Polestar enthüllt Pläne für 2024 und darüber hinaus

Im Gespräch mit Marlene Freienstein, Head of Marketing Polestar

Gemeinsam mit Marlene Freienstein, Head of Marketing bei Polestar, habe ich ausführlich über die aktuellen Entwicklungen und Zukunftspläne des Unternehmens gesprochen. Trotz eines Rückgangs der Absatzzahlen im ersten Quartal 2024 konnte Polestar in den letzten Jahren signifikant wachsen. Marlene, die seit 2020 im Unternehmen ist und zu den ersten Mitarbeiter:innen gehört, beschreibt Polestar als dynamisches Unternehmen, das sich trotz Wachstum noch wie ein Start-up anfühlt.

Zu Beginn des Gesprächs konzentrierten wir uns auf die Herausforderungen des Jahres 2023 und den Absatzrückgang im ersten Quartal 2024. Marlene erklärte, dass die schwierige weltwirtschaftliche Lage und das Ende staatlicher Förderungen in Deutschland zu diesen Rückgängen führten. Dennoch hob sie positive Entwicklungen hervor, wie die gestiegene Markenbekanntheit und die Präsenz des Polestar 2 mit 17.500 Einheiten auf deutschen Straßen. Dies sei ein bedeutender Schritt für die Sichtbarkeit der Marke.

Im weiteren Verlauf diskutierten wir die zentrale Bedeutung des Polestar 2 für das Unternehmen. Dieses Modell, das den Massenmarkt erschließt, bleibt trotz der Herausforderungen ein wichtiger Bestandteil der Produktpalette und erfreut sich wachsender Nachfrage.

Besondere Aufmerksamkeit widmeten wir den neuen Modellen Polestar 3 und Polestar 4. Der Polestar 3, das erste SUV der Marke, bietet eine Reichweite von 610 Kilometern und modernste Technologien. Der Polestar 4, das schnellste Auto der Marke, kombiniert die Aerodynamik eines Coupés mit dem Raumangebot eines SUVs und verfügt über innovative Features wie eine Kamera anstelle der Heckscheibe.

In Bezug auf Preisstrategie und Marktpositionierung stellte Marlene klar, dass Polestar bewusst im Premium-Sektor agiert, von Tesla abgrenzt und seine Modelle mit Fahrzeugen wie dem Porsche Cayenne oder Macan vergleicht. Dies unterstreicht den exklusiven Anspruch der Marke. Angesprochen auf mögliche Strafzölle für in China gefertigte Fahrzeuge, erklärte Marlene, dass der Polestar 3 ab der zweiten Jahreshälfte 2024 auch in den USA produziert wird, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Modelle Polestar 2 und Polestar 4 werden weiterhin in China gefertigt. Wobei eine Fertigung des Polestar 4 ab 2025 in Südkorea bereits in Planung sei.

Marlene gab auch einen Ausblick auf zukünftige Modelle. Der Polestar 5, basierend auf dem Concept Car Precept, soll 2025 auf den Markt kommen, und der Polestar 6, ein vollelektrisches Cabrio basierend auf dem Roadster-Konzept, ist für 2026 geplant. Polestar plant, jedes Jahr ein neues Modell einzuführen und bis Ende 2025 weltweit 155.000 Autos zu verkaufen, wobei der Polestar 2 und der Polestar 4 die Haupttreiber des Absatzes sein werden.

Nun aber genug der Vorworte lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei der neuen Podcast-Folge von Elektroauto-News.net. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute am Start bist, wenn wir uns mit dem Thema Polestar beschäftigen. Polestar hat eine spannende Zeit gerade hinter sich gebracht. Der Polestar 2 ist jetzt im Massenmarkt angekommen, über 17.500 Fahrzeuge sind da. sind hier in Deutschland schon unterwegs. Der Polestar 3 und 4 stehen beide in den Startlöchern und sollen die Marke nochmal auf ein neues Level hochheben. Darüber habe ich mich mit Marlene Freienstein, ihres Zeichens Head of Marketing bei Polestar, unterhalten. Und sie muss wissen, sie ist seit 2020, also seit den frühen Tagen der Marke mit am Start, war unter den ersten sechs bis sieben Mitarbeiter und treibt die Entwicklung in Europa bzw. weltweit auch noch maßgeblich mit voran. Wir haben uns über das Jahr 2023 die Herausforderungen damit unterhalten, den Blick auf 2024 gewagt, als auch auf die fortfolgenden Jahre und sind im Detail vor allem auf den Polestar 3 und 4 eingegangen, haben aber auch das Thema Zölle aufgegriffen, was gerade Ende Mai, als wir diese Episode aufgenommen haben, ja stark in den Medien präsent war. Kann sein, wenn diese Folge ausgestrahlt wird, dass es schon wieder Neuigkeiten gibt, von daher bitte im Portal bei uns vorbeischauen. Zudem der Input, was nicht von Marlene im Podcast genannt wurde, es gibt neben dem Werk in den USA auch noch ein Werk in Südkorea, was aufgebaut werden soll, aber eben nicht aus dem Hintergrund, wie wir es deuten, um den Zöllen zu entgehen, da das Thema eben auch schon vorher bekannt war, beziehungsweise die Pläne schon vorher bekannt waren, dass man dort eben ein Werk eröffnen möchte. Lange Vorrede, wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Marlene, viel Spaß damit. Hallo Marlene, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass du beim elektroauto-news.net-Podcast zu Gast bist. Wir wollen uns ein wenig über Polestar unterhalten, was ihr so im letzten Jahr 2023 gemacht habt, was ihr 2024 und die fortfolgenden Jahre vorhabt. Bevor wir da allerdings einsteigen, stell dich doch gerne mal unseren ZuhörerInnen vor und erzähl uns, wer du bist und was du bei Polestar machst.

