Gespräch mit Alexander Lutz, Polestar: "2021 wird das Jahr des Polestar 2"

Mitte Dezember 2020, also noch im vergangenen Jahr, war die Eröffnung des dritten Polestar Space in Deutschland geplant. Nach Düsseldorf im Sommer 2020 und Köln Anfang Dezember stand die Eröffnung des Stuttgarter Polestar Space auf dem Plan. Die bekannten Covid-19 Einschränkungen führten jedoch zu einer Verschiebung Eröffnung. Nichtsdestotrotz konnte ich mich mit Alexander Lutz, Geschäftsführer von Polestar Deutschland, am virtuellen Tisch über Polestar austauschen.

Im Fokus stand hierbei, neben einem tiefen Einblick auf die Marke Polestar selbst, die Fortschritte bei der Markteinführung des Polestar 2, welche bereits im August 2020 begonnen hat. Sowie die Schlagworte: Minimalismus, Transparenz und Nachhaltigkeit, welche den Kern der Marke sehr gut treffen.

Hör doch am besten selbst rein.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Podcast-Folge von ElektroautoNews.net. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. Aktuell in Folge, Folge Nummer 2. Im Jahr 2021 habe ich mich mit Alexander Lutz, Geschäftsführer Deutschland von Polestar, an den virtuellen Tisch gesetzt und wenig über Polestar, die Polestar Spaces, als auch über den Polestar 1 und Polestar 2 diskutiert. Sowie den Polestar 3 unterhalten. Ich denke, Alexander hat uns einige interessante Einblicke auf Polestar, die Marke gegeben, als auch die Philosophie, die dahinter steht, hinter dem Unternehmen. Und dass diese eben nicht nur aus Marketinggründen, sondern tatsächlich gelebt wird. Das wird in dem Gespräch aus meiner Sicht nochmal diskutiert. ganz deutlich spürbar, greifbar und auch, dass man eben in puncto Fahrzeuge anders denkt als klassische Automobilhersteller sozusagen und dennoch überzeugende Produkte oder vielleicht auch gerade deshalb überzeugende Produkte auf die Straße bekommt. Aber ja, wie gesagt, am besten hörst du einfach direkt rein in das Gespräch mit Alex. Das war sehr interessant aus meiner Sicht schon. Wird auch nicht das letzte Gespräch gewesen sein. Spätestens, wenn wir uns den Polestar Space in Stuttgart anschauen, werde ich persönlich nochmal mit ihm sprechen. Und auch im nächsten Jahr wird es bestimmt nochmal die ein oder andere Podcast-Folge mit ihm geben, um einfach zu sehen, wie sich Polestar weiterentwickelt. Nicht nur in Deutschland, sondern Europa bzw. weltweit. Jetzt aber erstmal ins Gespräch mit Alex. Viel Spaß damit. Hallo Alex, zunächst einmal vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, dass wir uns heute über Polestar, die Polestar Spaces in Deutschland, als auch eben eure aktuellen Modelle unterhalten. Das Interview haben wir jetzt ja Mitte Dezember aufgenommen. Eigentlich war angedacht, dass wir das direkt bei euch vor Ort machen, wenn ihr den Stuttgarter Polestar Space eröffnet. Aufgrund von Covid und den bekannten Auflagen hat sich das Ganze ein wenig verschoben. Wir nehmen uns jetzt trotzdem die Zeit, uns ein wenig über das Space-Konzept von Polestar zu unterhalten. Aber bevor wir da eintauchen und mehr über Polestar, Polestar Space und die Modelle erfahren, wäre es vielleicht ganz gut, wenn du dich einfach mal unseren Zuhörern, Zuhörerinnen vorstellst.

  3. Alexander Lutz:

    Hi, ja, Sebastian, danke, dass wir hier sein können. Natürlich freut es uns auch, denn es ist eine Zeit, wo viel Veränderung vorsteht und wir natürlich da mit den Regeln sehr konform sind. Ja, Managing Director für Polestar Deutschland. Seit Ende 2019 verantwortlich für die Organisation hier. Und wir haben insgesamt ein 30-köpfiges Team in Köln, Polestar Headquarter für Deutschland und Frankfurt, wo unser Customer Service Zentrum liegt. Zuvor war ich bei Audi in Amerika und Maserati in Italien tätig. Aber die Liebe zum Automobil hat schon lange hervorgehört. Ja, 30 Jahren kann man sagen, angefangen. Und das ist, glaube ich, das Allerwichtigste, denn sowas kann man nur mit Leidenschaft vorantreiben. Und so ein Einsatz geht nur, wenn man das Auto liebt. Und wir lieben wirklich das Auto, alle bei uns im Team, nicht nur ich. Und das spürt man, glaube ich, immer, wenn wir in Kontakt mit Kunden oder jeglichen Personen sind.

