fupyomo: Gibt keine größere Steuerverschwendung als Plug-In-Hybride

Im Gespräch mit Verena Ritscher über Einführung von E-Autos in Unternehmen

Verena Ritscher ist Gründerin und Geschäftsführerin von fupyomo - Future up your mobility - und beschäftigt sich seit etwa 20 Jahren mit individuellen Investitionsfinanzierungen. 2001 kam sie über Sixt Leasing erstmals mit der Automobilbranche in Berührung. Seitdem hat sie diese nicht mehr losgelassen. Nachdem sie erkannt hat, dass E-Mobilität gekommen ist, um zu bleiben, spezialisierte sie sich 2017 auf das Thema Elektro- sowie Zukunftsmobilität im Allgemeinen.

In der aktuellen Podcast-Folge hilft Verena nicht nur dabei den Frauenanteil hier auf Elektroauto-News.net zu heben, sondern gibt ganz interessante Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Schwerpunktmäßig haben wir uns dem Thema "Moderne und nachhaltige Mobilitätskonzepte in Unternehmen" gewidmet. Zudem gibt es gegen Ende der Folge wertvolle Tipps, welche Fallstricke man bei der Einführung von elektrifizierten Fahrzeugen im Unternehmen, gut umgehen kann.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich mir Verena Ritscher vom Unternehmen Future Up Your Mobility an die Seite geholt, um mich über das Thema E-Autos, Plug-in-Hybride in der Flotte von Unternehmen zu unterhalten. Mit Future Up Your Mobility, wie ihr Unternehmen abgekürzt heißt, berät sie nämlich genau in diese Richtung, kommt aber im Moment meistens erst dann zum Einsatz, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Sprich, wenn erste E-Fahrzeuge im Unternehmen Einzug gehalten haben oder auf dem Weg sind, dort Einzug zu halten, aber dann eben an Themen wie Ladeinfrastruktur, Versteuerung, Laden von Plug-in-Hybriden usw. noch nicht aktiv gedacht wurde. Verena lässt uns in dem Gespräch dann natürlich auch an ihrem Wissen teilhaben. Was kann man als Flottenbetreiber besser machen? Worauf muss man als Unternehmen achten? Und ja, welche Rolle spielt eigentlich die Mitarbeitermotivation bei der Einführung von elektrifizierten Fahrzeugen, vor allem E-Mobilen, im Berufsalltag sozusagen? Auf jeden Fall ein sehr wertvoller Podcast, wie ich finde, mit vielen hilfreichen Tipps und Tricks für den Alltag, wo man doch einiges mitnehmen kann. Wir gehen nun kurz in die Werbung, bevor wir direkt ins Gespräch mit Verena eintauchen. Viel Spaß beim Zuhören.

  3. Verena Ritscher:

    Elektroauto News meldet sich gleich wieder zurück nach einer kurzen Werbung.

  4. Sebastian:

    Die Zukunft fährt elektrisch. Das ist eine Tatsache, die uns hier bei elektroauto-news.net schon länger bekannt ist. Von daher freut es mich ganz besonders, dass uns Mercedes-Benz Vans in der aktuellen Folge unterstützt. Die neuen E-Vito und E-Sprinter machen Mercedes-Benz Vans im gewerblichen Transportbereich zum Wegbereiter der E-Mobilität. Als Deutschlands aktuell einziger Anbieter findet man dort batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge im Mid-Size und Large-Van-Segment vor. Mit der geplanten elektrisch angetriebenen Variante des Citan wird Mercedes-Benz Vans zum Full-Range-Anbieter. Dank der EQ-Ready-App, die es gibt, kannst du einen elektrischen Van ganz entspannt mit deinem eigenen Smartphone probefahren. Ja, aber wie funktioniert das? Das ist eigentlich ganz simpel, denn die App zeichnet dir deine Strecken auf, analysiert dein individuelles Mobilitätsverhalten und berechnet dann den theoretischen Energieverbrauch, um so ein Fahrprofil zu erstellen, das verrät, ob ein elektrischer Van für dich und dein Geschäft in Frage kommt. Eigentlich eine perfekte Ausgangslage, denn wie wir selbst wissen, zeigen die elektrischen Vans, dass sich lokal emissionsfreies Fahren, überzeugende Fahrleistung, Komfort und niedrige Betriebskosten bestens kombinieren lassen. Und dank der EQ Ready App weißt du auch, ob sie für dich in Frage kommen. Willkommen zurück zur aktuellen Podcast-Folge. Servus Verena, herzlich willkommen bei uns im Podcast und vielen Dank vorab schon mal, dass du dir Zeit nimmst, um ein wenig über deine Person, aber auch dein Unternehmen fupyomo zu berichten und natürlich auch die Frauenquote hier im Podcast zu erhöhen, wie du schon im Vorgespräch so passend angemerkt hast sozusagen. Vielleicht kannst du zum Einstieg in das Gespräch einfach dich selbst vorstellen als auch dein Unternehmen.

