Fuhrpark-Elektrifizierung: Lohnt sich das wirklich?

Jan-Henrik Lange, BAFA-Berater

In der aktuellen Podcast-Folge habe ich mit Jan-Henrik Lange gesprochen, einem BAFA-Unternehmensberater mit Schwerpunkt Fuhrpark und Nachhaltigkeit. Jan-Henrik hilft Unternehmen, ihre Flotten wirtschaftlicher, effizienter und nachhaltiger aufzustellen – von der Beschaffung über das Schadenmanagement bis hin zur Car Policy. Dabei stößt er immer wieder auf die gleichen Herausforderungen und Mythen rund um die Elektrifizierung von Flotten.

Ein zentraler Punkt unseres Gesprächs war die Frage, ob es 2025 noch möglich ist, einen Fuhrpark „nebenbei“ zu managen. Jan-Henrik sieht hier eine klare Trennlinie: Während kleinere Unternehmen mit bis zu 20 Fahrzeugen oft noch improvisieren, wird es ab einer gewissen Größe schnell komplex. „Die Anforderungen werden immer größer. Wir haben eine Gesetzgebung, eine Teilbürokratie, die wir auch nicht ganz abschaffen“, erklärt er. Die richtige Strategie sei entscheidend – und dazu gehört eine strukturierte Datenerfassung. Eine gepflegte Excel-Liste könne für kleine Flotten bereits eine solide Basis sein, während größere Unternehmen zunehmend auf spezialisierte Software und Dienstleister setzen sollten.

Ein weiteres großes Thema: die Kostenfrage. Viele Unternehmen fürchten hohe Investitionen bei der Umstellung auf Elektroautos. Doch in der Gesamtbetrachtung – der sogenannten TCO (Total Cost of Ownership) – sieht das Bild anders aus. „In der TCO-Betrachtung ist es jetzt schon so, dass E-Autos günstiger fahren als Verbrenner“, so Jan-Henrik. Gerade bei Wartung und Verschleiß seien Einsparungen möglich. „Ölwechsel, Filter, teure Inspektionen – all das fällt weg.“ Hinzu kommt: Die steigende CO₂-Steuer wird Diesel und Benzin weiter verteuern, während Ladekosten – besonders am Firmenstandort oder zu Hause – oft deutlich niedriger sind.

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Elektrifizierung ist die Akzeptanz der Mitarbeitenden. Hier begegnet ihm oft Vorbehalte, die sich bei genauer Betrachtung als unbegründet erweisen. „Gefühlt haben wir in Deutschland nur noch Außendienstler – keiner arbeitet mehr, alle fahren nur noch Auto“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Wenn man dann nachhakt, wie viele Kilometer tatsächlich täglich gefahren werden, stellt sich meist heraus: Die Reichweiten moderner Elektroautos reichen völlig aus. Dazu kommen steuerliche Vorteile, die viele Dienstwagenfahrer erst auf den zweiten Blick wahrnehmen. „200 Euro netto mehr im Monat durch niedrigere Versteuerung – das ist eine Gehaltserhöhung, ohne dass der Arbeitgeber mehr zahlen muss.“

Neben finanziellen Vorteilen bietet die Elektrifizierung auch strategische Chancen für Unternehmen. Wer seine Flotte frühzeitig umstellt, kann CO₂-Ziele erreichen, gesetzliche Berichtspflichten erfüllen und sich dadurch sogar bessere Kreditkonditionen sichern. Projekte wie PV-überdachte Parkplätze zeigen, wie Unternehmen Mobilität mit Energieautarkie verknüpfen können. Jan-Henrik sieht hier einen klaren Trend: „Wir haben in den letzten Jahren so eine tolle Ladeinfrastruktur bekommen – sie wird immer besser.“ Und für Unternehmen, die die Umstellung angehen wollen, gibt es sogar Fördermöglichkeiten: „Meine Beratungsleistung ist in einigen Regionen Deutschlands bis zu 80 Prozent förderfähig.“

Das Gespräch mit Jan-Henrik zeigt: Elektrifizierung ist kein Selbstzweck, sondern eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung, die Unternehmen langfristig Vorteile bringt. Nun aber genug der Vorworte – hören wir direkt rein in unser Gespräch.

