Aufbruchstimmung der Automobilindustrie

Vor gut einer Woche ist die Podcast-Folge "Coronavirus und die Automobilindustrie – eine Momentaufnahme" erschienen. In dieser Momentaufnahme haben wir Mitte April 2020 betrachtet, wie sich der Coronavirus auf die Auto-Industrie auswirkt. Eine Woche später schaut das Ganze schon wieder ein wenig anders aus. Abermals wollen wir daher einen Blick auf die derzeit vermeintliche Aufbruchstimmung der Automobilindustrie riskieren.

Hör aber am besten selbst in die aktuelle Folge. Erfahre mehr über derzeitige Entwicklungen und wie sich die Automobilindustrie aufstellt, um Corona "in den Griff" zu bekommen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es rund um die Themen urbane Mobilität, alternative Antriebe und vor allem eben E-Mobilität geht. Vergangene Woche haben wir uns im Podcast dem Thema Coronavirus und die Automobilindustrie gewidmet. Eine Momentaufnahme haben wir das Ganze genannt. Haben darauf einen Ausblick gegeben, wie derzeit die Lage in der Automobilindustrie ist, insbesondere für die verschiedenen Hersteller, wie es sich auswirkt auf die Fertigung, wie es wohl nach Corona weitergeht. Und ja, ist doch ganz gut angekommen, die Folge. Aus diesem Grund habe ich gedacht, jetzt acht Tage später, es hat sich auch wieder einiges verändert. Wagen wir nochmal einen Blick auf die ganzen Geschehnisse in der Automobilindustrie und in das Ganze im Aufbruch Stimmung der Automobilindustrie weiter. Begründet dadurch, dass eben eine Vielzahl von Hersteller, Zulieferer, Lieferanten eben wieder langsam in den Fluss kommen wollen, sozusagen wieder ihre Produktion aufnehmen und Schritt für Schritt wieder zum Alltag sozusagen zurückkehren wollen. Den Einstieg würde ich gerne mit einem Artikel machen, den Michael für uns diese Woche geschrieben hat. Er hat sich damit auseinandergesetzt, was Audi, Hyundai, Magna, PSA und VW machen und wie sie langsam eben die Produktion wieder hochfahren lassen. Dann gehen wir kurz auf den Absatz in China ein, insbesondere auf Tesla, wie das für die sich entwickelt hat, nachdem quasi der Coronavirus sich wieder ein wenig zurückgezogen hat, beziehungsweise die Lage sich dort ein wenig entspannt hat und auch die Produktion und den Absatz wieder aufgenommen wurde. Und werden dann auch noch einen Blick darauf werfen, was die Automobilindustrie und andere Parteien, Verbände derzeit eben fordern, um das deutsche Autoland sozusagen am Leben zu erhalten. Sind wir gespannt und ich denke, da sind interessante Inhalte mit dabei. Ich verlinke natürlich auch wieder die weiterführenden Artikel bei uns im dazugehörigen Blogpost. Und würde mich freuen, wenn du jetzt einfach die nächste Viertelstunde zuhörst. und erfährst, warum oder wie sich die Automobilindustrie in die Aufbruchsstimmung begibt. Viel Spaß damit! Wie bereits erwähnt, hat Michael diese Woche schon einen Blick darauf geworfen, wie denn sich die Automobilindustrie diese Woche aufgestellt hat oder bekannt hat dazu, wie man weiter vorgehen will nach Corona, beziehungsweise jetzt nach einer langsamen Erholung sozusagen erste Hoffnungsschimmer, die aufkeimen nach Corona. Und war doch interessant zu sehen, wie gleich und doch unterschiedlich sich eben die Hersteller verhandelten. Als erste Autofabrik in Tschechien hat das Hyundai-Werk eben wieder seinen Betrieb aufgenommen. Drei Wochen waren dort die Bänder stillgestanden. Und langsam hat man eben wieder begonnen, dort zu fertigen. Allerdings eben nicht im vollen Umfang, dass man gleich wieder in