Eon erklärt: Was Smart Meter wirklich bringen

Im Gespräch mit Elisabeth Breuer, Senior Vice President Product & Pricing Eon Energie Deutschland

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich die Gelegenheit, mit Elisabeth Breuer zu sprechen. Sie ist Senior Vice President Product & Pricing bei Eon Energie Deutschland und kennt sich bestens mit dem Thema Smart Meter und flexiblen Stromtarifen aus. Wir haben über die Herausforderungen, Chancen und die Rolle intelligenter Stromzähler in der Energiewende gesprochen.

Smart Meter sind im Prinzip moderne Stromzähler, die nicht nur den Verbrauch digital erfassen, sondern diese Daten auch übermitteln können. Damit schaffen sie Transparenz über den eigenen Stromverbrauch und ermöglichen es, diesen gezielt zu steuern. Wie Elisabeth erklärte, sind sie die Voraussetzung für flexible Stromtarife, die es Kunden ermöglichen, von schwankenden Strompreisen zu profitieren. Besonders für Haushalte mit Photovoltaikanlagen, Elektroautos oder Speichern bieten Smart Meter entscheidende Vorteile.

Ein zentrales Thema war der Smart-Meter-Rollout, der in Deutschland nur schleppend vorankommt. "Deutschland hängt da ganz klar hinterher in Europa", stellte Elisabeth fest. Hohe Datenschutzanforderungen haben den Einbau verzögert, und aktuell sind nur rund fünf Prozent der Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet. Zwar ist der verpflichtende Rollout seit dem 1. Januar 2025 neu gestartet, doch bis 2032 sollen erst 90 Prozent der relevanten Haushalte versorgt sein. Wer nicht warten möchte, kann jedoch über Anbieter wie Eon einen Zählereinbau auf Kundenwunsch veranlassen.

Die Vorteile eines Smart Meters sind klar: "Ich kann meinen Stromverbrauch in Echtzeit verfolgen, gezielt steuern und damit bares Geld sparen", so Elisabeth. Besonders spannend wird das in Verbindung mit dynamischen Tarifen, bei denen die Strompreise täglich schwanken. Kunden können dann ihren Verbrauch gezielt in günstige Zeiten verlegen. Doch nicht jeder möchte sich täglich mit Marktpreisen auseinandersetzen. Daher bietet Eon mit den "Home & Drive"-Tarifen eine Alternative an. "Wir übernehmen die Steuerung der Ladevorgänge und optimieren sie automatisch auf die günstigsten Zeiträume", erklärte Elisabeth. Kunden erhalten dafür eine feste monatliche Gutschrift von bis zu 20 Euro, was jährlich 240 Euro Ersparnis ausmachen kann.

Ein besonders spannender Punkt unseres Gesprächs war die Rolle von Elektroautos als dezentrale Speicher. "Wenn wir die Batterien von Elektroautos intelligent ins Netz integrieren, haben wir eine riesige virtuelle Batterie, die zur Stabilität beiträgt", so Elisabeth. Schon heute könnten die in Deutschland zugelassenen Elektrofahrzeuge rechnerisch 1,75 Millionen Haushalte für zwölf Stunden mit Energie versorgen. Diese Flexibilität hilft nicht nur der Energiewende, sondern spart den Nutzern auch bares Geld.

Unser Fazit: Smart Meter sind ein Schlüssel für die Zukunft des Energiemarkts. Sie schaffen Transparenz, ermöglichen Einsparungen und tragen zur Stabilität der Netze bei. Wer also in Zukunft günstiger und nachhaltiger Strom nutzen will, sollte sich mit dem Thema befassen. Nun aber genug der Vorworte – lasst uns direkt ins Gespräch einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einem neuen Friselektor Auto News ProNet Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge unterhalte ich mich mit Elisabeth Breuer von E.ON über das Thema Smart Meter, Flexible Tarife und welchen Einfluss diese eben auf die Energiewende in Deutschland bzw. global nehmen können. Am besten gehen wir direkt rein ins Gespräch mit Elisabeth und erfahren mehr über das Thema. Hi Elisabeth, vielen Dank, dass du heute bei uns im Podcast zu Gast bist und uns mich ein bisschen aufklärst über das Thema Smart Meter und flexible Stromtarife. Bevor wir da allerdings einsteigen, stell dich doch gerne mal selbst unseren ZuhörerInnen vor und verliere ein paar Worte über E.ON, deinen Arbeitgeber, für den du hier auch sprichst.

