German Reichweitenangst oder E-Auto-Ängsten mit Humor begegnen

Im Gespräch mit Buchautor Wolfgang Paul über E-Mobilität im Alltag

Wolfgang Paul und Stefan Schwunk haben das Buch German Reichweitenangst veröffentlicht. Wie der Name vermuten lässt, geht es um Elektromobilität und die Herausforderungen, die diese bietet. Wolfgang und Stefan nähren sich dem Thema mit Humor und betreiben gleichzeitig Aufklärung. Im Elektroauto-News.net Podcast hat Wolfang sich über das Buch, die Reaktionen darauf und seine ersten Schritte in die E-Mobilität geäußert.

Er selbst kam über die Schiene Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher und Wärmepumpe mit E-Autos in Berührung. Und zwar, als er sich die Frage stellte, was man noch mit der Leistung aus seiner 10-kW-Peak-PV-Anlage betreiben könnte. 2018 stand dann zunächst ein Smart EQ vor der Haustür, mit dem Reichweitenangst durchaus ein Thema war, wenn man nicht vernünftig geplant hat. Wurde dann auch durch einen Opel Corsa-e ersetzt, bevor er nun erst vor kurzem beim Tesla Model 3 gelandet ist.

Wolfgang stellt schon nach den ersten Schritten in die E-Mobilität fest, dass ihn diese gefesselt hat. Trotz Kommentare aus dem Freundeskreis und dem Versuch schlechte Witze auf E-Autos zu reißen. Am besten hat mir hier die Geschichte einer geschenkten 50 Meter Kabeltrommel gefallen, um zumindest Mal 50 Meter mit dem E-Auto fahren zu können. Hier sah er sich berufen ein wenig Aufklärung zu betreiben.

Das Buch German Reichweitenangst selbst richte sich bewusst an Menschen außerhalb der Elektromobilität-Bubble, um ein wenig Aufklärung zu betreiben. Und aufzuzeigen, dass das gar nicht so schwierig ist mit dem E-Auto. Unterstützung hat man sich dennoch direkt aus der Szene geholt. Alexander Bloch (Autor/Motor/Sport), Christopher Karatsonyi (Car Maniac; Sport 1), Ove Kröger (Doc Tesla; bekannt aus RTL II, Kabel 1) und die Elektromobilitätsberaterinnen Lisa Bohm, Mitglied der "Electrified Women" und Julia Maulhardt sind mit eigenen Beiträgen im Buch am Start.

Im Podcast äußert sich Wolfgang dazu wie das Buch angekommen ist, welche Rückmeldungen er bereits erhalten hat und ob er der Meinung ist die E-Mobilität ein wenig in die Welt hinausgetragen zu haben. Also reinhören. Es lohnt sich auch dieses Mal!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektro-Hotel-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Wolfgang Paul zu Gast, seines Zeichens Autor bzw. in diesem Fall Mitautor von dem Buch German Reichweitenangst, welches sich mit dem Thema E-Mobilität ja auf eine humorige Art und Weise auseinandersetzt. Neben Wolfgang hat auch noch Stefan Schwunk an dem Buch mitgeschrieben und die beiden haben damit nicht nur die E-Mobilitätsszene ein Stück weit versucht aufzurütteln, sondern vor allem die Neueinsteiger, die mit den Herausforderungen beim E-Auto zu kämpfen haben und haben versucht spielerisch mit Humor die Fahrerfahrerinnen von Verbrenner an Elektroautos heranzuführen. Dürfte ihnen ganz gut gelungen sein, so wie das Feedback auf das Buch erscheint, so wie Wolfgang uns das im Gespräch mitgeteilt hat, aber gehen wir doch einfach direkt rein ins Gespräch mit ihm. Viel Freude bei der aktuellen Folge.

  3. Wolfgang Paul:

    Servus Wolfgang, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über dich, die Passion E-Mobilität unterhalten und vor allem über dein Buch, was du in dem Bereich geschrieben hast, Reichweitenangst. Bevor wir da allerdings einsteigen und du uns ein Stückchen hinter die Kulissen blicken lässt von deinem Buch, erzähl doch mal über dich ein wenig und wie du mit der E-Mobilität an sich in Berührung bekommen bist.

