Warum Daten der Schlüssel für autonome Mobilität sind

Autonomes Fahren, Robotik und Künstliche Intelligenz verändern derzeit schneller als erwartet, wie Mobilität und Industrie zusammenspielen. Zum Jahresauftakt spreche ich mit Christian Walter und Oliver Kemmann über ihre Eindrücke aus den USA, unter anderem von der CES in Las Vegas sowie aus Kalifornien. Beide blicken bewusst über das klassische Auto hinaus und ordnen ein, warum Elektromobilität auf der CES an Sichtbarkeit verliert, während Autonomie, KI und datengetriebene Systeme dominieren.

Ein zentrales Thema ist die neue Normalität des autonomen Fahrens in Städten wie Las Vegas, San Francisco oder Los Angeles. Robotaxis von Waymo oder Zoox gehören dort bereits zum Alltag. Auch Teslas FSD wird kritisch eingeordnet – mit persönlichen Fahreindrücken, klaren Kostenvergleichen und der Frage, warum datenbasierte Systeme in den USA schneller lernen als in Europa. Der Unterschied liegt weniger in der Technik als in der realen Nutzung: Jede autonome Fahrt liefert wertvolle Daten, die hierzulande fehlen.

Der Blick weitet sich schnell auf andere Branchen. Autonome Baumaschinen, Landtechnik und Logistik zeigen, dass Autonomie nicht beim Pkw endet. Caterpillar etwa setzt autonome Systeme bereits im industriellen Maßstab ein – mit messbaren Effekten auf Sicherheit, Effizienz und Wartung. Auch autonome Lkw gelten als realistischer nächster Schritt, getrieben durch Fahrermangel, Kosten- und Zeitdruck.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der wirtschaftlichen Perspektive. Versicherungen, Betriebskosten und Produktivität wirken als zentrale Hebel für den Durchbruch autonomer Systeme. Gleichzeitig wird deutlich, dass es zunehmend um KI-Ökosysteme geht: Hardware, Software, Daten und Plattformen wachsen zusammen – nicht nur bei Tech-Konzernen, sondern auch in der Industrie.

Abschließend geht es um Europas Rolle im globalen Wettbewerb. Sichtbare deutsche Akteure auf der CES stehen einem anhaltenden Abfluss von Talenten und Kapital gegenüber. Warum Mut, Kollaboration und neue Denkweisen entscheidend sind, um Mobilität, Industrie und Technologie in Europa zukunftsfähig zu gestalten, diskutieren wir offen und praxisnah.

Nun aber genug der Einordnung – lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen.

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei ein neues Elektro-Auto-News-Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder mit am Start bist. Es handelt sich wohl eher um eine Sonderfolge, weil wir uns nochmal nach USA wenden. Oder besser gesagt in die Vereinigten Staaten von Amerika. Christian Walter und Oliver Kemmann waren vor Ort im Rahmen der CES 2026, haben wenig hinter die Kulissen geschaut, sowohl auf das Thema autonomes Fahren, Robotik, was deutsche Automobilhersteller dort zu suchen haben oder eben auch nicht. Und wie es das Ganze auch für Europa bzw. Deutschland auswirkt, dass man mehr oder weniger eben nicht vor Ort am Start ist. Wir gehen direkt rein in das Gespräch mit den beiden. Viel Spaß damit. Hi Christian, hi Olli. Schön, dass wir hier zu dritt heute zusammentreffen und Blick auf euren Jahresanfang 2026 werfen. Ihr wart in Las Vegas unterwegs, auch noch ein bisschen darüber hinaus. Bevor wir da allerdings tiefer drauf einsteigen, stellt euch gerne mal vor, Christian, mach du gerne mal den Anfang.

  3. Christian Walter:

    Ja, Christian Walter, danke, mich wieder hier zu sein. In schöner Regelmäßigkeit tausche ich mit dir aus zum Jahresstart. Ich bin Unternehmer, habe meine Unternehmensanteile größtenteils verkauft, war so 20 Jahre im Automobilgeschäft und helfe seit einem Jahr hauptsächlich Mittelständlern bei der Transformation und der Suche nach Neukunden, Neugeschäft und neuen Produkten.

  4. Oliver Kemmann:

    Ja, schließe ich mich an. Mein Name ist Oliver Kemmern. Ich habe auch einen Unternehmerhintergrund, habe meine Anteile nicht verkauft, sondern habe Ende vorletzten Jahres meinem Unternehmen eine Mitarbeiter übergeben und hatte früher eine Digitalagentur, Innovationsberatung, habe mich viel mit digitalen Themen beschäftigt. Von Hause aus eigentlich Maschinenbauer, Kunststofftechniker. Und bin jetzt aktuell auf einer halben Stelle Vertretungsprofessor an der Hochschule in Mainz für digitale Wirtschaft und so ähnlich wie der Christian, Berater auch mittelständischer Unternehmen. Hauptsächlich Richtung Zukunftsfähigkeit, gerade dadurch, indem man neue Technologien, neue Methoden implementiert.

  5. Sebastian:

    Zum Thema Zukunftsfähigkeit wart ihr beide ja dann auch demnach auf der CS in Las Vegas unterwegs. Was habt ihr denn wahrgenommen? Normalerweise haben wir hier den Automotiv-Hintergrund, aber ich glaube, Autos hat man relativ wenig gesehen. Dafür mehr Roboter und KI-gesteuerte Themen.

  6. Christian Walter:

    Genau so ist es. Also im Vergleich zu den letzten Jahren lässt der Automobil-E-Mobility-Anteil auf der CES deutlich nach. Also das ist jetzt ehrlicherweise nicht der Grund, weswegen man hingehen muss. Du hast noch einen BMW-Stand, der ziemlich cool ist, wo die neue Klasse präsentiert wird. Dann hast du autonomes Fahren. Das ist eigentlich so eine dominierende Geschichte, wenn du E-Mobilität dir angucken möchtest. Du hast Tensor als neue Marke, die dort letztendlich ausgestellt hat. aber grundsätzlich dieses E-Mobilitätsthema wird weniger und wird dafür ersetzt durch zum Beispiel Robotik.

  7. Oliver Kemmann:

    Oder durch die Kombination, du hast ja schon gesagt, autonome Autos, die ja mittlerweile nicht nur für Testrides zur Verfügung stehen, sondern Vemos und auch Sucs, aber da kommen wir wahrscheinlich gleich nochmal zu, die fahren halt jetzt schon durch Las Vegas und gehören ganz normal zum Stadtbild eigentlich, ne?

  8. Sebastian:

    wenn die schon ganz normal zum Stadtbild gehören. Ich habe die letztes Jahr auch schon wahrgenommen. Ihr seid wahrscheinlich auch eingestiegen und seid mal eine Runde mitgefahren, oder?