  3. Elisabeth Breuer:

    Ja, hallo Sebastian. Vielen Dank für die Einladung. Freut mich sehr, dass wir uns zu dem Thema austauschen können, das mich jetzt einige Zeit schon begleitet und unglaublich spannend ist aus meiner Sicht. Mein Name ist Elisabeth Breuer. Ich bin 46 Jahre alt, Mutter von zwei wunderbaren Töchtern. Und ich habe seit knapp zwei Jahren die Ehre, bei der E.ON Energie Deutschland den Bereich Produkte und Preise zu leiten. Bin also für unser ganzes Produktportfolio in Deutschland zuständig. Die E.ON Energie Deutschland ist die deutsche Vertriebsgesellschaft des E.ON-Konzerns, den die meisten sicherlich kennen werden als einen der höheren Energieanbieter in Europa. Die E.ON Energie Deutschland hat ungefähr 6.000 Mitarbeiter und wir sind dafür zuständig, möglichst viele Menschen in Deutschland mit Strom und Erdgas zu versorgen, zu fairen Preisen und natürlich gerne auch als Energiewendeprodukt, wie wir es immer nennen. Das heißt, wir versuchen wirklich jedem Kunden seinen nächsten Schritt in der persönlichen Energiewende zu ermöglichen. Und da kommen jetzt eben zu den klassischen Strom- und Erdgastarifen neuerdings auch ganz neue Möglichkeiten dazu. Und das ist, glaube ich, der Grund, warum wir heute hier zusammensitzen.

  4. Sebastian:

    Ja, definitiv ist er das. Und genau diese flexiblen Tarife, auf die wir später zu sprechen kommen, sind der Anlass hierfür, der sowohl für den normalen Haushalt als auch den Haushalt mit einem E-Auto oder mehreren E-Autos vollkommen Sinn ergibt. Da gehen wir auch noch drauf ein. Aber damit man das eben nutzen kann, gibt es ja einen wichtigen Baustein, der Smart Meter. Kannst du da uns und Zuhörerinnen mal erklären, was sich dahinter verbirgt und was es damit auf sich hat?

  5. Elisabeth Breuer:

    Sehr, sehr gerne. Genau, der Smart Meter, zu deutsch auch das intelligente Messsystem genannt, ist eigentlich eine neue Version von dem, was alle schon immer in ihren Kellern gekannt haben, nämlich ihrem Stromzähler. Der sah ganz früher, die meisten von uns werden sich noch erinnern können oder haben vielleicht sogar noch so einen analogen Ferrarizzähler, so aus, dass sich da wirklich die Nümmerchen gedreht haben. Das ist also wirklich der Drehstromzähler gewesen, der eben mitläuft, während der Haushalt Strom verbraucht. Und am Ende des Jahres konnte man dann ablesen, wie hoch der Stromverbrauch war. Aber das war halt wirklich ein ganz analoges System. Viele Kunden haben mittlerweile auch eine sogenannte moderne Messeinrichtung verbaut. Die ist das Gleiche eigentlich wie der ganz klassische Drehstromzähler, aber in einer digitalen Version. Das heißt, da sehe ich meinen Stromverbrauch jederzeit in einer digitalen Anzeige. Das ist aber noch nicht der Smart Meter, denn dieser moderne Messeinrichtungszähler, der ist, wie wir sagen würden, auch leider ein bisschen dumm. Das heißt, er zählt die ganze Zeit mit, aber er übermittelt die Daten nicht. und kann auch in keiner Weise eine Transparenz schaffen über den Stromverbrauch, außer man kombiniert ihn mit zum Beispiel einem Hardwaregerät, mit dem laufend dann die entsprechenden Stromverbräuche ausgelesen werden. Das bieten wir bei uns über das Smart Control System an. Dadurch kann man sich zumindest schon mal eine gute Transparenz über seinen Stromverbrauch verschaffen. und dann entsprechend auch reagieren und Effizienz steigern. Aber richtig intelligent wird es halt dann, wie der Name schon sagt, mit dem intelligenten Messsystem, mit dem Smart Meter, der eben nicht nur auf einer Viertelstundenbasis den Stromverbrauch erfasst, sondern auch in der Lage ist, ihn zu übermitteln. Zum einen an den Netzbetreiber, das heißt, ich muss jetzt auch nicht mehr in den Keller laufen oder jemanden in meinen Keller reinlassen, der meine Verbrauchswerte für die Jahresrechnung abliest, so wie es in der Vergangenheit war. Ich kann diese Werte aber jederzeit auch für alle anderen Möglichkeiten nutzen. Das heißt, ich habe einen viel besseren Zugang dazu, zu schauen, wie ist mein aktueller Stromverbrauch, durch was wird er verursacht. Und der Smart Meter ist eben auch geeignet für alle Lösungen, die in Richtung Energiewende gehen. Also hier die Themen, die du schon angesprochen hast, dynamische Tarife, flexible Tarife, auch das ganze Thema mit Assets, also Photovoltaikanlagen, Speicher, Wallboxen für Elektroautos, die ja hier sicherlich im Mittelpunkt stehen und auch Wärmepumpen.

