Zero Campers bringt Elektrische Camper im Sharing Abo

Im Gespräch mit Tobias Wagner, Gründer und Geschäftsführer Zero Campers

Zero Campers mit Sitz in München ist die erste Campervermietung, die ausschließlich elektrische Camper im Angebot hat. Ins Leben gerufen wurde das Start-Up von Werner Hoffmann und Tobias Wagner mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit der Elektromobilität auch im Tourismusbereich zu etablieren. Wie sich die Idee im vergangenen Jahr entwickelt hat, wohin die Reise künftig führt und warum man seit 2022 auf Elektrische Camper im Sharing Abo offenbart uns Tobias Wagner im gemeinsamen Gespräch für den Elektroauto-News Podcast.

Für den Abonnement ist das Angebot vor allem deswegen interessant, da die eigene monatliche Abo-Rate reduziert werden kann. Je nach Nachfrage so stark, dass man den Camper in Folgemonaten theoretisch kostenfrei fahren kann. Denn über die integrierte Sharing Funktion kannst du den Camper bequem teilen und damit deine Abo-Gebühr reduzieren. Dabei gilt auch hier: "Im Sharing Abo ist alles inklusive, außer Ladestrom. Wir übernehmen die Suche nach Untermietern und die Übergabe." Doch wie das im Detail abläuft, dass soll dir Tobias am besten selbst erklären.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektronischen News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es rund um das Thema E-Mobilität geht. Bereits vor zwei Wochen war Tobias Wagner, ChargeX-Geschäftsführer und Gründer zu Gast bei unserem Podcast. Heute ist er zurück, diesmal für sein Unternehmen Zero Campers, mit dem er sich zur Aufgabe gemacht hat, elektrisches Camping im Sharing-Abo an den Start zu bringen. Sprich, elektrische Camper, wie beispielsweise ein umgebauter Mercedes EQV 300, kann abonniert werden und kann dann auch teilweise untervermietet werden oder es ist sogar gewünscht, dass er untervermietet wird, um dann die Kosten auf der eigenen Seite zu sparen. Das Konzept haben wir uns näher angeschaut. Tobias hat uns damit hinter die Kulissen genommen, zeigt uns auf, wie das Unternehmen Geld verdient, was der Ansatz dahinter ist und wohin die Reise in den kommenden Jahren hingehen wird. Also aufmerksam zu hören. Servus Tobias, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst. Nachdem wir vor zwei Wochen, glaube ich, uns über ChargeX unterhalten haben, tauchen wir heute in die Welt von Zero Campers ein. Bevor wir da allerdings eintauchen in die Tiefe und uns darüber unterhalten über elektrische Camper im Sharing-Abo, stell dich doch einfach nochmal kurz und knapp unseren Hörern vor.

  3. Tobias Wagner:

    Ja, hallo Sebastian. Freut mich, dass ich nochmal da sein darf. Wir hatten ja vor ein paar Wochen gesprochen. Ich bin Tobias Wagner, eigentlich Gründer und Geschäftsführer von ChargeX. Das ist mein Hauptunternehmen. Wir machen Ladeinfrastruktur. Aber ich brenne für das Thema E-Mobilität. Und wenn ich gute Ideen am Markt sehe, dann kann ich nicht die Finger davon lassen und muss sie dann doch umsetzen. Und entsprechend haben wir vor knapp einem Jahr eine weitere Firma gegründet, und zwar Zero Campers. Und wir sind die erste elektrische Camper-Vermietung, um eben den Urlaub nicht mehr im Diesel... Bully zu machen, sondern eben auch mit dem elektrischen Campervan in den Urlaub zu fahren. Und ja, das ist unser Business.

  4. Sebastian:

    Schöner und nachhaltiger Ansatz, gerade fürs Reisen oder in der Urlaubszeit, finde ich gut. Wie kommt man auf die Idee, ein elektrisches Camper-Sharing-Abo sozusagen an den Start zu bringen?