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge habe ich Jan-Henrik Lange, Sein des Zeichens, zertifizierter BAFA-Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Fuhrpark und Nachhaltigkeit zu Gast. Er hilft Unternehmen und Flotten, sich auf E-Mobilität vorzubereiten, nicht nur die CO2-Bilanz zu senken, sondern auch die Kosten im Unternehmen, indem man auch das Thema Sektorenkopplung gleich mit betrachtet. Themen wie CSRD, ESG und Energieeffizienzgesetz sind für ihn auch keine Fremdwörter. Auch darauf gehen wir ein. Ich selbst habe mich in der Folge ein wenig zurückgehalten, habe Jan-Henrik sprechen lassen, weil, wie du hörst, meine Stimme ein Stück weit angeschlagen. Insofern gehen wir auch direkt rein in die Folge mit ihm. Viel Spaß damit. Servus, Herrn Henrik. Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns über das Thema E-Mobilität unterhalten. Heute mal mit einem anderen Touch, der auch meine Vergangenheit ein Stück weit mit reinbringt, denn wir reden über das Thema E-Mobilität in Flotten von Unternehmen unterschiedlichster Größe, welche Chancen und Risiken man hat, wenn man sich eben darauf konzentriert. warum du genau der richtige Mann dafür bist, um darüber zu sprechen. Das wirst du mir gleich erklären, bevor wir dann eben tiefer ins Thema eintauchen.

  3. Jan-Henrik Lange:

    Ja, vielen Dank an der Stelle, dass wir beide hier zusammenkommen, uns ein bisschen darüber auszutauschen. Mein Name ist Jan-Henrik Lange. Ich bin selbstständiger Unternehmensberater mit Schwerpunkt Themen Fuhrpark und Nachhaltigkeit. Versuche, den Unternehmen dabei draußen zu helfen, sich im Fuhrpark kostengünstiger, effizienter als auch nachhaltiger aufzustellen. Beleuchte das ganze Thema. vollumfänglich, das heißt von der Beschaffung, Rückgabe, Versicherung, Schadenmanagement, Tankkarten, all die schönen Stellhebel und Stellschrauben, die es irgendwo gibt, die versucht man dann auch schön zu drehen, gleichzeitig auf ein Rahmenwerk zu hinterlegen, was eine Car Policy und Dienstwagenrichtlinie angeht oder eine entsprechende Nutzungsüberlassung auf der anderen Seite und Ich bringe, ich sag mal, jahrelange Expertise aus dem Bereich Vorparkmanagement mit, komme selber ursprünglich irgendwann mal aus dem Autohaus, wo ich auch als Verkaufsleiter gearbeitet habe, bringe auch ein bisschen Kenntnisse aus dem Startup der Sicherheits- und Elektrotechnik mit und habe natürlich in den letzten Jahren dann auch versucht, so einen Fokus draufzulegen, wie man alternative Antriebe in die Unternehmen integrieren kann, unter anderem Stichwort Elektromobilität, da gibt es ja dann doch immer noch Auch heutzutage im Jahr 2025 ein bisschen mehr Mythen, wie man sich vorstellen kann. Wo ich gedacht habe, das haben wir vielleicht doch schon ein bisschen hinter uns, aber da dürfen wir immer wieder dieselbe Aufklärungsarbeit leisten. Da versuche ich dann halt einfach ein bisschen mit meiner Expertise zu unterstützen.

  4. Sebastian:

    Da sind wir ja auch schon beim richtigen Schlagwort. Du hast ja gesagt Mythen. Die haben wir jetzt nicht nur in Bezug auf die E-Mobilität, sondern auch bei so einem Fuhrpark an sich. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, als Einkaufsleiter nebenbei so 12 bis 15 Fahrzeuge zu managen. Flotte nebenbei, ist das denn 2025 noch möglich, gerade mit den ganzen Voraussetzungen, Anforderungen, die eben am Markt vorhanden sind? Oder ist das jetzt aktuell der richtige Zeitpunkt, sich da Unterstützung zu holen, um eben auch Ressourcen innerhalb des Unternehmens besser zu nutzen?