  4. Stefan Schwunk:

    Ja, hallo Sebastian. Es freut mich erstmal, dass ich hier teilnehmen durfte oder darf und ich steige dann direkt mal ein, ein bisschen zu mir. In 2018 haben wir so angefangen mit unserem Hausbau und wir sind hier auch in der Umgebung einer der ganz wenigen, die überhaupt Gasanschluss überhaupt nicht gelegt haben. Aber wir mussten dann umgekehrt natürlich daran denken, wie versorgen wir uns und das haben wir mit Photovoltaik gemacht. Jetzt habe ich eine relativ große Anlage, 10 Kilowatt Peak knapp auf dem Dach, Südseite, also wirklich die schönste Seite und Und dann haben wir weiter überlegt, was gehört zu einer PV-Anlage mit Batterie und einer Wärmepumpe, so wie man es heute vielleicht sogar machen würde, im guten Fall, sich zu versorgen. Und dann kamen wir auf Elektroauto. So bin ich in 2018 gestartet mit einem Smart EQ, dem kleinen. Ja, die Reichweitenangst hat mich damals noch so ein bisschen begleitet. Aber eigentlich, wenn man vorgesorgt hat, auch da war kein Problem, die Strecken zu schaffen. Dann haben wir aber gemerkt, es wäre schön, ein bisschen weiter zu kommen und sind auf Opel Corsa, Elektro ausgewichen. Haben das, die unsere Strecken damit abfahren können. Und dann ganz zum Schluss, das Thema hat mich nie losgelassen mit Tesla. Ich habe wirklich fast jedes Auto einmal Probe gefahren, weil ich es wissen wollte. Aber dieses Tesla-Fahrzeug, das hat mich, wie gesagt, nicht losgelassen. So sind wir ganz zum Ende jetzt vor kurzem zu einem Tesla Model 3 gekommen. Für unsere Fahrten reicht das mehr als aus. Es ist wirklich ein schönes Fahrzeug. Ich kann es nur bestätigen. Auch die Qualität, die immer mal heiß diskutiert wird, die mit dem China-Modell ist, die vollkommen in Ordnung ist. Und seitdem fahren wir durchgehend Elektroauto. Wir versorgen uns in den Sommermonaten mit dem Auto, können wir an der Anlage tanken. Also so wie man es machen sollte. die Anlage versorgt hast. Das ist wirklich eine hervorragende Geschichte und wir sind äußerst zufrieden mit dieser Konstellation.

  5. Wolfgang Paul:

    Hört sich auch gut an, wenn man da quasi von der Energieversorgung sozusagen über den Batteriespeicher, Wärmepumpe dann zum E-Auto kommt. Ich glaube, das sieht man heutzutage doch auch immer mehr, dass Menschen diesen Weg dann sozusagen gehen. Jetzt hast du vorhin bei dem Smart EQ, den du 2018 zum ersten Mal gefahren bist, das Thema Reichweitenangst ins Spiel gebracht. das dich jetzt ja auch ein Stück weit mehr begleitet hat in Form eines Buches, worüber wir jetzt mal hinschwenken wollen, weil das hast du geschrieben, du hast dich mit dem Thema Reichweitenangst in einem Buch auseinandergesetzt.