  6. Sebastian:

    Am Ende vom Tag mit dem Ziel, dass der Nutzer, die Nutzerin eine bessere Transparenz natürlich über die eigene Stromverbräuche bekommt, dadurch auch die Möglichkeit bekommt, das Ganze ein Stück weit zu steuern, aber auch mit dem Ausblick darauf, schlussendlich bares Geld zu sparen. Die Frage ist nur, seit 1.1. ist eigentlich der Smart-Mieter Einbaupflicht. Haben wir das denn schon umgesetzt bekommen oder wie schnell bekommt man das denn nachgerüstet? Weil das ist ja so der Knackpunkt an der Geschichte, an dem das jetzt hierzulande zumindest meinen Erfahrungen nach noch ein Stück weit scheitert, dass es gar nicht so schnell alles vorangeht, wie wir das denn uns wünschen.

  7. Elisabeth Breuer:

    Ja, ganz genau. Also Deutschland hängt da ganz klar hinterher in Europa. Das liegt unter anderem an den sehr hohen Datenschutzanforderungen, die Deutschland an das System gestellt hat, was ja auch immer ein nachvollziehbares und sehr, sehr gutes Ziel ist. Aber wir haben uns dadurch natürlich sehr stark nach hinten bewegt in der Reihenfolge der Länder, die mit dem Smart-Mieter-Rollout unterwegs sind. Da sind wir also im Vergleich zu Schweden, Dänemark oder Italien sehr weit hinterher. Wir haben weniger als 5% aller Haushalte, die heute mit einem Smart-Mieter ausgestattet sind und damit eben diese Möglichkeiten haben, von denen du auch gerade gesprochen hast. Und jetzt seit dem 1. Januar ist der Pflicht-Rollout neu gestartet mit etwas mehr Schwung. Aber auch der wird bis Ende 2032 dauern. Bis dahin sollen 90 Prozent abgeschlossen sein und dann auch nur für bestimmte Zielgruppen. Also automatisch im Pflicht-Rollout drin sind nur Kunden, die mehr als 6000 Kilowattstunden verbrauchen. oder eine sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtung haben. Das wäre zum Beispiel klassischerweise eine Wärmepumpe, Wallbox oder Batterie oder eine PV-Anlage haben, die mehr als 7 kW produziert. Das heißt, das ist auch nicht die ganz breite Masse der Bevölkerung. Und für die startet dieser Rollout jetzt. Das heißt, wenn ich in so einem Pflichtrollout erfasst bin, kann es noch Jahre dauern, bis der Smart Meter bei mir ankommt. Denn der Netzbetreiber wird das in der Regel dann erst dann tun, wenn er sowieso den Teller austauschen würde, was ja immer alle paar Jahre mal ansteht. Da kann man also unter Umständen längere Zeit warten. Wenn man jetzt neu ein Asset einbaut oder eine PV-Anlage aufs Dach packt, dann wird das möglicherweise unmittelbarer geschehen. Aber die gute Nachricht ist, alle Kunden, die sich für diese neuen Möglichkeiten interessieren, haben auch seit dem 1. Januar die Möglichkeit, einen sogenannten Zählereinbau auf Kundenwunsch zu bekommen, den kann entgegen dem, was der Begriff sagt, nicht der Kunde selbst beantragen, aber ein Vertriebspartner, so wie wir oder ein anderer Energieanbieter, der im Zusammenhang eben mit einem Produkt, für das der Smart Meter sinnvoll und erforderlich ist, dann entsprechend einen früheren Einbau innerhalb weniger Wochen oder Monate beim jeweiligen Netzbetreiber oder bei einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber und dann bekomme ich meinen Smart Mieter passgenau eingebaut. Das heißt, die Chance besteht jetzt für alle.

  8. Sebastian:

    Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Punkt, weil das wäre direkt meine Rückfrage jetzt gewesen, weil ich lande jetzt nicht unbedingt in der Gruppe da, die davon profitiert, das zumindest mal in den nächsten Jahren zu bekommen, also nicht erst irgendwann nach 2032. Aber gut zu wissen, denke ich auch für unsere ZuhörerInnen, dass man da die Möglichkeit hat, das anzustoßen, aktiv da eben was vorzunehmen. Was ja auch noch relevant ist, wir haben jetzt diesen Smart Meter verbaut. Was für Vor- beziehungsweise Nachteile habe ich denn als Endnutzer, Endnutzerin denn davon?

