Europäischer Elektroautomarkt ab 2021 – ein Ausblick

Die ersten vier Monate des Jahres 2020 haben wir hinter uns gebracht. Stark geprägt vom Coronavirus beziehungsweise der Covid-19 Pandemie. Matthias Schmidt, Automobil-Analyst, gab in diesem Zusammenhang bereits zu verstehen, dass die Elektroauto-Zulassungszahlen in Europa in 2020 eher rückläufig sein werden. Hierdurch stehen nicht mehr die 700.000 E-Autozulassungen als Zielmarke im Raum, sondern die um 144.000 Einheiten auf 556.000 reduziert Marke.

Des Weiteren verändert sich, getrieben durch Auswirkungen des Coronavirus, die Entwicklung des europäischen E-Auto-Markts in Gänze. Das Ganze habe ich in diese Folge des Elektroauto-News.net Podcast für dich betrachtet.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es rund um die Themen E-Mobilität und alternativer Antrieb in unserem Alltag geht. Diese Woche werden wir uns mit dem Thema des europäischen Elektroautomarktes ab 2021 beschäftigen und kurz einen Ausblick wagen, wie sich der Markt nach Corona denn entwickeln könnte. Die ersten vier Monate des Jahres 2020 haben wir schon mehr oder weniger erfolgreich hinter uns gebracht, waren natürlich stark geprägt vom Coronavirus bzw. der Covid-19-Pandemie. Und dass es nicht so ganz am Automobilmarkt vorbeigegangen ist, hat, denke ich, auch jeder mitbekommen. Nichtsdestotrotz versuchen wir das Ganze einfach auch mal einzuordnen, wo es denn hinführen könnte, auch im Hinblick auf die CO2-Emissionsflottenwerte, die vorhanden sind, immer noch vorhanden bleiben wohl. Subventionen, die auf den Weg gebracht werden können, Unterstützung durch die Politik und wie sich das Ganze dann eben im Hinblick ab dem nächsten Jahr verändern oder entwickeln könnte. Eine entscheidende Rolle für diese Betrachtung des europäischen Elektroautomarktes spielt auch wieder die Statistiken und Auswertungen von Matthias Schmidt, Automobilanalyst aus Berlin, der sich doch schon sehr stark mit dem Schwerpunkt E-Mobilität auseinandersetzt und auch aufzeigt, Ja, wie sich der ganze Markt denn da entwickelt und da haben wir in den vergangenen Monaten schon stark davon profitiert, seine Eindrücke, seine Zahlen da auch zugrunde gelegt zu bekommen. Und ja, die sind quasi die Grundlage für die heutige Podcast-Folge. Er gab... Im Februar war es, glaube ich, oder im Laufe des März haben wir darüber berichtet, dass seiner Einschätzung nach und auch Einschätzung von anderen Experten nach die Elektroauto-Zulassungszahlen in Europa 2020 ja rückläufig sein werden, natürlich orientiert am Gesamtmarkt dann auch tatsächlich. Hierdurch stehen nicht mehr die 700.000 E-Auto-Zulassungen im Raum, die er mal als Zielmarke in den Raum gestellt hat im vergangenen Jahr für den europäischen Elektroautomarkt, sondern in Anpassung an den zurückgegangenen Markt, hat er da eben auch Einschränkungen vorgenommen und spricht jetzt mittlerweile von 556.000 Einheiten an E-Fahrzeugen, die auf die Straße kommen werden wohl im 2020. Und natürlich ist es so, dass sich getrieben durch die Auswirkungen des Coronavirus, die sich halt immer noch nicht komplett absehen lassen und wahrscheinlich auch in den nächsten Monaten noch nicht komplett absehen lassen, verändert sich der Markt ständig. Nichtsdestotrotz haben wir halt eben versucht, auch einen Ausblick darauf zu gewähren, wie kann sich der Markt ab 2021 dann wieder entwickeln. Und da kann man dann freudigerweise sagen, dass sich eben nicht nur ein negatives Bild zeichnet, sondern es besteht auch Hoffnung, also Hoffnung für den europäischen Elektroautomarkt, der jetzt das Thema ist hier bei uns. Und geprägt ist dieser positive Ausblick, dieser Hoffnungsschimmer, den wir da haben, vor allem durch das Festhalten an die 2020er CO2-Ziele. Zumindest ist es so die aktuelle Einschätzung unsererseits, die wir durch Rückmeldungen aus der Politik haben von Herstellern und so weiter. Denn anstatt die CO2-Ziele herunterzuschrauben, hat sich die Politik wohl zur Aufgabe gemacht und wird da auch in der nächsten Woche drüber diskutieren, also in der ersten Maiwoche sozusagen, wie man die Automobilhersteller unterstützen kann, den Absatz an