  6. Stefan Schwunk:

    Genau, diese Passion, die hat mich einfach nicht losgelassen. Seit ich Elektroauto fahre, muss ich sagen, hat mich diese Passion ergriffen und ich habe mich überall eingelesen und habe viele, viele Zeitschriften und Fachzeitschriften gelesen, Und man macht das immer mit Begeisterung. Und irgendwann war mir klar, ich habe ja vorher schon Bücher geschrieben, bin im Humor gelandet. Und dann dachte ich, das wäre doch mal eine gute Idee, statt einen Sachbuchcharakter vielleicht Elektromobilität mit Humor zu verbinden. Und dazu wollte ich einen ganz anderen Weg gehen. Und zwar sind ja unbekannte Autoren wie ich, die haben es unglaublich schwer, in den Markt reinzukommen. Der Buchmarkt ist zu, der hat ungefähr, also man muss es erwähnen, 80.000 Bücher pro Jahr sind auf dem Markt. Also muss man da einen Trick anwenden, wenn man nicht gerade sehr bekannt ist, dann holt man sich vielleicht einen guten Partner an Bord. Dann habe ich rumgefragt bei den YouTuber, die waren sehr begeistert direkt von Anfang an und ich konnte den Stefan Schwunk nennen. der jetzt Co-Autor für mein Buch geworden ist, gewinnen und habe mich sehr darüber gefreut, weil Stefan hat eine ganz andere Reichweite wie ich und ein ganz anderes Marketing im Hintergrund mitlaufen lassen. Und das hat dann jetzt so ein bisschen die Weite auch gebracht, all diese Passionen mit in dem Buch zu beschreiben. Und wir denken auch weiterhin, dass Humor vielleicht die Brücke auch schlägt, eben diesen Knoten aufbrechen kann, diese Verkrustung immer, diese Fragestellung, die wir alle mitbekommen, das aufzubrechen und die Fragen eingehend zu beantworten. Weil wir haben unseren Protagonisten genau in diese Rolle versetzt, mit der wir alle angefangen haben. Wir, diese passionierten Elektrofahrer, die sich all diesen Fragen in Verwandtschaft, unter Freunden stellen mussten. Ja, wo kommt der Strom her und was ist mit Lithium und was ist mit Kobalt und nicht Kobold, wie die Frau Baerbock das mal irrtümlicherweise erwähnte. Und dann sind all diese Dinge, fachlich versuchen wir in dem Buch abzuhandeln, aber alles mit diesem Stück Humor, durch das dieser Protagonist läuft und sich anstelle des Elektrofahrers, den wir dann alle sind im Hintergrund, Der stellt sich dann eben stellvertretend dafür und macht das mit einer wirklich amüsanten Geschichte wett.

  7. Wolfgang Paul:

    Sehr schön, vor allem mal eine andere Art und Weise, das dann tatsächlich auch rüberzubringen und dann auch ein Stück weit zu lehrend zu belehren, aber ohne eben diesen Sachbuchcharakter, wie du eben schon gesagt hast, da ins Spiel zu bringen. Und wer ist denn so eure typische Zielgruppe? Sind es dann tatsächlich die E-Auto-Neulinge, die Menschen, die sich zum ersten Mal mit E-Mobilität beschäftigen? Oder sind es auch schon viele eingefleischte E-Auto-Fans, die vielleicht einfach aus Interesse euer Buch dann auch lesen?

  8. Stefan Schwunk:

    Also man kann das an den Rezessionen ablesen, die dann sagen, ach wunderbar, ich habe mich genau damit wiedererkannt. Das sind dann die einen, die, wie wir alle in dieser Zeit, Wir nennen es ja heute die Elektromobilitätsblase, mittendrin sind, in der sie sich alle befinden. Es sind aber genau auch Leute außerhalb. Oder es schreibt jemand, der sagt, ach, das ist ja ein klasse Buch, das werde ich jetzt mal den Leuten geben, die so nah dran sind, aber... irgendwo noch schwanken und vielleicht überzeugt werden wollen, aber schon auf halbem Weg sich befinden. Also es ist ein Gemisch von in der Blase und außerhalb der Blase. Und was wir wollten, war genau das. Wir wollten ja nicht die Blase selbst erreichen. Es freut uns natürlich, dass hier der Anklang gefunden wird, dass Leute innerhalb auch dieser Elektromobilitätsblase begeistert sind und sagen, tolles Buch, sehr humorvoll. Ich habe mich da weggelacht. Ich kann mich an so einen Kommentar erinnern, einer der ersten in so einem Forum, Leute, ich habe die ein paar Seiten gelesen, ich habe mich direkt da weggelacht. Das ist natürlich für uns wunderschön, eine wunderschöne Rückmeldung. Aber wir wollten natürlich auch genau die Leute, die zumindest auf diesem halben Wege sind und überzeugt werden wollen. Dann gibt es ja noch das statistische Drittel. Da ist es natürlich unglaublich schwer, Menschen zu überzeugen.