  5. Verena Ritscher:

    Ja, servus Sebastian. Vielen Dank für die Einladung heute und auch für die sympathische Einleitung. Besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können. Ja, also ich bin die Verena Ritsche. Ich bin die Gründerin von fupyomo und ich komme aus der Leasingbranche ursprünglich. Ich habe 2001 bei der Sixt Leasing damals gestartet. Und habe sehr viele Jahre im Automobil-Leasing, aber auch im klassischen Leasing verbracht. Habe so mit Leasing quasi auch von all seinen Seiten und mit all seinen Facetten kennenlernen dürfen. Und habe mich 2017 auf die Elektromobilität spezialisiert. Speziell natürlich eben auf die Finanzierungsmöglichkeiten im Bereich der Elektromobilität. Und so ist dann eben 2019 auch fupyomo entstanden. fupyomo hat zwei Geschäftsbereiche. Zum einen unterstützen wir Händler und Hersteller mit passenden Finanzierungskonzepten für ihren Endkunden. Wir sind quasi Finanzierungsspezialist für die Energie- und Verkehrswende. Und der zweite Bereich ist unser Beratungsbereich, wo wir konkret auch die Unternehmen unterstützen auf dem Weg zu modernen und nachhaltigen Mobilitätskonzepten.

  6. Sebastian:

    Vielen Dank, dass du uns da schon mal abgeholt hast. Also für Pyomo habe ich erfahren im Vorgespräch sozusagen, dass das Future Up Your Mobility heißt oder die Abkürzung dafür ist, um das einfach auch nochmal mit auf den Weg zu geben. Für uns interessant ist, denke ich, heute der zweite Schwerpunkt von euch, die Beratung. um E-Autos in die Flotte reinzubekommen oder in Unternehmen, weil da sehen wir auch von Elektroauto News den größten, ich sag mal, Wachstumsmarkt dann einfach auch, um E-Mobilität, E-Autos in die Masse reinzubringen. Vielleicht kannst du ja einfach mal da zu erzählen oder uns abholen, wie denn sowas im Alltag, sag ich mal, bei euch abläuft. Kommen da Firmen auf euch zu, haben schon konkrete Vorstellungen? Sprecht ihr Firmen an? Also wie geht ihr da vor, wenn es um das Thema Beratung E-Auto-Flotte geht?

  7. Verena Ritscher:

    Ja, also sowohl als auch, wobei ich auch sagen muss, der größere Part ist tatsächlich momentan noch der Weg, dass wir wirklich aktiv auf die Unternehmen zugehen. Unsere Erfahrung ist, dass leider doch viele Unternehmen an diesem ersten Step besparen oder den einfach überspringen möchten, was sich einfach im Nachhinein dann natürlich leider häufig bemerkbar macht oder letztendlich auch recht teuer wird.

  8. Sebastian:

    Das heißt dann tatsächlich, dass eigentlich, wenn man das jetzt mal so einordnet, die Unternehmen eigentlich noch nicht so offen dafür sind, da E-Mobilität in die eigene Flotte zu bekommen, wenn du jetzt sagst, ihr sprecht die hauptsächlich an.

  9. Verena Ritscher:

    Ja, ich würde jetzt noch nicht mal sagen, also ich glaube vor allem seit dem letzten Jahr hat sich das massiv gedreht, dass die Unternehmen da schon wirklich auch offener geworden sind. Aber viele versuchen es einfach selbst irgendwie umzusetzen und haben einfach kein richtiges Konzept, sondern machen einfach mal.

  10. Sebastian:

    Und dann kommen sie wahrscheinlich trotzdem irgendwann an euch, weil ich sage einfach mal so ein paar E-Autos einflotten ist dann halt doch nicht, weil da kommt doch einiges mehr ja noch, ich sage mal, auf den flotten Manager zu.

