E-Auto-Gebrauchtwagen: Aampere oder Autoscout?

Im Gespräch mit Florian Reister, CEO und Co-Founder von Aampere

Mit steigendem Interesse an Elektroautos und dem damit verbundenen Kauf der E-Fahrzeuge, ist damit zu rechnen, dass in den kommenden Jahren mehr E-Gebrauchtwagen auf die Straße kommen. Die Frage, die man sich dabei stellen darf, werden diese besser bei Autoscout24, mobile.de oder doch bei einem anderen Player gekauft.

In der aktuellen Folge habe ich Florian Reister zu Gast, seines Zeichens CEO und Co-Founder von Aampere. Aampere ist ein Gebrauchtwagenmarkt im Internet, in dem E-Autos gebraucht, verkauft und gekauft werden. Mit Hauptaugenmerk darauf, dass es Sicherheit sowohl auf Käufer als auch auf Verkäuferseite gibt, unter anderem durch Check durch den TÜV Süd als auch einen expliziten Akkucheck, um zu sehen, wie gesund ist eigentlich der E-Auto-Akku, der verbaut ist. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Florian. Viel Freude damit.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto Newsbundet Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Florian Reister zu Gast, seines Zeichens CEO und Co-Founder von Aampere. Aampere ist ein Gebrauchtwagenmarkt im Internet, in dem E-Autos gebraucht, verkauft und gekauft werden können. Mit Hauptaugenmerk darauf, dass es Sicherheit sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite gibt. Unter anderem durch Check durch den TÜV Süd, als auch einen expliziten Akku-Check, um zu sehen, wie gesund ist eigentlich der E-Auto-Akku, der verbaut ist in meinem Fahrzeug. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Florian. Viel Freude damit. Servus Florian, vielen Dank, dass du heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über euer Unternehmen Aampere unterhalten. Das auch aus dem Bereich der E-Mobilität kommt heute mal mit einem anderen Twist. Wir sind auf einem Gebrauchtwagenmarkt unterwegs sozusagen. Bevor wir da allerdings einsteigen und du ein paar Worte mehr über Aampere verlierst, stell dich doch gerne mal selbst unseren ZuhörerInnen vor, damit die auch wissen, wen wir auf der anderen Seite vom Mikrofon sitzen haben.

  3. Florian Reister:

    Sebastian, vielen Dank für die Einladung erstmal. Ich selber, Flo, habe einen Background in Automotive Engineering, spezialisiert auf das Thema E-Mobilität und autonomes Fahren. Das heißt, ich bin mit dem Thema schon lange vertraut, vor allem aus technischer Sicht. Hatte da auch verschiedene Stationen dann in der Automobilbranche. Und da hatten wir uns mit dem jetzt im Gründerteam damals den Markt genauer angeschaut und gemerkt, Mensch, da herrscht so eine große Unsicherheit, wenn es darum geht, ein gebrauchtes E-Auto zu kaufen. Da muss man was machen. Und das war die Geburtsstunde von Aampere. Das heißt, wir sind eine Plattform für gebrauchte Elektroautos, in Zukunft vielleicht für Elektromobilität in Zukunft.

  4. Sebastian:

    Jetzt hast du eben gesagt, die Gründung ist ein Stück weit her. Kannst du auch für uns noch ein wenig mehr einordnen? Da reden wir jetzt von ein, zwei Jahren. Also ich habe euch eher als Startup sozusagen erstmal wahrgenommen, noch aktuell. Aber vielleicht kannst du da auch dazu noch und zu eurem Gründerteam noch ein paar Worte.

  5. Florian Reister:

    Ganz genau. Unsere Gründung war im April letzten Jahres. Das heißt, wir sind tatsächlich noch ein sehr kleines Startup, ein junges Startup. sind dann im September an den Markt gegangen, haben erste Traction aufgebaut, unsere erste kleine Finanzierungsrunde abgeschlossen und seit kurzem auch unseren ersten Mitarbeiter an Bord. Das heißt, ein ganz toller Moment natürlich für uns, wenn das Wachstum beginnt.

  6. Sebastian:

    Und ein spannender Moment wahrscheinlich auch. Und vor allem seid ihr jetzt ja auch in einem Markt, der immer mehr Fahrt aufnimmt, wo auch Gebrauchtwagen dann eben tatsächlich auch Schritt für Schritt mehr auf die Straße wieder kommen. Und da hast du ja diese Unsicherheiten angesprochen, die es mit diesem Gebrauchtwagenkauf oder Gebrauchtwagenmarkt gibt. wahrscheinlich sowohl von Käufer- als auch von Verkäuferseite. Magst du mal beide Seiten ein Stück weit beleuchten, also was so die Unsicherheiten sind, mit denen ihr dann zu kämpfen habt oder der Markt an sich?