  9. Wolfgang Paul:

    Aber es ist dann auch tatsächlich so, dass es euch wohl schon gelungen ist, den einen oder anderen E-Auto-Fahrer, Fahrerin dann zu überzeugen, auf den Weg in die E-Mobilität weiter einzuschlagen, weil er vielleicht eben über diese extra Prise Humor ihn oder sie abgeholt hat?

  10. Stefan Schwunk:

    Ja, über zwei Wege vielleicht. Wir haben es ja geschafft. Das war ein guter Hinweis von Timo Schad, der in Hannover die größte Elektromobilitätsmesse veranstaltet hatte im letzten Jahr, der uns den Tipp gab, Leute, denkt dran, holt euch in das Buch prominente Leute. Das haben wir dann geschafft mit Ove Kröger, der sich ja da Doc Tesla nennt und auch schöne Berichte immer macht. Das ist den Leuten bestimmt innerhalb der Blase bestimmt wohl bekannt. Aber auch Alexander Bloch von der Automotorsport, den haben wir bekommen. Und natürlich ein Freund hat uns darauf hingewiesen und hat gesagt, Moment mal, Wolfgang. Da müssen ja auch Frauen rein. Ja, das Thema, das müssen wir natürlich auch aufgreifen. So haben wir die Lisa Bohm gewinnen können. Die ist ja auch eine der Mitgründerinnen der Electrified Women. Und so haben wir die Frauen auch da drin. Also es ist sehr breitschichtig aufgeteilt und wir könnten wirklich viele Leute gewinnen. Und über diese Person hinaus hat man natürlich einen Erreichungsgrad in der Blas und auch außerhalb der Blas natürlich die Leute zu gewinnen. Wobei natürlich unser Fokus ist, neue Leute in das Thema reinzubekommen, sich zumindest mit zu beschäftigen oder diese Menschen nachdenklich zu machen, ne. Das heißt, das bekannte und diskutierte Thema, wo soll der Strom herkommen oder wie teuer ist der Strom, der ist ja so teuer und das rechtfertigt ja nicht mehr den Kauf des Autos. Das muss man aufbrechen, diese Themen. Die muss man eben mit Fakten belegen. Was spricht denn dafür? Und da gibt es ja gute Gründe und ich habe das mal in so 17 Punkte zusammengefasst, wobei da auch Leute in Foren mitgeholfen haben, das zusammenzustellen. Es geht ja weit über diese Punkte hinaus. der Strom ist irgendwann so teuer, dass ein Elektroauto sich vielleicht gar nicht mehr lohnen sollte und könnte.

  11. Wolfgang Paul:

    Das wäre jetzt einer der Punkte, die du da eben aufzählst sozusagen oder wo du dann auch Argumente dagegen bringst sozusagen.

  12. Stefan Schwunk:

    Ja, wir haben das alles, das war immer witzig, wenn wir angefangen haben zu schreiben, dann haben wir uns immer rege ausgetauscht, Stefan und ich. Und wir haben überall reingeguckt, auch in die Foren, was ist denn gerade zurzeit sehr heiß diskutiert. Und da kam dann schon damals auf, ja, wo soll der Strom herkommen? Ich kann immer nur auf das Thema so ein bisschen fokussieren, weil das war sehr heiß. Und das geht ja bis heute, zieht sich das immer noch mal wie so ein roter Faden durch. Das müssen wir ins Buch aufnehmen. Das müssen wir unbedingt aufnehmen. Oder auch, ich kann mich an eine schöne Story erinnern, die Urlaubsfahrten. Das muss man auch mal aufgreifen. Wie fährt jemand dann in Urlaub? Welche Vorteile hat es? Aber wir haben natürlich auch Nachteile entdecken können, die wir ja selber auch kennen von unseren Fahrten. Wenn wir uns auf Straßen bewegen mit dem Elektroauto, das ist diese Ladeinfrastruktur. Die ist immer sehr heiß diskutiert. Ja, wie lädt man an verschiedenen Säulen mit den 10.000 Karten oder Apps oder Bezahlsysteme? Warum nicht Vereinheitlichung? Wir waren uns also nicht so schade zu sagen, natürlich gibt es auch Nachteile. Die sind eben nicht so schön. Aber Bertha Benz, wie sie gestartet ist mit ihrem ersten Wagen, wir erinnern uns historisch, da musste sie ihr Leguin, das war so eine benzinartige Substanz, in der Apotheke kaufen.