  3. Marlene Freienstein:

    Hallo Sebastian, vielen Dank, dass ich heute hier sein darf. Und genau, ich bin Marlene Freienstein. Ich habe die spannende Aufgabe, das Marketing bei Polestar Deutschland zu leiten. Ich bin bei Polestar seit 2020, also bin einer der Dinosaurier, auch wenn sich das bei vier Jahre erstmal wenig anhört. Aber wir sind ja noch ein sehr junges Unternehmen. Habe angefangen, da waren wir so um die sechs, sieben Leute da. Und mittlerweile sind wir ja natürlich gewachsen, unsere Produkte wachsen und genau, das bedeutet, ich habe natürlich einmal, wie gesagt, die spannende Aufgabe, die Marke aufzubauen. Dadurch, dass ich aber von Beginn an mit dabei war, eben auch das Unternehmen aufzubauen, Prozesse zu schaffen, Menschen reinzuholen und eben mit diesen Menschen jetzt auch gemeinsam die Marke voranzutreiben.

  4. Sebastian:

    Also trotz der Tatsache, dass das alles noch irgendwo einen Startup-Charakter hat nach knapp vier Jahren oder gerade deswegen bist du da eben noch so tief drin, aber die Marke wird ja dennoch erwachsener. Das merkt man ja auch nach außen hin. Man merkt es an den Modellen, die er auf die Straße bringt. Und natürlich auch, dass jetzt auch mittlerweile aus der Geschäftszahlenbetrachtung der Blick immer zurück, als auch nach vorne gewagt wird. Wir würden auch mit dem klassischen Blick zurück anfangen. Und da gab es ja leider für das erste Quartal 2024 nicht so die positivsten Aussagen. Ich glaube, der Absatz war im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent eingebrochen. Gibt es da eine Einordnung eurerseits und von da aus dann auch gerne den Übergang in die Zukunft, wie ihr dann das restliche Jahr seht?

  5. Marlene Freienstein:

    Absolut. Also es ist kein Geheimnis. Jeder, der sich mit der Automobilbranche auseinandersetzt und vor allem auch im letzten Jahr auseinandergesetzt hat, weiß, dass 2023 allgemein kein einfaches Jahr für Hersteller war von Elektrofahrzeugen. Es ist weltwirtschaftlich einfach eine sehr angespannte Lage global betrachtet. Also lokal, aka in Deutschland betrachtet, ist es natürlich so, dass auch die staatlichen Förderungen weggefallen sind. Das erschwert es für junge Marke eben nochmal. Das ist einfach so und dadurch kommen eben auch die geringeren Zulassungszahlen im ersten Quartal. Trotzdem muss man natürlich auch dazu sagen, ich habe ja gerade schon gesagt, ich bin Head of Marketing, haben wir natürlich auch positive Sachen erreicht im letzten Jahr. Die gestützte Markenbekanntheit ist sogar höher als unser eigenes gestecktes Ziel und wir haben, der Polestar 2 ist jetzt mit 17.500 Einheiten in Deutschland auf dem Markt. deutschen Straßen unterwegs. Man sagt auch da zur Einordnung, man braucht um die 30.000 Autos, um so ein Break-Even zu erreichen, damit man wirklich sichtbar ist für die Allgemeinheit. Da haben wir jetzt schon über 50 Prozent erreicht und das ist trotz aller Schwierigkeiten, sowohl in Deutschland als auch das gesamte Weltgeschehen, betrachtet trotzdem etwas, worauf man positiv zurückblicken kann.