  5. Tobias Wagner:

    Ja, also da haben mehrere Punkte hingeführt. Ich glaube, das einschlägigste Erlebnis war auf jeden Fall mein Experiment, das ich vor knapp drei Jahren gestartet habe. Ich habe mir überlegt, wie möchte ich denn eigentlich leben und wollte einfach mal was Neues ausprobieren, auch als Gründer, wo man doch einen sehr gefüllten Kalender hat. Und ich habe damals einfach... probiert, in meinem Bus zu leben. Was erstmal strange klingt, aber ich muss es natürlich elektrisch machen. Und da gab es einfach nichts am Markt. Entsprechend habe ich mich ein bisschen umgehört. Und ich habe mich dann entschieden, einen Nissan e-NV200, das ist quasi so ein kleinerer Kastenwagen, den habe ich mir damals bei Nextmove gemietet. Und ich habe dann mit dem Stefan Müller, habe ich gefragt, ob ich ihn umbauen kann zum Camper. Und der hat gesagt, ja, mach mal. Und habe quasi eine Campingausstattung reingebaut, das heißt ein Bett, Stauraum, auch eine kleine Küche dort eingebaut. Und habe dann einfach mal probiert, wie man denn in einem elektrischen Camper wohnen kann. Denn für mich war das irgendwie absolut perfekt. Denn man hat eine große Batterie, mit der man im Endeffekt heizen kann, mit der man elektrische Geräte laden kann oder auch kochen kann. Man kann damit rumfahren und man kann das Ganze mit Solarstrom aufladen. Also absolut perfekt. Und deswegen wollte ich das einfach mal ausprobieren. Und so ist die Idee quasi geboren. Also ich fand Camping schon immer spannend, habe mir damals sogar mal an meine Renault Zoe erste Generation so eine Anhängerkupplung gebaut und habe mir so einen kleinen Mini-Wohnwagen dran gehängt. Das hat nicht so viel Spaß gemacht tatsächlich, aber es waren auch tolle Erfahrungswerte. Und genau, irgendwann war so der Punkt, das macht total Sinn, es macht auch große Freude mit so einem E-Camper rumzufahren. Aber man kann das gar nicht ausprobieren. Man kann es gar nicht mieten. Es gibt da einfach nichts am Markt. Und das hat mich so ein bisschen gestört. Und ich muss natürlich auch zugeben, so ein Nissan e-NV200, der hat ein Char-Demo-Ladesystem, der leert mit Typ 1, einphasig. Das ist jetzt nicht so ganz langstreckentauglich. Aber es waren halt die ersten Fahrzeuge in Ausblick, vorrangig der BMW. Citroën eSpace Tourer, also von Citroën so ein VW-Busgröße, aber auch der Mercedes EQV. Und dann haben wir gesagt, hey, man muss doch unbedingt ein Service anbieten, dass man das mal ausprobieren kann. Und entsprechend war die Idee für Zero Campers geboren. Wir haben schnell geprototypt und haben dann einfach mal losgelegt, die erste elektrische Camper-Vermietung aufzubauen.

  6. Sebastian:

    Ja, so schnell kann es dann doch gehen von der Vom eigenen Antrieb bis zum fertigen Unternehmen oder zum wachsenden Unternehmen, was ja noch weiter wächst sozusagen. Jetzt gehen wir doch mal der Reihe nach. Du hast gesagt, du hast selbst vor drei Jahren dann dieses Experiment gestartet, in einem vollelektrischen Buscamper zu leben. Dauert das Experiment noch an? Wie lange hast du es umgesetzt und wie waren so deine Erfahrungen damit im Alltag?

  7. Tobias Wagner:

    Also ich habe dann nicht damit aufgehört. Also ich habe mir eigentlich so ein Ziel gesetzt, das ein halbes Jahr zu machen. Habe es dann, wie gesagt, über zwei Jahre mit dem ENV gemacht. Dann wollte ich noch einfach das ein bisschen komfortabler gestalten, habe mir entsprechend den Citroën eSpace Tourer geholt. Das war gleichzeitig auch so ein kleiner Test, ob das Fahrzeug dann im Vermietgeschäft auch gut funktioniert. Habe dann ein halbes Jahr an dem gewohnt und seit einem halben Jahr wohne ich tatsächlich auf meinem Kia eSoul mit einem Dachzelt. Also das ist nochmal ganz, ganz strange, weil das war einfach auch nochmal so ein Ding, das ich ausprobieren wollte. Mit dem war ich dann auch in Schweden und habe auch hier in München den Alltag damit gestaltet. Jetzt im Winter habe ich dann gemerkt, so ein Dachzelt ist doch nicht so komfortabel und entsprechend musste ich hier nochmal ein bisschen Alternativen suchen. Aber das Thema quasi im Auto zu leben oder im Van oder im Dachzelt, das lässt dich einfach nicht los, weil ich das, wie gesagt, ich finde diese Batterie, die man für alles nutzen kann, super spannend und einfach mal die E-Mobilität an gewisse Grenzen zu bringen, an der Ladesäule zu übernachten, Und das finde ich einfach spannend und werde da auch die nächste Zeit nicht aufhören, weil wir auch mit CO-Campers noch einiges vorhaben. Das heißt, ich habe da auch genügend Fahrzeuge, mit denen ich da rumspielen kann.

