Wunschdenken: Klimawandel stoppen, nur E-Autos aber keine Kosten

Kurz vor der Bundestagswahl 2021 kommen Themen in der Politik hoch, welche man die vergangenen Jahre dort nur am Rande aufkommen sah. Sich aber aufgrund der Aktualität und des zeitlichen Drucks nun stark in den Vordergrund spülen. Stichwort Klimawandel. Dieser ist nur noch zu stoppen oder besser gesagt auszubremsen, wenn wir reagieren. Schnell reagieren, denn Zeit haben wir keine mehr. Es verwundert daher nicht, dass sich Umfragen vermehrt mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen und zu teils außergewöhnlichen Ergebnissen gelangen.

Grund genug uns im heutigen Podcast mit drei solcher Umfragen/ Auswertungen aus der Gesellschaft auseinanderzusetzen, welche in der vergangenen Woche für Aufsehen gesorgt haben.

Einfach Mal reinhören, die heutige Folge nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Bringt aber durchaus ein wenig Licht ins Dunkle. Lohnt sich also. So zumindest unsere Meinung.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektro-Auto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge heißt es Wunschdenken, Klimawandel stoppen, nur E-Autos, aber natürlich keine Kosten. Wie komme ich dazu? Kurz vor der Bundestagswahl 2021 kommen Themen in der Politik hoch, welche man die vergangenen Jahre dort nur am Rande aufkommen sah, sich aber aufgrund der Aktualität und des zeitlichen Drucks nun stark in den Vordergrund spülen. Stichwort Klimawandel. Denn dieser ist nur noch zu stoppen oder besser gesagt auszubremsen, wenn wir reagieren, und zwar schnell reagieren, denn Zeit haben wir bekanntermaßen keine mehr dafür. Es verwundert daher nicht, dass sich Umfragen vermehrt mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen und zu teils außergewöhnlichen Ergebnissen gelangen. In der vergangenen Woche hatten wir drei solcher Umfragen, Auswertungen bei uns schon im Portal präsentiert und die möchte ich heute in der aktuellen Folge einfach nochmal zusammenfassen mit den wichtigsten Erkenntnissen daraus und ja auch mit den Ergebnissen sozusagen. Beginnen wollen wir mit einem Interview aus der Süddeutschen Zeitung, in welcher sich Christian Hochfeld leider des Thinktanks Agora Verkehrswende mit dem Thema Mobilität der Zukunft auseinandergesetzt hat. Laut ihm müssen diese Veränderungen radikal werden, damit der Verkehrssektor seine Klimaschutzziele erreichen kann. Die CO2-Emissionen müssen in diesem Bereich bis zum Jahr 2030 um gut die Hälfte sinken. Hochfeld nimmt in dem Interview selbst kein Blatt vor den Mund und gibt ganz klar zu verstehen, wir alle werden sehr viel ändern müssen, damit dieses Ziel erreicht werden kann. Zwei Dinge müssen seiner Meinung nach möglichst schnell umgesetzt werden. Wir brauchen sehr viel mehr Elektroautos als heute auf der Straße und wir müssen Verkehr an sich vermeiden, bündeln und verlagern. Da ist er sich ganz sicher. Im Hinblick auf die Politik ordnet Hochfeld das Ganze auch deutlich ein. So müsse aus seiner Sicht die Regierung, welche Ende September neu gewählt wird, unangenehme Maßnahmen einführen. Zumindest wenn man es mit dem Thema Klimaschutz ernst nimmt. Dies wird natürlich den Anschein haben, als greifen sie in den Giftschrank. Dabei bügelt die neue Regierung dann eigentlich nur die Untätigkeit der bisherigen Regierung aus. So Hochfeld. Aus unserer Sicht ganz klare Worte. Diese unangenehmen Maßnahmen, wie