E-Auto gebraucht? Tipps vom Tesla-Experten

Im Gespräch mit Moritz Schmidt von Morsch

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich Moritz Schmidt zu Gast – 21 Jahre jung, leidenschaftlicher Tesla-Fan und Gründer einer eigenen Gebrauchtwagen-Kaufberatung mit Fokus auf E-Autos. Viele kennen ihn von seinem Youtube-Kanal Morsch, über den er nicht nur E-Autos vorstellt, sondern auch echte Hilfestellung für Kaufinteressierte bietet. Besonders im Bereich gebrauchter Tesla-Modelle ist Moritz mittlerweile eine feste Größe in der Community.

Sein Einstieg ins Thema war eher spontan: Für den Lebensgefährten seiner Mutter suchte er einst ein gebrauchtes Model 3 und dokumentierte das Ganze auf Youtube. Die Resonanz war riesig, Anfragen kamen rein – daraus wurde seine heutige Dienstleistung. Kund:innen schicken ihm Inserate, idealerweise mit klaren Vorstellungen zur Nutzung: „Ich fahre täglich 10 Kilometer Stadt oder pendle 500 Kilometer am Stück – das macht einen Unterschied“, so Moritz. Auf Basis von Inseraten und individuellen Anforderungen begleitet er den gesamten Entscheidungsprozess.

Besonders wichtig ist dabei der Zustand der Batterie. Moritz liest über einen OBD-Stecker die BMS-Daten aus, also die Schätzwerte des Batterie-Management-Systems. Zwar ist das keine hochprofessionelle Diagnose, aber es reicht aus, um erste Einschätzungen zum Akku zu treffen: „Anhand der Zellspannungen erkenne ich, ob der Akku noch fit ist oder ob Vorsicht geboten ist.“ Eine Dienstleistung, die viele Autokäufer:innen nicht selbst leisten können – schon gar nicht bei Privatverkäufen irgendwo auf dem Land ohne Bühne und Werkstatt.

Im Gespräch haben wir auch über typische Schwachstellen gesprochen. Beim Fahrwerk sollten Käufer:innen lieber mit Rücklagen planen. Seine Faustregel: „2000 Euro für das Fahrwerk in Reserve einplanen – gerade bei Tesla ist das eine Schwachstelle.“ Dafür überzeugen Motor und Akku mit Langlebigkeit. Und: Besonders das Model 3 hat sich laut Moritz als Dauerbrenner in der Beratung etabliert – günstiger Unterhalt, solide Qualität (ab Baujahr Mitte 2021, bevorzugt aus China) und gute Verfügbarkeit. Modelle unter 22.000 Euro sieht er als besonders nachgefragt – „das scheint die magische Preisgrenze zu sein.“

Auch das viel diskutierte Thema „freies Supercharging“ bei älteren Model S kam zur Sprache. Zwar klingt das verlockend, kostenlos am Tesla-Netz laden zu können – aber wer dafür ein betagtes Model S kauft, sollte sich über mögliche Wartungsstaus und teils langsame Ladegeschwindigkeiten im Klaren sein. „Das lohnt sich nur, wenn man viel fährt und wirklich oft an den Superchargern lädt – sonst ist es mehr Wunschdenken als Ersparnis.“

Auf seinem Youtube-Kanal zeigt Moritz genau diese Erfahrungswerte. Oft direkt nach Kaufberatungen aufgenommen, gibt er dort Einblicke in reale Käufe, Schwachstellen und Preisentwicklungen. „Ich will, dass die Zuschauer lernen, worauf sie achten müssen – selbst wenn sie nicht meine Beratung nutzen.“ Und offenbar funktioniert das: Immer wieder melden sich Menschen bei ihm, die dank seiner Tipps ihren Tesla erfolgreich selbst gefunden haben. Wohin die Reise geht? Moritz studiert aktuell noch, plant aber definitiv, Youtube und Beratung weiterzuführen. Der Gebrauchtmarkt für E-Autos werde seiner Meinung nach noch deutlich wachsen. „Die Leute verstehen langsam: E-Autos sind günstig im Unterhalt und die Preise auf dem Gebrauchtmarkt werden immer attraktiver – da kommt noch viel.“

