Cito will Mehrwert für Kunden und Kuriere am Transportmarkt bieten

Im Gespräch mit Gregor Stock, CEO von Cito

Cito will den Transportmarkt digitalisieren, dabei Verbesserungen sowohl auf Kunden-, als auch auf Transportdienstleisterseite schaffen. Die sogenannte Customer Journey wird hierzu stetig weiter entwickelt, um das Konzept der "Transport-on-demand"-Plattform, die bei eiligen Transporten software-basiert Dienstleister vermittelt, fortlaufend attraktiver zu gestalten. Im Detail habe ich mich hierzu mit einem der beiden Gründer, Gregor Stock, CTO von Cito, in dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast unterhalten.

Dabei agiere man nicht nur innerhalb des VW Konzerns, wie man es vermuten könnte, sondern agiert im freien Markt. Bereits deutschlandweit wird die innovative Transport-on-Demand-Lösung von zahlreichen Kunden, sowie von der Volkswagen AG selbst, genutzt. Künftig soll das Serviceangebot auch europaweit ausgedehnt werden. Auch zur E-Mobilität hat man eine Verbindung.

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat Anfang März 2022 nicht nur die Weltpremiere des ID.BUZZ in der Variante als Transporter und Bus gefeiert, sondern stellte auch eine Cito-Version des E-Bulli vor. Dieser symbolisiere das perfekte Zusammenspiel von Transport-as-a-Service, digitalem Auftrags­management und Elektromobilität. So wolle man den Stromer, wie bereits heute den VW e-Crafter seinen Transportdienstleister zur Verfügung stellen, um E-Mobilität in die Welt hinauszutragen. Und vor allem, um deren Vorzüge am Markt zu platzieren. Im Detail soll aber am besten Gregor erläutern, mit welchen Entwicklungen Cito künftig noch aufwarten wird.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Gregor Stock von CITO zu Gast. CITO ist eine 100%-Tochter aus dem VW-Konzern, genauer gesagt aus der Volkswagen-Nutzfahrzeugsparte und hat sich auf die Digitalisierung des Transportmarktes spezialisiert. Auf der Seite möchte man gleichermaßen bemessen Kunden als auch Transportdienstleister zusammenbringen, die Customer Journey der beiden Zielgruppen vereinfachen, besser darstellen und somit einen Mehrwert am Markt generieren. E-Mobilität, Nachhaltigkeit und vor allem auch Digitalisierung spielt dabei eine ganz große Rolle. Aber inwiefern ganz genau, soll euch Gregor am besten selbst erzählen. Hierzu gehen wir direkt ins Gespräch. Vielen Dank fürs Zuhören, schon vorab. Servus Gregor, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über dich und euer Unternehmen unterhalten, CITO in dem Fall. Bevor wir darauf eingehen, was CITO macht, wer ihr seid, stell dich doch gerne mal selbst kurz vor.

  3. Gregor Stock:

    Ja, ich bin der Gregor, bin einer der beiden Geschäftsführer von der Firma CITO Transport Technologies oder einfach kurz CITO. Wir sind eine sehr, noch relativ junge Tochterfirma im Volkswagen-Konzern. Wurden im letzten Jahr im April gegründet. Das war auch sozusagen der Startpunkt meiner Karriere bei Cito. Davor war ich auch 15 Jahre im Volkswagen-Konzern unterwegs in verschiedenen Bereichen. Digitale Geschäftsmodelle, Elektromobilität und irgendwann ganz zu Anfang mal im Bereich Fahrwerk und Fahrdynamik und mache eben jetzt seit knapp einem Jahr den Job als einer der beiden Geschäftsführer bei Cito und das macht große Freude.

  4. Sebastian:

    Das kann ich mir vorstellen, bringt ja wahrscheinlich einige Herausforderungen mit sich, wenn man da von so einer Ausgründung sozusagen tätig wird, vor allem wenn man dann doch aus dem Konzernumfeld auch kommt, wird das wahrscheinlich nochmal ein großer Umschwung sein.

