Gespräch mit Kotaro Yamamoto, technischer Berater Honda über den Honda e

Kotaro Yamamoto, technischer Berater bei Honda Motor Europe, gab bei der Presseveranstaltung rund um den Honda e zu verstehen, dass dieser "Eines der emotionalsten Fahrzeuge, welches Honda jemals gebaut hat" sei. Durchaus auch für Aussenstehende wie mich nachvollziehbar, wenn man einen Blick auf den Stromer riskiert. Zeitloses, modernes Design zeichnen das Elektroauto von Honda aus. Angestrebt war, dass dieses zugleich freundlich und vertraut wirkt. Jedoch nicht ohne dem E-Auto seinen ganz eigenen Charakter durch ein eigenständiges und modernes Erscheinungsbild zu verleihen.

Mit Yamamoto konnte ich mich vor Ort, in der Honda Akademie in Erlensee ein wenig über den Honda e und die Gedanken hinter dem Elektroauto austauschen. Nun aber genug der einleitenden Worte. Mehr Fakten und Eindrücke gibt’s in der nachfolgend eingebundenen Podcast-Folge. Viel Spaß damit! Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroauto-news.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen rund um die E-Mobilität beschäftigen. Wenn du am gestrigen Samstag, also am Tag vor dieser Podcast-Folge, bei uns im Portal vorbeigeschaut hast, hast du gesehen, dass ich eine Runde mit dem Honda e, dem ersten Stromer von Honda, drehen durfte. In und um Frankfurt herum sozusagen. Dabei habe ich mir das e-Auto natürlich ein wenig genauer angeschaut, habe meine Eindrücke in Wort und Fotos festgehalten und präsentiere dir diese eben in dem dazugehörigen Artikel. Da ich aber auch immer denke, dass man noch eine andere Ebene ansprechen sollte und wir auch euch Podcast-Hörern eben exklusive Einblicke geben wollen, habe ich mir Kotaro Yamamoto geschnappt, einen technischen Berater bei Honda Motor Europe. und habe mich ein wenig mit ihm über den Honda e unterhalten. Dabei hat er sehr interessante Einblicke gegeben auf den Stromer von Honda, hat uns aufgezeigt, was man sich dabei gedacht hat, sowohl in Bezug auf dessen Design, die Plattform, die verwendet wird, die weitere Nutzung der Plattform etwa für zukünftige Modelle, sowie die technischen Daten und das Fahrverhalten im Alltag. Rekuperation spielt eine Rolle, NFC-Schlüsselzugang, Also digitale Schlüssel, um den Honda E auch ohne normalen Schlüssel sozusagen aufzuschließen, wird ein Thema sein und noch einiges mehr. Von daher übergebe ich jetzt einfach direkt in das Gespräch mit Kotaro Yamamoto und melde mich danach nochmal. Viel Spaß beim Zuhören. Hallo Herr Yamamoto, vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen, ein wenig mit uns über den Honda e zu sprechen. Den Einstieg würde ich gerne damit beginnen, dass Sie sich vielleicht kurz vorstellen, welche Rolle Sie bei Honda haben und über die Electric Vision aus 2016 von Honda berichten, die ja auch quasi den Einstieg oder den Ansatz für den Honda e geboten hat.

  3. Kotaro Yamamoto:

    Also mein Name ist Kotaro Yamamoto. Ich bin ursprünglich aus der Forschung und Entwicklung. Ich habe dort in Offenbach in unserer europäischen Entwicklungszentrale über 30 Jahre gearbeitet, war zuletzt tätig als Abteilungsleiter für den Antriebsstrang. Bin heute in einer Rolle als technischer Berater für Honda Motor Europe, also für das Headquarter in England. Und mache jetzt natürlich die ganze Unterstützung, wenn neue Modelle vorgestellt werden und versuche dann die Technologie an den Mann zu bringen.