Nun aber genug der Vorrede – lasst uns direkt in das Gespräch mit Moritz Schmidt einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einem neuen Friselektroauto News 100 Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge habe ich Moritz zu Gast. Moritz ist der Mann hinter dem YouTube-Kanal Moritz Schmidt und konzentriert sich aber auch auf die Kaufberatung bei gebrauchten Tesla-Modellen. Und da sind wir genau drauf eingegangen, auf den YouTube-Kanal, aber vormärklich auf den Kauf und Verkauf von gebrauchten Tesla-Modellen. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Moritz. Servus Moritz, schön, dass du heute hier zu Gast bist und tatsächlich nicht nur im Podcast, sondern bei mir auch daheim, wo wir den Podcast aufnehmen. Premiere für mich übrigens, dass hier jemand mal im Haus zu Gast ist. Freut mich sehr, wie ich hab dich eingeladen oder du hast dich eingeladen, weil wir über gebrauchte E-Autos sprechen wollen und da bist du ja Experte vor allem für Tesla-Fahrzeuge. Bevor wir da allerdings tiefer einsteigen, stell dich auch gerne mal selbst vor, verliere ein paar Worte über dich und was du mit der E-Mobilität zu tun hast.

  3. Moritz Schmidt:

    Ja, vielen lieben Dank, dass ich hier sein darf. Hallo, liebe Podcast-Zugehörer. Es ist jetzt ganz interessant für mich, mich selber da mal zu hören, weil da, wo ihr gerade zuhört, da bin ich eigentlich. Ich habe ja dem Podcast auch sehr fleißig bisher zugehört. Ich bin der Moritz Schmidt, 21 Jahre alt geworden jetzt erst dieses Jahr und habe mich auf Tesla, gebrauchte Tesla spezialisiert mit einem YouTube-Kanal und auch mittlerweile mit meiner Dienstleistung der Kaufberatung.

  4. Sebastian:

    Darüber sind wir auch ins Gespräch gekommen. YouTube-Kanal Schwerpunkt Tesla, können wir gleich mal drauf einsteigen, aber auch deine Kaufberatung. Das heißt, du konzentrierst dich wahrscheinlich nicht die Tesla-Fahrzeuge, die eh von der Stange bei Tesla kommen, sondern im Gebrauchtwagenmarkt. Kannst du uns da ein Stück weit abholen, was da deine Dienstleistung ist, was für Erfahrungen du da schon mitgesammelt hast und wie eben dein Angebot ausschaut?

  5. Moritz Schmidt:

    Genau, also vielleicht setze ich mal da an, wie kam ich überhaupt zur Kaufberatung. Das war eine ganz spontane Geschichte. Wir hatten vor einem Jahr für den Freund meiner Mutter einen Tesla gesucht. Sollte explizit ein Tesla werden, weil wir sehr zufrieden mit der Marke sind. Wir haben bereits zwei Tesla in der Familie und dann sollte es ein dritter werden. Und dann haben wir mal ein bisschen geschaut und sind dann in den Niederlanden fündig geworden zu einem relativ attraktiven Preis, einem Model 3 Long Range. Und dann habe ich mir gesagt, ich habe einen YouTube-Kanal, ich zeichne das Ganze einfach mal auf und habe mir überlegt, warum das Ganze nicht für andere einfach mal anbieten. Und habe das einfach mal online so vorgestellt, ich möchte euch helfen, wenn ihr Lust habt, können wir auch mal nach einem Auto zusammenschauen. Und ja, dann habe ich gemerkt, wie immer weiter die Anfragen reinkamen und so kam ich grundsätzlich zur Kaufberatung. Ursprünglich noch mit einer Pauschale, mittlerweile hat sich die Abrechnung ein bisschen geändert, aber im Prinzip ist es gleich geblieben. Es ist so, man kann mich kontaktieren, am besten mit Inserat schon, weil die Nachfrage mittlerweile so hoch ist, dass ich die Inserate nicht mehr selber explizit aussuchen kann für die ganzen Kunden. Am besten, man schickt mir eine Auswahl von drei Inseraten, die man sehr interessant findet. Das setzt natürlich Wissen schon voraus über die Thematik. Am besten, man informiert sich vorher schon mit zahlreichen YouTube-Kanälen wie mir oder auch vom Owe Kröger. Und dann schaue ich mal so drüber über die Inserate, dass man auch nicht umsonst hinfährt, weil man kann anhand gewisser Parameter meistens schon erkennen, ob das ein schlechtes Auto ist oder ob es lohnt, überhaupt hinzufahren. Und wenn das passt, dann macht man einen Termin aus und dann fahre ich eben mit dem Kunden hin. Und wir schauen uns das Fahrzeug an und kaufen im besten Fall das Fahrzeug.

  6. Sebastian:

    Kaufberatung hast du jetzt gesagt. Also du schaust über Parameter drüber, hilfst dann dabei, eine Entscheidung zu treffen. Aber eben schon mit dem Idealzustand, dass der Kunde kommt, drei Tesla Model Y Angebote beispielsweise, Listings hat und dir das mit auf den Weg gibt, dir aber wahrscheinlich dann auch mitteilen muss, was sind denn seine Anforderungen dafür. Weil es macht ja einen Unterschied, ob er jetzt am Tag nur 10 Kilometer in der Stadt mit rumfährt oder ob er jeden Tag 500 Kilometer auf der Langstrecke irgendwie fahren muss.