  5. Gregor Stock:

    Das kann ich bestätigen, das war schon eine Sehr steile Lernkurve. Wie du das richtig sagst, davor ist man so ein bisschen in dem behüteten Konzernumfeld. Behütet in dem Sinne, du hast halt alle Dinge da. Eine Lohnabrechnung macht irgendjemand für dich. Irgendjemand stellt dir einen Laptop bereit und ein Telefon kriegst du auch und alle anderen Rahmenbedingungen. Und wir sind quasi im letzten Jahr im April mit einem weißen Blatt Papier gestartet oder noch nicht mal mit einem weißen Blatt Papier. Eigentlich noch mit einer Gründungsurkunde. Und dann hieß es erstmal alles selber besorgen und aufbauen in der Firma. Das war sehr, sehr spannend, weil man natürlich sehr viel gelernt hat. Darüber auch, wie eine Firma funktioniert und welche Prozesse man implementieren muss. Aber natürlich war dann auch einer der größten Fokuspunkte für uns, möglichst schnell an den Markt zu gehen mit unserem Produkt. Das war etwas, was wir eben auch kaum erwarten konnten. Und das ist dann im Juli erfolgt im letzten Jahr.

  6. Sebastian:

    Und wenn du jetzt schon sagst, Fokus war der Marktstart, der jetzt im Juli erfolgt ist, also gut drei Vierteljahr, ein bisschen länger her. Was ist euer Produkt, das ihr an den Markt bringt? Kannst du das mal umreißen?

  7. Gregor Stock:

    Ja, also wir haben ein digitales Software-Geschäftsmodell im Transportbereich. Ganz einfach gesagt, wir verbinden Geschäftskunden, die den Bedarf haben, nach zeitkritischen Transporten. direkt mit ausführenden Transportpartnern über unsere Software. Das heißt, wenn du jetzt irgendwas von A nach B versenden möchtest und fragst dich, wie das geht, dann gehst du bei uns auf die Homepage. Dann tippst du ein, von wo nach wo das versendet werden soll, wie groß die Lieferung jeweils ist, die du versenden möchtest. Dann klickst du auf den Knopf Bestellen und wir geben das eben weiter in unser Netzwerk von Transportpartnern, die eben auch unsere Software nutzen und die das dann quasi selbstständig annehmen und dann begleiten wir quasi beide Seiten auch noch auf der kompletten Transport-Journey, vom Routing zum Abholpunkt, die Abholung, die Lieferung und dann eben auch die Dokumentation des Ganzen für beide Seiten und zum Schluss übernehmen wir eben auch noch den kompletten Zahlungsstrom für beide Seiten der Plattform.

  8. Sebastian:

    Aber dann seid ihr, oder kann man euch dann so als Art digitale Spedition verstehen, oder weil, ich sage mal, ihr agiert in diesem Umfeld, seid dann aber eher eine Mischung daraus und dann auch in Anführungsstrichen vielleicht von einem Marktplatz noch, oder wie ist die Verbindung zu prägen?

  9. Gregor Stock:

    Ja, also unser Jurist sagt immer, wir sind eine Fixkostenspedition rein rechtlich und Das klingt für mich immer etwas altbacken, aber das trifft es eigentlich schon. Wir sind schon eine Spedition, eine digitale Spedition, weil wir eben auch ein Vertragsverhältnis eingehen direkt mit unseren Kunden, die etwas versenden möchten und dann wiederum auch ein Vertragsverhältnis eingehen mit den ausführenden Transportdienstleistern. Das ist so ein bisschen wie so eine digitale Taxiplattform, die man in den verschiedensten Ausprägungen kennt, nur dass ich eben nicht als Privatkunde auf den Knopf drücke und mir ein Taxi bestelle, um von A nach B zu kommen, sondern ich als Geschäftskunde bei uns auf drei, vier Knöpfe drücke und dann eben ein Paket von A nach B gebracht wird für mich.

  10. Sebastian:

    Okay, also gut, dann lag ich ja schon mal mit meiner Einschätzung gar nicht so verkehrt. Was ist jetzt aber der Unterschied zu eben dieser klassischen Spedition?

