YouCharge.Me - Ausbau der Ladeinfrastruktur ohne neue Ladestationen

Im Austausch mit Lisa Speicher über Wallbox-Sharing bei E-Autofahrer

YouCharge.Me, als Projekt der q.beyond AG, hat es sich zur Aufgabe gemacht Eigentümer privater Ladestationen mit Elektro-Mobilisten zusammen zu bringen. Nicht weniger als eine "Sharing-Community für E-Mobilisten" wolle man erschaffen, auf der E-Autofahrer mit Wallbox-Besitzer zueinander finden. Ziel sie es den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben, ohne neue Ladestationen in Betrieb zu nehmen. Vielmehr wolle man die bereits vorhandenen privaten Wallbox-Stationen der Masse zugänglich machen, wie Projektleiterin Lisa Speicher im gemeinsamen Gespräch zu verstehen gab.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du die Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. Wie schon vor gut zwei Wochen, als wir mit Simon von Encharge gesprochen haben, steht heute wieder das Wallbox-Sharing im Privatbereich, aber auch im Businessbereich im Fokus. Diesmal habe ich mit Lisa Speicher gesprochen, die für das Startup YouChargeMe Rede und Antwort gestanden hat sozusagen, die ebenfalls in dem Bereich Wallbox-Sharing eine Sharing-Community für E-Mobilisten aufbauen wollen. Sprich, man hat vor Elektroautofahrer, Fahrerinnen mit Wallbox-Sharing Besitzer, Besitzerinnen zusammenzubringen, um hier eben zu ermöglichen, auch im privaten Bereich zu laden. Das Ganze geschieht im Moment noch über eine Webseite, eine App ist in Planung und man startet da quasi ganz eng verbunden mit den Nutzern, tauscht sich da regelmäßig aus, lernt aus der Community und will dann eben auch all dieses Wissen und Wünsche in die Entwicklung des Projektes einfließen lassen. An sich denke ich, ist es am besten, wenn wir jetzt einfach direkt in das Gespräch mit Lisa übergeben, da die dann in einfachen eigenen Worten nochmal erklären kann, um was es bei YouCharge.Me geht, wohin die Reise gehen soll und woher man denn kommt und was man in den letzten sechs bis sieben Monaten seit Livegang des Projektes denn eben schon so erreicht hat. Dir viel Spaß mit dem Gespräch, wir hören uns danach nochmal. Hi Lisa, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um heute ein bisschen mit mir über YouCharge.Me zu sprechen. Euer Angebot, was ihr eben da mit auf den Markt bringen oder an den Markt bringen wollt, vor allem aber auch die Idee dahinter. Bevor wir jetzt allerdings einsteigen und da über YouCharge.Me uns unterhalten, kannst du dich vielleicht selbst mal kurz vorstellen, damit unsere Hörer einfach auch wissen, mit wem wir es denn zu tun haben.

  3. Lisa Speicher:

    Ja klar, sehr gerne und vielen Dank für die Chance, dass wir uns heute hier vorstellen dürfen und über YouCharge.Me eben sprechen können. Mein Name ist Lisa Speicher, ich komme gebürtig aus Püttlingen, das liegt im Saarland und wohne jetzt mittlerweile seit zehn Jahren bereits in Köln. Ich bin hier ganz klassisch zum Studium nach Köln gezogen und seitdem auch irgendwie geblieben. Ich habe meinen Masterabschluss in Betriebswirtschaftslehre gemacht und bin seit 2019 bei q.beyond AG im Bereich Energiewirtschaft. Und hier ist insbesondere der Aufbau von Geschäftsmodellen im Bereich Energiewirtschaft. Das ist meine Hauptaufgabe. Und als erstes haben wir uns da YouCharge.Me ausgedacht, was wir hier heute kurz besprechen werden.

  4. Sebastian:

    Ja, vielen Dank schon mal für die Einführung. YouCharge.Me, hast du jetzt ja schon gesagt, ist somit das erste Projekt, was ihr gestartet habt. Das versteht sich als Sharing Community für E-Mobilisten, so wie es eurer Webseite entnehmen konnte. Vielleicht kannst du es aber auch selbst nochmal kurz einordnen. Was bietet ihr an und was bringt ihr mit YouCharge.Me eigentlich so für die E-Mobilität auf die Straße?