  9. Christian Walter:

    Das ist eine deutliche Steigerung zu dem, was du letztes Jahr gesehen hast. Weil, wie der Olli es gesagt hat, ist es jetzt wirklich Normalität. Ich war vorher in Los Angeles, dann in Las Vegas und dann nochmal in der Bay Area. Und du bestellst dir dein Waymo wie mit einer Uber-App. Also es ist jetzt wirklich verfügbar. Sie sind nur so ein, zwei Dollar unter einem normalen Uber. Dann bekommst du eine Rechnung zugeschickt. Also das gleiche Ubersystem, was du letztendlich dort hast, auch in total akzeptaten Zeiten, die du warten musst. Und das ist nochmal die Veränderung zum letzten Jahr, dass es vollkommen Normalität ist. Vor anderthalb, zwei Jahren habe ich mal überall ein Foto geschossen, wenn ich da irgendwie ein Auto gesehen habe. Also das kannst du dir jetzt sparen. Es ist jetzt vollkommen normal. Dasselbe ist mit Suchs, die sich jetzt immer weiter ausbreiten. Die haben schon diese Fahrkapsel, wo du praktisch drinnen sitzt und dir gegenüber dich anschaust. Waymo ging noch den Weg, dass sie über ein Jaguar-Modell ihre Software integriert haben, werden aber auch in Zukunft, das konnte man auf der CES auch sehen, über Sika, chinesische Anbieter, letztendlich dann auch eine Fahrkapsel zur Verfügung stellen.

  10. Sebastian:

    Für dich, Olli, war es wahrscheinlich auch nicht das erste Mal, wo du dann autonom unterwegs gewesen bist, oder?

  11. Oliver Kemmann:

    Ich sag mal, bezahlt da in so einer kommerziellen Form doch tatsächlich diesmal das erste Mal. Letztes Mal bin ich noch bei AppDiv, konnte ich da über VW, konnte ich mal deren System mal auf der CES testen. Aber das war jetzt wirklich ein ganz normaler Konsument und und Teilnehmer am Straßenverkehr quasi so ausprobieren konnte. Das war wirklich krass und ich finde das Interessanteste, ich werde dann immer gefragt, und wie spooky ist das? Ganz ehrlich, das ist Also das ist vielleicht die ersten 10 Sekunden spooky oder die erste halbe Minute vielleicht real. Ansonsten, dadurch, dass die mittlerweile aber so, ich sag mal, so selbstsicher durch den Straßenverkehr fahren. Also gerade die Waymo, Christian, korrigier mich, die fahren beherzt, das ist nicht so ein zögerliches, wir tasten uns so vor, die fahren beherzt in den Verkehr rein, die biegen halt, wie es in Amerika üblich ist, an der roten Ampel ab. Die überholen auch mal zügig. Also es ist wirklich, als ob einer fährt und man guckt dann so nach links und denkt so, oh, spooky, weil der muss sicher angeschnallt sein, damit das Ding nicht losgeht. Also Und der ist quasi dann Geistertaxifahrer, ist dann da angestellt. Und ich finde bei den Sucs, dass ich sage mal, das ist die fahrende Skigondel eigentlich. Und genauso ist, dass man unterhält sich dann da. Und so kann ich mir, also bei Sucs kann ich mir wirklich so, das ist für mich so wirklich schon Zukunft pur, weil so stelle ich mir autonomes Fahren vor, in dem ich wirklich arbeiten kann, quatschen kann. Man guckt auch irgendwie gar nicht mehr so richtig raus, sondern man unterhält sich dann einfach. Und wir fanden das ganz spannend. Wir haben uns gefragt, wie lösen die das mit den Airbags? Das machen die Unter der Decke haben die dann halt diese Dinger dann irgendwie hängen. Und wenn man, und das ist ja spannend, weil ich weiß, Christian, wer hat uns das erzählt, ich weiß es gar nicht mehr, der gesagt hat, okay, diese Entscheidung, ob man das nachher macht, das werden im Prinzip die Versicherer fällen. Weil wenn am Ende vom Tag, wenn es einfach so viel teurer ist, wenn ich jetzt Testosteron geschwängert da irgendwie meine Karre durch den Straßenverkehr donne oder ob man halt mit einem Auto, das rational ist, das viel sicherer fährt eigentlich, weil es viel rationaler entscheidet, dann einfach viel günstiger versichern kann. Das fand ich einen spannenden Aspekt und wenn man mit den Autos so fährt, dann kann man sich auch gut vorstellen, dass das tatsächlich so ist, weil die sehr vernünftig fahren.

  12. Sebastian:

    Und das ist ja genau wieder das Thema, was wir dann auch in anderen Bereichen jetzt haben. Sobald der Geldbeutel mit ins Spiel kommt, wird sich das ja von alleine dann schon entsprechend ausrichten. So wie du sagst, der Versicherer steuert das entsprechend. Und allein der Sicherheitsfaktor und vor allem, wenn dann noch der Faktor mit reinkommt, dass du, so wie du gesagt hast, da drin auch arbeiten kannst, also die Zeit auch effizient und effektiv nutzen kannst und nicht einfach nur hinterm Lenkrad sitzt, dass du da halt ein bisschen Gegenpart gibst. Hast du da auch einen riesen Vorteil? Nimmst du da auch so einen Wahlkasten?

  13. Christian Walter:

    Ja, vor allem Geldbeutel ist ein gutes Stichwort. Wenn man sich so umhört, kostet so ein Google, also Quatsch, ein Waymo-Aufbau mit dem Jaguar ungefähr 200.000 Dollar und bei dem Suc sind wir bei 350.000 Dollar. Also das heißt, Dieses Konzept, so wie es jetzt ist, wird nur für diese People Mover zur Verfügung stellen, weil sie es ansonsten kaum rechnet oder du hast halt extrem tiefe Taschen, dir so ein Auto letztendlich zu leisten. Und dann hatten wir nochmal eine Testfahrt gemacht, der Olli hat nochmal eine Testfahrt gemacht in dem oft gescholtenen Tesla. Und jedem, dem ich das erzähle, der erzählt mir, oh, das autonome Fahren, FSD ist so schlecht und da gibt es YouTube-Filme hier und da und vollkommen ungeeignet und vollkommener Quatsch. Und der Olli kann dann selbst gleich erzählen, wie seine Wahrnehmung war. Aber ich saß neben dem Olli oder hinter dem Olli und da waren 10 Kilometer hin und zurück, ohne jedes Eingreifen. Und das Ganze für 4.000 Dollar Aufpreis in der Aufpreisliste. Also das heißt, auch da entwickeln sich Systeme, die deutlich bezahlbarer sind, checken allerdings auch deinen Augenkontakt und melden dich, glaube ich, Oli, nach dem fünften Mal komplett vom System ab, wenn du an deinem Handy rumspielst.

