Automobil-Berater: Perspektivwechsel als Chance für E-Mobilität nutzen

Im Gespräch mit Michael Schulz von NoBlaBla

Michael Schulz, ist mit seinem Unternehmen NoBlaBla als Automobil-Berater im Bereich Elektromobilität tätig. In diesem Geschäftsfeld bringt er vor allem Verkäufer:innen von Pkw die E-Mobilität näher. Denn erst, wenn diese für die E-Mobilität brennen, können diese auch mit Erfolg die Fahrzeuge der Marke verkaufen. So seine Überzeugung. Im Podcast haben wir uns über den notwendigen Perspektivwechsel auf die Mobilität ausgetauscht, sowie die Betrachtung der Frage, ob Plug-In-Hybride ein Wegbereiter für die E-Mobilität hätten sein können.

Er selbst habe sich zunächst für einen Plug-In-Hybriden entschieden, um mit der Technologie, der Reichweitenthematik sowie dem Laden eines elektrifizierten Fahrzeugs in Berührung zu kommen. All diese Themen existieren auch heute noch in der breiten Masse, könnten seiner Meinung nach abgebaut werden, wenn man den PHEV nutzen könnte, um sich an E-Mobilität heranzutasten.

Michael hätte daher lieber den Weg "justieren statt kürzen" für Prämie und Besteuerung der Teilzeitstromer gewählt. Insbesondere da er nun das Problem sieht, dass weniger Menschen an E-Mobilität herangeführt werden können. Denn der Wechsel der Perspektive hin zur E-Mobilität wird nicht mehr geboten für "Petrol-Heads". Es gibt nur noch die ein oder andere Technologie, ohne die Möglichkeit sich an das Thema heranzutasten.

Generell ist es eh schon ein schwieriges Thema von der ein auf die andere Seite zu blicken oder vice versa. Wird durch die Entwicklung am Markt aber nicht einfacher. Dabei wäre gerade der Perspektivwechsel von E-Mobilist hin zu Petrol Head als auch umgekehrt eine Bereicherung. Es ist eben keine Zeit in der es nur Schwarz oder Weiß gibt. Verschiedene Grautöne sind eben auch vorstellbar. Insbesondere da Michael einen Hauptteil der "Otto-Normalfahrer" in keinem der beiden Extreme sieht, sondern eher dazwischen.

Nun liegt es eigentlich an den beiden Extremen einen gemeinsamen Weg zu finden, um den Wandel der Mobilität voranzubringen. Wenn dies dann beispielsweise über Sound-Generatoren für den "Verbrenner-Sound" in Verbindung mit einem E-Auto funktioniert, wieso nicht. Kompromisse eingehen, Konsens finden und gemeinsam die Weiterentwicklung anstreben, wie Michael ausführt. Aber hör doch am besten selbst rein. Es lohnt sich!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Michael Schulz zu Gast, seines Zeichens Automobilconsultant im Bereich der E-Mobilität. Und wir haben uns gemeinsam über die Themen Plug-in-Hybride als Wegbereiter für die E-Mobilität, als auch das Thema Perspektivwechsel aus Sicht eines E-Mobilisten bzw. Petrolheads auf die E-Mobilität, den Wandel der Mobilität beschäftigt. Wir gehen direkt rein ins Gespräch, war recht unterhaltsam und kurzweilig, wie ich finde. Viel Spaß beim Zuhören. Servus Michael, vielen Dank, dass wir uns heute die Zeit nehmen können und uns ein wenig über das Thema E-Mobilität unterhalten. Vielleicht aus zwei anderen Blickwinkeln, wie man es bisher aus unserem Podcast gewohnt ist. Bevor wir da allerdings einsteigen, stell dich doch gerne mal selbst vor, was du machst und wie du mit der E-Mobilität in Berührung gekommen bist.