  5. Lisa Speicher:

    Sehr gerne. Also YouCharge.Me soll im Endeffekt die NutzerInnen von Elektroautos mit AnbieterInnen von Ladestations miteinander vernetzen. Das heißt, das Ziel ist der ganz klare Ausbau der Ladeinfrastruktur ohne zusätzlich noch eine neue Karte und ohne zusätzlich noch neue Ladestationen, neue öffentliche Ladestationen aufzubauen, sondern eben das, was das ungenutzte Potenzial, was es aktuell schon gibt, nämlich die privaten Ladestationen, miteinander intelligent zu vernetzen und dort eben so größtmöglich einen eine sichere Aufbau von Ladeinfrastruktur aufbauen. Hierbei ist es vor allem wichtig, dass wir Privatpersonen ansprechen. Wir sprechen aber auch Unternehmen und Selbstständige an, um eben dort eine große Community aufzubauen. Hierzu haben wir auch schon mal angefangen, eine Facebook-Gruppe zu gründen. Dort können sich die UserInnen und User miteinander austauschen über alles, was rund ums Elektroauto geht. Und zudem haben wir eben die Vision oder die Vision von YouCharge.Me ist eine nachhaltige Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland. Deswegen arbeiten wir daran.

  6. Sebastian:

    Hört sich schon mal sehr spannend an. Jetzt hast du mir im Vorgespräch schon erklärt, dass ihr nach der sogenannten Lean-Startup-Methode arbeitet. Sprich, ihr arbeitet da immer auch sehr eng mit dem Feedback, das ihr von euren Benutzern bekommt sozusagen, also direkt von der Quelle dann quasi die Rückmeldung und entwickelt euch auch dadurch getrieben stark an den Anforderungen des Marktes entlang, weil ihr ja natürlich auch ein Produkt auf die Strecke bringen wollt. was eben den Benutzer dann schlussendlich zufriedenstellt. Vielleicht kannst du uns ja auch schon mal durch die in Anführungsstrichen noch junge Geschichte von YouCharge.Me führen. Ihr seid jetzt aktuell etwas älter als sechs Monate, wenn ich es richtig auf dem Schirm habe. Vielleicht kannst du ja einfach mal sagen, wie es denn so von der ursprünglichen Idee bis jetzt gelaufen ist, beziehungsweise wie ihr überhaupt auch auf diese ursprüngliche Idee gekommen seid, hier so eine Sharing Community für E-Mobilisten an den Start zu bringen.

  7. Lisa Speicher:

    Ja, sehr gerne. Also YouCharge.Me ist ein ganz junges Projekt der q.beyond AG und die Qubiont hat schon bereits zehn Jahre Erfahrung mit der Digitalisierung der Energiewende. Und du hast gesagt sechs Monate. Ja, wir sind sechs Monate ungefähr live. Nichtsdestotrotz, wir haben nächsten Monat ein ganz großes Event, nämlich unseren ersten Geburtstag. Also wir haben tatsächlich mit der Corona-Krise angefangen in Deutschland. Also noch zwei Wochen vorher haben wir uns live getroffen, das ganze Team. Danach kam der Lockdown. Wie für jeden von uns haben wir uns dann auch digital miteinander vernetzt, was aber dem Produkt nicht geschadet hat. Das heißt also nächsten Monat werden wir ein Jahr alt. Am 28.07. haben wir unser erstes kleines Produkt, unser kleinstes lebensfähiges Produkt auf den Markt gebracht. Das heißt, wir haben eben die Funktion gehabt, der Kunde kann sich anmelden, der kann sich registrieren, die Ladestation registrieren und man kann sich schon miteinander einen Ladetermin ausmachen, aber es war noch keine Karte und nichts zu sehen. Das heißt also, so wie das Produkt eben jetzt mittlerweile aussieht, haben wir da schon ordentlich Arbeit reingesteckt. Wir wollen eben mit dem Dienst Startup-Modell oder wir arbeiten danach, um eben nicht neue Probleme zu generieren, sondern direkt mithilfe des Kunden-Feedbackes eben etwas aufzubauen, was den Kunden auch weiterbringt und was Probleme löst. Und deswegen bauen wir eben schnell kleine Sachen, kleine Features am Markt auf. Wir testen die und wenn die nicht ankommen, werden die sofort wieder zurückgestellt und wir machen weiter. Einen großen Meilenstein haben wir im Dezember 2020 gehabt. Da haben wir nämlich eine Kartenintegration eingebaut. Da haben wir jetzt die Möglichkeit, eine interaktive Ladekarte zu sehen. Man sieht also die Ladestation, wo genau sie stehen, dass man eben besser den Weg dorthin findet. Und wir haben sogar einen Routenplaner eingebaut, sodass man direkt weiß, wie weit man fahren muss und wie man fahren muss. Genau.