  11. Verena Ritscher:

    Ja, absolut, absolut. Also im Bestfall kommen die Unternehmen auf uns zu, wenn sie merken, es gehört doch einfach mehr dazu und wir noch entsprechend agieren können. Wir haben aber auch in den letzten Jahren sehr häufig erlebt bei Unternehmen, dass sie eigentlich erst auf uns zukommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, wenn die Kosten zum Beispiel im Unternehmen explodiert sind, weil keiner irgendwie auf dem Schirm hatte, dass man vielleicht die Carpolisie auch entsprechend anpassen müsste oder vielleicht einfach das Ganze besser steuern muss. Also es gibt ja viele Unternehmen, die auch heute noch sagen, Sie beschäftigen sich mit dem Thema nicht. Elektromobilität ist kein Thema für sie. Aber dann keiner überwacht, welche Fahrzeuge der Mitarbeiter im Unternehmen bestellt.

  12. Sebastian:

    Und dann landet vielleicht doch mal das eine oder andere E-Auto im Fahrzeugpool und dann hat man da doch den Ärger mit sozusagen.

  13. Verena Ritscher:

    Ja, genau. Und vor allem, was ja sehr häufig betrieben wird, auch aktuell noch, ist, dass ja aus reinen steuerlichen Vorteilen Hybridfahrzeuge bestellt werden, die dann halt einfach auch überhaupt gar nicht elektrisch genutzt werden. Und dann habe ich natürlich einen wahnsinnig hohen Verbrauch, also Benzinverbrauch im Unternehmen. Ich habe auch schon die schönsten Beispiele wirklich erlebt, dass ich habe ein Unternehmen auch gehabt, da wurde das tatsächlich gesteuert über die Car Policy, dass es hieß, der Mitarbeiter darf nur ein Hybridfahrzeug bestellen, wenn er sich daheim auch eine Wallbox installieren lässt. Jetzt hatten wir ja letztes Jahr die schöne Förderung, oder gilt ja auch immer noch, die Förderung für Privathaushalte mit 900 Euro Zuschuss. Das heißt, der Mitarbeiter hat einfach mal durchkalkuliert, was muss ich jetzt noch dazu tun, finanziell, um die Wallbox daheim installieren zu lassen, hat dann durchkalkuliert, was er sich quasi mit den 0,5% Versteuerung spart über die Laufzeit hinweg Und ist zu dem Entschluss gekommen, dass es mehrere tausend Euro sind. Und als ich dann mal hinterfragt habe, wie sie das Ganze denn abrechnen, kam die Antwort, ja, keine Ahnung, aber ich werde das Fahrzeug sowieso nicht elektrisch fahren. Also das sind einfach die Themen, wo man dann einfach merkt, da ist die Car Policy nicht zu Ende gedacht. Und ich habe einfach noch keine größere Steuerverschwendung gesehen, wie das tatsächlich im Bereich Hybridfahrzeuge der Fall ist aktuell.

  14. Sebastian:

    Ja, das kann man definitiv so festhalten. Vor allem, wenn da dieses Beispiel schon so von dem Mitarbeiter selbst vorgetragen wird, der rechnet sich das vor. Das ist ja gut, dass er sich die Gedanken macht und das auch durchrechnet. Dann wäre es ja aber an sich nur konsequent, wenn er dann auch tatsächlich nachhaltig mit Ökostrom laden würde.

  15. Verena Ritscher:

    Ja, absolut.

  16. Sebastian:

    Aber gut, das sind die Herausforderungen, die man mit Plug-in-Hybriden hat. Bei reinen E-Autos ist er ja gezwungen, dass er irgendwann lädt. Von daher, wie ist da die Erfahrung jetzt bei den Unternehmen, die ihr beratet? Ist es da eher in Richtung Plug-in-Hybride, die die Flotten noch bestimmen oder geht das auch schon vermehrt in die Richtung reine E-Autos?

  17. Verena Ritscher:

    Das ist tatsächlich auch sehr unterschiedlich. Es kommt natürlich auch immer auf das Unternehmen drauf an und darauf, wie die Fahrzeuge genutzt werden müssen. Also unsere Erfahrung ist schon, dass wir jetzt im klassischen Bereich oder im Bereich klassischer Außendienst, die ihre 40, 50, 60.000 Kilometer im Jahr fahren, dass da schon noch eine sehr, sehr hohe Skepsis da ist, dass man da eher auch auf den Bereich Hybridfahrzeug, wenn überhaupt geht. In anderen Bereichen wiederum gibt es ja auch häufig, wo man Dienstwagenberechtigte hat, die eigentlich normalerweise gar keinen Dienstwagen bräuchten und das quasi nur als Motivationsbestandteil haben. da sieht man doch auch eher ein Umdenken, dass da häufig auch man quasi so einen Switch schafft mit Flotten, dass man sagt, der Mitarbeiter nutzt ein Elektrofahrzeug, aber es steht parallel noch eine Flotte mit, entweder Hybrid oder auch Benzin oder Diesel zur Verfügung, wenn der Mitarbeiter eben doch mal eine längere Strecke zu bewältigen hat, dass er eben nicht wegen dieser einen Fahrt im Jahr dann generell auf einen Verbrenner zurückgreift, sondern dann einfach sich ein Fahrzeug aus dem Pool Vielen Dank für den Einblick.