  9. Elisabeth Breuer:

    Die Vorteile, die man jetzt aus diesem neuen Aufbruch auch rausziehen kann, bestehen darin, dass insbesondere, wenn ich in der Lage bin, meinen Stromverbrauch ein Stück weit an die jeweilige Situation des Tages im Markt anzupassen, das heißt, ich habe die Möglichkeit zu sagen, jetzt kann ich mehr Strom verbrauchen, jetzt kann ich weniger Strom verbrauchen, da auch entsprechend davon zu profitieren und zwar auch wirklich bar im Portemonnaie, Darüber hinaus profitiert natürlich auch die Energiewende in Deutschland enorm davon, wenn die Kunden hier mitmachen. Ich kann also doppelt gewinnen, einmal fürs Klima und einmal für meinen eigenen Geldbeutel, indem ich solche spannenden neuen Produkte für mich gewinne und da entsprechend einsteige in dieses Energiewendethema. Um mal ein Beispiel zu geben, was viele vielleicht schon mal gehört haben, ist der Begriff dynamischer Tarif. Wir haben es eben auch schon mal kurz angesprochen. Da besteht auch seit dem 1. Januar für alle Energieanbieter die Pflicht, einen solchen anzubieten. Und wenn ich sage, ich weiß, wie ich meinen Stromverbrauch ein Stück weit darauf einstellen kann, wie gerade die Strompreise am Markt sind, könnte ich einen dynamischen Tarif abschließen und kann dann immer einen Tag vorher sehen, wie viel der Strom am nächsten Tag zu welcher Stunde kostet. und entsprechend meine hohen Energieverbräuche dann auf solche Stunden zu legen, bei denen der Strom günstig ist. Das erfordert aber natürlich einen gewissen Aufwand. Ich muss mich da jeden Tag orientieren. Ich muss meine Geräte ein- und ausschalten, händisch. Möglicherweise kann ich das auch durch ein Energiemanagementsystem unterstützen lassen, aber es ist doch ein gewisser Aufwand. Deswegen wir uns halt als E.ON jetzt entschieden haben, hier eher so das Rundum-Sorglos-Paket zu schnüren und zu sagen, wir holen uns von dem Kunden, die Berechtigung, gewisse Teile seines Energieverbrauchs zu steuern und zwar immer da, wo er es gar nicht merkt und wo es für ihn keinen Komfortverlust bedeutet und zahlen den Kunden dafür ein Stück von diesem Geld, das wir damit am Energiemarkt verdienen können, mit seiner Flexibilität zurück.

  10. Sebastian:

    Das macht es ja auf jeden Fall schon mal einfacher für den Kunden, der sich jetzt nicht so tief mit beschäftigen kann, vielleicht auch nicht das Smart Home hat, um das dann eben alles entsprechend zu steuern. Die Frage ist allerdings, könnt ihr das auch oder ist dieser Tarif jetzt auch vorteilhaft für diejenigen, die ein E-Auto fahren? Weil ich glaube, da ist es ja schon relevant, dass der Kunde oder der Hebel ist wahrscheinlich für den Kunden größer, wenn er selbst dann steuert, wann wie geladen wird.