  8. Sebastian:

    Ja, sicherlich ein sehr nützliches Feature, um dann eben auch zueinander zu finden. Jetzt stellt sich ja die Frage, ihr seid noch relativ jung, wollt ihr so ein Sharing-Community an den Start bringen? Das kann ja an sich aber nur funktionieren, wenn dementsprechend viele Benutzer, sprich E-Auto-Fahrer, Fahrerinnen, als auch eben Ladestationen sozusagen Besitzerinnen am Start sind. Kannst du da mal einen Einblick geben, wie da das Wachstum ist, wie ihr da vorgeht? Geht ihr da gleich an die breite Masse ran oder wachst ihr da auch eher bedächtig und dann eben auch im Hinblick darauf, auch immer noch auf das Feedback der Kunden reagieren zu können? Also,

  9. Lisa Speicher:

    Wir wachsen, momentan wachsen wir eigentlich ganz okay. Ich bin sehr zufrieden damit. Ein großer Einschnitt hat eben die Kartenintegration gemacht. Also seitdem wir die Karte drin haben, haben wir über 20 neue Ladestationen angemeldet, registriert bekommen. Also da habe ich, und das seit Dezember, obwohl Dezember ja eigentlich über Weihnachten nur Jahr normal nicht so viel los ist. Also da war ich schon wirklich überrascht, was diese Verbesserung eben mit sich gebracht hat. Aber ansonsten, Haben wir momentan 250 potenzielle Nutzer und Nutzerinnen und wie gesagt eben 60 Ladestationen. Wir wachsen jede Woche ein bisschen mehr. Am Donnerstag, also morgen, soll es auch wieder einen neuen Release geben, wo wir wieder ein paar kleine Verbesserungen diesmal machen. mit eingebracht haben, wo wir eben den Userflow nochmal verbessern. Aber ja, wir sind schon im B2C-Geschäft, also im Kundengeschäft, Privatkundengeschäft. Das heißt, da spricht man erstmal eine große Masse an Leuten an, um eben dort eine kritische Masse zu erreichen, dass wir eben auch für alle Nutzer und Nutzerinnen relevant werden.

  10. Sebastian:

    Ich denke, diese kritische Masse ist dann auch der Erfolgsfaktor schlussendlich, mit dem das Ganze dann steht oder fängt sozusagen. Ist es aber schon so, dass ihr auch offen seid? Wenn ich jetzt mal sage, unsere Zuhörer, die sind da doch schon sehr offen für Fortschritte der E-Mobilität oder innerhalb der E-Mobilität. Haben die denn die Möglichkeit, sich denn da schon bei euch auch zu registrieren? Oder ist das eher ein Auswahlprozess, wo ihr Fahrer, Wallbox-Nutzer ansprecht? Oder kann man denn auch sagen, okay, ich möchte jetzt aktiv werden und sich gleich selbst mit einbringen?