  4. Sebastian:

    Ja, also das kann ich definitiv bestätigen, dass dein Team oder euer Team dafür steht, dass gerade mit Anna, mit der ich ja von Marketing-PR-Seite zu tun hatte, die strahlt das auch wunderbar aus und weiß das auch sozusagen zu verkörpern. Das kann man gerne mal so mit auf den Weg geben. Jetzt kommst du aber von Auti Maserati zu Polestar. Warum vielleicht? Also um das einfach mal in den Raum zu stellen und vielleicht kannst du in dem Zusammenhang auch ein paar Worte zu Polestar verlieren, wo Polestar herkommt, für was die stehen und ja,

  5. Alexander Lutz:

    Ja, sehr einfach. Poster 1 ist der erste Sprung gewesen, warum ich zu Poster gekommen bin. Aber dann habe ich gemerkt, was für Menschen dahinter arbeiten und die Vision kennengelernt und verstanden, dass die Firma selber ein unglaubliches Potenzial hat, die Mobilität zu verändern und voranzutreiben in Richtung Elektro. Denn es gibt keine Firma, die so eine gute Kombination hat, aus Innovation, Optimismus, Investments von Gili hat, plus die Erfahrung im Automobilbau von bald 100 Jahren von Volvo. Und das alles unter dem Chef Thomas Ingenlath, der ein wirklich Jahrhunderttalent des automobilen Designs ist. Da kann man viel erreichen. Und ich glaube, die Produkte zeigen das schon. Wenn man einmal Poster 1 gefahren ist oder Polestar 2 und in der Zukunft Poster 3 und wird man das sofort merken. diese Qualität, die Innovation und dass wir wissen, wie man Autobahns baut.

  6. Sebastian:

    Das sieht man definitiv und ich durfte es beim Polestar 1 ja auch schon erleben, den hatte ich auch mal für eine Woche zur Verfügung, um da mal Probe zu fahren und ja, das hat schon ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert, also hat richtig Freude bereitet und ich muss auch sagen, nein, natürlich ist man Dauergrinsen, aber es war auch das Testfahrzeug, wo ich am meisten darauf angesprochen wurde, sei es jetzt von Bekanntschaft, Verwandtschaft, als auch Freunden, als aber auch dann tatsächlich x-beliebigen Fremden auf irgendwelchen Supermarktparkplätzen, die dann wirklich tiefes Interesse für das Fahrzeug gezeigt haben.

  7. Alexander Lutz:

    Und es war Interesse, wie hast du die Blicke gesehen? Verstanden.

  8. Sebastian:

    Wie waren die? Also sehr positiv. Es waren auch tatsächlich nicht nur Blicke, sondern man wurde auch des Öfteren darauf angesprochen, was denn das jetzt ist, was das für eine Marke ist, weil natürlich noch ein wenig unbekannter hier in Deutschland, zumindest zu dem Zeitpunkt, das war irgendwann im Frühherbst. Aber es war keine Abneigung zu spüren sozusagen, sondern im Gegenteil. Ich finde, ihr habt schon mit dem Polestar 1 jetzt ein tolles Fahrzeug vom Design her geschaffen. Also da zu Recht der Dank an euren CEO, der da ja auch starke Einflüsse auf das Design ausgeübt hat. Und aber auch von dem technischen Ansatz her beim Polestar 1, wo ich dann am Anfang, ihr habt es ja immer so schön oder bewerbt es ja auch so schön, es ist eigentlich kein Verbrenner mit E-Motor, sondern E-Motor oder ein E-Antrieb mit Verbrenner noch sozusagen, weil ihr eine wesentlich höhere rein elektrische Reichweite als die Konkurrenz da auf die Straße bringt. Und muss auch sagen, das sind jetzt nicht nur Marketingversprechen gewesen, sondern ihr habt da auch wirklich abgeliefert, wie ich dann im realen Test sozusagen erleben durfte.