  8. Sebastian:

    Die du natürlich dann auch immer wieder testen musst für eure Kunden. Und ich meine, das ist ja auch ein schönes Testfeld dann für dich sozusagen, das auch tatsächlich in der Praxis zu schauen, ob es sich denn umsetzen lässt, ob sich denn die Camper-Fahrzeuge dafür auch eignen. Ja.

  9. Tobias Wagner:

    Ganz genau. Und das Besondere an diesem Camper-Business ist natürlich zum einen, dass die Nachfrage nach Campern ungebrochen hoch ist. Gerade durch die Corona-Krise haben die Leute Lust auf nachhaltigen Urlaub. Sie wollen auch quasi selbst verreisen, nicht in großen Gruppen reisen. Und da war das natürlich perfekt. Und auf der anderen Seite, du kennst es ja auch, die die Probefahrt ist am Schluss das Überzeugendste für die E-Mobilität. Also man kann in der Theorie und in Excel lang rumrechnen, aber wenn man mal so ein Elektroauto fährt, dann ist eigentlich die Entscheidung schon gefallen. Und wir haben uns überlegt, eine Urlaubsfahrt mit einem E-Camper zu machen, ist ja eigentlich perfekt, denn ich habe E-Budget für den Urlaub und ich habe eine Langstrecke und bei den Langstrecken habe ich ja die größten Bedenken bei der E-Mobilität und dass man das einfach mal ausprobieren kann. Das heißt, unsere Kunden sind eigentlich zum einen eingefleischte E-Mobilisten, die sagen, hier, ich Ich fahre schnell den Tesla und im Urlaub will ich auch elektrisch fahren. Aber auch ganz, ganz viele Leute, die halt neu an das Thema herankommen und sagen, ich bin mir noch nicht ganz sicher. Wir wollten eh mit dem VW-Bus in den Urlaub fahren oder mit so einem Campingbus. Jetzt machen wir das nochmal elektrisch. Das heißt, wir haben auch diesen Education-Faktor mit drin. Denn wenn man mal so ein, zwei Wochen mit so einem E-Camper unterwegs war, dann will man eigentlich auch im Alltag so ein Auto haben. Und das ist so auch Teil unserer Mission, die Leute da zu zeigen, es macht Sinn auf der Langstrecke auch mit großen Autos. Deswegen passt das eigentlich ganz gut zusammen.

  10. Sebastian:

    Definitiv. Und so wie du gesagt hast, E-Mobilität muss man erleben, damit man dafür anfangen kann zu brennen. Das ging mir auch so zu Beginn, dachte ich auch, ja gut, wer braucht das denn jetzt? Aber dann nach der ersten Fahrt mit einem E-Auto und ich glaube, da ist es auch wirklich mittlerweile egal, in welches man steigt, kann man da dann doch schon Feuer und Flamme dafür werden. Du hattest jetzt gesagt, ihr bietet es hauptsächlich eben für die Urlaubszeit sozusagen an. Ihr macht das in einem Abo-Modell. Abo-Modell kenne ich jetzt selbst auch. Ich habe mir aktuell ein Firmenauto abonniert sozusagen bei Finn für zwölf Monate. Wie sind bei euch so die Abo-Laufzeiten und was versteht ihr darunter? Ist dann auch wirklich sozusagen das Rundum-Sorglos-Paket für den E-Auto-Fahrer, E-Auto-Fahrerin gegeben oder kommen da dann noch zusätzlich zu den Abo-Kosten nochmal Kosten für den Fahrer, Fahrerin eben mit dazu?