  11. Gregor Stock:

    Also für uns gibt es verschiedene Merkmale, die für uns wichtig sind, die wir, glaube ich, anders machen, als es bisher im Markt gemacht wird, gerade im Bereich der zeitkritischen Transporte. Das Erste ist, Für uns ist es wichtig, den Fokus auf die maximale Digitalisierung zu legen und insbesondere eben auf die Entwicklung der besten Customer Journey. Und das sowohl für unsere Kunden, die eine Lieferung bestellen, aber eben auch für unsere Transportpartner. Das heißt, für uns sind beide Seiten des Marktes gleich spannend und auch gleich wichtig, was uns mit Sicherheit auch von einigen Wettbewerbern unterscheidet aus unserer Sicht, dass wir eben den Fokus nicht nur auf die Kundenseite legen, sondern auch auf die Seite der Transportpartner, weil wir eben daran glauben, dass ein nachhaltiges Geschäftsmodell nur dann funktioniert, wenn alle Seiten davon partizipieren. Und die Automatisierung liegt bei uns insbesondere im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Wir entwickeln kontinuierlich unser Produkt mit unseren Kunden, aber auch den Transportpartnern weiter. Und worauf wir besonders Wert legen, ist eben das Thema Einfachheit, Transparenz und insbesondere aber auch das Wort Automatisierung. Und Fairness, insbesondere gegenüber den Transportpartnern.

  12. Sebastian:

    Das heißt, wie äußert sich diese Fairness, wenn du es jetzt schon so betonst?

  13. Gregor Stock:

    Na ja, also mal ganz einfach angefangen. Das ist, glaube ich, wie man mit den Leuten umgeht, mit denen man kommuniziert. Dass man versucht, auf Augenhöhe zu kommunizieren und auch wertschätzend miteinander umzugehen. Aber auch einfach im Geschäftsmodell ein großes Augenmerk darauf zu legen, was sind die Bedürfnisse der Transportpartner. Und wie können wir die abwickeln? Also für uns sind das eigentlich auch wieder drei Aspekte, die wir da im Fokus haben gegenüber den Transportpartnern. Das erste Thema ist, dass wir der sozusagen Digitalpartner unserer Transportpartner sind. Das heißt, unsere Software stellen wir kostenfrei zur Verfügung. Die kann der Partner nutzen. Und nur wenn ein Wertstrom passiert, nehmen wir auch ein Stückchen von dem Wertstrom für uns ab. weil wir eben Mehrwert für diese Seite geboten haben. Das zweite ist, dass wir ein Stück weit auch der Sales-Kanal für unsere Transportpartner sind, weil wir diejenigen sind, die eben die Kunden auf unsere Plattform holen und dann eben an die Transportpartner auch kostenfrei sozusagen weitergeben. Und der dritte Punkt ist, dass wir auch eine Art, ich nenne es jetzt mal Finanzpartner sind, weil wir eben das Cashflow-Risiko haben, von dem Kunden hin zum Transportpartner wegpuffern, weil wir eben die Transportpartner unabhängig vom Cashflow-Strom der Kunden ausbezahlen und das zweimal im Monat, weil wir eben festgestellt haben, dass nicht nur, sagen wir mal, die Höhe der Auszahlung wichtig ist für die Transportpartner, sondern insbesondere auch die Regelmäßigkeit. Man muss ja wissen, dass die Transportpartner diejenigen sind, die auch die Fahrzeuge besitzen und damit das Assetrisiko tragen und insofern darauf angewiesen sind, dass sie eben auch kontinuierlich und regelmäßig ausgezahlt werden.

  14. Sebastian:

    Hört sich vernünftig an und ja, Fairness trifft es da dann wahrscheinlich schon ganz gut, so wie du es gesagt hast. Ich habe aber im Vorgespräch auch von Lisa schon mitgeteilt bekommen, dass sie Verbesserungen der Bedingungen für die Kurierfahrer an sich ermöglicht, umsetzt sozusagen. Kannst du darauf mal eingehen?

  15. Gregor Stock:

    Ja, also das sind schon die Aspekte, die ich eigentlich gerade genannt habe, wo wir eben auch mit den Transportpartnern direkt kommunizieren und Wir versuchen auch sehr viel, ich sag mal, in die Lebenswelt der Transportpartner einzutauchen, indem wir entweder Lieferungen selber machen oder Lieferungen begleiten oder Interviews mit unseren Transportpartnern machen, aber auch eben unser Produkt weiterzuentwickeln. Für uns ist es immer wichtig, dass wir unser Produkt nah am Kunden weiterentwickeln und nah an den Bedürfnissen der Kunden weiterentwickeln, denn unser Geschäftsmodell macht ja nur Sinn, wenn wir wirklich einen Mehrwert für beide Seiten des Marktes bieten. Und nur dann haben wir aus unserer Sicht auch ein Recht im Markt da zu sein und zu wachsen.