  18. Sebastian:

    Das hört sich auch sinnvoll an, sozusagen dann eben aus dem Pool dann mal zurückgreifen, wenn es darauf ankommt, dass das im klassischen Außendienst dann noch nicht so ankommt. Das kann man ja sogar verstehen. Ich denke, da muss man eher langsam ranführen. Jetzt haben wir aber das Thema... wo du schon gesagt hast, eingangs Unternehmen betrachten das Ganze halt nicht ganzheitlich oder also nicht gesamthaft sozusagen, sondern sehen immer nur den Punkt Auto, denken vielleicht nicht an die Ladeinfrastruktur, denken vielleicht nur an die Steuer, haben dann aber nicht das Thema Laden daheim, Abrechnung und so weiter auf dem Schirm. Was macht ihr oder was bietet ihr sozusagen als Unternehmen den anderen Unternehmen an, damit diese Integration von E-Autos, Plug-in-Hybride in die Flotte sozusagen ohne Probleme passieren kann?

  19. Verena Ritscher:

    Ja, also wir fahren tatsächlich eben den gesamtheitlichen Ansatz. Das heißt, im Optimalfall starten wir immer mit einem Workshop, den wir anbieten, wo wir uns einen halben Tag mit dem Unternehmen zusammensetzen und da wirklich ganz genau erläutern, was ist die Ist-Situation, was ist die gewünschte Soll-Situation, also wo wir das Unternehmen hinbekommen. Und was auch ganz wichtig ist, was ist die Motivation dahinter? Denn das spielt ja auch eine große Rolle. Das kann ja ganz unterschiedlich sein. Das können ökonomische Ziele sein, das können aber auch ökologische Ziele sein. Und es macht halt einen großen Unterschied, ob das Unternehmen jetzt agiert, weil es sich einfach nachhaltig platzieren möchte oder weil es irgendwelche Steuervorteile nutzen möchte. Also das ist ein... Sehr, sehr großer Unterschied, wo man einfach auch am Anfang natürlich darauf achten muss und auch ganz, ganz wichtig die Mitarbeiter entsprechend mitnehmen muss, weil es bringt mir überhaupt nichts, wenn ich sage, da ist ein Team an Führungskräften, die entscheiden jetzt, wie der Fuhrpark zukünftig aufgestellt wird. Und die Mitarbeiter haben aber ein Problem damit, zum Beispiel elektrisch zu fahren. Also auch da kenne ich leider genug Beispiele, wo das so gehandhabt wurde. Das heißt, am Ende bleiben ja ganz viele frustrierte Mitarbeiter. Und im schlimmsten Fall, das haben wir leider auch schon gesehen, kann es auch vorkommen, dass die Fahrzeuge halt dann einfach mal Tage oder Wochen lang an der Steckdose gelassen werden. Und ich glaube, jeder von uns weiß genau, was mit dem Akku über kurz oder lang dann passiert.

  20. Sebastian:

    Ja, das wissen wir. Also von daher ist es schon besser, so wie du sagst, die Mitarbeiter mitzunehmen. Und ich denke, wenn die da auch abgeholt werden von euch in so einem Workshop und kriegen da dann auch nochmal anderen Input, als sie ihn vielleicht selbst in irgendwelchen Newsartikeln und so weiter finden oder auch über, ich sag mal so, halbgares Wissen, was dann da doch immer kursiert, ob es jetzt im eigenen Bekanntenkreis oder im Internet ist, ist das doch die bessere Grundlage, um sich dann auch selbst der E-Mobilität zu öffnen. Ich denke, solche Erfahrungen wirst du auch schon gemacht haben in dem Rahmen der Workshops.

  21. Verena Ritscher:

    Ja, absolut, absolut. Und auch das Thema, was du vorher genannt hast, ist natürlich auch wichtig, dass ich mir auch Gedanken mache, wenn ich auf Elektromobilität umstelle als Unternehmen, wo können meine Mitarbeiter eben zukünftig auch laden? Oder macht es Sinn, eben auch am Unternehmensstandort Ladeinfrastruktur aufzubauen? Und dann natürlich auch immer in Kombination zu schauen, macht eine PV-Anlage Sinn? Dann kommt es natürlich auch immer darauf an, stehen die Fahrzeuge jetzt eher tagsüber am Unternehmensstandort? Oder habe ich, hatten wir auch schon häufiger, habe ich vielleicht Fahrzeuge, die sind den ganzen Tag eben im Lieferdienst unterwegs? Dann macht natürlich auch ein Energiespeicher noch Sinn. weil die Fahrzeuge dann eben ja erst nachts geladen werden können.