  7. Moritz Schmidt:

    Genau, auf jeden Fall. Deswegen habe ich halt mich auch dazu entschlossen, weiterhin sehr viele Videos über Tesla zu machen. Ich hatte ja früher auch andere Elektroautos gezeigt, bin auch weiteren daran interessiert, aber ich schaffe es zeitlich nicht mehr. Deswegen ist gerade der Fokus sehr stark auf Tesla, weil auch eben das Angebot sehr groß ist an Gebrauch in Tesla. Und da hoffe ich, dass dann die Kunden vorher schon ungefähr wissen, was sie an Elektroautos welches Fahrzeug zu ihnen passt. Ich habe auch immer wieder Livestreams bei mir, wo ich dann auch darauf eingehe. Da können die Leute dann live mich fragen, hey, ich fahre so und so viele Kilometer, was würdest du mir empfehlen?

  8. Sebastian:

    Kaufberatung im Sinne von, okay, du checkst die Parameter, kannst ja vielleicht auch gleich mal so zwei, drei prägnante Parameter nennen. Und wie hilfst du konkret? Weil wir haben ja ein Thema, das hatten wir auch im Vorgespräch eben, ist ja auch Narkothematik. Beim Neuwagen von der Stange gehst du davon aus, okay, der steht dann auch so da, wie er angepriesen wird. Wenn ich jetzt einen Gebrauchtwagen von Lieschen Müller kaufe, dann kann die mir natürlich reinschreiben, Garagenwagen, 5 Kilometer gefahren, das sehe ich idealerweise noch. Wenn es dann 5.000, 50.000 Kilometer sind, dann weiß ich aber nicht mehr, wie wurde er gefahren, wie wurde er geladen, wie hat es sich auf den Akku ausgewirkt schlussendlich. Gehst du dann auch so tief rein und kannst dazu Aussagen treffen?

  9. Moritz Schmidt:

    Also das ist natürlich die Hauptfrage der ganzen Kunden oder generell Interessenten eines Elektroautos. Was ist, wenn der Akku kaputt geht beim gebrauchten Elektroauto? Wie hält der sich über all die Jahre? Da haben wir jetzt zum Glück mittlerweile die ersten Daten gesammelt. Das Model 3 zum Beispiel gibt es jetzt seit 2019 auf dem europäischen Markt. Da hat man jetzt schon eine Datenlage und kann dann auch beurteilen, wie die Akkus so eben altern. Ich habe dann ein Gerät, das kann ich anschließen. über ganz normalen OBD-Stecker und kann dann die Akkudaten auslesen. Ich betone aber, das sind BMS-Daten, also Schätzwerte von BMS. Die können auch abweichen. Also eine komplett tiefe Diagnose wäre einfach für mich zu kostspielig. Aber es gibt trotzdem ein relativ genaues Ergebnis. Also es gibt zwar Schwankungen dann, wie es dann in der Realität ist, aber man kann trotzdem auch anhand der ganzen Zelldatenspannungen, die ich einsehen kann, dann sagen, wie der Akku sich verhält, ob er noch gut ist oder eben nicht.

  10. Sebastian:

    Auf jeden Fall kriegst du ja mal mehr Informationen raus, als ob der Autonormalverbraucher eben aus dem Fahrzeug rausbekommen würde. Weil an sich habe ich glaube ich gar nicht die Möglichkeit zu sehen, wie der Akkuzustand ist oder kriege ich das oberflächlich zumindest raus.

  11. Moritz Schmidt:

    Ja, man kann ja mittlerweile bei Tesla zum Beispiel einen integrierten Batterietest durchführen. Das Problem ist, der dauert relativ lang, weil der Akku eben dann entladen wird. Er muss an der Wallbox hängen und dann wird er wieder hochgeladen. Dann kriegt man halt dieses Ergebnis. Am besten wäre es natürlich, wenn die Händler so ein Zertifikat vorlegen würden. Machen auch mittlerweile immer mehr. Ich habe aber letztens mal auf Mobile geguckt, auch bei Ioniq 5 zum Beispiel. Und Ioniq 5 hat mich interessiert. Und dann ist mir aufgefallen, relativ wenige hatten dieses Zertifikat da dabei. Ist also noch nicht gang und gäbe, dass das beigelegt wird. Und deswegen ist man aktuell dann noch meistens auf diese OBD-Stecker angewiesen. Integrierte Tests, wie gesagt, dauern dann relativ lange. Oder das Autohaus hat halt einen.