  14. Oliver Kemmann:

    Ja, das könnte man auch mal so machen. Ja, also kann ich nur unterstreichen, was Christian gesagt hat. Wir haben ja den großen autonomen Test dann tatsächlich in San Francisco und Umgebung gemacht und haben alle drei Systeme quasi innerhalb von zwei, drei Tagen mal verglichen. Und ich muss sagen, vom Sicherheitsgefühl oder so waren alle drei, fand ich jetzt gleich, habe ich in allen gleich sicher gefühlt. Aber wie gesagt, interessant ist, dass der Tesla wirklich, der fährt vom Hof runter. Ich habe keinmal das Lenkrad berührt. Der parkt mich dann am Ziel rückwärts in der Parktasche ein und sagt, jetzt bist du da, wo willst du jetzt hin? Und wie gesagt, man kann dann auch, das fand ich auch lustig, man kann dann so Modes wählen und gibt es dann von Chill bis Mad Max Mode. Doch, wir haben es ganz kurz mal angemacht. Ich habe keine Ahnung, da fährt er, glaube ich, ein bisschen schneller. Ja, aber grundsätzlich muss man da sagen, das war jetzt kein Unterschied zu den anderen und sicherlich wird es da Unterschiede geben, aber das sind ja verschiedene Kategorien auch mit den verschiedenen Sensoren, die die da nutzen. Man sieht einfach, das ist im Alltag da und ich glaube, das ist das Entscheidende auch dieser Autos. Die Technik ist halt da und was die jetzt machen, die sammeln halt Daten, Daten, Daten, Daten. Jede Fahrt liefert Daten. Und ich glaube, das ist das Problem, was wir wahrscheinlich hier kriegen. Ich glaube, hier ist das ja gesetzlich gar nicht mal so schwierig, das zu machen. Dadurch, dass wir das hier nicht machen, jeden Tag quasi, den wir hier nicht autonom fahren, verlieren wir halt einfach oder haben den Nachsprung, was das Daten angeht.

  15. Christian Walter:

    Sehr gut. Und ich denke auch, dass wir natürlich auch extrem sensibel sind. Jeder Verkehrsunfall, ehrlicherweise, stört uns überhaupt nicht. Also wer weiß, leider, wer sich in Berlin gerade ums Leben gefahren hat. Das wird nicht wahrgenommen in der Presse. Wenn das Gleiche passiert, dass ein autonomes Auto in Frankfurt stehen würde, das bekommst du mit. Da muss gar nichts passiert sein, gar keinen Personenschaden. Weil wir da extrem drauf fokussiert sind. Oh, da ist was stehen geblieben. Oh, da ist eine Katastrophe. Natürlich wird es auch dann auch ruckeln bei der Technologie. Und wenn ein Sturmausfall ist in San Francisco, stehen die WMUs auch. Also keiner sagt, dass das System perfekt ist, aber es wird sich entwickeln. Wir hatten eine interessante weitere Diskussion, mit jemandem, der im Bereich autonome Software für LKWs ist. Und der hat mir gesagt, er erwartet bis 2029, dass wir in Europa auch im Bereich LKWs das autonome Fahren bekommen. Weil das ist letztendlich, da sitzt der Fahrer letztendlich in der Kapsel. Und wenn der aber 300 Kilometer geradeaus fährt, dann bietet sich das natürlich genau an, dort mit dem autonomen Fahren zu starten. Und die haben natürlich, ich sag mal, die LKW-Betreiber, die Spediteure, das größte Need. A, haben sie natürlich Nachwuchssorgen. Und B, haben sie natürlich Fahrzeiten, die eingehalten werden müssen und können da natürlich ihre Fahrzeiten steigern. Also das wurde erwartet, dass das so das nächste ist, wo es mit dem autonomen Fahren startet. Plus Waymo startet jetzt wohl in London. den ersten Step, sage ich jetzt mal, in unsere Richtung. Und dann kamen natürlich die News, die uns dann auch gewundert haben. Wir waren voller Begeisterung über dieses autonome Fahren, dass wir sagen, es kommt an. Und genau an dem Tag, zeitgleich, poppt eine Nachricht aus, auf Daimler steigt aus dem autonomen Fahren aus. Kannst du dazu mehr sagen, Sebastian?

  16. Sebastian:

    Ich habe das auch auf dem Schirm gehabt. Vor allem durfte ich mich vor einem halben Jahr an der Ladesäule mit einem aus dem Entwicklerteam unterhalten. Durch Zufall sind wir uns über den Weg gelaufen. ja eigentlich auch aufgezeigt hat, wie weit wir in Deutschland schon sind oder Mercedes in dem Fall. Und jetzt steigt man wieder aus. Ich glaube, die Thematik ist einfach die, dass man nicht das Geschäftsmodell hintendran wieder sieht. Das ist genau wie bei der E-Mobilität, dass man Technik und Software zwar beherrschen könnte, aber nicht versteht, wie man das Produkt hinterher verkaufen kann schlussendlich, um dann Mehrwert zu schaffen, so wie du es eben auch gesagt hast beim autonomen LKW, wo mehr Fahrzeit mehr Geld bedeutet oder Geld eingespart sozusagen, da hast du wieder den Need, da hast du wieder einen Vorteil, den du mit sich bringst und den hat man noch nicht so ganz erkannt und vor allem dann auch die Bereitschaft der Kunden, dafür zu zahlen. Ich meine, Tesla hat jetzt, du hast eben gerade gesagt, die 4.000 US-Dollar Aufpreis, das wird jetzt auch geändert, haben sie ja auf ein monatliches Abo-Modell mit 99 US-Dollar umgestellt gehabt mittlerweile, dass du es auch immer nach Bedarf zu- oder abbuchen kannst schlussendlich. Also auch wenn du einen älteren Tesla hast, kannst du jetzt wieder auf dieses FSD zurückgreifen, wenn du es nutzen möchtest. Aber vor allem auch diese Datenthematik, was Olli ja auch angemerkt hat, Da fehlt einfach bei uns das Verständnis dafür. Also ich glaube, es hält hoffentlich mittlerweile Einzug. Aber da sind halt auch Jahre, Jahrzehnte jetzt schon im Vorhinein Daten gesammelt. Und Tesla sammelt halt auch jeden Tag mit jeder Fahrt Daten. Das ist einfach so.