  22. Sebastian:

    Womit wir dann eben wieder bei dieser gesamthaften Betrachtung sind, dass es eben von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich ist, so wie du ja schon gesagt hast, dass man immer auf die jeweilige Situation achten muss, um dann eben auch zu entscheiden, wohin geht die Reise. Und wie ist das jetzt bei euch? Kriegt ihr, wenn ihr Unternehmen so gesamthaft beratet? Ich meine, wenn wir diese ganzen Themen E-Auto, Anschaffung, dann die Ladeinfrastruktur und so weiter betrachten, dann reden wir ja gleich mal von schon einen ordentlichen Investment für ein Unternehmen, das diesen Weg geht oder gehen will? Stößt das dann auf Abstoßung in der Praxis sozusagen oder sind Unternehmen da auch bereit, ich sage mal, den Schritt dann auch konsequent zu gehen? Wie ist da so deine Erfahrung?

  23. Verena Ritscher:

    Auch sehr gemischt. Also grundsätzlich merkt man oder spürt man schon sehr deutlich jetzt auch die Bereitschaft. Man spürt aber auch auf der anderen Seite noch die Unsicherheit aufgrund der aktuellen Situation. Also wir haben sehr, sehr viele Unternehmen, die sagen, sie sind bereit, die Kosten zu investieren. Also gerade natürlich auch im Hinblick mit den ganzen Förderungen, die man aktuell auch noch nutzen kann. Und wir bieten ja eben auch die passenden Finanzierungskonzepte dann noch an, sodass das Ganze auch wirklich häufig sehr attraktiv und überschaubar gestaltet werden kann. Trotzdem haben wir viele Unternehmen, die sagen, ja, wir machen das, aber wir wollen jetzt einfach erst nochmal ein halbes Jahr abwarten und schauen, wie sich eben das ganze Thema, was uns ja momentan so intensiv beschäftigt, auch weiterentwickelt, wie es wirtschaftlich eben auch weitergeht.

  24. Sebastian:

    leuchtet dann sicher auch ein, dass man sagt, okay, gerade vielleicht mit der ganzen Covid-Geschichte, die ja auch noch ist, die die Unternehmen beutelt, dass man dann da auch noch mal unsicherer unterwegs ist. Aber ich muss ja mein E-Auto in diesem Sinne ja auch nicht gleich kaufen, auch nicht die Ladeinfrastruktur. Ich kann ja mittlerweile... aber auch Ladeinfrastruktur leasen? Also wo ich dann nur, ich sage mal, monatlich, jährlich was bezahle. Wie ist das Thema dazu? Unterstützt ihr da auch Unternehmen dabei eben, ich sage mal, den entsprechenden Leasingvertrag zu finden? Und wenn ja, wie gestaltet sich sowas?

  25. Verena Ritscher:

    Ja, auf jeden Fall. Also zum einen unterstützen wir auch schon mal noch einen Schritt vorher, dass wir auch dabei unterstützen, erst mal den richtigen Partner zum Beispiel zu finden. Also wenn es jetzt zum Beispiel um Ladekonzepte geht, Dadurch, dass wir eben diesen ersten Bereich, den ich anfangs genannt habe, eben sehr viele Kooperationen mit Händlern und Herstellern haben, haben wir natürlich die Kontakte auch an der Hand und können unsere Kunden hier auch entsprechend beraten oder Tipps geben, welche Ladeinfrastruktur zum Beispiel geeignet wäre, also welche Ladesäule oder Wallbox. Und dann natürlich im zweiten Step, auch wenn das ganz klar ist, was quasi geplant ist, also das Konzept steht, dann genau unterstützen wir da natürlich auch mit passenden Finanzierungskonzepten, die dann wirklich eben auch zu dem Projekt passen. Also das ist ja auch sehr unterschiedlich. Es gibt ja inzwischen so viele Leasinggesellschaften, die alle unterschiedliche Schwerpunkte haben. Die eine kann eben das eine besser, die andere das andere. Genau, und da erstellen wir wirklich auch individuelle Konzepte, die dann auch zum Unternehmen passen und zum Gesamtprojekt passen.