  16. Sebastian:

    Das ist vollkommen nachvollziehbar. Du hattest jetzt vorhin auch schon gesagt, ihr wollt den Transportmarkt digitalisieren, macht das unter anderem über die Plattform. Gibt es da ein spezielles Beispiel, wo ihr tatsächlich gegenüber dem nicht so ganz digitalen Speditionsgeschäft, nenne ich es jetzt mal, oder wie aktuell der Markt eben abgebildet wird, deutliche Fortschritte gemacht habt? Kannst du da was Greifbares vermitteln?

  17. Gregor Stock:

    Das ist natürlich schwer zu sagen, weil wir natürlich auf die ganze Customer Journey gucken. Von Bestellbeginn bis Abschluss der Lieferung. Aber wenn wir das rausnehmen wollen, Bestellbeginn, bei uns platzierst du eine Bestellung als eingeloggter User in unter 45 Sekunden mit vier Klicks. Und alles, was ich bisher kenne, ist das definitiv schneller als der Bestellprozess per Telefon oder per E-Mail, wie er heute eigentlich ist. Stand der Technik ist.

  18. Sebastian:

    Jetzt hast du eben auch nochmal erwähnt, die Customer Journey steht dann bei euch auch im Fokus. Zum einen natürlich, um bestehende Kunden sozusagen zufriedenzustellen, natürlich aber auch, um das beste Erlebnis zu bieten, um die auch entsprechend zu binden und neue Kunden auch für euer Unternehmen interessant zu machen. Kannst du mir mal da einen Überblick geben, woran ihr da feilt, um dann eben auch eben diese überzeugende Customer Journey auf den Weg zu bringen?

  19. Gregor Stock:

    Das sind wie gesagt Die Aspekte zum einen aus Kundensicht zu schauen, aber auch aus Transportpartner sich zu schauen, gehen wir alle Schritte durch, vom Onboarding über die Lieferbestellung, über die Lieferdurchführung bis zum Abliefern und dann zur Dokumentation, dass wir permanent tracken, was sind eigentlich die Pains und Gains in der Customer Journey für unsere Kunden. Wo müssen wir Sachen optimieren, wo wir noch nicht so sind, wie wir uns das vorstellen. Und natürlich gibt es da viele Ideen. Wir sind eher auf dem Punkt, dass wir zu viele Ideen manchmal haben, mit denen wir unseren Entwicklern ein Stück weit entgegentreten und müssen uns da selber ein Stück weit bremsen, weil es eben einfach auch viele Möglichkeiten ja heutzutage gibt, einfach tolle Aspekte reinzubringen. Ein Beispiel, woran wir gerade zum Beispiel arbeiten, ist das Thema Spracherkennung. Da arbeiten wir zusammen mit der Firma German Autolabs Und haben uns angeschaut, die Kurierfahrer, die im Auto sitzen und dann ihre App laufen haben und wenn eine neue Fahrt reinkommt, ist das natürlich schon irgendwie immer ein Ableckungspunkt während der Fahrt, zu gucken, okay, das ist eine neue Fahrt, kann ich die fahren? Von wo nach wo geht die Fahrt und wann? Und dann einfach diese Berührpunkte mit den Kunden noch mehr zu optimieren und in dem Fall halt durch Spracherkennung das Leben noch einfacher zu machen für diejenigen, die unseren Service nutzen. Das ist halt das, was wir permanent vorantreiben. um eben diesem Ziel zu folgen und zu sagen, hey, wir wollen die beste Customer Journey entwickeln.

  20. Sebastian:

    Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, jetzt gerade dieses Beispiel, dieses Pilotprojekt wurde es, glaube ich, auch im Vorfeld genannt mit German Autolabs, ist dann quasi, dass ihr über Sprache mit dem Fahrer dann kommuniziert oder wie kann ich es mir vorstellen, nur damit ich es ein bisschen greifbarer bekomme?