  4. Sebastian:

    Okay, hört sich sehr interessant an. Ich hatte jetzt eben schon erwähnt, der Honda e ist der erste Stromer eben quasi von dem Unternehmen. ausschlaggebend war quasi die Vision, die man 2016 vorgestellt hat, die Electric Vision von Honda. Vielleicht können Sie da zwei, drei Sätze dazu verlieren, weil die doch ausschlaggebend oder wichtig für den Ursprung des Stromers ist sozusagen.

  5. Kotaro Yamamoto:

    Also 2016 hat Honda die Electric Vision 2030 vorgestellt. Das beinhaltete, dass wir global, also weltweit, zwei Drittel aller verkauften Neufahrzeuge bis dahin in irgendeiner Weise elektrifizieren wollen. In Europa, wo die Gesetzgebung natürlich auch wesentlich strenger ist, haben wir diesen Plan weiter beschleunigt, dass wir also bis 2022 bereits alle sogenannten Mainstream-Modelle elektrifizieren wollen. Das erste Modell in dieser Hinsicht, was wir dann in Europa vorgestellt haben, war der CR-V Hybrid. Und jetzt als zweites Modell kam der Honda e als voll batteriebetriebenes Elektrofahrzeug auf den Markt.

  6. Sebastian:

    Okay, vielen Dank mal für den Hintergrund. Jetzt hatten Sie ja schon vorweggenommen, Electric Vision 2030, das war ja auch für den Honda e ausschlaggebend. Denn ihr habt gesagt, ihr habt ein e-Auto euch erdacht, wie es 2030 aussehen soll. Aber bringt es schon 2020 auf den Markt, ist das so richtig?

  7. Kotaro Yamamoto:

    Genau, also der Honda e hat irgendwo auch die Rolle, die mögliche Technologie für die Zeit 2030 zu zeigen. Das heißt, alle diese Technologien, die in zehn Jahren sehr wahrscheinlich auf dem breiten Massenmarkt zur Verfügung stehen, heute schon zu zeigen, also zehn Jahre im Voraus. Das beinhaltet natürlich auch, dass künftig sehr wahrscheinlich auch Elektrofahrzeuge für Carsharing genutzt werden. Und eben diese technischen Voraussetzungen sind heute schon alle für den Honda e quasi vorgegeben.

  8. Sebastian:

    Okay, da gehen wir gleich nochmal drauf ein. Haben Sie mir schon ein bisschen im Vorgespräch verraten, worum es da geht. Was mich jetzt interessieren würde... Heutzutage, wo alle Automobilhersteller auf größer, breiter, lauter gehen quasi dann, E-SUVs in die Richtung Crossover, geht ihr genau in die andere Richtung. Warum habt ihr euch dafür entschieden, klein und kompakt mit dem Honda e unterwegs zu sein?

  9. Kotaro Yamamoto:

    Wir haben uns deswegen darauf eingeschossen, ein urbanes Elektrofahrzeug zu entwickeln, weil aus unserer Sicht ein urbanes Elektrofahrzeug am meisten Sinn macht. Weil natürlich auch die Emissionsbelastung in den Ballungsgebieten am höchsten ist. Und dort will man natürlich auch mit einem Null-Emissionsfahrzeug unterwegs sein. Zum anderen sehen wir momentan auch ein wenig den Trend, dass quasi mit Reichweite konkurriert wird. Alle Hersteller kommen mit immer größeren Batterien. Das benötigt natürlich auch sehr viel Bauraum, ist schwerer als Fahrzeug, ist auch natürlich teurer und das sehen wir als etwas kontraproduktiv, weil Nicht immer braucht man solche großen Reichweiten, aber für die Fälle schleppt man dann eben ständig eine große und schwere Batterie mit sich herum und das beißt sich natürlich ein bisschen mit diesem Umweltbewusstsein.

  10. Sebastian:

    Klar, wenn wir jetzt schon bei Größe der Batterie sind, können Sie vielleicht dazu ein paar Worte verlieren, was denn laut WLTP-Norm der Honda e auf die Straße bringt, was man also rein theoretisch, sage ich mal, zurücklegen kann mit eben der Batterie.