  11. Elisabeth Breuer:

    Das würde ich so nicht sagen. Also vielleicht müssen wir mal ganz kurz einen Exkurs machen. Wie kommt es überhaupt zustande, dass die Strompreise unterschiedlich sind zu verschiedenen Zeiten und dass man mit dieser Flexibilität, dass darin ein Wert liegt für den Kunden und eben auch für uns als Energieversorger und insbesondere auch für unsere Kollegen von den Stromnetzen und die ganze Energiewende in Deutschland. Wir haben ja sozusagen zwei Dinge, die wir in Deutschland im Gleichgewicht halten müssen. Wir müssen einmal die Menge des produzierten Stroms wirklich in jeder Minute, das ist das Spannende an unserer Branche, parallel halten zu der Menge von Strom, die auch verbraucht wird. Weil es darf nie zu viel Strom oder zu wenig Strom im Netz sein. Das heißt, der Verbrauch und die Produktion müssen sich immer aneinander anpassen. Das ging früher mit den alten klassischen Kraftwerksparks relativ einfach. Da gab es einige Kraftwerke, die konnte man schnell hoch und runter fahren. Dann gab es die großen Grundlastkraftwerke, Kernenergie, Kohle, die immer ausreichend für Energie gesorgt haben, sodass es da in beide Richtungen nicht zu Engpässen gekommen ist, sondern man das gut über den Markt auf der Erzeugungsseite austarieren konnte. Diese Möglichkeit ist verringert durch die Energiewende, weil wir nicht kontrollieren können, wie der Wind weht und die Sonne scheint, die durch Photovoltaik und Windenergie mittlerweile einen überwiegenden Teil unserer Stromerzeugung in Deutschland ausmachen. Und dieses Ungleichgewicht, das muss an der Stelle natürlich wieder austariert werden, wie ich sagte. Und dadurch entstehen sehr viel stärkere Unterschiede, wie viel Strom zu welcher Zeit wert ist im deutschen Markt. Denn wenn gerade Der Wind weht und die Sonne scheint, dann wird Strom sehr günstig, weil sehr viel Strom im Netz ist und man nach Abnehmern sucht. Dann kann der Strompreis ja sogar mal ins Negative kippen. Und zu Zeiten, wir haben im letzten Winter häufiger schon den Begriff Dunkelflaute gehört, wenn tatsächlich das Ganze knapp wird und der Strom knapp wird im Netz, dann hat natürlich das Netz einen Vorteil davon, wenn weniger Kunden den Strom abnehmen und mal ein paar größere Geräte abgeschaltet werden, Speicher nicht genau zu dem Zeitpunkt befüllt werden. Und das ist genau natürlich der Punkt, warum wir einen großen Blick auch auf die Elektroautos haben. weil das einer der größten virtuellen Speicher ist, die wir eigentlich in Deutschland haben. Das heißt, hier die Flexibilität zu haben, wenn viel Strom da ist, in die Batterien der Elektroautos einzuspeisen und in dem Moment, wo uns Strom fehlt, vielleicht so einen Ladevorgang mal für ein paar Minuten oder eine Stunde zu unterbrechen, das gibt eine große Flexibilität. Und neben dem Stromverbrauch und der Stromabnahme muss ja auch noch zusätzlich in der neuen Energiewelt immer die Durchleitungskapazität der Netze noch beachtet werden, weil wir häufig diese Situation haben. Zwar weht der Wind im Norden und im Süden wird gerade Strom gebraucht, aber die Netzkapazitäten müssen auch reichen, den Strom durchzuleiten und das geht runter bis auf die kleinen Energien. Stadtviertel, Straßenzüge, wo einfach immer die Netze auch so weit austariert sein müssen, dass einfach die Kapazität reicht, um den Strom durchzuleiten. Das heißt, um auf deine Frage zurückzukommen, Ich habe eigentlich mehrere Möglichkeiten, wie ich am Strommarkt mit solchen Flexibilitäten agieren kann. Ich kann einerseits schauen insgesamt, wie ist gerade Angebot und Nachfrage und ist gerade eine günstige Stunde. Das ist das, was ich auch beim dynamischen Tarif, wie du sagst, von Hand mit einstellen kann. Ich sehe heute, ach ja, morgen um 15 Uhr wird der Strom günstig, dann könnte ich mal mein Auto anstoppseln, meine Waschmaschine anwerfen und vielleicht noch meinen Batteriespeicher im Keller vollladen. Darüber hinaus, wie ich schon sagte, muss das ja aber nicht nur jede Stunde, sondern jede Minute funktionieren. Das heißt, es gibt auch weitere Strommärkte, die dann wirklich im Minutenbereich diesen Ausgleich vornehmen, sogenannte Regelenergiemärkte. Und am Ende wird es auch dazu kommen, dass wir netzdienliche Steuerung brauchen, sodass auch nochmal geschaut wird, kann das Stromnetz gerade diese Mengen hin- und herschieben. Und an allen diesen Märkten können wir mit dem Strom der Kunden arbeiten. für den Kunden agieren. Wir sind wie ein Anlageberater an der Stelle, der hilft, diesen Wert, den der Kunde in seinem Elektroauto zum Beispiel mit der Batterie drinstecken hat, für ihn optimal zu vermarkten. Und da teilen wir uns dann den Kuchen auf so eine Art und Weise, dass wir sagen, am Ende wird der Kunde wahrscheinlich sogar mehr profitieren, als wenn er selber die Steuerung vornimmt, weil er ja immer nur diesen einen Tag im Vorausmarkt mit im Blick haben kann und nicht auch noch diese weiteren Energiemärkte, die entstehen über die Regelenergie und die netzdienliche Steuerung.