  9. Alexander Lutz:

    Ich glaube, was du ansprichst, ist genau das, was so faszinierend an Poster 1 und Polestar 2 ist. Das ist so ein minimalistisches skandinavisches Design, was sehr angenehm ist, aber trotzdem exklusiv und außergewöhnlich. Und das muss man erfahren, das muss man spüren. Und das kommt von der Feder eines Genies und das sieht man auch, denn die Umsetzung ist genauso gut wie die Konzeption. Ja, es ist wirklich ein faszinierendes Auto.

  10. Sebastian:

    Definitiv, also das kann ich nur unterschreiben. Wie gesagt, auf dem Polestar 2, den hatte ich bisher nur auf Pressefotos gesehen, darf ihn ja aber demnächst dann auch mal live sehen, spätestens bei euch im Polestar Space in Stuttgart. Wird aber vielleicht, kannst du einfach mal zum Zweier dann auch noch ein paar Worte verlieren. Das ist ja das erste reine E-Auto von Polestar. Ihr befindet euch jetzt gerade aktuell in der Markteinführung. Vielleicht kannst du uns einfach mal das Fahrzeug ein wenig einordnen, um ein paar Worte zu verlieren, wie denn da die aktuelle Timeline einfach ist.

  11. Alexander Lutz:

    Gerne, gerne. Ja, die, gut, Poster 1 ist natürlich unser Halo-Auto gewesen und deswegen auch die Nummer 1 und ist ein Hybrid, ein GT geworden, denn das kann man sehr gut vereinen. Und natürlich als Halo-Modell, danach folgt ein Auto, was für eine größere Kundengruppe angesprochen wird und das ist Polestar 2. Für uns der erste vollelektrische Wagen und perfekt in der Zeit, denke ich, denn er spricht das Premium-Segment komplett an und ist vom Gesamtpaket her ein unglaublich gutes Auto. Man muss nicht dazu sagen, dass es ein Elektroauto ist, sondern es ist ein extrem gutes Auto. Mit meinem goldenen Lenkrad haben wir gewonnen von Autobild. Wir haben mehrere andere Awards erhalten, weil es einfach ein gutes Auto ist. Und ich glaube, das ist für uns wichtig, denn Man spricht immer über Elektroautos und klar, die Beschleunigung, man hat nur noch einen Gang, der Antritt ist sofort, es gibt keine Drehmomentlöcher, es gibt kein Turboloch, diese ganzen Sachen, aber das Auto, der Polestar 2 in dem Sinne, geht viel weiter über das Elektroauto hinaus. Das Elektroauto und die Nachhaltigkeit, die damit verbunden ist, sind ein Teil des Autos, ist aber nicht der einzige Teil, sondern wir haben auch mit Google den innovativsten Partner an der Seite, der das Infotainment für uns gemacht hat. Und wenn man einmal die Sprachbedienung benutzt, dann weiß man, warum Google der beste Partner ist, um so ein Infotainment zu bauen. Damit sind wir der erste der Welt gewesen. Und wir haben mit Partnern wie zum Beispiel Öhlins für die Dämpfer beim Performance-Paket oder für die Brembo-Bremsen auch dort Komponenten eingebaut, die sind einfach hochqualitativ. Die braucht man aber nicht nur einzubauen, sondern auch gut abzustimmen. Und da können wir eben auf diese Erfahrung zurückgreifen, die wir bei Polestar haben. Sprich, wir haben Tourenwagen gefahren, Tourenwagen gewonnen, Nürburgring-Rekord gehalten. Das sind alles Sachen, wenn dieses Wissen und diese Leidenschaft in der Firma sind, dann kommt sowas wie Polsterzeit zustande.

  12. Sebastian:

    Das ist ja definitiv ein schönes Ergebnis, das ihr da abliefert und ich finde es auch gut, so wie du sagst, ihr bringt ein Premium-SUV oder ein Premium-E-Auto in dem Fall auf die Straße, sagt dann aber zumindest oder du stellst jetzt auch mal den E-Antrieb hinten an und sagst eher, es geht um das Fahrzeug an sich, erst mal zweitrangig, ob es jetzt Verbrenner oder Elektroauto ist, wobei zweiteres natürlich eher positiv zu sehen ist. Nehmt da Premium-Hersteller mit an die Hand oder verlasst euch auf Firmen, die einfach ihr Spezialgebiet da haben, beispielsweise jetzt Google mit der Sprachbedienung und macht dann sozusagen oder formt daraus dann das bestmögliche Fahrzeug, wenn ich das so richtig dann zusammengefasst habe.