  21. Gregor Stock:

    Ja, genau, um das mal plakativ zu machen, also der Fahrer hat unsere App, wie viele Taxi-Apps heutzutage auch die Taxifahrer im Auto haben, Oder für artverwandte Unternehmen von Taxiunternehmen. Und dann kommt halt eine neue Meldung rein, die heißt dann, du kannst einen Transport in Berlin von Straße Alexanderufer zu Friedrichstraße machen um 10 Uhr morgens. So, und das muss ich halt heutzutage als lesen, als Fahrer. Ich muss die Paketgröße lesen und muss erfassen, ist das etwas, was in meinen Kalender passt? Ist das was, was zu meinem Auto passt? Ist das was, was ich fahren kann? So, und diese Punkte dann zu automatisieren und in eine Art Dialog zu überführen, wo ich einen Sprachassistenten habe, der mir eben sagt, hey, pass auf, Sebastian, hier ist eine neue Fahrt von Alexanderufer nach Friedrichstraße, willst du die fahren? Ja, nein. Ja, okay, die Fahrt ist morgen zwischen 10 und 11, Größe so und so, passt das in dein Auto? Ja. Ich habe die Fahrt für dich gebucht, passt das für dich? Ja. Ganz plakativ mal dargestellt. Aber es ist sehr viel einfacher, weil ich halt währenddessen nochmal in, wie sagen wir, normaler Arbeit nachgehen kann, die typischerweise ja sehr viel aus Fahren besteht, muss man ja sagen.

  22. Sebastian:

    Womit ja dann auch schlussendlich das Geld auf Seiten des Transportdienstleisters dann ja auch erbracht wird. Von daher hört sich das wirklich sehr intuitiv an, was da eingebettet ist. Die Frage, die ich mir jetzt stelle, jetzt hast du gesagt, der Fahrer wird beispielsweise für Größe, Paket, Strecke, Zeit usw. abgeklopft. Wäre das nicht eigentlich ein Thema, was im Vorfeld schon Durch die entsprechende Technik, ich sage mal, wenn der Fahrer sein Fahrzeug hinterlegt bei euch auf der Plattform, dass man dann gleich merkt, okay, der kriegt gar keine Euro-Palette beispielsweise rein, sondern kann halt nur Kartons fahren. Wird aber auch schon ausgefiltert, sage ich mal vorher dann. Okay, das wollte ich bloß nochmal klarstellen, weil ich dachte mir das fast, dass ihr das dann eben dementsprechend schon steuert und die Aufträge dann natürlich auch nur in die Fahrzeuge verteilt, die dafür auch überhaupt in Frage kommen würden.

  23. Gregor Stock:

    Wobei wir auch Dienstleister haben, die haben verschiedene Fahrzeuge in ihrem Fuhrpark und auch verschiedene Größen und dann wechseln auch die Fahrer zwischen den Fahrzeuggrößen an verschiedenen Tagen. Das heißt, das steht nicht immer fest, dass es eins zu eins aufeinander matcht.

  24. Sebastian:

    Jetzt hatten wir, oder ihr habt das vorhin eingangs erwähnt, ihr kommt aus dem VW-Konzern, habt da eben auch den Hintergrund von dem doch sehr großen Automobilhersteller und arbeitet mit dem jetzt auch, wie wir damals bei der ID.Bus Premiere gesehen haben, zusammen. Magst du dazu ein paar Worte verlieren?

  25. Gregor Stock:

    Ja, also ich sage mal rein Shareholder-mäßig sind wir eine 100%-Tochtergesellschaft der VW AG, sind bei den VW-Nutzfahrzeugen angesiedelt. Das passt natürlich auch sehr gut zur Strategie der VW-Nutzfahrzeuge, die eben im Konzern die Themen Autonomous Driving, Mobility as a Service Transport as a Service vorantreiben und ist für uns natürlich auch eine super spannende Kombination. Digitales Softwaregeschäftsmodell verbunden mit den Zukunftsthemen Elektromobilität und dann irgendwann autonomes Driving und gerade beim Thema Elektromobilität, was wir super spannend finden, ist natürlich schon die Frage, welche Fahrzeuge passen da, gerade in Zukunft in unserem zeitkritischen Liefermarkt und der ID.Bus finden wir super attraktiv, passt super zum Geschäftsmittel, ist eine tolle Kombination, sowohl von der Größe wie auch von der Reichweite. Also irgendwie von außen ein relativ kleines Fahrzeug gegenüber vielen Lieferfahrzeugen, aber trotzdem eine große Laderraumkapazität. Passt, glaube ich, auch sehr gut zu der Zukunft von Mobilität in Städten, die man definitiv erwarten kann. Mit noch mehr Verkehr, wahrscheinlich mehr schon mehr Einschränkungen zu erwarten hinsichtlich natürlich auch der Antriebsart und wahrscheinlich ist es auch so, dass mittlerweile der Business Case sich deutlich dreht für den Fahrer zwischen Verbrennungsmotor und elektrischem Fahrzeug aufgrund der steigenden Benzinpreise, nicht wahr?