  5. Jan-Henrik Lange:

    Ja, das ist definitiv nebenbei noch möglich, aber man muss auch ganz klar differenzieren. Wir haben die Situation, dass es Unternehmen gibt, die, wie schon gesagt, fünf Fahrzeuge, zehn, zwanzig Fahrzeuge haben, PKW-Transporter auch mal ganz bunt gemischt. Da wird es auch immer so sein, dass im Unternehmen irgendjemand das machen darf, der Geschäftsführer vielleicht selber. HR, Finanzen, wie auch immer, da liegt das dann ein Stück weit, aber gleichzeitig ist natürlich so, wie du schon richtig sagst, die Anforderungen werden immer größer. Wir haben eine Gesetzgebung, wir haben eine Teilbürokratie, die wir auch nicht ganz abschaffen können, auch nicht ganz abschaffen wollen, um es mal vorsichtig zu formulieren, wo gewisse Dinge auch, ja. ein Stück weit berichtet werden dürfen und das führt natürlich zu vielfältigen Anforderungen in den Unternehmen, wo man ganz klar merken, ganz klar feststellen kann, ich möchte jetzt nicht von einer Überforderung sprechen, aber teilweise einfach dieses, wie gehe ich da letztlich mit um? Und ich glaube vor allem in diesem Bereich der etwas in Anfangstrichen kleineren Fuhrparks, wenn man mal von so einem richtigen klassischen Fuhrparkmanagement weggeht und sagt, okay, wir haben jetzt so zwei, drei, vier, fünfhundert Fahrzeuge, Und im Bestand vielleicht sogar noch mehr, wo eigene Leute, eigene FTEs eingestellt werden, sogar mit einem Provider im Hintergrund, also einer großen Faux-Parte-Management-Gesellschaft oder einer großen Leasing-Gesellschaft gearbeitet wird, ist es so, dass ein Großteil der Firmen, die wir in Deutschland haben, ich sag mal so laut DataForce so zwischen 0 bis 200 Fahrzeuge, sind so 16.000 Firmen in Deutschland, also immer noch der klassische Mittelstand, die große. breite Masse, dass wir da ganz klar festhalten können, man kann es nebenbei machen, wenn ich denn auch versuche, mir an der einen oder anderen Stelle mich optimiert aufzustellen, so will ich es mal formulieren. Es geht gar nicht darum, jedem eine Fuhrparksoftware umzuhängen oder irgendwas in der Richtung, sondern es geht wirklich ganz klassisch darum zu sagen, okay, eine gepflegte Excel-Tabelle vielleicht auch bei zehn Fahrzeugen mal zu haben, dass da die Leasing-Start- und Leasing-Enddaten drin sind. Welche Kilometer dürfte ich eigentlich haben? Was dürfte ich eigentlich für mehr oder minder Kilometer bezahlen? Also dass man so ein Fundament, so ein Grundgerüst hat. Und dann ist natürlich jedes Unternehmen individuell, auf das man dann eingehen kann beziehungsweise eingehen muss. Nichtsdestotrotz haben wir alle auch einen wirtschaftlichen Aspekt. Das heißt, der eine oder andere möchte natürlich auch ganz klar sagen, Ich hätte doch vielleicht mal ganz gerne einen Benchmark, klassischerweise zu meinem Autohaus hier irgendwo vor Ort. Wie sieht es dann aus? Sind das gute Konditionen? Und da setzt quasi dann der klassische Beratungsansatz an, wenn man das vollumfänglich betrachtet, indem man eine klassische Inst-Analyse fährt und alle Daten, die es irgendwo gibt, einfach mal sammelt und konsolidiert. Und das heißt, einfach zu schauen. Ich habe jetzt, bleib mal bei dem Beispiel, was du hattest mit den 12, 13 