  3. Michael Schulz:

    Ja, hallo Sebastian. Schönen guten Morgen, darf man um die Uhrzeit ja noch sagen. Vielen Dank für die Möglichkeit. Ja, wie bin ich dazu gekommen? Also ich bin ja nun inzwischen gute 50 Jahre alt und tatsächlich... Seit meinem 16. Lebensjahr eng mit Autos verbunden und bin seitdem auch immer im Business drin. Und bei mir war es tatsächlich so, da ich auch bei BMW im Handel lange unterwegs war, dass ich 2013 mit i3 und i8 das erste Mal so richtig in Kontakt mit der E-Mobilität gekommen bin und total begeistert war. Sowohl von beiden Fahrzeugen, obwohl ich sagen muss vom i8 noch ein Stück mehr als vom i3, wenn ich zugeben muss. Aber insgesamt fand ich das sensationell. Das hat mich so begeistert, dass ich sogar überlegt habe, mich selbstständig zu machen zu diesem Zeitpunkt. Und zwar habe ich mir damals Tazari angeschaut und überlegt, ob dieser eigentlich coole kleine Elektrowagen nicht was für Stadt wäre und Vertriebspotenzial hätte. Und habe mich auch damals mit... einigen E-Mobilisten unterhalten, die in Sachen E-Bikes und so damals schon unterwegs waren. Aber ich muss zugestehen, das war mir damals tatsächlich noch zu riskant. Und ich habe dann auch davon erstmal Abstand genommen. Und es zeigte sich ja auch, selbst für BMW, dass das nicht so einfach war in der Zwischenzeit. Und der nächste Schritt war dann tatsächlich... als es klar war, dass die E-Mobilität kommen wird und auch bessere Chancen als je zuvor hat, natürlich mit allen Rahmenparametern, dass ich dann tatsächlich auch... meinem Kunden sozusagen gesagt habe, wir bräuchten ein Consulting für den Automobilhandel, denn die müssen darauf vorbereitet werden. Und dementsprechend habe ich halt ein weltweites Sales Consulting für Elektromobilität erstellt, das dann seit 2019 halt umgesetzt wird. Und daher kenne ich halt diverse Perspektiven. Und das war auch so ein bisschen der Grund, warum ich vielleicht auch teilweise anders argumentiere als die, ich sage mal, reinen E-Mobilisten.

  4. Sebastian:

    Was ja aber auch gar nicht so verkehrt ist, wenn man da unterschiedliche Blickwinkel einnimmt. Wir hatten das im Vorgespräch oder auch per E-Mail hatten wir das ja geführt sozusagen, das Thema verpasste Chance Hybrid, Hybridfahrzeuge sozusagen, wo du ja eigentlich der Meinung bist, dass das eben... Ja, eine verpasste Chance ist sozusagen, um da Fuß zu fassen, wohingegen die in Anführungsstrichen reinen E-Mobilisten ja doch der klaren Meinung sind, dass gerade Plug-in-Hybride oder die Hybride an sich ja eher vertane Ressourcen dann sozusagen auch sind. Vielleicht kannst du mal deine Meinung zu diesem Standpunkt ein Stück weit ausführen.