  11. Lisa Speicher:

    Also man kann sich sofort, ab sofort, jetzt während des Hören kann man noch sich anmelden. Man kann also einfach die uCharge.me-Seite besuchen, also uCharge.me, ein bisschen anders als mit DE-Ende. Dort kann man sich eben registrieren, kann sich schon mal angucken, wie viele Ladestationen, vielleicht ist ja einer auch in der Nähe. Und ansonsten kann man auch an info.me eine E-Mail schreiben, wenn man irgendwie Feedback hat, wenn man Verbesserungsvorschläge hat oder auch, wir sind auch offen für Leute, die mitmachen wollen. Also potenzielle Partner, alle Interessenten, weil wir eben, wie gesagt, ein Produkt für den Kunden bauen wollen und eben nicht etwas, was dann neue Produkte schafft. Deswegen sind wir an allem offen. Wir nehmen alles an, was wir bekommen können.

  12. Sebastian:

    Hört sich doch schon mal gut an, dass ihr da so offen auch seid für Partner, auch neue Kunden oder neue Nutzer sozusagen. Wenn wir da natürlich auch in dem entsprechenden Artikel zur Podcast-Folge auch mit unterbringen, damit die auch die Möglichkeit haben, da zielgerichtet bei euch eben aufzuschlagen. Vielleicht kannst du uns ja einfach mal durch so einen Prozess führen oder wie ihr das angedacht habt, wenn jetzt bei uns ein Hörer kommt, der hat Interesse dran, der schaut bei euch vorbei und möchte sich da registrieren. Was wird da an Daten abgefragt? Wie ist der Austausch mit den Ladestationenanbietern, wenn er jetzt dann auch gleich vielleicht nächste Woche sein Auto irgendwo laden möchte? Habt ihr da so einen typischen Fall aus dem Alltag, dass man das einfach mal ein wenig greifbarer macht?

  13. Lisa Speicher:

    Genau, klar. Also als erstes besucht ihr natürlich die Seite ucharge.me. Anschließend kann man sich registrieren. Wichtig ist hierbei einmal der Name und die E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse ist dann gesetzt. Und das ist auch die Möglichkeit, sich wieder anzumelden. Wir haben also keinen Benutzernamen, wie es bei anderen Foren manchmal üblich ist, sondern wir haben uns für die E-Mail-Adresse entschieden. Dann muss man sich ein Passwort ausdenken. Dieses Passwort besteht aus Zahlen, Zeichen und Buchstaben. Das Ganze muss mindestens acht Zeilen lang sein. Und anschließend kann man, wenn man nur NutzerIn ist, dann kann man sich einfach die Adresse eingeben oder eben nicht. Das ist eine optionale Funktion. Aktuell brauchen wir noch keine Adresse der NutzerIn. Wenn man allerdings eine Ladestation anmelden will, dafür brauchen wir natürlich dann schon ein paar mehr Informationen. Man kann sich aber auch zuerst mal nur registrieren, um sich die Seite anzuschauen. die Ladestationregistrierung geht auch, wenn man schon eingeloggt ist. Genau, also man gibt dann eben als Daten für die Ladestation solche Themen an, wie welches Modell habe ich als Ladestation, welchen Steckertyp, weil das natürlich auch ziemlich wichtig ist, was für eine Leistung habe ich, also habe ich jetzt 22 kW oder 3,8, dann gibt man noch das Thema, wo die Ladestation steht, also die Die Adresse, vielleicht gibt es auch einen Adresszusatz, beispielsweise hinter dem Hof oder so. Manchmal ist das ja nicht ganz so einfach zu finden. Genau richtig. Und dann kann man sich registrieren. Dann erhält man ganz normal diese Bestätigungs-E-Mail, wo man dem Link nochmal folgen muss. Und ab diesem Zeitpunkt ist man dann eingeloggt. Wenn man jetzt auf die Seite kommt, also man loggt sich ein mit E-Mail-Adresse und dem vorher gesetzten Passwort. Keine Sorge, wenn man das Passwort vergessen hat, man kann es auch wieder neu beantragen. Das funktioniert mittlerweile auch. Das ging beispielsweise am 28.07. auch noch nicht. Das musste man noch manuell machen. Also wir sind, wir machen kleine Babyschritte nach vorne. Genau, und dann kommt man auf die Suchleiste und kann eben eine Zieladresse eingeben. Man kann seinen Standort verwenden, die Heimatadresse, wenn man sie angegeben hat oder eben etwas, wo man, wo man gerade in der Nähe eben suchen möchte und dann erscheint eine Auflistung, denn eine Ladestation, die von der Entfernung, die am kürzesten von der Entfernung ist, die kommt ganz nach oben und das Ganze eben dann fortlaufend und man erhält eben noch nebenbei weitere Informationen, welche Kilowattstundenleistung das Ganze ergibt, welcher Steckertyp und welches Modell. Wenn man dann eine Ladestation gefunden hat, die dann passen würde, kann man über einen Anfragen-Button eben eine Anfrage versenden. Dort gibt man nur noch das Datum, die Uhrzeit ein, wann man laden möchte und das Enddatum und die Enduhrzeit, bis wann man ungefähr laden möchte und kann dann noch auswählen, ob man über Telefon oder E-Mail in Kontakt treten will mit dem Anbieter oder der Anbieterin. Und dann wird es abgeschickt. Dann bekommt der Anbieter oder die Anbieterin eine Information, dass jemand bei ihm laden möchte und er kann sich dann mit ihm in Kontakt treten. Dann, das Ganze läuft momentan, also die restliche Methode, das heißt also, sobald die Nutzerin die Anfrage abgeschickt hat, läuft der Rest dann außerhalb von YouCharge.Me. Das heißt also, der Anbieter, die Anbieterin erhält diese E-Mail und tritt dann mit dem Nutzer oder der Nutzerin in Kontakt. Und kann dann dort etwas vereinbaren, den Termin weiter festzuhören und ebenfalls die Zahlung läuft außerhalb der Plattform. Wir arbeiten momentan daran, das Ganze auch in die Plattform zu bauen. Aber wie gesagt, kleine Babyschritte, eins nach dem anderen. Genau.