  13. Wolfgang Paul:

    Da müssen wir ja mittlerweile glücklicherweise nicht mehr hin, wenn wir unseren Strom haben wollen. Da gibt es dann doch die eine oder andere Alternative. Aber klar, so wie du gerade sagst, diese Geschichte Ladekarte, Lade-Apps, da gibt es ja so viel Auswahl, wo du gar nicht weißt, was ist jetzt richtig, was ist falsch. Da gibt es ja gefühlt 15 Lösungen für ein Problem. Da verstehe ich schon und finde es auch gut, dass ihr das dann eben auch aufgegriffen habt, diese Beispiele aus dem Leben. Die dürften ja auch ganz gut angekommen sein bei euren Leser, Leserinnen.

  14. Stefan Schwunk:

    Ja, wir können das an den Rückmeldungen jetzt ablesen. Es wäre natürlich noch schöner, wenn man viel mehr Rückmeldungen bekommen würde. Aber es geben ja nun mal die wenigsten Rezensionen ab. Aber wir kriegen es über Umwege. Stefan kriegt das natürlich über ganz andere Kanäle mit, dass immer wieder Leute ihn bitten, gib mir doch noch mal so ein paar Bücher oder wo bekommt man die? Die bekommt man in allen Buchhandlungen. Die bekommen wir über die Internetplattformen, über diese bekannten Quellen. Und um weiter zu verteilen, um eben genau diese Leute von außen mit in diesen Bereich reinzuziehen oder sie zumindest ein Stückchen aufmerksamer zu machen, für das Thema zu gewinnen und zu sagen, der Verbrenner abzuschaffen, das lohnt sich vielleicht schon. Natürlich kein neuer Verbrenner. Ich kenne einen guten Freund von mir in der Story, Dass er gesagt hat, Mensch, ich fahre jetzt einen tollen Vito, der ist drei Jahre alt, verlangst du jetzt von mir, dass ich diesen Wagen abgebe? Ich sage, ich verlange erstmal gar nichts. Was ich gut finde, ist, wenn wir einfach darüber sprechen, diskutieren, das für und wider. Über Benzin können wir gerne reden, auch über die Versorgung und Tankstellen, aber andererseits natürlich auf der anderen Seite die Vorteile des Elektroautos. So müssen ja beide Meinungen einfach diskutiert werden und Diskussionen müssen ausgehalten und zugelassen werden. Und dann kommt man, glaube ich, auf einen schönen Konsens. Man muss nicht immer überzeugen. Man muss ja nicht immer in eine Überzeugung münden. Aber wenn man jemanden nachdenklich macht, finde ich, ist man schon auf einem sehr guten Weg.

  15. Wolfgang Paul:

    Das ist definitiv ein sehr, sehr weiser Satz, den man sich auch in anderen Lebenssituationen wohlmacht, zu Gemüte führen darf. Einfach mal Diskussionen zulassen, aushalten und dann aber auch mit der Erkenntnis rausgehen, dass es jetzt kein Problem ist. Ja, ich beschäftige mich ja auch ein bisschen so im Hintergrund, ich bin ja kein Psychologe, aber ich beschäftige mich schon mit diesen Dingen wie zum Beispiel, wie kann man Überzeugungsarbeit leisten, wie kann man Überzeugungsarbeit leisten, wie kann man Überzeugungsarbeit leisten.