  12. Sebastian:

    Also vielen Dank erstmal für die Erläuterung. Ich glaube, das macht es echt ein Stück weit einfacher, das zu verstehen oder nachzuvollziehen. Aber die Grundaussage war jetzt, oder die Grundaussage deines letzten Satzes sozusagen, war, man ist schon günstiger mit einem Tarif, wie ihr ihn jetzt anbietet, wie bestimmt auch der ein oder andere Marktbegleiter von euch anbietet, wo ihr die komplette Steuerung übernehmt, weil ihr eben auch mehr Expertise in diesem Segment habt, vor allem, wenn ihr dann die Möglichkeit habt, auch auf die Wallbox dann zuzugreifen, die entsprechenden Steuern anzupassen. Am Ende vom Tag spart der Kunde mehr Geld.

  13. Elisabeth Breuer:

    Genau, davon sind wir überzeugt und das wollen wir natürlich auch unter Beweis stellen. Das Entscheidende ist, dass der Kunde bei dem Tarif, wie wir ihn jetzt konzipiert haben, keinerlei Risiko hat. Also auch wenn die Dunkelflaute eintritt und es im dynamischen Tarif richtig teuer werden kann, hat der Kunde bei uns die Sicherheit, dass er einen ganz normalen Stromtarif hat, wie er ihn auch kennt, mit einem Grundpreis und einem Arbeitspreis. und dann wirklich eine feste Vergütung bekommt. Ich kann das vielleicht ganz kurz an dem Beispiel dieser Home-and-Drive-Tarife, die wir jetzt anbieten, erklären. Und wie du sagst, es gibt natürlich auch andere Anbieter. Wir sind natürlich von unserem Produkt da begeistert und überzeugt. Bei uns ist es so, wenn der Kunde abends sein Auto verkauft, Zuhause ansteckt. Das ist ja der klassische Fall. Irgendwann kommt man vom Tag nach Hause, man schließt sein Auto an die Wallbox an, dann hat es bislang einfach in dem Moment, wo ich eingesteckt habe, angefangen, das Auto zu laden. Das muss ja aber eben nicht der günstigste Moment sein, denn häufig sind spät in der Nacht die günstigsten Stunden im deutschen Strommarkt. Aber keiner hat Lust, sich für nachts um drei den Wecker zu stellen und von Hand dann erst sein Auto laden zu lassen. Und das ist genau der Teil, den wir übernehmen. Das heißt, der Kunde kann in der App entsprechend einstellen, wie er es gerne hätte. Also zu welchem Zeitpunkt, zum Beispiel am nächsten Morgen, er wie viel Prozent Ladung gern in der Batterie haben möchte. Und dann übernehmen wir die komplette Steuerung an der Stelle. Und laden das Auto zu den günstigsten Stunden voll. Garantieren aber, wenn der Kunde sagt, ich möchte, dass es um 6 Uhr morgens zu 80 Prozent geladen ist, dass es dann auch so dastehen wird ab 6 Uhr morgens. Und dem Kunden kann es ja vom Komfort her komplett egal sein, ob es um 18 Uhr, um 22 Uhr oder um 3 Uhr nachts dann entsprechend der Ladevorgang gestartet wurde oder ob er zwischendurch vielleicht nochmal unterbrochen wurde, wenn eine Spitze reingekommen ist im Markt. Das steuern wir entsprechend aus. Und der Kunde bekommt dafür jeden Monat fix 10 Euro, dass er an diesem Produkt teilnimmt. Und wenn er sechsmal im Monat tatsächlich diesen Ladevorgang startet, was kein schwierig zu erreichender Fall ist, dann bekommt der weitere 10 Euro. Wir reden also in Summe hier von 240 Euro im Jahr, die man zurückbekommt, was ich schon einen ganz erklecklichen Betrag finde, zusätzlich zu den Boni, die man sonst üblicherweise auch beim Abschluss eines Stromvertrags bekommt. Das wird also nicht gegeneinander verrechnet, sondern diesen Bonus von 240 Euro gibt es Jahr für Jahr on top zu allem, was wir sonst noch an Verzichtung anrufen.

  14. Sebastian:

    Man sollte allerdings fairerweise auch erwähnen, der Kunde, selbst wenn das Kunde, wenn sie es selbst übernehmen, müssen ja auch nicht unbedingt in der Nacht raus, um da händisch an- und abzustöpseln. Wenn sie eine smarte Wallbox dann eben auch mit da nutzen, die auch notwendig ist, kann man das ja auch entsprechend in der Steuerung hinterlegen. Also das ist ja auch schon der Fall.