drei Schichten angefahren ist. Nee, erstmal nur in zwei der drei Schichten wird gefahren. Zudem gelten natürlich auch dort verschärfte Hygienevorschriften und mehrmals täglich wird das ganze Betriebsgelände desinfiziert. VW-Tochter Skoda hat sich auch vorgenommen, in Tschechien wieder die Produktion aufzunehmen. Allerdings lassen sie sich noch ein wenig mehr Zeit, nicht Mitte April, sondern 27. April hat man sich da als Zieldatum gesetzt. Natürlich dann auch unter der Einhaltung der dementsprechend geltenden Hygienevorschriften. Bei Audi ist es so, auch VW-Tochter natürlich, dass man langsam auch wieder beginnt, die Fertigung hochzufahren, unter anderem im ungarischen Werk Györg. Dort läuft eben seit Dienstag auch wieder die Produktion an, aber auch nur eine Linie zur Motorenmontage mit rund 100 Mitarbeitern und eben auch nur in einer der üblichen drei Schichten unterwegs. Und das heißt, anstatt der üblichen 8000 Einheiten, die dort am Tag vom Band laufen, werden nur ein paar einige hundert Motoren vom Band laufen. Eben alles der Tatsache geschuldet, dass man natürlich das Ganze auch erst wieder langsam zum Anlaufen bringen muss, weil die Lieferanten... Und Zulieferer werden ja auch nicht von 0 auf 100 einsteigen, also die Versorgung mit den benötigten Rohstoffen, Materialien, Produkten muss eben sichergestellt sein. Zum anderen muss man natürlich auch gewährleisten können, dass die Mitarbeiter dementsprechend geschützt sind, um neue Corona-Infektionen bestmöglich zu vermeiden. Und Audi hat aber auch bekannt gegeben, dass man in Neckars Ulm und Brüssel auch wieder mit der Fertigung beginnen wird. Das wird dann eben am morgigen Montag sein, wenn du die Folge am Tag des Erscheinens hörst. Also ab dem 20. April geht es da wieder los. Ingolstadt zieht dann auch nach, allerdings erst am 27. Sprich, man steigt Stück für Stück wieder in die Fertigung mit ein. Aber eben mit klarem Ziel, mit klarer Linie dahinter, dass man da nicht unnötige Risiken eingeht. Man versucht, insoweit sich sowas steuern und greifen lässt, die Oberhand zu behalten. Wir sind gespannt, wie es sich entwickelt. Drücken natürlich die Daumen, dass es glückt. Ist wichtig für unsere Wirtschaft, für die Automobilindustrie, auch für die kommenden E-Modelle. Die wird auch alle erwarten. Aber man muss es mit Vorsicht angehen, die ganze Geschichte. Aber durch die Reihe weg machen die Hersteller einen vernünftigen Eindruck, dass man das eben auch mit dementsprechender Vorsicht angeht. Der österreichische Auftragsfertiger Magna hat auch schon seine Fertigung wieder aufgenommen, sogar schon am 6. April. Aber auch nur mit einer kleinen Mannschaft im Prototypenbau. Die Serienfertigung von Fahrzeugen ist wie geplant nach Ostern wieder gestartet. Und unter anderem wird dort beispielsweise die Mercedes-Benz G-Klasse gefertigt, allerdings unter verstärkten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen und eben auch mit einer geringeren Stückzahl. Ab 20. April soll dann bei Magna auch wieder Fahrzeuge für BMW und Jaguar Land Rover gefertigt werden. Der I-Pace läuft dort beispielsweise vom Band ab. Und ja, Schutzmaske, Schutzwände in Pausenräumen und eine erhöhte Bereitstellung von Desinfektionsspendern zählen da so zu den typischen Maßnahmen, die man doch konsequent zur Verfügung stellt, durchzieht, um einfach eben auch die eigenen Mitarbeiter zu schützen. VW als auch die französische PSA-Gruppe planen, die Produktion in Spanien wieder aufzunehmen. VW seinerseits will das am 20. April, also morgen, auch