sie Hochfeld bezeichnet, bekommt sprichwörtlich der kleine Mann am deutlichsten zu spüren. Am eigenen Geldbeutel, versteht sich natürlich. Denn eins ist klar, ohne höhere Preise bekommt keine Regierung eine Lösung hin, die das Bundesverfassungsgericht aber bereits einfordert. Aus Sicht von Hochfeld ist dies auch allen Parteien bekannt, aber auch aus nachvollziehbaren Gründen eben nicht kommuniziert. Wollen diese mit der Wahrheit nicht den Gänse herausrücken, denn ja klar, würde man das tun, könnte man wertvolle Wählerstimmen verlieren und so kurz vor der Wahl will das natürlich keine Partei dann riskieren. Schlussendlich steht aber heute schon fest, die Kosten für die Mobilität werden steigen. Deutlich und das trifft jeden von uns. Dennoch gilt es natürlich dennoch zu agieren, weil wir wollen den Klimawandel ausbremsen, idealerweise stoppen, insofern das noch möglich ist. Kurzfristig wäre dies mit drei Maßnahmen möglich, wie Hochfeld zu verstehen gibt, welche man dann aber in ein Gesamtkonzept überführen müsste. Aus seiner Sicht wären diese Maßnahmen, Benzin an sich muss teurer werden, Dienstwagen sollen nur noch Steuererleichterungen bekommen, wenn sie rein elektrisch unterwegs sind, Und bei der Kfz-Steuer müssen wir E-Autos entlasten, Spritschlucker belasten. So sein Vorschlag. Aber er hat nicht nur Kritik zu üben, sondern hebt auch positiv hervor, dass gerade die deutschen Automobilhersteller wohl mittlerweile verstanden haben, dass der Wandel hin zur E-Mobilität unausweichlich ist und dass man den eben eingehen muss. Und damit sei man schon ein paar Schritte weiter als die Politik. Zumindest für die Hersteller scheint es ganz klar, weil die wollen weiterhin Umsätze erzielen. Die erzielt man auch zu großen Teilen schon im Export und es ist ja nicht nur so, dass in Deutschland die CO2-Vorgaben vorhanden und stetig verschärft werden, sondern weltweit. Das heißt, wollen die deutschen Automobilhersteller am Weltmarkt mitwirken, müssen sie eben reagieren und schlagen daher auch ganz klar den Weg in Richtung E-Mobilität, E-Autos ein. Und zudem ist es so, ja klar, E-Autos haben auch noch ihre Nachteile, Stichwort Umweltbedenken, aber auch hier muss man mal ganz klar sagen, haben auch die Verbrenner. Es gilt hier einfach auch einen fairen Vergleich stattfinden zu lassen auf einer Stufe. Stichwort Herkunft der Rohstoffe für beide Fahrzeugtypen sozusagen, Benzin-Strom-Herkunft-Kosten-Verursachung, ja auch Klimaschäden sozusagen, sowie Recycling der Fahrzeuge am Lebensende. Aber wie ist es eigentlich mit demjenigen, der die Folgen des Klimawandels am ehesten zu spüren bekommt, der Endverbraucher? Du und ich, die die Fahrzeuge fahren wollen, egal ob jetzt Verbrenner oder Eher oder wir, müssen uns umstellen. Wir müssen mehr Geld in die Hand nehmen. Und hier kommt eine Umfrage des Felddienstleisters Norstadt zum Einsatz, die ich jetzt hier zitieren möchte. Die hat nämlich diese Bereitschaft der Deutschen untersucht. ob man bereit ist, das Mobilitätsverhalten eben diesen geänderten Anforderungen anzupassen. Und das Ergebnis daraus lässt sich relativ einfach zusammenfassen. Klimaschutz, ja bitte, aber nicht, wenn es an den eigenen Geldbeutel geht. So zeigen sich die Deutschen durchaus offen für Maßnahmen, die das Klima schonen. Doch trotz dieser Offenheit stoßen natürlich auch hohe Spritpreise und steigende Steuern zur Erreichung der Klimaziele auf