  7. Florian Reister:

    Sehr gerne, genau. Interessant ist erstmal vorwegzunehmen, wir reden natürlich in unserer Zielgruppe vor allem jetzt über Privatpersonen und kleine Unternehmen. Generell merken wir aber, dass die Unsicherheit auch darüber hinausgeht. Das heißt, selbst ein klassischer Autohändler, wo wir natürlich auch unsere Kontakte haben, Selbst die sagen oft, ich möchte kein gebrauchtes E-Auto ankaufen, ich bin mir unsicher, ich kann den Restwert nicht bestimmen, ich weiß nicht, wie gut die Batterie ist. Das heißt, selbst die scheinbaren Experten aus der alten Welt sind mit diesem Markt quasi überfordert. Speziell in unserer Zielgruppe haben wir Verkäufer von gebrauchten E-Autos. Das sind meist die Personen, die die Autos damals neu gekauft haben. Und die haben auch keine Lust mehr, jetzt die Autos auf ramschige Marktplätze zu packen, komische Anfragen zu kriegen. Sie tun sich auch schwer, darzulegen, dass ihr Auto und ihre Batterie gut ist, weil wie willst du das selber tun? Und das heißt, genau da unterstützen wir unseren Verkäufer, indem wir ihm so einen sorgenfreien Verkauf bieten. Das heißt, der komplette Prozess läuft über uns. Wir packen dann die Autos auf unsere Plattform, wir finden den passenden Käufer, die Abwicklung läuft über uns. Also maximal sicher und einfach. Und auf der anderen Seite beim Käufer, da sind die Probleme vielleicht ein bisschen plakativer bekannt. Also einfach die Fragen, ist das Auto gut? Ist die Batterie gut? Wie lange komme ich eigentlich? Wie groß ist die tatsächliche Reichweite? Das sind eher die Fragen, die man aus dem Ideal kennt. Und da ist eben das Motto bei uns, sehr viel Transparenz in diesen Prozess zu bringen. Das heißt, die Fahrzeuge sind geprüft, da arbeiten wir mit dem TÜV Süd zusammen, auch die Batterie ist untersucht und auch die spätere Zahlung, der Kaufabschluss läuft über ein Treuhandkonto. Das heißt, da ist ganz klar, wir bieten dem Käufer einen sehr sicheren Zugang zu seinem nächsten E-Auto.

  8. Sebastian:

    Gehen wir mal den Prozess vielleicht von der Verkäuferseite her durch, weil ich sage mal Verkäuferseite, wenn das Fahrzeug top dasteht bei euch, kann ich ja sicher sein, dass das passt. Schwieriger oder interessanter wird daher glaube ich auch der Vorgang, wie verkaufe ich mein E-Auto. Das heißt, ich hätte jetzt Interesse, mein Smart, mein Mercedes, mein Audi, keine Ahnung was bei euch, auf die Plattform zu stellen. Wie würde das Ganze vonstatten gehen? Was kostet mich das als Verkäufer in dem Moment? Und vielleicht kannst du uns da einfach mal Schritt für Schritt abholen.

  9. Florian Reister:

    Sehr gerne. Also im ersten Moment gibst du uns über eine Maske, eine Eingabemaske, gibst du uns mal einige Fahrzeugdaten, unter anderem die Fahrgestellnummer, verschiedene Angaben zum Zustand und bekommst von uns erstmal kostenlose Preiseinschätzungen, was wir glauben, was realistisch ist, auf dem aktuellen Markt zu erzielen. Und wenn du dann sagst, das ist interessant für dich, dann geht es in die nächste Phase, dann schicken wir dir einen TÜV Südprüfer zu dir nach Hause. Der führt also bei dir daheim, du kannst nebenher deinen Kaffee trinken, brauchst dich ja gar nicht lange aufhalten, führt eine Zustandsüberprüfung durch, macht alle Bilder, standardisiert nach unserer Anleitung, wie wir die fordern. Und wir bekommen die dann vom TÜV Süd auch direkt, nicht über den Verkäufer, erstellen das Inserat, reichern das mit einigen Daten natürlich noch an, da haben wir verschiedene Partner, speziell auch mit E-Auto-spezifischen Angaben, wie die reale Reichweite etc. Und dann kommt das Auto erstmal zu uns auf die Plattform. So, dann ist als Verkäufer das meiste eigentlich schon passiert. Und dann sind wir eben in der aktiven Rolle. Das heißt, wir finden einen passenden Käufer über verschiedene Akquisewege, Vertriebswege. Und sobald ein Käufer sich entschieden hat, über uns das Fahrzeug zu kaufen, dann läuft die ganze Kaufabwicklung über uns. Er kann es entweder selber abholen vom Verkäufer oder bekommt es von uns geliefert bis vor die Haustür. Auch das übernehmen wir. Das heißt, maximal bequem für beide Seiten.