wieder hochfahren, auch wieder mit einer reduzierten Anzahl an Schichten und das eben auch in einem begrenzten Zeitraum. Das heißt, die ganze Woche wird da gefertigt, sondern in der ersten Woche an vier Wochentagen wird nur mit einer anstatt drei. Drei Schichten gefahren. Und dann eben in Abhängigkeit von der Stabilität der eigenen Lieferkette soll dann pro Woche immer eine weitere Schicht ergänzt werden, bis man dann eben wieder am Anschlag ist. Also VW macht das da schon auch mit Sinn und Verstand und stellt eben auch sicher, dass die Vorversorgung, Anteilen an benötigten Materialien sichergestellt ist, bevor man dann leerläuft und die Bänder eben stillstehen, was ja auch ordentlich Geld kostet. PSA plant bei der Wiederaufnahme der Autoproduktion in Spanien während der ersten 55 Tage auch einen Einschichtbetrieb, danach 35 Tage mit dem Zweischichtbetrieb geplant, um dann im Anschluss, also gut nach 90 Tagen, drei Monaten knapp, auch die dritte Schicht, die Nachtschicht mit aufzunehmen. Also auch da wieder der stufenweise Einstieg, auch bestimmt wieder mit dem Hintergrund der Materialversorgung, aber eben auch mit der besseren Beherrschbarkeit und Umsetzung der notwendigen Hygienemaßnahmen vor Ort. Schlussendlich geht es aber nicht nur um die Produktion der Fahrzeuge an sich, sondern natürlich auch der nachgelagerte Absatz davon, weil Fahrzeuge produzieren ohne Ende schön und gut, wenn sie sich nicht verkaufen, natürlich nicht so toll. Und wie wird es da ausschauen? Da haben wir auch vergangene Woche schon einen Ausblick gegeben, wie sich das hier eben in Europa und USA entwickeln könnte. Hier wird eben nicht erwartet, dass es wie in China komplett zurückkommt dann, sondern eher gemächlich aus der Delle sozusagen raus, aus dem Tiefen. Dass es aber eben auch anders gehen kann, hat China bewiesen, insbesondere Tester dort mit E-Autos. Im Februar brachte man es dort noch auf circa 2.300 Zulassungen. Das war also quasi direkt so kurz nach oder während dem Höhepunkt der Corona-Krise oder Coronavirus dort vor Ort. Jetzt im März, wo sich der Markt die Lage ein wenig entspannt hat, konnte man über 12.700 Model 3 zulassen. Also echt ein krasser Widerspruch zur Gesamtentwicklung des Marktes, jetzt nicht nur bezogen auf reine E-Autos, sondern der generelle Pkw-Markt dort. Denn die Gesamtauto-Verkäufe in China stürzen im März um 43,4% ab. Also echt ein krasser Unterschied und zeigt dann doch, wie stark die Nachfrage nach Tesla erstmal in China ist, aber wie gut dann eben E-Autos auch in der Masse ankommen können. wenn sie denn geliefert werden, weil der Coronavirus hatte ja auch zur Folge, dass der Verkehr weniger wurde, dass die Stickstoffbelastung, also CO2-Emissionen weniger wurden und man geht eben auch davon aus, dass E-Autos, insbesondere Tesla, weil bekannteste Marke oder mit bekannteste Marke für E-Autos sind, der ganz stark davon profitieren wird, von den Nachwehen des Coronavirus. Und das könnte ja ein erster Indiz dafür sein, wie es sich weiterentwickelt. Wobei wir davon ausgehen, dass man jetzt April nicht auf diesem hohen Niveau abschließen wird. Aber wird man sehen müssen. Und was eben auch im Zuge dessen, also mit der Tatsache, dass es ja noch Corona irgendwie weitergehen muss oder auch mit Corona irgendwie weitergehen muss, zum Tragen kommt, sind immer mehr Forderungen für Anschubprogramme, Aushilfen des Staates, finanzielle Anreize, Subventionen für Autokäufe, Vergünstigungen und so weiter. Also eben, dass der Staat auch gezielt die Nachfrage