  6. Sebastian:

    Definitiv, vor allem wenn man Marktbegleiter von euch betrachtet, die ja auch zu ähnlichen Zeitpunkten gestartet sind, die stehen vor ganz anderen Problemen und sind teilweise schon wieder in der Abwicklung ihrer Geschäfte leider, was man sich auch nicht erhofft hat und da haben wir ja die Hoffnung oder da sind ja die, der Ausblick bei euch doch positiver, gehe ich von aus.

  7. Marlene Freienstein:

    Absolut. Und man muss ja auch dazu sagen, wir sind ja mit Polestar auch in Deutschland beziehungsweise ja global so richtig durchgestartet, als wir eine ganz andere Krise hatten. Das war während der Corona-Krise. Das hat uns auch vor Herausforderungen gestellt und gefühlt ist es wirklich in den letzten vier Jahren einfach von Krise zu Krise und da eben mit einem klaren Blick, mit einer klaren Strategie weiter nach vorne zu gehen. Und das machen wir eben auch zukünftig vor.

  8. Sebastian:

    Und bei dieser klaren Strategie, bei dem klaren Blick nach vorne, wird der Polestar 2 da auch weiter eine wichtige Rolle spielen. Ich meine, ihr habt jetzt wie gesagt den Polestar 3 und 4, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen, schon angekündigt. Aber gefühlt von der Außenbetrachtung oder der Wahrnehmung bei uns ist der Polestar 2 schon, ich habe es im Vorgespräch gesagt, das Brot- und Butterauto eurer Marke, das da doch eben auch den, ich sage mal, Massenmarkt eher schließt.

  9. Marlene Freienstein:

    Für uns ist der Polestar 2 sowieso etwas ganz Besonderes. Jetzt mal intern betrachtet, das war unser erstes vollelektrisches Auto und alles, was nach dem Polestar 2 kommt, ist eben auch vollelektrisch. Wir operieren seit vier Jahren nun erstmal mit dem Polestar 2 in Deutschland und auch global. Und das wird natürlich auch in Zukunft sich nicht großartig ändern. Wir haben zwei ganz tolle neue Produkte, da sprechen wir ja gleich drüber. Aber der Polestar 2 ist nach wie vor sehr entscheidend für uns, um eben das ganze Thema Elektromobilität weiter attraktiv zu machen. Durch den Wegfall der staatlichen Förderung haben wir ja auch eben nachgezogen. Wir haben den Innovation Boost, der momentan immer noch verfügbar ist. um so eben auf die Marktsituation zu reagieren. Wir haben eine sehr positive Resonanz dazu erhalten. Wir haben in diesem Jahr auch gesehen, dass die Nachfrage wieder steigt. Und für uns beziehungsweise für Menschen, die sich intensiv mit der Automobilbranche auseinandersetzen, ist der Polestar 2 ein sehr bekanntes Auto. Ich habe ja auch gerade schon gesagt, wir haben natürlich Ziele, was die Markenbekanntheit angeht. Aber auch da gibt es immer noch sehr viele Menschen, sehr viele potenzielle Fahrerinnen und Fahrer, die den Polestar 2 vielleicht auch noch gar nicht auf dem Schirm haben. Und deswegen ist er natürlich nach wie vor wichtig für uns und wird auch 2024 und 2025 eine große Rolle für uns spielen als Unternehmen.

  10. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für die Einschätzung und ich glaube auch, also das ist ein Fahrzeug, was dann doch auch der Masse gefallen kann, weil er doch sehr minimalistisch und dennoch luxuriös und performant rüberkommt. Das ist so die Einschätzung, die ich jetzt auch gerade die Tage mit einem Taxifahrer hatte, der mich gefahren hatte in einem Polestar. Und das fand ich sehr schön, das einfach auch mal im Alltag dann zu sehen. Vor allem, dass es ein elektrisches Taxi ist, das mal ganz vorne weg, aber dann noch ein Polestar 2, den ich auch sehr mag. Aber ihr geht ja jetzt auch, so wie ihr als Marke Erwachsener werdet, werdet ihr das ja auch im Modellprogramm. Man weiß ja ganz klar, der Polestar 2 ist auch noch enger verknüpft mit Volvo, die ja auch ein Stück weit jetzt bei euch raus sind sozusagen, da stellt ihr euch ja auch auf eigene Beine im Endeffekt und jetzt seid ihr beim Polestar 3 und 4 angelangt. Kannst du die für uns noch ein Stück weit einordnen, was wir darunter uns vorstellen können, weil so ganz bezeichnend sind die Namen ja dann doch nicht, was jetzt das für ein Typ Fahrzeug ist oder was wir da erwarten dürfen.