  13. Alexander Lutz:

    Ja, gut, die Nachhaltigkeit steht bei uns im Vordergrund. Das haben wir auch mit Precept gezeigt, unsere Absichtserklärung. Das haben wir gezeigt mit einer gesamten Firma, die darauf ausgelegt ist. Mit Federica Klaren haben wir auch eine Person, die sich da mit ihrem Team genau darum kümmert. Aber es geht eben nicht nur um Elektro. Es ist der Antrieb, ja, aber das macht ein Auto nicht aus. Also es gibt viele Elektroautos, die man nicht fahren will. Es gibt auch viele Verbrenner, die man nicht fahren will. Also ich glaube, da muss man eben das Gesamtpaket anschauen. Und da haben wir mit Polestar 2 was Außergewöhnliches auf die Beine gestellt.

  14. Sebastian:

    Ja, das denke ich auch. So wie du sagst, das Gesamtpaket muss einfach stimmig sein, das muss passen. Dazu gehört eben auch die nachhaltige Ausrichtung eures Unternehmens, wo ihr auch dann das erste Unternehmen in der Automobilbranche sozusagen seid, die quasi ihre CO2-Bilanz ja auch offengelegt hat und gesagt hat, hört zu. Wir legen die Karten auf den Tisch und zeigen eben auf, bis oder ab wann unser Auto tatsächlich CO2-neutral unterwegs ist. Und also zum einen ein guter Marketing-Schachzug, zum anderen, und das glaube ich vielmehr, kauft man euch das auch vollkommen ab, dass ihr dafür einsteht und dass ihr das eben genau aus dem Grund macht.

  15. Alexander Lutz:

    Ja, absolut. Es geht um Transparenz, Authentizität, Nachhaltigkeit. Und das verkörpern wir als Polestar, das leben wir. Der Minimalismus, glaube ich, fokussiert uns mehr. Die Firma ist darauf ausgelegt, sich auf verschiedene genaue Ziele festzulegen. Und wir wollen auch die Fragen beantworten. Wir können nicht sagen, dass wir alles wissen. Aber ich glaube, mit dem LCR-Report haben wir gezeigt, dass wir daran arbeiten und dass wir es offenlegen. Und da wird viel debattiert, es wird viel gesprochen. Wir werden die Antworten finden, wir werden weiter recherchieren und so kann man sich verbessern und so werden wir uns verbessern.

  16. Sebastian:

    Ja, das ist ja auch wichtig, dass ihr da, ich sag mal, diesen minimalistischen Ansatz verfolgt, aber den dann eben auch bis ins kleinste Detail sozusagen, dass ihr euch auf die Pfeiler konzentriert, die eben wichtig sind und dann nicht um das ganze ausschmückende Ballwerk herum, was es ja dann doch immer gibt, auch bei der Konkurrenz am Markt. Und auch gerade diesen minimalistischen Ansatz, um da mal die Brücke zu schlagen, den verfolgt ihr ja auch in euren Vertriebswegen sozusagen, als auch in der Vorstellung oder Näherbringung der Fahrzeuge an den Kunden. Das sind eben die Polestar Spaces, dann eben auch ein wichtiges Mittel von euch. um eben Kunden für euch, für Polestar zu begeistern beziehungsweise auch einfach den Blick von Interessierten auf euer Unternehmen zu lenken. Vielleicht kannst du mal ein paar Worte zu dem Polestar Space an sich verlieren, was sich dahinter verbirgt, wenn das noch niemand oder wenn das ein Hörer von uns noch nicht gehört hat, was er sich darunter vorstellen kann und wie ihr das Ganze mit dem Vertrieb bei euch im Unternehmen auch zusammenbringt dann.