  5. Michael Schulz:

    Das, was du beschrieben hast, habe ich wirklich in den letzten Jahren genauso erlebt. Und ich sage, es ist eine verpasste Chance, weil... Wir haben ja schließlich einen extremen Wandel, den wir in relativ kurzer Zeit vollziehen sollen, vollziehen müssen, vollziehen wollen. Ich meine, wir haben über 100 Jahre mehr oder minder Verbrennerstrukturen aufgebaut, von den Produkten über die Peripherie etc. Und das in drei oder 13 Jahren komplett auf links zu drehen, inklusive dem Mindset von Menschen, die ja nun mal auch Gewohnheitstiere sind, Das halte ich für eine verdammt große Aufgabe und die kann nur gemeinsam gelingen und die kann nur in der gesamten Strategie gelingen. Und deswegen sage ich, der Hybrid, also ich rede auch speziell vom Plug-in-Hybrid, ist für mich das, ich habe es auch selbst erlebt, das genialste Fahrzeug als Wandel zwischen Verbrenner und Elektro. Die ganzen kritischen Äußerungen zu Elektromobilität, die von den Verbrennerbefürwortern sozusagen kommen oder von den Unschlüssigen kommen, die sind ja nicht einfach mal von der Hand zu weisen. Also egal, es gibt halt Reichweitenängste, es gibt halt... Das mag für den einen oder anderen Selbstmotivierten überhaupt kein Thema sein, aber wenn man die Brille des anderen aufnimmt, dann muss man verstehen, dass da durchaus Respekt vor ist, aber es ist gar nicht so groß die Angst. Aber wenn ich jetzt überlege, du gibst jemandem die Chance und sagst, okay, ich habe es verstanden, wir machen jetzt quasi einen Zwischenstep, du bekommst jetzt erstmal einen Plug-in-Hybrid, dann kannst du Dich mit Reichweitenangst brauchst du dich gar nicht beschäftigen, weil du kannst immer noch Benzin tanken und du hast zwar eine kleinere Elektro-Reichweite, aber nutz die doch maximal in irgendeiner Form, wenn du in der Stadt unterwegs bist. Lerne das Laden kennen, egal ob zu Hause, egal ob öffentlich etc. Gewöhne dich daran. Und das ist das, was ich bei denen gesehen habe, die das bewusst gemacht haben. Teilweise auch, da komme ich gleich noch zu, zu den Dienstwagenprivilegien, die auch beschimpft worden sind und ganz schnell abgeschafft werden müssen und so weiter. Also ich habe ganz oft gesehen, dass überzeugte Verbrennerfahrer, aufgrund der Dienstwagen-Thematik zum Beispiel, sich gesagt haben, na klar, das nehme ich mit das Geld, sparsam, das Kabel kannst du schön original verpackt hinten drin lassen, das werde ich nie brauchen. Dann haben sie sich trotzdem damit beschäftigt und siehe da, es hat ihnen gefallen. Sie haben gesehen, dass ihr Verbrauch deutlich runtergeht. Alles, was damit zu tun hat, wurde plötzlich viel klarer. Und so ist es eigentlich eine Übergangslösung, die, wenn man sie viel strukturierter hätte aufgebaut und eine echte Strategie dahinter gehabt hätte, ich denke, viel mehr Menschen abgeholt hätte in diesem Bereich. Und das ist nicht passiert. Es ist leider, so wie du es eben gesagt hast, ich war in In sehr vielen E-Mobilitätsforen, in sehr vielen Gruppen, was ich mir da als Hybridfahrer anhören durfte, Ladesäulenblockierer waren auch das harmloseste. Im Endeffekt war ich genauso wie die Verbrennerfahrer schuld für den Untergang der Welt. Es war kein Zugang zu bekommen. Es wurde sofort gegengefeuert. Und da kommen wir gleich nochmal sicherlich zum Perspektivwechsel. Und deswegen sage ich, es wäre eine tolle Übergangslösung gewesen, Leute abzuholen, sie Erfahrungen sammeln zu lassen. Und dann eben in dieser Zeit, wo das passiert, gehen wir mal davon aus, ein Auto hat zehn Jahre Haltedauer. was in zehn Jahren in Sachen Ladeinfrastruktur und so weiter geschaffen werden kann, das sieht man ja jetzt schon in den letzten drei Jahren, dann hätte man die ganzen Diskussionen auch nicht mehr, die wir im Moment führen. Und das führt im Moment leider zu sehr zu Grabenkämpfen und weniger zu einem gemeinsamen Konsens, wo wir hin sollen, wollen und müssen.

  6. Sebastian:

    Ja, hast du glaube ich ganz gut ausgeführt, so deine Standpunkte sozusagen, wenn man das denn aus dieser Brille auch sieht oder sehen kann. Jetzt hast du ja gesagt, dieser strukturierte Aufbau hat da irgendwo gefehlt, dieser rote Faden würde ich ihn jetzt mal nennen. Magst du das vielleicht mal ausführen oder wo der deiner Meinung nach platziert gewesen wäre? Hätte man den jetzt eher bei den Automobilherstellern gesehen, hätte das jetzt mehr durch die Regierung kommen müssen? Hätte man die Fahrer, Fahrerinnen an sich noch ein Stück weit mehr mit abholen, intensivieren oder... müssen, dass die davon auch profitieren, das dann auch tatsächlich nutzen. Also ist ja einfach gesagt, aber wie hätte man das machen können, auch wenn es jetzt ein Stück weit zu spät ist eigentlich?