  16. Stefan Schwunk:

    Humor mag bestimmt ein Schlüssel sein, so verkrustete Denkweisen oder etwas festgefahrene Denkweisen aufzubrechen. Aber wenn man sich wirklich über so Kanäle, psychologische Kanäle einmal die aufmacht und da reinguckt, dann sieht man schon, es gibt ein massenkompatibles Verhalten. Leute haben Angst, Verhalten zu verändern, weil das bedeutet, aus liebgewonnenen Verhaltensweisen ausbrechen zu müssen. Und da sieht man eben den Knackpunkt, wie schwierig das ist, einen Verbrennerfahrer von Punkt A zu einer Elektromobilität zu bewegen. Ich habe ja eigene Freunde, die sind ja sehr nah an meinem Thema oder mit mir verbunden, zumindest nicht an meinem Thema dran, die dann hinkommen und ich kann mich an die Anfänge erinnern, da hat Ein sehr guter Freund von mir hat mir eine Mignon-Zelle in die Hand gedrückt und gesagt, falls du unterwegs liegen bleibst, dann hast du eine Reichweitenverlängerung. Der andere wollte mir eine Kabeltrommel mitgeben und sagte, kannst du wenigstens 50 Meter fahren. Ich habe bestimmt noch eine längere. Die ganzen Witze kenne ich oder fahr ans Meer, da gibt es genug Watt. Die Witze kennst du wahrscheinlich auch. Die muss man aushalten können und dann diskutiert man das immer wieder und sagt, ja, wenn irgendein Knackpunkt kommt, wie zum Beispiel Ladeinfrastruktur oder ja verdammt, ich muss dann so lange laden. Wir erinnern uns ja jetzt an die neuen Fahrzeuge mit 800 Volt, wie der Ioniq 5, der von 20 auf 80 Prozent in 18 Minuten lädt. Wenn wir die sechs oder sieben Minuten statistisch abziehen, die du an der Tankstelle verdattelst, weil du dann hingehen musst, zapfern rein, tanken, bezahlen, dann funktioniert die Karte nicht, dann nimmt man eine andere Karte oder probiert das nochmal. So statistisch, glaube ich, sind es sechs Minuten. Dann sind wir immer noch bei rund zwölf Minuten. Wo ist da zu viel Zeit? Wir verbringen nicht zu viel Zeit. Teilweise ist das dann ja so bei Elektroautos sogar noch einfacher. Du bist zu Hause und steckst die Verbindung ein, das klickt, der paiert sich mit seiner Verbindungsstelle und gut ist. Wenn du draußen bist, wie bei Tesla macht es natürlich auch sehr einfach mit der Struktur, Infrastruktur, auch nur einstecken, der Wagen macht das sogenannte Pairing, schiebt das Protokoll von A nach B und verbindet sich, du hörst ein Klacken und kannst gehen. Du hast noch nicht mal ein paar Sekunden verloren oder ein paar Sekunden hast du verloren, aber noch nicht mal eine Minute. Es ist total einfach und es wird in Zukunft einfacher werden. Man muss nur die Chance diesem ganzen Aufbau, diesem ganzen deutschen Aufbau auch geben, dass das einen Moment dauert, weil Tankstellen, wie eben gesagt, mit dem Leguin in der Apotheke bis zum Tankstellennetz, war das nun mal auch ein weiter Weg. Und so ist das hier mit den Ladestellen, die jetzt innerhalb von drei, vier Jahren gebaut worden sind, muss man das als sehr positiv betrachten, dass so ein Riesennetz erstmal geschaffen wurde.

  17. Wolfgang Paul:

    Ich denke, das ist auch immer wichtig, dass man sich darauf, daran zurückerinnert, wie lange wir denn jetzt tatsächlich E-Mobilität bei uns im Alltag haben und wie lange es einfach schon Verbrenner im Vergleich dazu gibt. Und dass man da doch innerhalb der letzten sechs, sieben, acht Jahre immense Fortschritte nach vorne gemacht hat, die man in dem Ausmaß bei Verbrennern, glaube ich, in so einem kurzen Zeitraum nicht mehr sehen konnte. Also von daher immer noch wichtig, so wie du auch sagst, sich mal auf das besinnen, wo man herkommt und wo die Reise noch schlussendlich noch hingehen kann.