  14. Sebastian:

    Okay, ja, dann schon mal vielen Dank für diesen tiefgreifenden Einblick da in den Ablauf bei YouCharge.Me. Ich denke, das ist schon interessant, das auch so im Detail dann mitzubekommen, dass man einfach das auch mal abschätzen kann, was einen da erwartet, wenn man sich bei euch anmeldet. Von daher ist es schon sehr wertvoll. Du hast jetzt gesagt, im Moment habt ihr eben dieses Thema Preis und Zahlung noch außerhalb eurer Plattform, aber auf Dauer ist dann auch schon angepasst, dass ihr das quasi mit aufnehmt und aktuell ist es auch so, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, ihr habt nur eine reine Webseite, App gibt es da auch noch nicht, wird das dann auch so ein weiterer Schritt sein, also Zahlungsfunktion beziehungsweise eine App, über die das dann auch abgewickelt werden könnte.

  15. Lisa Speicher:

    Also momentan ist es eben für uns die beste und flexibelste Methode überhaupt rauszufinden, ob die Kunden eine weitere Ladeseite brauchen, wo man sich vernetzen kann mit Ladeinfrastruktur. Deswegen haben wir die Zahlungsmethode erstmal rausgelassen. Es ist aber angedacht, dass wir daran arbeiten. Genauso ist eine App-Entwicklung eben auch mit auf unserer Prioritätenliste ziemlich weit oben, sodass wir... dass wir das als nächstes angehen, wenn wir eben Kommunikation und Zahlungsmethoden, wenn wir das alles unter einen Hut bekommen haben, wollen wir in die nächste Richtung gehen, nämlich eine App entwickeln, weil wir eben davon ausgehen, dass die Userinnen und User das Ganze eben unterwegs benutzen. Dafür ist es ja auch gedacht. Und dann ist eine App einfach viel angenehmer als ein Webbrowser.