  11. Marlene Freienstein:

    Ja, absolut. Wir haben es uns auf jeden Fall sehr einfach gemacht, was die Markenführung angeht, beziehungsweise die Produktnamensführung. Nach dem 2 und 3 kommt dann eben die 4. Genau, was versteckt sich hinter dem Polestar 3 und was versteckt sich hinter dem Polestar 4? Der Polestar 3 ist unser erstes SUV, wie wir es nennen, ist eben das SUV für das Elektrozeitalter. Er hat eine unglaublich große Reichweite mit 610. Auch das ist ganz wichtig, um eben diese Ängste vor Elektromobilität zu nehmen. Jeder der noch kein E-Auto gefahren ist, hat da immer, passt schon Angst, würde ich sagen, oder Bedenken. Jeder, der schon mal ein E-Auto gefahren ist, merkt ganz schnell, oh, das ist gar nicht so. Und trotzdem, je weiter wir uns da entwickeln, desto größer wird eben auch die Reichweite. Deswegen 610 Kilometer nach WTP-Reichweite. Für uns ist es das Auto, was wirklich die modernste Technologie hat, super Assistenzsysteme, zum Beispiel durch die Kooperation mit den Sicherheitspartnern wie Luminar oder Smart Eye wird das Auto auch einfach sehr sicher, was ja auch einfach Teil unserer Identität ist. Es hat ein sehr aerodynamisches Profil, um da mal die Worte unserer Designer aufzugreifen. Wir haben aber trotzdem eben, obwohl wir voll elektrisch sind, die typischen Merkmale eines SUVs, wie eben diese, ja, kann man schon sagen, fast kraftvolle, breite Position, eine sehr niedrige Dachlinie, weshalb es eben sehr sportlich daherkommt. Und es war eben oder ist ein Fahrzeug, was von Anfang an als ein richtiger Polestar konzipiert war. Es verfügt über geteilte Scheinwerfer, über eine Smart Zone und aber auch die Interior-Materialien. Ich habe jetzt über das Exterior gesprochen, jetzt spreche ich einmal über das Interior. Sie sind sehr nachhaltig, sehr hochwertig und insgesamt einfach sehr, sehr gut. Luxuriös, würde ich sagen. Wir haben tierschutzzertifiziertes Leder. Wir haben einen vollständig rückverfolgbaren Bezug aus Wolle. Und genau, das macht so ein bisschen den Polestar 3 aus, was das Interior und Exterior angeht. Wenn wir Vergleichsmodelle anschauen, ist das vor allem mit dem Porsche Cayenne vergleichbar. Der Preis, der Einstieg liegt bei 85.590 Euro, wenn ich es richtig im Kopf habe. Und das verwirkt sich eben hinter dem Polestar 3.

  12. Sebastian:

    Marlene, vielen Dank für die Einordnung. Du hast es jetzt eben schon gesagt, ihr positioniert euch jetzt ja mit dem Polestar 3, eurem ersten Elektro-SUV, auch in einem Segment, Was ja jetzt nicht so preisgünstig in Anführungsstrichen ist, wie eben der Polestar 2, der Brot und Butter E-Auto eurerseits, sondern ihr geht ja bewusst eben auch in dieses Premium-Segment hinein. Seht ihr denn da, also wahrscheinlich seht ihr das, aber wie realistisch seht ihr das dann mit der ganzen Konkurrenz in diesem Premium-Segment klarzukommen? Weil gefühlt jeder macht SUV, jeder will Premium machen. Aber die leistbaren Fahrzeuge gibt es da nicht. Dafür steht er jetzt auch nicht unbedingt, aber dennoch würde uns mal der Hintergrund interessieren, warum man denn nicht in der Nähe des Polestar 2 einfach nochmal ansetzt.