  11. Tobias Wagner:

    Genau, also das Abo ist bei uns ein ganz neues Geschäftsmodell, das wir jetzt auch erst in diesem Jahr quasi im Angebot haben. Ansonsten haben wir natürlich eine ganz klassische Camper-Vermietung. Das heißt, bei uns kann man tagesweise das Fahrzeug mieten, da ist dann auch alles mit dabei, das Auto ist vollgeladen, da ist eine mobile Ladestation mit dabei, entsprechend Campinggeschirr, die Wäsche und dann zahlt man einfach eine Tagesgebühr und kann damit in den Urlaub fahren. Das war quasi das Geschäftsmodell, das wir auch im letzten Jahr, in 2021 quasi durchgezogen haben und das hat enorm gut funktioniert. Was wir allerdings gespürt haben, ist, dass das Fahrzeug doch in der Übergangszeit oder auch gerade im Winter einfach rumsteht. Das stand da bei uns irgendwie auf dem Hof und wurde quasi nicht genutzt. Das heißt, wir hatten immer enorm gute Sommermonate und natürlich schlechte Wintermonate, wie es bei jedem Campervermieter so ist. Und da haben wir immer gedacht, das ist ja eigentlich relativ ineffizient und wie könnten wir denn einfach unser Geschäftsmodell erweitern, um auf dieses Problem, also weiterhin eine Campervermietung zu haben, aber auch auf dieses Standproblem irgendwie eine Antwort zu haben. Und dann haben wir uns überlegt, wie das denn eigentlich funktionieren könnte und hatten die Idee, kein normales Abo anzubieten, sondern ein sogenanntes Sharing-Abo. Das heißt, bei uns kann man ein Auto im Flexibel-Monats-Abo holen. Man zahlt eine Grundgebühr, wie du es auch kennst, bei deinem Auto-Abo und da ist alles mit dabei. Das heißt, Wartung, Verschleiß, außer den Ladestrom kann man dort einfach abonnieren mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten bei uns. Das Besondere ist jetzt allerdings, dass wir quasi das Sharing schon mitgedacht haben. Das heißt, man hat die einfache Möglichkeit, wenn man das Fahrzeug nicht benötigt, weil man nicht jeden Tag einen Camper im Alltag benötigt, einfach das Fahrzeug über die App freizugeben und dann suchen wir den Mieter, der dann quasi damit in Urlaub fahren kann. Und das Einzige, was wir gemacht haben, ist quasi den Sachverhalt, den es eh schon gibt, dass die Leute gerne einen Camper hätten oder so einen VW-Bus und dann merken, sie brauchen ihn gar nicht die ganze Zeit, um ihn dann auf Plattformen wie Paul Camper zum Beispiel inserieren, um ihn dann weiter zu vermieten. Einfach das alles haben wir in ein komplettes System gegossen, dass man bei uns einen Camper mit Sharing-Funktion sofort holen kann. Und am Schluss ist der große Vorteil, dass man eben diese Abogebühr hat, aber sich die Abogebühr natürlich reduziert, wenn man den Camper an andere weitervermietet. Das beginnt bei knapp 500 Euro, aber wenn man den Camper nicht jeden Tag braucht, sondern viel untervermieten kann, dann senkt sich der Preis sogar bis zu 0 Euro runter, weil man einfach mit diesem Abo auch Geld verdienen kann. Und das war quasi unsere Antwort darauf, auf die schlechte Auslastung von Fahrzeugen, dass die Camper immer bloß rumstehen und auch auf Leute, die vielleicht nicht 70.000, 80.000 Euro einfach in ein Auto investieren wollen, sondern auch ein flexibles Abo haben wollen. Und da sind wir bisher die Einzigen am Markt, die sowas anbieten.

  12. Sebastian:

    Ja, also sehr eindrucksvoll, muss ich sagen, Tobias. Vor allem die Tatsache mit der Untervermietung macht das Ganze ja dann doch spannend sozusagen, weil ich sage mal so, ich aus eigener Erfahrung, ich fahre gerne Auto, aber gerade in den Sommermonaten ist es bei mir dann doch so, dass ich das Fahrzeug dann auch lieber stehen lasse, um dann mit dem Rad unterwegs zu sein. Das bietet sich bei meinem Arbeitgeber an, dass ich es gut verbinden kann. Und da wird das Fahrzeug auch bei mir dann einfach nur auf dem Parkplatz rumstehen, Geld kosten, aber hätte keinen Nutzen sozusagen. Und das sind ja dann die Punkte, wo ihr quasi mit eurem Sharing-Abo ansetzt, um dann eben solche Stillstandszeiten auch zu vermeiden oder zu reduzieren und das dann auch eben in eine Kostenreduzierung zu überführen, wenn ich das richtig verstanden habe.

  13. Tobias Wagner:

    Genau, und wir lösen genau das Problem, wie du es auch beschreibst, dass eben viele Familien eben ein Auto gerne im Winter benötigen, wenn sie halt nicht immer mit dem Fahrrad fahren wollen, weil es halt einfach kalt ist und glatt und dass sie da mehr Sicherheit für die Familie haben wollen, aber im Sommer eben Alternativen haben. Und das deckt sich ja eins zu eins mit unserem Bedarf, dass wir im Sommer sehr viele Leute haben, die gerne in Urlaub fahren möchten, aber im Winter eben nicht. Und dadurch haben wir eigentlich keine Autos mehr, die rumstehen. Und wir haben zwar hier eine Stadt hier im Münchner Westen aufgebaut, aber das ganze Modell funktioniert ohne Standorte, weil die Fahrzeuge quasi immer bei den Abonnenten vor der Tür stehen. Und dadurch haben wir eine perfekte Symbiose aus beiden Bereichen gebaut. Die einzige Bedingung ist allerdings, die wir an die Mieter so ein bisschen stellen, ist, dass sie natürlich auch in größeren Städten wohnen. Das heißt, jetzt ganz, glück gesagt, irgendwie im Hinterland, wo natürlich auch kein Mieter sich irgendwie verfährt oder wo es vielleicht keine ÖPNV-Anbindung gibt, ist natürlich auch nicht optimal. Das heißt, wir haben da so ein paar Faktoren, die man beachten muss. Aber sobald man in einer mittelgroßen bis großen Stadt wohnt, dann ist es perfekt für uns. Und dann kann man sich so ein Abo dann auch bei uns holen und so einen wählen. Deutlich günstiger fahren, denn diese Vans gibt es ja auch bei klassischen Anbietern auch im Abo, aber wir haben so den Anspruch, dass wir eben mindestens die Hälfte günstiger sind und dadurch wird es einfach für deutlich mehr Leute zugänglich und mehr Leute können elektrisch im Alltag unterwegs sein.