  7. Michael Schulz:

    Ja, also ich denke tatsächlich, dass so wie es angegangen worden ist, war es nicht richtig. Also diese Dienstwagenbesteuerung, alles was damit zu tun zum Beispiel hat, auch die Fördermaßnahmen und so weiter, waren sehr oberflächlich und ich muss mit Verlaub sagen, Da waren eben auch Entscheider dran, die teilweise, glaube ich, auch keine Ahnung von E-Mobilität hatten. Wie auch? Weil wer hat schon Erfahrungen in der breiten Masse mit E-Mobilität? Das erlebe ich jeden Tag, selbst bei Herstellern. Das ist eben auch etwas, was man erst erfahren muss, wo man Erfahrungen sammeln muss. Und diese Förderung zum Beispiel, ich nehme nur mal dieses durchaus zurecht, ich möchte nicht sagen verteufelte, aber zu Recht in den Fokus gerückte Dienstwagenbesteuerung und was alles damit zu tun hat. Du kennst das alles in den Diskussionen. Das Ladekabel liegt noch original verpackt nach drei Jahren, nach dem Leasingende im Auto. Alleine das ist eben falsch angegangen worden. Die Fuhrparks waren überhaupt nicht vorbereiteter drauf. Ich habe jetzt noch Diskussionen über Fuhrpark-Policies, die sich jetzt damit beschäftigen, wie sie denn aussehen könnten. Die meisten Förderungen sind entweder schon gekürzt oder gehen zurück oder werden ganz gestrichen. Und als das wirklich ein entscheidender Zeitpunkt war, lag nichts vor. Das heißt, man hat sich gedacht, naja prima, dann können jetzt die anderen Fahrzeuge bestellt werden, dann haben unsere User, Fahrer eine günstige Versteuerung, toll, nehmen wir mit. Es war keine Ladeinfrastruktur vorhanden, man wusste nicht, wie man mit Charging umgeht, man wusste nicht, wie tatsächlich die Abrechnungen funktionieren, Steuerrecht, da war so viel nicht bekannt und man hat ihnen auch nichts an die Hand gegeben im Endeffekt und ich habe gesehen, wie Dienstwagenfahrer, und mit Verlaub, das ist menschlich, sie haben gesehen, ich komme günstiger die nächsten drei Jahre davon, haben sich dann die Fahrzeuge geholt und vielen war wirklich völlig Latte, ob da elektrisch geladen werden kann oder nicht. Viele sind wirklich rein mit Benzin gefahren und haben sich dann aber auch noch gewundert, dass sie einen hohen Verbrauch haben. Ich habe gesehen und ich habe die Diskussion selbst mit meinen damaligen Consultants geführt. Die wollten natürlich auch davon partizipieren. Da habe ich gesagt, liebe Leute, ihr fahrt 50.000 Kilometer im Jahr und das wollt ihr mit einem Hybrid fahren. Da reicht das mit dem Elektromotor nicht. Da seid ihr ganz schnell bei Verbräuchen von 12, 13 Liter, als wären wir in den 90er Jahren. Das kann ich mir einfach nicht leisten. Das geht nicht. Das wurde nicht reflektiert. Es wurde ihnen auch nicht an die Hand gegeben. Das sind ziemlich aktionistische Taten gewesen, wie wir es leider des Öfteren haben, ohne die Basic. Die wurden dann immer mehr erarbeitet, aber jetzt natürlich durch andere Impacts noch schnell gekürzt. Und da hätte man, glaube ich, einfach nicht kürzen sollen, sondern man hätte justieren sollen. Aber die öffentliche Wahrnehmung, auch viele der E-Mobilisten, viele Medien usw. hatten sich dann inzwischen so dermaßen darauf eingeschossen, dass das eben, tja, eigentlich gegessen war, das Thema.

  8. Sebastian:

    Ja, ich denke, es ist halt auch schwierig. So wie du sagst, die Fahrer haben an sich in Anführungsstrichen nur die eigenen Vorteile gesehen in dem Sinne von einer günstigeren Besteuerung. Ist ja schön, wenn der Vorteil damit herkommt, aber dann hätte man das ja vielleicht auch ein Stück weit koppeln müssen an eine prozentuale Fahrtanteil elektrisch sozusagen. Das wäre vielleicht ein Lösungsansatz gewesen. Wie siehst du das?

