es gab keine Testfahrzeuge, die groß unterwegs waren in der Presse. Und das war schon toll zu sehen, dass dann aus dem Stand weg die ersten 200 Fahrzeuge von Leuten geordert wurden, die sich über YouTube-Videos und Social-Kanäle zu dem Auto informiert hatten. und zum größten Teil einfach auch nur mal kurz drin sitzen wollten, um das bestätigt zu haben, was sie eh schon im Kopf zu dem Fahrzeug hatten. Generell sind wir jetzt in Deutschland am Start, in Belgien, in Holland und in Frankreich. Und über Europa hinaus, auch in Israel und La Reunion. Und in China schon etwas, aber auch nur kurze Zeit länger im Verkauf schon aktiv. Dort sind über 1000 Fahrzeuge verkauft worden. Man muss dazu sagen, auch die haben, wie wir, immer im Lockdown gestartet. Also wir sind sehr Lockdown und Corona-Pandemie erfahren gewesen. Denn als China vor uns an den Markt ging Anfang 2020, war ja in China quasi alles dicht. Und somit konnten die auch erst zeitverzögert im Sommer mit ihren Verkäufen starten.

  34. Sebastian:

    Okay, dann da vielen Dank für die Einordnung der ganzen Geschichte. Und ja, wie gesagt, in so einem kurzen Zeitraum dann die 200 Fahrzeuge abzusetzen, ohne nennenswerte Werbung dafür, ist ja schon eine Ansage. Da kann man sich ja darauf freuen, was da noch so kommt.

  35. Annika Wild:

    Genau, das tun wir auch.

  36. Sebastian:

    Ja, wie schauen denn die Pläne jetzt nach dem Start des U5 in Europa aus oder wie wird es jetzt weiter ausgerollt? Jetzt hast du ja ein paar Märkte schon gesagt, wo er gestartet ist. Fahrt ihr da jetzt erstmal die Auslieferung hoch oder geht ihr jetzt in weitere Märkte rein und wie geht es generell für euer Unternehmen? Was sind da die weiteren Pläne sozusagen?

  37. Annika Wild:

    Naja, momentan stecken wir noch voll in der Phase, uns in Europa, unser Netzwerk in Europa auszubauen und in weiteren Ländern zu launchen. Also es gibt ja noch die nordischen Länder, Norwegen, Schweden und Dänemark. Es gibt noch Österreich und Schweiz, die wir konkret auf dem Plan haben für dieses Jahr. Und dann wird unser Ziel sein, uns einfach in den Märkten zu etablieren und unsere Marktposition auszubauen. Und dann im nächsten Schritt natürlich zu gucken, wo sind weitere spannende Märkte in Sachen Elektromobilität, wo könnten wir noch weiter expandieren. Auch da haben wir natürlich Pläne in der Hand, aber das ist jetzt so das, was wir in erster Linie in diesem Jahr verfolgen werden. Und dann kommt ja auch noch das nächste Highlight, schon das nächste Modell, der U6, der für Ende 2021 geplant ist. Natürlich vorbehaltlich aller Pandemieentwicklungen und weiterer Lockdowns sind wir jetzt wie alle anderen auch vorsichtig geworden, was die Nennung konkreter Daten angeht. Also wir sagen Ende 2021, da würden wir auch in Europa mit dem U6 starten, parallel zum chinesischen Markt.

  38. Sebastian:

    Okay, das heißt, ihr fahrt da gar nicht so eine Zwei-Markt-Strategie, sondern sagt dann, ihr geht da direkt in China und Europa an den Start dann damit?

  39. Annika Wild:

    Korrekt.

  40. Sebastian:

    Das hört sich doch gut an. Ja, dann erstmal vielen Dank für deine Infos, deine Beantwortung meiner Fragen sozusagen. Ich hoffe, das hat auch bei meinen oder unseren Zuhörern einige offene Fragen geklärt und freue mich, wenn wir einfach in Verbindung bleiben und uns dann vielleicht in sechs, sieben Monaten nochmal unterhalten, wie es denn jetzt voranschreitet bei euch mit der Auslieferung erster Fahrzeuge oder weiterer Fahrzeuge und auch mit den voranschreitenden Plänen für den U6.

  41. Annika Wild:

    Ich freue mich auch. Herzlichen Dank fürs Gespräch, Sebastian. Auf bald.

  42. Sebastian:

    Bis dahin. Das war es jetzt also das Gespräch mit Annika und auch meine Eindrücke, Erfahrungen zum U5 von Aiways. Und ich denke, du konntest da einiges Interessantes mitnehmen, hoffe ich doch. Hast mehr über das Fahrzeug erfahren und kannst natürlich auch im passenden Artikel, der in den Shownotes verlinkt ist, mehr zu dem E-Auto, E-SUV eben nachlesen. Es gibt auch schöne Fotos mit dazu, um einfach so einen ersten Eindruck von dem Fahrzeug zu bekommen. Mehr dann natürlich in einem ausführlichen Test- und Erfahrungsbericht, der bestimmt auch noch im Laufe des Jahres auf elektroauto-news.net folgt. Dir auf jeden Fall erstmal vielen Dank fürs Zuhören und würde mich noch tierisch freuen, wenn du uns eine positive Bewertung bei iTunes hinterlässt, damit wir unseren Podcast einfach noch ein wenig mehr unter das E-Mobilitätsvolk bekommen. Vielen Dank, bis zur nächsten Folge, mach's gut, ciao.