  10. Sebastian:

    Maximale Bequemlichkeit kostet in der Regel Geld. Ihr müsst euch auch irgendwie finanzieren, fairerweise. Finanziert ihr euch nur von der Käufer- oder von der Verkäuferseite? Ist es ein Mix aus beiden? Kannst du dazu was sagen?

  11. Florian Reister:

    Im Wesentlichen bekommen wir von unserem Verkäufer 5% Provision. Die fällt aber erst an nach erfolgreichem Kaufabschluss. Das heißt bis dahin sind wir in Vorleistung gegangen. Selbst der TÜV Süd-Check ist kostenlos für dich. Nur für einen erweiterten Batterie-Check fallen ein paar Euro an. Aber bis dahin eben maximal einfach für dich. Wir gehen in Vorleistung, weil wir eben überzeugt sind, dass wir auch die beste Chance für dich sind, dein E-Auto zu verkaufen.

  12. Sebastian:

    Das klingt doch schon mal gut, wenn man da von dem eigenen Angebot so überzeugt ist. Ist dann bei den 5% sind dann da auch die Haustürlieferungen mit dabei oder muss ich die als Käufer wahrscheinlich nochmal on top zahlen?

  13. Florian Reister:

    Genau, die Lieferung würde in den Top kommen als Käufer.

  14. Sebastian:

    Jetzt habe ich auch eben, wo ich bei euch auf dem Marktplatz unterwegs war, gesehen, da steht auch was von einer Bearbeitungsgebühr von 99 Euro für den Käufer. Magst du mich da mal noch abholen? Was ist das? Ist das so eine Art Sicherheit irgendwo ein Stück weit, die ihr mit reinbringt? Wird die abgerechnet auf den Verkaufspreis dann?

  15. Florian Reister:

    Genau, also die 99 Euro sind ja in diesen Preisen, über die wir auch reden, eigentlich ein banaler Betrag. Und das ist auch eher ein symbolischer Charakter. Da geht es einfach darum... dass so eine Mini-Hürde da ist, dass wir wissen, dass man den Käufer auch ernst im ersten Moment, wo der Prozess gestartet wird, weil dann für uns natürlich einiges an Aufwand danach entsteht. Das heißt, das ist eigentlich ein rein symbolischer Betrag.

  16. Sebastian:

    Und der wird dann aber auch erstattet, sage ich mal, wenn der jetzt das Fahrzeug, ich sehe jetzt hier ein Smart EQ 4.2 für 17.800 Euro. Ich habe Interesse dran, Käufer zahlen meine 99 Euro dafür und wenn ich ihn gekauft habe, zahle ich dann noch 17.700 oder bleiben die on top dann tatsächlich?

  17. Florian Reister:

    Also die 99 Euro sind on top zu diesem Fahrzeugkaufpreis, den du da siehst.

  18. Sebastian:

    Jetzt hast du vorhin schon gesagt, du hast es auch angesprochen, auf der Unsicherheitsseite, wie ist der Zustand der Batterie und hast gesagt, der Käufer kann zusätzlich eben so einen Akku-Check da machen. Kannst du uns das auch nochmal erläutern? Also mir ist klar, warum man das macht. Ich will möglichst gesunden Akku natürlich kaufen und nicht, dass ich das Auto heute für einen Schnäppchenpreis kaufe und morgen fährt es nicht mehr oder nur noch 50 Kilometer. Vielleicht holst du da unsere Zuhörer auch mal ein Stück weit ab.