  26. Sebastian:

    Da profitiert ihr natürlich, so wie du ja schon angedeutet hast, von eurem breiten Netzwerk, von den Erfahrungen, die ihr aus anderen Projekten sozusagen gesammelt habt. Wohin geht denn da aktuell so die Richtung? Ist es dann tatsächlich auch eher so der Fall, dass eher Leasing als Kauf genutzt wird? Hält sich das die Waagschale oder wird doch eher noch klassisch das Fahrzeug für den Fuhrpark gekauft und die Infrastruktur?

  27. Verena Ritscher:

    Auch sehr gemischt. Also im PKW-Bereich hat sich Leasing ja sehr, sehr stark durchgesetzt in den letzten Jahrzehnten. Wobei, da haben wir ja häufig das Thema oder generell das Thema, dass sich das Kilometer-Leasing ja sehr stark etabliert hat in Deutschland. Da findet so ein bisschen ein Umdenken statt. Weil wir jetzt einfach mit dem Thema konfrontiert sind, dass auf der einen Seite die Unternehmen sagen, ja, sie sind einfach noch so ein bisschen unsicher, weil ja die Innovation der Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren noch so stark vorangetrieben werden wird. Auf der anderen Seite sind natürlich auch die Ängste da, was die Lebensdauer der Batterien angeht. Das heißt, die Unternehmen tendieren einerseits dazu zu sagen, sie möchten die Fahrzeuge eher nach zwei oder drei Jahren zurückgeben. Auf der anderen Seite ist aber wiederum das Thema, dass ja der Nachhaltigkeitsgedanke auch viel stärker geworden ist. Also dass die Unternehmen dann eigentlich dahingehend wieder eher dazu tendieren, die Fahrzeuge länger nutzen zu wollen. Also das ist so ein bisschen ein Spagat, den man da gerade momentan machen muss, um das Miteinander in Einklang zu bringen. Und dann gibt es natürlich vor allem im PKW-Leasing gibt es noch ganz, ganz viele andere Themen, wo man momentan einfach auch schauen muss, wie attraktiv ist das Leasing eben momentan tatsächlich, also Beispiele wie Restwertgestaltung etc. spielen da eben eine Rolle. Genau, und wenn ich aber jetzt zum Beispiel auf das Thema Ladeinfrastruktur gehe, sind es wieder ganz andere Themen. Also da ist das Interesse grundsätzlich an Finanzierung oder Leasing auch sehr groß, weil es eben wenige Leasinganbieter gibt, die dann auch Installations- und Betriebnahmekosten mit einkalkulieren. Da ist ein sehr, sehr großes Interesse, vor allem bei Großprojekten. Bei kleineren Projekten wiederum merken wir auch, haben wir ja teilweise Förderungen bis zu 80 Prozent, wo dann der Betrag, der Investitionsbetrag teilweise so niedrig ist, dass die Unternehmen auch wieder sagen, okay, das zahle ich jetzt aus dem Cash, da macht eine Finanzierung oder ein Leasing nicht mehr wirklich Sinn. Also da muss man einfach auch wirklich jedes Mal wieder die individuelle Situation des Unternehmens betrachten.

  28. Sebastian:

    leuchtet auch vollkommen ein, dass es dann auch wieder individuelles Thema ist. Auch interessant war jetzt der Gedankengang, wo du gesagt hattest, die Unternehmen wollen auf der einen Seite Sicherheit beim Leasing, das heißt nach zwei bis drei Jahren das Auto rückgeben, dass man auch sicher sein kann, dass mit dem Akku alles noch klappt. Auf der anderen Seite natürlich so lange wie möglich leasen, damit die Nachhaltigkeit auch bei E-Autos gerade gegeben ist, damit sich das rechnet sozusagen. Das ist ja auch ein sehr interessanter Gedankengang, dass den auch Unternehmen tatsächlich haben. Wie gestaltet sich das bei euch im Alltag, wenn ihr da anfangt mit so einer Beratungsleistung, bis dann auch tatsächlich, ich sage mal, das erste E-Auto, die erste Ladestation installiert ist? Was für einen Zeitraum nimmt das denn in Anspruch oder wie aktiv müsst ihr denn sein, um darauf hinzuwirken?

  29. Verena Ritscher:

    Oh ja, das ist ein sehr, sehr gutes Thema. Also da haben wir momentan natürlich wirklich sehr, sehr lange Projektzeiträume. Also zum einen ist schon mal das Thema, bis überhaupt alle Entscheidungen in einem Unternehmen momentan getroffen werden. Ich meine, es gibt ja auch so viele Und zusätzliche Themen, mit denen sich die Unternehmen momentan auch beschäftigen müssen, die dann einfach auch Vorrang haben müssen, also dafür gehen zeitweise wirklich Monate bis teilweise wirklich auch zu einem Jahr, verstreicht die Zeit dann einfach, bis dann wirklich Entscheidungen getroffen werden. Und dann haben wir natürlich das nächste Thema mit Bestellvorgängen, Lieferzeiten, Konzeptbearbeitung für Ladeinfrastruktur. Also da können wirklich also zwischen einem halben Jahr, wenn man schnell ist, bis zu ein, zwei Jahre können da echt ganz schnell vergehen. Also vor allem, wenn man auch das Thema Förderung mit in Betracht zieht und dann die Bearbeitungszeiten der Förderung auch noch mit einkalkuliert, dann muss man da teilweise schon viel Zeit einplanen.