  17. Oliver Kemmann:

    Da habe ich gleich eine schöne Ergänzung. Wenn wir vielleicht noch mal zur CES kurz zurückspringen und da mal gucken. Und das ist ja schon gesagt, es ging um ein autonomes Fahren, Roboter, ein Thema. Aber was ich gesehen habe oder was wir gehört haben, war auch viel, dass wir jetzt über so KI-Ökosysteme sprechen. Also dass Unternehmen tatsächlich so die komplette, also von den Speichermedien bis hin zu den Systemen, bis zur Hardware, die Sachen anbieten. Aber jetzt nicht nur, sage ich mal, die AMDs und die NVIDIAs dieser Welt, sondern tatsächlich auch, Da waren wir an der Keynote von Caterpillar, also von dem Hersteller von schweren Landmaschinen. Und das fand ich total spannend. Die haben halt auch quasi aus so einer Hardwarebude mittlerweile eine Digitalbude gemacht. Und was die, das fand ich eine ganz schöne Zahl. Ich habe gerade deswegen nochmal hier nachgeguckt im Handy, als ich mir das abfotografiert habe. wenn die über autonomes Fahren sprechen, dann sprechen die natürlich auf den Baustellen davon, dass dort die Trucks und die Laster autonom fahren. Und die haben mittlerweile 11 Milliarden Tonnen Schuttgut autonom gefahren. Also die messen das jetzt gar nicht sozusagen in Kilometern oder sowas, sondern tatsächlich in Load, die sie auf ihren Autos durch die Gegend fahren. Oder 11 Milliarden Tonnen. Das heißt, für die ist das natürlich ein Riesenthema. Die sagen halt immer noch, ich glaube, nur ein einstelliger Prozentsatz der Menschen sind in den USA in dem Bereich Construction angestellt, aber es sind 20 Prozent der Arbeitsunfälle passieren da, auch schlimmeren Arbeitsunfälle und so. Das heißt, die haben echt noch einen riesen Need, eigentlich auch diese ganzen Situationen sozusagen menschfrei zu kriegen oder autonom zu kriegen. Und das machen die halt auch schon. Und ich glaube, da ist gerade das Thema KI, also die immer wieder besser werdenden Systeme, die da kommen, plus eine Technologie und dann hat auch den Möglichkeiten, wo man das testet, die Mischung zusammen und das hat man halt gesehen, das KI steckt halt mittlerweile halt echt überall drin. Ich sag mal, selbst in der Dreifachsteckdose aus China ist schon heute KI.

  18. Christian Walter:

    Aber das ist ein gutes Stichwort mit der CES, dass eigentlich die Baumaschinen auch autonom werden. Also alles mögliche, Bobcat, alle möglichen Hersteller, alle möglichen Dienstleister werden irgendwo autonom und smart. Und dann sind wir genau bei diesen Aufpreisen, was der Sebastian gesagt hat, wo ich sage, die ganzen Baumaschinen werden autonom. Also überall ist Software. Also sprich auch für die deutschen Mittelständler, das einfache Kunststoffteil oder das einfache Blechteil ist einfach in der Nahrungskette mittlerweile ganz, ganz weit hinten. Also irgendwie musst du das smart bekommen. Irgendwo musst du da neue Lösungen finden, neue Produkte letztendlich bauen. Und zu der Verkaufbarkeit von Daimler, das ist deine Theorie, Daimler weiß vielleicht nicht, wie sie die autonome Software verkaufen können. Ich habe da einen Gegenentwurf. Wenn ich ein BMW oder ein Daimler kaufe, habe ich so extrem viele Sachen auf der Aufpreisliste, die ich gar nicht brauche. Head-Up-Display. Wer braucht denn noch für 4.500 Euro ein Navi? Ja, ich liebe Apple CarPlay haben und das reicht mir auch. Dieses autonome Feature, dafür würde ich aber 5000 Euro auf jeden Fall bezahlen, wenn das in der Qualität ist wie der Tesla, weil es einfach technologisch Spaß macht, das zu testen und sich damit selbst zu entwickeln und zu lernen. Also deswegen kann ich mir das gar nicht vorstellen, dass jemand zu dem Schluss kommt, wir können das an die Kunden nicht verkaufen.

  19. Sebastian:

    Ich glaube, zumindest kurzfristig gesehen. Auf Dauer wird man das schon erkennen und wird da seinen Weg finden. Aber BMW hat auch seine Sitzheizung im Abbau angeboten. Also so viel zu der Kreativität, was man in puncto Software hier in Deutschland macht. Ich glaube, da kann man schon noch ein Stück weit mit dazulernen. Ich fand aber auch den Punkt jetzt wieder spannend mit Caterpillar, wo du angebracht hast, Olli. Auch da wird ja schlussendlich das Ganze getrieben, weil wahrscheinlich wird auch irgendwann da die Versicherung sein. Wenn du sagst, 20 Prozent der Unfälle finden dort statt, dann wird halt irgendwann ein Bonus ausgezahlt oder ein einen Rabatt auf die Versicherungsrate gegeben, wenn man mit dementsprechend wahrscheinlich autonomen fahrenden Fahrzeugen unterwegs ist, weil dementsprechend ja auch dann die Unfallrate nach unten gehen könnte. Also auch da wird wieder der Geldbeutel entscheiden, wann und wie schnell der Umstieg stattfindet.

  20. Oliver Kemmann:

    Also das glaube ich auf jeden Fall. Und ich denke halt, was wir halt gleichzeitig machen, ich glaube, da tun wir es hier bei uns in Deutschland ja auch ein bisschen schwer. Also ich sammle ja sozusagen bei dem autonomen Fahren natürlich auch Daten, damit das Fahrzeug autonom fährt, aber gleichzeitig sammle ich ja auch als Betreiber auch eine Tonne an Daten. Also es gibt Caterpillar auch, die sagen halt, wir können quasi Predictive Maintenance jetzt machen, wir können die Auslastung besser planen und so weiter und so fort. Das heißt also, man kann, und deswegen sind die ja so drauf aus, diese KI-Ökosysteme selber zu bauen, dass die diese Hoheit über die Daten haben, dass die die Infrastruktur haben, dass das Edge-mäßig ist, also dass ich nicht in große Cloud-Systeme muss, sondern ich das irgendwo direkt auf dem Laster machen kann. Und dann kannst du, du hast es gerade schon gekannt, Peter, du kannst zum Beispiel auch John Deere, die zeigen da riesen, auf der CES riesen Mähdrescher. Und diese Dinger, die fahren ja schon lange komplett autonom. Aber zum Beispiel, ich habe einen Kumpel hier bei mir, ich wohne in so einem Weindorf südlich von Mainz, der ist Winzer und der hat gesagt, was machst du da auf der Messe? Das ist gar nicht für dich so unspannend, weil guck dir mal an, wir haben autonome Trecker gesehen, die quasi wirklich im Weinberg reinfahren und und den schneiden oder düngen oder was weiß ich was. Aber auch in so einem Suchs kann ich mir vorstellen, eine Weinprobe in einem autonomen Auto zu machen. Also ich glaube, es betrifft halt alle. Und dieses Consumer Electronics Show, was jetzt CES eigentlich mal hieß oder heißt, Ich glaube, ich habe so das Gefühl, dass diese Technologien halt immer mehr aus der Industrie halt sozusagen auch in den Consumer-Bereich weiterhin abstrahlen. Und wir jetzt nicht nur die großen Siemens und sowas da haben, sondern dass das tatsächlich LG zum Beispiel hat so einen Küchenroboter vorgestellt, jetzt kann man darüber diskutieren, ob man so ein Ding braucht. was den Kühlschrank auf und zu macht, aber sagt, okay, da hängen halt Kameras im Kühlschrank, damit der Roboter weiß, was da drin ist. Also ich denke, da werden wir schon schräge Sachen noch irgendwie erleben und am Ende vom Tag werden diese Sachen wahrscheinlich wirklich unser Leben dann doch signifikant verändern.