  14. Sebastian:

    Also ist auch dann vollkommen nachvollziehbar, dass ihr sagt, ihr habt eben diesen Anspruch zu sagen, okay, es muss halt auch in einer größeren Stadt dann stattfinden sozusagen oder abgeschlossen werden, dieses Sharing-Abo, damit man da dementsprechend auch Bewegung auf das Fahrzeug drauf bekommt, weil sonst wären wir ja wieder, so wie du auch erklärt hast, beim klassischen Abo-Modell an sich, wie man es eben jetzt beispielsweise von Fynn kennt in meinem Fall, wo ich aber dann in Anführungsstrichen halt auf dem Fahrzeug sitzen bleibe im Sommer. Wie ist das für mich im praktischen Alltag dann sozusagen, wenn ich jetzt sage, ich schließe bei euch für den EQV ein Abo ab, mache das für zwölf Monate, hast du vorhin, glaube ich, gesagt, Mindestlaufzeit und stelle das dann im Juli, weil ich da kein Auto brauche, bei euch über die App ein. Was habe ich als E-Auto-Fahrer im Alltag dann für Aufgaben? Muss ich mich da um die Übergabe mit dem Mieter des Fahrzeugs dann kümmern? Wird da Protokoll von mir verlangt, dass ich das aufnehme? Wie läuft das denn ganz praktisch dann ab?

  15. Tobias Wagner:

    Genau. Du schließt einen Jahresvertrag über zwölf Monate, dann bekommst du den Camper auch von uns geliefert, der steht dann bei dir vor der Tür. Und das Besondere dabei ist eigentlich, dass wir Camper auch mit einer Telematik ausstatten, dass eben auch die Übergaben kontaktlos passieren können. Das heißt, wir haben viele Interviews geführt mit Leuten, die eben Paul Camper nutzen oder diese ganze Sharing-Plattform und diese Übergabe ist eigentlich der größte Schmerz, denn... Da muss man vor Ort sein, dann vergisst man den Schaden, dann bleibt man auf dem Schaden sitzen und das hat einfach selten eine gute Experience. Entsprechend übernehmen wir den kompletten Übergabeprozess. Das heißt, man muss sich nicht mit dem Untervermieter treffen oder sich irgendwie mit dem verstehen, sondern das ist eine relativ neutrale Angelegenheit. Und der Alltag würde so aussehen. dass du eigentlich keine Tage frei gibst, sondern dir Tage selbst reservierst. Also wir haben das Ding so ein bisschen umgedreht, dass du sagst, da will ich in den Urlaub fahren und da hätte ich gerne, dass in den zwei Wochen der Camper für mich da ist und der Rest ist quasi flexibel. Für den bekommst du dann Anfragen und kannst dann einfach akzeptieren. Genau. Du bekommst dann quasi einen Bonus, wenn so eine Untervermietung stattfindet und dadurch reduziert sich einfach deine monatliche Abogebühr. Aber der größte Vorteil ist einfach, dass du für diese Spontanfahrten, das heißt der Bus ist nicht gemietet, er steht einfach vor der Tür rum, dann darfst du einfach frei darüber verfügen, darfst damit machen, was du willst und kannst den wirklich im Alltag auch hernehmen, wofür das Auto eigentlich gedacht ist. Das Thema Reinigung hast du auch noch angesprochen, ist ein ganz spannender Punkt, denn natürlich haben wir den Anspruch als Vermieter, unseren Untervermietern natürlich auch ein sauberes Auto zu übergeben. Und da bieten wir einen Reinigungsservice an. Das heißt, du kannst dir selbst die Füße hochlegen und dann doch einfach den Van von uns reinigen lassen. Aber wenn du eben deine Abogebühr weiter reduzieren möchtest und einfach ein bisschen Geld sparen willst, dann kannst du auch die Reinigung für uns übernehmen. Da wirst du einfach in der App gefragt, willst du selber reinigen, ja oder nein? Und da hast du nochmal die Freiheit, wenn du Zeit hast, die Abogebühr zu reduzieren. Genau. Und am Schluss hast du natürlich unterschiedliche Monatsraten. Das muss man auch ganz klar sagen. Wir starten immer mit der Grundgebühr von 499 Euro. Wenn du den jetzt natürlich komplett selber verwendest und den nie freigibst, dann steigt natürlich der Preis ein bisschen. Wenn du ihn häufiger untervermietest, dann sinkt der Preis. Wir geben dir auch so Auslastungsausschätzungen, Einschätzungen. Aber das ist, glaube ich, einfach nochmal wichtig, dass es so einfach volatil ist natürlich. Je mehr Untervermietung, desto günstiger ist der Wert.