  17. Alexander Lutz:

    Ja, also wenn man den Space noch nicht kennt, Gerne vorbeikommen. Wir werden bald sieben haben in Deutschland. Zwei sind schon offen. Einer in Köln, einer in Düsseldorf. Aber ich glaube, wenn wir den Podcast jetzt online stellen, dann werden wir ein paar mehr aufhaben. Es ist Ein minimalistisches Konzept, wo das Produkt, Poster 1 in Polestar 2 und dann auch bald Poster 3, im Rampenlicht stehen. Und das ist der Fokus. Denn es geht uns, die Elektromobilität zu leben. Und in diesem Space ist es eher, erinnert es eher an eine Kunstausstellung als an normalen, den Händler, den man so kennt. Natürlich in Innenstadtlage, denn wir wollen, dass... die Elektromobilität von allen gesehen wird und man nicht extra eine Fahrt wohin macht, sondern das direkt in seinem Leben integriert ist, genauso wie unser gesamtes Konzept. Google, es ist sehr einfach zu benutzen, also dass man sich da nicht, das Auto folgt einem im Leben und nicht andersrum, dass man sich aufs Auto einstellen muss. Die Spaces generell sind uns so wichtig, weil nur so kann man beraten werden und diesen Informationsdrang, den wir ja alle oder auf jeden Fall generell Kunden in Deutschland haben, für Elektromobile, können wir denen erklären und Fragen beantworten. Es geht nämlich nicht nur um Polestar, sondern Gesamtelektromobilität voranzutreiben in Deutschland. Und wir haben dort kommissionsfreie die natürlich von unseren Spaces, von den Partnern gestellt werden und dort auch wiederum Erfahrung legt. Also es ist nicht eine Person, die sich nicht bei Autos auskennt, sondern das Autowissen ist da und die Elektroleidenschaft auch. Und das ist, glaube ich, für uns wichtig, weil wir müssen... als Polestar, diese Preistransparenz, die wir ja online haben und im Online-Verkauf ist ja ein Verkauf sehr schnell abgeschlossen. Es dauert wenige Minuten, aber man hat in Deutschland viele Fragen. Das haben wir auch gemerkt. Ich glaube, in anderen Ländern ist dieser Online-Kauf schneller vertraut. Man macht es schnell, man probiert es einfach mal aus. Bei uns sind die Spaces dieser Brückenschlag, dass man gerne online überall kaufen kann, also ob man jetzt im Space online kauft oder auf der Couch oder wo auch immer, dann können wir mit dem Space die Marke lebbar machen und erklären und das Auto erfahren, Probefahrten machen und somit genau diese Balance zwischen online kaufen, Transparenz mit Preisen etc., aber auch Leben, Produkt erfahren, beraten werden in Person im Space.

  18. Sebastian:

    Die Marke Leber machen, das ist schon so das Stichwort, wo ich gerne mitnehmen würde, weil, ja, du sagst es ganz gut, ihr macht da auch wieder einen Brückenschlag zwischen Transparenz, zwischen E-Mobilität, da, ich sag mal, Fuß zu fassen, sich damit zu beschäftigen, aufzuklären, als auch das Fahrzeug dann trotzdem mal vor sich zu sehen, weil das ist ja jetzt eine Sache bei irgendeinem Online-Händler, ein x-beliebiges Produkt zu bestellen sozusagen oder jetzt online ein komplettes Fahrzeug zu ordern. Da wäre jetzt persönlich bei mir auch die Hemmschwelle relativ hoch, obwohl ich sehr digital unterwegs bin und bin da dann auch noch eher derjenige, wo sagen würde, okay, ich schaue lieber in einem Polestar Space vorbei, schaue mir das Fahrzeug mal an, lass mir dazu was erklären. Und habt dann einfach auch nochmal das bessere Gefühl sozusagen. Und zudem, was sehr für euch spricht, und du hast es ja auch extra betont, dass eure Polestar-angestellten Mitarbeiter eben nicht provisionsgetrieben sind, sondern die sind einfach da, die sind nicht gezwungen, einen Abschluss da zu erarbeiten, dem Kunden irgendein Versprechen. abzugeben, was vielleicht nicht gehalten werden kann, sondern sie dienen dann quasi auch als Informationspunkt in eurem Polestar Space, um über eure Produkte als auch die E-Mobilität aufzuklären, wenn ich das so richtig verstanden habe.