Fahrzeugen, die ihr dann nebenbei hattet. So, ich habe 12, 13 Fahrzeuge. Ich habe dann... Zwölf verschiedene Hersteller und ich habe dann von mir aus auch noch acht verschiedene Banken oder Leasinggesellschaften, mit denen ich zu tun habe. Das ist für mich auf mehreren Ebenen schwierig. Das fängt in der Einkaufskondition an. Wenn ich mehrere Hersteller habe, dann habe ich keinen Hebel oder einen kleineren Hebel, um da vielleicht auf den einen oder anderen Prozentpunkt mehr Nachlass zu bekommen. Da geht das Ganze schon mit los. Dann ganz praktisch in der Handhabung, wer ist mein Ansprechpartner, wo melde ich mich eigentlich, wenn mal irgendwas mit den Fahrzeugen ist. Wie sieht es dann später eigentlich mit der Rückgabe aus? Ein Schadenkatalog bei einem VW-Autohaus sieht vielleicht ganz anders aus als ein Schadenkatalog. Bei einem Ford-Autohaus zum Beispiel, dann setze ich das Ganze klassischerweise fort. Ich habe Leasing-Verträge, es geht halt auch um eine Finanzierung. Teilweise habe ich auch gekauft Fahrzeuge, also ganz unterschiedlichst zirkulär. Und da muss ich für mich dann letztlich auch irgendwo dann mal Und das Auflisten und auch mal eine Entscheidung treffen, ist das überhaupt für mich das richtige Beschaffungsmodell? Möchte ich das eigentlich haben oder halt eben nicht? Weil viele Unternehmen, mit denen ich spreche, die wünschen sich eigentlich ein bisschen mehr Flexibilität, aber sie wissen nicht, wie sie das umsetzen können, beziehungsweise ob man das überhaupt umsetzen kann. Und da versuche ich ganz hands-on Mentality mäßig zu begleiten und zu sagen, okay, jetzt haben wir mal den ganzen Iststand aufgenommen. Und jetzt müssen sich auch mal Gedanken gemacht werden zu dem Thema, in welche Richtung wollen wir uns eigentlich bewegen. Möchte ich jetzt mehr auf eine Marke fokussiert unterwegs sein, dass ich da vielleicht eine bessere Kondition bekomme? Passt das mit der Struktur, die ich habe, mit meinem Unternehmen zusammen? Bin ich hier zentral angesiedelt oder bin ich dezentral? organisiert, habe ich von Flensburg bis Garmisch irgendwie meine Leute unterwegs oder habe ich doch klassischerweise irgendeinen Produktions- oder Betrieb oder irgendwas an einer Stelle vor Ort und da geht es dann darum, da einen Einstieg zu finden und letztlicherweise dann zieht sich das wie so ein roter Faden durch und das heißt auch die Das Senior-Management in so einem Commitment abzuholen, wo möchte ich eigentlich hin, dann auch die Dienstwagenfahrer idealerweise mit abzuholen und hinten raus dann einfach zu gucken, dass die Kosten überschaubar bleiben und idealerweise man den einen oder anderen Euro dann als Einsparung auch nochmal irgendwo generieren kann und das kann man sehr, sehr gut und man kann das, wenn man das einmal aufgegleist hat, kann man das auch für sich verbessern. Ganz gut selber managen, das kann man auch sehr, sehr gut handeln. Und dann macht man das am Ende einfach so, dass man sagt, guck, pass auf, einmal im Jahr überunterlegen wir das Ganze so in einem Review und dann setzt man sich zusammen und guckt, wie ist die Entwicklung gewesen, gibt es wieder Stellschrauben, an denen wir uns entlanghangeln dürfen und uns das gemeinsam anschauen.