E-Autos, an umweltfreundlichen Fahrzeugen, nachhaltige alternative Antriebe anzukurbeln. Die Hersteller selbst üben natürlich über Interessensverbände direkt oder auf Umwegen. Hinweis auch immer auf den Arbeitsplatzverlust, der damit verbunden ist, wenn nicht genügend Fahrzeuge abgesetzt werden, entsprechend Druck auf die Politik aus. Und allein deswegen durch dieses dynamische Zusammenspiel von Markthersteller als auch Politik ist da absehbar, dass da wohl eine Unterstützung in irgendeiner Form und Weise, Art und Weise auf den Weg gebracht wird. Muss man natürlich gucken, wie sie sich zeigt dann tatsächlich, aber erste Signale sind da wohl vorhanden. Und ist es eben so, dass es nach den Herstellern sowie einigen Landesregierungen geht, soll die stark gebeutelte Automobilwirtschaft tatsächlich von Seiten des Staates mit einer antriebsunabhängigen Kaufprämie für Neuwagen unterstützt werden. Ähnlich der Elektroautoprämie eben, aber dann Ich sage mal unabhängig davon, ob es jetzt ein guter, moderner Benziner oder Diesel ist oder halt eben auch alternative Antriebe. Man erhofft sich dadurch zum einen natürlich die Wirtschaft zu stärken, indem der Absatz wieder angekurbelt wird, dadurch wieder mehr Fahrzeuge produziert werden und dadurch eben auch Mitarbeiter benötigt werden. Zum anderen möchte man natürlich auch ältere Fahrzeuge von der Straße bringen und durch neuere, umweltfreundliche, moderne Modelle die Energiewende vorantreiben. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller, VDIK, kurz gesprochen oder die Abkürzung dafür, plädiert seinerseits auch für Kaufprämien, aber in einem dreistufigen Anreizprogramm. So sieht man aus deren Sicht eher eine Kaufprämie speziell für E-Autos, Kaufanreize für Autos mit wenig Verbrauch und noch eine klassische Abwrackprämie, wie wir es auch aus der Wirtschaftskrise 2008 kennen, die eben auch aus der Sicht vom Staat gefördert werden soll. Das alles sei eben notwendig aus der Sicht des VDIK, um nach der Corona-Krise wieder den Absatz ansteigen zu lassen. Jetzt ist es natürlich so, dass da die Politik versucht, unterschiedlichste Mittel zu nutzen, um eben den Absatz vielleicht auch wieder ansteigen zu lassen. Aus unserer Sicht hoffentlich beschränkt oder stark ausgerichtet auf alternative Antriebe, Antriebe, die ja auch umweltwirtschaftlichen Nutzen für uns haben sozusagen, die auch positiv für den Klimawandel einzahlen und nicht nur darauf, dass Absätze gemacht werden. Ich meine, die riesen SUVs müssen unserer Meinung nach da nicht auf die Straße kommen, auch wenn die wahrscheinlich die besten Margen haben. Dann lieber schöne, kleine, kompakte Elektro-Kleinwagen oder aus der unteren Mittelklasse, wo man dann eben auch Nutzen für die Umwelt hat und dennoch die Hersteller ihren Teil daran verdienen können. Jetzt ist es aber so, oder wir haben da auch eine Studie, eine repräsentative Umfrage des Gebrauchtwagenportals mobile.de gefunden. Die haben mehr als 2000 Personen befragt zu dem Thema Corona-Kaufprämie für Elektroautos bzw. Autos an sich. Und da war es so, dass fast jeder zweite, also 47%, hierzulande Vorteile in der Einführung einer solchen Prämie sehen. Auf der anderen Seite ist es so, dass doch nur knapp jeder fünfte Deutsche, also 18%, bereit wäre, diese auch in Anspruch zu nehmen. Das heißt, obwohl Subventionen, Förderung, Unterstützung auf den Weg gebracht werden, ist man sich nicht so im Klaren darüber, ob man das denn nutzen will oder nicht. Aber... Ich denke, man kann festhalten, sollte sich die Politik auf eine Abwrackprämie oder wie sie es dann auch nennen, welche insbesondere für die Anschaffung neuer E-Autos und Plug-in-Hybride gedacht ist, einigen wird man ein Steigen des Absatzes sehen. Ich meine, das waren auch nur in Anführungsstrichen 2000 Personen, die da befragt wurden. Wir sind dann doch ein paar mehr Leute in der Bundesrepublik Deutschland. Und wir könnten uns schon durchaus vorstellen, dass sich das... positiv auf den europäischen Elektroautomarkt auswirkt. Das mal so zu der Einschätzung, was aktuell Hersteller und Politik machen. Und jetzt blicken wir gleich mal noch auf den Ausblick des