  19. Alexander Lutz:

    Ja, das ist korrekt. Für uns ist es sehr wichtig, denn wir wissen, wie schwer der Handel es hat, generell mit Elektrofahrzeugen und was für Herausforderungen das sind. Deswegen haben wir mit den Spaces uns entschieden, das Modell ein bisschen umzustellen. Und zwar, wir als Polestar betreiben die Webseite, also sind der Verkaufskanal. Wir haben die Preise alle online. Da gibt es keinerlei Diskussionen. Man kann keine Rabatte aushandeln in dem Space. Das ist aber auch sehr schön, denn dann muss man sich dort nicht mehr Sorgen machen. Und alle erhalten den gleichen Preis. Das ist sehr wichtig, denn man spart Zeit, man ist ehrlich, man ist transparent. Und die Space und die Mitarbeiter werden ja von unseren Premium-Partnern, von Volvo, Also wir haben hier Investments von diesen Premium-Partnern aus dem Volvo-Netzwerk, die ja auch unsere Service-Städte betreiben. Und diese Kombination aus Online-Kaufen über Polestar-Webseite und dieser Erfahrung in Deutschland, Industrie, Autoindustrie über die Volvo Partner ist einzigartig. Das gibt es so nicht, denn das Agenturmodell ist wieder ein bisschen anders. Also wir sind wirklich froh, solche Partner in Deutschland gefunden zu haben und wir haben sieben in sieben Städten.

  20. Sebastian:

    Hört sich definitiv gut an. Du hast jetzt auch nochmal einen Punkt angesprochen, den ich auch noch mit aufgreifen wollte. Diese Service-Abteilung oder Abwicklung dann hinterher. Das heißt, der Kunde ist ja auch da nicht aufgeschmissen, sondern der wird da auch unterstützt und profitiert in dem Fall auch, wenn ich es jetzt so richtig verstanden habe, von dem Volvo-Netzwerk, was ja hinten dran auch vorhanden ist.

  21. Alexander Lutz:

    Genau, ja. Aber da haben wir mehr als sieben. Also wir haben sieben Spaces in sieben Städten mit sieben Premium-Volvo-Investoren. Und wir haben im Moment über 60 Service-Partner. alle aus dem Volvo-Netzwerk und auch hier, ein Auto ist ein Auto, also man muss wissen, wie man so etwas repariert, auch wenn der Antrieb etwas anders ist, gibt es immer noch eine Federung, gibt es immer noch eine Karosserie, gibt es immer noch alles, was dazugehört und da haben wir natürlich Erfahrung, weil das ist unbezahlbar, das muss man sich über Jahre erarbeiten und da haben wir nicht nur Glück, sondern wir haben auch Erfolg mit diesem Service-Netzwerk von Volvo.

  22. Sebastian:

    Ja, definitiv. Also es spricht ja auch für euch oder dann auch nochmal, dass man guten Gewissens da zuschlagen kann, wenn man jetzt begeistert ist von euren Fahrzeugen, weil man einfach auch weiß, man wird hinterher nicht im Stich gelassen. Im Gegenteil, man greift hier ja auch auf jahrzehntelange, jahrhundertlange Erfahrung irgendwo zurück bei einem Automobilhersteller, der doch ein recht gutes Standing auch hier vor allem in Deutschland hat und ja auch mit seinem Namen dann sozusagen dafür einsteht.

  23. Alexander Lutz:

    Ja, keine Frage. Volvo ist für mich eine tolle Marke. Auch wie in Deutschland. Die gesamte Organisation von Volvo ist top. Die Polestar-Marke ist ja auch genau nebendran, mehr oder weniger in Göteborg neben Volvo, wo bei uns alles gemacht wird von Engineering über R&D, Design. Unser Headquarter ist dort, The Cube. Unglaublich schön, wenn man mal vorbeigeht, bitte tut es. Das ist ein Erlebnis, denn dieser Minimalismus, den man bei Poster im Design beim Produkt sieht, den sieht man überall. Den sieht man im Spaces, den sieht man bei uns in Göteborg im Headquarter und die sieht man bei uns in den Werken. Das ist schon was Einzigartiges. Auch wieder hier ganz klar der Einfluss von Thomas Singelhardt.

  24. Sebastian:

    Ja, sehr schön zu sehen, dass es dann auch eben so durchgängig ist, dass ihr da euch nicht unterschiedlich aufstellt in den einzelnen Elementen eures Unternehmens, sondern ja durchgängig diese Transparenz, diesen minimalistischen Ansatz auch lebt. Dadurch wird es glaubhaft und ja, man merkt dann auch, dass es eben nicht Marketing ist nach außen, sondern es ist einfach auch eure intrinsische Motivation sozusagen, euch da so das Ganze zu leben, die Marke. Jetzt hast du gesagt, sieben Spaces in Deutschland sind geplant, zwei sind schon aktuell offen. Wo kommen die nächsten fünf hin, jetzt außer Stuttgart dann noch?