  11. Kotaro Yamamoto:

    Die Reichweite, die kommt natürlich hauptsächlich von der Batteriekapazität. Die haben wir bewusst auf 35,5 Kilowattstunden ausgelegt, was letztendlich unter den WLTP-Bedingungen eine Reichweite von 222 Kilometern bedeutet. Unsere Marktforschungsergebnisse haben ergeben, dass der durchschnittliche tägliche Fahrstrecke in Europa... Ca. 40 Kilometer beträgt. Das heißt, aus dem Gesichtspunkt sehen wir die 222 Kilometer als durchaus ausreichend, um halt auch eben eine gute Balance zwischen Bauraum, Gewicht, Kosten und täglichen Nutzen zu gewährleisten.

  12. Sebastian:

    Okay, also leuchtet vollkommen ein der Ansatz natürlich. Jetzt ist es ja so, der Honda e wurde ja von Grund auf neu erdacht. Der hat sich ja an kein bestehendes Fahrzeug angelehnt, das ihr einfach elektrifiziert habt, sondern man hatte da sozusagen freie Hand, sowohl die Ingenieure als auch die Designer. Vielleicht, bevor wir jetzt auf die technischen Daten noch zu sprechen kommen, können Sie ein paar Worte über das Design verlieren, wie sich der Honda e auszeichnet und was denn eben auch seine Formsprache so mit sich bringt.

  13. Kotaro Yamamoto:

    Der Honda e, das ist sehr wahrscheinlich eines der wenigen Fahrzeuge bei Honda, die den Entwicklungsingenieuren mehr oder weniger freie Hand gegeben hat. Man hat also nicht nur beim äußerlichen Design, aber auch bei der Plattform eine neue und wirklich auf dieses Fahrzeug maßgeschneiderte Plattform zurückgegriffen. Das heißt, diese Plattform wird momentan auch von keinem anderen Fahrzeug genutzt. Die Formsprache, das ist natürlich auf der einen Seite wollten wir was Innovatives schaffen, weil es halt auch das erste batteriebetriebene Fahrzeug von Honda ist. Zum anderen glauben wir, weil es ein Elektrofahrzeug ist, weil es sauber ist, weil es leiser ist, kommt es auch viel näher an den Menschen heran. Das heißt, auch wenn wir in Bereiche vordringen dürfen, in Städten, wo normalerweise ein Verbrenner nicht reinfahren dürfte, könnten wir eventuell mit einem Elektrofahrzeug reinfahren und somit wird auch die Distanz zum Menschen sehr, sehr klein. Und deswegen wollten wir, dass dieses Fahrzeug auf der einen Seite sehr freundlich wirkt und vertrauenserweckend, Zum anderen haben wir auch technisch gewisse Sachen in Erwägung gezogen, wie zum Beispiel die kamerabasierten Außenspiegel, damit diese halt eben nicht zum Beispiel bei den Fußgängern eventuell anecken könnten, dass wir auch dem Rechnung tragen, dass das Fahrzeug dann in Zukunft viel näher an den Menschen herankommt.

  14. Sebastian:

    Okay, der Ansatz leuchtet ja auch vollkommen ein. Jetzt gerade dieses Freundliche würde ich jetzt rein interpretieren in die Lichter, die man ja auch sieht, in dem Zusammenspiel mit dem zweifarbigen Ton. Also ich hatte jetzt einen weißen Honda Eats im Probefahren mit vielen schwarzen Elementen, wo Sie vorhin ja auch im Pressegespräch schon gesagt haben, Sie haben diese schwarzen Elemente dann aber dennoch genutzt, um dort eben auch verschiedenste Sensoren und so unterzubringen.