  13. Marlene Freienstein:

    Also erstmal glaube ich tatsächlich, dass der Trend nicht nur hin zum Premium geht, sondern wenn man den Markt ja auch beobachtet, wollen ja viele sogar noch mehr in diese Luxusschiene rein. Und Luxus wird ja da auch nochmal ganz neu definiert. Das ist eben nicht... dieser Prunk-Luxus, wo alles glänzt, wo alles aus Gold ist, sondern es ist eben, und vor allem so definieren wir auch Premium-Luxus, es ist sehr zurückhaltend. Wir legen einen großen Fokus auf klares Design, das erstmal vorab. Warum sind wir in diesem Segment unterwegs? Unsere Autos, auch der Polestar 2, auch wenn, wie du es sagst, es unser Brot- und Butterauto ist, beziehungsweise unser Massenmodell, muss man auch dazu sagen, Masse ist relativ. Wir sind kein Massenhersteller, das werden wir auch nie sein. Wir sind ein sehr exklusiver Hersteller und das werden wir auch künftig sein. Warum? Wir haben natürlich einen Anspruch. Die Hauptansprüche sind Technologie, Design, Nachhaltigkeit. Vor allem eben das Design, die Performance unserer Fahrzeuge. die müssen und das möchten wir auch sitzen und das verursacht einfach, dass wir ein sehr exklusives Produkt sind und natürlich, da möchte ich auch nicht lügen, so ein Produkt hat dann eben auch seinen Preis. Damit einhergehend, ist natürlich klar, dass die Zielgruppe nicht unendlich weit ist, sondern es wirklich eine kleinere Zielgruppe ist. Das sieht man ja auch an unseren Volumenzielen, die wir bis 2025 ja auch schon veröffentlicht haben. Das sind keine Zahlen, die man von anderen Automobilherstellern kennt. Und deswegen sehen wir eben ganz klar die Chance in einem vollelektrischen SUV, in einem vollelektrischen SUV-Coupé, aber eben nach wie vor auch mit dem Polestar 2.

  14. Sebastian:

    Das macht es auch ein Stück weit greifbarer und spiegelt ja auch das wider, wie der Markt wahrscheinlich auch Polestar wahrnimmt und sieht. Jetzt hattest du eben diese drei Ansprüche, die ihr an euch selbst stellt, genannt Technologie, Design und Nachhaltigkeit. Ist das auch die Reihenfolge, in der ihr eure Produktentwicklung und den Markt begehen wollt? Oder wie geht ihr das an von den Punkten her?

  15. Marlene Freienstein:

    Da würde ich Nachhaltigkeit tatsächlich als Dach sehen, also das schwingt immer mit, das ist Teil unserer Identität, wird es auch immer sein. Heutzutage wollen ja alle nachhaltig sein, viele sind es, viele sind es vielleicht auch nicht, das kann ich jetzt natürlich nicht sagen für andere Marken, aber Nachhaltigkeit ist natürlich Teil unserer Identität, war es schon immer, wird es immer sein. Und zu den zwei Sachen, die du gerade noch genannt hast, würde ich noch eine dritte dazu ziehen. Und zwar ist es Design, Technologie und Performance. Und diese drei, würde ich sagen, sind gleichermaßen wichtig für unsere Marke, aber eben auch für die Produktpalette. Also gerade, wenn man sich, ich weiß, wir haben gerade noch nicht drüber gesprochen, aber den Polestar 4 anschaut, dann ist das ganze Thema Performance wichtig. Wahnsinnig präsent. Es ist das schnellste Auto, was wir bisher hatten und deswegen wollen wir einfach zeigen, dass man sehr performante Autos auf den Markt bringen kann, aber trotzdem keine Einbußen beispielsweise beim Design machen muss oder eben auch beim Thema Nachhaltigkeit.

  16. Sebastian:

    Jetzt hast du mir meinen Übergang weggenommen, den hätte ich auch genauso gemacht mit Performance, aber das passt sehr gut. Polster 4 tatsächlich, den durfte ich jetzt auch letztens in Frankfurt dann bei der Enthüllung sehen, in einer sehr auffälligen Farbe, wie ich ihn im Showroom sehr schön finde. Auf der Straße würde ich ihn so weniger fahren, muss ich sagen, da würde mich eher die weiße oder schwarze Variante berühren, aber damit die ZuhörerInnen eben auch ein Bild davon bekommen, darfst du den auch gerne mal einordnen.