  16. Sebastian:

    Ja, definitiv. Deswegen auch die Frage. Und zudem ist es ja so, im Moment hört es sich zumindest so an, als ob dieser Prozess ja eher geplant sein muss, sozusagen. Ich will jetzt morgen oder übermorgen laden bei dir. Ist das für dich okay? Aber ab und zu kann es ja auch sein, gerade wenn man irgendwo unterwegs ist, dass man vielleicht ad hoc laden muss, will, mag und das auch nicht an einem öffentlichen Lader. Da würde es eine App ja wahrscheinlich auch einfacher machen, die Kommunikation miteinander, weil halt eben der Informationsfluss schneller wäre, oder?

  17. Lisa Speicher:

    Genau, richtig. Also da arbeiten wir jetzt auch momentan dran, weil wir haben schon von unseren Kunden Feedback bekommen, die dann auch tatsächlich geladen haben, dass eben über die E-Mail, dass dieser Prozess zu lange dauert und deswegen sind wir gerade dabei, auch das Ganze mit SMS einzubinden, dass man eben darüber mit in Kontakt treten kann, weil wie oft guckt man schon in seine E-Mails, wenn man mal ehrlich ist, meistens guckt man doch eher so SMS, bekommt man halt sofort und Genau, da arbeiten wir wie gesagt dran und hoffen, dass wir das in diesem Jahr, Mitte dieses Jahres spätestens komplett abgeschlossen haben, dass diese Integration drin ist. Die App, das dauert noch ein bisschen, weil da eben mehr Planung das Ganze bedarf.

  18. Sebastian:

    Klar, da sollte ja dann auch die App an sich schon mal in Erfassung da sein, sage ich mal, die schon weiter ausgereift ist. Auf einer Webseite ist man ja dann doch nochmal ein Stückchen flexibler, wenn man die entwickelt. Das wird ja auch mit Grund dafür sein.

  19. Lisa Speicher:

    Genau, richtig, ja.

  20. Sebastian:

    Jetzt ist die Frage für mich, die ja auch bestimmt aufkommt. Wie verdient ihr euer Geld? Habt ihr damit Vorgeld zu verdienen mit YouChargeMe oder ist das einfach nur ein, ja, Wohltätigkeitsprojekt in Anführungsstrichen für die E-Mobilität oder was habt ihr da aktuell beziehungsweise in der Zukunft geplant?

  21. Lisa Speicher:

    Genau, also wir sind ja, wie der Name QB und AG schon sagt, eine Aktiengesellschaft. Also sagt, müssen wir halt irgendwann auch damit Geld verdienen. Deswegen haben wir schon verschiedene Geschäftsmodelle im Kopf, die wir noch weiter ausreifen müssen. Und beispielsweise könnte man sagen, wir verdienen an der Vermittlung pro Ladevorgang oder wir verdienen an den geladenen Kilowattstunden, also da eine genaue Abrechnung einzubauen. Das wollen wir aber zusammen mit dem Kunden herausfinden. Wir sind momentan auch wieder in der Kundenbefragung drin, also führen aktuell auch Interviews und hoffen, dass wir ab 2021 schon erste Einnahmen generieren können. Wir wollen das aber eben mit dem Kunden auch zusammen herausfinden, sodass wir für beide Seiten eine faire Möglichkeit haben, dass wir eben daran auch ein bisschen was verdienen. Genau.

  22. Sebastian:

    Okay. Ja, aber das hört sich auch gut an, dass ihr auch da mit dem Kunden Hand in Hand arbeitet sozusagen. Vielleicht kannst du jetzt ja auch schon mal für 2021 ein paar Dinger jetzt schon… zur Sprache gebracht sozusagen, unter anderem eben diesen Zahlungsprozess da zu integrieren beziehungsweise den Austausch einfacher zu gestalten über SMS oder so. Kannst du ja vielleicht einfach nochmal kurz umreißen, was denn jetzt so dieses Jahr und im kommenden Jahr geplant ist, wenn ihr da schon so Meilensteine in Ausblick habt?