  12. Sebastian:

    Bei der Entwicklung wird ja wahrscheinlich schon hingehen, wenn wir gebraucht waren, mag man Gänse betrachten, jetzt auch abseits von Tesla, dass das eigentlich ein Muss ist, damit so ein Zertifikat beigelegt wird.

  13. Moritz Schmidt:

    Auf jeden Fall. Ich möchte mich jetzt nochmal gerne auf einen Artikel der EV-Klinik beziehen, kurz für die Podcast-Zuhörer vielleicht, was die EV-Klinik ist. Die machen, glaube ich, seit zehn Jahren mittlerweile in Zagreb. Elektroautoreparaturen haben ganz klein angefangen und mittlerweile sind sie sogar nach Berlin expandiert. Und die haben einen Artikel erstellt, welche Fahrzeuge jetzt eher zu empfehlen sind und welche nicht. Und da sieht man, man kann auch ziemlich auf die Nase fallen beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos, wenn man die falsche Technik, das falsche Modell wählt. Es gibt ja unterschiedliche Zelltypen auch, es gibt das zylindrische System. Gehen wir jetzt nicht so tief drauf ein. Und da ist es wichtig, sich auf jeden Fall umfangreich zu informieren vorher, dass man da nicht die Katze im Sack kauft.

  14. Sebastian:

    Und dass dann eben so Experten wissen, was du schlussendlich mit reinbringst, wo man sagen kann, okay, achte mal lieber da drauf, weil da sind Kinderkrankheiten bekannt beispielsweise und unterscheidet es ja wahrscheinlich dann auch von Modelljahr zu Modelljahr ein Stück weit.

  15. Moritz Schmidt:

    Genau, so ist es. Gerade bei Tesla sehr auffällig, dass die Erstmodelle wesentlich schlechter von der Verarbeitung sind. Das sage ich dann auch ganz transparent. Vorteil ist, es gibt sehr viele von den Modellen. Sie sind mittlerweile relativ günstig zu haben, auch deutlich unter 20.000 Euro zum Beispiel. Was für viele aus meiner Erfahrung so eine magische Grenze ist. Also wenn die Kunden kommen, ich schätze mal 80% der Kunden haben ein Budget von 22.000 Euro circa. Und das scheint dann so eine Grenze zu sein. Und da hat man halt ansonsten relativ... wenig Auswahl. Es gibt andere Elektroautos auch zu der Preiskategorie, aber die sind dann wiederum von der Reichweite limitiert. Das sind halt eher Stadtfahrzeuge.

  16. Sebastian:

    Und da kriegst du ja schon was Vernünftiges dann im Endeffekt, so wie du gesagt hast, vom Einstieg. Und ich sag mal, ein gebrauchter Tesla ist ja dann in der Regel, wenn er vernünftig dasteht mit dem Akku, immer noch ein gutes Fahrzeug, vor allem auch mit der Ladeinfrastruktur, die dahintersteckt, die ja das im Einsteiger dann auch nochmal ein Stück weit einfacher macht, als wenn er sich dann direkt in das, nennen wir es mal, Ladekartenchaos reinbegeben muss.

  17. Moritz Schmidt:

    Richtig, genau. Also wir haben zum Beispiel einen mit 171.000 Kilometern gekauft, den ich eben vorhin erwähnt habe und der hat jetzt fast 200.000 runter und hat gar nichts. Also die Schwachstelle ist natürlich das Fahrwerk bei Tesla, das können andere Hersteller besser. Motoren und Batterien sind dafür sehr langlebig und wir sind echt zufrieden damit.

  18. Sebastian:

    Das heißt aber, deine Beratung geht dann wahrscheinlich auch mehr in diese Richtung Batterie, was man auslesen kann. Fahrwerk und solche Geschichten sind dann eher bei Obert zu suchen.

  19. Moritz Schmidt:

    Auf jeden Fall. Ich möchte nochmal betonen, ich bin kein Fahrwerkspezialist. Ich kann natürlich anhand von Geräuschen gewisse Dinge schon deuten, Antriebswellen und so weiter. Das hört man einfach, ausgeschlagene Querlenker. Und wenn es möglich ist, packen wir das Fahrzeug auch auf eine Hebebühne. Das ist aber halt oft nicht möglich, gerade wenn man bei Privat kauft, irgendwo auf dem Dorf, dann hat man einfach keine Hebebühne. Dann muss man sich halt einfach auf die Geräuschkulisse verlassen. Ich sage immer, nehmt euch ein, 2000 Euro, gerade bei Tesla nebenher noch, falls mal was am Fahrwerk ist. Das ist halt einfach die Schwachstelle und da kann man dann, wie gesagt, zum Owe gehen oder zu anderen Werkstätten.