  21. Christian Walter:

    Naja, und vor allen Dingen, wenn wir uns über dieses Thema E-Mobilität unterhalten, das sind ja diese Themen wie logischerweise alles, was sich bewegt. Du hast letztendlich, klar, das klassische Auto von A nach B und haben jetzt irgendwie Elektroantrieb. Aber das Thema ist ja eigentlich gelöst. Also das ist ja, der eine baut es ein bisschen schlechter, der andere baut es ein bisschen besser. Der eine ist Fan von der Marke, der andere ist Fan von dieser Marke. Das ist ja eigentlich gelöst. Jetzt ist ja das nächste Thema, autonomes Fahren, ist ehrlicherweise für die VCs in Kalifornien auch gelöst. Also das funktioniert ja, es ist ja nur noch die Frage, wie viel Geld und wie viel Zeit ich da reinstecke, um flächendeckend die Technologie letztendlich hinzubringen. Aber grundsätzlich ist der Weg vorgezeichnet, dass es funktioniert. Und dann habe ich natürlich noch Solutions vor die letzte Meile. Also wenn ich einen UPS-Wagen zum Beispiel habe, Wie kommt denn jetzt mein Päckchen irgendwo in den achten Stock? Wie kommt mein Päckchen ins Wohnhaus? Da sind wir natürlich nicht weit von entfernt. Dann ist es vielleicht eine Drohne. Dann ist es vielleicht ein humanoider Roboter. Also letztendlich geht es auch darum, wenn du eingangs gefragt hast, so, ich sage mal, diese E-Mobilität, das sehe ich nochmal deutlich weiter gefasst als die klassischen Autos, sondern alles, was sich bewegt, dann sind wir bei Drohnen, dann sind wir bei Robotern. Und das wäre auch dann, ja... Tipp für Firmen, die gerade auf der Suche sind nach Neugeschäft, zu sagen, es bewegt sich mehr als ein Auto.

  22. Sebastian:

    Dann aber idealerweise, also wenn ich jetzt gerade bei uns hier die Gegenblick, Heidelberger Druckmaschinen sind ja mal zu Wallbox-Zeiten auf Wallboxen umgestiegen und haben die da abgesetzt. Das hat dann aber auf Dauer auch nicht so funktioniert. Jetzt macht man auch Drohnen, allerdings nur für Krieg wieder gedacht, also Rüstung, wo man ja auch schon diesen Schritt weiter denken könnte, so wie du es eben sagst. Der Krieg ist hoffentlich irgendwann vorbei. Was mache ich danach? Also, dass ich mich da dementsprechend schon mal aufstelle. Aber gefühlt greift man immer nur die Opportunitäten, die halt direkt greifbar schon vor einem liegen. Geht aber nicht diesen Extraschritt und denkt schon mal weiter, was ist in drei, vier Jahren, wo ich vielleicht nochmal nutzen kann. So zumindest mein Eindruck hier.

  23. Oliver Kemmann:

    Vielleicht, wenn ich da kurz das aufgreifen darf, deinen Gedanken. Wir haben auf der Messe auch, also man sieht wenig deutscher Firmen, muss man sagen. BMW haben wir gesehen, also jetzt große. Siemens hatte irgendwie im Stand Bosch. Aber da wird es schon echt dünn. Aber eine freudige Überraschung quasi, das ist Neura Robotics. Ich weiß gar nicht, ob ihr... Du die kennst irgendwie aus Metzingen, aus dem Metzingen, das man eigentlich nur so von Boss kennt. Und das ist echt irre. Das ist ja wirklich eine tolle, tolle Company. Der Gründer, David Reger, der ist, glaube ich, noch keine 40. Und die bauen halt auch, ich sage jetzt mal, Roboter, also physische KI, wie man so schön sagt. Also das sind humanoide Roboter auch, aber auch andere Roboter. Und das ist wirklich irre. Der war neulich auch beim Kollegen Philipp Westermeyer im Podcast. Das kann ich echt nur empfehlen, wenn ich eine Fremdwerbung machen darf für Podcast, mal reinzuhören. Und was der nämlich krass gesagt hat, der hat gesagt, die haben natürlich tausend Angebote gehabt, um das Ding quasi als Dual Use irgendwie kriegstauglich zu machen, also ihre Roboter. Und er lehnt das strikt ab und zwar nicht irgendwie aus, vielleicht nicht nur, aber nicht aus ethischen Gründen, sondern weil er sagt, Wenn ich einmal Dual-Use bin, dann kann ich überall aus den Märkten fliegen. Und er sagt, er glaubt auch nicht, dass Waffen uns zum Beispiel sicher machen, sondern einfach nur eine stabile Wirtschaft, die überall auf der Welt gebraucht wird. Und das fand ich, also wenn man so ein bisschen auf so eine Meta-Ebene kommt, vielleicht ist das ein bisschen philosophisch, aber also so ein Selbstverständnis oder eine Souveränität zu erlangen, zu sagen, wir haben eine Wirtschaft, die andere Länder schützenswert finden, weil es so wichtig ist. Und ich glaube, da müssen wir wieder hinkommen. Und wenn man sowas vielleicht von der CES mitnimmt, zu sagen, wir können das, ja. Wir brauchen vielleicht auch mal ein bisschen weniger jammern und einfach mal eher mutig sein und solche Dinge machen. Und da ist eine junge Firma, die plant jetzt irgendwann, die eine Milliarde Umsatz zu machen. Das ist ein junger Typ. Und ja, wir können das alle. Also hauen wir mal einen raus.