  18. Stefan Schwunk:

    Ja genau, das sehe ich genauso. Die Reise ist eine sehr kurze im Vergleich zum Tankstellenaufbau und sie hat eigentlich für diese kurze Zeit gut funktioniert. Natürlich kommt ein Stück dieser Selbstgefälligkeit der Automobilbauer, dieser OEMs, später so ein bisschen mit rein. Man hat das unterschätzt, das ganze Thema. Das haben wir alle mitbeobachtet, dass Musk durch seine Schaffung eines Autos erst belächelt wurde. Dann in der zweiten Phase hat man den doch so ein bisschen kritisch beobachtet und in der dritten Phase vielleicht sogar bewundert für diesen Mut und sich dann ausgerechnet ins Automobilland Deutschland zu setzen. Das muss man ihm ja lassen, was er immer jetzt für Schritte macht, bestimmt nicht mehr in der ganz großen Bewunderung steht. Aber in der damaligen, das war mutig, das war ein Riesenfortschritt und damit hat er die Automobilindustrie ja teilweise aufgerollt. Genau zum richtigen Zeitpunkt, Klima hat ihm bestimmt dann auch gut in die Karten gespielt. Aber dass Leute eine Änderung haben wollten, was anderes haben wollten, sauber fahren wollten, das war bestimmt zum richtigen Zeitpunkt, war eher am richtigen Ort. Jetzt weiß man natürlich, dass immer innovationsgetriebene Leute, die wären früher als Hexenmeister verbrannt worden, das schafft man jetzt nicht. Auch die Automobilindustrie schafft es nicht. Aber wir sehen an wirklich abstrusen Meldungen, wie diese Menschen, E-Fuels, die mit dem Fischer-Tropsch-Verfahren arbeiten, wer sich das Verfahren anguckt, der wird staunen, wie viel Energie das frisst und wie wenig Wirkungsgrad das hinterlässt und trotzdem wird das immer wieder eingespielt und das muss man wissen, dass das von der Petrolinindustrie natürlich eine Willkür ist, immer noch gegen das Auto zu fahren. Und auch hier wird man sich mit der Geschichte dann nochmal beschäftigen müssen, wie oft war das Elektroauto denn tot. Interessanterweise ist es ja zweimal schon gestorben. Einmal mit dem ersten Schöpfungsgrad von dem ersten, ich habe den Namen vergessen, das war auf jeden Fall 1886. Und das ist ja nur gestorben, weil es dann den Anlasser gab. Und das hat das Benzinfahrzeug dann massenkompatibel gemacht. Und der zweite, das war der EV1. von General Motors in den 70er Jahren. Und das Fahrzeug, das mussten sie nur zurückziehen, weil der Druck der Petroleindustrie so dermaßen groß war, dass die funktionsfähige Fahrzeuge verschrotten mussten. Und jetzt haben wir den dritten Anlauf. Aber jetzt scheint das Rate wohl nicht mehr sich zurückdrehen zu lassen.

  19. Wolfgang Paul:

    Ja, ich denke, der dritte Anlauf lässt sich jetzt da nicht mehr stoppen. Da trägst du deinen Teil mit deinem Buch auch sozusagen bei. Du hast schon gesagt, wo wir uns überall beziehen können. Ich bin mir sicher, der eine oder andere Hörer, Hörerin wird auch zugreifen nach dem Gespräch hier und wird sich das zu Gemüte führen. Vielen Dank für die Einblicke. Vielen Dank für deine Zeit, Wolfgang.

  20. Stefan Schwunk:

    Ja, das ist gern geschehen und ich hoffe mit Humor, wie gesagt, geht es gut und besser und man bricht das ein bisschen auf. Also Viel Spaß mit der Story German Reichweitenangst. Danke für die Einladung, Sebastian. Bitte, bitte.

  21. Sebastian:

    Das war also auch mal wieder der aktuelle Podcast von ElektroautoNews.net. Ich habe mich gefreut, dass du wieder eingeschaltet hast zur aktuellen Folge. Ich würde mich freuen, wenn du kommende Woche wieder bei der nächsten Folge einschaltest und bin mir sicher, dass wir wieder den ein oder anderen spannenden Gast mit am Start haben. Aber hör doch einfach selbst rein. Bis dahin kannst du uns eine positive Bewertung bei iTunes hinterlassen. Hilft uns natürlich, den Podcast noch ein Stück weit mehr hinaus in die Welt zu tragen. Vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis zum nächsten Mal. Ciao.