  16. Sebastian:

    Das Prinzip habe ich verstanden. Das heißt aber, wir gehen von einem Startpreis jetzt von dem Beispiel 499 Euro aus. Wenn ich den jetzt überhaupt nicht vermieten würde in diesen zwölf Monaten, steigt aber der Preis. Das habe ich richtig verstanden.

  17. Tobias Wagner:

    Also grundsätzlich hängt es davon ab quasi, ob du dir wirklich in der Zukunft, also wir haben einen gewissen Zeitraum im Voraus quasi, wirklich diesen Kalender blockst, dass da gar keine Anfragen kommen dürfen und du den für dich reservierst. Dann steigt die Rate pro Tag um 20 Euro. Das muss man einfach im Kopf behalten. Das ist gerade für die Urlaubsfahrt oder wenn man eben ganz sicher das Auto braucht. Allerdings kann man es auch darauf ankommen lassen. Das ist dann auch wieder mit der Spontanität. Wenn man den nicht reserviert und er dann trotzdem frei ist, dann darfst du einfach kostenfrei damit fahren. Also wir haben quasi so eine kleine Reservierungsgebühr, die wir verlangen. Ja, aber es gibt auch Monate, gerade im Winter natürlich, wo du 30 Tage vielleicht den Band zur freien Verfügung hast, kein einziges Mal reservieren musstest und er trotzdem für dich eben da ist.

  18. Sebastian:

    Okay, aber da muss man fairerweise sagen, wenn ich jetzt davon ausgehe, dass ich dieses Abo mal voll ausreize sozusagen, dass der halt nicht bei 499 Euro, sondern bei 1099 Euro landen könnte.

  19. Tobias Wagner:

    Genau, also wenn du sagst, ich brauche jeden Tag diesen Van, ich will ihn nicht untervermieten, ich will auch jeden Tag damit rumfahren, dann steigt der Preis natürlich entsprechend auf knapp 1.000 Euro. Das ist so der Worst Case, wenn du einfach voll drüber verfügen möchtest. Wobei wir dann natürlich in den Bereichen von normalen Abogebühren, also es gibt ja auch einen anderen Anbieter, der diesen EQV ohne Campingausbau anbietet und der kostet genauso viel. Das heißt, man kann das einfach auch so sehen, dass man bei uns einfach den... den großen Vorteil hat, einfach diese Abogebühr deutlich zu reduzieren. Aber du hast recht, man hat die Möglichkeit, den komplett für sich zu reservieren, muss dann natürlich auch ein bisschen höher pro Monat bezahlen.

  20. Sebastian:

    Okay, ein bisschen höher ist jetzt... Ja, zurückhaltend formuliert natürlich, aber klar, man muss da auch fairerweise den Vergleich zum Markt ziehen und da seid ihr dann trotzdem kompetitiv, gerade wenn man sagt, okay, es ist ja auch ein umgebauter Camper, der ja auch nochmal ein wenig mehr in der Anschaffung kostet als das Grundmodell. Also von daher hat man da ja auch die Vorteile auf seiner Seite. Gehen wir mal den Weg in die andere Richtung, hast du gesagt, man kann auch die Kosten reduzieren. Also rein theoretisch könnte ich jetzt auch sagen, okay, wenn ich die 30 Tage vermiete, bekomme ich dann sogar noch Geld raus oder lande ich dann einfach bei 0 Euro am Ende vom Monat und der Rest ist quasi für die Deckung eurer Kosten und Gewinn.