  23. Lisa Speicher:

    Genau, also in diesem Jahr ist auf jeden Fall geplant, eben einen Kommunikationsdienstleister einzubauen, Wir wollen die Zahlungsmöglichkeit einbauen und wir gehen auch mit Businesspartnern in Kontakt, weil es könnte ja auch sein, dass wir beispielsweise, ich denke dabei jetzt mal ohne mit einem Partner schon gesprochen zu haben, mit Wallbox-Herstellern oder so in Kontakt gehen könnte. dass man eben auch dort Modelle bekommen würde, die eben dem Kunden hilft oder eben weitere Features wie beispielsweise eine Versicherung oder so irgendetwas, was eben dem Kunden auch hilft und uns auch vertrauenswürdig macht als YouCharge.Me, weil wir wollen ja gewiss auch professionell auftreten und dem Kunden eben helfen. Deswegen, das sind jetzt die konkreten Pläne. Für nächstes Jahr kann ich noch gar nichts. Also danach kommt eben auch die App-Entwicklung dazu. denke ich, dass wir damit spätestens Ende diesen Jahres dann beginnen können. Weiter kann ich noch gar nichts sagen, weil wir eben nach Lean Startup arbeiten. Und wenn der Kunde jetzt sagt, er will lieber rechts rum statt links rum, dann werden wir dem natürlich auch nachgehen. Deswegen haben wir zwar eine grobe Roadmap geplant, eben wie Kommunikationsdienstleistung, Zahlungsanbinder oder Partnergespräche, aber komplett die Weggabelung haben wir noch nicht machen können, weil wir eben ein bisschen flexibel auf den Markt und ganz agil reagieren wollen.

  24. Sebastian:

    Er leuchtet ein und ist ja auch, denke ich, der richtige Ansatz zu sagen, man entwickelt sich, wie wir es ja eingangs gesagt haben, am Markt entlang und nicht in eine komplett andere Richtung, was ja weder für euch noch für die Kunden dann zielführend wäre.

  25. Lisa Speicher:

    Genau, richtig. Also was auch noch wichtig ist aus unserer Sicht, ist eben den Ausbau der Community, weil wir das eben auch schaffen wollen, dass sich die Mitglieder untereinander eben vernetzen. Und dazu haben wir eine Facebook-Gruppe gegründet, da kann man auch gerne mal rein, vorbeischauen. Da haben wir Moderatoren, die eben uns dann auch ein bisschen lenken, wenn es Neuigkeiten über Your Touch gibt, die das dann auch promoten werden.

  26. Sebastian:

    Okay, die werden wir auch auf jeden Fall im Artikel dann mit aufführen sozusagen, dass man da auch gleich richtig landet. Dir jetzt auf jeden Fall erstmal vielen Dank so für den Einblick da hinter die Kulissen von YouCharge.Me. Wir können das ja, oder wir werden das Thema eh beobachten von Elektroautonews und können ja auch gerne weiterhin im Austausch bleiben und schauen dann einfach mal, wie sich das entwickelt jetzt im Laufe von 2021.

  27. Lisa Speicher:

    Ja, sehr gerne und Dankeschön für deine Zeit und die Möglichkeit, dass wir hier sprechen durften.

  28. Sebastian:

    Gar kein Problem. Bis dann, Lisa.

  29. Lisa Speicher:

    Ja, danke. Tschüss.

  30. Sebastian:

    Vielen Dank fürs Zuhören von dem Gespräch mit Lisa. Ich denke, das war ganz interessant und hat einfach mal aufgezeigt, was denn alles möglich ist und warum Wallbox-Sharing auch für unsere Entwicklung der E-Mobilität hier in Deutschland schon von Interesse ist. Einfach, um eben noch ein breiteres Ladenetzwerk für alle E-Mobilitätsfans eben an den Start zu bringen. Natürlich bin ich gespannt, ob du jetzt im Nachgang direkt bei uCharge.me vorbeischaust, dich registrierst und eben deine eigene Wallbox zur Verfügung stellst oder eben auch bei einem Anbieter von dort mal lädst. Kannst mich auf dem Laufenden halten, gerne über die Kommentare in dem dazugehörigen Artikel. Auf jeden Fall erstmal vielen Dank fürs Zuhören. Wir hören uns nächste Woche wieder. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.