  9. Michael Schulz:

    Absolut. Also ich kann ja von mir und ich für mich, ich möchte im Prinzip auch Selbsterfahrung sammeln. Und es war tatsächlich der Zeitpunkt Fahrzeugwechsel, dass ich auch auf ein Hybrid gegangen bin, weil ich auch erst mal diese Übergangslösung haben wollte, weil ich auch nicht zu 100 Prozent in meinem Fahrprofil davon überzeugt war, ob dieses Auto als kompletter EV für mich ausreichen würde. Und deswegen habe ich mich auch damit beschäftigt und ich bin halt aus... Selbstmotivation maximal elektrisch gefahren, habe gesehen, wie super das eigentlich auch mit der relativ geringen E-Reichweite dann halt auch schon funktioniert und habe dann aber auch gesagt, prima, der nächste Schritt könnte auch voll elektrisch sein, weil mein Fahrprofil etc. würde dazu passen, aber Wirklich, und ich habe es bei einigen gesehen, man hätte genauso, wie du es gesagt hast, die Förderung eben an der Nutzung der E-Mobilität und des Elektromotors halt koppeln können. Und da gibt es halt Beispiele und da gibt es die Fuhrparkleiter, die ja im Endeffekt, wenn sie ein gutes Controlling haben, ja auch anhand der Tankrechnungen etc. sehen können, ob es genutzt wird oder nicht. Was sie leider mehrheitlich gesehen haben, war, dass ihre Tankkosten plötzlich explodiert sind, weil eben nicht mehr der Diesel gefahren worden ist, sondern es ist der Hybrid gefahren worden, der einen deutlich höheren Verbrauch hatte. Und damit sind die Kosten nach oben geschnellt, auch die Umweltbelastung ist nach oben geschnellt, was natürlich Wahnsinn ist. Aber wenn man es gekoppelt hätte und von vornherein gesagt hätte, okay, du kannst diese Versteuerung, du kannst dieses Auto haben, aber Voraussetzung ist maximale Nutzung. Das können wir hier kontrollen und dann werden wir auch darauf achten. Das muss eben klar sein. Dann wäre der eine oder andere vielleicht nicht auf das Fahrzeug gestiegen. Ja, mag sein, aber ich glaube, dann hätten wir diese ganzen Diskussionen nicht führen müssen und dann hätten wir vielleicht jetzt noch eine Chance, diese Übergangstechnologie ein wenig zu pushen. Ich befürchte tatsächlich jetzt auch mit dem Wegfall der... der Förderungen, dass das einen ziemlichen Impact haben wird und zwar nicht zum Vorteil der Elektromobilität.

  10. Sebastian:

    Ja, davon gehe ich auch aus. Zum einen, klar, für Plug-in-Hybride, die werden jetzt irrelevanter oder nicht mehr so ganz relevant, weil sie eben auch preislich dann nicht mehr so interessant sind. Vor allem, wenn dann auch dieser Dienstwagenvorteil, Dienstwagenbesteuerung wegfällt oder wieder normalisiert wird, in Anführungsstrichen, je nachdem, wie man das jetzt deuten möchte. dass wir das Ganze ein Stück weit beschränken, aber auch bei den Elektroautos in der Anschaffung, wo wir dann auf einmal höhere Anschaffungskosten haben und die gefühlt drei Jahre, nachdem man das erste Mal von E-Autos in der Masse gehört hat sozusagen. Und das ist ja vielleicht das Thema, wo wir auch diesen Perspektivwechsel mal anstoßen können, den du ja auch angesprochen hast, dass es da auch unterschiedliche Sichtweisen darauf gibt dann.

  11. Michael Schulz:

    Ja, absolut. Vielleicht nur eine Ergänzung noch, weil das kam tatsächlich heute auch in der LinkedIn-Diskussion. Ich möchte es kurz, weil es passt sehr gut auch zu diesem Thema. Wir sollten aus meiner Sicht eben auch gerade, weil die Förderungen runtergehen, ich sehe in den ganzen Beiträgen immer diesen Fokus auf, das E-Auto ist günstiger. Das mag am Anfang mit Förderungen etc. ja auch alles sein, weil natürlich auch die Preise etwas höher sind, aber Ich arbeite gerade an der Justierung meiner Consultings und ganz klare Sache, wenn wir immer nur den Fokus Kosten für den User und den Fahrer drin haben, dann vertun wir die anderen Chancen, die dabei sind und wir bringen die Leute immer nur den Vergleich zu machen zwischen Diesel und Elektro und so weiter. Irgendwann, aus meiner Sicht, wird elektromobiles Fahren genauso teuer sein, wie jetzt das Fahren mit Benzinern, weil wenn kein Speichermobil Sprit mehr verkauft wird, auf den ja ein ordentlicher Steuersatz drauf ist in Sachen Finanzamt, dann muss das ja irgendwo anders herkommen. Das heißt also, wir sollten die anderen Vorteile der Elektromobilität in den Vordergrund stellen und wenn es dann im Endeffekt noch in irgendeiner Form günstiger ist für eine Zeit, dann ist das ein Add-on, aber das ist nicht der zentrale Punkt der Elektromobilität.