  20. Sebastian:

    Sehr spannend auf jeden Fall. Du hast aber auch gesagt, deine Spezialisierung hat sich herauskristallisiert auf Tesla, weil da eben auch entsprechend Nachfrage vorhanden ist und weil es ja wahrscheinlich auch schwierig ist, mit begrenzter Zeit, du hast gesagt, du studierst ja auch noch, das dann unter Dach und Fach zu bringen.

  21. Moritz Schmidt:

    Richtig. Also ich hatte, irgendwann stand ich mal vor der Wahl, soll ich jetzt andere Marken weitermachen, was ich in der Vergangenheit gemacht habe, oder soll ich nur Tesla machen? Und ich bin dann letztendlich bei Tesla geblieben, weil ich, wie gesagt, sonst einfach nicht hinterherkommen. Es gibt so viel darüber zu sagen. Hätte ich selber nicht gedacht. Aber die ganzen Modelle, die haben die Kinderkrankheit, dann wieder das. Deswegen bin ich jetzt letztendlich bei Tesla geblieben. Ich hoffe, dass andere nachziehen mit YouTube-Kanälen und auch die anderen Modelle verstärkt zeigen. Es gibt vereinzelt Fälle, aber ich bin auch überrascht gewesen, wie wenig das thematisiert wird bisher noch. Also die stürzen sich alle auf die neuen Elektroautos, die irgendwie In zehn Minuten jetzt von 10 auf 80 laden zum Beispiel. Aber schlussendlich reicht vielen auch ein älteres Elektroauto, das deutlich preisgünstiger ist. Also die Leute, sehe ich immer, habe ich so den Eindruck wollen, für 25.000 Euro diesen Kleinwagen haben mit guter Reichweite. Ich sage immer, den gibt es eigentlich schon und die Fahrzeuge sind nicht so alt, so vier Jahre alt, vielleicht drei Jahre alt.

  22. Sebastian:

    Und stehen ja trotzdem gut da, vor allem wenn man da nochmal drauf schaut. Und im Endeffekt diese eierlegende Wollmilchsau, die gesucht wird, die gibt es halt de facto noch nicht für den Preis. Die wird es auch erstmal nicht geben, gehe ich von aus. Und dann ist es ja auch gut und eine Option, so wie du es ja jetzt auch dann vorantreibst, den Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt auszuweiten. wenn man eben entsprechend prüft, was angeboten wird.

  23. Moritz Schmidt:

    Deswegen bin ich auch in den Podcast gekommen, wollte ich unbedingt nochmal verbreiten. Schaut euch Gebrauchte an. Also ich bin immer wieder verwundert, wie sehr das unter den Tisch gekehrt wird. Ich sehe immer wieder als Ausrede, ich fahre kein Elektroauto, weil es mir zu teuer ist. Naja, also nicht nur Tesla, auch Hyundai und so, die fallen ja alle im Preis. Das ist ja normaler Wertverlust. Da kriegt man so attraktive Fahrzeuge zum sehr guten Preis, wie ich finde. Und was sind denn drei Jahre für ein Auto? Also finde ich vollkommen in Ordnung.

  24. Sebastian:

    Das stimmt. Also wenn du das überlegst, was du sonst auf Autos draufgekloppt hast, wenn ich da jetzt gerade an meine Familie denke, Opa oder auch meinen Vater, was die teilweise auf die Autos draufgefahren haben. Das ist so und die sind ja moderner und können noch mehr aushalten als damals, gehe ich von aus. Wie ist es in puncto Kaufberatung? Geht es dann auch in Richtung Preisberatung, dass du dann da eben auch Tipps gibst und sagst, okay, aufgrund deiner Erfahrung, der Daten, der Fahrzeuge, die du schon gesehen hast, Ist der Preis von 22.000 Euro nicht gerechtfertigt? Wir gehen lieber auf 21.000 runter oder kannst du dann auch sagen, okay, das ist ein Schnäppchenschlag zu, in die Richtung, dass du da zumindest eine Einordnung vornehmen kannst für den Käufer?