  26. Sebastian:

    Ja, wird den Wandel, denke ich, stetig beschleunigen. Zumindest ist es auch so der Eindruck, den wir bei uns auf der Plattform haben, dass da doch auch Verbrennerfans in Anführungsstrichen ernsthaft über den Wechsel nachdenken, was ja von Vorteil ist. Das heißt, ihr habt den ID.Bus in dem Fall dann auch schon eingeflottet unter eurem Namen oder stellt den Partnern zur Verfügung. Das habe ich noch nicht so ganz verstanden.

  27. Gregor Stock:

    Stimmt, das habe ich, glaube ich, auch noch nicht gut erklärt. Also es ist so, dass wir noch keinen ID.Bus bei uns haben. Der Produktionsstart ist ja auch erst im Herbst diesen Jahres, soweit ich weiß. Wir haben im Moment, also wir haben grundsätzlich ja auch keine eigenen Fahrzeuge und keine eigene Flotte, weil wir zwei Seiten im Markt miteinander verbinden. Kleine Einschränkung, im Moment haben wir unseren eigenen E-Crafter bei uns rumfahren. Warum? Aus zwei Gründen. Erstens, wie ich es eingangs gesagt habe, wir machen selber auch einige Lieferungen in den Städten. um eben zu sehen, wie funktioniert das aus Kundenperspektive. Und ich glaube, da gibt es nichts Wichtigeres, als das selber zu machen. Das Zweite ist, dass wir diesen eCraft auch heute schon verleihen an Transportpartner von uns, die sonst Verbrennungsmotoren fahren, um eben zu schauen, hey, passt mal auf, Leute, hier ist eine neue Antriebsart, probiert das doch mal aus, gebt uns doch mal Feedback, wie das funktioniert. Das ist super spannend, auch für uns. Und die Infos geben wir natürlich dann wieder auch weiter an unseren Shareholder, die Nutzfahrzeuge. Auf der anderen Seite haben wir, glaube ich, gute Chancen, auch zeitnah, nochmals gleich mit so einem ID-Bus zu machen und auch hier schon mal anzufangen, das einfach mit in den Markt reinzugeben. Ich glaube, es ist sehr, sehr wichtig bei vielen Themen, was die Zukunft betrifft, die Dinge einfach mal anfangen und zu machen. Grundsätzlich ist das vielleicht auch so der Ansatz gewesen, warum wir unsere Firma gegründet haben, weil wir einfach irgendwann mal angefangen haben, etwas zu machen. Und ich glaube, es ist gut, dann auch so ein ID-Bus zu nehmen und dann auch den Transportpartnern an die Hand zu geben und zu zeigen, schaut mal her, was das Fahrzeug alles kann, um so eben ein Stück weit diese Barriere, die du gerade meintest, von den Verbrennungsmotoren-Fans aufzubrechen und zu zeigen, dass man da gar keine Berührungsängste braucht. Und es vielleicht sogar mehr Vorteil als nachher hat.

  28. Sebastian:

    Ja, und da überzeugt wahrscheinlich, sagt man, der Selbsttest dann doch am ehesten, als wenn man das, ich sag auch mal, nur so dahingeredet bekommt tatsächlich. Ja, also vielen Dank dann schon mal dafür, für die Einordnung der ganzen Geschichte. Wie schaut es kundenseitig aus? Ihr seid also auch frei auf dem Markt verfügbar. Das heißt, ihr bedient jetzt nicht nur Unternehmen innerhalb des VW-Konzerns, sondern ihr agiert tatsächlich am freien Markt auch mit eurem Modell.

  29. Gregor Stock:

    Ja, also wir sind komplett am freien Markt verfügbar und das ist auch unser Geschäftsmodell. Wir wollen am freien Markt wachsen. Im Moment sind wir deutschlandweit tätig, auch ins europäische Ausland hinein. Mit Zukunft werden wir sicherlich auch dahin skalieren. Das ist definitiv der Plan. Das heißt, wenn ich jetzt Werbung machen wollte, würde ich sagen, geht auf unsere Webseite. Das ist cito.ai. Probiert das aus. Da sind noch viele weitere Informationen über uns, Artikel etc., wo man sich informieren kann. Aber vor allen Dingen kann man da auch natürlich Bestellungen platzieren, die wir dann sehr gerne durchführen.