  24. Sebastian:

    Das habe ich auch gehört im Podcast bei OMR. Hatte ich auch bei Christian, glaube ich, irgendwo drunter kommentiert auf LinkedIn dann. Weil ich fand das auch ultra spannend. Und vor allem ist das wieder ein Gedanke, da fällt mir wieder dieses KI-Ökosystem ein. Weil er denkt ja jetzt gar nicht als Roboter, als Produkt sozusagen, sondern die sagen ja, wir stellen die Plattform zur Verfügung. Du hast unterschiedliche Träger, also Robotertypen, die das dann ausführen. Und kannst dann eben als Endkunde, ob du jetzt Bosch, Siemens oder wer auch immer bist und dich da einkaufst, kannst du dann auf denen ihrer Plattform das Ganze erlernen und da entsprechend schnell rüberbringen. Das war ein sehr, sehr spannender Podcast auf jeden Fall. Vor allem, wenn du den Werdegang von dem Gründer auch noch mitverfolgt hast, wie er selbst erzählt hatte. Und auch mit der Ansage, er will wieder eine wichtige Industrie für Deutschland aufbauen. Jetzt gerade, wo Automobilindustrie dann doch eher am Schwächeln ist, fand ich das auch ein sehr, sehr schönes Signal für unseren Wirtschaftsstandort hier.

  25. Oliver Kemmann:

    Und wir haben ja die Hochschulen, die das können, oder die Unis, die toben irgendwie Karlsruhe, Aachen. Wir haben ja die Leute da. Und vielleicht ist es jetzt auch gerade in so einer weltpolitischen Situation vielleicht einfach auch, besinnen wir uns ein bisschen wieder auf diese Stärken. Christian, um den Cut zum Silicon Valley zu machen, wir haben uns halt viel auch mit deutschen Gründern getroffen, die halt immer noch erzählen, wenn du wirklich was raushauen willst, dann musst du halt ins Silicon Valley gehen. Das ist das Problem halt, dass wir da so einen Talent-Drain haben, Ja, das heißt Leute, die, ja, oder Christian hier, der Kollege mit Space, Space Shot, ne, wie heißen sie? Long Shot Space. Long Shot Space. Die bauen eine Kanone, mit der man tatsächlich Satelliten dann irgendwann ins Weltall schießen kann. Also die dann irgendwie im Endeffekt drei Meter im Durchmesser ist und zehn Kilometer lang sein soll. Unser Running Gag war eigentlich zu sagen, mit der Idee müssen wir zur Sparkasse, Husum gegangen und jetzt gesagt, ich brauche eine Finanzierung. Aber es ist ein deutscher technischer Leiter, der dann da ist, der bei Airbus gelernt hat, der dann in die USA zum Studieren gegangen ist und gesagt hat, du hier kannst du das vernünftig irgendwie dann auch nachher weiterentwickeln. Also ich glaube, da müssen wir ran irgendwie. Das müssen wir uns wieder abgucken und selbstbewusst hier solche Dinge auch bauen.

  26. Christian Walter:

    Aber leider ist das erschreckend, was wir gerade in der Bay Area an spannenden deutschen jungen Gründern gesehen haben, Gründer und Gründerinnen gesehen haben, die in die Bay kommen und sagen, hier können wir Ideen umsetzen. Hier haben wir ein Ökosystem, wo wir uns gegenseitig supporten können. Und der Faktor, wir können hier richtig Geld raisen, um auch die besten Leute einzustellen. Hier ist es möglich, für 5, 6 Millionen Dollar einen Check zu bekommen. Und an meiner Applikation zu arbeiten. Oder wir haben die verrücktesten Sachen gesehen wie ein Drohnenschiff. Wir haben gesehen eine Membrane, die auf dem Wasser schwimmt und Strom generiert. Solche Themen. Also das sind Themen, die kannst du in Deutschland extrem schlecht umsetzen. Und das ist einfach ganz, ganz wichtig. Weil ich sage mal, die Sparkquote der Deutschen ist wirklich hoch. Oder historisch hoch. Wir müssen es schaffen, dass coole Ideen auch in Deutschland bleiben und dass auch hier investiert werden kann und dass eigentlich junge Gründer eben nicht ins Ausland gehen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass die nicht mehr zurückkommen, ist relativ groß.

  27. Sebastian:

    Davon kannst du leider ausgehen oder das siehst du ja auch. Beispiel habt ihr jetzt ja auch schon zu Genüge hier genannt, schlussendlich. Aber das wird halt auch ein Thema sein, was du jetzt nicht nur in die Unternehmerköpfe reinbringen musst, die Lidls, die Aldis, die BMW, die, sag mal, die tiefen Taschen hier hätten, sondern der Staat muss das halt auch verstehen und sagen, okay, bevor wir uns jetzt über noch mehr Steuern Gedanken machen, vielleicht steigern wir die Einnahmenseite und profitieren dann vom gleichen Steuersatz, den wir schlussendlich haben. Also man kann ja nur gewissermaßen immer sich gesund sparen. Auf der anderen Seite, Einnahmen sind ja eher perspektivisch nach oben offen, dass man vielleicht auch mal von der Denkweise in die Richtung reingeht. Eher Wachstum anstatt immer Stagnation dann.

  28. Christian Walter:

    Also fairerweise, die Lidl müssen wir mit der Schwarzgruppe natürlich da vielleicht mit dem KI-Campus bei dir um die Ecke vielleicht ausklammern. Weil die machen das, glaube ich, wirklich ganz smart. Aber ich finde, gründen muss wieder geil sein in Deutschland. Dass du sagst, ich habe Bock, Unternehmen zu bauen, Unternehmen zu gründen. Und es nicht so ist nach dem Motto, was, du hast eine Firma? Ach du Scheiße, du armer Kerl. Du musst dich durch tausend Vorschriften und irgendwas... am Wochenende und steuern und überall kriegst du irgendwie den dummen August gemacht. Es muss einfach wieder cool sein, dass junge Leute mit 14, 16, 18 sagen, hey, ich habe auch eine Kampagne zu bauen und zu gründen. Und bitte über Technologie. Und das müssen wir wieder erzeugen. Weil genau wie das der Olli sagt, Wir haben coole Universitäten. Und die haben ja alle irgendwo, die jetzt auch ins Valley gehen, haben coole Abschlüsse bei den besagten Universitäten. Also es scheint ja, in der Grundlagenforschung sind wir gut. Aber dann verlieren wir letztendlich die Leute, weil wir sie nicht mit Kapital ausstatten können, um ihre Ideen umzusetzen. Plus... Wir haben vielleicht auch nicht die Kreativität. Also der Mittelstand ist sehr gefangen oder die Industrie ist sehr gefangen. Das, was ich schon jetzt gemacht habe, das habe ich schon immer gemacht. Und wenn ich A gemacht habe, dann kann ich ja unmöglich C machen und in eine Plattform, da gehe ich erst recht nicht, weil mein Mitbewerber könnte ja sich an die Plattform auch noch andocken. Also wir sind da sehr unkreativ und da müssen wir eine Kreativität entfachen und eigentlich sagen, das größte Risiko ist aber nichts zu tun.