Gesamtmarktes. Und hier zeigt sich dann, die Autovolumina müssen parallel zum Gesamtmarkt steigen. Und zwar natürlich auch wieder unter der Annahme, dass die CO2-Ziele bestehen bleiben und der westeuropäische Pkw-Markt sich schneller holt. Wahrscheinlich angespornt durch Anreize wie eben Subventionen, Abwrackprämie, ähnlich nach der Finanzkrise, kann man festhalten, dass das E-Auto-Volumen parallel zum Gesamtmarkt steigen wird. Und aus diesem Grund ist es natürlich so, dass man 2020 wahrscheinlich erstmal aufgrund des rückläufigen Gesamtmarktes unter Plan zurückbleiben wird, sprich statt der angepeilten 700.000, wenn wir bei diesen 556.000 einhalten an E-Autos landen, die auf der Straße landen. Ab 2021 wird das Ganze dann aber laut Matthias Schmidt, dem Automobilanalysten, stark nach oben schießen. Und auf Grundlage derzeitiger Daten, die eben vorliegen, kann man hier bei 2021 noch von einem siebenprozentigen Anteil von E-Autos am Gesamtabsatz in Europa ausgehen. Das heißt, bis zu einer Million E-Autos seien in 2021 möglich, insofern sich der Markt natürlich erholt und durch Subventionen und weitere Anreize angekurbelt wird. Die Politik spielt damit eine wichtige Rolle, damit wir sehen, okay, es kann weitergehen. Und das Weitere geht Matthias Schmidt davon aus, dass wir bei einer normalen Entwicklung, in Anführungsstrichen, des Marktes ab 2022 auch wieder steigende Absätze sehen werden. Das heißt, bis 2024 sieht er, dass wir jährlich 1,25 Millionen Einheiten an elektrifizierten, rein elektrischen Fahrzeugen auf die Straße bringen, um dann in 2025 einen starken Sprung auf 1,6 Millionen Einheiten hinzulegen. Das würde dann zu diesem Zeitpunkt auch bei einer normalen Entwicklung des Gesamtabsatzes an Fahrzeugen am Markt ungefähr 11% Marktdurchdringung bedeuten. die allerdings auch notwendig sind, damit man eben die 15-prozentige Reduzierung der CO2-Ziele oder die vorgegeben ist durch die CO2-Ziele in diesem Jahr erreichen kann. Also man sieht, wenn die CO2-Ziele bestehend bleiben, muss der Markt reagieren, bringt dementsprechend umweltfreundliche Fahrzeuge auf die Straße. Und da ist es eben so, dass man da auch nicht nur an vollelektrische Autos denken darf, sondern eben auch die teilelektrifizierten Fahrzeuge wie Plug-in-Hybride werden da eine wichtige Rolle spielen. Da haben wir im Dezember auch schon mal ausführlicher drüber gesprochen bzw. einen Artikel dazu veröffentlicht, ist auch in den Shownotes bzw. im Artikel hier zum Podcast verlinkt, zur Podcast-Folge. Und natürlich ist auch hier der Gesamtabsatz von rund einer Million Plug-in-Hybride, die 2020 im Raum stand, gefährdet. Nichtsdestotrotz werden Plug-in-Hybride für einzelne Hersteller eine wichtige und entscheidende Rolle spielen, um eben die CO2-flotten Werte zu erreichen. Was können wir zum Abschluss sagen? Zum Abschluss können wir festhalten, entwickelt sich der Automarkt wieder positiv oder normal, kommt wieder in seine normale Bahn, wird auch der E-Automarkt entsprechend wachsen können. Der ist auch getrieben durch diese CO2-Flottenwerte, wenn die da bleiben, unterstützt durch Subventionen, Abwrackprämie und so weiter, hat er die Möglichkeit, über der Norm hinaus zu wachsen oder über Plan hinaus zuwachsen. Und kann dann vielleicht auch eine gewisse Eigendynamik da entwickeln, weil durch mehr Absatz kriegen wir günstigere Preise in der Herstellung hin, dadurch hoffentlich günstigere Verkaufspreise der E-Autos und so weiter und so fort. Also da hoffen wir von Elektroauto News natürlich aufs Beste, dass sich das positiv entwickelt und halten die Augen offen, wie es denn weitergeht. Das war jetzt unsere aktuelle Einschätzung Anfang Mai zum E-Auto-Markt, zum europäischen E-Auto-Markt ab 2021. Einfach mal so, damit ihr den aktuellen Stand habt. Das kann sich natürlich gefühlt wöchentlich mittlerweile ändern durch Zusage für Subventionen oder andere Förderungsprogramme. Und wir behalten das Ganze im Blick. Dir vielen Dank fürs Zuhören heute. In den Shownotes findest du wieder alle Links zu den Artikeln mit dazu. Und würde mich freuen, wenn du auch nächste Woche wieder einschaltest. Mach's gut. Bis dann. Ciao.