  30. Sebastian:

    Und wenn wir jetzt bei der Bestellung sind, weil du vorhin als Beispiel genannt hast, diese innerstädtischen Fahrten, ihr seid aber nicht nur innerstädtisch unterwegs, sondern ihr agiert dann auch tatsächlich, wenn jetzt jemand von München nach Berlin was gefahren haben wollen würde, wäre das auch ein Thema, was man bei euch auf der Plattform platzieren könnte?

  31. Gregor Stock:

    Absolut. Wir machen genau beide Themen, sowohl innerstädtische Lieferungen wie auch Intercity-Lieferungen, wenn wir es so nennen wollen. Das ist unser Themenfeld. Wir haben den Fokus auf B2B-Kunden. Das heißt, wir sind eine Geschäftskundenplattform. Das ist so die Einschränkung, die ich an der Stelle machen muss, in Anführungsstrichen. Das heißt, wir haben einen reinen Geschäftskundenservice mit unserer Software im Markt.

  32. Sebastian:

    Gut, bietet sich bei dem Themenfeld oder bei den Fahrzeugen, die ja da auch angesprochen werden, dann natürlich an und lohnt sich wahrscheinlich nicht für den Orthonormalverbrauch ein Paket da mit eurem Dienst zu verschicken. Dafür gibt es ja dann doch andere Begleitermarkt, die sich da eher auf den Endkunden spezialisiert haben.

  33. Gregor Stock:

    Ja, das ist vollkommen richtig. Dieser Markt für zeitkritische Transporte und diese Direktfahrten, das ist schon in Anführungsstrichen ein hochpreisiger Markt, weil man natürlich exklusiv sich einen Fahrer und ein Fahrzeug mietet für einen Transport und dann hat man entweder ein zeitkritisches Gut oder ein sehr wertvolles Gut oder eine Kombination aus beiden und es ist auch zu 90% ein B2B-Markt heutzutage. Auf der anderen Seite schauen wir schon, wie wir unsere Plattform kontinuierlich weiterentwickeln und ein Thema, was wir zum Beispiel aktuell in Entwicklung haben, ist das Thema Routing. Das heißt, im Moment kann man über unsere Plattform A-B-Fahrten buchen und also Direktfahrten sozusagen, aber das werden wir sukzessive aufweiten in neue Geschäftsfelder und auch eben das Thema anbieten, ein Abholpunkt, mehrere Ablieferorte und was es dann noch für Kombinationen gibt. Naja, also unser Ziel ist es halt, dieses Produkt kontinuierlich weiterzuentwickeln und natürlich auch im Markt mit den Kundenbedürfnissen weiter zu wachsen und das ist eben zum Beispiel eins der Bedürfnisse unserer Bestandskunden, die sagen, hey, das ist super, wir machen AB-Fahrten Aber wir haben eben auch ABCD-Fahrten, könnt ihr das anbieten? Und das ist für uns dann immer der initiale Punkt, wo wir sagen, okay, das ist uns wichtig, das wollen wir implementieren.

  34. Sebastian:

    Da habt ihr dementsprechend noch genügend Aufgaben vor euch und habt ja aber auch schon viel geschafft in dem knappen Jahr, in dem ihr jetzt am Start seid. Von daher von meiner Seite aus erstmal vielen Dank für die Einblicke, Gregor, die wir bekommen haben auf Cito. Ich denke, der eine oder andere Hörer, Hörerin wird bei euch vorbeischauen. Und ansonsten können wir auch gerne in einem halben, dreiviertel Jahr nochmal gemeinsam ins Gespräch gehen, um einfach auch zu schauen, wie viele Schritte ihr jetzt dann doch wieder weiter seid.

  35. Gregor Stock:

    Ja, sehr gerne, Sebastian. Wirklich sehr gerne.

  36. Sebastian:

    Gut, dann vielen Dank für deine Zeit, Gregor. Bis demnächst.

  37. Gregor Stock:

    Ich danke dir.

  38. Sebastian:

    Das war es ja auch schon wieder, die aktuelle Folge des elektronischen News.net Podcast. Ich habe mich sehr gefreut, dass du wieder zugehört hast und freue mich noch mehr darüber, dass du uns eine positive Bewertung bei iTunes oder Spotify hinterlässt, um das Ganze einfach noch ein wenig mehr hinauszutragen in die Welt. Die E-Mobilität sollte noch umfassender bekannt werden und genügend Einsatzfelder gibt es dafür, wie du hier immer wieder aufs Neue hörst. So oder so, vielen Dank fürs Zuhören. Bis zur nächsten Folge. Mach's gut. Ciao.