  12. Sebastian:

    Ja, kann man erstmal so zustimmen.

  13. Michael Schulz:

    Das wollte ich, weil das gerade in der Diskussion bei LinkedIn unter anderem drauf ist, aber da ist auch der Perspektivwechsel, den du eben genannt hast, ähm, der auch mit den... Lass mich mit Verlaub sagen... dieses Gefühl der Missionierer in der Elektromobilität. Also ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich habe halt oft das Gefühl, wenn ich mir Beiträge etc. angucke, dass viele, die sich in diesem Bereich jetzt etabliert haben, schon seit langer Zeit oder etablieren wollen, weil es natürlich auch ein Riesenmarkt und ein Riesengeschäft ist, das dürfen wir natürlich auch nicht vergessen, dass da aber oft, ich habe das Gefühl, als würde, ja wie soll ich sagen, als würde wären da Missioniere unterwegs, die den Teufel austreiben möchten, nämlich den Verbrenner austreiben möchten und genau so agieren. Also tatsächlich alles, was in irgendeiner Form... gegen E-Mobilität spricht in Beiträgen, ist sofort Fake News, ist sofort widerlegbar, kann alles nicht sein. Da kommen kaum Diskussionen zustande und da ist es auch schwierig, in den Austausch zu kommen. Deswegen bin ich auch froh über so eine Plattform, wo wir dann darüber reden können und auch die verschiedenen Perspektiven uns mal angucken. Denn ich habe wirklich auch manchmal das Gefühl, dass egal ob unbewusst oder bewusst die Konfrontation gesucht wird. Und das Gleiche gilt im selben Maße für die Petrolheads. Und in der Wahrnehmung sind die, ich sag mal, reinen E-Mobilisten, die Missionierer, Genauso wie die Petrolheads, die Konservativen, eigentlich die Minderheit. Die große Mehrheit ist irgendwo dazwischen und hat überhaupt kein Problem zu wechseln. Aber sie sehen natürlich diese Grabenkämpfe und irgendwann werden sie sich für eine Richtung entscheiden. Und das ist schade, weil eigentlich müssen wir die große breite Masse abholen. Und da hilft es nur, wenn wir Lösungen gemeinsam finden und wenn wir eben tatsächlich die ganze Zeit auf Konfrontation und Eskalation gehen, bringt das eben nichts. Ich nehme mal nur ein Beispiel, Soundgeneratoren, E-Autos, habe ich gestern noch eine Diskussion dazu gehabt. ich finde das doof, ich brauche das nicht, ich finde das ist Krach und so weiter und so fort. Das sind die Dinge, die, wenn es um diese Soundgeneratoren geht, sofort rausgehauen werden. Und das kann ich auch nachvollziehen. Ich bin mir sicher, dass da Leute draußen sind, die das genau so empfinden. Aber über Jahrzehnte ist eben diese Emotion und diese Lust alleine mit Sounds... Existent. Ich meine, ich war jetzt auf der Essener Motorshow, hast du ja gesehen. Ich meine, 300.000 Leute gehen da hin. Für die ist das eben nicht doof, kein Krach etc. Ich kann sie also nicht einfach abbügeln nach dem Motto, das ist alles doof und ihr kriegt das demnächst nicht mehr, sondern ich muss mir doch überlegen. Warum ticken die so? Brauchen die das tatsächlich? Und wo ist denn da die Kompromisslösung im Endeffekt? Zum Beispiel bei den Soundgeneratoren. Warum nicht die Fahrzeuge ähnlich wie es jetzt ist? Fiat mit dem ABBA zum Beispiel gemacht hat, einen Soundgenerator rein. Der ist optional. Wenn ich ihn nicht haben will, brauche ich ihn nicht bestellen. Wenn ich ihn bestelle, kann ich ihn ausschalten. Und gleichzeitig kombinieren wir das aber halt auch mit Regelungen, wie in innerstädtischem Verkehr dürfen diese Soundgeneratoren nicht angemacht werden. Aber wenn man dann halt auf der Landstraße ist und wenn man dann eben auf der Autobahn ist und man braucht das, man möchte das haben und es simuliert den Sound, Warum nicht? Es tut keinem weh, sozusagen. Aber es hilft im Endeffekt, die Skeptiker, die nicht überzeugen, vielleicht sogar Petrolheads, davon zu überzeugen, doch dem Wechsel eine Chance zu geben. Nur wenn ich sie immer abkanzle, dass das alles Quatsch ist, ja, dann... Warten die ja nicht darauf und sagen, ja, okay, du hast ja vollkommen recht. Ich habe schon mein Leben lang ein falsches Weltbild gehabt, sondern ich ändere mich jetzt. Nein, die gehen in den Gegenangriff. Die werden halt noch konservativer. Und das wollen wir doch nicht. Wir wollen doch aufeinander zugehen. Und das ist nur ein kleines Beispiel. Mehrere davon gibt es eben auch. Und deswegen mein Appell an alle, die in Elektromobilität unterwegs sind, akzeptieren und respektieren der anderen Meinung, der anderen Sichtweise, genauso wie es die anderen auch machen sollten, davon mal abgesehen, und dann an den gemeinsamen Tisch setzen und sagen, wo sind die Lösungen dazu.