  19. Florian Reister:

    Beim E-Auto bestehen 50 Prozent des Fahrzeugswert in der Batterie. Und das zeigt erstmal, warum die Batterie so ganz elementar ist beim E-Auto. Der größte Kostentreiber, die größte Chance, ein gutes zu kaufen, die größte Gewarnung, das zu kaufen, so plakativ runtergebrochen. Deswegen ist es da besonders wichtig, erstmal viel Sicherheit und Transparenz in den aktuellen Zustand zu bringen. Und wo wir zukünftig auch über Partnerschaften mit Versicherungen reingehen werden, ist über Batteriegarantien dann diese Sicherheit noch auch in die Zukunft zu bringen. Aber im ersten Moment geht es erstmal darum zu gucken, wie gut ist die Batterie heute. Und da arbeiten wir heute mit Avilo zusammen. Das ist ein österreichischer Batteriemessplayer. Unserer Erfahrung nach einer der führenden Player und sehr guter Partner von uns. Und da spielt zum einen die Messung über den SOH rein. Und da werden verschiedene Fehlerberichte ausgelesen, wenn es denn welche geben sollte. Da wird die Historie angeschaut an Ladezyklen der Vergangenheit, also wurde die Batterie jetzt immer nur schnell geladen, dann hat das natürlich einen größeren Einfluss auf die Alterung. So kommen da verschiedene Faktoren rein. Dann spielen auch Batteriemodelle mit rein, die unser Partner quasi entwickelt hat. Und so können wir relativ gut bestimmen, wie ist die Batterie heute.

  20. Sebastian:

    Und was kostet mich der Service sozusagen, wenn ich das mit zusätzlich beauftrage, weil das wäre ja für mich auch, wenn ich der Überzeugung bin, ich bin mein Auto immer ordentlich gefahren, die Batterie hat noch einen guten Gesundheitszustand, ist das ja eher ein Verkaufsargument nochmal. Genau.

  21. Florian Reister:

    Genau, der Service kostet 99 Euro und da geben wir die Kosten von Avilo einfach weiter, verdienen selber jetzt nicht groß was dabei, weil wir einfach überzeugt sind, diese Sicherheit ist für den Käufer super entscheidend.

  22. Sebastian:

    Davon gehe ich auch aus, das wäre auch mein Argument, das dann ein Stück weit zu nutzen. Wie viele Verkäufer von eurer Seite aus nutzen das dann auch, um dieses Gutachten sozusagen zu erstellen zu lassen?

  23. Florian Reister:

    Diese Kooperation, auch gerade mit dem TÜV Süd, ist relativ neu. Von dem her sind da jetzt noch wenig statistische Aussagen da. Aber jetzt, seitdem wir es live haben, kann man ungefähr sagen, Hälfte, Hälfte, die es nutzen und noch nicht. Aber da ist auch, um ehrlich zu sein, noch viel Kommunikationsaufgabe von unserer Seite aus, noch klar herauszustellen, wann macht was. Welcher Check auch welchen Vorteil. Auch da nach Alter ein bisschen zu unterscheiden. Ein Auto, was ein Jahr ist, braucht jetzt vielleicht nicht den vollen Check. Da herrschen ja auch natürlich verschiedene Herstellergarantien. Wenn die Autos ein bisschen älter werden, dann ist die Prüfung Batterie und Fahrzeug immer wichtiger. Das heißt, auch da sind wir noch im Erfindungsprozess, wenn es um die Details im Prozess geht.

  24. Sebastian:

    Sehr spannend. Du hast ja vorhin gesagt, ihr seid jetzt erst seit einem guten Jahr da am Start. Dafür habt ihr schon einiges auf die Beine gestellt. Für mich auch die Frage, wenn ich diese Fahrzeugpreise sehe, ich sehe es bei den Neuwagen, da ist es noch erschlagender, aber auch teilweise gebraucht werden mag, die sind ja schon recht ordentlich. Kann ich in Anführungsstrichen nur Barkauf bei euch machen? Also läuft das über ein Treuhänder-Konto auch oder bietet ihr mittlerweile auch Finanzierung beispielsweise an? Habt ihr Partner dafür?