lenkt. Und steuert allein schon aus dem Grund, um die Arbeitsplätze direkt oder indirekt an der Automobilproduktion zu stützen. Und da ist es eben, ja, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die man haben kann. Haben wir letzte Woche ja auch schon von Professor Dutenhöfer aufgezeigt, dass man ja auch Mehrwertsteuern fallen lassen könnte. Man könnte die Prämie von 6.000 Euro beim Kauf eines E-Autos befristet aufstocken oder zusätzliche Anreize für den Kauf modernster Benziner und Diesel setzen. Ich kann mir jetzt darüber streiten, ob das sinnvoll ist, aber natürlich möchte man auch die Fahrzeuge eben verkaufen. Möchte aber auch, wenn möglich, eben vor allem diese umweltfreundlichen Fahrzeuge, das heißt Plug-in-Hybride und vor allem E-Autos, stärker stützen, um nicht nur die Konjunktur anzukurbeln, sondern auch den Klimaschutz irgendwie... gleichermaßen zu stärken und da seinen Teil dazu beizutragen. Also all das sind Dinge, die einfach auch diskutiert werden, um das Ganze voranzubringen. VW und der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, ZDK, sind auch mit in die Diskussion eingestiegen und haben nach Kaufprämien für Neuwagen mit einem Fokus auf umweltfreundliche Fahrzeuge gelenkt. Also die haben auch gesagt, Hey, hört mal zu, wir bräuchten hier ein breit angelegtes staatliches Wirtschaftsprogramm, das stark auftritt und umweltfreundliche Autos an den Mann oder die Frau bringt, gegebenenfalls verbunden mit einer Umtauschaktion für ältere Autos. Erinnert vielleicht an die Abwrackprämie aus 2008, 2009, die nach der damaligen Wirtschaftskrise eben eingeführt wurde, um eben auch eine Vielzahl von alten Fahrzeugen von der Straße zu holen, dafür bessere, umweltfreundlichere Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Also Grundlagen sind verschiedenste da, um quasi den Absatz anzukurbeln. Aber ja, kommt halt wohl noch ganz darauf an, wie man das Ganze denn auch umsetzen kann. Auf der anderen Seite wird dann auch wieder von zig Parteien oder Vereinen, Interessensverbänden und so weiter angeregt, ja, überlegt euch das doch nochmal mit den CO2-Emissionszielen für die Unternehmen, für die Hersteller. Ist es so richtig, daran festzuhalten? Sollte man da was anderes machen? Ich meine, das haben wir auch ausführlich in der vergangenen Woche besprochen, warum es denn eigentlich Genau richtig ist daran festzuhalten jetzt und dass es gar nicht so die schlimmste Situation ist für die Hersteller, sondern dass die Hersteller natürlich lieber marschenstarke SUVs absetzen wollen als kleinere E-Autos, sag ich mal, an denen eben nicht die starke Marge hängt. Von daher muss man eben unterscheiden, was ist tatsächlich für den Klimawandel sinnvoll, was kann man machen, wie können wir das stärken. Und was geht eigentlich nur in die Tasche der Hersteller, die natürlich auch wieder Geld erwirtschaften müssen, damit sie Arbeitsplätze sichern können. Aber da gilt es eben diesen feinen Grad zu finden und diesen schmalen Grad zu finden, wo man dann die Interessen beider Parteien oder beider Ziele irgendwie unter einen Hut bekommen kann. Da sind wir auf jeden Fall gespannt. wie sich die ganze Geschichte entwickelt, wo das hinführt. Wir werden es weiter beobachten. So viel mal zur aktuellen Einschätzung, was aktuell in der Automobilindustrie passiert, dass man eben in diese Aufbruchsstimmung übergegangen ist. Und ja, dir vielen Dank fürs Zuhören. Ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest. Mach's gut, bleib vor allem gesund. Bis dahin. Ciao.