  14. Sebastian:

    Grundsätzlich erstmal vollkommen richtig und auch dieser Perspektivwechsel, wie du ihn angesprochen und ausgeführt hast, gerade der Abad, wäre mir da auch als Beispiel eingefallen, durchaus sinnvoll. Es muss allerdings gelebt werden und es kann jetzt nicht nur von der einen oder anderen Seite kommen, es muss halt gemeinsam kommen. Aber da sind wir halt auch wieder bei dem Faktor Mensch, der vieles richtig macht, aber auch vieles verkehrt machen kann. Und wenn du da halt nicht offen dafür bist oder deine Denkweise jetzt hast oder auch vielleicht von unserer Seite aus die, dass man sagen kann, okay, es können ja auch Meinungen was weiß ich, Technologien koexistieren. Und es muss ja gar nicht richtig oder falsch oder schwarz und weiß sein. Es gibt ja auch immer noch diesen Graubereich dazwischen. Wird es halt auch verdammt schwierig, da, glaube ich, diesen Perspektivwechsel auf beiden Seiten herbeizuführen?

  15. Michael Schulz:

    Absolut. Aber ich denke, wenn wir alle gemeinsam die Kanäle, die wir zur Verfügung haben, ich meine, guck alleine diesen Podcast, schau dir unsere LinkedIn-Beiträge an, schau dir die Forenbeiträge an und so weiter. Wenn immer mehr... das akzeptieren auf beiden Seiten, das akzeptieren und anstelle wieder die Schritte auseinander zu gehen, die Schritte gemeinsam zusammenfinden, dann glaube ich, haben wir eine gute Chance. Und dann sollten wir eben auch, also ich werde nicht müde, ehrlich gesagt, in meinen LinkedIn-Beiträgen und auch in den Diskussionen dann immer darauf hinzuweisen, was im Prinzip passiert, wenn ich dies sage, was ich denn da für eine Reaktion erwarte und was dann halt kommt und das auf einer sachlichen Ebene. Wir müssen eben in der Diskussion auf einer Sachebene bleiben und wir rutschen eben menschlicherweise, auch gerade in diesen kleinen Zeilen, die wir in LinkedIn etc. haben, ganz schnell, bewusst oder unbewusst, auf persönliche Äußerungen, die den anderen sofort als Angriff Als Angriff gewertet werden. Also wenn ich in eine Diskussion schon reinschreibe, mein erster Satz ist, das ist Krach. Dann habe ich im Endeffekt schon eine persönliche Wertung und Abwertung dem anderen gegenüber. Genauso wie der andere sagt, ja... Dein Elektroauto ist ja im Endeffekt nur was für die Kirmes. Ich meine, da wird der Elektromobilist nicht sagen, hey, pepura, sondern auch der wird in Gegenangriff gehen. Wir müssen in unserer Kommunikation arbeiten, was wir in Sachen Social Media halt auch nicht gelernt haben, sondern da versuchen wir so schnell wie möglich was reinzuhauen. Und wir sollten da bewusst damit umgehen und überlegen, welche Wirkung haben unsere Äußerungen. Denn im Endeffekt sitzen wir da gemeinsam in einem Boot und egal, welche Seite sozusagen existiert, Sie wird nie 100 Prozent in irgendeiner Form durchkommen. Wir müssen mit Kompromissen und Konsens arbeiten und leben, weil wir sind schließlich in der Marktwirtschaft und wir sind schließlich in der Demokratie und dementsprechend bedarf es dem wieder. Und das vermisse ich in der Diskussion unter anderem bei Elektromobilität, auch bei den Petrolheads und so weiter total.