  25. Moritz Schmidt:

    Also letztendlich mache ich das, was viele, viele Autohändler auch machen, wenn sie einkaufen. Ich schaue mir einfach an, wo der Marktpreis ist. Und Danach richte ich mich letztendlich. Dann habe ich natürlich auch Erfahrungswerte, was so ein Auto in der Vergangenheit gekostet hat. Gerade Model 3, wenn ich das jetzt regelmäßig mit den Kunden in der Beratung habe, entwickelt man natürlich ein Gefühl, was das Fahrzeug vielleicht vor einem halben Jahr gekostet hat, wo es jetzt steht. Erstaunlicherweise gibt es auch Fahrzeuge, die in einem Jahr kaum an Wert verloren haben. Also wenn ich mir so ein 19er, 20er Model 3 Long Range in Deutschland anschaue, viel günstiger sind die aktuell nicht inseriert als vor einem Jahr. Sicherlich ist dann noch Verhandlungsbasis dabei, aber weil ja auch immer erzählt wird, Elektros würden irgendwie so stark im Wert fallen. Siehe ich jetzt nicht bei jedem Modell, gibt natürlich negativ Beispiele, zum Beispiel der Taycan von Porsche wird ja gerne angeführt, aber... Da entwickelt man einfach so ein Bauchpufföl.

  26. Sebastian:

    Klar, also ich glaube auch der Taycan ist natürlich da jetzt das Extrembeispiel oder auch EQS habe ich jetzt letztens gerade bei uns im Bekanntenkreis mitbekommen, dass da auch entsprechende Preisnachlässe vorhanden sind. Du kommst ja aber auch von einer viel höheren Basis schlussendlich, wo du entsprechend nicht runterbewegen kannst und die wirst du halt nicht annähernd dem Neupreis loswerden, weil der einfach schon zu hoch ist. Und ich glaube, wenn ich in dem Bereich unterwegs bin, sechsstellig für ein Fahrzeug, dann lege ich da im Zweifelsfall halt nochmal ein paar Tausender drauf und kaufe mir den Neuwagen dann, bevor ich da so viel Geld in den Gebrauchtwagen mit reingebe. Und bei Tesla, wenn man das betrachtet jetzt bei dir mit der Nachfrage, ist dann eher das Model 3 im Blickfeld der Käufer, ist das Model Y, wird nach S und X auch gesucht, weil die finden... Kaum Beachtung, zumindest so im generellen Absatz, glaube ich, weil die ja auch schon entsprechend in die Jahre gekommen sind, wenn wir die Plate-Modelle rausnehmen. Aber wie spiegelt sich das bei dir von der Nachfrage?

  27. Moritz Schmidt:

    Also mit Abstand die Nummer 1 ist das Model 3 bei mir. Liegt auch daran, dass das Model 3 im Gesamtunterhalt sehr günstig ist. Also wenn man jetzt ein chinesisches Model 3 beispielsweise Baujahr ab Mitte 2021 nimmt, die sind von der Verarbeitung ja auch deutlich besser als jetzt ein amerikanisches aus Fremont. Und da sage ich natürlich auch in meinen Videos, hey, abgesehen von Fahrwerk habt ihr da relativ günstige Unterhaltskosten. Und das treibt die Leute ja auch in die Hände von gebrauchten Elektroautos, gerade bei Tesla. Die wollen meistens ein Auto fahren, um Kosten zu sparen. Und da ist es so, beim Model S merkt man schon, ich fahre ja selber eins, ich bin übrigens gerade mit einem neun Jahre alten Model S eher gekommen, dass die schon anfälliger sind. Also gewisse Kinderkrankheiten, die das Model S hat, hat das Model 3 schlichtweg einfach nicht mehr. Und deswegen ist das Model S immer ein bisschen hinter dem Model 3, ist aber trotzdem noch auf Platz 2 und Model X und Y ist so eine Geschichte. Also bei Model X ist die Nachfrage generell schon immer relativ gering gewesen. Empfehle ich auch als gebraucht, nur begrenzt, weil man sich über die Kosten da bewusst sein sollte. Ist ja nochmal höher eigentlich als ein Model S, angesetzt mit den Falcon Wing Doors, sehr komplex zum Beispiel. Und beim Model Y haben wir das Problem, dass die Preise bisher noch nicht so attraktiv waren. Das neue Model Y ist jetzt erst ein paar Monate auf dem Markt. Da werden wir in der Zukunft sicherlich attraktive Angebote sehen. Mittlerweile fängt es langsam an mit Nachfragen. Ich habe aber dann auch gesagt in letzter Zeit, wartet lieber ab. Also ich muss da dann nicht auf Druck irgendwie ein Auto kaufen. Ich sage dann, wartet lieber noch ein paar Monate, die Preise werden weiter fallen.

  28. Sebastian:

    Ja, es ist schon mal gut, dass sozusagen bei Model S, kommt dazu dran, auch bei Model X vielleicht, weil das ja gerade ältere Fahrzeuge sind, dass die ja auch noch vom freien Supercharging dann profitieren können sozusagen. Spielt das auch eine Entscheidungsrolle bei Käuferinnen? Weil du bist ja jetzt auch mit einem Model S, neun Jahre alt, das hat ja freies Supercharging, gehe ich von außen noch, für die Hörer, da heißt es im Endeffekt, ich kann an jede Tesla Supercharger gehen. und kann den Akku voll machen ohne dass ich Zeit dafür habe.