  30. Sebastian:

    Und dann hat man vielleicht nach zwei Jahren das Problem, dass man auf einmal wieder eine ganz andere Ausgangslage hat, durch neue Modelle, Fördermöglichkeiten ausgelaufen, eine neue Förderung und dann fängt man im schlimmsten Fall vielleicht wieder von vorne an oder wie?

  31. Verena Ritscher:

    So ungefähr, ja. Wobei ich sage mal so, wenn ich zumindest schon mal eine klare Richtung habe und weiß, wo ich hin will, dann lässt sich das natürlich auch besser nachjustieren, als wenn ich komplett von Null anfange, ne? Aber klar, es wird uns mit Sicherheit die nächsten Jahre auch noch begleiten. Und ich denke, wir müssen da einfach mehr Flexibilität auch die nächsten Jahre mitbringen, was das Thema angeht.

  32. Sebastian:

    Aber ist ja, ich sage mal, für dich und dein Unternehmen ganz gut, dass dieser Beratungsbedarf und dieser Wandel in der Branche noch da ist. Weil sonst wäre euer Geschäftsmodell irgendwo überflüssig, wenn es dann doch so einfach zu greifen wäre und der Überblick über Förderung, Fahrzeuge, Infrastruktur wäre. Ja, simpel zu erhalten. Ich meine, das ist ja auch den Mehrwert, den ihr da in die Waagschale werft.

  33. Verena Ritscher:

    Ja, da hast du natürlich recht, wobei ich mir manchmal doch ein bisschen weniger Bürokratie wünschen würde.

  34. Sebastian:

    Das kann ich, glaube ich, ganz gut nachvollziehen. Das ist ja wie in so vielen Punkten hier in Deutschland, wo man dann sagen könnte, ja, ab und zu könnte man auch was auf dem kleinen Dienstweg machen, würde dann die eine oder andere Hürde doch aus dem Weg schaffen.

  35. Verena Ritscher:

    Absolut.

  36. Sebastian:

    Was hast du denn so für Tipps, wenn ich mich als Unternehmen damit beschäftige, E-Autos einzuflotten bei mir in die Flotte? Gibt es so zwei, drei Tipps, die du jedem Flottenbetreiber mit auf den Weg geben kannst, wo er sich vorab schon mal Gedanken darüber machen sollte, damit er vielleicht nicht gleich komplett in diese Kostenfalle reinläuft, auch wenn er sich jetzt nicht die Hilfe wie beispielsweise bei euch holt?

  37. Verena Ritscher:

    Ja, also zum einen natürlich das Thema, was ich vorher schon genannt habe, ganz, ganz wichtig, die Mitarbeiter mitnehmen und die Mitarbeiter eben auch entsprechend abholen. Ich denke, da hängt einfach viel auch dran, wo ich sehr viel steuern kann. Und ja, eine ganz klare Definition in der Car Policy, was quasi erlaubt ist oder wie geregelt wird.

  38. Sebastian:

    in Bezug auf was genau dann, also was sollte man da drauf achten oder was sollte geregelt sein?

  39. Verena Ritscher:

    Ja, also zum Beispiel, welche Fahrzeuge die Mitarbeiter bestellen können, unter welchen Voraussetzungen, also gerade wenn wir wieder zum Thema Hybridfahrzeuge kommen, also erstmal ganz klar natürlich Regeln, sind Hybridfahrzeuge überhaupt erlaubt oder möchte ich wirklich komplett auf Elektromobilität umstellen oder ist vielleicht beides nicht zulässig, auch dann muss ich es regeln in der Car Policy Regeln. Also das zum einen und zum anderen, welche Voraussetzungen zum Beispiel geschaffen werden müssen, wenn der Mitarbeiter sich für ein Hybridfahrzeug oder für ein Elektrofahrzeug entscheidet, wie eben mit den Fahrzeugen umgegangen werden muss. Ganz konkret auch beim Hybridfahrzeug kann man zum Beispiel regeln, zu wie viel Prozent Minimum das Fahrzeug elektrisch geladen oder elektrisch genutzt werden muss. Da gibt es auch Unternehmen, die das wirklich auch ganz, wie soll ich sagen, also wirklich ganz konkret steuern, indem sie dann zum Beispiel entweder für eine sehr häufige Nutzung des Elektroantriebs entsprechende Gutschriften noch machen und den Mitarbeiter da eben auch von profitieren lassen oder sogar umgekehrt auch entsprechende Strafzahlungen, wenn das Fahrzeug zum Beispiel nur, also gar nicht elektrisch genutzt wird.