  16. Sebastian:

    Ja, kann man zustimmen und vielen Dank für die Zusammenfassung. Ich glaube, Kompromisse und Konsens finden, eingehen und sich dazu verpflichten, das ist so die Grundersenz, worauf man das dann doch zurückführen kann, dass E-Mobilität ein Erfolg werden kann, dass die Verbrenner aber auch nicht außen vor bleiben, sondern dass eben ein gewisser Übergang auch, zielgerichtet durchgeführt werden kann, ohne dass der eine oder andere dann sich bevormundet fühlt, was ja auch immer nochmal so ein Gefühl ist, wenn man dann sagt, hier, du musst jetzt E-Auto fahren und das ist das Richtige, sondern einfach so, wie du es ja auch genannt hast, die Vorzüge dann vorbringen, um dann eben auch den anderen auf die eigene Seite sozusagen zu holen. Und wir haben da jetzt natürlich einen gewissen Zeitdruck, Stichwort Klimawandel, Klimakrise, aber es muss ja und wird auch nicht von heute auf morgen geschehen. Da brauchen wir einfach ein Stück weit Zeit dafür.

  17. Michael Schulz:

    Absolut. Ich meine, du hast es genannt. Aus meiner Sicht, der Klimawandel kommt. Den werden wir nicht mehr aufhalten. Wir müssen uns mit beschäftigen, wie wir ihn für alle Beteiligten lösen. Also sprich gerade für diejenigen, die am meisten davon betroffen werden, also andere Länder, die ganz krass davon betroffen werden. Da müssen wir jetzt Lösungen für schaffen. Gleichzeitig müssen wir daran arbeiten, dass wir natürlich Emissionen und so weiter optimieren, dass wir auch vielleicht den einen oder anderen Verzicht üben. Das gehört sicherlich auch dazu. Aber das geht eben auch nur gemeinsam. Und wir müssen immer bedenken, dass auf Aktion Reaktion folgt. Und je krasser die eine Aktion ist, desto krasser wird die andere Reaktion werden. Und das ist aus meiner Sicht kontraproduktiv. Und da müssen wir einfach... Und ich bin da total froh drüber, auch zum Beispiel in unserem Kontakt, auch mit anderen jetzt auch... Ich versuche das immer offen zu halten, dass ich persönlich auch nicht in einer Blase sozusagen bin, mit Leuten mich nur umgebe, die nur meiner Meinung sind. Nein, um Gottes Willen, wir müssen uns mit Leuten umgeben, die eben auch nicht unserer Meinung sind, um dann gemeinsam eine Lösung zu finden und uns auszutauschen. Und das gelingt, wenn du in den Diskurs miteinander gehst und eben Chancen bietest. Und deswegen finde ich sowas wie diese Podcasts hier eine super Gelegenheit, da auch mal sich selbst zu hinterfragen und zu sagen, okay, was kann ich denn in die Richtung tun?

  18. Sebastian:

    Schöne Schlussworte aus meiner Sicht. Vielen Dank für deine Zeit, Michael, dass wir uns hier zusammengefunden haben, eben auch diesen Perspektivwechsel mal angedacht haben, besprochen haben, Aussicht der Immobilisten, Aussicht der Petrolheads sozusagen und schauen wir, wohin die Diskussion auf Grundlage der aktuellen Podcast-Folge dann auch führt.

  19. Michael Schulz:

    Vielen Dank, Sebastian, für die Zeit und ich drücke uns allen die Daumen.

  20. Sebastian:

    Perspektivwechsel war das Motto der Folge, indem man auch einmal als E-Mobilist auf die andere Seite des Petrelhead schaut oder umgekehrt, um dann gemeinsam eben einen Konsens zu finden auf dem Weg zur grünen, nachhaltigen Mobilität. Ich fand es äußerst interessant, das Gedankenspiel von Michael aufzugreifen, ein Stück weit zu vertiefen und ja hoffentlich auch unsere Denkweise ein Stück weit zu erweitern. Dir vielen Dank fürs Zuhören bei der aktuellen Folge. Würde mich freuen, wenn du kommende Woche wieder einschaltest, wenn die nächste Folge des Elektronik-News-Podcasts online geht. Bis dahin kannst du uns gerne noch eine positive Bewertung bei iTunes, Spotify und Co. hinterlassen. Und dann bleibt mir auch nicht mehr viel zu sagen, außer vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.