große Ablehnung. Das bedeutet, mehr als die Hälfte der Befragten widersprechen einem Anstieg der Benzinpreise, bei Steuererhöhungen sind es sogar fast zwei Drittel. Also klar, Klimaschutz wollen wir alle, was dafür tun dann doch eher weniger. Und im Hinblick auf die E-Mobilität ist zu sagen, dass die Zustimmung insbesondere für batterieelektrische Fahrzeuge doch sehr niedrig ausfällt. Rund die Hälfte der Befragten möchte nicht umsteigen. Dies geht einher mit einer als eher schlecht eingeschätzten Infrastruktur, insbesondere im ländlichen Raum. Demnach sehen nur 38% der Befragten das E-Auto als den Antrieb der Zukunft. 45% der Befragten werten den Stromer als unzuverlässig. Lediglich 16% der Befragten bewerten die Infrastruktur für E-Autos im ländlichen Raum als sehr gut. Sprich, auch wenn die E-Mobilität aus Sicht der Experten der einzige Weg ist, um den Klimawandel zu stoppen, bei den Befragten stößt dies derzeit noch nicht auf sonderlich viel Gegenliebe. Dahingegen fragt man die Bevölkerung direkt, was diese wollen, sprechen die sich eher für Wasserstofffahrzeuge als für batteriebetriebene E-Autos aus. So hat er die Ergebnisse einer Umfrage vom Spiegel. Rund 39% der Befragten sprachen sich dafür aus, Autos mit Brennstoffzellen dringend staatlich zu fördern, um die Verkehrswende voranzutreiben. Für batteriebetriebene E-Autos plädierten lediglich 14%. Besonders viele Fans hatten die Brennstoffzelle laut Spiegel bei Wählerinnen und Wählern von Union und FDP. Fast jeder zweite von ihnen wünscht sich Unterstützung für die Technik. Bei grünen Anhängern liegen Wasserstoff und Batterie am dichtesten beieinander, 28 zu 23%. Gegen E-Autos mit Batterien sprechen derzeit wohl die hohen Anschaffungskosten, das ist zumindest die Meinung von 63% der Befragten, sowie die geringe Zahl der Ladestationen, der Dauer des Ladens und der Reichweite der Fahrzeuge. 58% der Befragten, also damit auch deutlich mehr als die Hälfte, halten es für fraglich, ob E-Autos wirklich umweltfreundlicher sind als Verbrenner. Hier scheint es so, als ob die Politik sowie die Automobilhersteller selbst noch einiges an Aufklärung betreiben müssen. Wir vom elektroauto-news.net versuchen da natürlich auch unseren Teil täglich mit dazu beizutragen und hoffen, dass wir doch das ein oder andere Missverständnis aus dem Weg schaffen können. Eins können wir ganz klar machen, um die Diskussion Wasserstoff- oder Batteriebetrieb des E-Autos zu beenden. Einfach mal diese Zahlen wirken lassen. Die Effizienz des Wasserstoffantriebs liegt laut einer Auswertung von VW nur bei 25 bis 35 Prozent. Das Batterieauto kommt auf 70 bis 80 Prozent. Was nun die sinnvollere Technologie ist, scheint klar, oder? Also was mich interessieren würde, wie ist deine Meinung zum Klimawandel? Siehst du da auch eine gute bis sehr gute Möglichkeit, den hoffentlich durch den Einsatz von E-Autos zu stoppen? Und wie schaut es mit der eigenen Bereitschaft von dir aus? Bist du auch bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen, dass wir eine bessere Welt für unsere Nachkommen hinterlassen können und vielleicht auch schon für uns, je nachdem wie schnell wir da reagieren? Dir auf jeden Fall vielen Dank fürs Zuhören in die heute ja doch etwas andere Folge. Ich denke, nächste Woche werden wir wieder ein Interview mit am Start haben und freue mich, wenn du da dann wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.