  25. Florian Reister:

    Das tut mir immer schwer mit dem Wort Barkauf, wenn natürlich klar ist, was damit gemeint ist, weil es definitiv ohne Bark Geld geben wird. Aber ich weiß natürlich, was du meinst. Es läuft immer über ein Treuhandkonto. Das heißt, das Geld liegt sicher auf dem Treuhandkonto in dem Moment, wo das Fahrzeug zum Käufer gegeben wird. Beide können permanent einsehen, wo ist das Geld, zu welchem Zeitpunkt, es liegt da abgesichert. Das merken wir auch, speziell auf Verkäuferseite, ein großer emotionaler Aspekt. Zu wissen, das Geld ist sicher, es kann nichts passieren. Von dem her, das ist der Standardweg. Wir bieten inzwischen auch eine Finanzierung an. Das wird permanent, würde ich sagen, noch nicht so oft gemacht. Aktuell ist schon noch die Regel, dass die Fahrzeuge bei uns eher direkt per Barkauf, wie du sagst, gekauft werden. Aber ich bin mir sicher, wenn auch wie ein erschwinglicher Verpreise kommen mit der Zeit an Fahrzeugen und auch mehr der Mainstream der Bevölkerung angesprochen wird, dass dann auch die Finanzierung immer größer werden wird.

  26. Sebastian:

    Kann man von ausgehen, weil wird ja nicht jeder immer so viel Bargeld in Anführungsstrichen zur Verfügung haben und möchte vielleicht dann dennoch euer Angebot nutzen. Ihr bietet die Fahrzeuge oder bettet die auf eurer Plattform hauptsächlich ein, aber ich habe auch in der FAQ gelesen, dass ihr trotzdem auch bei Mobile oder Autoscout24 die typischen Marktplätze mit anbietet. Wo werden die Fahrzeuge zumeist verkauft? Ist es über eure Plattform oder ist es dann doch eher, dass die gängigen Plattformen genutzt werden?

  27. Florian Reister:

    Das Entscheidende ist erstmal festzuhalten, dass die Autos per se über unsere Plattform gekauft werden. Die anderen Marktplätze, aber auch Akquisewege, Marketingwege, die wir nutzen, führt nur zu einem Zustrom über unterschiedliche Wege. Aber der Kauf findet immer über unsere Plattform statt. Und das ist der entscheidende Unterschied. Das heißt, es ist ja nichts zu sagen gegen Reichweiten von Plattformen wie Mobile Autos. Da sind wir uns natürlich auch bewusst. Solange die Sicherheit des Kaufs über Aampere nachher reinkommt, ist es kein Problem.

  28. Sebastian:

    Das heißt... Ein Großteil der Leads, würde ich jetzt schon mal so sagen, kommen wahrscheinlich noch über die Plattform rein und ihr nutzt eure Plattform, euren Marktplatz hinterher eben als Abwicklungsmaschinerie zwischen Käufer, Verkäufer und euch.

  29. Florian Reister:

    Genau, ich würde ungefähr sagen, die Hälfte kommt auf den Weg, die Hälfte aus anderen Akquisewegen. Das verschiebt sich auch immer so ein bisschen von Zeit zu Zeit und da sind wir natürlich interessiert daran, auch immer neue Wege zu finden. wie wir einfach die Chancen, dass das Auto zügig verkauft wird, einfach weiter erhöhen.

  30. Sebastian:

    Das ist doch ein spannender Ansatz. Jetzt hast du schon ein paar Mal gesagt, hier Autos verkauft, also ihr habt tatsächlich schon Fahrzeuge abgesetzt. Kann man das ein Stück weit einordnen, wie das ist? In absoluten Zahlen, das Wachstum in den letzten Monaten beispielsweise, wird das Angebot mehr angenommen? Ist mir klar, dass es schwierig ist nach über einem Jahr da kräftige Aussagen und ich erwarte jetzt auch keine Tausende von Fahrzeugen, aber es ist ja dennoch schön zu sehen, wenn man sehen würde, wie es angenommen wird.

  31. Florian Reister:

    Ganz genau, also am Markt sind wir seit ungefähr acht Monaten, haben jetzt 17 Fahrzeuge über unsere Plattform verkauft, was für den Start, glaube ich, ganz gut ist, weil natürlich jede Plattform mit dem Henne-Ei-Problem am Anfang erstmal zu kämpfen hat. Also plakativ, ohne Käufer kein Verkäufer, ohne Verkäufer kein Käufer. Das heißt, dieses Henne-Ei-Problem haben wir bis zu diesem Grad gelöst bekommen. Das war natürlich eine große Hürde, erst mal dahin zu kommen. Wir haben mit diesen 17 Fahrzeugen bewiesen, dass wir in der Lage sind, Käufer und Verkäufer glücklich zu machen, zufriedene Kunden zu haben, denen ihr Problem zu lösen. Und jetzt beginnt für uns dann sozusagen eine neue Phase, wo es darum geht, all das, was wir tun, auf eine skalierbare Art zu machen. Und da werden wir auch mit Multiplikatoren in Zukunft mehr zusammenarbeiten. Für uns war trotzdem auch der Weg über einzelne Privatpersonen extrem wichtig, viel zu lernen. Wir waren ganz nah am Kunden, oder sind es natürlich immer noch, vielen Gesprächen. Wir können, wenn wir neue Feed-Ideen haben, sofort unseren Kunden fragen, sind eben Gespräche. Und das ist ganz wertvoll für uns. Jetzt gilt es dann alles ein bisschen größer zu machen.