  21. Tobias Wagner:

    Also du kannst in den negativen Bereich landen. Das heißt, wenn du wirklich, ich glaube, über 20 Tage dann auch vermietest, dann bekommst du wirklich einen Bonus, der dir auf die zukünftigen Monate angerechnet wird. Das heißt, du kannst unter 0 Euro kommen und wirklich mit dem Bus auch Geld verdienen. Und da treffen wir genau den Punkt, den du gerade angesprochen hast, was es manche Monate gibt, wo man einfach ein bisschen mehr bezahlt, weil man den Bus häufiger nutzt. Manche Monate, wo man ihn vielleicht gar nicht benutzt. Und am Schluss gleichzeitig ist im Jahresverlauf natürlich auch ein bisschen auf, dass man dann im Schnitt natürlich landet. Aber du hast recht, man kann, wenn man ihn häufig vermietet und es häufig darauf verzichten kann, auch einen negativen Betrag ansammeln, der dann quasi im Konto gutgeschrieben wird.

  22. Sebastian:

    Hört sich interessant an und macht das Ganze natürlich auch wieder spannender, damit ich dann eben, ich sag mal jetzt, solche Volllastmonaten, wo ich es selbst fahren will, ausgleiche dann eben wieder durch die Zeit, wo ich das Fahrzeug dann doch häufiger vermietet habe.

  23. Tobias Wagner:

    Genau. Also im Endeffekt spricht es natürlich, also wenn du jetzt Vertriebler bist und irgendwie jeden Tag den Bus tausende Kilometer bewegst, dann ist dieses Sharing aber natürlich nicht das optimale Modell für dich. Aber die Zielgruppe sind einfach entweder Familien, die einen Zweitwagen haben und sagen, der Zweitwagen steht eh bloß rum, ich brauche ihn bloß ein paar Tage in der Woche und fahre gerne in den Urlaub damit. Für die ist es natürlich perfekt. Oder einfach auch in der Stadt Lebende, die gerne in die Berge fahren oder Freizeitsport lieben, die auch nicht jeden Tag irgendwie darauf angewiesen sind, sondern bloß ein paar Mal im Monat. Und da sagen wir, wenn ich mal durch die Straße in München laufe, gibt es unglaublich viele von diesen Kundengruppen, die genau auf so eine Nutzung ausgelegt sind. Und für die ist dieses Abo-Modell perfekt. Die quasi, ja... gerne flexibel darauf zugreifen möchten, aber nicht immer dieses Ding vor der Tür stehen haben wollen, das dann irgendwie unnötig Geld frisst. Und dafür haben wir dieses Abo-Modell entwickelt. Das heißt natürlich schon eine gewisse Nische, wobei dieser Camping-Markt oder dieser Van-Life-Markt natürlich riesengroß ist. Und da wollen wir natürlich jetzt mal eine schöne Alternative bieten, um einfach auf dieses spezielle Bedürfnis für unseren Camper-Van einzugehen. Und vielleicht noch zu den Preisen. Das ist ein ganz spannender Punkt und deswegen haben wir auch einen Konfigurator auf unserer Website. Also wenn man mal auf cocampus.com geht, oben auf das Sharing-Abo klickt, da sieht man das Fahrzeug, das wir zum Abo anbieten und unten auch einen kleinen Konfigurator, wo man seinen eigenen Lebensstil mal eintragen kann und dann auch genau sieht, wo man da am Ende das Wohnplatz rauskommt.

  24. Sebastian:

    Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man sowas mit auf den Weg gibt, dass man einfach schon vorab mal eine realistischere Einschätzung davon bekommt, passt es denn überhaupt so zu meinem Lebensstil oder ist es dann doch eben an mir vorbeigedacht sozusagen oder einfach für mich nicht geeignet, was ja eben auch der Fall sein kann.

  25. Tobias Wagner:

    Wir hatten auch viele Rückfragen quasi, ob denn diese Untervermietungen dann wirklich kommen. Denn bei diesen ganzen Vermittlerbörsen und so ist natürlich ein bisschen abhängig, ob dann wirklich auch die Anfragen kommen. Und da können wir ganz klar die Leute ein bisschen entspannen, weil das natürlich nur ein Teil von unserem Business ist. Denn das Hauptbusiness ist natürlich weiterhin Kurzzeitvermietungen zu machen und uns mit Zero Campers natürlich als Marke zu etablieren, dass die Leute mit uns in Urlaub machen können. Das heißt, unser Business Case hängt ja auch daran, dass diese Untervermietungen stattfinden. Das heißt, jeder Abonnent kann sich eigentlich sicher sein, dass von April bis Oktober auch genug Anfragen kommen werden und er nicht auf diesem Camper sitzen bleibt. Das ist unser eigenes Interesse. Entsprechend investieren wir auch ganz, ganz viel gerade ins Marketing, dass wir einfach die Marke für elektrisches Camping werden. Und so sind es einfach unsere Partner, die Abonnenten. Und der große Vorteil für uns ist natürlich, dass wir organisch die Flotte wachsen lassen können. Also so ist auch die Idee entstanden, dass wir gar nicht wussten, sollen wir jetzt, also das Jahr lief gut, sollen wir jetzt irgendwie noch 10 Camper kaufen oder noch 100 Camper, dann stehen die bloß rum. Und so können wir einfach organisch wachsen. Das heißt, gibt es 10 Abonnenten, gibt es 10 weitere Eco-Vs, gibt es 100 Abonnenten, gibt es 100 Eco-Vs. Und das ist eigentlich das ganz Schöne an dem Modell, dass wir immer nur so viele Fahrzeuge auf der Straße haben, die wirklich auch benötigt werden. Und das passt für uns sehr gut in die heutige Zeit.