  25. Alexander Lutz:

    Genau, also wir haben jetzt offen Düsseldorf, da haben wir im Sommer aufgemacht. Wir haben Köln, haben wir jetzt vor etwa zwei Wochen aufgemacht. Dann denke ich, kommt Stuttgart, München, Frankfurt, Berlin und Hamburg. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, aber das sind die sieben Spaces in Deutschland.

  26. Sebastian:

    Alle in Großstädten sozusagen, wahrscheinlich auch alle, so wie du vorhin gesagt hast, in zentrumsnahe Location, damit dann eben auch möglichst viele Laufkundschaft sozusagen in den Genuss kommen, dort vorbeizuschauen. Wie ist es denn mit Probefahrten bei euch in Spaces? Gibt es da auch die Möglichkeit? Weil ich will mir das Fahrzeug ja vielleicht nicht nur anschauen, sondern würde es dann auch gerne mal auf der Straße erleben.

  27. Alexander Lutz:

    Genau, ja. Also die Probefahrt passiert nicht im Space. Also nicht nur fünf Meter hin und her, sondern man darf auch raus. Und die haben wir ganz klar bei uns auch direkt neben dem Space. Also wir wollten uns extra zwei in der Innenstadt ansiedeln, aber nicht... diese Probleme logistisch haben, wenn wir Probefahrten machen. Also man geht zum Space und innerhalb von, ich denke mal, ein paar Metern darf man dann seine Probefahrten mit dem Auto machen und die haben wir gesehen, sind sehr ausgebucht. Aber auch hier ist die digitale Welt sehr, sehr einfach und simpel. Man kann ganz einfach online gehen, eine Probefahrt buchen, sich einen Slot auswählen und gucken, wann zeitlich das passt. Dann geht man zum Space und dann macht man die Probefahrt. Man kann natürlich auch so zum Space gehen und gucken, ob vielleicht eine Probefahrt frei ist. Aber im Moment ist mit Polestar 2 wirklich viel Nachfrage. Deswegen würde ich vorschlagen, erst auf die Webseite zu gehen, poster.com.

  28. Sebastian:

    Okay, das hört sich gut an. Auch ein guter Tipp dann für Interessierte sozusagen, damit man da allen Beteiligten Zeit spart und vor allem auch Ärger, wenn man dann im Shop steht, so ein schönes Auto fahren möchte und dann ja genau aus dem Grund, dass eben auch vergriffen ist, was ja nachvollziehbar ist. Dann erstmal vielen Dank jetzt so für den Überblick. Ich werde mich da vor Ort in Stuttgart mal umschauen und mir das Ganze angucken. Jetzt hast du vorhin schon so ein bisschen den Ausblick gegeben. Polestar 1 und 2 stehen fest. Der 3er steht in den Startlöchern sozusagen. Was haben wir denn da zu erwarten? Was kannst du denn dazu schon so ein bisschen mit auf den Weg geben?

  29. Alexander Lutz:

    Ja, gut. Also man muss doch sagen, 2021 wird ganz klar das Jahr von Polestar 2. Denn wir haben zwei weitere Modelle mit Polestar 2, wo wir auch wahrscheinlich ein bisschen im Ende des Jahres auch den Launch machen. Und das ist für uns weiterhin der Fokus, denn das Auto ist gerade erst auf den Markt gekommen. Also wir haben jetzt die Auslieferung am August angefangen. Das ist ein paar Monate her. Jetzt schon sich auf ein anderes Auto zu fokussieren, wäre falsch. Deswegen Poster 3 kommt. Das wird ein tolles Auto. Ein aerodynamisches SUV. Ja, ich glaube, wenn man sich unsere Designs anschaut, sieht man, wie gut das aussehen wird. Und wir sind sehr stolz. Also es wird weiter spannend bleiben. Wir haben auch Precept gezeigt schon. was wir auch schon angekündigt haben, dass wir es in Serie bauen werden. Also sind da schon mal vier Autos, die wir alle Probe fahren müssen.

  30. Sebastian:

    Ja.