  32. Sebastian:

    Ist ja auch vernünftig, genau den Weg da einzugehen. Man lernt im Kleinen, um es dann aufs Große projizieren zu können, umzusetzen, die Prozesse gerade zu ziehen. Und das machst du ja lieber, wenn du 17 Autos verkauft hast, als wenn du 170 oder 1700. Da bist du ja hoffentlich dann schon stabiler oder noch stabiler unterwegs, als es eh schon sei. Kannst du auf Grundlage von den Fahrzeugen mal so eine Einschätzung geben, Wie lange es denn dauert vom ich verkaufe mein Fahrzeug bis zum eigentlichen Kauf ist natürlich sehr schwierig auf Grundlage unterschiedlichster Modellpreise und so weiter. Aber vielleicht könntet ihr ja auch schon so eine ungefähre Aussage treffen.

  33. Florian Reister:

    Wir haben schon alles geschafft zwischen zwei Tagen, auch eine Woche bis hin. Fahrzeuge brauchen länger, weil zum Beispiel das Modell war, was sehr speziell ist, wo die Zielgruppe sehr schmal ist. Nehmen wir jetzt auch mal ein ganz speziell ausgestattetes Tesla Model X zum Beispiel, wo natürlich auch die Zielgruppe sehr schmal ist. Das heißt, da gibt es jetzt noch nicht eine kleine Range, aber unser Anspruch ist, mit immer mehr Fahrzeugen es zu schaffen, dass wir innerhalb von diesen vier Wochen einen erfolgreichen Verkauf haben. Das ist erfahrungsgemäß oft ein Zeitraum, wo es für unsere Verkäufer interessant ist und passt. Die wenigsten Verkäufer kommen zu uns und sagen, ich muss morgen verkaufen. Die sagen aber auch nicht, ich will erst in sechs Monaten verkaufen. Und da ist dieses Bestreben, alle in diese vier Wochen reinzubekommen. Und auch da werden diese Multiplikatoren, die wir nach und nach mit an Bord holen, einen entscheidenden Einfluss drauf haben.

  34. Sebastian:

    Das hört sich gut an. Dann sage ich schon mal vielen Dank, dass du uns da abgeholt hast. Und wo könnte ich oder euch unsere ZuhörerInnen finden, wenn sie denn ein Auto wahrscheinlich kaufen möchten oder verkaufen?

  35. Florian Reister:

    Genau, sowieso gerne auf beiden Seiten. Speziell sind wir interessiert daran, auf der Käuferseite verschiedene Multiplikatoren jetzt mit an Bord zu bekommen. Sind da auch noch explorativ unterwegs. Das heißt, jetzt haben Sie erste Fahrzeughändler auch bei uns gemeldet. Wir sprechen auch mal mit Kleinflotten. Das heißt, da gibt es verschiedene Player, die verschiedene Probleme aktuell haben auf dem Markt, speziell eben e-Auto spezifische Probleme. Die möchten wir dabei natürlich unterstützen, sind auch immer offen für Tests. Das heißt, gerade wenn auch eine größere Gruppe an Multiplikatoren Interesse hat, an mehr E-Autos zu kommen, dann sind wir da super offen für Gespräche, um da auch noch gegenseitig lernen zu können.

  36. Sebastian:

    Das hört sich gut an. Dann sind wir mal gespannt, wie es sich weiterentwickelt, euer Geschäft. Beide Daumen sind gedrückt. Und wenn eine Rückmeldung hier per E-Mail eintrudelt, geht die natürlich an dich weiter. Vielen Dank für deine Zeit.

  37. Florian Reister:

    Vielen Dank für die Einladung, Sebastian.

  38. Sebastian:

    Das war es vom ElektroautoNews.net Podcast. Ich habe mich sehr gefreut, dass du eingeschaltet hast. Ich würde mich freuen, wenn du kommende Woche wieder zuhörst, wenn die nächste Folge des ElektroautoNews.net Podcasts online geht. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.