  15. Kotaro Yamamoto:

    Ja, genau so ist es. Die ganze Designsprache ist ja schon sehr schlicht mit sehr ebenen Flächen, mit einfachen Linien, kein großes Schnickschnack. Das ist natürlich auch dafür gedacht, um halt eben dieses freundliche und harmonische Erscheinungsbild zu schaffen. Zum anderen wollten wir aber trotzdem Akzente setzen. Eben durch diese zwei Farbenkombinationen und diese schwarzen Bereiche, die haben wir auch bewusst dazu genutzt, um eben gewisse Funktionalitäten dort einzubauen, damit diese dann letztendlich irgendwo unsichtbar werden. Wir haben aber gerade diese Ladeklappe, die haben wir natürlich bewusst auf die Motorhaube gesetzt. Das ist natürlich schon irgendwo ein markantes Design-Element. Wenn man den Honda e im Rückspiegel sieht, dann erkennt man auch sofort, dass es ein Honda e ist. Und das sind so Kleinigkeiten, was meiner Meinung nach auch das Design einzigartig macht.

  16. Sebastian:

    Ja, definitiv. Also das hatte ich auch noch nicht gesehen, dass die Ladeklappe so präsent dann tatsächlich platziert wird und auch zum Design-Element dann tatsächlich wird. Aber ja, leuchtet ein und fällt auch definitiv auf, wie ich vorhin bei der Probefahrt dann doch, als ich mal Fotos gemacht habe, müde bekommen habe. Da wurde ich nämlich auch darauf angesprochen. Und dann tatsächlich aufgrund der Ladeklappe, weil sie gerade aufgestanden ist. Jetzt hatten Sie eben schon das Kamerasystem anstatt der Außenspiegel erwähnt, was ja dann auch quasi in den Innenraum reingeht. Vielleicht führen wir das dort weiter. Wie werden die Kameras abgebildet? Wie sehe ich das als Fahrer dann? Und dann können Sie vielleicht auch noch zum Innenraumdesign, zum Innenraumaufteilung, was man sich da dabei gedacht hat, ein paar Worte verlieren.

  17. Kotaro Yamamoto:

    Also von der Funktionalität sind diese kamerabasierten Außenspiegel natürlich auch wichtig. von der Lichtempfindlichkeit wesentlich besser als das menschliche Auge. Das heißt, gerade wenn man dann doch schwache Lichtverhältnisse hat oder während dem Regen hat man immer noch eine sehr klare Sicht. Das ist ein großer Vorteil. Der andere Vorteil ist, dass man eben durch dieses Kamerasystem auch den Winkel verändern kann. Das heißt, damit bekomme ich auch durch diese zwei Einstellungen, die Normaleinstellung und auch die Weitwinkeleinstellung, die ich umschalten kann, bekomme ich dann auch eine wesentlich bessere Einsicht in den sogenannten toten Winkel, was auch zur Sicherheit beiträgt.

  18. Sebastian:

    Klar, jetzt haben wir aber... noch ein paar Bildschirme mehr im Innenraum dann tatsächlich. Ich hatte jetzt auch noch die Advanced Edition von dem Honda e. Der hatte dann auch noch einen Rückspiegel, der auch nochmal mit der Kamera angesteuert werden kann. Den gibt es tatsächlich auch nur in Anführungsstrichen in der größeren, besseren Version des Honda e dann quasi.

  19. Kotaro Yamamoto:

    Genau, das ist richtig. Die kamerabasierte Innenspiegel, die gibt es nur in der Advanced Version. Der Vorteil von In dem System ist natürlich, man kann es umschalten auf normale Spiegel. Das heißt, für Kunden, die an dem normalen Spiegel gewöhnt sind, die können weiterhin den normalen Spiegel nutzen. Es gibt aber auch Fälle, wenn zum Beispiel hinten Leute sitzen oder man hat mal zufällig alles vollgeladen. Bis zur Decke und hat keine freie Sicht nach hinten. Dann kann man immer noch auf das Kamerasystem umschalten, was außen quasi angebracht ist. Zwar hinter der Schreibe, aber dahinter ist nichts mehr. Und somit hat man immer noch freien Blick nach hinten. Auch da wieder die Lichtauflösung. Bei schlechten Lichtverhältnissen hat man dann immer noch gerade nachts eine gute Sicht nach hinten. Oder auch im Winter, wenn zum Beispiel die Scheibe dann oft verdreckt ist, dann hat man immer noch eine gute Sicht nach hinten. Klar.