  15. Elisabeth Breuer:

    Korrekt. Das geht natürlich über bestimmte Steuerungssysteme auch vollkommen fairer Hinweis. Deshalb ist natürlich auch ein dynamischer Tarif eine Option, wenn man sagt, ich möchte vielleicht lieber ein Stück weit ins Risiko reingehen und selber nochmal da nachsteuern. Dann kann man natürlich solche Einstellungen auch in der App treffen. Übrigens ein Hinweis, man braucht keine smarte Wallbox für unseren Tarif. Denn wir übernehmen die Steuerung, wenn es anders auch nicht geht, über das Auto selbst. Wir verbinden uns mit der Steuerungs-App des Autos statt mit der Wallbox, sodass wir das tatsächlich für praktisch jede Wallbox in Deutschland anbieten können.

  16. Sebastian:

    Was durchaus schon mal ein Vorteil ist. Du hast gesagt, ihr habt den Vorteil oder der Nachteil wird abgefedert, die Nachteile werden abgefedert, wenn ihr das übernehmt. Was wären denn potenzielle Nachteile, wenn ich als Endnutzer das in meine Verantwortung jetzt übernehmen würde?

  17. Elisabeth Breuer:

    Der Nachteil ist einfach tatsächlich das Preisrisiko an der Stelle. Wenn wir jetzt so Tage haben, wie wir sie in diesem Winter gelegentlich erlebt haben, wo es wirklich dunkel war und der Wind nicht geweht hat und die Strompreise an den Märkten explodieren und ich bin aber darauf angewiesen, mein Auto heute zu laden, dann muss ich halt in den sauren Apfel beißen und auch zu sehr hochpreisigen Zeiten dann zu einem teuren Kilowattstundenpreis entsprechend laden. Und natürlich habe ich den dynamischen Tarif dann auch nicht nur für mein Elektroauto, sondern ja auch für jeglichen anderen Verbrauch. Das heißt, auch alle anderen Vorgänge, die ich im Haus ausübe, wie eben Waschmaschine, Spülmaschine starten, sind dann nicht mehr ganz so entspannt zu entsprechenden Peak-Zeiten, weil es dann einfach sein kann, dass es recht teuer wird. Das ist wirklich eine Frage, was für ein Typ man ist und man Lust hat, sich da voll durchzuoptimieren und das ständig selbst in die Hand zu nehmen. Oder ob man sagt, da möchte ich lieber ein Stück weit abgesichert sein. Wie gesagt, der Vorteil ist eben auch, wie ich sagte bei uns, dass wir an noch mehr Strommärkten mit dieser Flexibilität handeln können. Das heißt, potenziell steckt da nochmal mehr Geld für den Kunden drin als durch den reinen Spotmarkt bei dem dynamischen Tarif.

  18. Sebastian:

    Vielen Dank da nochmal für die Erläuterung und jetzt wollen wir vielleicht auch mal rauszoomen von dem einzelnen Nutzer, Nutzerin im Haushalt auf der Ebene, der wir jetzt waren und gehen mal auf dieses Thema Energiewende oder Schlüssel zur Energiewende ein. Magst du uns das in diesem Umfeld auch nochmal ein Stück weit größer einordnen?