  6. Sebastian:

    Vielen Dank für diesen reichhaltigen Input da direkt jetzt zu Beginn. Ich habe mich zumindest teilweise wiedererkannt und gesagt, okay, einen Großteil der Hausaufgaben hatte ich damals schon gemacht, Excel-Liste und Übersicht sozusagen, war nicht so ganz verkehrt. Du hast schon gesagt, es geht darum, einen Überblick sich zu verschaffen, um darauf dann eben zu planen und eben voranzuschreiten. Wir wissen aber auch, CO2-Bilanz, also die Flottenbilanz muss gesenkt werden, soll gesenkt werden, idealerweise noch Kosten sparen. Sind das nicht Widersprüche in sich? dass ich zum einen CO2 einspare, zum anderen auch die Kosten, weil das ist ja so die Denkweise, die auch viele Flottenbetreiber haben, dass das eher ein widersprüchliches Thema ist. Wie ist da deine Einordnung dazu?

  7. Jan-Henrik Lange:

    Ja, das ist eine spannende Frage. Widersprüchlich ist es gar nicht, wenn man sich mit der Materie auseinandersetzt. Also in der TCO-Betrachtung ist es jetzt schon so, dass E-Fahrzeuge jetzt schon günstiger fahren als Verbrennerfahrzeuge. Da sind wir wieder beim Thema Mythos. Kaum einer weiß es. Wenn man das Ganze einfach mal aufarbeitet, von einer Rate angefangen, geht das natürlich weiter in einer Betrachtung Wartung und Verschleiß. Ein Verbrennerfahrzeug hat Ölkosten, da gibt es Ölfilter. Das habe ich bei einem Elektrofahrzeug nicht. Dann fehlt natürlich auch ein entsprechend hohes, hochpreisiges Erwartungsverschleißpaket. Reifen haben wir natürlich bei einem Elektro als auch bei einem Verbrennerfahrzeug. Versicherung ist irgendwo pari und wenn ich dann zu den Ladekosten komme heutzutage, dann habe ich in einem deutschlandweiten Median bewege ich mich, ich sage mal bei 25 Cent brutto die Kilowattstunde, die ich irgendwo habe. Wenn ich einen Diesel an der Zapfsäule habe, dann bewege ich mich in einem im bundesweiten Median um über 1,60 Euro den Liter. Und dann in so einem Forecast betrachtet, wenn wir in 2027 durch die CO2-Steuer dann auch noch 30, 40 Cent mehr den Liter bezahlen dürfen, dann sieht man, wie diese Schere immer weiter auseinander geht und dann man klassischerweise einen Ladekostenrechner einfach mal gebaut und simuliert, was ist das Laden am Firmenstandort, was ist das Laden zu Hause, was ist das Tanken, was kostet mich das in der Gesamtbetrachtung und dann kann man jetzt schon feststellen, dass das Laden zu Hause günstiger ist oder auch im Firmenstandort günstiger ist, als in der Gesamtbetrachtung auf den Diesel einfach ein Stück weit zu schauen und Das erfüllt natürlich dann, wenn ich jetzt anfange zu elektrifizieren, gleichzeitig auch meine Nachhaltigkeitsziele und meine Berichterstattung, die ich irgendwo habe, weil viele Unternehmen, es bricht sich immer weiter runter, man hat mit großen Konzernen angefangen, DAX-Konzern, Dow Jones-Konzerne, CSRD-Berichtspflicht, aber das bricht sich jetzt runter, dass auch sehr große Betriebe, mittelständische Betriebe auf einmal Post bekommen von ihrer Hausbank, wo sie gefragt werden, in welchem Gebäude bist du eigentlich unterwegs, wie saniert ist das, wie gedämmt ist das, da ganz viele Fragen sich irgendwo auftun, auch so ein Energieeffizienzgesetz durch die Gegend geistert und man relativ schnell feststellt, ich habe einen ganz tollen Hebel bei mir im Unternehmen. Wenn ich meine Flotte elektrifiziere, dann habe ich auf der einen Seite eine Kostenersparnis und gleichzeitig habe ich die Berichtspflichten, die ich irgendwo erfüllen kann und die führen gleichzeitig dazu, dass ich unter anderem eine bessere Kreditlinie etc. pp. bekommen kann. Das heißt, ich habe mehrere Verbund- und gleichzeitig auch Synergieeffekte, die sich daraus ergeben.

  8. Sebastian:

    Da hast du ja schon mal ein wichtiges Thema mit aufgegriffen, eben diese ganzen gesetzeregularen Vorgaben, die eben angegangen werden müssen, wo du ja dann auch wahrscheinlich mit deiner Dienstleistung und Erfahrung entsprechend unterstützen kannst. Aber wie ist es denn auch, Wenn wir jetzt den Blick drauf werfen auf die Mitarbeiter oder den riskieren, wie ist deine Erfahrung, wenn du als externer Berater mit reinkommst oder unterstützt, öffnet man sich da vielleicht auch mehr dem Thema E-Mobilität dann so von der Denkweise, weil man eben von außen das ganze Thema auch mal, ich sag mal, neutraler vorgetragen bekommt? Oder ist das auch noch eine Hürde für dich als Berater, da dann den Weg zu bereiten, mal abseits der Kosteneinsparung oder Verringerung der CO2-Bilanz?