  40. Sebastian:

    Ja, ist ja schon konsequent, sage ich mal, von dem Unternehmen dann, das auch so zu machen. Klar, mit Gutschrift wird man hoffentlich mehr erreichen als mit Strafzahlung. Aber ist aus meiner Sicht erstmal ein guter Weg, dass man dann auch sagt, okay, wir bringen den Mitarbeiter dazu, sein E-Auto-Plug-in-Hybrid eben auch so viel wie möglich elektrisch zu betreiben.

  41. Verena Ritscher:

    Ja, absolut, absolut. Ich denke, der Motivationsfaktor ist immer der bessere. aber auch das Thema Strafzahlungen kann ich teilweise auch nachvollziehen, denn wenn ein Mitarbeiter wirklich ein Hybridfahrzeug rein mit dem Verbrenner betreibt, dann sind ja die Benzinkosten auch um einiges höher, als es mit einem Diesel- oder Benzinfahrzeug der Fall wäre. Und das kostet das Unternehmen am Ende ja auch Geld, also von dem her auch absolut nachvollziehbar, wenn man sagt, man beteiligt dann den Mitarbeiter auch daran.

  42. Sebastian:

    Ja, so wie man ihn eben beim positiven E-Anteil Nutzen dran beteiligt, über die Gutschrift kann man das natürlich auch in die andere Richtung machen. Das leuchtet vollkommen ein. Ich denke gerade diese Tipps da, die helfen jetzt vielleicht unseren Zuhörern auch weiter, da zumindest mal den richtigen Denkanstoß zu geben. Weitere Infos gibt es dann natürlich bei euch, wenn man es mit euch auseinandersetzt oder wenn man es da Unterstützung holen möchte. Ich kann für mich, glaube ich, festhalten, dass der größte Faktor einfach die Mitarbeitermotivation ist, den Mitarbeiter mit einzubinden und dass man damit wahrscheinlich am meisten sozusagen als Unternehmen gewinnen kann.

  43. Verena Ritscher:

    Ja, absolut. Und halt, wie wir auch schon mehrfach jetzt erwähnt haben, einfach das Thema auch gesamthaft zu denken.

  44. Sebastian:

    Ja, ich denke, das sollte auf jeden Fall der Fall sein, dass man eben nicht nur punktuell betrachtet, sondern so wie du sagst, über das ganze Unternehmen, über den Mitarbeiter hinweg, dass man einfach versucht, das möglichst breit zu überblicken.

  45. Verena Ritscher:

    Ja, genau. Also nicht einfach nur auf Elektromobilität umstellen, sondern sich dann vielleicht auch einen zweiten Step überlegen, wo der Strom zum Beispiel herkommt, der im Elektrofahrzeug landet und ob der tatsächlich grün ist. Also das ist auch meines Erachtens eines der wichtigsten Themen.

  46. Sebastian:

    definitiv, weil nur mit grünem Strom sind dann die E-Autos auch über ihr Leben nachhaltig. Das ist so, das ist ja auch gut, dass du das dann, ich sage mal, im Hinterkopf hast, auch den Unternehmen mit auf den Weg gibst. Und das sind auch wertvolle Tipps, die man da ja hoffentlich auch berücksichtigt, dann auch unsere Hörer, wenn sie das jetzt mitnehmen. Von meiner Seite aus war es das. Vielen Dank für diese Einblicke bei Future Up Your Mobility. Und ich hoffe, wir hören uns demnächst mal wieder, Verena.

  47. Verena Ritscher:

    Ja, sehr gerne. Ich danke dir nochmal ganz herzlich für die Einladung und weiterhin viel Erfolg.

  48. Sebastian:

    Vielen Dank euch natürlich auch bei der Verbreitung der E-Mobilität in Unternehmen.

  49. Verena Ritscher:

    Danke dir, Sebastian.

  50. Sebastian:

    Das war sie also, die aktuelle Folge von Elektroauto News Bootnet. Dir vielen Dank fürs Zuhören und ich würde mich freuen, wenn du nächste Woche wieder zu der neuen Ausgabe unseres Podcasts einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.