  17. Marlene Freienstein:

    Erstmal Fun Fact zu deiner Einordnung zu dem Gold. Ich habe tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, mir den Polestar 4 in diesem auffälligen Gold zu holen. Nicht, weil es unbedingt meinem persönlichen Geschmack entspricht, das ist ja sehr individuell, aber weil ich genau den Gedanken hatte, dass wenn ich mit diesem Auto auf den Straßen unterwegs bin, dass sich dann alle Leute natürlich danach umschauen. Deswegen finde ich das sehr schön, dass wir diese Marke bei uns im Showroom stehen haben. Aber zurück zu deiner Frage. Was ist der Polestar 4? Der Polestar 4 ist unser schnellstes Auto. Das spiegelt eben wieder unseren Ansatz von Performance auch wieder. Was bedeutet, es ist das schnellste Serienfahrzeug? Man kommt von 0 auf 100 in ungefähr 3,8 Sekunden. Der Polestar 4 hat 544 PS, ist also wirklich ein wahnsinnig schnelles Auto. Gleichzeitig ist es unser Modell mit den geringsten Geschwindigkeiten. CO2-Fußabdruck. Das ist auch ganz interessant, damit man eben diese zwei Aspekte zusammenbringt. Wir sind sehr performant, trotzdem versuchen wir eben so nachhaltig wie möglich zu sein. Der Polestar 4 ist ein SUV-Coupé und für uns vereint er vor allem die Aerodynamik eines Coupés mit eben dem Raumangebot von einem SUV. Also gerade, du hast ja gesagt, du warst in Frankfurt, wenn man sich mal in den Polestar 4 reingesetzt hat, Dann hat man wirklich sofort gemerkt, gerade auch hinten, wie viel Platz man hat, wie geräumig das Auto ist. Das Besonderste, würde ich sagen, was auch schon in der Presse aufgegriffen wurde, ist der fehlende Rückspiegel. Und anstelle einer normalen Heckscheibe hat man eine Kamera. Also intern im Fahrzeug, der Blick ist eigentlich ähnlich. Also es sieht wirklich aus, wie wenn man in den Rückspiegel guckt, nur dass man eben nicht durch ein kleines Fenster schaut und da so ein bisschen eine eingeschränkte Sicht hat, sondern man sieht wirklich die komplette Straße mit einer HD-Kamera. Und das ist natürlich neuartig, das gab es noch nie. Ist, glaube ich, auch sehr mutig, aber dadurch ist eben das Auto auch so schnell und hat diese Dynamik, die sie eben hat. Das war wieder so ein bisschen Exterior. Was haben wir im Interior-Bereich zu bieten? Es ist sehr stark inspiriert durch die Mode- und Sportbekleidungsindustrie, das kann man schon so sagen. Wir haben eine sehr schöne Ambientebeleuchtung. die man eben individuell auch einstellen kann. Und ich hatte ja schon vorher gesagt, der Polestar 3 ist vor allem mit dem Porsche Cayenne vergleichbar. Wenn man bei dem Polestar 4 nach einem Vergleichsmodell schaut, wäre es zum Beispiel der Porsche Macan. Und wir freuen uns sehr, wenn das Auto endlich in Deutschland ist und fahrbar in Deutschland ist. Da fiebern wir alle drauf hin.

  18. Sebastian:

    Das glaube ich und das geht uns auch so, dass wir den dann fahren dürfen sozusagen. Ich finde auch da wieder den Vergleich spannend, also den setzt ihr ja auch schon gekonnt, sage ich mal, da weiß man, dass du Marketing machst, allein schon die goldene Farbe und jetzt auch wieder der Vergleich zum Porsche Macan, das gibt ja auch schon wieder die Einrichtung oder die Einordnung eurer Marke, eurer Modelle vor. Kurz zur Farbe. Ich glaube, die braucht man gar nicht auf der Straße, weil da wirst du auch so drauf angesprochen. Und das geschieht auch heutzutage immer noch, wenn wir euren Polestar 2 ausfahren. Selbst auf den wirst du angesprochen, obwohl ihr den eben schon über 17.500 Mal auf der Straße unterwegs habt. Da seid ihr einfach in einer Designsprache unterwegs, die man, glaube ich, so noch nicht gesehen hatte und die auch noch nicht alt ist oder noch nicht satt gesehen ist. Das erstmal als positive Rückmeldung meinerseits, weil das auch wirklich was ist, was auffällt und wo sich von den Marktbegleitern abhebt. Für uns die Einordnung dann nochmal preislich bewegt sich dann der Polster 4, aber zwischen Polster 2 und 3, wenn ich das richtig im Kopf habe.

  19. Marlene Freienstein:

    Genau, das ist richtig. Genau, im Mittelfeld mehr oder weniger. Und was da auch ganz spannend ist, wir hatten ja zu Beginn einmal darüber gesprochen, dass staatliche Förderungen weggefallen sind. 2023 war ein herausforderndes Jahr. Beim Polestar 4 ist es nun aber so, der fängt ab 61.900 Euro an. Und das ist sehr interessant für potenzielle Firmenwagenberechtigte. weil die Steuerbemessungsgrenze für diese 0,25% Versteuerung wurde eben auf 70.000 Euro angehoben. Für die, die es nicht wissen, die lag vorher bei 60.000 Euro. Das heißt, der Poster 2 ist da schon mal reingefallen, was gut war. Aber man kann eben jetzt auch einen sehr gut ausgestatteten Poster 4 mit beiden Paketen, also Plus und Pilotpaket, für unter 70.000 Euro sich leisten und zahlt somit als Firmenwagenfahrer nur diese, also nur in Anführungsstrichen diese 0,25 Prozent, was sehr attraktiv ist. Und wir haben das Pricing ja gemacht, bevor diese Entscheidung kam.