  29. Oliver Kemmann:

    Also das, wenn ich das auch nochmal vielleicht so von der CES spiegeln kann, also fast alle Companies, die wir so gesehen haben, die ein bisschen größer waren, die auch Keynotes gehalten haben, alle haben im Prinzip immer im Kontext von diesem Ökosystem über Partnerschaften gesprochen. Das heißt also, Siemens hat dann Jensen Huang auf der Bühne gehabt, also auf den Chef von Nvidia, da waren irgendwie alle möglichen, AMD hat dann Leute da gehabt, wir waren auf der Lenovo Keynote in S4, also in so einem riesen Kino, da haben die eine Keynote gemacht, was wirklich auch irre war. Und alle, die bauen nicht nur Laptops, sondern die bauen halt ihre KI-Systeme, die bauen Anwendungen, die bauen mittlerweile Wearables und so weiter. Das heißt, die bieten alle so eine Prozesskette an und dazu brauchen ja nicht Partner, die ihnen irgendwie sozusagen die Applikationen, die Anwendungen dazu liefern, die ihnen die Infrastruktur für die für die Basislösungen bieten und das ist schon irre, das ist irgendwie so ein Klassentreffen, auf jeder Kino kommen dann dieselben Leute irgendwie auf die Bühne gewackelt und das ist schon, okay, Alter, da steckt das auch drin und ich glaube, das, was ihr gerade gesagt habt, ist genau richtig, wir müssen weg von diesem, oh Gott, was will der andere, dieses Abschirmen, sondern wir haben eigentlich nur eine Chance, das heißt, wir müssen raus, wir müssen kollaborieren, wir müssen die besten Köpfe, die besten Ideen zusammenschmeißen Und dann die richtig coolen Sachen machen. Dann können wir den Kuchen immer noch aufteilen, wenn er mal gebacken ist. Aber wir kaufen ja noch nicht mal die Backmischung gerade.

  30. Christian Walter:

    Ja, aber was du gesagt hast, ich finde, das ist extrem richtig. Und wir waren ja bei dem Christian Lützer vom House of AI. Und das hat mich sehr, sehr beeindruckt. Weil das ist eigentlich was, wie ich mir so ordene Kollaborationen vorstelle. Da kommen junge Start-ups letztendlich hin, kuratiert durch den Christian. wo man dann irgendwo sagt, die alle voneinander profitieren. Das heißt aber auch, ich kann nur profitieren, wenn ich mein Wissen auch teile. Und nicht so kleinteilig bin, wenn ich jetzt meine Idee dem Sebastian erzähle, dann macht er das nach und der Olli, der will mir auch was Böses. Sondern zu sagen, hey, ich bin offen, lass mich mein Produkt bauen. Was machst denn du gerade? Wo bist denn du? Hey, ich habe einen Tipp für dich. Hier habe ich einen Kontakt. Und das passiert dort wesentlich eher, komm vorbei für einen Kaffee. Also mit welcher Freundlichkeit? Du in Amerika, also sicherlich ist nicht alles Gold, was glänzt in Amerika. Und du wirst sehr, sehr freundlich empfangen. Komm für einen Kaffee vorbei. Ich erkläre dir, was ich mache, eine halbe Stunde. Ich habe Zeit. Du kannst mal mein Produkt testen. Obwohl die gar keinen Vorteil haben, dich einzuladen. Du bist jetzt da kein, also jedenfalls ich nicht, kein Großinvestor. Du kannst da jetzt irgendwelche Riesenversprechungen machen. Nee, komm einfach vorbei. Ich zeige dir mein Produkt. Und danach kennen wir uns und haben uns mal connected miteinander. Und da können wir uns sicherlich was abschauen, dass diese Kooperation nur funktionieren kann, durch eine Offenheit aufeinander zuzugehen und nicht überall Risiken letztendlich zu sehen und zu sagen, ich muss in meinem Kämmerchen irgendwie was produzieren. Und übrigens passiert genau das. Wenn ich in meinem Kämmerchen was produziere, dann habe ich nie mal den Rückschluss vom Kunden. Ist mein Produkt überhaupt gut, was ich gebaut habe?

  31. Sebastian:

    Und schlussendlich, also was du auch schon angesprochen hast, nur weil ich jemanden die Idee zeige, heißt das ja nicht, dass sie gleich mitgenommen wird, weil ich sage mal, die Idee zu haben ist die eine Sache, schlussendlich ist es aber die Umsetzung, die entscheidend ist. Und da wird ja jedes Unternehmen ja auch entscheiden, wo sind meine Kernkompetenzen und warum sollte ich mit etwas anfangen, das mir komplett fremd ist, wenn ich dann lieber die passenden Zulieferteile in dem Fall habe oder Zuliefersoftware, Plattform, keine Ahnung was, um da meinen Mehrwert mit reinzubringen. Dann gibt 1 plus 1 dann doch eben wieder 3.

  32. Oliver Kemmann:

    Ja, und es läuft ja auch die Zeit einfach weg, muss ich auch sagen. Wir haben überhaupt nicht mehr die Zeit, sowas grundlagenmäßig zu neu zu entwickeln. Also wir brauchen gute kundenzentrische Lösungen. Ich glaube auch, dass so, alle schimpfen über Regulierung. Ich glaube, im Vergleich gerade auch zu anderen Staaten ist genau das, dass wir hier gewisse Sicherheit einfach auch haben, dass wir Dinge wie Datenschutz haben, eigentlich einen Wettbewerbsvorteil. Und ich möchte nochmal den David Reger nochmal einführen. Also der hat in diesem Podcast nicht einmal über die Politik gejammert, der hat nicht einmal über Steuern oder den Kram gejammert, sondern der hat einfach nur mal erzählt, wie man so eine Company baut, wenn man Bock hat und Tag und Nacht arbeitet. Ich glaube, da müssen wir wieder hinkommen. Und wir können ja vielleicht auch, Christian, wir waren ja auch am Stand von, es gab einen deutschen Stand, gibt es ja immer so einen German Pavilion, Da haben dann auch kleinere Unternehmen aus Deutschland die Chance quasi, sich das zu leisten, da mal hinzukommen. Und auch da waren coole Sachen, die man da gesehen hat. Und ich glaube, diese Ideen da, die brauchen halt einfach nur eine andere Bühne.