  19. Elisabeth Breuer:

    Genau, ja, ich habe es vorhin ja schon mal angerissen, dieses Thema, die Energiewende kann nur dann gelingen, wenn wir eben den Stromverbrauch in Deutschland flexibler machen, weil wir die Stromproduktion nicht mehr so unter Kontrolle haben wie früher. Was nicht schlimm ist, solange wir entsprechenden Speicher- und Flexibilitätskapazitäten haben. Das heißt, wir möchten immer weiter voranschreiten als Deutschland mit erneuerbaren Energien. Die sind aber, sofern es sich nicht gerade um Laufwasserkraftwerke handelt, in aller Regel eben in irgendeiner Weise witterungsabhängig. Entweder von den Windgeschwindigkeiten oder von der Sonneneinstrahlung. Und hier ist entsprechend einfach diese höhere Volatilität im Netz. Und da ist es kein Problem, aber es ist eben mit einer gewissen Anstrengung von uns als Gesamtgesellschaft verbunden, diese Flexibilität bereitzustellen, damit wir Stromverbrauch und Stromnachfrage weiterhin, wie es eben rein physikalisch notwendig ist, entsprechend im Gleichgewicht zu halten. Dafür müssen wir sicherlich auch große Speicher vorhalten, aber diese, wie wir es schon nennen, Kleinstflexibilitäten, und man kann sie ja wirklich noch kleiner machen, wenn man dann auf Hausgeräte oder so geht, aber wir starten mal hier mit den größeren Assets wie Wärmepumpen, Wallboxen, beziehungsweise eben Autobatterie, wie gesagt, das ist ja gar nicht unbedingt die Wallbox, die ich speichere, Oder auch kleine Speicher, die ich in meinem Keller habe. Das zusammen ist halt wirklich eine große Gemeinschaft und eine riesige virtuelle Batterie, die wir verwenden können, ohne groß zubauen zu müssen. Das ist heute schon da. Wir haben da draußen hunderttausende von Elektroautos und wir können entsprechend, ja, wir können wie so eine Art Schwarm-Batterie entwickeln an der Stelle und alle zusammen hier von der Energiewende profitieren, aber eben auch zur Energiewende beitragen und uns dadurch immer unabhängiger machen von fossilen Energieträgern. Eine Potenzialanalyse von uns hat ergeben, dass mit den heute schon zugelassenen Elektrofahrzeugen wir rechnerisch schon genug Strom speichern könnten, um 1,75 Millionen Haushalte in Deutschland zwölf Stunden lang mit Energie zu versorgen. Da einfach mal zur Einordnung, was die Größenordnung betrifft und wir wissen, es wird ja vorangehen weiter auch mit den Elektroautos. Das heißt, es wird Eine gigantische Batterie sein, die auf unseren Straßen rumfährt, aber eben häufig ja auch nicht rumfährt, sondern an einer Wallbox angeschlossen stehen kann und die wir hier nutzen können, um die Energiewende voranzutreiben und eben dieses Potenzial auch viel besser zu nutzen. Ich investiere ja auch in das Elektroauto und in diese Batterie, die sind ja auch nicht so günstig. Dann ist es ja auch toll, wenn ich wieder was davon zurückbekomme. Kollegen haben neulich diesen Vergleich gezogen mit Uber oder Airbnb. Das ist genau dieses Konzept. Ich habe etwas, was eigentlich viel ungenutzt bleibt. Mein Auto bei Uber oder meine Wohnung bei Airbnb steht vielleicht ganz viel leer oder das Auto steht vielleicht herum. Warum kann ich das nicht durch so einen Schwarmansatz nutzen und daraus damit wieder Geld verdienen? Und so ist es mit dem Elektroauto auch nur viel bequemer, weil ich muss keinen in meine Wohnung oder mein Auto reinlassen, sondern ich muss einfach nur einen gewissen Zugriff erlauben auf meine Autobatterie, von dem ich nichts merke. Es ist rundum sorglos und hochkomfortabel und ich habe keinerlei Komfort-Einbußen auch an der Stelle.

  20. Sebastian:

    Ich glaube, damit haben wir einen ganz guten Roundup von dem Thema bekommen, so wie du es jetzt auch ausgeführt hast. Natürlich könnte man jetzt dann noch tiefer einsteigen, wenn wir sagen, okay, wir nutzen die E-Autos als Batteriespeicher, die Rückgabe. Dann kommen wir zum Thema bidirektionalen Laden. Dann sind wir auch wieder in Deutschland, wo die nächste Hürde im Raum steht. Aber das fassen wir jetzt hier, glaube ich, nicht auf. Wir haben jetzt auf jeden Fall mal einen guten Überblick bekommen über das Thema Smart Meter. Ich denke, ihr beobachtet das, wir werden das bei uns im Portal auch beobachten und dann können wir uns ja zu einem späteren Zeitpunkt auch nochmal austauschen, wie denn die angedachte Theorie dann auch tatsächlich in der Praxis umgesetzt wird, wie eure Erfahrungen mit euren KundInnen sind und wie das dann eben auch angenommen wird und welche positiven Einflüsse es auf die Energiebinde hat. Vielen Dank für deine Zeit, Elisabeth.

  21. Elisabeth Breuer:

    Vielen lieben Dank. Gerne wiederholen wir das zum Thema bidirektionales Laden, während wir mit Sicherheit auch in diesem Jahr noch die ersten Neuigkeiten verkünden können. Deshalb gerne Wiederholung an der Stelle und hat mich sehr gefreut, dass wir einen kleinen Einblick geben konnten. Ich glaube, jetzt ist einfach der Aufbruch da mit 2025 mit dem Smart Meter Rollout und es ist eine tolle Chance, die wir alle nutzen können.

  22. Sebastian:

    Das war doch mal wieder eine spannende Podcast-Folge, wie ich zumindest finde. Wir hatten die Chance, einiges über das Thema Smart Meter und flexible Tarife zu lernen, die eben auch einen Unterschied beim eigenen Spar- oder Einsparverhalten verursachen können. Ich hoffe, du konntest einiges mitnehmen aus der aktuellen Folge und freue mich, wenn du kommende Woche wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.