  20. Sebastian:

    Bleiben wir im Innenraum, haben wir noch zwei größere Displays dann im mittleren Bereich, eins für den Fahrer dann nochmal direkt hinter seinem Lenkrad und vielleicht können Sie auch zunächst noch ein paar Worte zum Innenraum, weil da hat man sich auch was dabei gedacht, da wollte man ja auch eine gewisse Atmosphäre erzeugen, indem man ja auch teilweise auf Stoffe, Materialien zurückgreift, die man so eigentlich benötigt. erstmal nicht im Autosegment oder im Automobilsektor vermutet.

  21. Kotaro Yamamoto:

    Ja, das ist vollkommen richtig. Also im Innenraum, da wollte man quasi eine Lounge-Atmosphäre schaffen. Ähm, Da hat man öfters mal so große Bildschirme und gemütliche Sofas. Das sieht man auch schon beim Honda e, wenn man einsteigt. Also die komplette Front besteht ja eigentlich nur aus Bildschirmen. Das ist das eine. Zum anderen hat man für die Polster der Sitze tatsächlich Polstermöbelmaterialien verwendet, anstelle von klassischen Automobilmaterialien. Ja. Und das merkt man natürlich auch, wenn man sich reinsetzt und auch die Stoffe berührt. Das sind also schon sehr hochwertige Polstermöbelstoffe und auch die einteilige Rücksitzbank. Die gibt natürlich auch ein richtiges Sofa-Erlebnis. Da haben wir also schon sehr viel Wert drauf gelegt.

  22. Sebastian:

    Ja, das merkt man auch, wenn man einsteigt. Und wenn man sich vorher nicht mit beschäftigt hat, schon war das dann ein Unterschiedserkenntnis zu anderen Fahrzeugen tatsächlich.

  23. Kotaro Yamamoto:

    Da ist auch noch eine Kleinigkeit. Ich weiß nicht, ob Sie das gesehen haben. Neben der Tür sind noch zwei Schalter, Lichtschalter. Das sind dann tatsächlich Lichtschalter, die von oben Spots aktivieren. Das heißt, wenn man mal irgendwo steht, gerade im Dunkeln, dann kann man quasi mit den Spots dann nochmal richtig Wohnraumatmosphäre schaffen. Das trägt natürlich auch dazu bei, dass eben diese Lounge-Atmosphäre dann bereitgestellt wird.

  24. Sebastian:

    Unterstreicht das definitiv. Die hatte ich leider nicht wahrgenommen, aber schönes Detail dann tatsächlich. Gut, kommen wir mal zu der Motorisierung, die wir haben. Die Batterie haben wir schon erwähnt. Die ist auch für beide Varianten des Honda e gleich. Bei der Motorisierung unterscheidet man. Können Sie dazu ein paar Worte verlieren vielleicht?

  25. Kotaro Yamamoto:

    Ja, es gibt zwei Motorisierungsvarianten. Einmal für den normalen Honda e mit 100 kW und einmal für den Advance mit 113 kW. Beide Elektromotoren haben... Das gleiche Drehmoment, 315 Newtonmeter. Das Einzige, was dort halt eingeregelt wird, ist die maximale Leistung. Das heißt, die Drehmomentabgabe ab einer bestimmten Drehzahl wird runtergefahren, dass man dann letztendlich eine niedrigere Maximalleistung erreicht. Aber ansonsten sind beide Varianten von der Hardware im Prinzip gleich.

  26. Sebastian:

    Und die Höchstgeschwindigkeit ist auch bei beiden Modellen die gleiche? Oder wird da unterschieden?