  9. Jan-Henrik Lange:

    Also die Erfahrung ist sehr positiv. Ich fange auf C-Level an, mich zu unterhalten. Das heißt klassischerweise CEO, CFO. mit denen sich zu unterhalten, warum gewisse Dinge vielleicht gut sind, weil letztlich da wird die wirtschaftliche Grundlage im Unternehmen gelegt. Wenn wir dort ein Commitment uns abgeholt haben, in welche Richtung wir uns entwickeln möchten, beziehungsweise warum es vielleicht auch gut ist zu elektrifizieren und gewisse Rahmenbedingungen abgesteckt sind, unter anderem, wie mache ich das mit dem Laden unterwegs, wie mache ich das mit dem Laden zu Hause, ist es klug eine Wallbox zu subventionieren, Oder halt eben nicht. Und wenn man dann gleichzeitig auch in die Gespräche mit den Mitarbeitern geht, mit den Angestellten, findet man natürlich immer wieder Leute, die ein Haar in der Suppe finden und die auch gerne diskutieren und im ersten Moment sagen, naja, ich kann nicht elektrisch fahren, ich bin hier, ich höre ja immer in den Gesprächen, ich bin der klassische Außendienst und gefühlt haben wir nur noch Außendienst in Deutschland, keiner ist mehr am Arbeiten, sind alle nur noch am Autofahren. Aber wenn man sich mit denen unterhält und sagt, dann erzähl mal, was fährst du denn im Jahr? Ja, ich fahre wahnsinnig viel. Erzähl mal, 30.000. Oh, wow, okay. Und dann ist man auch mal relativ gemein und dann bricht man das runter und sagt, okay, was fährst du denn? Was muss dein Auto denn können? Ja, 700 Kilometer, 800 Kilometer Reichweite muss ich schon haben. Okay, und was fährst du so reell? Ja, das fahre ich auch. Okay, jetzt hast du gesagt, du fährst 30.000, 35.000 Kilometer am Jahr? Ja, ja, mehr nicht. Okay, 200 Kilometer am Tag wären 48.000 Kilometer am Jahr. 400 Kilometer am Tag sind 96.000 Kilometer am Jahr. Also Urlaubsfahrt ein bisschen vielleicht mit dazu, volle Arbeitstage, nimmst keinen Urlaub, bist ja nur am Arbeiten, bist ja nur am Autofahren. Mal ganz normal, dass du nur vier Stunden Auto fährst und was machst du mit den anderen vier Stunden? Der wischt die Leute schon auf den kalten Fuß. Das ist manchmal auch ganz unangenehm dann in dem Moment, wenn sie dann auch mal nachbohren. Das sind auch die Fragen, die du natürlich im Vorwege idealerweise mit der Geschäftsleitung irgendwo geklärt hast, um einfach diese Mythos rauszunehmen und die sich ertappt fühlen und sagen, oh ja, okay, und wenn man es auf die Spitze treibt, dann ist man halt auch ein bisschen frech, um zu provozieren und zu sagen, okay, wenn du sagst, 200 Kilometer am Tag brauchst du auf alle Fälle, weil 48.000 wären es ja dann im Jahr. Ja, das Auto muss 200 Kilometer, das fahre ich am Tag schon. Okay, Opel Corsa, Peugeot E208. 350 Kilometer WLTP, ziehen wir ein Drittel ab, das heißt 200 Kilometer ohne nachzuladen. Kannst du fahren, herzlichen Glückwunsch, da ist dein neues Auto. Der dreht natürlich durch, wenn der vor Skoda Octavia oder Passat gefahren ist. Ich finde das dann nicht mehr so witzig an der Stelle. Aber das ist so das Thema, technisch gesehen geht es. Und da sind wir bei dem nächsten spannenden Thema, das ist wirklich das Mentalitätsthema. Wir haben einen Mentalitätswandel, der muss im Kopf stattfinden. Die Leute müssen für sich erkennen, hey, das ist nichts Böses, sondern es funktioniert durchaus. Und wir haben in den letzten Jahren so eine tolle Infrastruktur bekommen, die wird immer besser. Und wenn ich für mich selber dann noch das eine oder andere ergänzen kann, also... Laden am Firmenstandort unterwegs, vielleicht sogar zu Hause, selbst Leute, die in Mietwohnungen irgendwo