  26. Sebastian:

    Passt auch wieder ganz gut zu dem nachhaltigen Ansatz, den ja die E-Mobilität im Kern dann auch verfolgen sollte sozusagen, um langfristig sich durchzusetzen oder auch den Mehrwert eben für unser Klima sozusagen beizubringen. Und da ist es ja auch gut, so wie du sagst, ihr stellt euch auch nur Fahrzeuge auf den Hof, die ihr schlussendlich dann im Endeffekt schon sozusagen veräußert habt in Form eines Abos.

  27. Tobias Wagner:

    Ganz genau, ganz genau, das ist der Ansatz.

  28. Sebastian:

    Ja, sehr schön. Dann auch hierfür vielen Dank für den Austausch. War ein sehr interessanter Einblick bei Zero Campers. Bin gespannt, wie sich das entwickelt und vielleicht unterhalten wir uns einfach auch dazu im nächsten Jahr dann nochmal oder im Laufe des Jahres, wenn so die Camping-Saison dann hinter euch gebracht wurde. Wäre ja dann demnach so Oktober, November rum und da können wir vielleicht nochmal ein paar Neuerkenntnisse von dir mit auf den Weg bekommen.

  29. Tobias Wagner:

    Genau, ich wollte gerade sagen, du bist jederzeit eingeladen, auch mal eine Probefahrt damit zu machen und zum Zero Camp auch mal in die Berge zu fahren. Es macht wirklich großen Spaß und kann man bloß jedem empfehlen. Und ich freue mich da sehr, dass wir in einem halben Jahr noch mal drüber quatschen können, was so passiert ist. Denn wie gesagt, wir bauen hier was ganz Neues und sind auch sehr gespannt, wie es einfach laufen wird. Denn wer was Neues baut, muss natürlich auch irgendwie. das Ganze ein bisschen anpassen und einfach von den Erfahrungswerten profitieren. Und da sind wir jetzt gerade mittendrin und sind einfach sehr gespannt, wie dieser Abo-Markt sich entwickeln wird. Denn es geht ganz klar in diesen Trend rein. Sharing, Nutzen statt Besitzen, flexiblere Modelle und der Autokauf rückt ja immer mehr in die Vergangenheit. Und das Sharing da noch zu integrieren, ist für uns total sinnvoll. Deswegen gehen wir da eine gewisse Vorreiterrolle ein und teilen natürlich gerne unsere Erfahrungswerte, weil es ja viele andere Modelle gibt, wo ähnliche Konzepte Sinn machen würden. Wir machen sie jetzt für Camper, aber es gibt ja auch andere Objekte, andere Fahrzeuge im Alltag, wo das genauso Sinn machen würde. Und vielleicht kann man das eine oder andere da auch übertragen. Deswegen reden wir gerne drüber.

  30. Sebastian:

    Sehr, sehr gerne. Ich denke, das kann alle nur bereichern, die da zuhören und vielleicht dann auch den einen oder anderen Ansatz für ihr eigenes Geschäft mitnehmen.

  31. Tobias Wagner:

    Genau.

  32. Sebastian:

    Dann vielen Dank, Tobias. Bis demnächst.

  33. Tobias Wagner:

    Super, vielen Dank Sebastian. Bis dann. Ciao.

  34. Sebastian:

    Ciao. So schnell geht die Zeit also rum und wir haben eine weitere Folge mit Tobias Wagner, Geschäftsführer von ChargeX und Zero Campers, an den Start gebracht. Ich hoffe, du hast heute auch wieder einiges aus der Welt der E-Mobilität für dich mitnehmen können und vielleicht die eine oder andere Idee bekommen, wie du deinen nächsten Urlaub verbringen kannst. Stichwort voll elektrisch natürlich. So oder so, vielen Dank fürs Zuhören. Ich würde mich nur freuen, wenn du uns eine positive Bewertung bei iTunes oder Spotify hinterlässt, damit die Welt der E-Mobilität noch ein wenig mehr in die Welt an sich hinaus gedrangen wird. Mach's gut, bis dahin, ciao.