  20. Sebastian:

    Wenn wir gerade beim Thema Pricing sind, hat man ja auch den Medien vernehmen können, dass ihr auch beim Polestar 3 nochmal ein Stück weit an der Preisschraube wohl drehen werdet mit einer weiteren Variante, die sich ja dann auch in Richtung oder unter der 70.000 Euro Grenze bewegen würde, weil ich sage gerade mal, Premiumfahrzeug in dem Segment ist ja auch ein richtig vorzeigbares Firmenfahrzeug sozusagen oder für eine Firmenflotte.

  21. Marlene Freienstein:

    Polestar 4, super interessant. Wie gesagt, Polestar 3 momentan ab rund 85.590 Euro. Und alles, was da kommt, bleibt auf jeden Fall spannend.

  22. Sebastian:

    Ich hatte ja fast mit so einer Antwort gerechnet, aber fragen muss man dennoch.

  23. Marlene Freienstein:

    Das ist auf jeden Fall.

  24. Sebastian:

    Sehr schön umspielt. Was für uns natürlich auch noch ein Stück weit interessant ist, du hast es eben gesagt, ihr freut euch, wenn er auf die Straße kommt. Wann sehen wir die Modelle hier in Deutschland auf der Straße? Ich glaube, das interessiert unsere Zuhörer vor allem.

  25. Marlene Freienstein:

    Im Spätsommer, voraussichtlich dann auch beide Autos direkt. Man kann sich auch schon dafür anmelden, wenn man interessiert in einer Probefahrt ist, kann man sich sowohl für den Prozert 3 als auch für den Prozert 4 eben registrieren auf unserer Website und dann wird man benachrichtigt, wenn die Autos eben da sind. Wir reden ja immer in Quartalen, machen wahrscheinlich viele andere Unternehmen auch und voraussichtlich eben ab Q3 können dann beide Autos auch gefahren werden.

  26. Sebastian:

    Dann sozusagen Testfahrtmöglichkeiten für Kunden sozusagen kann man ab Q3 fahren. Die Auslieferung der Serienfahrzeuge wird dann auch noch in Q3 stattfinden, wenn wir jetzt von Spätsommer reden. Oder wie weit geht der Sommer bei Polestar?

  27. Marlene Freienstein:

    Wir haben leider keinen unendlichen Sommer. Polestar 3 wird auch in Q3, werden die ersten Einheiten ausgeliefert. Polestar 4 eher Ende des Jahres, Mitte, Ende des Jahres.

  28. Sebastian:

    Jetzt haben wir die Thematik, also vielleicht gleich zur Einordnung für unsere Zuhörer hin, wir nehmen hier Ende Mai den Podcast mit dir auf und im Moment tobt ja hier das Thema Zollerhöhung, was in den USA schon durch ist auf 100% für E-Autos aus China und Europa stellt sich da oder versucht sich da gerade ein Stück weit aufzustellen, inwiefern das sinnvoll oder nicht sinnvoll ist, kann man ja an anderer Stelle diskutieren oder wird auch oft genug diskutiert. Wie geht ihr damit um? Weil ihr produziert ja sowohl den Polestar 2, euer Auto für den Massenmarkt, als auch den 3er und 4er meines Wissens nach in China und werdet ja direkt davon sowohl in den USA als auch in Europa betroffen.

  29. Marlene Freienstein:

    Absolut. Für den Polestar 3 ist es zum Beispiel so, dass ab dem zweiten Halbjahr diesen Jahres, also relativ zeitnah, wir haben jetzt Mai, wird der Polestar 3 auch in den Vereinigten Staaten produziert, um genau zu sein in South Carolina. Und da ist es tatsächlich so, wir hatten das bereits seit des Launches geplant, seitdem wir das Auto das erste Mal gezeigt haben. Das Ganze gewinnt jetzt natürlich aufgrund der geplanten Strafzölle einfach an Relevanz. Und zeigt eben auch nochmal die Vorteile für uns und unser Businessmodell auf eben die Produktionsstätte in unserem Verbund zurückgreifen zu können, beziehungsweise diese auch zu nutzen.

  30. Sebastian:

    Und da haben wir noch zwei Modelle, die übrig bleiben, der Polestar 2 und 4.