wohnen und das gerade noch nicht nachrüsten können, selbst da ist es möglich, es funktioniert und dann kriegt man in der Regel dann so einen Angestellten auch, indem man sagt, du im Schnitt 200 Euro netto mehr pro Monat im Portemonnaie ist eine Gehaltserhöhung, du hast trotzdem deine Mobilität, du musst einfach viel weniger versteuern, deine Firma hat Weniger Kostenaufwand ist eine Win-Win-Situation für alle und eigentlich letztlich nur dadurch, dass du von einem Verbrennerantrieb in einen elektrischen Antrieb dich reinsetzt, da gewinnen dir alle. Das heißt Unternehmen, bessere Kreditlinie, besseres Standing, auch in der Lieferkette, auch wenn sie das alle irgendwie abschaffen wollen, das irgendwie zu berichten. Das dann heißt, hey, wir sind mega grün, es macht Spaß mit uns zu arbeiten. Der Mitarbeiter daneben steht und sagt, hey, ich habe 200 Euro netto pro Monat mehr im Portemonnaie, das sind im Jahr auch 2500 Euro. Und du musst keinen Arbeitgeber dann nochmal zusätzlich was oben rauf packen, weil er ja weiter an die Mobilität gewährleistet. Und wenn du das dann noch cool kombinierst und auch Leute hast auf der anderen Seite, die empfänglich sind und sagen, ich kombiniere das Ganze mit PV und du denen so was mit auf den Weg geben kannst, dann kannst du sagen, hier, dann bewegen wir uns ja allgemein Richtung Energieautarkie hin. Und wenn du da wirklich noch ein bisschen Parkplatzfläche hast, die zu überdachen ist. Ich habe jetzt ein mega spannendes Projekt. 400 Parkplätze werden dort mit PV überdacht. Da wird eine Million Kilo CO2 im Jahr eingespart. Also pro Parkplatz sind 2,1 Tonnen. Das ist der Wahnsinn. Wenn man so eine Vorstellung mal hat, eine Tonne CO2 sind so 400 Liter Erdöl. Das ist eine unfassbar große Zahl. Und wenn man das so weiß und den Unternehmern dann auch mal an der Hand gibt, achte drauf, dass du so ein ROI hast, so nach acht Jahren spätestens und so ein Kilowatt-Peak, der darf so zwischen 1,2 bis 1,8 irgendwo kosten und alle anderen Angebote darüber sind unseriös und du das mit denen mal durchgehst, dann stellen die relativ schnell fest, du hast so ein Einfallstor gehabt über Fuhrpark, Kostenoptimierung, Mobilität, Mitarbeiterbindung, Mitarbeitergewinnung, dieses War for Talents einfach. Und dann unterhältst du dich wirklich strategische Ausrichtung im Unternehmen. Wie habe ich jetzt heute die Möglichkeit, die Weichen zu stellen, dass ich in drei, vier, fünf Jahren ganz cool dastehe? Und da ist halt natürlich wichtig zu gucken. Ich habe halt einen kleinen Fuhrpark, ein paar Fahrzeuge, die ich mich nebenbei kümmern kann. Das war so das Einfallstor. Das organisiere ich mir ein Stück weit ganz individuell. Ich pflege von mir aus weiterhin meine Fahrzeuge. Excel-Tabelle, weil es noch gerade passt mit meinen 10, 12 Fahrzeugen, aber je größer ich werde, vielleicht dann doch irgendwo mal mit einer Software arbeiten oder mit einem Provider im Hintergrund oder ganz individuell auch Tank, Ladekarten und und und und versucht man dann die einzelnen Bausteine ineinander zu setzen, dass es Und halt auch sinnvoll ist, dass es auch zum Unternehmen passt, wo es dann auch abgebildet werden kann und das für die Leute auch Spaß macht, weiter da zu arbeiten und auch von A nach B zu fahren. Weil letztlich Mobilität brauchen wir alle. Ich bin ein riesen Fan von ÖPNV, fahre das auch sehr, sehr gerne. Aber ganz werden das Auto auch in dieser ländlichen Struktur, in der ländlichen Region nie abschaffen können. Und wenn man das miteinander toll kombiniert, dann haben alle, glaube ich, an der Stelle gewonnen.