  29. Moritz Schmidt:

    Ganz genau. Ich glaube, du kannst Gedanken lesen. Genau, da wollte ich jetzt drauf eingehen. Bei Model S ist es so, wenn ich Model S anfragen bekomme, ist es wahnsinnig oft gekoppelt an Free Supercharging, weil die Leute sich natürlich denken, hey super, ich kaufe mir ein altes Model S und lade nur am Supercharger und dann zahle ich nichts. Ich möchte auch gar nicht sagen, dass das reine Supercharging unbedingt so schädlich ist für den Akku, das ist auch nochmal eine andere Thematik. Aber das Problem ist dann eher, wenn du dir ein ganz billiges Model S holst, hast du meistens irgendeinen Wartungsstau, Fahrwerk kommt was, dann sind irgendwelche Ventile kaputt oder... Bei den älteren Modellen, also ich habe ja ein Face-Sift-Modell, ich empfehle auch Model S erst ab dem Face-Sift-Modell, weil da ein besserer Akku verbaut ist. Aber wenn wir jetzt die ganz alten nehmen, mit diesem Nosecone vorne noch, die 85er beispielsweise, die haben dann irgendwann Undichtigkeitsprobleme mit dem Akku, der große Motor macht Probleme, also wenn man den Hecktriebler zum Beispiel fährt. Da empfehle ich dann nur begrenzt diese Fahrzeuge. Die muss man dann schon in meinen Augen sehr günstig schießen, dass sich das lohnt. Die laden ja auch mittlerweile sehr langsam, die wurden ja stark gedrosselt. Das muss man schon wollen. Und Free Supercharging, was die vielen Leute nicht beachten, lohnt sich für die meisten gar nicht. Weil wenn man nicht unmittelbaren Supercharger in der Nähe hat, dann reizt man das so wenig aus. Merke ich selbst bei mir, ich bin viel gefahren und habe jetzt ordentlich gespart, aber weil ich auch nur sehr viel gefahren bin und viel am Supercharger lade.

  30. Sebastian:

    Ja gut, klar, das ergibt ja vollkommen Sinn, wenn du nur daheim lädst oder, ich sag mal hier jetzt, wie ich auf dem Land ja unterwegs bin, wo der nächste Supercharger gefühlt 50 Kilometer weg ist, wirst du wegen Laden nicht hinfahren.

  31. Moritz Schmidt:

    Nee, lohnt sich auch gar kein, wo ist denn der nächste Supercharger hier?

  32. Sebastian:

    Der müsste Heidelberg sein, also Heidelberg ist bestimmt einer oder in Richtung Vierenheim raus zu sind, Ladepark.

  33. Moritz Schmidt:

    Ja, ja, Vierenheim sind zwei Superchargers sogar, ja. Es macht ja gar keinen Sinn, dann da hinzufahren, also nur fürs Laden.

  34. Sebastian:

    Deswegen, also das muss man ja auch immer berücksichtigen dann schlussendlich. Machen wir aber mal noch den Schwenk zu deinem YouTube-Kanal. Den machst du ja jetzt auch schon länger, wie du gesagt hast. Berichtest dort hauptsächlich über Tesla. Sind das dann eben diese Videos, wo du deine Zuschauer mitnimmst, eben wenn ein Kunde ein Fahrzeug sucht? Sind das generell Einblicke auf die Fahrzeuge? Was erwartet uns da, wenn wir dort vorbeischauen?

  35. Moritz Schmidt:

    Also wie gesagt, angefangen hatte ich mit Tesla, dann viele andere Marken gemacht, jetzt bin ich wieder bei Tesla und ich hatte dann mal vereinzelt Fahrzeuge gezeigt, gebrauchte, die waren anfangs aber nicht direkt aus der Kaufberatung, da hatte ich dann Leute gekannt oder die sind auf mich zugekommen und dann irgendwann kam ich auf die Idee, warum nehme ich das nicht einfach während der Kaufberatung mal auf. Ist dann halt sehr spontan, merkt man auch, mit dem Handy gefilmt. Scheinen die Leute aber nicht zu stören. Und dann habe ich gesehen, hey, die wollen das sehen. Und deswegen sind in letzter Zeit sehr oft Videos entstanden nach der Kaufberatung. Also sprich, wir haben das Auto gekauft, dann habe ich es nochmal schnell abgefilmt, was wir gerade gekauft haben. Dann entwickelt man auch so ein Gefühl, wo liegt gerade der Preis für so ein Auto, was sind die Schwachstellen. Ich möchte ja auch, dass die Zuschauer einen Mehrwert haben. Ich zeige dann alle Schwachstellen an einem Fahrzeug, die es eben so gibt.