  31. Marlene Freienstein:

    Die werden nach wie vor erstmal in China produziert, Stand jetzt. Natürlich gibt es da auch Pläne, andere Produktionsstätten aufzumachen, aber Stand jetzt werden sie in China produziert und auch künftig werden sie in China produziert. Das ist richtig.

  32. Sebastian:

    Gut, dann hier nochmal der Hinweis für die ZuhörerInnen, vielleicht einfach mal auf ERN vorbeischauen. Es kann sein, dass wir bis zu der Veröffentlichung des Podcasts schon weitere Infos von Seiten Polestar dann bekannt sind, dass du dich da jetzt aus dem Marketingumfeld, wie wir es ja vorab mitgeteilt bekommen haben, nicht unbedingt jetzt aussagefähig bist oder ihr auch einfach nur nicht kommunizieren könnt, solange da nichts Klares bekannt ist, ist auch nachvollziehbar. Genau. Dennoch vielen Dank dafür, deine Einordnung natürlich dazu, weil die Frage musste gestellt werden.

  33. Marlene Freienstein:

    Absolut. Ich würde sie auch stellen.

  34. Sebastian:

    Das ist sehr gut. Aber es hört ja mit dem Polestar 4 nicht auf bei euch. Wie ist denn der Ausflug dann in die nächsten Jahre dann sozusagen, sowohl auf Modellbasis als auch in Richtung der Absatzzahlen?

  35. Marlene Freienstein:

    Ja, also auch da haben wir es uns sehr einfach gemacht. Nach dem 3 und 4 kommt natürlich 5 und 6. Was die Modelle angeht... Machen wir mal chronologisch weiter. Der Polestar 5 ist tatsächlich basierend auf einem unserer Concept Cars, nämlich dem Precept. Für diejenigen, die den kennen oder falls sie es noch nicht kennen, gerne auch auf unserer Website einmal vorbeischauen. Der ist für 2025 geplant, also auch recht zeitnah. Das ist ein auch wieder natürlich vollelektrischer, viertüriger GT. Und man kann jetzt eben sich auch schon ein paar Eindrücke eben davon machen, Wir haben da eine YouTube-Serie rausgebracht, die heißt Polestar Precept from Concept to Car. Ist ganz spannend und genau, das ist der Polestar 5, der in den Startlöchern mehr oder weniger steht, nach dem 3er und dem 4er. Und dann gibt es eben auch noch den Polestar 6, der ist auch wiederum basierend auf einem besonderen Modell, nämlich auf unserem Roadster-Konzept. Ist ein vollelektrisches Cabrio und der ist dann voraussichtlich ab 2026 in der Pipeline. Das heißt, es geht munter weiter mit jedem Jahr ein neues Modell. Aber für jetzt konzentrieren wir uns erstmal auf den Polestar 3 und den Polestar 4, vor allem hier lokal in Deutschland. Und um deine Frage, was die Volumen angeht, zu beantworten, im Jahr 2025 ist unser Ziel 155.000 Autos weltweit.

  36. Sebastian:

    Was wird da der Massenmarktreiber sein? Wird es dann der Polestar 3 in den USA sein, wenn ihr dort ein eigenes Werk dafür ins Leben gerufen habt?

  37. Marlene Freienstein:

    Was die Stückzahlen angeht, ist es schon so, dass der Polestar 2 und der Polestar 4 mehr ausmachen. Wenn man eben von Masse spricht, sind das die beiden Modelle.

  38. Sebastian:

    Polestar 5 und 6 kriegen wir die Infos bestimmt zu einem späteren Zeitpunkt dann nochmal, aber hört sich schon mal sehr interessant an und sehen auch sehr spannend aus, was man bisher sehen konnte von eurer Seite aus. Dir vielen Dank, Marlene, für deine Zeit, für die Einblicke auf Polestar, wo er herkommt, wo es hingeht und ich denke, wir werden das Ganze einfach nächstes Jahr spätestens nochmal vertiefen, wenn dann die weiteren Modelle in den Startlöchern stehen.

  39. Marlene Freienstein:

    Vielen, vielen Dank, dass ich hier zu Gast sein durfte und eben diesen kleinen Ausblick geben durfte zu uns und uns als Marke.

  40. Sebastian:

    Dankeschön. War doch eine recht unterhaltsame Folge mit Marlene Freienstein von Polestar, die uns ein wenig mehr über den Polestar 3 und 4 erzählt hat, aber auch über die Pläne für die kommenden Jahre. Und wie gesagt, es war nicht das letzte Mal, dass sie bei uns hier im Podcast zu Gast war, bin ich mir ganz sicher. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis zur nächsten Folge. Ciao.