  10. Sebastian:

    Ich glaube, da hast du da auch das perfekte Schlusswort jetzt schon gefunden hier für uns alle, weil einfach perfekt zusammengebracht auch das Thema Sektorenkopplung, was ich eigentlich nochmal aufgreifen wollte, hast du jetzt schon selbst beantwortet. Und ich weiß jetzt schon, die Rückmeldung auf den Podcast wird bestimmt sehr positiv sein, weil da auch Rückfragen kommen werden, wie man sowas umsetzen kann und wir hatten ja im Vorfeld auch schon ausgemacht, dass du nochmal bei uns vorbeischaust. nochmal zu Gast sein wirst und gegebenenfalls können wir auch für die kommende Folge dann mal exemplarisch zum Beispiel aufgreifen, wo wir sagen, wir nehmen mal ein typisches Beispiel, gerne anonymisiert, aus deinem Beratungsalltag, um dann mal aufzuzeigen, was ist denn möglich bei CO2-Bilanzeinsparungen, aber auch eben monetär, um da die Vorteile für alle Parteien zu zeigen, dass man einfach auch nochmal greifbar macht in Zahlen, Daten und Fakten, abseits der Emotion, dass E-Mobilität beziehungsweise auch der Energiewandel sich dann ein Stück weit rechnet.

  11. Jan-Henrik Lange:

    Können wir sehr gerne machen. Haben wir beide besprochen. Bin ich ein großer Freund von. Hat mir sehr viel Spaß gemacht, sich mit dir austauschen zu können. Wie gesagt, das Feld ist total facettenreich. Das denken die meisten Leute mal gar nicht, wenn man sagt, ja, Fuhrpark und Nachhaltigkeit kann man in der Regel nicht greifen. Wenn man sich dann aber mit den Leuten unterhält, merkt man relativ schnell, in welche Richtung das gehen kann, welche Ansatzpunkte es gibt. Die Resonanz ist wahnsinnig positiv, dass die sagen, hey, Toll, dass wir das gemacht haben und wir setzen uns einfach selber dann in 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12 Monaten einfach nochmal ein Stück weit zusammen. Und das Schöne ist, wie gesagt, für den klassischen KMU, um den es hier letztlich geht, ist meine Beratungsleistung in einigen Regionen Deutschlands sogar bis zu 80% förderfähig. Das weiß auch kaum einer, wenn ich denen das erzähle, dass es rückzahlungsfrei und nahezu risikolos ist, mit mir zu arbeiten und man gleichzeitig sich in den nächsten Jahren drei, vier, fünf Jahren so einen Masterplan ausstellen kann, wie ich mich organisiere, wie ich mich strukturiere und einfach für viele Seiten Mehrwert daraus generieren kann, weil ich auch ganz viele Best Practices mitbringe aus Erfahrungen, aus Projekten, die geklappt haben. Da macht es einfach wahnsinnig Spaß, mit den Leuten zu arbeiten, die sind dankbar und dann funktioniert das Ganze über Mund-zu-Mund-Propaganda. Und dann gibt es ein Projekt sozusagen nach dem nächsten umzusetzen und beim nächsten Mal bringe ich Gerne das eine oder andere interessante Fallbeispiel mit, um das mal detailliert aufzeigen zu können.

  12. Sebastian:

    Vielen Dank für deine Zeit, vielen Dank für die Einblicke und dann bis zum nächsten Mal, Herrn Henrik.

  13. Jan-Henrik Lange:

    Danke, dir auch. Alles Gute.

  14. Sebastian:

    Spannende Folge, die wir heute hier am Start hatten zum Thema Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität mit all den Vor- und Nachteilen, die es eben mit sich bringt. Wie schon erwähnt, Jan-Henrik wird nochmal zu Gast bei uns sein. Dann können wir auch gerne auf Fragen von dir eingehen. Hinterlasse sie doch gerne als Kommentar bei dem entsprechenden Podcastartikel oder schick mir eine E-Mail an info at elektroauto-news.net. Mach's gut, bis zur nächsten Folge. Ciao.