  36. Sebastian:

    Hilft ja auf jeden Fall dann dem Zuschauer, der vielleicht Selbstinteresse daran hat, dann auch vorab schon mal zu schauen, wo kann ich denn selbst drauf achten, wenn ich jetzt deine Dienste oder von jemand anderem wie Ove beispielsweise nicht in Anspruch nehmen will oder mag oder kann, dass du zumindest weißt, okay, da und da kannst du drauf achten, weil Moritz hat uns das schon mal gezeigt.

  37. Moritz Schmidt:

    Genau, ja, das freut mich auch sehr, da kriege ich immer wieder Nachrichten, hey, ich habe jetzt wegen den Tesla geholt und habe dann die ganzen Sachen entdeckt. Das ist super, das freut mich sehr.

  38. Sebastian:

    Ja klar, das ist ja auch eine direkte Rückmeldung dann dafür, dass du doch irgendwas richtig machst, auf jeden Fall mit deinem Kanal. Und das ist ja ein schönes Gefühl auch. Wo geht für dich die Reise jetzt künftig hin? Wirst du dann mehr Fokus auf YouTube? Wirst du in die Kaufberatung? Wird es nach deinem Studium was komplett anderes? Hast du da schon einen Plan? Ich meine, mit 21 Jahren stehen ja noch alle Türen offen sozusagen, aber

  39. Moritz Schmidt:

    Ich mache jetzt erstmal meinen Bachelor und dann schaue ich weiter. Also der YouTube-Kanal, der wird auf jeden Fall weiterlaufen. YouTube ist mittlerweile so an mein Leben gekoppelt. Ich mache das gerne und kann ohne irgendwie nicht. Also spätestens nach zwei Wochen habe ich irgendwie das Bedürfnis, wieder ein Video zu drehen. Mit der Kaufberatung ist es so eine Sache. Ich bin vermehrt in die Niederlande gefahren früher. Das ist halt von uns sehr weit. Und ob ich da in Zukunft noch so Lust drauf habe, weiß ich nicht. Der Vorteil ist, die Autos sind dort teilweise günstiger. Da gibt es dann Händler, die haben 300 Leasingrückläufer auf einmal. Dann kann man sich halt von 300 Model 3 eins aussuchen. Das ist ganz praktisch, aber ich muss halt immer sehr weit fahren. Also wenn ich das mache, zum Beispiel dann nur mit mehreren Kunden gleichzeitig, ich schaue einfach mal, was kommt. Bin mir sicher, die Nachfrage wird nicht nachlassen, die wird eher steigen, generell im Gebrauchtwagenmarkt bei Elektros, weil die Leute erstmal in die Erfahrung bringen müssen, Elektros sind günstig im Unterhalt, ich kann hier ordentlich was sparen und dann wird das sich von alleine immer schneller ausbauen.

  40. Sebastian:

    Die Meinung teile ich auch, weil das ist ja das, was im Moment immer noch nicht so ganz in den Köpfen ankommt, das sind immer eher die Emotionen, Reichweiten, Angst und so Thematiken, aber dass du am Ende vom Tag tatsächlich bares Geld damit sparen kannst und dann in deinem Alltag günstiger mit unterwegs bist, das Wissen leider die wenigsten, von daher ist es ja auch gut, wenn du in dem Umfeld der Aufklärung betreibst. Ja, gut, dann sage ich mal vielen Dank, Moritz, dass du bei uns hier im Podcast zu Gast warst und freue mich vielleicht auf einen künftigen Austausch, wenn wir nach deinem Bachelor wissen, wo die Reise hingeht.

  41. Moritz Schmidt:

    Danke, danke. Ich habe zu danken. Es ist ein kleiner Traum für mich in Erfüllung gegangen, weil, wie gesagt, ich bin eigentlich genau da, wo ihr jetzt seid. Ich höre eigentlich auch immer gerne beim Podcast zu und jetzt bin ich selber hier. Sehr schön. Vielen Dank.

  42. Sebastian:

    Das freut mich. Danke dir. Es war doch eine spannende und interessante Folge mit dem Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt mit Schwerpunkt Tesla-Modellen, Tesla Model 3, Tesla Model Y, die da doch eine starke Rolle spielen. Und wie gesagt, hier nochmal der Verweis auf Moritz Schmidt, den YouTube-Kanal von Moritz, wo man doch auch einiges über Gebrauchtfahrzeuge im E-Bereich lernen kann. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis zur nächsten Folge. Ciao.