  31. Alexander Lutz:

    Und du natürlich auch.

  32. Sebastian:

    Da freue ich mich aber auch drauf. Ich werde mich auch nicht beklagen darüber. Jetzt gerade noch eine Frage. Du hast gesagt, ihr habt mit der Auslieferung im August 2020 begonnen mit Polestar 2. Kannst du mal ein paar Zahlen vielleicht noch verraten, was ihr aktuell in Europa bzw. Deutschland schon an euren Stromern auf die Straße gebracht habt bzw. was da geplant ist in der nahen Zukunft?

  33. Alexander Lutz:

    Ja, also wir müssen sagen, wir haben innerhalb von ein paar Monaten Auslieferungen im vierstelligen Bereich in 2020 geschafft. Wir sprechen am unteren Ende natürlich, aber das ist ein unglaublicher Erfolg für das Team in solchen Zeiten, wo... Premieren für Monate verzögert werden, haben wir es geschafft, fast zeitnah den Polestar 2 auszuliefern und dann schon vierstellig zu sein, ist für uns einfach toll. Bestellungen für 2021 laufen auch sehr gut und wir werden ja wiederum ein paar Modelle weiter einführen, die auch dann weiter unten im Preissegment sind. Wir sind ganz klar bereit, auf die 40.000 und vielleicht knapp unter 40.000 Euro Grenze, die nochmal, glaube ich, andere Kundensegmente aufmacht. Und da werden wir trotzdem aber nicht über 10.000, 20.000 Autos sprechen in Deutschland, denn die Nachfrage ist einfach sehr hoch. Also so viel können wir gar nicht für uns als Deutschland, sagen wir mal so, abzwacken.

  34. Sebastian:

    Klar, aber ich meine, das ist ja jetzt auch wieder ein Problem, was man gerne hat als Hersteller. Dann vor allem, nachdem ihr so jung jetzt noch als Marke seid sozusagen, ist es ja bestimmt ein Problem, mit dem man sich gerne herumschlägt, dass man dann eher zu wenig Fahrzeuge hat und zu viel Nachfrage als andersrum dann.

  35. Alexander Lutz:

    Ja, gut, man braucht eine Balance. Also wir sind nicht... Wir sind nicht die italienischen Hersteller, die wir alle kennen und die ich ganz gut kenne. Wir brauchen die Autos, um Kunden auch zeitnah beliefern zu können, denn das ist ja genau unser Ziel, dass wir Kunden zufriedenstellen, dass Personen unser Auto erfahren können und dass wir hier innerhalb von so kurzer Zeit so ein Ja, so ein Zugbekommen und so eine Nachfrage liegt einfach darin, dass die Marke authentisch ist und die Personen, die die Marke repräsentieren, auch die Marke leben. Also eine Firma ist immer nur so gut wie die Personen, die in ihr arbeiten und das sieht man bei Poster. Und deswegen glaube ich, wird nicht nur 2021 spannend für uns, sondern auch 2022, 2023 und die folgenden Jahre.

  36. Sebastian:

    Das hört sich doch gut an. Dann würde ich damit auch das Gespräch sozusagen beenden und wir hören uns einfach im Laufe von 2021 nochmal, wenn wir dann mit der Eröffnung der Spaces weiter sind und auch der Polestar 2 noch mehr auf die Straße drängt sozusagen. Vielen Dank für deine Zeit.

  37. Alexander Lutz:

    Sehr gerne, Sebastian. Danke, danke dir.

  38. Sebastian:

    Das war es also, das Gespräch mit Alexander Lutz von Polestar Deutschland. Und wie vorher schon angekündigt, glaube ich, haben wir da einige interessante Einblicke bekommen auf das Unternehmen, auf die Marke Polestar. Und ich bin da auch sehr zuversichtlich, dass wir 2021 noch mehr zu hören bekommen. Vor allem Polestar 2 knapp unter 40.000 Euro macht dann schon Lust auf mehr. Dir vielen Dank fürs Zuhören in dieser Woche. Wenn du uns noch was Gutes tun magst, gib eine positive Bewertung bei iTunes ab, dass wir in puncto E-Mobilität noch ein wenig mehr ins Ohr anderer Zuhörer kommen. Und ansonsten freue ich mich natürlich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest bei der kommenden Folge von elektroautonews.net. Mach's gut, bis dahin. Ciao.