  33. Sebastian:

    Das wahrscheinlich schon, aber ist ja schon mal cool zu sehen, dass die dann auch zu CES kommen, diese Chance wahrnehmen, sich dort präsentieren. Natürlich wieder mit der Gefahr, die Christian und du ja auch schon ausgeführt haben, dass das dann auch Amerika potenzielle Investoren dort sehen und die auch wieder weggefischt werden, weil sie dann eben, ich sag mal, außer einem vergünstigten Stand bei der CS vielleicht auch keine Unterstützung bekommen.

  34. Christian Walter:

    Ja, wobei, ehrlicherweise, ich finde, zufälligerweise, weiß ich die Zahl, es sind 27 Unternehmen an diesem deutschen Stand gewesen. Und ich muss wirklich sagen, ich habe da auch bei LinkedIn einige kritische Stimmen zugehört, ich sehe das nicht so. Ich finde, von jedem Einzelnen finde ich das cool, wenn ich mir einen Stand auf der CES letztendlich gönne, was by the way wirklich gefördert ist und das Bundeswirtschaftsministerium gar nicht so teuer war, ich glaube unter 2000 Euro. Und muss wirklich sagen, sich dem Wettbewerb zu stellen, weil ehrlicherweise, wenn ich ein neues Produkt habe und ich habe kein Interesse, habe ich auch eine Antwort. Also in jedem Fall ist es ein Learning oder es kommen drei auf den Stand und sagen, mach doch das und das noch, mein Produkt zu verbessern. Also muss ich wirklich sagen, alles ist besser, mal in die Ferne zu gehen und das zu diskutieren mit potenziellen Kunden, finde ich immer besser, als draufzuhauen oder im Homeoffice zu sitzen und zu warten, dass da die Lösung hinkommt. Also deswegen kann ich jedem nur sagen, der irgendwie über ein Produkt nachdenkt und sagt, wie könnt ihr beim Produkt ankommen, geht den Weg, geht den Weg zur nächsten CES, schaut das an und ihr werdet extrem viele Leute dort finden, weil es ist auch ein sehr, sehr großes Netzwerktreffen. Also du kannst, also für mich ist eigentlich die CES gar nicht der Punkt, dass ich sage, ich sehe die Technologie, die ich nicht im Internet recherchieren könnte, die ich nicht im Fokus Stern und Spiegel lesen könnte, sondern für mich ist in erster Linie das wirklich ein Riesentreffen unter, ja, unter Gleichgesinnten, die alle unterwegs sind nach neuen Technologien, die Technologie interessiert sind, die aber auch Termine frei haben und sagen, ja, komm vorbei, wir trinken einen Kaffee. Also wenn du neben der Messe noch 20 spannende Leute treffen willst, dann kannst du das da machen.

  35. Oliver Kemmann:

    Ja, also muss man vielleicht so sagen, also ich war zum Beispiel diesmal das erste Mal mit einem Teil einer rheinland-pfälzischen Delegation da. Wir waren noch klein, aber fein. Aber das war jetzt auch so eine Anregung. Das ist natürlich, muss man auch sagen, Las Vegas ist ja, ich sage mal, der Vorhof zur Hölle. Das spielt sich ja zur Hälfte dann in diesen riesigen, kranken Hotels ab. Teilweise ist es ein Convention Center, aber natürlich ein Großteil der Fahrzeug ist in Venetien. Also wo dann tatsächlich dann irgendwie die Decke blau gemalt ist wie ein Himmel und Das ist schon wirklich, das ist so zwischen Kitsch und Hightech ist da wirklich der Übergang krass. Aber auch zum Beispiel, da gibt es eine Halle, also gibt es eine komplette Messehalle in diesem Hotel und die ist vollgestopft mit Startups. Also wenn ich jetzt was sagen darf, denn der deutsche Stand ist irgendwo unter zwei Etagen, du kennst das ja, Sebastian warst ja auch schon da, zwei Etagen höher so ungefähr. Und im regulären Umfeld. Aber dann gibt es eine, das ist wirklich schräg, da stehen so ganz kleine Buhnen und da sind dann so zwei rein französische Startups, da gibt es Schweizer Stände und so. Also da gibt es wirklich so Sachen, da kann man stundenlang durchlaufen. Und ich glaube halt, dieses Treffen, was du gesagt hast, ist, ich treffe da eigentlich hauptsächlich Deutsche, ehrlich gesagt. Weil die alle zu dieser Zeit das gleiche Interesse haben. Die sind einfach für ein paar Tage an diesem Ort zusammen. Und dann müsste ich in Deutschland, keine Ahnung, wie viele Monate durch die Gegend reisen und einzelne Termine und sowas machen. Und da habe ich die da, oder? Christian, da sind wir mal gesagt, okay, hier, WhatsApp-Gruppe, wir treffen uns irgendwo zum Frühstücken irgendwie auf ein paar Pfannkuchen so ungefähr. Hashbrowns. Und quatschen mal. Und auf einmal hast du ganz coole Leute am Tisch sitzen. Also ich glaube, das ist das Coole an solchen Konferenzen. Man sieht natürlich Tech und kriegt das auch ein bisschen hautnah mit, aber hauptsächlich ist es dieses durch die Stadt gehen, vielleicht auch irgendwo anstehen, mit Leuten ins Gespräch kommen, sich austauschen und so ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo läuft denn, wo geht denn die Reise hin.

  36. Sebastian:

    So schön, da haben wir, glaube ich, auch einen ganz guten Ausblick für unsere Zuschauer hier mitgenommen, dass sie doch nächstes Jahr mal vielleicht bei CS 2027 vorbeischauen sollten. Mit Blick auf die Uhr würde ich es jetzt hier unterbrechen. Vielen Dank für eure Einblicke, die wir mitgenommen haben aus verschiedensten Spektren und ich gehe von aus, dass wir Christian eh hier nochmal zu Gast haben werden, aber vielleicht schaut Olli ja auch nochmal in Zukunft bei uns vorbei. Vielen Dank für eure Zeit.

  37. Oliver Kemmann:

    Gerne, danke. Sehr gerne, gerne. Herr Sebastian.

  38. Sebastian:

    Wir hatten es jetzt eben nicht nur über reine E-Mobilität, sondern verschiedene Themen, die wir hier miteinander verknüpft haben, wo man aber auch sieht, dass dieses Thema der Sektorenkopplung immer mehr stattfindet und eben auch gemeinsam gedacht werden muss. Autonomes Fahren wird die Zukunft beherrschen, genauso wie humanoide Roboter. Das wissen wir auf jeden Fall nicht erst seit der heutigen Podcast-Folge, aber behalten es ja hoffentlich seit heute noch ein Stück weit mehr im Blick. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis zur nächsten Folge. Ciao.