  27. Kotaro Yamamoto:

    Das ist eine gute Frage, aber die müsste unterschiedlich sein. Die habe ich jetzt nicht genau im Kopf. Ich weiß, dass die für den Advance bei 145 kmh effektiv liegt. Okay. Bei dem normalen müsste sie dementsprechend auch niedriger sein, weil halt die maximale Leistung, die ja für die Höchstgeschwindigkeit zuständig ist, auch niedriger ist.

  28. Sebastian:

    Okay, das würde ich einfach nochmal ergänzen von unserer Seite aus, aber erscheint ja definitiv logisch der Ansatz dann. Wir haben zwei Fahrmodi beim Honda e zur Auswahl, Normal und Sport. Was wird da unterschieden, wenn wir jetzt von Normal auf Sport umschalten? Gibt es da spürbare Unterschiede? Vielleicht können Sie die einfach kurz erläutern.

  29. Kotaro Yamamoto:

    Also der einzige Unterschied, den man dort spürt, ist eigentlich das Ansprechverhalten. Das heißt, in dem Sportmodus wird halt bei gleicher Pedalstellung, also gleicher Gaspedalstellung, wird mehr Drehmoment freigegeben, sodass quasi die Motorkennlinie etwas steiler ist. Das heißt, man hat dadurch einen besseren Antritt. Sobald man Vollgas gibt, gibt es keinen Unterschied zwischen normal und Sport.

  30. Sebastian:

    Okay, also tatsächlich stehen wir in diesem Bereich. Jetzt noch das Thema Rekuperation, Einpedalfahren, das können Sie vielleicht auch noch kurz aufgreifen. Rekuperieren kann er? In wie vielen Stufen und was hat es mit einem Pedalfahren auf sich? Was hat der Fahrer da für Möglichkeiten?

  31. Kotaro Yamamoto:

    Also in der Normalstellung habe ich insgesamt vier Rekuperationsstufen, die ich über die Schaltwippen hinter dem Lenkrad verändern kann. Wenn ich dann das Einpedalfahren aktiviere, dann habe ich noch mal wesentlich stärkere Rekuperationsstufen zur Verfügung. Noch mal zusätzlich drei Stufen, die ich dann auch über die Schaltwippen regulieren kann.

  32. Sebastian:

    Und in dem Fall ist es ja dann auch tatsächlich so, wenn ich dieses Einpedalfahren auswähle über den Taster in der Mittelkonsole, dann bremst er auch quasi bis auf nur runter dann tatsächlich.

  33. Kotaro Yamamoto:

    Genau, also das Fahrzeug bremst nicht nur stärker ab und zwar so stark, dass dann teilweise aus der Gesetzgebung her die Bremslichter angeschaltet werden müssen, aber auch das Fahrzeug bremst dann tatsächlich bis zum Stillstand runter. Okay. und hat dann auch nicht dieses Creep. Das heißt, wenn ich von der Bremse meinen Fuß nehme, dann rollt auch das Fahrzeug nicht an.

  34. Sebastian:

    Okay, das wäre es von meiner Seite aus gewesen. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Vielen Dank für den Einblick, Herr Yamamoto.

  35. Kotaro Yamamoto:

    Gerne.

  36. Sebastian:

    Wie versprochen oder angedroht melde ich mich nochmal nach dem Gespräch und hoffe, dass es dir auch so gut gefallen hat, diese interessanten Einblicke zum Honda e zu bekommen, quasi aus erster Hand. Es ist ein schönes Auto, wie ich finde. In den Shownotes habe ich dir noch den Artikel zu dem Eventbericht, zu dem Fahrbericht des Honda e verlinkt. Einfach, dass du auch noch ein paar Fotos zum Fahrzeug hast, wenn du den bei uns vorbeisurfst. Und ja, mehr bleibt mir eigentlich nicht viel zu sagen, außer vielen Dank fürs Zuhören in dieser Folge. Und ich freue mich, wenn du wieder nächste Woche einschaltest, wenn weitere News, Entwicklungen, Gespräche zum Thema der E-Mobilität bei uns im Podcast online gehen. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.